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  • Nina d' Aubigny von Engelbrunner

    von Ingeborg Harer
    Namen:
    Nina d' Aubigny von Engelbrunner
    Geburtsname: Elisabeth Jana Wynandine von Engelbronner
    Varianten: Nina d' von Engelbronner, Nina d' d’Aubigny von Engelbrunner, Engelbronner, Engelbrenner, Nina d' Elisabeth Jana Wynandine Aubigny von Engelbrunner, Nina d' Elisabeth Jana Wynandine von Engelbronner, Nina d' Elisabeth Jana Wynandine d’Aubigny von Engelbrunner, Engelbronner, Engelbrenner, Nina d' Jana Aubigny von Engelbrunner, Nina d' Jana von Engelbronner, Nina d' Jana d’Aubigny von Engelbrunner, Engelbronner, Engelbrenner, Nina d' Wynandina Aubigny von Engelbrunner, Nina d' Wynandina von Engelbronner, Nina d' Wynandina d’Aubigny von Engelbrunner, Engelbronner, Engelbrenner, Nina d' Gertrud Aubigny von Engelbrunner, Nina d' Gertrud von Engelbronner, Nina d' Gertrud d’Aubigny von Engelbrunner, Engelbronner, Engelbrenner, Nina d' (Gertrut) Aubigny von Engelbrunner, Nina d' (Gertrut) von Engelbronner, Nina d' (Gertrut) d’Aubigny von Engelbrunner, Engelbronner, Engelbrenner
    Lebensdaten:
    geb. in Kassel, Deutschland
    gest. in Krumegg (Nestelbach bei Graz), Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Sängerin (Alt), Gitarristin, Harfenistin, Pianistin, Komponistin, Lehrerin, Korrespondentin, Musikschriftstellerin, Reiseschriftstellerin
    Charakterisierender Satz:

    „Doch ernstlich gesprochen, Natalie, so bleibt es doch eine richtige Bemerkung, daß in dem Benehmen der Männer gegen uns, im Allgemeinen, ein mächtiges Hinderniß zu unserer wahren Vervollkommnung liegt. […] Sie vergessen, daß das weibliche Geschlecht weit größere Verdienste haben könnte und haben müßte […]. Mit einer gesunden immer regen Urtheilskraft, mit einem gebildeten Verstande und einer daraus entspringenden richtigen Schätzung der Dinge ausgerüstet, kann unmöglich das harmonische Ganze eines jungen Frauenzimmers durch ihre eigne Talente gestört werden. Es bleibt der klugen Mutter, der weisen Erzieherin vorbehalten, diese Zierde ihres Zöglings nicht zur Verunstaltung werden zu lassen.“ (Nina d’Aubigny von Engelbrunner. Briefe an Natalie über den Gesang, als Beförderung der häuslichen Glückseligkeit und des geselligen Vergnügens. Ein Handbuch für Freunde des Gesanges, die sich selbst, oder für Mütter und Erzieherinnen, die ihre Zöglinge für diese Kunst bilden möchten. Leipzig: Voß, 1803. S. 33-34)


    Profil

    Nina d’Aubigny von Engelbrunners Leben war vom Reisen bestimmt, schon in jungen Jahren verbrachte sie mehrere Jahre in Holland, England (London) und Indien. Mit diesen Reisen ließ sie sich als unverheiratete Frau nicht nur auf ungewisse und für viele unvorstellbare Abenteuer ein, sondern nutzte die Aufenthaltsorte jeweils, um mit ihrer Musik Einkommen zu erwerben und Eindrücke zu sammeln, die sie in ihren Kompositionen und schriftlichen Berichten verarbeiten konnte. Nach ihrer Rückkehr aus Indien lebte sie zunächst in Kassel und Dresden, dann einige Jahre in Österreich (Wien). Die letzten neun Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Krumegg (heute Gemeinde Nestelbach, in der Nähe von Graz). Unabhängig von ihren Aufenthaltsorten, waren Musik und kulturelle Aktivitäten Teil ihres Lebens, aber immer auch Einnahmequelle, die zur Fortführung ihres Lebensstils in adeligen Kreisen notwendig war: Sie komponierte Lieder mit Klavierbegleitung, die im Druck erschienen. Als Sängerin trat sie nicht nur öffentlich auf, sondern unterrichtete auch Gesang. Ihre im Zusammenhang mit ihrer Lehrtätigkeit entwickelten pädagogischen Überlegungen fanden Niederschlag in verschiedenen schriftlichen Abhandlungen, die veröffentlicht wurden. Neben zahlreichen Beiträgen in Tageszeitungen und Journalen, die zum Teil unter Angabe verschiedener Pseudonyme erschienen, verfasste Nina d’Aubigny eine Gesangslehre, die gezielt an Mütter gerichtet war und den frühkindlichen Musikunterricht propagierte (siehe Werke: 2. Lehrwerke). Somit zählt Nina d’Aubigny zu jenen wenigen Frauen mit adeliger Herkunft, die durch ihr musikkulturelles Handeln Geld verdienten. Im Alter von ca. 50 Jahren war Nina d’Aubigny nicht mehr auf das Unterrichten und Schreiben als Einnahmequellen angewiesen, sodass sie stattdessen nur mehr an kulturellen Aktivitäten im öffentlichen Bereich als Zuhörerin (eventuell noch gelegentlich als Musikerin) teilnahm, ebenso am Salonleben der höheren Kreise in Wien und vielleicht auch in Graz.

