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  • Mon Schjelderup

    von Lilli Mittner
    Mon Schjelderup, Foto von Carl Tietz
    Namen:
    Mon Schjelderup
    Lebensdaten:
    geb. in Fredrikshald (Halden), Norwegen
    gest. in Asker, Norwegen
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Klavierpädagogin
    Charakterisierender Satz:

    „ […] men mit sind staar til større arbeide, til arbeider for orkester, som jeg selv vilde dirrigere.“


    „ […] aber mein Sinn steht nach größerer Arbeit, nach Arbeiten für Orchester, die ich selbst dirigieren möchte.“ (Mon Schjelderup im Interview mit E.B. in Nylænde, 15.2.1901, S. 56).


    Profil

    Mon Schjelderup war am Übergang zum 20. Jahrhundert eine zentrale Persönlichkeit im Musikleben Christianias (Oslo). Sie komponierte überwiegend Lieder und Klavierstücke, aber auch Werke für Violine und Klavier, für Männerchor sowie zwei Orchesterwerke. Als Pianistin wirkte sie bei zahlreichen öffentlichen Konzerten mit, auf denen sie meist eigene Werke präsentierte. Insgesamt fünf Bewerbungen um ein staatliches Künstlerstipendium blieben erfolglos und sie musste ihren Unterhalt als Klavierpädagogin am Musikkonservatorium in Christiania verdienen. Mon Schjelderup hatte Kontakt zur norwegischen Frauenbewegung. Die zweite Hälfte ihres Lebens verbrachte die unverheiratete Musikerin in einer Heilanstalt für psychisch Kranke, wo sie im Alter von 64 Jahren starb.

    Orte und Länder

    Geboren in Fredrikshald (Norwegen) erhielt Mon Schjelderup ihre musikalische Ausbildung zunächst in Christiania (Oslo) und anschließend an der Königlichen Hochschule in Berlin sowie am Pariser Conservatoire. Später kehrte sie in die norwegische Hauptstadt zurück, wo sie eine Anstellung als Klavierpädagogin am Musikkonservatorium erhielt. Die zweite Hälfte ihres Lebens verbrachte sie im Dikemark Krankenhaus in Asker bei Oslo.

    Biografie

    Mon Schjelderup wurde am 16. Juni 1870 in der kleinen norwegischen Festungs- und Hafenstadt Fredrikshald geboren. Sie war das vierte von insgesamt sechs Kindern von Anne Sofie Preus Berg (1831–1898) und Christian Bernhard Koren Schjelderup (1819–1889). Ihr Vater war Kapitän an der Festung Fredrikshald und starb als sie 19 Jahre alt war. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt Mon Schjelderup in Fredrikshald bei Friedrich August Reissiger. Bereits in ihrer Jugend musizierte sie gemeinsam mit dem Geiger Gustav Lange (1861–1939). Ihre erste Komposition, die Berceuse op. 1 für Violine und Klavier, schrieb sie im Alter von 14 Jahren (vgl. Dahm, 1987, S. 130).


    Ab 1885 ermöglichte ihr die Mutter, die selbst eine Klavierausbildung bei Halfdan Kjerulf erhalten hatte, in der Hauptstadt Christiania Klavierunterricht bei Agathe Backer Grøndahl zu nehmen. 1889 reiste Anne Sofie Preus mit ihren beiden Töchtern nach Berlin, wo die 18jährige Mon Schjelderup für zwei Jahre an der Königlichen Hochschule unter anderem bei Oskar Raif (1847–1899) und Woldemar Bargiel (1828–1897) studierte. 1891 wurde sie am Pariser Konservatorium in die Kompositionsklasse von Jules Massenet (1842–1912) aufgenommen. Dort komponierte Mon Schjelderup ihr erstes Orchesterwerk, das Vorspiel op. 4 zum 5. Akt von Henrik Ibsens Bühnenstück „Vildanden“ („Die Wildente“). Es wurde ab 1893 als Bühnenmusik am Christiania Theater unter dem Kapellmeister Johan Hennum insgesamt 14 Mal aufgeführt.


