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  • Olga Bjelke Andersen

    von Lilli Mittner
    Namen:
    Olga Bjelke Andersen
    Varianten: Olga Bjerke, Olga Louise Bjelke Andersen, Olga Louise Bjerke
    Lebensdaten:
    geb. in Christiania / Oslo, Norwegen
    gest. in Drammen, Norwegen
    Tätigkeitsfelder:
    Klavierpädagogin, Komponistin, Dirigentin
    Charakterisierender Satz:

    „I denne forbindelse finder sekretæren at notere og fremhæve den store energi, velvilje og opofrelse fruen hat vist ved sit arbeide i og for orkesteret. Hendes gjerning her har vært av den allerstørste betydning for orkesteret, og vil dets medlemmer altid med varm tak tænke tilbake paa det behagelige samarbeide, og den tid, det havde æren av at have fruen til dirigent“.


    „In diesem Zusammenhang hält es der Sekretär für notwendig, die große Energie, das Wohlwollen und die Aufopferung zu vermerken und hervorzuheben, die diese Frau bei ihrer Arbeit in dem und für das Orchester gezeigt hat. Ihre Tätigkeit war für das Orchester von allergrößter Bedeutung, und dessen Mitglieder werden immer mit warmem Dank zurückdenken an die angenehme Zusammenarbeit und die Zeit, die sie die Ehre hatten, diese Frau zum Dirigenten zu haben.“


    (Protokoll einer Sitzung des Vorstandes des Amateurorchesters in Drammen, in dem der Beschluss festgehalten wurde, dass Olga Bjelke Andersen ihr übergangsweise vertretenes Amt als Dirigentin an den Organisten Arne Eggen abgibt, zitiert nach Søbstadt, 2010).


    Profil

    Olga Bjelke Andersen gehört zu den komponierenden Frauen in Norwegen, die auch nach der Heirat öffentlich als Komponistin wahrgenommen wurden. Als Frau eines Polizeibeamten prägte sie das musikkulturelle Leben der Stadt Drammen. Insbesondere ihr Engagement als Dirigentin und Gründerin eines Amateurorchesters wirkt bis in unsere heutige Zeit nach. Obwohl sie eine der wenigen norwegischen Komponistinnen ist, die mehrfach für Orchesterbesetzung komponierten, wird sie in der norwegischen Musikgeschichtsschreibung nicht erwähnt.

    Orte und Länder

    Nach derzeitigem Kenntnisstand wirkte Olga Bjelke Andersen ausschließlich in ihrem Heimatland Norwegen, dort zunächst in ihrer Geburtsstadt Christiania (Oslo) und spätestens ab 1900 in der nah gelegenen Kleinstadt Drammen.

    Biografie

    Olga Bjelke Andersen wurde am 15. November 1857 als erstes Kind des Händlers Otto Lemmich Bjelke (*1828) und Pauline Anne Elisabeth Wølner Arnesen (*1832) geboren.

    Gemeinsam mit ihrem Bruder (Hjalmar Bjelke *1861) und einem Dienstmädchen lebte die Familie zunächst in der norwegischen Hauptstadt.


    Die Ausbildung bei Erika Lie Nissen und Otto Winter-Hjelm (genauer Zeitraum ist unbekannt) sowie Unterweisung in kompositionstechnischen Fragen (bei Iver Holter Theorie und Gerhard Schjelderup Instrumentation) fiel vermutlich in die Zeit vor der Eheschließung mit Oskar August Andersen (*19. November 1849 in Lillehammer) am 11. Oktober 1880. Die Ehe blieb kinderlos.


    Im Jahr 1883 und 1885 kündigte eine „Fru Olga Andersen“ Klavierunterricht in der Schweigaardsgade 63 in Christiania an (vgl. „Aftenposten“ vom 16. November 1883, 1. Dezember 1883 und 21. April 1885) und die Vermutung liegt nah, dass es sich hier um die verheiratete Olga Bjelke handelt. Offenbar trug sie zunächst als Musiklehrerin und Komponistin zum Lebensunterhalt der Eheleute bei.


