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  • Pauline Hall

    von Astrid Kvalbein und Lilli Mittner
    Pauline Hall, ca. 1950
    Namen:
    Pauline Hall
    Geburtsname: Pauline Margrethe Hall
    Lebensdaten:
    geb. in Hamar, Norwegen
    gest. in Oslo, Norwegen

    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Dirigentin, Regisseurin, Kritikerin, Musikjournalistin, Korrespondentin, Übersetzerin, Rednerin, Musikvermittlerin, Organisatorin, Vereinsvorsitzende
    Charakterisierender Satz:

    „Og hvad lever så Nordens eneste kvinnelige symfoniker av?’”

    Pauline Hall ler høit.

    „Jo, av å oversette slagertekster, lage musikk til barnetimen i radio, av musikalske arrangementer i de pussigste former, av å skrive avisartikler og oversette, av å være repetitør og snakke i radio, av å dirigere en vokalkvintett. Kort sagt av alt annet enn nettopp det å komponere. For det kreperer man gladelig av om man ikke har hellet med sig.’’


    („Und wovon lebt nun also Norwegens einzige weibliche Sinfonikerin?”

    Pauline Hall lacht laut.

    „Ja, vom Übersetzen von Schlagertexten, von Musik zu Radiosendungen für Kinder, von musikalischen Arrangements in den komischsten Formen, von Zeitungsartikeln und Übersetzungen, vom Korrepetieren und Sprechen im Radio, vom Dirigieren eines Vokalquintetts. Kurz gesagt, von allem anderen, nur nicht vom Komponieren. Denn davon krepiert man, wenn man nicht gerade das Glück auf seiner Seite hat.”)


    (Interview im „Dagbladet“ vom 13. September 1934).


    Profil

    Pauline Hall war eine markante, vielseitige und international agierende Musikerpersönlichkeit in Norwegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie war in erster Linie Komponistin und hatte mit Liedern, Kammermusik sowie mit Kompositionen für Film und Theater und als Sinfonikerin großen Erfolg.

    Mit ihren künstlerischen Erfahrungen, die sie in Paris und Berlin gesammelt hatte, förderte sie die Begegnung zwischen der norwegischen und der französischen bzw. deutschen Musikkultur. Sie entwickelte einen impressionistischen, später französisch-neoklassizistischen Kompositionsstil. 1930 engagierte sie sich für die norwegische Premiere von Kurt Weills „Dreigroschenoper”.

    Nicht nur als Komponistin, sondern auch als festangestellte Kritikerin und Kommentatorin der Tageszeitung Dagbladet, als Vorstandsmitglied der Norwegischen Komponistenvereinigung sowie als Gründerin und Vorsitzende der norwegischen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) von 1938 bis 1961 konnte sie in Norwegen den Expertendiskurs über Neue Musik, die Professionalisierung des Komponistenberufs und die Moderne aktiv mitgestalten.

    Pauline Hall ist die erste komponierende Frau, die in Norwegen staatliche Förderung erhielt (erstmals 1917). In ihrer Rolle als Frau und als vergleichsweise unkonventionelle Komponistin, die sich jenseits des herrschenden (nationalen) Kompositionsdiskurses bewegte, musste sie sich dabei deutlich stärker um (finanzielle) Anerkennung bemühen als viele ihrer männlichen Kollegen.

    Orte und Länder

    Pauline Hall lebte die meiste Zeit ihres Lebens in Oslo, Norwegen, wohnte von 1912 bis 1913 in Paris, 1914 in Dresden und war von 1926 bis 1932 Korrespondentin für die Tageszeitung „Dagbladet“ in Berlin. Sie unternahm viele Reisen in Europa, insbesondere in der Rolle der Kritikerin und Vertreterin der norwegischen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM).

    Biografie

    Pauline Margrethe Hall wurde am 2. August 1890 in Hamar (Norwegen) geboren. Ihre Eltern, der Apotheker Isak Muus Hall und Magdalena Hall (geb. Agersborg) waren beide Amateurmusiker. Pauline war das dritte von vier Kindern in einem musikalischen Haus und spielte Klavier. Kurz nach ihrer Geburt zog die Familie nach Kabelvåg (Lofoten) in Nordnorwegen, wo sie zehn Jahre wohnhaft blieb. Ihre Schulausbildung erhielt Pauline Hall, als sie anschließend zurück nach Hamar zogen. Während der Gymnasialzeit an einer der ältesten und prestigereichsten Schulen Norwegens, Hamars Katedralskole, war sie Mitglied im Schultheater, im Orchester und Redakteurin der Schulzeitung. Nach dem Abschluss 1907 folgten Klavierunterricht bei Johan Backer Lunde und Kompositionsstudien mit Catharinus Elling in Kristiania (heute: Oslo), bevor Pauline Hall von 1912 bis Ende 1913 nach Paris ging. Obwohl die Quellen keinen Hinweis auf Privatunterricht oder gar einen Aufenthalt am Pariser Conservatoire erkennen lassen, erhielt Pauline Hall in dieser Stadt durch zahlreiche Konzert-, Opern- und Theaterbesuche ihre vielleicht wichtigsten Impulse als Komponistin. Insbesondere Einflüsse des von Claude Debussy inspirierten Impressionismus und der Komponisten der Groupe des Six sind später in ihren eigenen Werken zu hören. Richtungsweisend war auch das Erlebnis von Maurice Ravels „Daphnis et Chloé“ und Modest Mussorgskis „Boris Godunov“ an der Pariser Oper, den Ballets Russes und Igor Strawinskis „Le sacre du printemps“ (Vgl. Hall 1963, S. 10). Nach einem kurzen Studienaufenthalt in Dresden bei Erich Kauffmann Jassoy ging sie im Sommer 1914 zurück nach Norwegen, u.a. da mit dem Tod ihres Vaters die finanzielle Unterstützung wegfiel.


    Pauline Hall hatte bereits 1910 und 1912 in Tromsø Konzerte mit ihren eigenen Werken veranstaltet und 1913 ihr erstes Liederheft publiziert. Ihr offizielles Debüt als Komponistin fand am 7. März 1917 in Brødrene Hals’ konsertlokale in der norwegischen Hauptstadt statt. Hier präsentierte sie Romanzen, Klavierstücke und eine Sonatine für Violine und Klavier. Die Kritiken fielen positiv aus.