    Ihr offizielles Debut als Komponistin und Pianistin gab Mon Schjelderup am 17. November 1894 in der Alten Loge unter Mitwirkung der Geigerin Elly Fuchs und dem Orchester des Christiania Theaters unter Per Winge. Der große Saal der Alten Loge (Gamle Logens Store Sal) war einer der bedeutendsten Konzertsäle in der Hauptstadt. Auf dem Programm standen eigene Kompositionen (eine Romance und die Ballade op. 2 für Violine und Klavier, das Vorspiel zum 5. Akt von „Die Wildente“) sowie Kompositionen von Robert Schumann („Aufschwung“ aus den Fantasiestücken op. 12), Henryk Wieniawski (Faust-Fantasie op. 20) und Max Bruch (Violinkonzert d-Moll op. 44, 1. Satz).

    Nachdem sich Mon Schjelderup dem norwegischen Publikum mit weiteren Konzerten in Christiania, in ihrer Geburtsstadt Fredrikshald und in Fredrikstad vorgestellt hatte, setzte sie ihre Studien in Paris fort. Am 21.4.1895 gab sie dort gemeinsam mit dem Geiger Henri Sailler in der Salle Érard ein Konzert, in dem sie ausschließlich eigene Werke präsentierte. Neben Liedern (gesungen von Melly dell’Heillson) wurden die Ballade op. 2 und eine Romanze (vermutlich op. 9) für Klavier und Violine sowie die Violinsonate in h-Moll op. 12 aufgeführt. Letztere ist Jules Massenet gewidmet und 1896 in dem französischen Verlag La Lyre Musicale erschienen. Am 2. Dezember 1898 kam es im Kvartettforeningen (Quartettverein), zu dem ausschließlich männliche Zuhörer zugelassen waren (Brøgger, 1943), zu einer norwegischen Erstaufführung der Violinsonate, gemeinsam mit dem Geiger Gustav Lange.


    Nach insgesamt acht Studienjahren in Paris kehrte Mon Schjelderup 1899 nach Norwegen zurück und wurde 1900 als Klavierpädagogin am Musikkonservatorium angestellt (vgl. Aftenposten 31.5.1900). Zahlreiche gesammelte Zeitungsausschnitte in Mon Schjelderups Erinnerungsbuch (Minnebok) zeigen, dass ihre Musik zwischen 1900 und 1904 regelmäßig zur Aufführung kam. 1902 wurde im Nationaltheater ihr Festmarsch, instrumentiert von Jules Massenet, ein großer Erfolg (vgl. Aftenposten 23.11.1902). Als Pianistin musizierte sie gemeinsam mit Gustav Lange, Elsa Rüegger oder Anna Winge und wirkte bei zahlreichen z.T. selbst organisierten Konzerten, bei Veranstaltungen und Abendunterhaltungen mit (unter anderem bei der Presse-Woche, der Studentengesellschaft und verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten). Dabei trat sie regelmäßig auch mit eigenen Kompositionen auf. Es gibt Hinweise, dass sie sich in der Frauenbewegung engagierte. So nahm sie ab 1901 an den Versammlungen des Kvindestemmeretsforeningens klub (Vereins für das Stimmrecht der Frauen) oder dem Kvindelige Fredsforeningen (Friedensverein der Frauen) teil und führte dort eigene Liedkompositionen auf (vgl. Mon Schjelderups Minnebok, S. 40, 59 und 62). In der Frauenzeitschrift Nylænde, herausgegeben vom Norsk Kvindesaksforening [Norwegischer Verein für Frauenrecht], erschienen einige Lieder als Beilage.


