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  • Ottilie Metzger-Lattermann

    von Gudrun Föttinger
    Ottilie Metzger-Lattermann als Carmen, Atelier Fr. Groth
    Namen:
    Ottilie Metzger-Lattermann
    Lebensdaten:
    geb. in Frankfurt am Main,
    gest. in Auschwitz,

    Ottilie Metzger wurde laut „Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters“ (Band 7, S. 469) am 15. Juni 1878 geboren. Ebenfalls den 15. Juni nennt ein umfassender Artikel, der 1905 im „Musikalischen Wochenblatt“ erscheint, während das als Standardwerk geltende Sängerlexikon von Kutsch/Riemens den 15. Juli nennt. Ebenfalls Juli wird im „Lexikon der Juden in der Musik“ (S. 185) genannt und auch der 2008 zur Ausstellung „Verstummte Stimmen“ erschienene Katalog nennt den Monat Juli (S. 87). Sie starb im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
    Tätigkeitsfelder:
    Opern- und Liedsängerin (Mezzosopran/Alt), Gesangslehrerin
    Charakterisierender Satz:

    „Eine Fricka, die leidenschaftlich ihr Recht verficht und doch im Ton nie die Göttin verleugnet.“ („Dresdner Anzeiger“ vom 28.01.1918)


    Profil

    Ottilie Metzger-Lattermann zählte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den herausragenden Altistinnen Deutschlands und war insbesondere als Wagner-Interpretin sehr gefragt. Von 1901 bis 1912 wirkte sie bei den Bayreuther Festspielen u. a. als Erda, Waltraute und 2. und 3. Norn mit. In ihrem Stammhaus, dem Hamburger Stadttheater, wurde sie 1910 neben Enrico Caruso als Carmen gefeiert. Sie wirkte bei zahlreichen Ur- und Erstaufführungen mit, so in Hamburg 1905 bei Siegfried Wagners „Bruder Lustig“, 1908 bei Leo Blechs „Versiegelt“ und 1909 bei Eugène d’Alberts „Izëyl“. Unter Gustav Mahlers Leitung übernahm sie bei der Uraufführung der 8. Symphonie (München, 12.09.1910) die 1. Altpartie des 1. Teils sowie die Partie der „Mulier Samaritana“ des 2. Teils. Bereits ab 1902 wurde sie wiederholt ans Covent Garden Opera House eingeladen, wo sie u. a. bei den englischen Erstaufführungen von Richard Strauss’ „Salome“ und „Elektra“ mitwirkte. Neben Tourneen durch die USA, wo sie hauptsächlich Wagner-Rollen sang, aber auch die amerikanischen Erstaufführungen von Wilhelm Kienzls „Der Evangelimann“ und Eugène d’Alberts „Die toten Augen“ mitgestaltet, brillierte sie schliesslich während ihres letzten festen Engagements an der Dresdner Hofoper vor allem in Wagner-, Verdi- und Strauss-Rollen. Neben ihrer Bühnentätigkeit pflegte sie ein breit gefächertes Lied-Repertoire mit berühmten Begleitern wie Richard Strauss, Hans Pfitzner, Otto Klemperer und Karl Pembaur. Nach ihrem Bühnenabschied 1925 war sie ab 1927 als Gesangspädagogin in Berlin tätig, ab 1933 waren ihr als Jüdin nur noch Auftritte beim Jüdischen Kulturbund möglich. 1939 ging sie nach Belgien ins Exil, wo sie 1942 verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurde.

    Orte und Länder

    Ottilie Metzger debütierte 1898 in Halle an der Saale. Es folgten Engagements am Opernhaus Köln (1900-1903) sowie von 1903-1915 am Hamburger Stadttheater (heute Hamburger Staatsoper) und von 1918-1922 an der Sächsischen Hofoper (später Staatsoper) Dresden. 1901-1904 und 1912 trat sie bei den Bayreuther Festspielen auf. Ab 1902 war sie häufiger Gast am Covent Garden Opera House in London. 1912/13 gastierte sie in Brüssel am Théâtre de la Monnaie und 1916 in Amsterdam. Dazwischen unternahm sie 1914/15 eine ausgedehnte Nordamerika-Tournee mit ihrem Ehemann Theodor Lattermann, die sie 1922 bis 1924 mit Leo Blechs German Opera Company wiederholte. 1920 war sie zu Gast in Oslo, 1921 in Barcelona am Teatro Liceo. Zuletzt lebte sie in Berlin und Belgien.

    Biografie

    Ottilie Metzger wurde am 15. Juni 1878 in Frankfurt am Main geboren. Sie war die älteste Tochter von Ludwig Metzger, Journalist und Redakteur beim „Berliner Tageblatt.“ Über die Mutter, Rosa Metzger, ist nichts Näheres bekannt.

