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  • Pálma von Pászthory

    von Silke Wenzel
    Die Geigerin Pálma von Pászthory. Fotografie von E. Bieber, Berlin 1905
    Namen:
    Pálma von Pászthory
    Ehename: Pálma von Erdmann
    Varianten: Pálma von Pásztory-Erdmann, Pálma von Pasthory, Pálma von Pazthory, Pálma Pászthory, Pálma Erdmann, Pálma Pásztory-Erdmann, Pálma Pasthory, Pálma Pazthory, von von Pászthory, von von Erdmann, von von Pásztory-Erdmann, von von Pasthory, von von Pazthory, von Pászthory, von Erdmann, von Pásztory-Erdmann, von Pasthory, von Pazthory
    Lebensdaten:
    geb. in Budapest, Ungarn
    gest. in Weilheim/Oberbayern, Deutschland

    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Violinpädagogin
    Charakterisierender Satz:

    „Ein hervorragendes Talent. Hat viel gelernt und besitzt Feuer und geistiges Leben. Die Kadenzen mit Virtuosität.“


    (Joseph Joachim über Pálma von Pászthory. Archiv der Universität der Künste, Berlin, Specialia Nr. 1518, zit. n. Prante 1999, S. 74)


    Profil

    Pálma von Pászthory war über ein halbes Jahrhundert lang im öffentlichen Musikleben Deutschlands und Österreichs präsent. Sie konzertierte als Solistin und Kammermusikerin in ganz Deutschland und gründete an ihren jeweiligen Wohnorten meist eigene Ensembles. Dabei interpretierte sie sowohl ältere Musik, z. B. von Johann Sebastian Bach oder Heinrich Ignaz Franz von Biber, als auch das klassisch-romantische Repertoire von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Peter I. Tschaikowsky. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit lag auf der Interpretation der Violinwerke von Max Reger, mit dem sie mehrfach gemeinsam auftrat. Als Musikpädagogin suchte sie die institutionelle Anbindung und war u. a. am Ochs-Eichelberg-Konservatorium in Berlin, an der Schule des Musikvereins in Linz an der Donau sowie an der Volkshochschule München angestellt.

    Pálma von Pászthory bearbeitete mehrere Klavier- und Orgelkompositionen für Violine solo bzw. Streichquartett und schrieb u. a. eine Biographie über ihren Stiefvater, den Pianisten, Musikschulleiter und Musikwissenschaftler August Göllerich, die 1927 in Linz anonym erschien.

    Orte und Länder

    Das Leben der Violinistin Pálma von Pászthory war von zahlreichen Ortswechseln geprägt: 1884 in Budapest geboren, lebte sie ab 1891 mit ihrer Familie in Wien, ab 1893 in Nürnberg. Von 1897 bis 1899 studierte Pálma von Pászthory am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main und setzte von 1899 bis 1903 ihr Studium an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin fort. Anschließend ließ sie sich in Linz nieder, wo sie bis 1908 an der Schule des Linzer Musikvereins unterrichtete. Zwischen 1908 und 1916 lebte Pálma von Pászthory teils in Leipzig, teils in Berlin; sie zog im Jahr 1916 nach München um und lebte nach ihrer Heirat 1918 mit ihrem Mann Hugo Erdmann in Tutzing. Ein weiterer zweijähriger Aufenthalt als Lehrerin und Konzertmeisterin in Linz (1923-1925) schloss sich an. Pálma von Pászthory kehrte nach Tutzing zurück und arbeitete als Musikpädagogin dort und in München. Nach dem Tod ihres Mannes 1942 ließ sie sich in Weilheim/Oberbayern nieder.

    Biografie

    Pálma von Pászthory wurde am 23. Mai 1884 in Budapest geboren. Der Vater, Johann von Pászthory-Rózsa, war Rechtsanwalt, die Mutter, Gisela von Pászthory (geb. Voigt von Leitersberg, wiederverehelichte Göllerich) war Pianistin. Ihre erste musikalische Ausbildung erhielt Pálma von Pászthory von der Mutter am Klavier, begann jedoch im Alter von sieben Jahren Violine zu spielen und wurde zunächst in Wien von August Duesburg unterrichtet. Nach der Wiederverheiratung der Mutter mit dem Pianisten, Musikwissenschaftler und Musikschulleiter August Göllerich zog die Familie 1893 nach Nürnberg, wo Julius Blankensee, ein Schüler Joseph Joachims, den Violinunterricht übernahm.