    Im Oktober 1896 erschien ihre Debüt-Komposition, ein „Valse Capriccio“, in Zappfes Musikforlag. Während sie in den Volkszählungen von 1875 und 1900 nicht erfasst ist, wird sie in der Zählung 1910 als Olga Louise Bjerke [sic!] Andersen in Drammen wieder sichtbar. Gemeinsam mit einem Dienstmädchen lebte das wohlhabende Polizeimeister-Ehepaar in einem Wohnhaus in der Kirkegate 6.


    Für die Eröffnungsfeier einer großen Ausstellung für Handwerks-, Industrie-, Fabrik- und Landwirtschaftsprodukte („Amtsutstilling for Haandverk-, Industri-, Fabrik- og Landmandsprodukter”), die am 15. August 1901 in Drammen stattfand, komponierte Olga Bjelke Andersen einen Festmarsch. Eine Militärkapelle, die als die beste des Landes galt (2. Brigades Musikkorps), spielte ihre Komposition, die allerdings nicht von ihr selbst dirigiert wurde, sondern vom Leiter der Kapelle, Christian Alme. Im Anschluss daran wurde unter der Leitung des jungen, aufstrebenden Komponisten und Organisten Eyvind Alnæs (1872-1932) eine Kantate für einen 130 Mann starken Männerchor, ebenfalls von Olga Andersen(?), aufgeführt.


    Der Festmarsch von Olga Bjelke Andersen wurde im Arrangement für zwei Klaviere noch im selben Jahr bei Oluf By’s Musikforlag herausgegeben. In großen Zeitungsannoncen wurden regelmäßige Aufführungen des Werks(?) im Central Hotel der Stadt angekündigt (vgl. Søbstad, 2010). Auch im Sommer 1903 wurde das Stück mehrmals von der Militärkapelle aufgeführt und in der Zeitung erwähnt: „Denne iørefaldende Komposition virker overhodet mer anslaaende, for hver gang man hører den, og motoges ogsaa igaar med varmt Bifald.“ („Diese eingängige Komposition wirkt überhaupt schätzenswert mit jedem Mal, das man sie hört, und wurde auch gestern mit warmem Applaus entgegengenommen.“ zitiert nach Søbstad, 2010). Olga Bjelke Andersens Musik war in Norwegen populär. Ob sie als Frau eines Polizeibeamten damit auch Geld verdiente, ist ungewiss.


    In den Jahren 1806 und 1808 schrieb sie die Schauspielmusik zu zwei Märchenkomödien (Stoff von Asbjørnsen und Moe, Textgrundlage Frederikke Bergh) und leitete die Proben und Aufführungen, die jeweils in der Weihnachtszeit am Nationaltheater in Oslo in großen Kindervorstellungen (1200 Besucher) aufgeführt wurden. Beide Stücke, sowohl das am 16. Dezember 1906 unter der Regie von Halfdan Christensen uraufgeführte „Østenfor sol og vesten for måned“ („Östlich der Sonne und westlich des Mondes“) als auch das am 20. Dezember 1908 unter der Regie von Gustav Thomassen uraufgeführte Stück „Prinsesse Rosenrød og de syv Vildænder“ („Prinzessin Rosenrot und die sieben Wildenten“) wurden in der Tagespresse besprochen. Dass dabei auch die Musik explizit erwähnt wurde, ist für Schauspielmusik eher ungewöhnlich und ist ein Zeichen für die Besonderheit des Ereignisses.

    „Nationaltheatret gav igaaraftes som Søndagsforestilling en Jule- og Barnekomedie ,Østenfor Sol og vestenfor Maane‘ af Frederikke Bergh med Musik af Fru Bjelke Andersen.

    Det er en Dramatisering af Asbjørnsens bekjendte Folkeeventyr, - den germaniske Version af Apuleius’ deilge Mythe om Amor og Psyche. Men af Eventyrets Fantasi og Stemning er der i denne Bearbeidelse blevet faare lidet igjen. [...] Heller ikke Musikken og Balleten er der videre ved, - den første er væsentlig Reminisscenser, især fra Grieg, og den sidste har vi selv herhjemme set adskillig bedre. Det hele er altfor fantasi- og humorløst. Og fraset nogle – forøvrigt alt andet end originale. [...] Forresten – ligeover et Stykke som dette faar Kritiken overlades til Bjørnene, for hvem det jo er skrevet“