    Laut Emil Krause (Krause 1905, S. 507) wagte sich Ottilie Metzger 1893, bereits mit fünfzehn Jahren und damit vor ihrem eigentlichen Gesangsstudium, an ein erstes eigenes Konzert in Berlin. Mit sechzehn unternahm sie in Berlin erste Gesangsstudien bei Ottilie Hey, der Tochter des berühmten Musikpädagogen Julius Hey, allerdings ohne grossen Erfolg: „Dieselben erzielten bei dem sehr lebhaften Temperament der Künstlerin jedoch kein erfreuliches Ergebnis. Vielleicht war ein frühzeitiges Streben und die Unkenntnis der schweren Aufgabe der Grund des wenig ergiebigen Resultats.“ (Krause 1905, S. 506).


    1895 trat sie ins Stern’sche Konservatorium in Berlin ein und wurde Schülerin der Gesangspädagogin Selma Nicklaß-Kempner (1850-1928). Ihre darstellerische Ausbildung erhielt sie ebenfalls in Berlin bei Emanuel Reicher (1849-1924).

    Ihre Bühnenlaufbahn begann 1898 am Stadttheater Halle, an dem sie mit der kleinen Rolle des Pagen in Richard Wagners „Lohengrin“ debütierte. Bereits am folgenden Tag sang sie die Azucena im „Troubadour“ (Verdi) und wenig später die Fricka in der „Walküre“ (Wagner). Bereits in diesen Anfangstagen ihrer Bühnentätigkeit zeichnete sich ihr zukünftiges Fach und Repertoire ab.


    Vor ihrem nächsten dreijährigen Engagement am Opernhaus in Köln von 1900 bis 1903 nahm sie weiteren Gesangsunterricht in Berlin, diesmal bei Georg Vogel. 1902 heiratete sie den Schriftsteller Clemens Froitzheim und führte fortan bis zur Scheidung 1908 den Doppelnamen Metzger-Froitzheim. Mit Gastauftritten in Berlin und Wien (1901) sowie Wiesbaden und München (1903) festigte sie ihren Ruf und baute ihre Stimme zunehmend auf das „deutsche Fach“ hin aus. Noch in Köln engagiert, wurde sie 1901 erstmals für die Mitwirkung als Floßhilde und Grimgerde bei den Bayreuther Festspielen „herangezogen“, wie es im „Praktischen Handbuch für Festspiel-Besucher“ heißt. Ein Jahr nach ihrem ersten Auftritt in Bayreuth debütierte sie in London am Royal Covent Garden Opera House und war fortan häufig dort zu Gast, vorwiegend mit Wagner-Partien u.a. aus dem „Ring des Nibelungen“, mit der Partie der Magdalene aus den „Meistersingern“ und als Brangäne aus „Tristan und Isolde.“

    Bei aller Bewunderung für Bayreuth war sich Ottilie Metzger-Froitzheim auch ihrer Leistungen und Fähigkeiten bewusst und stritt mit Cosima Wagner darum, die umfangreicheren Rollen der Waltraute und Erda bei den Festspielen 1904 übernehmen zu können, nachdem sie bereits 1902 dort nochmals Floßhilde und Schwertleite sowie eine Norn gesungen hatte. Es gelang ihr schließlich, und die Kritiken fielen durchwegs positiv aus. Allerdings sind die Auftritte von Ottilie Metzger-Froitzheim in Bayreuth aufgrund der ungenauen, fehlenden, geänderten oder sich widersprechenden Angaben bei den Besetzungen schwer nachzuzeichnen.

    1904 sprang sie für Ernestine Schumann-Heink, eine der führenden Altistinnen der Zeit, die vermutlich indisponiert war, im „Parsifal“ ein. (Mack 1980, S. 661). Einige Zeitungen berichteten zudem von einer „Götterdämmerungs-Aufführung“ in Doppelbesetzung der Rolle der Waltraut. Nach den im Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung in Bayreuth vorhandenen Dokumenten lassen sich folgende Auftritte nachweisen: 1901 Floßhilde, Grimgerde, Altsolo; 1902 Floßhilde, Grimgerde, Altsolo und eine Norn; 1904 Erda, Waltraute, Altsolo; 1912 Floßhilde, Grimgerde, eine Norn und Waltraute.

    1903 gastierte sie unter anderem in Magdeburg, in Köln als Carmen (Liederabend) sowie in Mannheim, wo sie mit der Arie der Andromache aus Max Bruchs Oratorium „Achilleus“ und Liedern von Schubert, Weber und Rubinstein in einem Konzert des „Liederkranz“ wahrhafte Stürme des Beifalls entfesselte. In Brüssel begeisterte sie das Publikum im selben Jahr mit Arien von Bach und Händel. In Berlin gab sie 1903 im Beethovensaal einen Liederabend vorwiegend aus der Feder von Hugo Wolf, über den ein Kritiker schreibt: „Das machtvolle, tiefdunkle Organ überflutet den Hörer mit Wohllaut; die Künstlerin versteht auch zu gestalten, hat Temperament, oft sogar mehr, als für Liedervortrag notwendig erscheint.“ (Die Musik II. Jg. Nr.14, 1903, S. 154)