    Im selben Jahr war sie bei der Gründung des norwegischen Komponistenvereins (Norsk komponistforening) beteiligt, in dessen Vorstand sie erstmals 1920 und auch in den darauffolgenden Jahren aktiv war. 1920 wurde außerdem ihr erstes Orchesterwerk „Poème Élégiaque“ vom Orchester der Philharmonischen Gesellschaft uraufgeführt. Zwei Jahre später folgte „Nocturne Parisien“, das 1929 als zweiter Satz in die „Verlaine-Suite“ einging, die wiederum Pauline Halls Durchbruch als Sinfonikerin markierte. Nachdem das Orchester der Philharmonischen Gesellschaft das finanzielle Risiko für die Uraufführung nicht tragen wollte, organisierte sie diese auf eigene Initiative in Zusammenarbeit mit Ludvig Irgens-Jensen und Arne Eggen, die ebenfalls die Uraufführung ihrer neuen Kompositionen auf diese Weise lancierten (vgl. Vollsnes 2000 S. 145ff.). Das Konzert wurde zwar ein ökonomisches Fiasko, jedoch gleichzeitig ein künstlerischer Erfolg.


    Ab den 1920er Jahren gestaltete es sich zunehmend schwierig für Pauline Hall, ausreichend Stipendien und Einnahmen aus ihren Auftritten zu beziehen, um sich ganz und gar dem Komponistenberuf zu widmen. Unter anderem deshalb entwickelte sie in den 1920er und -30er Jahren eine große Vielseitigkeit: Sie war Begleiterin und leitete ein Konzertbüro, sie übersetzte Opernlibretti und hielt Radiovorträge, schrieb Musik zur Radiosendung „Barnetimen“ („Kinderstunde“) des Norwegischen Rundfunks (NRK) und gründete das „Pauline Hall-Quintett“, das sie als Pianistin und Dirigentin von vier Sängerinnen leitete. Neben dem Komponieren arrangierte sie auch Vokalmusik unterschiedlichster Genres, darunter Spirituals, für ihr Gesangsquintett und Chor. Darüber hinaus erhielt sie fortlaufend Aufträge als Musikjournalistin.


    Zwischen 1926 und 1932 lebte Pauline Hall als Korrespondentin für die norwegische Tageszeitung „Dagbladet“ in Berlin, von wo aus sie über aktuelle Ereignisse und Politik berichtete. Besonders genau verfolgte sie jedoch das zeitgenössische, teils politisch radikale Geschehen an Theatern und Opernhäusern der Stadt. Wie viele andere war sie von der Zusammenarbeit zwischen Kurt Weill und Bertolt Brecht begeistert, und sie war es, die die „Dreigroschenoper“ an das Centralteatret in Oslo holte. Das Stück hatte 1930 in Norwegen Premiere, mit Pauline Hall als Regisseurin, Übersetzerin und musikalische Leiterin. Bis 1955 wurde es wiederholt auf den Spielplan gesetzt.


    Mit der „Dreigroschenoper“ öffneten sich für Pauline Hall die Türen für das Theater, und ab Mitte der 1930er Jahre komponierte sie hauptsächlich Schauspielmusik. Bis in die 1960er Jahre hinein schrieb sie Musik zu über 30 Theaterstücken, einem Ballett und vier Filmen in Zusammenarbeit mit den avantgardistischen norwegischen Regisseuren ihrer Zeit, darunter Agnes Mowinckel und Hans Jacob Nilsen. Zwei ihrer Schauspielmusiken arbeitete sie für den Konzertsaal um: die Suite zu Shakespeares „Julius Cæsar“ (1950) und die „Liten dansesuite fra As You Like It” („Kleine Tanzsuite aus As you like it”) für drei Bläser (1959). Ihre charakteristische theatrale Ausdrucksweise ist auch hörbar in „Smeden og Bageren“ („Der Schmied und der Bäcker“) für Männerchor von 1932, in „Cirkusbilleder” für Orchester von 1933, in der „Suite for blåsekvintett” (Suite für Bläserquintett) von 1945 und den humoristischen „Fire Tosserier” („Vier Unsinnigkeiten“) für Sopran und Bläser von 1961.


    Pauline Hall wurde 1934 von der Tageszeitung „Dagbladet“ als Musikkritikerin fest angestellt, eine Stelle, die sie bis 1964 innehatte, mit Ausnahme der Kriegsjahre 1942-1945, in denen sie von den Nationalsozialisten abgesetzt wurde. Im Laufe dieser Tätigkeit erarbeitete sie sich eine Position als hochgeschätzte, teils gefürchtete Kritikerin. Im journalistischen Umfeld traf Pauline Hall auf die Journalistin und Frauenrechtlerin Caro Olden, die ihre Lebensgefährtin wurde. Sie wohnten ab den 1940er Jahren zusammen und zählten zu den ersten Frauen, die in Norwegen offen in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebten.


    1938 initiierte Pauline Hall die Stiftung „Ny Musikk“ („Neue Musik“) als norwegische Abteilung der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM), der sie bis 1961 vorstand. Durch diese Arbeit konnte sie ihr internationales Netzwerk aufbauen. In der Rolle als norwegische Delegatin der IGNM nahm sie jährlich an zahlreichen Musikfestivals teil, über die sie dann auch im „Dagbladet“ berichtete. 1952/53 übernahm sie die leitende Position der IGNM im Zusammenhang mit der Organisation des IGNM-Musikfestes in Oslo 1953. Die Veranstaltung war ein künstlerischer Erfolg und ein persönlicher Sieg für Pauline Hall, die der Organisation auf diese Weise aus einer Krise half. Darüber hinaus machte das Musikfest das norwegische Publikum und die Presse mit einem bis dahin unbekannten Spektrum zeitgenössischer Musik bekannt.


    1958 wurde Pauline Hall für ihren vielseitigen Einsatz für das norwegische Musikleben die Königliche Verdienstmedaille in Gold (Kongens fortjenstmedalje i gull) verliehen. Jedoch erst 1960, im Alter von 70 Jahren, wurde ihr der begehrte Statens kunstnerlønn (eine staatliche Künstlerrente) zugeteilt – ein Privileg, das zahlreiche ihrer männlichen Kollegen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts erhielten (vgl. Kvalbein 2013, Kap. 4.2).


    Pauline Hall starb am 24. Januar 1969 im Alter von 78 Jahren in Oslo.

    Würdigung

    Zu einer Zeit, als die meisten norwegischen Komponisten versuchten, an Edvard Griegs Kompositionsstil anzuknüpfen, u.a. indem sie volksmusikalische Elemente verwendeten, orientierte sich Pauline Hall an anderen europäischen Tonsprachen und deren Idealen.