    Orte und Länder

    Nina d’Aubigny lebte hauptsächlich in Kassel, Bückeburg, Wien und Graz. Sie war häufig auf Reisen, die sie u.a nach Holland, England, Italien und Indien führten.

    Biografie

    Geboren als Tochter von Johann Conrad von Engelbronner (1729–1817) und dessen Ehefrau Sabine Jacobine d’Aubigny (1749–1818) wuchs Nina d’Aubigny in Kassel auf. Ihr Vater war „Geheimer Legationsrats und Hofmeister“ in Sachsen-Gotha sowie Erzieher der Prinzen am Hof von Philipp von Hessen. Die Welt des Adels und der höheren Gesellschaft war damit familär vorgegeben und prägte auch die Kinder des Ehepaars.

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    Die Erziehung der insgesamt sechs Kinder der Familie Engelbrunner umfasste u.a. Fremdsprachen und Musik. Wie ihre Geschwister lernte Nina d’Aubigny mehrere Sprachen, darunter Latein, Italienisch und Französisch, sowie auch Holländisch und Englisch (Elsberger 2000, S. 24). Drei Schwestern waren ebenso musikalisch wie sie: Susanne Christina, genannt Susette (1767-1845), ab 1794 verheiratete Horstig, Sara Sophia Amalia, genannt Emilie, ab 1827 verheiratete Peché (1772-1849) und Julie Charlotte (1773-1853). Musikalische Einflüsse gingen von der Mutter der Kinder aus, die Gitarre spielte (Elsberger 2000, S. 107), aber auch der Vater engagierte sich für das Musikleben und gründete 1766 die „musikalische Gesellschaft in Cassel“, nachdem er davor wöchentlich Konzerte im eigenen Haus veranstaltet hatte (Quellen 1: Strieder 1731, S. 349).

    Bereits in Kassel traten Nina und ihre Schwester Susette ab 1787 regelmäßig in den sogenannten „Liebhaberconcerten“ auf (Quellen 1: Gerber 1790, Sp. 67) und wurden in ihren Leistungen hervorgehoben: „Die ersten Stellen im Gesang behaupten aber unstreitig die beiden Fräulein d’Aubigny, welche obgleich Dilettantinnen, das Talent wirklicher Künstlerinnen besitzen, und jedesmal mit neuem Beifall gehört werden. Die ältere singt Sopran, die jüngere Contralt, und beide sind Schülerinnen des Kapellmeisters Sales zu Koblenz. – Das Konzert wird alle Dienstag gehalten, gehet um 6 Uhr an, und dauert bis halb 9 Uhr.“ (Quellen 1: Cassel, dem 14then Okt. In: Musikalische Real-Zeitung. 25. November 1789. Sp. 374-375, hier 375)

    Der Unterricht bei Pompeo Sales (1729–1797) fand in Koblenz offensichtlich 1787 im Anschluss an einen Aufenthalt der Schwestern Nina und Susette in Mannheim statt und erstreckte sich in etwa über ein Jahr. Auch Sales’ Ehefrau Franziska (geb. Blümer), wie Nina eine Altistin, war in die Gesangsstunden eingebunden (Elsberger 2000, S. 116-119). Informationen zur Wertschätzung, die Nina den beiden Lehrpersonen gegenüber empfand, sind in einem ihrer Zeitungs-Artikel dokumentiert, in dem sie insbesondere auf Sales’ Geschick und Gespür für die weibliche Altstimme Bezug nimmt. Diese Differenzierung war zur damaligen Zeit nicht selbstverständlich. So heißt es mit den Worten Nina d’Aubignys: „Ich bin fest überzeugt, dass die Contra-Altstimme nicht so selten, als wie die Sage geht, bey meinem Geschlechte gefunden wird; dass aber theils Unbekanntschaft mit ihren Eigenheiten, theils der Wahn, dass Hochsingen und Schönsingen synonym sey, Schuld ist, wenn wir unter der Maske einer schreyenden Sopranstimme oft eine verdorbene Altstimme begreifen.“ (Nina [Pseudonym]. Nachricht. In: Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig 2. Jg. 21, 19. Februar 1800, Sp. 377-384. Hier Sp. 380)

    Als Ninas Schwester Susanne im Jahre 1794 Carl Gottlieb Horstig (1763–1835) heiratete, zog Nina d’Aubigny mit dem Ehepaar nach Bückeburg. Ab 1799 unterrichtete sie dort verschiedene Kinder ihres Umfeldes. Dazu gehörten ihre Neffen und Nichten, mit denen sie Zeit ihres Lebens eine enge Freundschaft verbinden sollte. Weiters betreute sie in Bückeburg die jungen Töchter der Gräfin Juliane von Schaumburg-Lippe als Erzieherin, eine Tätigkeit, die Unterricht in den frauentypischen Fertigkeiten wie Sticken und Nähen genauso umfasste wie in Sprachen (in diesem Fall Italienisch). Die beiden Mädchen, Eleonore Luise (1781−1783) und Wilhelmine Charlotte (1783−1858), erhielten außerdem durch Nina d’Aubigny Gesangsstunden sowie Unterricht auf den Tasteninstrumenten und im Harfenspiel (Elsberger 2000, S. 124-125). Mit Wilhelmine blieb sie auch in späteren Jahren im freundschaftlichen Kontakt. Auch die Enkelin Johann Christoph Friedrich Bachs, Helene Lucie Colson (geboren 1786), war 1799 Nina d’Aubignys Schülerin.