    In der Zeit von 1903 bis 1915 war Ottilie Metzger-Lattermann als Nachfolgerin von Ernestine Schumann-Heink festes Ensemblemitglied des damaligen Hamburger Stadttheaters, der heutigen Staatsoper, und legte von hier aus den Grundstein für ihre Karriere. Man feierte sie als Carmen oder Amneris neben Enrico Caruso oder als Orpheus neben Lotte Lehmann in Glucks „Orfeo ed Euridice“, sie war in den Partien der Klytämnestra, Fricka, Waltraute und Dalila zu hören. Ein Rollenfoto, das sie als Fidès in Meyerbeers „Le Prophète“ zeigt, belegt ihre Gestaltung auch dieser Rolle. Sie sang bereits große Rollen auf bedeutenden Bühnen, und die Verbindung nach Bayreuth wirkte für Ottilie Metzger fort, als Siegfried Wagner am 13. Oktober 1905 seine Oper „Bruder Lustig“ im Hamburger Stadttheater zur Uraufführung brachte. Eine Hamburger Kritik berichtete, dass „in Frau Metzger-Froitzheim […] die Rolle der Urme eine prächtige Vertreterin“ erhielt (Pfohl 1905, S. 747).

    1908 sowie 1909 wirkte sie in Hamburg jeweils in der Uraufführung von Leo Blechs „Versiegelt“ sowie Eugène d’Alberts „Izëyl“ mit. Unter Gustav Mahlers Leitung übernahm sie bei der Uraufführung der 8. Symphonie (München, 12.09.1910) die 1. Altpartie des 1. Teils sowie die Partie der „Mulier Samaritana“ des 2. Teils.

    In Sir Thomas Beechams Antrittssaison 1910 am Covent Garden Opera House sang sie am 3. März für Anna Bahr-Mildenburg die Rolle der Klytämnestra in der äußerst erfolgreichen englischen Erstaufführung von Richard Strauss’ „Elektra“. Im Herbst desselben Jahres wirkte sie ebenfalls in der englischen Erstaufführung von „Salome“ als Herodias unter Sir Thomas Beecham (mit Aïno Ackté als Salome, Clarence Whitehill als Jochanaan und Ernst Kraus als Herodes) mit. Im Januar 1911 gelang ihr in London zudem ein triumphaler Erfolg mit der Rolle der Carmen. Die Aufführungen waren weit im Voraus ausverkauft und wurden stürmisch gefeiert.


    Noch in Hamburg engagiert, übernahm sie in der Saison 1912/13 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel Partien in Wagners „Ring des Nibelungen“. In der Zwischenzeit wurde sie zum „Officier de l’Académie“ unter Verleihung der Palmen ernannt. Dies erwähnt jedoch nur der „Bayreuther Festspielführer“ von 1912, das Jahr, in dem sie letztmalig nach Bayreuth zurückkehrte und trotz ihres internationalen Renommees wieder mit der Festspielleitung darum kämpfen musste, nicht als „II. Kraft abgestempelt“ zu werden (vgl. Ottilie Metzger an die Verwaltung der Bühnenfestspiele Bayreuth. Hamburg. 3. Oktober 1911).

    1910 heiratete sie in zweiter Ehe den gleichfalls an der Hamburger Oper wirkenden (jüdischen) Bariton Theodor Lattermann (29.07.1880 – 04.03.1926), der am 23. Januar 1914 bei der Hamburger Erstaufführung des „Parsifal“ als Gurnemanz „einen starken Eindruck“ hinterließ (Jefferson (1991), S. 53). Am 17. Juni 1911 kam ihre Tochter Susanne Leonore zur Welt, die später ebenfalls Sängerin wurde.


    Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde - wenn überhaupt weitergespielt wurde - an vielen Häusern gegen meist zur Hälfte gekürzten Gagen gesungen, so auch in Hamburg. Nach der Spielzeit 1914/15 wurde Sabine Kalter ihre Nachfolgerin in Hamburg und Ottilie Metzger-Lattermann und ihr Mann unternahmen gemeinsam eine ausgedehnte Nordamerika-Tournee, wo sie u. a. unter Josef Stransky mit der New York Philharmonic Society in Toronto Arien aus Richard Wagners „Rienzi“ und Camille Saint-Saëns „Samson et Dalila“ mit großem Erfolg sang, bevor sie 1916 als Brangäne in Amsterdam gastierte und in Frankreich am 21. November 1916 im von deutschen Truppen besetzten Lille zusammen mit dem Tenor Max Lipmann bei Wilhelm Furtwänglers einzigem Dirigat von Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ sang. Ottilie Metzgers Publikum bestand fast ausschließlich aus deutschem Militär. Begleitet von Richard Strauss am Klavier, bestritt sie Liederabende am 30.10.1916 in Hamburg, am 2.11.1916 in Berlin und am 3.11.1916 in Breslau. Unter Strauss’ Dirigat wirkte sie 1917 als Klytämnestra: am 24. Mai in Bern sowie am 26., 28. und 29.5. in Zürich.