    Sie entwickelte einen französisch geprägten Kompositionsstil, wobei impressionistische Elemente besonders deutlich in der „Verlaine-Suite” für Orchester hörbar sind. Später bewegte sie sich in Richtung eines neoklassizistischen, zum Teil dissonanten Stils, wie beispielsweise in „Fire Tosserier” („Vier Unsinnigkeiten”) für Sopran und Bläser.


    Als Künstlerin, Journalistin und Organisatorin wandte sie sich gegen all das, was sie als musikalischen Nationalismus und kulturelle Isolation empfand. Hall war dabei eine scharfe Kritikerin und Diskussionsteilnehmerin. Ihre Auslandsaufenthalte in Paris (1912/13) und Berlin (1926-1932) sowie ihre Reisen als Kritikerin und Vorsitzende des Vereins für „Neue Musik“ („Ny Musikk“) waren maßgebliche Inspirationsquellen und eröffneten ihr ein internationales Netzwerk.


    Im Zusammenhang mit der IGNM sorgte Pauline Hall u.a. dafür, dass wichtige Werke erstmals in Norwegen sowohl in Kammerkonzerten als auch in Zusammenarbeit mit größeren Institutionen aufgeführt wurden, darunter Arnold Schönbergs „Ein Überlebender aus Warschau“ mit dem Orchester der Philharmonischen Gesellschaft 1954 (vgl. Calico 2014, S. 66ff.).


    Durch ihre Arbeit als Komponistin, Journalistin und Organisatorin war Pauline Hall eine umtriebige Vermittlerin einer Kultur, die lange von national(-romantisch)en Strömungen dominiert war. Sie kritisierte ihr Leben lang, dass das norwegische Musikleben provinziell sei, und empörte sich insbesondere darüber, dass der Hauptstadt zentrale kulturelle Institutionen fehlten, wie ein Opernhaus, eine öffentliche Musikhochschule und ein Konzerthaus. Von diesen wurde einzig und allein die Oper noch zu ihren Lebzeiten als Institution etabliert (1958), und zwar im Gebäude des Volkstheaters.


    Pauline Hall war eine Vermittlerin, die sich zwischen zahlreichen Gebieten und Positionen des Kulturlebens bewegte. Nach dem Durchbruch als Komponistin von Liedern, Kammermusik und sinfonischen Werken trug sie ab Mitte der 1930er Jahre zur Entwicklung von Theater- und Filmmusik als eigenes Genre bei. Zu ihrer Zeit wurde die Musik in einem viel höheren Maße als zuvor in die Handlung des Dramas integriert. In ihren Arbeiten für den Film zeigte Hall auch Offenheit gegenüber neuen Technologien, und sie benutzte das Radio als Medium zur musikalischen Volksaufklärung.


    In späteren Jahren schrieb sie zunehmend unbeschwerte, keinesfalls pathetische Musik, gerne mit humoristischen Elementen und auffallend häufig für Bläserbesetzung, was auf ihre Erfahrungen mit dem Theaterorchester zurückgeführt werden kann.


    Auch wenn Pauline Hall im Gegensatz zu ihren Kollegen Fartein Valen oder Arvid Kleven nie eine atonale Tonsprache entwickelte, unterstützte sie diverse Modernisierungsprozesse im musikalischen Bereich in Norwegen. Deshalb gilt sie bis heute als moderne Künstlerin, hoch angesehen und respektiert, sowohl als Komponistin als auch als Journalistin.

    Rezeption

    Pauline Hall nimmt einen zentralen Platz in der norwegischen Musikgeschichtsschreibung ein und hat nicht zuletzt auch durch ihre zahlreichen Vorträge und Schriften zu ihrer eigenen Historisierung beigetragen. Bis in jüngste Zeit würdigte der Verein für Neue Musik seine erste Vorsitzende (vgl. u.a. Houm 1988), insbesondere in Verbindung mit dem 70. und 75. Jahrestag der Stiftung (vgl. Kvalbein, 2013, S. 386ff.). Trotz ihrer zahlreichen Handlungsfelder wird Pauline Hall seit jeher in erster Linie in ihrer Rolle als Komponistin wahrgenommen, und entsprechend umfangreich gestaltet sich das Rezeptionsmaterial.


    Pauline Hall galt bereits zu Lebzeiten als eine der erfolgreichsten norwegischen Komponistinnen nach Agathe Backer Grøndahl. „[M]an tør vel si, at siden fru Grøndahl har næppe nogen norsk Komponistinde hat en heldigere førsteoptræden” („Man darf wohl sagen, dass kaum eine norwegische Komponistin seit Frau Grøndahl ein geglückteres Debüt gegeben hat”), schrieb Jens Arbo in der Zeitschrift „Musikerbladet“ (Nr. 18, 1917) im Anschluss an Pauline Halls Debütkonzert am 7. März 1917. Am Anfang des 20. Jahrhunderts galt es in Norwegen nach wie vor als außergewöhnlich, wenn ein einzelner Komponist, noch dazu eine Frau, ein ganzes Programm mit eigenen Werken gestaltete. Die Kritiker in Kristiania (Oslo) reagierten entsprechend enthusiastisch.


    Zu Beginn ihrer Karriere erfuhren Pauline Halls Lieder, überwiegend im spätromantischen Stil mit deutschen und skandinavischen Texten, besonderen Zuspruch. Kritischer war man gegenüber Kompositionen wie u.a. der „Chanson d’automne” zu einem Text von Paul Verlaine und der Violinsonate, die deutlich von den Entwicklungen der französischen Kunstmusik inspiriert waren.


    Vor ihrem Debütkonzert 1917 hatte Pauline Hall bereits erfolgreich vier Klavierstücke und einige Lieder herausgegeben, so dass sie bereits als vielversprechende Komponistin bekannt war, die – wie ihre Kolleginnen – überwiegend in kleineren, hausmusikalischen Formen schrieb. Mit ihrem Orchesterwerk „Poéme Élégiaque”, das 1920 auf dem von der Philharmonischen Gesellschaft organisierten „Konzert der jungen Generation” („De unges konsert“) uraufgeführt wurde, gelang ihr „med merkelig artistisk sikkerhet“ („mit merklicher, künstlerischer Sicherheit“, Reidar Mjøen, „Dagbladet“ 5. März 1920) der Sprung in die sinfonischen Gattungen.