    („Das Nationaltheater gab gestern Abend als Sonntagsvorstellung eine Weihnachts- und Kinderkomödie ,Øytenfor Sol ig vestenfor Maane‘ von Frederikke Bergh mit Musik von Frau Bjelke Andersen. Es ist eine Dramatisierung von Asbjørnsens bekanntem Volksmärchen, - der germanischen Version von Apuleius’ hübschem Mythos von Amor und Psyche. Aber von der Fantasie und Stimmung des Märchens ist in dieser Bearbeitung wenig übriggeblieben. [...] Auch die Musik und das Ballett können hier nicht weiterhelfen, – erstere sind wesentlich Reminiszenzen, insbesondere an Grieg, und letzteres haben wir selbst hierzulande entschieden besser gesehen. Das ganze ist viel zu fantasie- und humorlos. Und abgesehen von einigen Dingen – übrigens alles andere als originell. [...] Übrigens – bei einem Stück wie diesem wird die Kritik den Kindern überlassen, für die es doch geschrieben ist.“, „Aftenposten“, 17. Dezember 1906, Signatur K. R.)


    Gerade bei ausführlichen, negativen Kritiken stellt sich die Frage, warum ihnen so viel journalistischer Raum eingeräumt wird. Fantasie, Humor und Originalität werden zudem äußerst subjektiv wahrgenommen, so dass diese Kritik möglicherweise weniger über die künstlerische Konzeption der beiden Frauen aussagt als viel mehr etwas über den Kritiker, der unter dem Deckmantel einer spezifischen Ästhetik offenbar das Ziel verfolgte, Komponistin und Librettistin öffentlich in ein negatives Licht zu rücken.


    Ab 1905 taucht der Name Bjelke Andersen im Zusammenhang mit einem Salonorchester auf, das zwischen 1902 und 1908 bestand und mit dem sie u. a. Volksliedarrangements wie „Eg ser deg ut for gluggjen“ aufführte (vgl. Søbstad, 2010). Als das Ensemble 1908 sein Wirken einstellte, gründete Olga Bjelke Andersen ihr eigenes Kammermusikensemble, in dem sie selbst Klavier spielte. Außerdem wirkten mit Einar Blom (1. Violine), Jørgen W. Rudolph (2. Violine) Alf Moss (Bratsche) und Karl G. Paulsen (Cello).


    Im Mai 1909 rief sie ein Amateurorchester ins Leben, das als Vorläufer des 1919 gegründeten Stadtorchesters (Drammens Byorkester) gilt. Im Februar 1910 gab das Ensemble unter ihrer Leitung ein erstes Konzert mit einem anspruchsvollen Programm, u. a. mit Werken von Haydn, Grieg, Svendsen, Olsen, Moszkowski und Wagner. Nach der Etablierungsphase übernahm 1910 der Organist Arne Eggen den Posten (vgl. Søbstad, 2010).


    Dass auch Olga Bjelke Andersen ebenso wie die meisten öffentlich aktiven norwegischen Komponistinnen der Zeit Kontakte zur norwegischen Frauenbewegung hatte, wird aus einer kleinen Notiz einer 1911 erschienen Biografie der Schriftstellerin Camilla Collett deutlich. Zur Enthüllung eines Denkmals zu Ehren Camilla Colletts im Schlosspark am 31. Mai 1911 soll demnach eine Kantate von Bjelke Andersen (Text: Olaug Løken) von einem Frauenchor vorgetragen worden sein. Aus anderen Zusammenhängen ist bekannt, dass es sich bei derlei Veranstaltungen in der Regel um Auftragskompositionen handelte (vgl. Collett, 1911, S. 295).


    Drei Briefe von Olga Bjelke Andersen an Gerhard Schjelderup vom 8. und 22. Februar sowie vom 28. April 1912 zeugen von einer Studienreise nach Dresden im Frühjahr 1912.


    Der letzte biografische und gleichsam öffentliche Anhaltspunkt, ist das Musikfest 1914 in Christiania, auf dem Olga Bjelke Andersens Orchestersuite „med fortjent bidalf“ („mit verdientem Beifall“) aufgeführt wurde. „Den er fargerik og maler på en overbevisende måte skiftende stemninger.“ („Sie ist farbenreich und zeichnet auf überzeugende Weise wechselnde Stimmungen“, zitiert nach Søbstad, 2010).