    Als erfolgreiche Sängerin in privaten und öffentlichen Bereichen wurde Nina d’Aubigny in Bückeburg vielfach anerkannt. Erste Liedkompositionen liegen außerdem aus der Bückeburger Zeit vor (siehe Werkverzeichnis). In den Jahren kurz vor 1800 setzte d’Aubignys schriftstellerische Tätigkeit ein. Ab 1798 erschienen ihre ersten Beiträge. Ihr Gesangslehrwerk „Briefe an Natalie über den Gesang“ ging 1803 in Druck; 1824 folgte eine zweite Auflage. Die Schriften spiegeln einerseits die frühe Reisetätigkeit, die Nina schon in jungen Jahren für ihre Zeit ungewöhnliche Erfahrungen verschaffte, andererseits sind es auch die Unterrichtstätigkeit und der Umgang mit Kindern, die Niederschlag in ihre schriftlichen Beiträge finden.


    Auf ihren Reisen stand nicht so sehr das Abenteuer im Vordergrund, sondern die Finanzierung des Alltaglebens dominierte oft die jeweiligen Aufenthalte, wie man dem folgenden Überblick entnehmen kann:



    Von Deutschland nach Holland 1790-1803

    Im Juni 1790 brach Nina d’Aubigny gemeinsam mit ihren Eltern und den älteren beiden Geschwistern in Richtung Holland auf, wobei Nina und ihre Schwester Susette rund ein Jahr, bis September 1791, bei Verwandten in Amsterdam blieben. Wie ihr in dieser Zeit in französischer Sprache verfasstes Reisetagebuch „Journal du voyage d’Hollande 1790“ dokumentiert, wurden die Städte Leiden, Den Haag, Rotterdam und Delft besucht (Metzelaar 2000, S. 179). Aus dem Tagebuch gehen auch die zahlreichen Gelegenheiten von musikalischen Darbietungen im privaten Bereich hervor, an denen Nina aktiv zumeist als Sängerin mitwirkte. Auch die Opernbesuche in Amsterdam werden im Tagebuch vermerkt.

    Gemeinsam mit den Eltern Johann Conrad und Jacobine d’Aubigny von Engelbrunner, der Schwester Emilie, dem Ehepaar Susanne und Carl Gottlieb Horstig sowie deren Sohn Eduard erfolgte die Anfang 1803 durchgeführte Reise nach Frankreich, England und Holland, die von Horstig in Buchform 1806 beschrieben wurde (siehe Quellen 1: Horstig 1806).


    England 1803-1807

    Der erste kurze Besuch in England veranlasste Nina d’Aubigny noch im selben Jahr 1803 nach London zurückzukehren, wo schon ihre Schwester Emilie lebte. Auch Nina hoffte ihren Lebensunterhalt als Gesellschaftsdame und mit Unterrichtstätigkeit in London verdienen zu können. Nur mit Schwierigkeiten gelang es ihr Fuß zu fassen (Elsberger 2000, S. 40-42). In dieser Zeit weitete sie ihre schriftstellerische Tätigkeit aus und berichtete zwischen 1803 und 1806 in der Zeitschrift „London und Paris“ regelmäßig über das Kulturleben in London und über diverse gesellschaftliche Ereignisse. 1806 erschienen in London mehrere Lieder von Nina d’Aubigny, die Vertonungen teils deutscher, teils englischer Texte darstellen und in der Tagespresse beworben wurden.


    Indien 1807-1816

    Wieder war es ihre Schwester Emilie, die sich bereits in Indien befand und Nina dazu veranlasste, ihr nach Bombay und später Kalkutta zu folgen. Hinzu kamen offensichtlich finanzielle Engpässe, die sich wie schon davor in Nina d’Aubignys Erwachsenenleben zeigten und Hoffnung auf eine bezahlte Tätigkeit in der Ferne aufkommen ließen. Diese Hoffnung erfüllte sich zum Teil, als Nina d’Aubigny die Schule ihrer Schwester in Kalkutta übernahm, schließlich auch als Musikerin öffentlich auftrat. 1813 veranstaltete sie „Ladies Concerts“. Der Aufenthalt in Indien war geprägt von Abenteuern, aber auch wiederholt schweren Erkrankungen, besonders zwischen 1813 und 1815 (Elsberger 2000, S. 56-58). 1816 trat Nina den Heimweg nach Europa an, nachdem ihre Schwester bereits 1812 zurückgekehrt war. Ninas Ankunft in London erfolgte 1818.


    Zwischenstationen 1817-1824

    Nach dem Tod ihrer Eltern (1817 und 1818) begab sich Nina zunächst 1819 nach Kassel. 1820 lebte sie in Dresden, schließlich gemeinsam mit ihrer Schwester Emilie auf deren Besitz Gut Michelbach (bei Aschaffenburg). 1823 unternahm sie wieder ausgedehnte Reisen, diesmal nach Prag, Leipzig, Wien und Triest und besuchte auch andere Städte in Italien. In diesen Jahren beschäftigte sich Nina mit ihren Reiseaufzeichnungen und auch mit der Neuauflage ihrer Gesangsschule, die 1824 erschien.