    1922 präsentierte Pauline Hall ihr nächstes Orchesterstück „Nocturne Parisien”, das 1929 als zweiter Satz in die „Verlaine-Suite” einging. In der Zwischenzeit waren die norwegischen Kritiker mit der impressionistischen Tonsprache vertrauter geworden, was sich auch in den Rezensionen widerspiegelt (vgl. Kvalbein, 2013, S. 98 ff.). Arne van Erpekum Sem, der die „Nocturne Parisien“ 1922 als interessant bezeichnet hatte, allerdings mit „oft etwas gesuchten Klangeffekten, die nicht ganz zum etwas dünnen und nicht sehr originellen thematischen Inhalt passten“ („Tidens Tegn“ 2. Mai 1922), schrieb 1929 über die gesamte Suite, sie stehe „voll auf der Höhe mit den meisten neueren russischen und fanzösischen Werken, die wir dankenswerterweise in der letzten Zeit hören durften („Tidens Tegn“ 20. Januar 1929).


    Die „Verlaine-Suite” wurde im Großen und Ganzen begeistert aufgenommen und als modernes Werk wahrgenommen, als sie am 29. Januar 1929 gemeinsam mit Ludvig Irgens-Jensens „Passagalica” und Arne Eggens „Symfoni g-moll” uraufgeführt wurde. In der Musikgeschichtsschreibung wurde dieses Ereignis als wichtiger Einschnitt in der norwegischen Kompositionsgeschichte markiert (vgl. Huldt-Nystrøm, 1969, S. 247).


    Pauline Hall erhielt auch als Theaterkomponistin große Anerkennung. Ab Mitte der 1930er Jahre wurde die Bühne ein wichtiges Thema für sie, und sie komponierte Musik zu einer Reihe von Schauspielen und vier Filmen. Kritiker bemerkten auf diesem Gebiet häufig ihre knappe und treffende Ausdrucksweise und ihre Fähigkeit, Musik zu komponieren, die die Handlung gut unterstreicht und die im Einklang mit den einzelnen Charakteren und ihren Gefühlswelten steht (vgl. Kvalbein, 2013, S. 184ff). Ihre späteren Orchesterwerke, wie beispielsweise „Cirkusbilleder” von 1933 und eine Suite auf der Grundlage der Theatermusik zu „Julius Cæsar” (Shakespeare) von 1950, wurden ebenfalls positiv von der Presse aufgenommen.


    Als ihre Suite für Bläserquintett im Herbst 1945 auf Den Norske Musikkuken (Die Norwegische Musikwoche) aufgeführt wurde, handelte es sich um ein Fest der Befreiung und der Musik, die in den Kriegsjahren entstanden war. Egil Falck Anderssen beschrieb das Stück folgendermaßen:

    „In diesem Werk spricht Hall, wie auch sonst, ihre eigene Sprache. Diese ist dem norwegischen Musikleben ziemlich fremd. Sie steht all jenem ziemlich fern, das als ,echt norwegisch‘ gilt, und erdreistet sich von Zeit zu Zeit, komplett zwanglos zu sein. Auch damit steht sie recht allein im norwegischen Musikleben. [...] Wir bekommen einen Marsch, ein Rondeau, einen Walzer und eine Polka. Alles ist gut ausgedrückt. Hier ist Laune und Humor, etwas Ironi, spielende Kunst und Esprit.“ („Dagbladet“ 10. Oktober 1945)


    Die „Verlaine-Suite” und die „Suite for blåsekvintett” („Suite für Bläserquintett“) wurden nach Pauline Halls Tod 1969 mit Abstand am häufigsten aufgeführt und 1990 zusammen mit der „Suite fra Julius Cæsar”, „Liten dansesuite fra As You Like It” og „Fire Tosserier” auf CD eingespielt.


    Im 21. Jahrhundert wurden, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund eines größeren musikwissenschaftlichen Interesses, ihre Lieder und Klavierstücke wieder entdeckt. 2010 wurde eine Auswahl von Liedern und Klavierstücken von der Sängerin Tove Træsdahl und dem Pianisten Per Ane Frantzen unter Mitwirkung der Pianistin Ingrid Andsnes (in „Fire Klaverstykker“ op 1.) auf CD eingespielt. Die Sonatine wurde von der Geigerin Catharina Chen und dem Pianisten Sveinung Bjelland 2011 erstmals wieder auf den Festspielen in Bergen aufgeführt.


    Im Rahmen ihres Dissertationsprojekt dokumentierte die Sängerin und Musikwissenschaftlerin Astrid Kvalbein 2013 auf zwei CDs eine Reihe zum Teil erstmals eingespielter Kompositionen Pauline Halls, darunter die Sonatine für Violine und Klavier, viele frühe Lieder sowie Vertonungen von Texten von u.a. Bertolt Brecht und Erich Kästner im Kabarett-Stil.

    Werkverzeichnis

    Das Werkverzeichnis erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es basiert auf den Beständen der Musiksammlung der Norwegischen Nationalbibliothek und des Norwegisches Musikinformationszentrum (MIC), ergänzt durch einzelne Kompositionen, die in Konzertprogrammen, Zeitungsartikeln und Briefen Erwähnung finden (vgl. Kvalbein, 2013).



    A. Vokalmusik


    1. Chor- und Vokalensemblemusik

     

    Gebet der Mädchen zu Maria, für vier Frauenstimmen und Orchester bzw. Klavier, T.: Rainer M. Rilke, 1923, Manuskript.

     

    Nachtwandler, für je zwei Sopran-, Tenor- und Bassstimmen und Orchester, T.: Gustav Falke, 1923, Manuskript.

     

    Smeden og Bakeren op. 5, für Männerchor, T.: Johan Herman Wessel, Norsk musikforlag 1931.

     

    Let us cheer the weary traveller, arr. für Männerchor, Norsk Musikforlag 1933.

    Nobody knows the trouble I see, arr. für Männerchor, Norsk Musikforlag 1934.

     

    Maria og barnet, tschechische Volksweise, arr. für Männerchor, Norsk Musikforlag 1934 und 1940.


    Opus 6, 1. Git on board little chillen, 2. Swing low, sweet chariot, 3. De battle of Jerico, arr. für Männerchor, Norsk Musikforlag 1935.

     

    Opus 7, To Wessel-tekster, 1. Fredsforslag, 2. Grav­skrift over en heel Familie, für Männerchor, T.: Johan Herman Wessel, Musikk-huset 1946.

    Ro ro te rara, Alte Volksweise, für Männerchor, Musikk-huset Norsk Musikforlag 1947.


    En gutt gikk ut på elskovssti, für Männerchor, T.: Gunnar Larsen, Musikk-huset 1954


    Syng kvinnelig student, für Frauenchor, T.: Alfhild Brevig, Norsk Musikforlag 1941.

     

    Fangens Aftensang, für Frauenchor, T.: Kari Utheim Riis, Musikk-husets forlag 1945.

     

    Til Kongen, T.: Arnulf Øverland, Musikk-husets forlag 1945.

     

    Über den Bergen, T.: Carl H. Busse, Manuskript.