    Würdigung

    Auf Grund der äußerst lückenhaften Quellenlage ist es derzeit schwierig, das kulturelle Handeln von Olga Bjelke Andersen angemessen zu würdigen. Die theoretische Ausbildung, die Orchesterwerke sowie die Teilnahme am großen Musikfest in Christiania 1914 deuten darauf hin, dass sie in der um die Jahrhundertwende in Norwegen vergleichsweise großen Gruppe komponierender Frauen eine Ausnahmefigur war. Am Christiania Theater mit unterschiedlichen Regisseuren gleich zwei vollständige Schauspielmusiken auf die Bühne zu bringen, ist aus frauengeschichtlicher Perspektive ebenso exzeptionell wie der Kompositionsauftrag für die große Industrieausstellung in Drammen 1901.

    Durch ihr Engagement während der Gründungsphase des Amateurorchesters bewies sie darüber hinaus organisatorisches und künstlerisches Talent. Als Dirigentin besaß sie in einer Zeit, in der die Frauenfrage heftig diskutiert wurde, große Vorbildwirkung und war somit eine wichtige Multiplikatorin neuer Ideen und Entwicklungen im norwegischen Musikleben.

    Rezeption

    Ihre Klavierkomposition „Valse Capriccio“ wurde u. a. im „Morgenbladet“ vom 10. Oktober 1896 als Debütkomposition wahrgenommen und entsprechend lanciert. Eine mehrmals geschaltete Werbeannonce des Verlages hob ihren Namen groß hervor und zitierte aus der Kritik des „Morgenbladet“:

    „Ny Klavermusik. Olga Andersen. Valse Capriccio. Kr. 1.00. Saavidt vides, er dette en Debut, men af Kompositionen kan det let sees, at det ikke er første Gang, Fru Andersen har givet sine musikalske Tanker fast Form paa Notebladet, idet den er skrevet med adskillig Rutine og Kjenskab til Pianoets Teknik og er ganske flot i hele sit Anlæg. Hovedmotivet kunde være noblere, men det er anvendt med ikke liden Slægfærdighed, og Valsen vil idethele gjøre god Effekt i en lidt mere fremskreden Salonpianists Haand.“

    („Neue Klaviermusik. Olga Andersen. Valse Capriccio. Kr. 1.00. Soweit bekannt, ist dies ein Debüt, aber an der Komposition kann man leicht sehen, dass Frau Andersen nicht zum ersten Mal ihren musikalischen Gedanken eine feste Form auf dem Notenpapier gegeben hat, da sie mit unverkennbarer Routine und Kenntnis der Klaviertechnik und sehr gut in seiner gesamten Anlage geschrieben ist. Das Hauptthema könnte nobler sein, aber es wird mit keiner geringen Fingerfertigkeit versehen, und der Walzer wird im Ganzen in der etwas weiter fortgeschrittenen Kunstfertigkeit eines Salonpianisten einen guten Effekt machen.“ vgl. „Aftenposten“ 15. Oktober 1896, Nr. 696. S. 3.)


    Ihre Lieder wurden von bedeutenden zeitgenössischen Interpretinnen auf den großen Konzertbühnen der Stadt gesungen. Marta Vestby setzte beispielsweise 1813 einige ihrer Lieder auf ihr Konzertprogramm, neben Werken von Christian Sinding, Catharinus Elling, Johannes Haarklou, Anders Rachlew, Agathe Backer Grøndahl, Alfred Russ und eigenen Kompositionen („Aftenposten“, 13. Februar 1913, Nr. 79, S. 3).

    In einem Konzert am 17. Januar 1918 im Konzertsall von Brødrene Hals sang Marta Vestby das Lied „Fløitende Stær“ – in einem Programmblock mit Liedern von Halfdan Kjerulf, Edvard Grieg und Hjalmar Borgstrøm (vgl. „Aftenposten“, 10. Januar 1918, Nr. 17, S. 6). Die Platzierung in dem Programm deutet darauf hin, dass sie als Komponistin stilistisch dem nationalromantischen Repertoire und eher traditionellen als modernen Ausdrucksformen zugeordnet wurde.