    Möglicherweise war Mon Schjelderup nicht zufrieden mit ihrer Situation, denn sie bewarb sich insgesamt fünf Mal (in den Jahren 1890, 1897, 1901, 1902 und 1903) um ein staatliches Künstler-Stipendium mit der Begründung, ihre Studien bei Jules Massenet in Paris fortsetzen zu wollen. Ihr Antrag wurde von der Kommission jedes Mal abgelehnt. 1904 musste Mon Schjelderup im Alter von nur 34 Jahren aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit am Musikkonservatorium aufgeben (vgl. Lindeman & Solbu:1976). Bereits seit mehreren Jahren litt sie an einer psychischen Krankheit, über die keine näheren Einzelheiten bekannt sind. 1906 gab sie noch einmal zwei Werke heraus, dann verliert sich die Spur. Obwohl Mon Schjelderup noch 30 Jahre lebte, verschwand sie plötzlich vollständig aus dem Musikleben. Sie starb am 22. November 1934 im Dikemark Krankenhaus und wurde in Asker begraben.

    Würdigung

    Mon Schjelderup war um die Jahrhundertwende eine zentrale Persönlichkeit im Musikleben der norwegischen Hauptstadt. Als Pianistin wirkte sie bei zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen mit und trat gemeinsam mit den Sängerinnen Marna Bielenberg-Evensen, Cally Monrad und Lalla Wiborg Scott-Hansen sowie der Geigern Elly Fuchs und dem Geiger Gustav Lang auf. Darüber hinaus gelang es ihr, große Konzertereignisse in den führenden Konzerträumen der Stadt zu organisieren, auf denen sie ihre eigenen Werke präsentierte, unter anderem ihr Debut-Konzert im Großen Saal der Alten Loge sowie Aufführungen ihres Festmarsches für Orchester im Christiania Theater.

    Zwischen 1893 und 1906 gab sie über 60 Werke bei verschiedenen norwegischen Verlagen heraus, darunter Lieder, Klavierstücke, Werke für Klavier und Violine bzw. Klavier und Cello sowie Kompositionen für Männerchor. Für ihre Lieder wählte sie überwiegend Gedichte von Zeitgenossen. In insgesamt sieben Werken für Violine und Klavier setzte sie sich mit einer größeren Form auseinander. Dabei tritt motivisch-thematische Arbeit im klassischen Sinne in den Hintergrund zugunsten von Thementransformation und Arbeit mit dem Klang. Ihre Violinsonate, ein umfangreiches Werk mit anspruchsvollem Violinpart, kann als energisch, zum Teil exzentrisch und sehr phantasievoll beschrieben werden. Große Kontraste und ungewöhnliche Klangwirkungen werden zum kompositorischen Prinzip erhoben.

    Für eine Würdigung Mon Schjelderups als Klavierpädagogin bedarf es weiterer Forschung.

    Rezeption

    Auch wenn Mon Schjelderup regelmäßig öffentlich als Pianistin auftrat und als erfolgreiche Musikpädagogin wirkte, wurde sie von ihren Zeitgenossen in erster Linie als Komponistin wahrgenommen. Ihre Lieder zu Texten von Anna Winge, Vilhelm Krag, Arne Garborg oder Theodor Caspari genossen große Popularität, was auch damit zusammenhing, dass so erfolgreiche Sängerinnen wie Cally Monrad oder Eva Sars sie in ihre Konzertprogramme aufnahmen. Gina Oselia sang das Lied „Jeg synes jeg selv må stråle“ („Ich meine ich selbst muss strahlen“) nach einem Text von Vilhelm Krag regelmäßig als Zugabe.


    Zwischen 1895 und 1906 kündigten verschiedene Zeitungen nicht nur regelmäßig das Erscheinen neuer Werke an, sondern besprachen auch Konzerte, auf denen ihre Kompositionen von ihr selbst oder anderen aufgeführt wurden (siehe Mon Schjelderups Erinnerungsbuch). Dabei ist von Beginn an in zahlreichen Rezensionen Ermunterung und Zuspruch zu lesen, ihr Talent weiter auszubilden. In ihrer Musik wurden sowohl typisch norwegische Elemente als auch Einflüsse französischer Musik gehört.

