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  • Nathalie Wickerhauser

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Nathalie Wickerhauser
    Lebensdaten:
    geb. unbekannt in Wien, Österreich
    gest. nach

    Die genauen Lebensdaten von Nathalie Wickerhauser sind nicht bekannt; sie wurde ca. in den 1830er Jahren in Wien, Österreich, geboren und starb nach 1887. Ihre Kompositionen erschienen zwischen 1853 und 1887 in mehreren Wiener und Leipziger Verlagen. Die Komponistin Nathalie Wickerhauser ist nicht identisch mit der Lehrerin und Frauenrechtlerin Natalie Wickerhauser, die am 2. Oktober 1853 in Agram geboren wurde (gest. am 21.11.1906 in Agram).
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, vermutlich auch Pianistin

    Orte und Länder

    Nathalie Wickerhauser wirkte vermutlich in Wien. Alle ihre Kompositionen wurden in Wiener Verlagen veröffentlicht und teilweise in Leipziger Verlagen nachgedruckt.

    Biografie

    Über die Biografie Nathalie Wickerhausers ist nahezu nichs bekannt. Möglicherweise stammte sie aus der Familie des Wiener Bergwerk-Besitzers Anton Wickerhauser, dessen Söhne Emil und Moritz Wickerhauser in den 1820er Jahren geboren wurden. Emil Wickerhauser war Schriftsteller und Universitätsprofessor, Moritz Wickerhauser wirkte als Orientalist.


    Im 19. Jahrhundert galt Nathalie Wickerhauser als anerkannte Komponistin, die in mehreren Lexika der Zeit mit ihren Kompositionen verzeichnet ist, so z. B. in Constant von Wurzbachs „Biographischem Lexikon des Kaiserthums Österreich“ von 1887, in Alfred Michaelis’ „Frauen als schaffende Tonkünstler“ von 1888 und in Franz Pazdíreks „Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker“ (1904 ff.). Einer Besprechung ihrer Komposition „Scherzo pour Piano“ (op. 2) in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ lässt sich – ungeachtet der vernichtenden Kritik an ihren kompositorischen Fähigkeiten – entnehmen, dass Nathalie Wickerhauser vermutlich am Klavier hervorragend ausgebildet war. Der Rezensent bemerkte: „In dem Scherzo ist mit sehr vielen Noten im 12/8 Tact nicht allzu viel gesagt, und namentlich steht der Inhalt mit den Anforderungen an die Technik des Spielers in keinem Verhältniß. Wer aber mit vieler Mühe und großem Mittelaufwand nicht mehr als flüchtige Unterhaltung erreichen will, wird durch dieses Musikstück sich befriedigt fühlen.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 27. Oktober 1854, S. 199).


    Öffentliche oder private Auftritte Nathalie Wickerhausers lassen sich z. Zt. nicht belegen.

    Rezeption

    Die Kompositionen Nathalie Wickerhausers werden derzeit nicht rezipiert. Eva Marx und Gerlinde Haas verwiesen 2001 in ihrem Lexikon über „210 österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ auf die Komponistin (vgl. Artikel „Wickerhauser, Nathalie“ 2001).

    Werkverzeichnis

    Das vorläufige Verzeichnis der Werke Nathalie Wickerhausers wurde von Eva Diekmann nach Michaelis 1888, Pazdírek 1904 ff., Marx/Haas 2001 sowie mit Hilfe der Datenbank „Hofmeister XIX“, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts erfasst sind, erstellt.


    Deux Impromptus für Klavier, op. 1. Nr. 1 Demande et Réponse, Nr. 2 Dialogue. Wien: Mechetti, 1853, auch Leipzig: Cranz, o. J.


    Scherzo für Klavier, op. 2. Wien: Mechetti, 1854, auch Leipzig: Cranz, o. J.


    Danse des fées. Caprice für Klavier, op. 3. Wien: Mechetti, 1854.


    Deux Morceaux caractéristiques, op. 4. Nr. 1 La Perte, Nr. 2 Le Rêve. Wien: Mechetti, 1855, auch Leipzig: Cranz, o. J.


    Six Romances für Klavier, op. 5. 1. Chant des Rameurs – 2. Chant rustique – 3. Réminiscence – 4. Dernière Prière – 5. Chant du Soir – 6. Les Adieux. Wien: Mechetti, 1853, auch Leipzig: Cranz, o. J.


    Sechs Lieder ohne Worte für Klavier, op. 6. Leipzig: Kahnt, 1857.


    Invocation. Mélodie für Klavier. Wien: Glöggl, 1860, auch Leipzig: Cranz, o. J.


    Deux Morceaux caractéristiques, op. 8. Nr. 1 Toujours, Nr. 2 Jamais. Wien: Wessely u. B., 1863, auch Leipzig: Bosworth & Co., o. J.


    Erinnerung an Hütteldorf. Impromptus für Klavier, op. 10. Wien: Wessely, 1877, auch Leipzig: Bosworth, o. J.


    Zwei Lieder für Altstimme und Klavier: 1. Ein Fichtenbaum steht einsam – 2. Daheim. Wien: Wessely, 1882, auch Leipzig: Bosworth, o. J.


    Traumbilder. Vier Charakterstücke für Klavier, op. 11. Wien: Rörich, 1887.

    Quellen

    Dokumente


    In der Österreichischen Nationalbibliothek Wien sowie in der Gesellschaft der Musikfreunde Wien sind mehrere Erstdrucke von Werken Nathalie Wickerhausers vorhanden (vgl. Artikel „Wickerhauser, Natalie“ 2001).



    Literatur


    Artikel „Wickerhauser, Natalie“. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Constant v. Wurzbach. 1887 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Wickerhauser, Natalie“. In: 210 österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Biographie, Werk und Bibliographie. Ein Lexikon. Eva Marx, Gerlinde Haas (Hg.). Salzburg: Residenz-Verlag, 2001, S. 561.


    Michaelis, Alfred. Frauen als schaffende Tonkünstler. Ein biographisches Lexikon. Leipzig: A. Michaelis, 1888.


    Pazdírek, Franz (Hg.). Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker, Wien: Pazdírek & Co, 1904-1910.



    Kritiken und Zeitungsartikel


    Neue Zeitschrift für Musik vom 27. Oktober 1854, S. 199.


    Wiener Zeitung vom 14. Juli 1853.

    Wiener Zeitung vom 2. März 1854.



    Links


    http://www.hofmeister.rhul.ac.uk, Stand: 5. Juni 2010

    Die Datenbank „Hofmeister XIX“, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts aufbereitet sind, enthält auch mehrere Einträge zu Nathalie Wickerhauser.

    Forschung

    Zu Nathalie Wickerhauser liegen derzeit keine weiteren Forschungsinformationen vor.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Nathalie Wickerhauser umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 170276451
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 144057557

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 18. Juni 2010


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 04.07.2010


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Nathalie Wickerhauser“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 4.7.2010.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Nathalie_Wickerhauser