    Im Jahr 1897 bestand Pálma von Pászthory die Aufnahmeprüfung am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main. Sie begann ein Violinstudium bei Fritz Bassermann und wurde zugleich von Iwan Knorr in Musiktheorie unterrichtet. Zwei Jahre später wechselte sie an die Königliche Hochschule für Musik in Berlin, setzte dort ihr Studium bei Andreas Moser und Joseph Joachim fort und legte im Wintersemester 1902/03 die Reifeprüfung ab. Zu den Regularien der Reifeprüfung heißt es in den Jahresberichten der Königlichen Hochschule für Musik Berlin: „Wenn die Schüler und Schülerinnen einen Grad der musikalischen Ausbildung erreicht zu haben glauben, dass sie fremder Leitung zu entrathen und ihre Weiterbildung selbst in die Hand zu nehmen im Stande sind, so können sie sich um ein Zeugniss der Reife bewerben. Zur Erlangung desselben ist eine Prüfung in allen Unterrichts-Gegenständen vor dem gesammten Lehrer-Collegium nothwendig.“ (Jahresberichte ab 1876/77, zit. n. Prante 1999, S. 39)

    Bereits während ihres Studiums, 1902, bewarb sich Pálma von Pászthory mit dem Violinkonzert D-Dur, op. 77, von Johannes Brahms erstmals um den Mendelssohn-Preis und erhielt eine lobende Erwähnung. Joseph Joachim notierte: „Ein bedeutendes Talent zeigt sich im ganzen Spiel. Auch technisch schon weit entwickelt, fehlt es nur noch an einer gewissen Abrundung.“ (Archiv der Universität der Künste, Berlin, Specialia Nr. 1516, zit. n. Prante 1999, S. 74) Nach ihrer zweiten Bewerbung 1904 wurde ihr dann der mit 1500 Mark dotierte Preis zugesprochen. Pálma von Pàszthory spielte das Violinkonzert D-Dur, op. 61, von Ludwig van Beethoven, und Joseph Joachim kommentierte ihr Spiel mit den Worten: „Ein hervorragendes Talent. Hat viel gelernt und besitzt Feuer und geistiges Leben. Die Kadenzen mit Virtuosität.“ (Archiv der Universität der Künste, Berlin, Specialia Nr. 1518, zit. n. Prante 1999, S. 74)

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    Ab 1903 arbeitete Pálma von Pászthory kontinuierlich in verschiedenen Städten als Musikpädagogin und war dabei meistens institutionell eingebunden. Dennoch ist über ihre Unterrichtstätigkeit bzw. ihre Schülerinnen und Schüler bislang nichts Näheres bekannt; lediglich Daten und Orte lassen sich bestimmen: Pálma von Pászthory unterrichtete von 1903 bis 1908 an der Schule des Linzer Musikvereins, der heutigen Anton-Bruckner-Universität Linz, wirkte zwischen 1908 und 1914 als Lehrerin in Leipzig und Berlin und erhielt 1914 eine Stelle als Violinpädagogin am Ochs-Eichelberg-Konservatorium in Berlin. Im Jahr 1916 zog sie nach München und heiratete dort am 1. Mai 1918 den Biologen Hugo Erdmann. Gemeinsam mit ihrem Mann ließ sie sich anschließend in Tutzing nieder. Zwischen 1923 und 1925 kehrte Pálma von Pászthory nochmals nach Linz an der Donau als Lehrerin an der Schule des Musikvereins und als Konzertmeisterin des Vereinsorchesters zurück, ehe sie sich endgültig in Tutzing niederließ. Sie wurde zur musikalischen Leiterin der Münchner Volkshochschule ernannt und arbeitete weiterhin als Musikpädagogin. Nach dem Tod ihres Mannes 1942 zog sie nach Weilheim in Oberbayern.