    Solange sich Mon Schjelderup innerhalb kleinerer musikalischer Formen bewegte, erhielt sie überwiegend positive Rezensionen, die das Hauptaugenmerk auf die erzeugte Stimmung und Klangfarbe richteten. Weitere beschreibende Attribute waren unter anderem „sanft“, „nobel“, „nett“, „mild“ oder „vornehm“. Beispielhaft für den typischen Duktus sei hier eine Rezension von Otto Winter-Hjelm, einem der bedeutendsten Musikkritiker, wiedergegeben: „Mon Schjelderup, der fører et meget velklingende Sprog og undfanger mange vakker musikalsk Tanke, udfører sinde Ideer kun i ganske knap Form og udvikler ikke Motiverne. Bortsett fra den manglende ønskelige Ligevegt i Form vil man in hendes "To Pianostykker", op. 13 (H. Zapffs), ‚Tungsind‘ for Violoncel og Piano, op. 18 (Zapffs) og ‚Huldresang‘ af Arne Garbor, op. 21 (Warmuth) finde saavel smuk Ide som Velklang, nærmest som den Chopin-Henseltske Romantik har udformet den. Der er noget mildt og fornemt ved Mon Schjelderups Komposisjoner, der overalt vil vinde dem Anerkjendelse og Sympathi." („Mon Schjelderup, die eine sehr wohlklingende Sprache pflegt und viele schöne musikalische Gedanken empfängt, führt ihre Ideen in nur ganz knapper Form aus und entwickelt die Motive nicht. Abgesehen von dem mangelnden wünschenswerten Gleichgewicht in der Form wird man in ihren ‚Zwei Klavierstücken‘ op. 13 (H. Zapffs), ‚Tungsind‘ für Violoncello und Klavier, op. 18 (Zapffs) und ‚Huldresang‘ von Arne Garbor, op. 21 (Warmuth) sowohl hübsche Ideen wie Wohlklang finden, ähnlich dem wie die Chopin-Henselt’sche Romantik sie geformt hat. Es ist etwas Mildes und Vornehmes in Mon Schjelderups Kompositionen, die überall Anerkennung und Sympathie gewinnen werden.“, Aftenposten 22.12.1899).

    Ihr Debut als Komponistin am 18.11.1894 im großen Saal der Loge wurde von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Die wichtigsten Zeitungen (Aftenposten, Dagbladet, Morgenbladet und Verdens Gang) berichteten über das Ereignis. Auf dem Programm standen keine Lieder, sondern ein Orchesterwerk, zwei Klavierstücke sowie zwei Werke für Violine und Klavier. Von den Kritikern wurde insbesondere die formale Gestaltung bemängelt. „Komponisten mangler ikke musikalsk Ideer, men Formen er svevende og savner fast rytmisk og klar, bestemt Konstruktion. [..] Orkesterforspillet til Ibsens Vildanden det firtonede Ledemotiv, der udgjør Hovedthemaet, og som vender saa ofte tilbage, at det nesten bliver monotont, er altfor tynt i Længden at holde Interessen fangen. Det bliver derfor spekulativt istedenfor varm, fultondese Musik.“ („Der Komponistin fehlt es nicht an musikalischen Ideen, aber die Form ist schwebend und vermisst eine feste rhythmische und klar bestimmte Konstruktion. Das Orchestervorspiel zu Ibsens Wildente mit dem viertönigen Leitmotiv, das das Hauptthema ausmacht, und das so oft zurückkehrt, dass es beinah monoton wird, ist viel zu dünn in der Länge, um das Interesse zu fangen. Es bleibt deshalb spekulative statt warme, volltönige Musik.“, Morgenbladet, 18.11.1894).


    Winter-Hjelm stellte in seiner umfangreichen Rezension explizit eine Verknüpfung zwischen musikalischer Form und Geschlecht her, indem er schrieb: „Instrumentationen af ‚Vildandenforspillet‘ for Orkester var klar og forstandig, uden at der paa dette for Damer ikke just nærliggende Felt var noget udenfor den sædvanlige Velklang at bemerke.“ („Die Instrumentation vom ‚Wildentenvorspiel‘ für Orchester war klar und verständig, ohne dass auf diesem für Damen nicht gerade nah liegenden Feld etwas außerhalb des üblichen Wohlklangs zu bemerken wäre.“, Aftenposten 18.11.1894).