     

    Herbstbeginn, Manuskript.

     


    2. Lieder

     

    I Seraillets have, T.: I. P. Jacobsen, 1910, Manuskript.


    Stemning, 1910, Manuskript.


    In der Nacht, 1910, Manuskript.


    Befreit, 1910, Manuskript.


    Traum durch die Dämmerung, T.: Bierbaum, 1910, Manuskript.


    Etterstev, T.: Ivar Aasen, 1910, Manuskript.


    Veslemøy, T.: Arne Garborg, 1912, Manuskript.


    Raadlaus, T.: Arne Garborg, 1912, Manuskript.


    Vinterstorm, T.: Arne Garborg, 1912, Manuskript.


    Liebesleid (m/obligat cello), T.: Hartling, 1912, Manuskript.


    Sjømandsvise, 1912, Manuskript.


    Fire sange op. 2, 1. Gangspilvise, T.: Knut Hamsun, 2. Berceuse, 3. Har gåt og higet, T.: Sigbjørn Obstfelder, 4. Træt, T.: Sigrid Undset, Catharinus Elling gewidmet, Wilhelm Hansen 1915 und Norsk Musikforlag 1928.


    Tre sange op. 3, 1. Winterabend, T.: Alfred Mombert, 2. Auf einer Wiese, T.: Eduard Grisebach, 3. Letztes Leid, T.: Wilhelm Holzamer, Norsk Musikforlag 1916.


    Un grand Sommeil noir, T.: Paul Verlaine, 1916, Manuskript.


    Deine Hände, T.: Wilhelm Holzamer, 1916, Manuskript.


    Seelen, Wertheimer, 1916, Manuskript.


    I Skymningen, T.: Bo Bergman, 1917, Manuskript.


    Chanson d’automme, T.: Paul Verlaine, 1917, Manuskript.


    Der verschlossene Garten, T.: Irene Forbes-Mosse, 1917, Manuskript.


    Vöglein Schwermut, T.: Christian Morgenstern, 1917, Manuskript.


    Mein Herz, T.: Gustav Falke, 1917, Manuskript.


    Skovensomhed, T.: Emil Aarestrup, 1920, Manuskript.


    To sange, 1. Till en konstnär, T.: Bo Bergman, 2. Jag er ett träd, T.: Ernst Josephson, Norsk Musikforlag 1921.

     

    Du blomst i dug, T.: I. P. Jacobsen, Norsk nodestik 1921.


    Der Tod das ist die kühle Nacht, T.: Heinrich Heine, 1921, Manuskript.


    Min Grav, T.: Ernst Josephson, 1922, Manuskript.


    Ariette oublieé, T.: Paul Verlaine, 1924, ms.


    Ein Gleiches, T.: J. W. V. Goethe, 1925, ms.


    Ohne Liebe, T.: Frida Jung, 1925, ms.


    Stevnemøte, T.: Anne Kathrine Graff, 1925, ms.


    Rondeau, T.: Einar Solstad, 1925, ms.


    Ur Annars Sagor I-IV, T.: Ernst Josephson, 1925, ms.


    Barnvisa, T.: Bo Bergman, Norsk Musikforlag 1928.

     

    To sange op. 4, 1. Ørneland, T.: Th. Auerdahl, 2. Svend Herlufsens ord, T.: Knut Hamsun, Norsk Musikforlag 1930.

     

    Fangens Aftensang, T.: Kari Utheim Riis, Musikkhuset 1945.


    Norsk hilsen til Danmark, T.: Kvalstad, Dagbladet 28.7.1945.

     

    Tango, T.: Inger Hagerup, NRK 1958



    Undatierte Lieder – Manuskripte


    De skjønne kunstners fristed

     

    Der Asra, T.: Heinrich Heine


    Eventyr til Ellen, T.: Herman Wildenwey


    Evighet, T.: Sigrid Undset


    Fågelungarna flöga ur bo, T.: Ernst Josephson


    Fridas visor

     

    Grabschrift, T.: Jacobowskij


    Høst, T.: Ejlert Bjerke


    Il pleure dans mon coeuur, T.: Paul Verlaine


    Jeg hører i hjertet, T.: Etter Puschkin, til norsk ved Nils Kjær


    Le ciel, T.: Paul Verlaine


    To unge elskende, Volksweise aus Litauen, Ü.: Gunnar Larsen


    Morgen, T.: John Henry Markay


    Stilett, T.: Ejlert Bjerke


    Totesinne, T.: Mia Holm


    Über die Welt hin, T.: Arno Holz


    Vårbøn, T.: Arne Garborg


    Wanderers Nachtlied, T.: J. W. v. Goethe



    Lieder für Kabarett und Revue – Manuskripte


    Balladen om Marie Sanders, T.: Bertolt Brecht, 1965.


    Kontordamen, T.: Per Kvist, 1934.


    Ruby Brown, T.: Langston Hughes, 1949.

     

    To mørke sange, 1. Dixie, T.: Langston Hughes, 2. Farget kvinne til sitt ufødte barn, T.: Georgia Douglas Johnson, 1949.


    Åtte stadier på livets vei, T.: Poul Henningsen, 1949.


    Min værste rival, T.: Rudyard Kipling, 1949.


    Hamlets ånd, T.: Erich Kästner, ca. 1950.

     

    Gutten i mannen, 1942.


    Piken og blomsten, T.: Arne Svendsen, ca. 1942.


    Mannen i gata, T.: Arne Svendsen, 1943.

     


    Lieder für Theaterensemble

     

    Den nye næringsvei, für Gesang, Banjo, Violine, Saxophon, Trompete, Bass, Schlagzeug und Klavier, 1932.

     

    Slepp ingen andre til, für Gesang, Violine, Klarinette, Trompete, Schlagzeug, Bass und Klavier, 1932. 

     

    Kyss mig, für Gesang, Banjo, Klarinette, Trompete, Bass, Schlagzeug und Klavier, T.: Nicolette (Karen Hansen), 1932.

     

    September, für Gesang, Trompete, Bass und Klavier oder für Klarinette, Trompete, Saxophon, Bass, Schlagzeug und Klavier, 1932.

     

    In der Seitenstraße, für Gesang, Flöte, Violine, Fagott, Banjo, Schlagzeug und Klavier, T.: Erich Kästner.

     

    Verzweiflung, für Gesang Flöte, Violine, Fagott, Banjo, Schlagzeug und Klavier, T.: Erich Kästner.

     

    Reggler og rim, für Gesang, Klavier, Flöte und Schlagzeug, 1936, NRK Barnetimen.