    Vom 1. August 1918 bis Ende der Spielzeit 1921 erhielt sie wieder ein festes Engagement an der Dresdner Hofoper (die ab 1918 zu „Staatsoper“ umbenannt worden ist). Im ersten Jahr übernahm sie dort die Rollen der Herodias aus Richard Strauss‘ „Salome“ und der Amme aus „Die Frau ohne Schatten“ unter der Leitung von Fritz Reiner. Im Verlauf ihres Dresdner Engagements erarbeitete und festigte sie ein umfangreiches Repertoire. Mit Brangäne, Erda, Fricka, Waltraute, Ortrud, Magdalene, Mary und Adriano ist vor allem Wagner stark vertreten. Als Amneris, Magdalena, Azucena und Ulrica pflegte sie ihr Verdi-Repertoire. Desweiteren trat sie in Dresden u. a. als Carmen (1918/1920), Magdalena in Wilhelm Kienzls „Evangelimann“ (1918/20), als Gräfin in Albert Lortzings „Wildschütz“ (1918) und als Lucia in Pietro Mascagni „Cavalleria rusticana“ (1920) auf.


    1920 war sie zu Gast in Oslo, 1921 am Teatro Liceo in Barcelona, am 3. Juni 1922 gastierte sie nochmals an der Hamburger Staatsoper in der Roller der Amme aus Richard Strauss‘ „Die Frau ohne Schatten“ Doch es zog sie in den bereits ideologisch enger werdenden Zeiten erneut in die USA. Mit der German Opera Compagny Leo Blechs (1871–1958) und Eduard Mörikes (1877–1929) ging sie mit ihrem Mann von 1922 bis 1924 wieder auf Tournee. Bei weiteren Auftritten in Boston, Baltimore, Chicago, Philadelphia und New York sang sie fast ausschließlich Wagner-Rollen: Erda, Waltraute, Fricka, Floßhilde, Erste Norn, eine Walküre und die Brangäne an der Seite von Marie Lorentz-Hoellischer, Alexander Kipnis und Jacques Urlus, dem Siegmund aus Bayreuther Tagen 1912. Trotz ihres Rufs als exzellente Wagner-Sängerin wurde sie 1924 nicht nach Bayreuth zur Wiedereröffnung eingeladen, obwohl eine Wiederaufnahme des „Ring“ geplant war. Ab 1927, mit 49 Jahren, betätigte sie sich als Gesangspädagogin an ihrer ehemaligen Ausbildungsstätte, dem in jüdischer Tradition stehenden Stern’schen Konservatorium in Berlin. Zu dessen Schülerinnen zählte u.a. Frieda Hempel (1885-1955), die als „des Kaisers [WiIhelm II.] Lerche“ berühmt wurde.


    Neben ihrer intensiven Bühnentätigkeit war Ottilie Metzger-Lattermann auch als Konzertsängerin sehr erfolgreich. Die Zeitschrift „Die Musik“ listet in den Jahren 1902–1915 fast in jeder Nummer mehrfach ihren Namen. Sie bestritt 1910 einen Pfitzner-Liederabend in Prag und wurde dabei durch den Komponisten selbst begleitet. Auch Otto Klemperer begleitete sie am 26. Oktober im Conventgarten in Hamburg und am 9. November 1915 in Frankfurt zu seinen Liedern am Klavier. Im Frühjahr 1919 trat sie mit ihrem Ehemann Theodor Lattermann und dem Pianisten Karl Pembaur in Dresden u. a. mit Schubert-Liedern auf. Für den „Frauenklub Dresden 1910“ gab sie am 3. April 1919 einen Brahms-Liederabend. Als eine Lieblingssängerin des Kaisers Wilhelm II. wurde sie in Berlin auch scherzhaft „Hof-Ottilie“ genannt (Biographisches Handbuch 1983, S. 809).

    Ihre letzten „offiziellen“ öffentlichen Konzerte gab sie 1933 unter den Dirigenten Bruno Walter in Berlin und Otto Klemperer in Dresden. Eine Mitgliedschaft bei der Reichsmusikkammer (Mitgliedsnummer 11399) war obligatorisch. Beim Jüdischen Kulturbund gab sie zwischen 1935 und 1937 noch einige Konzerte, unter anderem mit einem Repertoire, das dem in der Ausstellung „Entartete Musik“ 1938 gebrandmarkten entsprach: Neben klassischem Liedrepertoire sang sie auch „Negro-Spirituals“ und jüdische Lieder. Kurz vor Kriegsausbruch am 20. Juli 1939 gelang ihr die Flucht ins Exil nach Brüssel, wohin bereits ihre Tochter emigriert war. Sie lebte von den kärglichen Einnahmen als Gesangspädagogin. Von der Gestapo war sie auf eine Liste „gefährlicher Personen“ gesetzt worden. Kaiser Wilhelm II. soll sich aus dem Exil heraus über die Reichskulturkammer für sie eingesetzt haben. Vergeblich (Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933). Nach der Besetzung Belgiens durch die deutschen Truppen im Mai 1940 wurde sie 1942 auf offener Straße verhaftet und am 10. Oktober 1942 mit dem 13. Transport – Nr. 66 ab Mechelen (Malines) nach Auschwitz deportiert. Ottilie Metzger ist dort am 12. Oktober angekommen, jedoch gibt es dort keine Stammnummer und auch keine Todesakte von ihr. Als 64-jährige Frau hat sie vermutlich die Selektion in Auschwitz nicht überstanden und wurde erst gar nicht mehr registriert sondern sehr wahrscheinlich gleich ermordet. (Vgl. Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (www.bundesarchiv.de) und Jens Leder, „Ottilie Metzger-Lattermann (1878-1942)“, in: Sie waren unsere Nachbarn. Jüdisches Leben in Teltow bis 1945. Hrsg. von Gabriele Bergner und Jens Leder. Teltow: Teltower Stadt-Blatt, 2011, S. 69-84.)