    Die Kategorie Geschlecht scheint auch in der Rezeption ihrer Violinsonate 1896 eine Rolle gespielt zu haben. Zwar wurden auch hier ihre hübschen Ideen und ihr Temperament („smukke Ideer og Temperament“) gelobt, die motivisch-thematischen Prozesse jedoch kritisiert: „Hendes Analyse af Thema’er og deres Motivers Brugbarhed ikke har været hende klar“ („Ihre Analyse der Themen und Brauchbarkeit deren Motive waren ihr nicht klar“, Otto Winter-Hjelm in Aftenposten 1896 in Mon Schjeldeurps Minnebok, S. 8).

    In Bezug auf ihre Auseinandersetzung mit größeren Formen war die Kritik deutlich weniger positiv und verständnisvoll. Man könnte hier von einer „Gattungsbarriere“ sprechen. Sobald Mon Schjelderup den für Komponistinnen anerkannten Handlungsrahmen (das Komponieren von Liedern und Klavierstücken) verließ und sich größeren Formen zuwandte, begegnete die Kritik mit Unverständnis und Ablehnung.


    Autorinnen in den Frauenzeitschriften Nylænde und Urd würdigten Mon Schjelderup nicht nur als Komponistin, sondern hoben auch ihre pädagogischen Fähigkeiten hervor. „Mon Schjelderup var en personlighet som lyste op blandt oss almindelige, små og grå hverdagsmennesker. [...] hun har betydd noemere enn bare ,spillelærerinne’ for de fleste.“ („Mon Schjelderup war eine Persönlichkeit, die unter uns gewöhnlichen, kleinen und grauen Alltagsmenschen herausleuchtete. [...] sie hat für die meisten mehr bedeutet als nur die ,Klavierlehrerin’“, Urd Nr. 34, 1934, S. 1375).

    Werkverzeichnis

    A. Vokalmusik

    1. Lieder


    2 Sange, op. 10, 1. Græd kun du blege, 2. Hvorfor hyler de sorte hunder, Text: Vilhelm Krag, Eva Nansen und Thorvald Lammers gewidmet, Christiania: Haakon Zapffe’s Musikforlag, 1899.


    2 Vestlandsviser, op. 16, 1. Jeg synes jeg selv maa straale 2. Jeg kjender ei mer mine tanker, Text: Vilhelm Krag, Gina Oselio gewidmet, Christiania: Carl Warmuth, 1899.


    Huldresang, op. 21, Text: Arne Garborg, Christiania: Carl Warmuth, 1899.


    Nocturne. Scherzo, op. 23, Text: Vilhelm Krag, L. H. gewidmet, Christiania: Carl Warmuth,1991.


    Bjerken i Brudeslør, op. 24, Text: Theodor Caspari, Christiania: Haakon Zapffe’s Musikforlag, o.J.


    Nytårskveld, op. 25, Text: Theodor Caspari, Christiania: Carl Warmuth, 1901.


    2 Sange, op. 31, 1. Skogsus T.: Theodor Caspari, 2. Langt bag de sorte Bjerge, T.: Halfdan Christensen, Borghild Blyberg gewidmet, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1901.


    Høststemning, op. 32, Text: Theodor Caspari, Hildur Schirmer gewidmet, Christiania: Carl Warmuth, 1902.


    Tullemors vise og Til Fiskeskjær, op. 33, Text: Anna Winge, Hildur Fjord gewimdet, Christiania: Carl Warmuth, 1902.

    Et savn, op. 33, T.: Halfdan Christensen, Christiania: Haakon Zapffe’s Musikforlag, 1902.


    3 Sange, op. 35, 1. Mit Solskins-Slot, T.: Asllaug Bull, 2. I Skoven, 3. Fædrelands-Sang, Text: Theodor Caspari, Bjørnstjerne Bjørnson gewidmet, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1902.


    Den Dag kjem aldri, op. 46, Text: A. O. Vinje, Kittie Heitmann gewidmet, Christiania: Nylænde hrsg. von Norsk Kvindesaksforening [Norwegischer Verein für Frauenrecht] 1904.