    Parallel zu ihrer musikpädagogischen Tätigkeit trat Pálma von Pászthory regelmäßig als Solistin und Kammermusikerin auf und konzertierte in Deutschland, Österreich, Ungarn und der Schweiz (Müller 1954). Ihr Repertoire umfasste die einschlägige Violinliteratur, darunter sowohl ältere Werke, wie z. B. Sonaten von Johann Sebastian Bach und Heinrich Ignaz Franz von Biber, als auch das klassisch-romantische Repertoire mit Solokonzerten und Kammermusik von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Joseph Joachim. Besonders engagierte sie sich für die Musik von Max Reger, der sie in mehreren Konzerten am Klavier begleitete, und brachte etliche seiner Violinwerke zur Aufführung (vgl. Reger 1930; von Pászthory [2002]). Am 19. November 1907 gab Pálma von Pászthory gemeinsam mit der Sängerin Anna Reichner-Feiten ein Konzert in der Berliner Singakademie – am Klavier begleitet von Eduard Behm –, bei dem sie u. a. zwei Sätze aus Max Regers Sonate für Violine und Klavier d-Moll, op. 42, spielte, ebenso den ersten Satz aus dem „Ungarischen Konzert“ Joseph Joachims und die „Teufelstriller-Sonate“ Giuseppe Tartinis (vgl. Prante 1999, S. 75). Gemeinsam mit Max Reger konzertierte sie am 10. Februar 1909 im kleinen Kammermusiksaal des Centraltheaters in Leipzig; Max Reger sorgte für die Organisation des Konzertes und schrieb in diesem Zusammenhang an seine Verleger: „das Concert gibt die Dame (Violine); ich wirke bloß mit.“ (Reger [1973], S. 103) In einem Konzert des Lehrergesangvereins in Bremen spielte Pálma von Pászthory im Mai 1910 die Suite in E-Dur für Violine solo von Johann Sebastian Bach (vgl. „Allgemeine Musikzeitung“ vom 13. Mai 1910, S. 472) und debütierte am 3. November 1910 mit dem Berliner Philharmonischen Orchester im Berliner Beethoven-Saal mit einem Violinkonzert D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart sowie mit Max Regers Violinkonzert A-Dur, op. 101 (entstanden 1908), unter der Leitung des Komponisten. Die „Neue Zeitschrift für Musik“ rezensierte: „Das ungemein schwierige Werk stellt an den Ausführenden technisch und musikalisch gleich hohe Anforderungen. Frl. Paszthory wurde ihrer Aufgabe völlig gerecht. Sie spielte das tief angelegte Werk mit musikalischem Verständnis und schwungvoller, fast männlicher Größe.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ 1910, S. 350)


    Pálma von Pászthory war zudem eine leidenschaftliche Kammermusikerin, die in zahlreichen Ensembles und in verschiedenen Besetzungen spielte. So trat sie z. B. in der Saison 1910/11 gemeinsam mit dem Pianisten Fritz von Bose und dem Cellisten Emil Robert-Hansen auf. Das Klaviertrio gab u. a. drei Konzerte in Berlin und konzertierte am 4. Dezember 1910 auch in einer Matinée in Leipzig. Das dortige Programm war der Kammermusik von Ludwig van Beethoven gewidmet, u. a. mit dem Klaviertrio G-Dur, op. 1 Nr. 2, dem Klaviertrio Es-Dur, op. 70 Nr. 2, sowie der Romanze G-Dur, op. 40: „Herr von Bose gab sich wieder als feinfühliger Kammermusikspieler zu erkennen, ein gleiches Lob muß auch Frl. von Pászthory und Herrn Robert-Hansen ausgesprochen werden. […] Die Gdur-Romanze spielte Frl. von Pászthory sehr gefühlswarm und dürfte als Solistin von unseren besten Geigerinnen kaum übertroffen werden.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ 1910, S. 407f.) In der darauf folgenden Saison 1911/12 spielte Pálma von Pászthory im Klaviertrio mit der Pianistin Ella Jonas-Stockhausen und der Cellistin Eugenie Stoltz-Premyslav . Über einen Abend im Februar 1912 in Berlin schrieb Arnold Ebel in der „Allgemeinen Musikzeitung“: „Ella Jonas-Stockhausen (Klavier) vereinigte sich mit Palma von Pászthory (Violine) und Eugenie Stolz (Cello) am Montag im Beethovensaal zu einem zweiten Trio-Abend. Man begann mit dem C-dur-Trio, op. 87, von Johannes Brahms. Die Damen, die alle in ihrem Spiel von femininer Weichheit und Schwachheit frei sind, taten im Andante fast zu viel in der Betonung der kraftvollen, rhythmisch scharf gezeichneten Linie. Aber solch’ Musizieren hat doch Gesicht! Das Presto war gut ausgefeilt, erschien nur im Mittelsatz etwas dick aufgetragen. Frei von aller Schablone war das Finale, das mit lebendiger Anteilnahme und groß und schwungvoll gespielt wurde. Das folgende F-dur-Trio, op. 18 von Saint Saëns konnte nur durch die ausgezeichnete Interpretation auf dem ganzen Wege interessieren. Man konnte auch konstatieren, daß die Damen, die oft genug im Solospiel ihre bedeutenden technischen und musikalischen Eigenschaften nachgewiesen haben, auch im Zusammenspiel Leistungen von besonderem künstlerischem Charakter erkennen lassen.“ (Arnold Ebel in der „Allgemeinen Musikzeitung“ vom 9. Februar 1912, S. 153)