    Würdigung

    Als Nachfolgerin von Ernestine Schumann-Heink (1861-1936) im Hamburger Ensemble war es für Ottilie Metzger nicht immer leicht, aus deren Schatten herauszutreten, auch wenn der Hamburger Kritiker-Papst der Epoche schwärmt, dass sie auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit fast eine Schumann-Heink vergessen machen konnte.

    Von ihren Auftritten 1904 in Bayreuth existiert im Bayreuther Archiv eine Tonaufnahme, die während der legendären Aufnahmesitzungen im „Hotel Sonne“ entstand. Von diesem Rheintöchter-Terzett mit ihr als Floßhilde schwärmt Jürgen Kesting: „Es ist ein höchst-wertiges Beispiel für Ensemble-Singen mit feiner Klangsabstimmung, die nur möglich ist durch die präzise tonliche Definition der Stimmen. Nichts von dem schrillen Gekeife vieler heutiger Bayreuther Aufführungen.“ (Kesting 1986, S. 811). Trotz ihres großen Stimmumfangs ist Ottilie Metzgers kräftige Stimme eher in den Tiefen zu Hause. Ihr Alt hat durch dunkel artikulierte Vokale und weiche Konsonanten etwas Düsteres. Die Tempi wirken zuweilen etwas schleppend, die Sprünge wenig agil. Ihr musikalischer Gestus hat etwas betont dramatisch.

    Viele Kritiker aus der Zeit schwärmen zwar für ihren Registerumfang: „Seit den Tagen der Moran-Olden haben wir hier keine Sängerin gehört, die die Alt- und Sopranskala mit gleicher Vollendung beherrscht und in beiden Registern gleich hervorragende Wirkungen vollbringt.“ (J. Schink, Die Musik VIII, 11, 1908/1909).

    Im Gegensatz zu Ernestine Schumann-Heink war sie jedoch stimmlich weniger agil, eher gemessen und beinahe statisch. „Sie singt untadelig, mit schöner Linie und gut versammeltem Ton. Am ausdrucksvollsten ist sie in ruhiger und getragener Musik: In der Bitte an die Furien aus Glucks ‘Orfeo‘ (Wiener Fassung, 1762), in ‘Re dell’abisso‘ aus ‚Ballo‘ oder in Erdas ‚Weiche, Wotan‘. Auch Erdas Musik aus ‚Siegfried‘ hat man selten besser, konzentrierter gesungen gehört.“ (Kesting, ebd.).

    Ottilie Metzger-Lattermann hat sich neben dem klassischen Repertoire auch sehr um die Verbreitung von zeitgenössischen Kompositionen verdient gemacht und bei zahlreichen Ur- und Erstaufführungen, zum Teil unter Beteiligung des Komponisten selbst, mitgewirkt (Siegfried Wagner, Gustav Mahler, Otto Klemperer, Richard Strauss).

    Rezeption

    Ottilie Metzger-Lattermann war in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts neben Sabine Kalter und Luise Geller-Wolter eine der führenden deutschen Altistinnen. In der Uraufführung von Siegfried Wagners „Bruder Lustig“ nahm sie sie sich der Rolle der Hexe „mit der ganzen Energie ihrer künstlerischen Persönlichkeit und der Fülle ihres ungewöhnlichen Könnens an“, wie das „Musikalische Wochenblatt“ berichtete (Pfohl 1905, S. 747). Auch die Bayreuther Kritiken sahen in ihr eine „würdige Nachfolgerin“ der langjährig in Bayreuth wirkenden Ernestine Schumann-Heink, und die Dresdner Presse schätzte sie in ihrer Dresdner Zeit als „überlegene wagnerianische Stilkünstlerin“.

    Heute ist sie fast gänzlich in Vergessenheit geraten, nur bei wenigen Opernenthusiast(inn)en ist Ottilie Metzger nach ihrem tragischen Tod in Erinnerung geblieben.

    Als am 23. Juli 1998, zwei Tage vor der Premiere des „Fliegenden Holländers“ bei den Bayreuther Festspielen, unterhalb des Festspielhauses im idyllisch angrenzenden Park eine Gedenktafel für zwei jüdische Sängerinnen enthüllt wurde, titelte die Lokalzeitung mit einem Zitat des damaligen Festspielleiters Wolfgang Wagner, dem Enkel Richard Wagners: „Ein Zeichen, mit dem noch nichts erledigt ist.“ Die Tafel erinnert an Ottilie Metzger-Lattermann (1901–1904; 1912) und Henriette Gottlieb (1927–1930). Mit Unterstützung der Stadt sowie der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth hatte Festspielleiter Wolfgang Wagner laut Lokalblatt „die Nachforschungen mit allen ihm zugänglichen Informationen“ gefördert. [siehe Foto in der Materialsammlung]