    Im Rahmen einer Abendunterhaltung in Calmeyergadens Missionshus zur Unterstützung für „Frau Gilbo Dahls Søndagshjem for unge Kvinder“, einer Bildungseinrichtung für junge Frauen, am 10. November 1907 stand ihre Komposition „Aftenbøn“ für Frauenchor auf dem Programm, das von den Heimbewohnerinnen vorgetragen wurde (vgl. „Aftenposten“, 9. November 1907, Nr. 48, S. 3). Konzertarrangements wie dieses boten Olga Bjelke Andersen die Gelegenheit, ihre eigene Komposition zu hören.


    Öffentliche Auftritte als Pianistin sind derzeit nicht belegt.

    Mit dem 1909 gegründeten Amateurorchester in Drammen soll Olga Bjelke Andersen im Februar 1910 ein Konzert mit Werken von Haydn, Grieg, Svendsen, Olsen, Moszkowski und Wagner dirigiert haben (vgl. Søbstad, 2010).

    Werkverzeichnis

    I. Vokalmusik

    A. Lieder


    4 Sanger, 1. Pilen og Sangen, Text: Longfellow, 2. Hvad vill jeg, Text: Runeberg, 3. Ynglingen, Text: Runeberg, 4. Frühlingslied, Text: J. Sturm: Carl Warmuth, 1884.


    Fløitende Stær, Text: A. Jynge, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1902.


    Landskab, Text: J. P. Jacobsen, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1902.


    3 Sanger. 1. Gammel fransk folkevise, Text: T. Lange, 2. I Oktober, Text: V. Krag, 3. Scherzo, Texte: V. Krag. Christiania, Zappfes Musikforlag.


    B. Frauenchor

    Aftenbøn (Nu lukker sig mit Øie) op. 9. für dreistimmigen Frauenchor,Text: P.T. Foersom, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1905.


    C. Männerchor

    Trondheim, Text: Bjørnstjerne Bjørnson, Christiania: Warmuth, 1903.


    I Skogen op. 6, Text: Vinje, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1902.


    Udvalgte Kor og Kvartetter for Mandssemmer, Christinana: Verlag unbekannt, 1903.



    II. Instrumentalmusik

    A. Klaviermusik


    4 Morceaux op. 7, 1. Feuille d’album, 2. Serenade, 3. Papillon, 4. Petit valse. Kopenhagen: Wilhelm Hansen. o.J.


    Valse caprice, Christiania: Zappfes Musikforlag, 1896.


    Skovblomster, 4 Klavierstykker, Nr. 1 Lyng, Nr. 2 Viol, Nr. 3 Blaaveis, Nr. 4 Lille konval, Christiania: Warmuth, 1900.


    Festmarsch, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1901.


    B. Orchestermusik

    Orchestersuite, 1914.


    To Orkesterstykker. 1) Gryende Dag, 2) Lekende barn. Auf dem Musikfest in Christiania 1914 aufgeführt.



    III. Schauspielmusik


    Østenfor Sol og Vestenfor Måne. Eventyrkomedie. Text: Frederikke Bergh, Kopenhagen: Wilhelm Hansen, 1906.


    Prinsesse Rosenrød. Text: Frederikke Bergh, UA: 1908.

    Quellen

    Literatur


    Åstrand, Hans (Hg.). Sohlmans musiklexikon. 2. rev. Ausgabe, Stockholm, Bd. 1, 1975, S. 489.


    Collett, Alf. Camilla Colletts livs historie. Christiania, 1911, S. 295.


    Gurvin, Olav und Anker, Øyvind. Musikkleksikon. Oslo, 1959, Sp. 78.


    Lindhjem, Anna. Kvinnelige komponister og musikkskoleutgivere i Skandinavia. Frederikstad: 1931, S.10.


    Michelsen, Kari (Hg.). Cappelens musikkleksikon. Bd. 1. Oslo, 1978, S. 391.


    Mittner, Lilli, Schauspielmusik als Möglichkeitsraum. Zur Schauspielmusikpraxis in Norwegen um 1900. In U. Kramer (Ed.), Theater mit Musik. 400 Jahre Schauspielmusik im europäischen Theater – Bedingungen, Strategien, Wahrnehmungen, Bielefeld, 2014: Transkript, S. 217–246.