    Häufig trat Pálma von Pászthory auch mit Gisela von Pászthory als Klavierpartnerin auf, die in den Rezensionen als ihre Schwester bezeichnet wird, jedoch ihre Mutter war (vgl. Artikel Gisela von Pászthory). Im Dezember 1912 spielten die beiden im Berliner Blüthner-Saal u. a. Ludwig van Beethovens Violinsonate G-Dur, op. 30, sowie die Violinsonate c-Moll von Heinrich Ignaz Franz von Biber (vgl. „Allgemeine Musikzeitung“ vom 20. Dezember 1912, S. 1386), und sie konzertierten im Februar 1913 im zweiten Konzert der Singagkademie, u. a. mit einer der Violinsonaten B-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart sowie der Sonate [Partita] d-Moll für Violine solo, BWV 1004, von Johann Sebastian Bach (vgl. „Allgemeine Musikzeitung“ vom 21. Februar 1913, S. 252). Als Pálma und Gisela von Pászthory im Dezember 1913 im Berliner Klindworth-Scharwenka-Saal u. a. mit Ludwig van Beethovens Violinsonate A-Dur, op. 47, auftraten, rezensierte die „Allgemeine Musikzeitung“: „Beide Künstlerinnen haben sich früher bereits einen guten Namen gemacht dank ihrer ursprünglichen Begabung, die auch dieses Mal wieder erfreulich in die Erscheinung trat. Sowohl die Pianistin Gisela wie auch die Geigerin Palma v. Pászthory musizieren mit dem Herzen, und wenn auch ihr Vortrag etwas grobkörnig ist, so empfindet man das doch nur als eine nicht gerade störende Temperamentsäußerung.“ („Allgemeine Musikzeitung“ vom 19. Dezember 1913, S. 1634). Pálma von Pászthory wirkte zudem bei zahlreichen Musikfesten als Solistin mit, u. a. 1918 beim Max-Reger-Fest in Jena und 1924 bei den Bruckner-Feiern in Wien.


    Die weiteren Tätigkeiten von Pálma von Pászthory sind bislang nicht zu präzisieren: Mindestens bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs spielte sie – wie zahlreiche Schülerinnen Joseph Joachims – in einem eigenen Quartett (von Pászthory-Quartett) in Berlin, über dessen Zusammensetzung und Konzerttätigkeit jedoch bislang nichts bekannt ist (vgl. Prante 1999, S. 76). Ein weiteres Streichquartett, das Pászthory-Quartett, wurde von ihr 1938/39 in München gemeinsam mit Eva Gahl (2. Violine), Paul Seyboth (Viola) und Ernst Brüchle (Violoncello) gegründet (vgl. Stegmüller 2007, S. 178). Hans Erhard Lauer nennt in seinem Nachruf auf Pálma von Pászthory außerdem die Gründung einer „Gemeinnützigen Gesellschaft“ in Tutzing mit „ungezählten Hauskonzerten“, die auf ihre Initiative zurückgingen (Lauer 1962, S. 61), und das „Lexikon der Frau“ von 1954 verweist auf die Leitung eines Streichorchesters durch Pálma von Pászthory. Darüber hinaus erwähnt Wilhelm Joseph von Wasielewski musikliterarische Arbeiten (Wasielewski 1927, S. 527, vgl. Prante 1999, S. 77), und das „Musiker-Lexikon“ von Erich H. Müller von 1929 verzeichnet Schallplattenaufnahmen für die Firma Vox (Müller 1929). Im Jahr 1916 erhielt Pálma von Pászthory in Bad Pyrmont eine Medaille für Kunst und Wissenschaft (Prante 1999, S. 77).