    Es war das Verdienst des Historikers Hannes Heer, des Musikjournalisten Jürgen Kesting sowie des gebürtigen Bayreuthers Peter Schmidt (Gestaltung), die „Vertreibung der ‚Juden’ aus der Oper“ zu erforschen und 2006 in einer Ausstellung in Hamburg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu haben. Die Ausstellung mit dem Titel „Verstummte Stimmen“ wurde seither an zahlreichen Orten Deutschlands mit großem Erfolg gezeigt, unter anderem in Dresden 2011, einer wichtigen Station von Ottilie Metzger-Lattermann. Auch Bayreuth als Ausstellungsort ist bereits angefragt. Ein Ausstellungskatalog und eine CD-Edition tragen mit Text-, Bild- und Tonbeispielen dazu bei, dem einer Ausstellung stets inhärenten Element des Ephemeren entgegenzuwirken und die Forschungsergebnisse dauerhaft zu dokumentieren.

    Zudem hat der Kölner Künstler Gunter Demnig in seinem bundesweiten Projekt „Stolpersteine“ bereits 2002 in Hamburg auch vor der Staatsoper mit einem Gedenkstein zur Erinnerung an Ottilie Metzger-Lattermann beigetragen und sie dem Vergessen entrissen.

    In Halle an der Saale, der Stadt ihres ersten festen Engagements, erinnert heute ein Ottilie-Metzger-Weg an die jüdische Sängerin.

    Repertoire

    Nachstehende Opernrepertoire-Liste wurde anhand der gesichteten Quellen aus Archiven und Hinweisen aus der Literatur erstellt.


    Eugène d’Albert: Die toten Augen – Maria von Magdala

    George Bizet: Carmen – Carmen

    Christoph Willibald Gluck: Orfeo ed Euridice – Orfeo

    Engelbert Humperdinck: Hänsel und Gretel – Gertrud

    Wilhelm Kienzl: Der Evangelimann – Magdalena

    Albert Lortzing: Der Wildschütz – Gräfin

    Gustav Mahler: 8. Symphonie (Es-Dur) – 1. Altpartie des 1. Teils und Mulier Samaritana des 2. Teils (UA)

    Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana – Lucia

    Giacomo Meyerbeer: Le Prophète – Fides

    Camille Saint-Saëns: Samson et Dalila – Dalila

    Johann Strauss: Der Zigeunerbaron – Czipra

    Richard Strauss: Die Frau ohne Schatten – Die Amme

    Richard Strauss: Salome – Herodias

    Richard Strauss: Elektra – Klytemnästra

    Giuseppe Verdi: Aida – Amneris

    Giuseppe Verdi: Il Trovatore – Azucena

    Giuseppe Verdi: Un ballo in maschera – Ulrica

    Giuseppe Verdi: Rigoletto – Maddalena

    Richard Wagner: Rienzi – Adriano

    Richard Wagner: Der fliegende Holländer – Mary

    Richard Wagner: Lohengrin – Ortrud

    Richard Wagner: Tristan und Isolde – Brangäne

    Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg – Magdalene

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen – Flosshilde, Fricka, Grimgerde, Waltraute, Erda, 1. Norn

    Richard Wagner: Parsifal – Altsolo

    Siegfried Wagner: Bruder Lustig – Urme


    Ihr Liedrepertoire erstreckte sich von der klassischen Romantik bis hin zu neuen Werken und umfasste unter anderen Werke von Johannes Brahms, F. Fleck, Otto Klemperer, Hans Pfitzner, A. Rubinstein, Franz Schubert, Richard Strauss, Richard Wagner, Carl Maria von Weber und Hugo Wolf.

    Quellen

    Archive:

    Bayreuth. Richard-Wagner-Museum mit Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, Bayreuth (www.wagnermuseum.de). Bilder, Tondokumente, Rezensionen, Theaterzettel, Programmhefte, Briefe und Vertragsunterlagen (Signatur: NA V A 21-6-1 bis -12).


    Berlin. Bundesarchiv (www.bundesarchiv.de) enthält Namensliste „nichtarischer“ Musiker mit Mitgliedsnummern in der RMK 1935 (Sign.: R 56 II/15), Reichskulturkammerakte (Sign.: ehem. BDC, RK H 106, Bild-Nr. 2382 ff.).


    Berlin. Bundesarchiv (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/) enthält Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945).


    Berlin. Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin. Ein Karton m.U. mit Zitaten. Verfasser: Ottilie Metzger und Theodor Lattermann. Würzburg, 24.09.1916 (Signatur: Slg. Unruh; Inventarnummer: A 3574).


    Dresden. Historisches Archiv der Sächsischen Staatsoper Dresden (www.semperoper.de). Besetzungslisten, Programmhefte [mit Privatbildern mit Ehemann und Tochter], Kritiken, Theaterzettel und Bilder.


    Hamburg. Archiv der Hamburger Staatsoper (Dramaturgie): nur vereinzelt Bilder und Besetzungslisten, da in beiden Weltkriegen zerbombt.