    Österreich 1825-1847

    Ende 1825 fand Nina d’Aubigny in Wien ihren vorübergehenden festen Wohnsitz, nämlich bei ihrem Neffen Eduard Horstig, der sich schon seit 1814 in Wien befand. Man wohnte in einem Palais (Wollzeile/Riemergasse), das in Besitz von Graf Paar war. Ab 1826 sind mehrere musikalische Aktivitäten im neuen Wiener Zuhause zu verzeichnen, bei denen Nina d’Aubigny vermehrt als Musikerin auftrat, besonders als Harfenistin. Dies war – wie Eduard brieflich an seine Eltern berichtete – z. B. am 10. April 1827 der Fall (Deutsch 1964, S. 421). Unter den Musikern waren Anselm Hüttenbrenner, der auf dem Klavier improvisierte, sowie der Liedsänger Ludwig Tietze, der an diesem Abend von Franz Schubert persönlich am Klavier begleitet wurde. Karl Freiherr von Ransonnet-Villez spielte Mandoline und Nina wird mit ihrem „ergreifenden“ Harfenspiel erwähnt. Auch zahlreiche Persönlichkeiten des intellektuellen Lebens in Wien waren bei diesen musikalischen Abenden zugegen. Dazu zählten der Historiker Josef Freiherr von Hormayr, der Architekt Peter von Nobile, der Maler Joseph Rebell, Franz Grillparzer, die Schriftstellerin und Salonière Karoline Pichler sowie Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel (Elsberger 2000, S. 64-66). Einladungen und Gegeneinladungen wechselten in den Wiener Kreisen einander ab. In der vorweihnachtlichen Zeit 1827 wurde zu einem Gastmahl mit mehr als 100 Personen geladen, dem eine Tanzveranstaltung angeschlossen war. 1838, nach dem Tod ihres Neffen Eduard Horstig, übersiedelte Nina d’Aubigny von Engelbrunner in das sogenannte Erko-Schlössl in die Nähe von Graz (Krumegg, seit 2015 Gemeinde Sankt Marein bei Graz). Sie begab sich abermals in die Nähe ihrer Schwester Emilie, die bis zu ihrem Tod 1849 Schlossherrin von Burg bzw. Schloss Plankenwarth war (heute Gemeinde St. Oswald bei Plankenwarth, im nördlichen Einzugsgebiet von Graz). Keine musikalischen Veranstaltungen sind aus Nina d’Aubignys Zeit im Erko-Schlössl detailliert dokumentiert. Zwischen den beiden Anwesen Erko-Schlössl und Schloss Plankenwarth fanden gegenseitige Besuche im Rahmen von Familienfeiern statt, Konzertbesuche wurden in Graz absolviert, auch eine Loge im Grazer Theater, das zugleich Opernhaus war, wurde auf Dauer gemietet. Doch zunehmende Isolierung und Probleme mit Dienstboten im Erko-Schlössl erschwerten allmählich das Alltagsleben (Elsberger 2000, S. 69).


    Nina d’Aubigny von Engelbrunner starb am 27. Januar 1847 und wurde am Friedhof der heutigen Pfarre Nestelbach bei Graz bestattet.

    Würdigung

    Nina d’Aubigny von Engelbrunner zählt zu jenen Frauen im ausgehenden 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die von Haus aus mit hoher Bildung, Kunst und Kultur vertraut waren. Aus adeligen und damit höheren Kreisen stammend, wuchs sie mit ihren Geschwistern im Wohlstand auf, führte jedoch als Erwachsene konträr zu den gesellschaftlichen Erwartungshaltungen und scheinbar selbstverständlich ein eigenständiges und von der Norm abweichendes Leben. Die Musik wurde ihr zum Beruf, jedoch verkehrte und arbeitete sie ausnahmslos in höheren Kreisen der Gesellschaft.