    Pálma von Pászthory bearbeitete mehrere Klavier- und Orgelkompositionen für Violine solo bzw. Streichquartett (vgl. Müller 1929), die vermutlich unveröffentlicht geblieben sind, darunter die „Chromatische Fantasie“ und das „Wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach sowie Klavierwerke von Frédéric Chopin und Peter I. Tschaikowsky. Nach dem Tod ihres Stiefvaters August Göllerich 1923 kümmerte sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter um dessen Andenken. In der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien wird ein von ihr veröffentlichter Zeitungsartikel (ohne Quelle) mit dem Titel „August Göllerich – ein Gedenkblatt“ aufbewahrt, und 1927 erschien in Linz die von ihr anonym verfasste Biografie „August Göllerich. Lebensbild eines tatkräftigen Idealisten“ (vgl. Jerger 1975, S. 9).


    Pálma von Pászthory starb 1958 in Weilheim in Oberbayern; ein genaues Sterbedatum ist bislang nicht bekannt.

    Würdigung

    Pálma von Pászthory war eine äußerst vielseitige Musikerin, die ihr gesamtes Leben lang sowohl als Solistin wie auch als Kammermusikerin musizierte und konzertierte, selbst etliche Kammermusik-Ensembles gründete, als Musikpädagogin an zahlreichen Orten unterrichtete, als Musikschriftstellerin tätig war und zudem institutionell eingebunden war. Dennoch gibt es über Musikkritiken hinaus kaum Äußerungen über ihre Tätigkeiten.

    Eine angemessene Würdigung Pálma von Pászthorys, die der Vielseitigkeit ihrer Aktivitäten gerecht wird, kann daher erst nach weiteren Forschungen erstellt werden.

    Rezeption

    Eine heutige Rezeption der Tätigkeiten von Pálma von Pászthory findet bislang nur in Zusammenhang mit Forschungen über Max Reger statt. Darüber hinaus hat bislang lediglich Inka Prante in ihrer Staatsexamensarbeit über die Schülerinnen von Joseph Joachim von 1999 die Quellen des Archivs der Universität der Künste Berlin ausgewertet und einen ersten Überblick über die Biografie der Violinistin gegeben (Prante 1999, S. 73-78).

    Werkverzeichnis

    Bearbeitungen und Transkriptionen

    (vermutlich unveröffentlicht; Quelle: Müller 1929 und 1954; dort ohne weitere Präzisierungen)


    Bach, Johann Sebastian: Orgelpräludien für Violine solo

    Bach, Johann Sebastian: Chromatische Fantasie für Violine solo

    Bach, Johann Sebastian: Orgelfantasie in g-Moll für Streichquartett

    Bach, Johann Sebastian: Wohltemperiertes Klavier für Streichquartett


    Chopin, Frédéric: Nocturne b-Moll

    Chopin, Frédéric: Nocturne in cis-Moll

    Chopin, Frédéric: Mazurka in As-Dur

    Chopin, Frédéric: Polonaise in cis-Moll

    Tschaikowsky, Peter I.: Nocturne in cis-Moll



    Schriften


    August Göllerich – ein Gedenkblatt [Zeitungsartikel]. Österreichische Nationalbibliothek. Signatur: F28.Göllerich.286mus (ohne weitere Quellenangaben).


    August Göllerich. Lebensbild eines tatkräftigen Idealisten. Linz 1927.


    Erinnerungen an Max Reger. In: Zeitschrift für Musik 112 (1951), Heft 11, S. 596f.