    Valmue rød, op. 48, Text: Fredrik Døcker-Smith, Leipzig: C.G. Röder, 1905, Christiania: Nylænde hrsg. von Norsk Kvindesaksforening [Norwegischer Verein für Frauenrecht] 1905.


    Nye Sange, op. 51, 1. Barcarole, Text: Anna Winge 2. Ak! om jeg kunde faa hvile, T.: Fredrik Döcker-Smith, Christiania: Hauff’s Boghandel, o.J.


    Til Kronsprins Olav, op. 52, Selbstverlag, 1905.


    Maria Nøklebånd, op. 61, Text: Fredrik Døcker-Smith, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1906.


    Det gyldenhvide Himmellys, op. 62, Text: Ludvig Holstein, Kopenhagen: Wilhelm Hansen, 1907.


    Min Elskov ingen Sjæl på Jord skal vide, op. 63, Text: Selma Lagerlöf, Leipzig: Röder Verlag, o.J.


    Min Elskede danser i Sale, op. 64, Text: Laurits Christian Nielsen, Leipzig: Verlag unbekannt, o.J.


    3 Sange, 1. Mainat, Text: Vilhelm Krag 2. Minde, Text: Vilhelm Krag 3. Resignation, Christiana: Haakon Zapffe’s Musikforlag, 1899.


    Til Mor, Text: Reidar Mjøen, Christiania: Nylænde hrsg. von Norsk Kvindesaksforening [Norwegischer Verein für Frauenrecht] Nr. 24. vom 15.12.1900, S. 369-373


    Barnerim, Text: Anna Winge und Lagertha Broch, Christiana: Haakon Zapffe’s Musikforlag, 1902.


    Den Dag kjem aldri, Text: Aasmund Olavsson Vinje, Christiania: Nylænde hrsg. von Norsk Kvindesaksforening [Norwegischer Verein für Frauenrecht] 1.1.1904, S. 6-11


    2 religiøse Sange, 1. Mod Jerusalem 2. Bøn, Text: A. Bull, Christiania: Nylænde hrsg. von Norsk Kvindesaksforening [Norwegischer Verein für Frauenrecht]. o.J.


    Sange. 1. Der skreg en fugl 2. December 3. Moderen synger, Text: Vilhelm Krag, Ragnhild Berven gewidmet, Prais: Coutarel, o.J.



    2. Kompositionen für Männerchor


    Silkesko over gylden Laest, op. 20, Text: Jens Peter Jacobsen, dem akademischen Gesangverein Ossian gewidmet, Christiania: Carl Warmuth, 1900.


    2 Sange, op. 59, 1. Nu klær Vaaren sig paa, 2.Sommernat paa Bræen, Text: Theodor Caspari, Agathe Backer Grøndahl gewidmet, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1906.


    Alt for Norge, Text: A. Bull. Christiania: Selbstverlag, 1905.


    De fanged Ørnen, Text: Idar Handagard, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1905.



    B. Instrumentalmusik

    1. Klaviermusik


    Aux printemps. 3 morceaux pour piano, op. 3. Paris: o.J.


    En mineur. 3 morceaux pour piano, op. 5, 1. Dans la forêt 2. Souvenir triste 3. Mazurka, Agathe Backer Grøndahl gewidmet, Paris: o.J.


    La ballerina. Air de ballet, Christiania: Carl Warmuth, 1898.


    2 pianostykker, op. 13, 1. Vuggevise 2. Sang uden Ord, Christiania: Haakon Zapff’s Musikforlag, 1998.


    Bjerken i Brudeslør, op. 24, Christiania: Haakon Zapff’s Musikforlag, 1998.


    Festmarsch for Orkester udsatt for Piano, op. 30, Christiania: Carl Warmuth, 1902.


    Bagateller. 4 lette pianostykker, 1. Tête à tête 2. Souvenir 3. Humoreske 4. Mazurka, Christiania: Carl Warmuth, 1903.



    2. Kammermusik

    Berceuse für Violine und Klavier, op. 1, Elli Fuchs gewidmet, Christiania: Brødrene Hals Forlag, 1893.