    Danske, svenske og tyske folkesanger, arr. für Kindersoli und Orchester.


    Amerikanske sanger, arr. für Gesang, Gitarre, Klarinette, Fagott und Schlagzeug.


    Zwei die sich liebten, litauisches Volkslied, für Sopran und Orchester, 1933. 

     

    Tre sanger, für Sopran und Kammerorchester, T.: Edgar Lee Masters, 1957. 


    Tango, arr. für Sopran und Orchester, T.: Inger Hagerup, 1958

     

    Fire Tosserier, für Sopran, Klarinette, Trompete, Fagott, Horn, 1. Noget om en mærkelig familje, 2. Noget om miløpaavirking, 3. Noget om en dejlig nat, 4. Noget om noget man ikke ler ad, T.: Halfdan Rasmussen, 1961.


     


    B. Instrumentalmusik


    1. Orchestermusik


    Poème Elégiaque, UA 1920, verschollen.


    Nocturne Parisien, UA 1922, ms.

     

    Verlaine-Suite, 1. Introduction, 2. Nocturne Parisien, 3. Ariettes Oubliées, 4. Markedsgjøgl, UA 1929, MIC ms.


    Cirkusbilleder, 1. Parade, 2. Dyrene sover, 3. Klovnene danser, UA 1933, MIC ms.

     

    Hverdagen, 1940, unaufgeführt, ms.


    Smil Oslo, 1950, ms.

     

    Suite aus Julius Cæsar, 1. Forspill, 2. Intermezzo, 3. De svarte fuglene, 4. Marsj, UA 1950, MIC ms.



    2. Kammermusik


    Allegro für Violine und Klavier,1912, ms.

     

    Sonatine für Violine und Klavier, 1. Moderato, 2. Moderato, 3. Con Moto, 1917, ms.


    Rheinländer und Walzer für Trompete, Horn und zwei Posaunen. MIC ms.

     

    Suite für 5 Bläser, 1. Alla Marcia, 2. Rondeau, 3. Polka, 4. Pastorale, 5. Tempo di valse, 6. Epilogue, Lyche 1952.


    Liten dansesuite fra As You Like It, für Oboe, Klarinette und Fagott, 1960.

     

    Variasjoner over et klassisk tema, für Flöte, 1961, verschollen.



    3. Klaviermusik


    Fire Klaverstykker op. 1, Selbstverlag 1913.


    Klaviersonate 1916, ms.


    Ballade, Tanz, Tango




    C. Schauspielmusiken, Filmmusiken, Ballette


    1. Schauspielmusiken


    Begjær under almene, T.: Eugene O'Neill, Reg.: Agnes Mowinckel, 29.01.1935 Det Nye Teater.


    Maria Magdalena, T.: Maurice Maeterlinck, Reg.: Gyda Christensen, Johan Hauge, 16.04.1935 Det Nye Teater.


    Jarlen, T.: Olav Hoprekstad, Reg.: Agnes Mowinckel, 22.19.1935 Det Norske Teatret.


    Raskolnikov, T.: Fjodor Dostojevskij, Reg.: Gyda Christensen, 14.11.1935 Det Nye Teater.


    Hallo Kanada, T.: Herbert Walter, Reg.: Fridtjof Mjøen, 08.04.1936 Det Nye Teater.


    Hos Ekebergkongen, T.: Nicolette (Karen Hansen), Reg.: Egil Hjorth-Jenssen, 26.12.1936 Nationaltheatret.


    Familien Turbin, T.: Michail Bulgakov, Reg.: Agnes Mowinckel, 20.08.1936 Nationaltheatret.


    Kjøpmannen i Venedig, T.: William Shakespeare, Reg.: Agnes Mowinckel, 28.10.1936 Det Nye Teater.


    Halfdan Kjerulf - hørebillede med sanger av P. Hall, 05.02.1937 NRK radio.


    Kong Lear, T.: William Shakespeare, Reg.: Johanne Dybwad, 28.10.1937 Nationaltheatret.


    Kjærlighetens legende, T.: Ejlert Bjerke, Reg.: Stein Bugge, 07.12.1937 Nationaltheatret.


    Henrik og Pernille, T.: Ludvig Holberg, Reg.: Hans Jacob Nielsen, 16.10.1940 Nationaltheatret.


    Troll kan temmes, T.: William Shakespeare, Reg.: Hans Jacob Nielsen, 10.01.1941 Det Nye Teater.


    Piraten, T.: Marcel Achard, Reg.: Gyda Christensen, 30.01.1942 Det Nye Teater.


    Agilulf den vise, T.: Hans E. Kinck, Reg.: Agnes Mowinckel, 21.10.1942 Det Norske Teatret.


    Lysistrata, T.: Aristofanes, Reg.: Ole Grepp, 27.10.1942 Den Nationale Scene.


    Mens vi venter, T.: Johan Borgen, Reg.: Agnes Mowinckel, 24.09.1947 Nationaltheatret.


    Hamlet, T.: William Shakespeare, Reg.: Hans Jacob Nielsen, 10.05.1946 Nationaltheatret.


    Julius Cæsar, T.. William Shakespeare, Reg.: Knut Hergel, 05.09.1947 Nationaltheatret.


    Ein midsumarnatts-draum, T.: William Shakespeare, Reg.: Sandro Malmquist, 31.08.1948 Det Norske Teatret.


    Hamlet, T.: William Shakespeare, Reg.: Hans Jacob Nielsen, 30.03.1950 NRK.


    Kongsemnerne, T.: Henrik Ibsen, Reg: Hans Jacob Nielsen, 18.05.1950 NRK.


    Amfitryon 38, T.: Jean Girodout, Reg.: Gerda Ring, 03.05.1951 Nationaltheatret.


    Rose Tattoo, T.: Tennesse Williams, Reg.: Gerda Ring, 16.09.1951 Nationalteatret.


    Hamlet, T.: William Shakespeare, Reg.: Alfred Solaas, 02.09.1953 Det Nye Teater.


    As you like it (Leken i skogen), T.: William Shakespeare, Reg.: Alfred Solaas, 24.06.1956 Frognerparken.


    Caligula, T.: Albert Camus, Reg.: Alfred Solaas, 01.04.1958 Det Nye Teater.


    Mord i katedralen, T.: T. S. Eliot, Reg.: Alfred Solaas, 04.09.1958 Det Nye Teater.


    Kongsemnerne, T.: Henrik Ibsen, Reg.: Knut Hergel, 18.10.1958 Nationaltheatret.


    De lystige koner i Windsor, T.: William Shakespeare, Reg.: Alfred Solaas, 26.06.1959 Frognerparken.