    Max Reger. Erinnerungen an den 11. Mai 1916. In: Rheinische Musik- und Theater-Zeitung 27 (1926), Heft 21/22, S. 223-224.


    Max Reger. Zu seinem fünfzigsten Geburtstag. in: Münchner Neueste Nachrichten vom 17. März 1923, S. 3.


    Max Reger. Ein Gedenkblatt. In: Jenaische Zeitung vom 24. Mai 1916.


    Erinnerungen an Max Reger. In: Post (Berlin) vom 21. Mai 1916.


    Erinnerungen an Max Reger. Mehrere, teils fragmentarisch erhaltene Texte im Archiv des Max-Reger-Instituts Karlsruhe. Zusammenfassend publiziert als: Palma von Pászthory: Erinnerungen an Max Reger. In: Mitteilungen der Internationalen Max Reger Gesellschaft 5 (2002), S. 10-13.



    Aufnahmen


    Der Artikel zu Pálma von Pászthory in „Kürschners Deutscher Musik-Kalender“ von 1954 (Müller von Asow 1954) verweist auf Einspielungen auf Voxplatten, deren Verbleib bislang unbekannt ist.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste lässt sich bislang aufgrund fehlender Quellen nicht erstellen. Nachgewiesen sind Aufführungen folgender Werke:


    Bach, Johann Sebastian. Suite in E-Dur für Violine solo

    Bach, Johann Sebastian. Partita d-Moll, BWV 1004

    Beethoven, Ludwig van. Violinkonzert D-Dur, op. 61

    Beethoven, Ludwig van. Romanze für Violine und Orchester G-Dur, op. 40

    Beethoven, Ludwig van. Violinsonate G-Dur, op. 30 Nr. 3

    Beethoven, Ludwig van. Violinsonate A-Dur, op. 47

    Beethoven, Ludwig van. Trio G-Dur, op. 1 Nr. 2

    Beethoven, Ludwig van. Trio Es-Dur, op. 70 Nr. 2

    Biber, Heinrich Ignaz. Violinsonate c-Moll

    Brahms, Johannes. Violinkonzert D-Dur, op. 77

    Brahms, Johannes/Joachim, Joseph. Ungarische Tänze für Violine und Klavier

    Brahms, Johannes. Klaviertrio C-Dur, op. 87

    Brahms, Johannes. Violinsonate G-Dur, op. 78

    Joachim, Joseph. Ungarisches Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 11

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Violinkonzert D-Dur (Präzisierung nicht möglich)

    Reger, Max. Violinsonate d-Moll, op. 42 Nr. 1

    Reger, Max. Sonate für Violine solo a-Moll, op. 91 Nr. 1

    Reger, Max. Suite im alten Stil F-Dur, op. 93

    Reger, Max. Violinkonzert A-Dur, op. 101

    Reger, Max. Sonate B-Dur, op. 107 (Fassung für Violine und Klavier)

    Reger, Max. Violinsonate c-Moll, op. 139

    Saint-Saëns, Camille. Klaviertrio F-Dur, op. 18

    Smetana, Bedřich. Klaviertrio g-Moll, op. 15

    Tartini, Giuseppe. Violinsonate („Teufelstriller-Sonate“)

    Quellen

    Dokumente


    Archiv der Universität der Künste Berlin:

    Bestand 1 Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung, Specialia Nr. 1516 (1902),

    Bestand 1 Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung, Specialia Nr. 1518 (1904),

    Jahresberichte der Königlichen Hochschule für Musik Berlin



    Literatur


    Artikel „Pászthory, Pálma“. In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). 1929 [verfügbar in wbis – world biographical information system].


    Artikel „Pászthory, Pálma“. In: Kürschners Deutscher Musik-Kalender. Hedwig und Erich Hermann Müller von Asow (Hg.). Berlin: de Gruyter, 1954.


    Artikel „Pászthory-Erdmann, Palma von“. In: Lexikon der Frau. Bd. 2. Zürich 1954 [verfügbar in wbis – world biographical information system].


    Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Preis. Geschichte. Satzung, Wettbewerbsrichtlinien, Preisträger, Stipendiaten. Hg.: Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin. Berlin: Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2001.