    Hamburg. Hamburger Theatersammlung in der Fachbereichsbibliothek Sprache, Literatur, Medien. Ein Schreiben von Ottilie Metzger aus Berlin an Paul Alexander Kleimann (1863-1934; Theaterkritiker; Schriftsteller) 12.10.1932 sowie eine Karte aus Köln mit Widmung an Unbekannt vom 28.01.1901 (Signatur: 62) sowie sämtliche Besetzungszettel aus der in Frage kommenden Zeit am Stadttheater Hamburg auf Mikrofilm.


    Kiel. Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel. Schreiben von Ottilie Metzger aus Hamburg an Gustav Frenssen (1863 – 1945; Schriftsteller, evangelischer Theologe, Pfarrer) in Barlt/Holstein. 1912 (Signatur: Cb 21.56: 1043. 01).


    Köln. Theaterwissenschaftliche Sammlung / Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft Universität zu Köln. Zwei Schreiben von Ottilie Metzger an Georg Altmann (Regisseur) in Berlin. 12.12.1926 und 22.12.1930 (Signaturen Au 7486).


    Lübeck. Stadtbibliothek der Hansestadt Lübeck. Ein Schreiben von Ottilie Metzger aus Hamburg an Unbekannt vom 08.02.1912 (Signatur: Autographensammlung Hennings: Blaue Kartons).


    München. Bayerische Staatsbibliothek München. Zwei Schreiben von Ottilie Metzger an Albert Gutmann (Musikverleger und Konzertagent) 1906 (Signatur: Gutmanniana I.).


    Stuttgart. Landesarchiv Baden-Württemberg. Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Schreiben von Ottilie Metzger-Lattermann an den Intendanten des Stuttgarter Hoftheaters Joachim zu Putlitz (Bestellsignatur: Q 3/13 Bü 73; http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-122565).



    Nachschlagewerke:


    Dahlhaus, Carl und Sieghart Döhring (Hg.). Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Oper, Operette, Musical, Ballett. 7 Bände. München, Zürich: Piper, 1986-1997.


    Fetthauer, Sophie. Artikel „Ottilie Metzger-Lattermann.“ In: Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit. Hg. von Claudia Maurer Zenck und Peter Petersen unter Mitarbeit von Sophie Fetthauer. Universität Hamburg, seit 2005. http://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00000991 (2006, aktualisiert am 27. Mai 2010).


    Kutsch, Karl-Josef und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. Unter Mitwirkung von Hansjörg Rost. 7 Bände. München: K. G. Saur, 2003.


    Kesting, Jürgen. Die großen Sänger. Band 2. Düsseldorf: Claassen, 1986.


    Kesting, Jürgen. Die großen Sänger des 20. Jahrhunderts. München: Cormoran, 1993.

    Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945. Band II / Teil 2: L-Z. Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hg.). München u. a.: Saur, 1983, p. 809.



    NS-Publikationen:


    Lexikon der Juden in der Musik. Mit einem Titelverzeichnis jüdischer Werke. Zusammengestellt im Auftrag der Reichsleitung der NSDAP auf Grund behördlicher, parteiamtlich geprüfter Unterlagen, bearbeitet von Dr. Theo Stengel, Referent in der Reichsmusikkammer, in Verbindung mit Dr. habil. Herbert Gerigk, Leiter der Hauptstelle Musik beim Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP. (= Veröffentlichungen des Instituts der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage Frankfurt a. M., Bd. 2). Berlin: Bernhard Hahnefeld Verlag, 1940. [Reprint in: Weissweiler, Eva. Ausgemerzt! Das Lexikon der Juden in der Musik und seine mörderischen Folgen. Köln: Dittrich, 1999.]


    Brückner, Hans und Rock, Christa Maria (Hg.). Judentum und Musik – mit einem ABC jüdischer und nichtarischer Musikbeflissener. München: Brückner, 1938. (3. Auflage).


    Fritsch, Theodor. Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des jüdischen Volkes. 39. Auflage (181. bis 200. Tausend). Leipzig: Hammer-Verlag, 1935.


    Stengel, Theo. „Getarnte Musikjuden.“ In: Die Musik. Jg. 30, Nr. 4. Januar 1938. S. 247-248.



    Sekundärliteratur:


    U.B. „’Ein Zeichen, mit dem noch nichts erledigt ist.’ Gedenktafel enthüllt: Erinnerung an zwei jüdische Sängerinnen.“ In: Nordbayerischer Kurier. 24. Juli 1998. S. 11.


    Chevalley, Heinrich. Hundert Jahre Hamburger Stadt-Theater. Hg. von der Hamburger Stadt-Theater-Gesellschaft. Hamburg: von Broschek, 1927.


    Ch[evalley], H[einrich]. „Feuilleton. Stadt-Theater. Die Uraufführung von Siegfried Wagners ‚Bruder Lustig’“. In: Hamburger Fremdenblatt. o.D. [1905].


    Föttinger, Gudrun. „Spurensuche in Bayreuth. Ottilie Metzger und Henriette Gottlieb – Jüdische Lebenswelt bei den Bayreuther Festspielen“. In: Musikgeschichten – Vermittlungsformen. Festschrift für Beatrix Borchard zum 60. Geburtstag. Martina Bick, Julia Heimerdinger, Krista Warnke (Hg.). (= Musik – Kultur – Gender, Bd. 9). Köln [u.a.]: Böhlau, 2010. S. 129-146.