    Vintersolhverv, T.: Maxwell Anderson, Reg.: Knut M. Hansson, 01.03.1961 NRK fjernsynsteatret.


    Mester Pierre Pathelin, 26.12.1961 NRK fjernsynsteatret.


    Ansvaret, T.: Rolf Schroers, Reg.: Knut M. Hansson, 16.07.1963 NRK radioteatret.

     


    2. Ballette

     

    Markisen, T.: Rakel H. Harbitz, Reg.: Gerd Kjølaas, arr. für 2 Klaviere, 1950.


    Markisen, T.: Rakel H. Harbitz, Reg.: Gerd Kjølaas, Den Norske Opera 01.10.1964.



    3. Filmmusiken


    Om kjærligheten synger de, Reg.: Olav Dalgard, 1946.


    Kranes konditori, T.: Cora Sandel, Reg.: Astrid Henning-Jensen, 1949.


    To mistenkelige personer, T.: Gunnar Larsen, Reg.: Tancred Ibsen, 1950.


    Den evige Eva, T.: Sigbjørn Obstfelder, Reg.: Rolf Randall, 1953.

    Quellen

    Dokumente


    Archiv der ISCM. Det Kongelige Bibliotek, København


    Archiv des Norwegischen Komponistenvereins, Riksarkivet, Oslo


    Archiv des Vereins für Neue Musik. Riksarkivet, Oslo

    Bewerbungsschreiben um Stipendien. Kirke- og undervisningsdepartementets arkiv, Riksarkivet, Oslo


    Gymnasiastlaget Frams arkiv. Statsarkivet, Hamar


    Korrespondenzen. Privatarkivet, Nasjonalbiblioteket, Oslo; private Sammlungen


    Pauline Halls Musikmanuskripte und gedruckte Noten. Norsk musikksamling, Nasjonalbiblioteket, Oslo


    Pauline Halls Nachlass. Privatarkivet, Nasjonalbiblioteket, Oslo


    Pauline Halls Sammlung von u. a. Zeitungsausschnitten (utklippssamlinger), Vortragsmanuskripte. Norsk musikksamling, Nasjonalbiblioteket, Oslo



    Zeitungs- und Zeitschriftenartikel


    Hall, Pauline. "Claude Debussy. Krigen og den kommende musik." Norsk Musikerblad. Dezember 1914.


    Hall, Pauline. "Igor Strawinsky." Musik 5, 1925


    Hall, Pauline. "Musikkritikk og åndsfrihet." Morgenbladet 09.06. 1923, „Musikk-kritikk.” Dagbladet 26.05.1925., „Kritikk og Kunst,” Dagbladet 16.06.1925.


    Weitere Artikel von Pauline Hall im Dagbladet aus Berlin 1926-1932, Kritiken und Kommentare während ihrer Festanstellung als Musikjournalistin 1934-1964. Mikrofilmlesesalen, Nasjonalbiblioteket, Oslo


    Interviews mit Pauline Hall:

    Urd Nr. 27, 1923,

    Dagbladet 08.11.1930,

    Dagbladet 02.05.1932,

    Dagbladet 13.09.1934,

    Dagbladet 01.10.1945,

    Norsk Dameblad Nr. 9, 1950,

    Dagbladet 03.08.1950,

    Programbladet Nr. 31, 1950,

    Norsk Dameblad Nr. 6, 1953,

    Dagbladet 01.10.1959,

    Norsk Dameblad 18.03.1959,

    Dagbladet 17.06.1964,

    NRK TV 22.07.1968



    Sekundärliteratur


    Andersen, Rune. "Debussy-påvirkning i romanser av Alf Hurum og Pauline Hall." In: Studia Musicologica Norvegica 24, 1998.


    Andersen, Rune. „Pauline Hall” In: New Grove Dictionary of Music and Musicians. New York: Oxford University Press, 2001.


    Bull, Sverre Hagerup (Hg.)."Pauline Hall." In: Musikkens verden. Oslo: Musikkens verden forl., 1963.


    Calico, Joy Haslam. „Norway: Performing rememberance” In: Arnold Schoenberg’s ’A Survivor from Warsaw’ in Postwar Europe. Berkeley and Los Angeles: University of California Press, 2014.


    Faurdal, Inger Lokjær. "Pauline Hall (1890-1969): komponist og overgangskvinde i norsk musikkliv." Speciale. Københavns universitet, 1993.


    Grinde, Nils. "Pauline Hall." In: Cappelens musikkleksikon. Hg. Michelsen, Kari, et al. Oslo: Cappelen, 1978.


    Grinde, Nils. „Pauline Hall.” In: Norsk musikkhistorie: hovedlinjer i norsk musikkliv gjennom 1000 år. Oslo: Universitetsforlaget, 1981.


    Gurvin, Olav and Øyvind Anker (Hg.). "Pauline Hall." In: Musikkleksikon. Oslo: Dreyer, 1949.


    Hall, Pauline. 25 år Ny musikk: 1938 - 17. september - 1963. Oslo: Ny musikk, 1963.


    Hall, Pauline. "Musikk." In: Vor tids kunst og digtning i Skandinavien. Hg. Shetelig, Haakon. København: Martins forlag, 1948.


    Houm, Philip. "Pauline Hall." In: Ballade 2/3, 1988.


    Huldt-Nystrøm, Hampus. Fra munkekor til symfoniorkester: musikkliv i det gamle Christiania og i Oslo. Oslo: Filharmonisk selskap, 1969.


    Kvalbein, Astrid. "Musikalsk modernisering. Pauline Hall (1890-1969) som komponist, teatermenneske og Ny Musikk-leiar." Mit zwei CDs. Noregs musikkhøgskole, 2013.


    Lange, Kristian, and Finn Benestad. Norsk komponistforening gjennom 50 år. Oslo: Norsk komponistforening, 1967.


    Lindhjem, Anna. „Pauline Hall.” In: Kvinnelige komponister i Skandinavien. Gressvik: Faglitterært forlag, 2011.


    Lunder, Åse Lahn. "Pauline Hall og hennes innsats i norsk musikkliv." Universitetet i Oslo, 1977.


    Lystad, Hanne. "Pauline Hall." In: Glimt fra Hamars musikkliv, Hamar Historielag, 2011.


    Mørch, Hilde, Janneken Øverland, and Anne Aaserud. Kvinnelige pionerer fra nord: Sara Fabricius - Ragnhild Kaarbø - Pauline Hall. Tromsø: Nordnorsk kunstmuseum, 1997.


    Nesheim, Elef. Et musikkliv i krig: konserten som politisk arena: Norge 1940-45. Oslo: Norsk Musikforlag, 2007.