    Ballade für Violine und Klavier, op. 2, Frederik Schnedler-Petersen und Elsa Wagner gewidmet, Paris: o.J., Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1902.


    2 Romanser für Violine und Klavier, op. 6, Gustav Lange gewidmet, Christiania: Carl Warmuth, 1894.


    Romanse für Violine und Klavier, op. 9, Henri Sailler gewidmet, Christiania: Carl Warmuth, o.J.


    Sonate für Violine und Klavier h-moll, op. 12, Jules Massenet gewidmet, UA.: Paris 21. 4. 1896, Paris: La Lyre Musicale, 1896.


    Nøkkens Sang. Romanze für Violine und Klavier, op. 49, Manuskript.


    Serenade für Violine und Klavier, op. 55, Arve Arvesen gewidmet, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1906.


    Tungsind für Cello und Klavier, op. 18, Peter Lindeman gewidmet, Christiania: Haakon Zapffe’s Musikforlag, 1899.



    3. Orchestermusik


    Festmarsch op. 30 für Orchester arrangiert von Jules Massenet, , Bjørn Bjørnson gewidmet, UA.: Christiania 21.2.1901, Manuskript.



    C. Schauspielmusik


    Vorspiel zum 5. Akt von Henrik Ibsens „Vildanden“ [Die Wildente] für Orchester, op. 4, Jules Massenet gewidmet, Manuskript.



    Links


    Lexikonartikel des Norsk biografisk Leksikon (Norwegischen Biographischen Lexikons)

    http://www.snl.no/Mon_Schjelderup


    Vertiefungsartikel des Norwegischen Biographischen Lexikons

    http://www.snl.no/.nbl_biografi/Mon_Schjelderup/utdypning

    Repertoire

    Das Repertoire von Mon Schjelderup ist bisher nicht erschlossen.

    Quellen

    Dokumente


    Mon Schjelderups Minnebok. [Erinnerungsbuch] (Nationalbibliothek Oslo, Handschriftensammlung, Signatur: MS 8 1710:1)


    Bewerbungsunterlagen um Staatsstipendien (Riksarkivet Oslo, Signatur: KUD Skolekontor D 3Ao30.4.2 pk.121 und pk. 125).


    Programmsammlung und Utklipp-Sammlung der Musiksammlung in der Nationalbibliothek Oslo.


    Zeitungsartikel und Rezensionen


    Nylænde, 15.2.1901. S. 55 [Interview mit E.B.]



    Urd Nr. 25, 8. Jg, (1904) 18.6.1904. [Portrait von Anna Winge], S. 289-290

    Urd Nr. 49, Jg.38 (1934), S. 1375 [Nekrolog von Daisy Heitmann]


    Aftenposten, 28.11.1894 [Winther-Hjelm zum Komponistendebut]

    Aftenposten, 22.12.1899

    Aftenposten, 23.11.1902 [zur UA Festmarsch]

    Aftenposten, 26.11.1934 [Nekrolog]


    Morgenbladet, 18.11.1894.

    Dagbladet, 18.11.1894



    Sekundärliteratur


    Åstrand, Hans (Hg.). Sohlmans musiklexikon. Bd. 5. Stockholm, 1979, S. 305.


    Brøgger, Kristian Fredrik. Trekk av kammermusikkens historie her hjemme. Oslo, 1943.


    Dahm, Cecilie. Mon Schjelderup. In: Kvinner komponerer. Ni portretter av norske kvinnelige komponister i tiden 1840-1930. Oslo: 1987, S. 128–145.


    Gurvin, Olav und Anker, Øyvind. Muiskkleksikon. Oslo, 1959, Sp. 728.


    Herrestal, Harald. Mon Schjelderup. In: Norges Musikk Historie. Bd. 3. arvid Vollsnes (Hrsg.) Oslo, 1999, S. 319.


    Lindhjem, Anna. Kvinnelige komponister og musikkskoleutgivere i Skandinavia. Frederikstad: 1931, S. 13.