    Hannes Heer, Jürgen Kesting und Peter Schmidt. Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945. Berlin: Metropol, 2008.


    Jefferson, Alan. Lotte Lehmann. Eine Biographie. Zürich: Schweizer Verlagshaus, 1991.


    Kater, Michael H. Never sang for Hitler. The life and times of Lotte Lehmann, 1888 – 1976. Cambridge [u.a.], Cambridge Univ. Press, 2008.


    Krause, Emil. „Ottilie Metzger-Froitzheim.“ In: Musikalisches Wochenblatt. Jg. XXXVI. No. 26 (29. Juni 1905). S. 506-507.


    Kondelik, Vicki. “Meta Seinemeyer in the United States: The Wagnerian Opera Festival of 1923”. In: The Opera Quarterly. Vol. 20. No. 3. Summer 2004. S. 396-421.

    Lucas, John. Thomas Beecham. An obsession with music. Woodbridge, Boydell, 2008.

    Mack, Dietrich (Hg.). Cosima Wagner. Das zweite Leben. Briefe und Aufzeichnungen, 1883-1930. München/Zürich: Piper, 1980.


    Leder, Jens. „Ottilie Metzger-Lattermann (1878-1942)“. In: Sie waren unsere Nachbarn. Jüdisches Leben in Teltow bis 1945. Hrsg. von Gabriele Bergner und Jens Leder. Teltow: Teltower Stadt-Blatt, 2011, S. 69-84.


    Pfohl, Ferdinand. „’Bruder Lustig’ von Siegfried Wagner. Uraufführung im Stadttheater am 13. Oktober 1905“. In: Musikalisches Wochenblatt. Jg. XXXVI. No. 42 (19. Oktober 1905). S. 746-747.


    Reid, Charles. Thomas Beecham. An independent biography. London, Gollancz, 1961.

    Scott, Michael. The record of singing. Volume Two: 1914 to 1925. London: Duckworth, 1979.


    Steane, J. B. Artikel “Metzger-Lattermann, Ottilie.” In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Bd. 16. Stanley Sadie, John Tyrrell, George Grove (Hg.). 2. erw. und verb. Aufl. London, New York: Macmillan, Grove, 2001. S. 541-542.


    Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945. Eine Ausstellung von Hannes Heer, Jürgen Kesting und Peter Schmidt. Berlin: Metropol, 2008.


    Wild, Friedrich. Praktisches Handbuch für Festspiel-Besucher. Unter Mitwirkung von Eduard Reuss, Mor[itz]. Wirth, Max Chop, August Göllerich, Prof. Dr. Hermann Kretzschmar. Leipzig: Constantin Wild’s Verlag, 1901. S. 14.


    Wulf, Stefan. „Jüdische Künstler an der Hamburger Oper“. In: Die Juden in Hamburg 1590-1990. Wissenschaftliche Beiträge der Universität Hamburg zur Ausstellung „Vierhundert Jahre Juden in Hamburg“. Arno Herzig, Saskia Rohde (Hg.). Hamburg: Dölling & Galitz, 1991, S. 311-321.



    Links:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Ottilie_Metzger-Lattermann

    http://www.isoldes-liebestod.info/Brangaene/MetzgerLattermann.htm

    http://www.cantabile-subito.de/Contraltos/Metzger__Ottilie/metzger__ottilie.htm

    http://www.halleforum.de/hallenser.php?op=inview&cat=4

    http://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00000991

    http://www.verstummtestimmen.de

    http://www.bmlo.lmu.de/Q/PND=116957468

    Forschung

    Siehe Angaben zu Archiven unter der Rubrik Quellen Ausstellungsprojekt Bayreuth „Verstummte Stimmen“.

    Forschungsbedarf

    Im Zuge der Recherchen konnte kein konkreter Nachweis zu Ottilie Metzger-Lattermanns Deportation und Tod in Auschwitz ermittelt werden. Eine Anfrage an das dortige Dokumentationszentrum läuft, eine Antwort steht noch aus.

    Auch eine Auswertung der im Archiv der Hamburger Staatsoper vorhandenen Materialien und eine detaillierte Recherche ihrer USA-Tourneen stehen noch aus. Eine Diskografie und Digitalisierung der nicht unbeträchtlichen Aufnahmen Ottilie Metzger-Lattermanns ist ein weiteres Desiderat (Tonträger: Grammophone & Typewriter (G&T), His Masters Voice (HMV), Parlophon, Odeon, Edison-Amberola-Zylinder).

    Wenig ist auch bekannt über ihr Liedrepertoire und ihre Konzerttätigkeit. Eine systematische Auswertung der gängigen Musikzeitschriften mit Kritiken und Konzertberichten wäre lohnenswert.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 79632473
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116957468
    Library of Congress (LCCN): no96000084
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Gudrun Föttinger


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 05.09.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Gudrun Föttinger, Artikel „Ottilie Metzger-Lattermann“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 5.9.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Ottilie_Metzger-Lattermann