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    Von ihrem Elternhaus mit den entsprechenden Ressourcen ausgestattet – finanzielle Absicherung, Bildung auf höchstem Niveau, Einführung in höhere Gesellschaftsschichten, Liebe zu fremden Ländern und Kulturen – konnte sie sich zugleich auf mehrere Bereiche im Kulturleben konzentrieren. Sie war nicht nur als Sängerin und Komponistin erfolgreich – ihre Liedkompositionen erschienen im Druck – sondern verfasste auf der Basis ihrer Erfahrungen als Gesanglehrerin von Kindern eine Gesangsschule. Diese ist nicht nur als eines der wenigen von einer Musikerin verfassten Lehrwerke in die Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts einzuordnen, sondern es handelt sich um eine Schrift, die in Mitteleuropa weite Verbreitung fand und rund 20 Jahre nach ihrem Erscheinen von der Autorin neu revidiert herausgegeben wurde. Die darin vertretenen pädagogischen Ansätze, die sich auf die musikalische Früherziehung beziehen und die Wichtigkeit des Singens in der frühkindlichen Entwicklung unterstreichen, standen im Einklang mit den pädagogischen Konzepten von Johann Heinrich Pestalozzi und Friedrich Wilhelm August Fröbel. Einige darin geäußerte Meinungen betreffen die mangelnde Ausbildung von Mädchen und überraschen durch den erkennbaren emanzipatorischen Ansatz. Emanzipatorisches und Angepasstes stehen bei d’Aubigny jedoch oft im Einklang. Die literarische Briefform, in der das Lehrwerk verfasst ist, entsprach dem für Frauen vorgesehenen literarischen Genre der damaligen Zeit, ebenso die Verwendung von Pseudonymen. Auch die Berichte als Auslandkorrespondentin entsprachen einer literarischen Gattung, die aufgrund des harmlosen Inhalts kaum Kritik hervorrief und für schreibende Frauen akzeptiert war. Das Schreiben über Musik, das Berichten über das Musik- und Gesellschaftsleben, beispielsweise aus London, dürften Nina d’Aubignys Passion gewesen sein – dies lässt jedenfalls die Menge an Beiträgen vermuten. Die Korrespondenz mit den Verlegern und Herausgebern zeigt allerdings, dass das Erscheinen der Artikel nicht selbstverständlich war und sie dieses selbst des Öfteren aktiv betreiben musste. Das mit den Artikeln verdiente Geld sollte schließlich ihre relativ aufwendigen Lebenskosten decken. Insgesamt umfassen Nina d’Aubignys Tätigkeiten ein breites und ausgewogenes Spektrum in Bezug auf den Begriff „musikkulturelles Handeln“: Singen und Musizieren, am Musikleben teilnehmen und darüber reflektierend schreiben, waren für d’Aubigny von Engelbrunner untrennbar miteinander verbunden. Ihre Erfahrungen als Sängerin und Musikerin flossen in die Unterrichtstätigkeit, welche wieder Material für verschiedene schriftliche Abhandlungen gab. Die auf ihren Reisen gewonnenen Eindrücke über fremde Kulturen sollten sie Zeit ihres Lebens begleiten und auch ihr Wirken als Komponistin und Schriftstellerin beeinflussen. Zweifellos gelang es ihr jedoch auch, das Notwendige (Gelderwerb) mit dem Angenehmen zu verbinden und dabei als unverheiratete Frau ihren Lebensstandard, zu dem auch die Kunst gehörte, zu sichern.

    Rezeption

    Nina d’Aubigny von Engelbrunner wurde schon in ihrer Zeit in Kassel als ausgezeichnete Sängerin wahrgenommen. So finden sich schon früh kurze biographische Angaben in der Lexikonliteratur des 19. Jahrhunderts. Auch als Autorin war sie von Anfang an erfolgreich. Ihre mehr als 130 Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften dürften weite Verbreitung gefunden haben, da diese verhältnismäßig hohe Auflagen hatten (Elsberger 2000, S. 101). Auch die in zwei Auflagen erschienene Gesangschule „Briefe an Natalie über den Gesang“ fand großen Anklang und ist heute noch in zahlreichen Bibliotheken nachweisbar. Obwohl die Nina d’Aubigny zugeschriebenen Kompositionen im Druck erschienen, ist über eine Aufführung dieser Werke sowie deren Rezeption nichts bekannt. Auf die heutige Zeit bezogen sind Nina d’Aubignys Vokalwerke vollkommen in Vergessenheit geraten. In den Salons und höheren gesellschaftlichen Kreisen wurde Nina d’Aubigny aufgrund ihrer umfassenden Bildung nicht nur als Musikerin (besonders als Harfenistin) und Sängerin, sondern auch als Gesprächspartnerin wahrgenommen.

    Werkverzeichnis

    Es bleibt offen, ob Nina d’Aubigny neben Liedern auch Instrumentalmusik komponiert hat. Die hier angeführten Lieder sind zwischen 1797 und ca. 1807 im Druck erschienen. Es handelt sich also um Jugendwerke. Es ist nicht auszuschließen, dass d’Aubigny auch in späteren Jahren kompositorisch aktiv war. Wenn dies der Fall war, ist diese Musik bis heute verschollen. Nicht immer veröffentlichte Nina d’Aubigny ihre Kompositionen und Schriften unter ihrem Namen. In der folgenden Liste sind in diesen Fällen die jeweiligen Pseudonyme in eckiger Klammer angeführt.



    1. Lieder (chronologisch)


    Deutsche, italienische und französische Gesänge mit Begleitung des Pianoforte […] etc. Augsburg: In der Gombartischen Musik-Handlung, [1797; insgesamt 12 Lieder]


    Thekla´s Lied [Musikbeilage]. In: Allgemeine musikalische Zeitung Leipzig. 3. Jg Nr. 26. 23. März 1801. S. 453/XV. [Anonym]


    Margretens Romanze. In: Westphälisches Taschenbuch. Erstes Bändchen, herausgegeben von Karl Gott. Horstig und Christian Ulrich Frhrn v. Ulmenstein. Minden: Justus Heinrich Körber [1801], S. 188. [Nina]


    Preghiera a Nettuno (Canzonetta). Worte und Musik von Nina d’Au. [Veröffentlicht im Rahmen des Aufsatzes von Nina d’Aubginy] Reise von London nach Teutschland (Briefe einer teutschen Dame). Dritter Brief. In: London und Paris 18 (1806) 7. St. S. 196-221. Hier zwischen S. 198 und 199. Kupfertafel XVIII. [Nina d’Au]


    Six songs with original English and translated German text. Op. 8. No. 1. Offenbach am Main: Johann André, Plattennummer: 2279; 1806.