    Jerger, Wilhelm. Franz Liszts Klavierunterricht von 1884-1886. Dargestellt an den Tagebuchaufzeichnungen von August Göllerich. Regensburg: Gustav Bosse, 1975.


    Lauer, Hans Erhard. Palma von Pasthory. In: Mitteilungen des Max Reger-Instituts Bonn. 13. Heft (1962), S. 60f.


    Pászthory, Pálma von. Erinnerungen an Max Reger. In: Mitteilungen der Internationalen Max Reger Gesellschaft 5 (2002), S. 10-13.


    Prante, Inka. Die Schülerinnen Joseph Joachims. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Amt des Lehrers, Berlin. Unveröffentlichtes Typoskript, 1999.


    Reger, Elsa. Mein Leben mit und für Max Reger. Leipzig: Koehler & Amelang, 1930.


    Reger, Max. Briefe zwischen der Arbeit. Neue Folge. Ottmar Schreiber (Hg.). Bonn: Dümmler, 1973.


    Stegmüller, Jürgen. Das Streichquartett. Eine internationale Dokumentation zur Geschichte der Streichquartett-Ensembles und Streichquartett-Kompositionen. Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2007.


    Stern, Richard. Was muß der Musikstudierende von Berlin wissen? VI. Jahrgang. Berlin 1914.


    Wasielewski, Wilhelm Joseph von. Die Violine und ihre Meister. Leipzig: Breitkopf & Härtel. 8. verm. Aufl. 1927.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Allgemeine Musikzeitung vom 29. November 1907, S. 811.

    Allgemeine Musikzeitung vom 13. Mai 1910, S. 472.

    Allgemeine Musikzeitung vom 11. November 1910, S. 1036.

    Allgemeine Musikzeitung vom 25. November 1910, S. 1090.

    Allgemeine Musikzeitung vom 9. Februar 1912, S. 153.

    Allgemeine Musikzeitung vom 20. Dezember 1912, S. 1386.

    Allgemeine Musikzeitung vom 21. Februar 1913, S. 252.

    Allgemeine Musikzeitung vom 19. Dezember 1913, S. 1634.

    Allgemeine Musikzeitung vom 21. Januar 1916, S. 32.

    Allgemeine Musikzeitung vom 6. März 1914, S. 319.


    Neue Zeitschrift für Musik 1910, S. 350.

    Neue Zeitschrift für Musik 1910, S. 407f.


    Vossische Zeitung vom 7. März 1903.

    Vossische Zeitung vom 11. November 1905.



    Links


    http://www1.karlsruhe.de/Kultur/Max-Reger-Institut/de

    Im Max-Reger-Institut Karlsruhe werden „Erinnerungen an Max Reger“ von Pálma von Pászthory aufbewahrt (vgl. Werke/Schriften),

    Forschung

    Viele der künstlerischen Tätigkeiten von Pálma von Pászthory fanden im Umfeld ihrer Mutter Gisela von Pászthory und ihres Stiefvaters August Göllerich statt. Es wäre daher zu vermuten, dass die Teilnachlässe von August Göllerich in der Österreichischen Nationalbibliothek und der Anton-Bruckner-Universität in Linz näheren Aufschluss über die künstlerisch-pädagogischen Tätigkeiten und die Biografie der Violinistin geben könnten.

    Der Verbundkatalog Autographe und Nachlässe „Kalliope“ verzeichnet einen Brief von Pálma von Pászthory an Wilhelm Mauke von 1919.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Pálma von Pászthory umfasst sowohl ihre Biografie als auch ihre künstlerischen Tätigkeiten. Über ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang nichts bekannt, ebensowenig über ihre musikorganisatorischen Aktivitäten, von der Organisation von Hausmusikkonzerten bis zur musikalischen Leitung der Münchner Volkshochschule. Die in Kürschners „Deutschem Musik-Kalender“ erwähnten Aufnahmen auf Voxplatten könnten – sofern sie aufzufinden sind – über ihre Interpretationen Aufschluss geben.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 32738720
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116053127
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 23. April 2008


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 28.04.2008


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Pálma von Pászthory“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 28.4.2008.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Pálma_von_Pászthory