    Lindeman, Trygve & Einar Solbu. Musik-konservatoriet i Oslo 1883–1973, Oslo, 1976.

    Michelsen, Kari (Hg.). Cappelens musikkleksikon. Bd. 5. Oslo, 1978, S. 607.


    Morin, Gösta (Hg.). Sohlmans musiklexikon. Bd. 4. Stockholm, 1952, Sp. 629.


    Paulsen, Astrid. Kvinnelige norske komponister. Oslo, 1980, S. 56–58.


    Sandvik, Ole Mørk & Gerhard Schjelderup. Norges Musikhistorie, Bd. 2, 1921, S. 251, 253, 254, 278.


    Sandvik, Ole Mørk. Maria Gustava (Mon) Schjelderup. In: Norsk biografisk Leksikon, Bd. 12, Christiania: 1954, S. 401–402.



    Diskografie


    Sonate für Violine und Klavier h-Moll op. 12, Ørnulf Boye Hansen, Benny Dahl-Hansen, Aufnahme vom 31.1.1984, NRK-Lydarkiv: Archivnummer: 80719.


    „Jeg synes, jeg selv maa straale“, Birte Myhrstad, Gesang, In: All verden skal synge: Vilhelm Krag i norsk musikk, Oslo: 2002.

    Forschung

    Mon Schjelderup ist in allen großen skandinavischen Musiklexika vertreten. Die bisher umfangreichste Darstellung stammt von der Journalistin Cecilie Dahm aus dem Jahr 1987. Es ist ihr besonderes Verdienst, im Zuge der musikwissenschaftlichen Frauenforschung erstmals zahlreiche Quellen vor allem aus der Nationalbibliothek Oslo zusammengetragen und ausgewertet zu haben. Dahm konstruiert eine Leidensgeschichte, in der Schjelderups vergebliches Ringen um ein Staatsstipendium zentral für die Biografie wird. Die Tragik ihrer Krankheit als Erzählmoment lässt sich bis zu den Nekrologen von 1934 zurückverfolgen.

    In der jüngsten Darstellung in Norsk Musikk Historie (1999) ist Mon Schjeldeup mit einem eigenen Absatz in dem Kapitel zu komponierenden Frauen vertreten. Hier wird sie als Cousine des Komponisten Gerhard Schjelderup, anerkannte Klavierpädagogin, gute Pianistin und Komponistin gewürdigt. Eine eingehende Untersuchung ihres musikalischen Schaffens fehlt jedoch bislang, ebenso eine Einordnung in den kulturellen Kontext der Zeit.

    Ein bibliografisches Verzeichnis von Astrid Paulsen bildet die Grundlage für das hier vorliegende, erweiterte Werkverzeichnis.

    Forschungsbedarf

    Neben dem Auffinden weiterer Quellen (insbesondere aus der Berliner und Pariser Zeit) sowie der Erschließung bereits vorhandener Materialien (z.B. dem Erinnerungsbuch) wäre vor allem eine Analyse ihres Repertoires sowie Analysen ihrer Kompositionen wünschenswert, um sie als Musikerin besser einschätzen zu können. Welche Rolle spielte sie innerhalb der Frauenbewegung und welche Auswirkungen hatte das auf ihr kompositorisches Schaffen? Auffällig ist, dass sich der Kreis der Widmungsträger, Textdichter, Interpreten, Journalisten, Schüler und Frauenrechtler zum Teil überschneidet. Hier könnte eine Analyse des sozialen Netzwerks über die genauen Zusammenhänge aufklären.

    Außerdem steht eine Rekonstruktion ihrer Tätigkeit als Klavierpädagogin aus.


    Mon Schjelderup ist Teil des Forschungsprojektes der Autorin zum Thema „Komponierende Frauen in Norwegen. Bedingungen kulturellen Handelns.“

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 108084046
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 1014457165
    Library of Congress (LCCN): no2010046304
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Lilli Mittner


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 21.03.2012


    Empfohlene Zitierweise

    Lilli Mittner, Artikel „Mon Schjelderup“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 21.3.2012.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Mon_Schjelderup