    Seven songs with original English and translated German text. Op. 8. No 2. Offenbach am Main: André, Plattennummer: 2280, 1806.


    Weep no more. A song. The words from Beaumont and Fletcher. The Music by Nina d’Aubigny von Engelbrunner. Printed for the Author & Sold at Lynott´s Library Greville Street, Brunswick Square & at all the Music Shops. London, [1806; Text aus John Fletchers “The Queen of Corinth”].


    The woodland hallò. Composed and incribed [sic] to Mr. Bloomfield. Author of the farmers Boy, wild flowers etc. etc. by Miss Nina d’Aubigny von Engelbrunner. London: printed from the stone by and for G. J. Vollweiler at the Patent Polyautographic Press (No. 9, Buckingham Place, Fitzroy Square) [1806].


    Drei hindustanisch-persische Lieder für Singstimme und Klavier. Offenbach am Main: André 2280, o. J. [1806 oder später]



    2. Lehrwerke (chronologisch)


    Nina d’Aubigny von Engelbrunner. Briefe an Natalie über den Gesang, als Beförderung der häuslichen Glückseligkeit und des geselligen Vergnügens. Ein Handbuch für Freunde des Gesanges, die sich selbst, oder für Mütter und Erzieherinnen, die ihre Zöglinge für diese Kunst bilden möchten. Leipzig: Voß, 1803. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Leipzig: Voß, 1824. Reprint der Ausgabe Leipzig, Voss, 1803. Reinhold Schmitt-Thomas (Hg.). Frankfurt/Main: Zentralstelle für Musikpädag. Dokumentation, 1982 = MPZ-Quellen-Schriften 1.

    The Essay on Harmony [Mit diesem Titel annonciert in: The Morning Post, 2. Jänner 1807, S. 1, darüber hinaus nicht nachweisbar].


    Fingerklaviermethode. In: Friedrich Fröbel, Mutter- und Koselieder. Blankenburg 1844. [Diese Methode wurde von Nina entwickelt und von Fröbel verwendet. Metzelaar, Helen. Hg. Nina d’Aubigny von Engelbrunner, "Niet zo erg Hollands': dagboek van een reis naar Nederland (1790-1791). Hilversum: Uitgeverij Verloren, 2001. S. 14].



    3. Schriften, Auswahl (chronologisch)


    „Journal du voyage d’Hollande 1790“ Autograph, Amsterdam [Holländische Übersetzung = ] Metzelaar, Helen. Hg. Nina d’Aubigny von Engelbrunner, "Niet zo erg Hollands': dagboek van een reis naar Nederland (1790-1791). Hilversum: Uitgeverij Verloren, 2001.


    Essai sur Cassel et ses environs: Fait à l’usage des voyageurs et orné de gravures, A Cassel: Imprimerie de Hampe, 1798. [veröffentlicht unter dem Namen des Kasseler Musikers und Schriftstellers David August von Apell]


    Tagebuch einer Reise durch die Portugiesische Provinz Alentejo im Januar 1797 mit einer Beschreibung der Stiergefechte in Portugal. Hildesheim: Gerstenberg, 1799. [Übersetzung, aus dem Holländischen von Nina d’Aubigny gemeinsam mit Susanna Christiana Horstig]


    Nina. Nachricht [Über das Musikleben am Hofe des Kurfürsten von Trier und das Wirken des Kapellmeisters und Gesanglehrers Pompeo Sales]. In: Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig. 2. Jg. 21. 19. Februar 1800. Sp. 377-384.


    [Anonym]. Über den Zustand des musikalischen Geistes in Cassel. In: Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig. 3. Jg. 9. 26. November 1800. S.147-151.


    [Anonym]. Briefe über die Harfe. Erster Brief. Zweyter Brief. In: Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig. 3. Jg. 42. 15. Juli 1801, Sp. 697-701.


    Nina. Über die Aufmerksamkeit, die jeder dem Sänger schuldig ist [Verhalten des Publikums]. In: Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig. 3. Jg, 45. 5. August 1801. Sp. 752-754.


    Nina. Mein Lieblingswort. Piano [Befolgung des piano beim musikalischen Vortrag]. In: Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig. 3. Jg. 48. 26. August 1801. Sp. 800-802.


    [Anonym]. Briefe über die Harfe. Dritter Brief. In: Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig. 4. Jg. 34. 19. Mai 1802. Sp. 553-556.



    4. Beiträge in Zeitschriften und Zeitungen


    Die Anzahl der Beiträge ist so groß, dass sie hier nicht einzeln angeführt werden können. Sie umfassen Reisebeschreibungen, Modeberichte, Theaterberichte genauso wie musikalische Reflexionen und Konzertberichte. Rund 130 Nina d’Aubigny zugeordnete Zeitschriften-Artikel listet Elsberger in seiner Monographie „Nina d’Aubigny von Engelbrunner“ auf (vgl. Elsberger 2000, S. 284-294). Die überwiegende Mehrzahl daraus erschien im „Journal des Luxus und der Moden“ im Zeitraum von 1798-1806, gefolgt von Beiträgen in „London und Paris“, veröffentlicht in den Jahren 1804-1807. Danach sind keine schriftlichen Beiträge von Nina d’Aubigny nachweisbar. Die folgende Liste führt jene Zeitschriften chronologisch an, in denen analog zu Elsbergers Auflistung Beiträge von Nina d’Aubigny nachweisbar sind. Die Jahreszahlen markieren den jeweiligen Zeitrahmen der publizierten Artikel.