    Olden, Caro. "I musikkens verden." In: Kvindens aarhundrede. Hg. Scheel, Ester. Odense: Bogforlaget Codan, 1949.


    Paulsen, Astrid Lisbet. Kvinnelige norske komponister: en bio-bibliografisk oversikt. Oslo: Statens bibliotekhøgskole, 1980.


    Schjelderup, Gerhard. „Yngre komponister.” In: Sandvik, O. M., and Gerhard Schjelderup. Norges musikhistorie. Kristiania: Oppi, 1921.


    Træsdal, Tove. "Pauline Hall." In: Musical Opinion March/April Issue 1487, 2012.


    Vollsnes, Arvid O. "'Modernisme' - 'nasjonal musikk'. Var mellomkrigstidens strid en forutsetning for dannelsen av Ny Musikk?" In: Ballade 2/3, 1988.


    Vollsnes, Arvid O. Inn i mediealderen 1914-1950. Norges musikkhistorie. Oslo: Aschehoug, 1999.


    Vollsnes, Arvid O. Komponisten Ludvig Irgens-Jensen: europeer og nordmann. Oslo: Aschehoug, 2000.


    Vollsnes, Arvid O. "Pauline Hall: Verlaine-suite." In: Et eget århundre: norsk orkestermusikk 1905-2005. Hg. Sandmo, Erling. Oslo: Press, 2004.


    Vollsnes, Arvid O. "Brecht/Weills Dreigroschenoper i Oslo. Et antinasjonalt innlegg fra Pauline Hall." In: Musikvidenskabelige kompositioner. Festskrift til Niels Krabbe. København: Det Kongelige Bibliotek, 2006.


    Wallner, Bo. Vår tids musik i Norden. Stockholm: Nordiska musikförlaget, 1968.



    Diskographie


    Pauline Hall: Verlaine-suite, Julius Cæsar-suite, Suiter for blåsere, Fire Tosserier, Liten Dansesuite. Kringkastingsorkesteret et al. CD. Simax PSC 3105, 1990.


    Pauline Hall: Ørneland und Till en konstnär, Svein Bjørkøy, Tenor und Jorunn Marie Bratlie, Klavier, In: Norwegian Neoclassical Music, CD. Euridice EUCD 43, 2008


    Pauline Hall: Til en kunstner. Komposisjoner for sang og piano. Træsdal, Tove, Mezzosopran, Per Arne Frantzen und Ingrid Andsnes, Klavier. CD. Proprio, 2010.


    Pauline Hall: Suite for blåsekvintett. Den norske blåsekvintett. Historic recordings: Great Norwegians Performers 1945-2000; vol. V. CD. Simax PSC 1835, 2010.


    Pauline Hall: Lieder, Sonatine für Violine und Klavier, u. a., CD-Beilage, in: Kvalbein, 2013. http://brage.bibsys.no/xmlui/handle/11250/172448


    DVD: To mistenkelige personer, Regie: Tancred Ibsen, Musik: Pauline Hall, Nordisk Film AS 1950/2008



    Links


    http://nbl.snl.no/Pauline_Hall


    Kvalbein, Astrid. "Musikalsk modernisering. Pauline Hall (1890-1969) som komponist, teatermenneske og Ny Musikk-leiar." Noregs musikkhøgskole, 2013, online unter: http://brage.bibsys.no/xmlui/handle/11250/172448


    www.mic.no/katalog

    Forschung

    Bereits 1977 und 1993 haben sich Åse Lahn Lunder und Inger Lokjær Faurdal in ihren musikwissenschaftlichen Abschlussarbeiten an den Universitäten in Oslo und Kopenhagen intensiv mit Pauline Hall auseinandergesetzt., Beide Darstellungen sind deutlich von der Frauenbewegung beeinflusst, wobei Faurdal mit Blick auf die Professionalisierungsprozesse am Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts für Pauline Hall den Begriff der „overgangskvinne“ (Frau des Übergangs) prägte.


    Nach diesen ersten wissenschaftlichen Annäherungen wurde das Interesse an dieser aus mehreren Gründen marginalisierten norwegischen Komponistin zu Beginn des neuen Jahrtausends wiederbelebt (u.a. durch Vollsnes 2004 und 2006). Die 2013 von Astrid Kvalbein an der Norwegischen Musikhochschule vorgelegte Dissertation „Musikalische Modernisierung. Pauline Hall als Komponistin, Theatermensch und Leiterin des Vereins für Neue Musik“ widmet sich Pauline Halls kulturellem Handeln im Zusammenhang mit dem Modernismus-Diskurs des 20. Jahrhunderts.


    Da nur vergleichsweise wenige Egodokumente (u.a. Briefe und Tagebücher) zu Pauline Halls Leben überliefert sind, müssten weiterführende Forschungsprojekte ihren Ausgangspunkt bei den Notenmanuskripten, gedruckten Quellen (Büchern, Zeitungsarchiven), dem norwegischen Rundfunkarchiv sowie öffentlichen Korrespondenzen und Protokollen des Archivs für Neue Musik nehmen.

    Forschungsbedarf

    Bisher liegen nur wenige Lieder und Kammermusikwerke Pauline Halls in gedruckten Ausgaben vor. Insbesondere von

    der „Verlaine-Suite“, „Fire Tosserier“ und der Suite für Bläserquintett wären kritische und kommentierte Editionen wünschenswert und im Rahmen des Projektes zum norwegischen Musikkerbe (Norsk Musikkarv) von hoher Relevanz.


    Pauline Halls zahlreiche Kompositionen, die im Zusammenhang mit Theater und Film entstanden, haben bisher kaum Beachtung gefunden. Eine eingehende Untersuchung dieses umfangreichen Repertoires erscheint vielversprechend und kann Aufschluss über die europäische Schauspielmusikpraxis zu Beginn des 20. Jahrhunderts geben.


    Pauline Halls Profil als Kritikerin liegt ebenso größtenteils im Dunkeln. Hier wären insbesondere die Artikel aus dem „Dagbladet“ zu analysieren, die in den Jahren zwischen 1934 und 1964 während ihrer Festanstellung erschienen. Inwiefern lassen sich in diesen Texten Pauline Halls künstlerisch-ästhetische bzw. politische Positionen aufzeigen? In welchem Zusammenhang stehen diese mit ihrem eigenen musikkulturellen Handeln?

    Normdaten

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    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Astrid Kvalbein und Lilli Mittner


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 10.10.2014


    Empfohlene Zitierweise

    Astrid Kvalbein, Lilli Mittner, Artikel „Pauline Hall“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 10.10.2014.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Pauline_Hall