    Paulsen, Astrid. Kvinnelige norske komponister. Oslo, 1980, S. 2.


    Sandvik, Ole Mørk & Gerhard Schjelderup. Norges Musikhistorie, 1921, Bd. 2, S. 255.


    Søbstad, Per Ivar. 2010. Drammens musikkhistorie. Drammen: Søbstad musikk og data. S. 145.



    Zeitungsartikel


    Morgenbladet vom 10.10.1896.


    Aftenposten 16.11.1883, Nr. 282a, S. 3.


    Aftenposten 1.12.1883, Nr. 269, S. 3.


    Aftenposten 21.4.1885, Nr. 91b, S. 1.


    Aftenposten 15.10.1896, Nr. 696. S. 3.


    Aftenposten, 17.12.1906, Nr. 754, S. 3.


    Aftenposten, 9.11.1907, Nr. 48, S. 3.


    Aftenposten 13.2.1913, Nr. 79, S. 3.


    Aftenposten, 10.1.1918, Nr. 17, S. 6.



    Briefe


    Drei Briefe werden in der Briefsammlung der Norwegischen Nationalbibliothek aufbewahrt (brevsamling:684c).


    Olga Bjelke Andersen an Gerhard Schjelderup, Drammen 8. Februar 1912.


    Olga Bjelke Andersen an Gerhard Schjelderup, Drammen 22. Februar 1912.


    Olga Bjelke Andersen an Gerhard Schjelderup, Drammen 28. April 1912.


    Links


    Internetpräsentation der Kommune Drammen, u. a. zur Ausstellung von 1901. Publiziert am 23. Januar 2012:

    http://www.drammen.kommune.no/no/Om-kommunen/Virksomheter/Service-og-administrasjon/Byarkivet/Godbiter-fra-arkivene/Amtsutstillingen-i-Drammen-1901/


    Datenbank über sämtliche Vorstellungen am Nationaltheater seit 1899: http://fdb.nationaltheatret.no

    Forschung

    Bisher sind keine wissenschaftlich fundierten Forschungsarbeiten zu Olga Bjelke Andersen in den einschlägigen Bibliothekskatalogen verzeichnet. Diese müssten ihren Ausgangspunkt zum einen im Notenbestand der Nationalbibliothek Oslo, zum anderen in den Archiven der Stadt Drammen nehmen. Die lokalgeschichtliche Darstellung von Søbstadt (2010) präsentiert bisher unbekanntes Quellenmaterial, leider ohne exakte Nachweise.

    Forschungsbedarf

    Über die Lebensstationen und Lebenszusammenhänge von Olga Bjelke Andersen ist kaum etwas bekannt. Dennoch sind die wenigen überlieferten Informationsbruchstücke aus frauengeschichtlicher Perspektive so ungewöhnlich, dass sie eine genauere Untersuchung verdienen. Die Frage, warum Bjelke Andersen im Gegensatz zu zahlreichen anderen komponierender Frauen in der Musikhistoriographie nicht berücksichtig wurde, könnte zudem Licht auf Selektionsmechanismen von Musikgeschichtsschreibung werfen.

    Als Frau eines hohen Polizeibeamten stand Olga Bjelke Andersen vermutlich mit zahlreichen Künstlerpersönlichkeiten ihrer Zeit in Kontakt. Hier wären grundlegende Untersuchungen dringend notwendig, die Begegnungen und Orte kulturellen Handelns in Christiania und der Stadt Drammen offenkundig machen.


    Schließlich wären die beiden Schauspielmusik-Ereignisse 1906 und 1908 und ihre Rezeption in der Presse genauer in der Blick zu nehmen. Inwiefern bestanden Zusammenhänge zwischen der Praxis der Schauspielmusik am Nationaltheater und den jeweiligen musikalisch-dramatischen Konzeptionen? In welchem Verhältnis stehen Frederikke Berghs Text und Olga Bjelke Andersens Notentext zu der nahezu zeitgleich von Jonas Lie konzipierten Novelle, die auf dem selben Stoff basiert?

    Autor/innen

    Lilli Mittner


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 04.10.2013


    Empfohlene Zitierweise

    Lilli Mittner, Artikel „Olga Bjelke Andersen“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 4.10.2013.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Olga_Bjelke_Andersen