    Journal des Luxus und der Moden 1798-1806


    Deutsches Magazin 1799


    Genius der Zeit 1800-1801


    Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig 1800-1802


    Genius des Neunzehnten Jahrhunderts 1801


    Zeitung für die elegante Welt 1803


    London und Paris 1804-1807

    Repertoire

    Da es sich bei Nina d’Aubignys Auftritten (ab den 1780er-Jahren) – sei es als Sängerin oder Instrumentalistin (Tasteninstrumente, Harfe, Gitarre) – um nur einige wenige öffentliche, in der Folge aber eher um Gelegenheiten im halb-öffentlichen oder privaten Bereich handelt, ist es nicht möglich Angaben zur Musik in ihrem Repertoire festzuhalten. Es ist anzunehmen, dass sie ihre eigenen Kompositionen spielte/sang. Titel und Form der von ihr komponierten Lieder lassen auf den von ihr bevorzugten Stil schließen (siehe Werke).

    Quellen

    1. Primärquellen (chronologisch)


    Umfangreiche Quellensammlung und weitere Primärquellen vgl. Elsberger 2000, S. 296-296 (Liste der unveröffentlichten Dokumente im Besitz des Nachkommen Dietrich Erben).


    Die folgende Auswahl an Primärquellen bezieht sich auf die frühe Rezeption von Nina d’Aubigny als Musikerin, die mit 1790 anzusetzen ist.


    Strieder, Friedrich Wilhelm. Grundlage zu einer hessischen Gelehrten und Schriftsteller-Geschichte seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten besorgt von Friedrich Wilhelm Strieder. Band 3. De - Est. Kassel: Cramer, 1783. S. 346-351.


    Cassel, dem 14then Okt. In: Musikalische Real-Zeitung. 25. November 1789. Sp. 374-375.


    Gerber, Ernst Ludwig. Historisch-Biographisches Lexicon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Componisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, Dilettanten, Orgel- und Instrumentenmacher, enthält. Leipzig 1790–1792. 1. Theil. A-M. Leipzig: Breitkopf, 1790. Sp. 67.


    Horstig, Carl Gottlieb. Reise nach Frankreich, England und Holland zu Anfange des Jahre 1803. Berlin: Maurer, 1806.


    Gerber, Ernst Ludwig. Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und den Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Komponisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, kunstvoller Dilettanten, Musikverleger, auch Orgel- und Instrumentenmacher, älterer und neuerer Zeit, aus allen Nationen enthält. Leipzig 1812-1814. Erster Theil A-D. Leipzig: A. Kühnel, 1812. Sp. 179-180.


    Schindel, Carl Wilhelm Otto August von. Die deutschen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. 1. Theil. Brockhaus, Leipzig 1823. S. 118-120.


    Schilling, Gustav (Hg.). Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften […]. Band 1. 2. Ausgabe. Stuttgart: Köhler, 1840. S. 317-318.


    Klemm, Gustav Friedrich. Die Frauen: Culturgeschichtliche Schilderungen des Zustandes und Einflusses der Frauen in verschiedenen Zonen und Zeitaltern. Band 5, Dresden: Arnoldische Buchhandlung, 1858. S. 145-146.


    Fétis, François-Joseph. Biographie universelle des musiciens et bibliographie générale de la musique. Deuxième édition. 1. Paris: Firmin-Didot, 1868. S.167-168.


    Mendel, Hermann. Musikalisches Conversations-Lexikon: Eine Encyclopaedie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Band 1. Berlin: Heinemann, 1870. S. 344.


    Eitner, Robert. Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. 1. Band. Leipzig: Breitkopf 1900. S. 236.

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    2. Sekundärliteratur (alphabetisch)


    Weitere Angaben in Elsberger, 2000. S. 297-309.


    Cohen, Aaron I. International Encyclopedia of Women Composers. Band 1. New York: Books & Music Inc., 1987. S. 34.


    Erben, Dietrich . Nina d’Aubigny von Engelbrunner (1770–1845). Ein Lebensbild nach Briefen und Tagebüchern. In: Vom Schweigen befreit. 2. Internationales Komponistinnen-Festival Kassel 30.8.-2.9.1990. Kassel: Internationales Forum Frau und Musik „Vom Schweigen befreit“, 1990. S. 38–43.


    Graeve, Richard (Hg.). Carl Gottlieb Horstig. 1763-1835. Das Lebensbild eines vielseitigen Genies aus Goethes Freundeskreis. Ein Beitrag zur Goetheforschung. Hildesheim: Lax, 1974.


    Elsberger, Manfred. Nina d’Aubigny von Engelbrunner. Eine adelige Musikpädagogin am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert. Untersuchungen zu ihrem Hauptwerk Briefe an Natalie zu ihrem Gesang. München: BUCH & media, 2000.


    Friedrichs, Elisabeth. Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. Stuttgart: Metzler, 1981, S. 10.


    Harer, Ingeborg. Musikalische Wirkungsfelder der bürgerlichen Frau im Biedermeier. In: Barbara Boisits und Klaus Hubmann (Hg.). Musizierpraxis im Biedermeier. Spezifika und Kontext einer vermeintlich vertrauten Epoche. Symposion „Wenn man wüsste, was Sie bei Ihrer Musik denken“ (Franz Grillparzer in Beethovens Konversationsbuch). Betrachtungen zur Musizierpraxis des Biedermeier im sozio-politischen Kontext (= Neue Beiträge zur Aufführungspraxis 5). Wien: Mille Tre, 2004. S. 49-66.


    Kassler, Michael (Hg). The Music Trade in Georgian England. New York: Routledge, 2016.


    Marsoner, Karin und Ingeborg Harer. Künstlerinnen auf ihren Wegen: ein „Nachtrag“: zur Geschichte des Grazer Musiklebens im 19. Jahrhundert. Graz: Leykam, 2003.


    Martin, Alison E. Moving scenes: the aesthetics of German travel writing on England 1783-1830 (= Legenda Studies in Comparative Literature 13). London: Legenda/Modern Humanities Research Association and Maney Publishing, 2008.


    Metzelaar, Helen. “A young German girl visits Holland: Nina d'Aubigny von Engelbrunner's travel journal, 1790–1791”. In: Grotjahn, Rebecca; Hoffmann, Freia (Hg.). Geschlechterpolaritäten in der Musikgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts (= Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte der Musik 3). Herbolzheim: Centaurus, 2002. S. 177-186.


    Nieberle, Sigrid. Art. „Aubigny von Engelbrunner, Nina d’.“ In: MGG Online, hrsg. von Laurenz Lütteken. Kassel, Stuttgart, New York: 2016ff., zuerst veröffentlicht 1999, online veröffentlicht 2016, https://www-1mgg-2online-1com-1000046tn041b.han.kug.ac.at/mgg/stable/13810.


    Nieberle, Sigrid. FrauenMusikLiteratur: Deutschsprachige Schriftstellerinnen im 19. Jahrhundert, Herbolzheim: Centaurus, 2002.


    Rieger Eva (Hg.). Frau und Musik. Mit Texten von Nina d’Aubigny, Adele Gerhard, Johanna Kinkel, Alma Mahler-Werfel, Clara Schumann u.a., hrsg. und eingeleitet von E. Rieger. Die Frau in der Gesellschaft: frühe Texte. Frankfurt am Main: Fischer, 1980.


    Schweitzer, Claudia. „Nina d’Aubigny von Engelbrunner und ihre Methodik im Instrumentalunterricht.“ In: Frankfurter Zeitschrift Für Musikwissenschaft 11, 28. November 2008. S. 19-34. http://www.european-musicology.eu/assets/Volumes/2008/20082.pdf


    Schweitzer, Claudia. „... ist übrigens als Lehrerinn höchst empfehlungswürdig“: Kulturgeschichte der Clavierlehrerin. Oldenburg: BIS-Verlag der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, 2008.


    3. Links


    A blog about Robert Bloomfield and his world

    http://agricolaepuer.blogspot.com/2013/11/nina-daubigny-von-egelbrunner.html (Stand: 12.08.2018)


    Stamboom van de familie d’Engelbronner

    http://www.engelbronner.nl/Desc_Elias/index.htm (Stand: 12.08.2018)

    Forschung

    Mit der Monographie von Manfred Elsberger, „Nina d’Aubigny von Engelbrunner […]“ aus dem Jahre 2000 wurde erstmals das umfangreiche Wirken Nina d’Aubignys vorgestellt, wobei der Autor Dokumente aus dem Familienbesitz der Nachkommen (Familie Erben, Wien) aufarbeiten konnte. U.a. erstellte Elsberger erstmals ein Verzeichnis der Schriften Nina d’Aubignys.

    Forschungsbedarf

    Die Schriften und Berichte Nina d’Aubignys, darunter zahlreiche Korrespondenznachrichten in zeitgenössischen Zeitungen und Journalen, warten jedoch noch auf eine Auswertung, wobei die große Anzahl der Beiträge, die Pseudonyme, die d’Aubigny von Engelbrunner in Verwendung hatte, einerseits und eine noch unbekannte Zahl anonymer Schriftstücke andererseits, der Erfassung einer möglichst vollständigen Literaturliste derzeit im Wege stehen. Weiters wäre d’Aubignys musikkulturelles Wirken in Wien und Graz zu erforschen.

    Was die Kompositionen betrifft, so wäre zumindest versuchsweise in Zweifel zu ziehen, dass Nina d’Aubigny tatsächlich nur zwischen 1797 und 1806 komponierte. Es fehlen jedoch derzeit Anhaltspunkte um die kompositorische Tätigkeit umfassender zu ergründen, ebenso wie auch eine Erstellung des Repertoires der Musikerin Nina d’Aubigny derzeit nicht möglich ist.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 17383834
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 100017932

    Autor/innen

    Ingeborg Harer


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 18.09.2018


    Empfohlene Zitierweise

    Ingeborg Harer, Artikel „Nina d' Aubigny von Engelbrunner“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 18.9.2018.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Nina_d\'_Aubigny_von_Engelbrunner