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    von Margarethe Fischer
    Die Sängerin Miliza Korjus
    Namen:
    Miliza Korjus
    Ehename: Miliza Shector
    Lebensdaten:
    geb. in Warschau, damals Russland, heute Polen
    gest. in Culver City, USA (Californien)

    Das Geburtsjahr entspricht Miliza Korjus‘ eigener Angabe; davon abweichende Angaben: 1900 (vgl. Ephraim Katz, The Big Film Encyclopedia), 1907 (Kutsch/Riemens: Grosses Sängerlexikon), 1908 (Militärakten des Vaters Arthur Korjus, Estnisches Staatsarchiv). Geburtsdatum nach alter Zeitrechnung: 5.8.1909.
    Tätigkeitsfelder:
    Konzert- und Opernsängerin, Filmschauspielerin
    Charakterisierender Satz:

    „Ihr sind die Koloraturen keine Etüden, sondern sie werden kraft der Anmut ihrer Jugend und des klug behandelten und ausgenützten, musikalisch sehr kultiviert verwendeten Stimmmaterials zum Tummelplatz temperamentvoller Leichtigkeit, deren fröhlichem, tänzerischem Schwunge man mit unendlicher Freude nachlebt. Ohne aber dabei zu vergessen, wie schwer es ist, so „leicht” zu sein!” (General-Anzeiger Magdeburg, 7.5.1931)


    Profil

    Miliza Korjus wuchs in Moskau und Kiew auf, ab 1927 lebte sie bei ihrem Vater in Tallinn (Estland), wo sie auch ihre ersten Konzerte gab. Aber erst in Deutschland boten sich ihr Chancen, ihr großes Talent entsprechend zu entfalten - sie sang an der Staatsoper in Berlin, nahm zahlreiche Platten auf. 1936 folgte sie einem Angebot nach Hollywood, wo sie in dem Film „Der große Walzer“ mitwirkte, welcher besonders in der Sowjetunion sehr populär wurde. Miliza Korjus blieb in Amerika - während des 2. Weltkrieges verbrachte sie einige Jahre in Mexiko, wo sie in einem weiteren Film mitspielte -, gab dort Konzerte (u.a. in der Carnegie Hall) und nahm weitere Platten auf.

    Orte und Länder

    Ihre ersten Konzerte gab Miliza Korjus in Estland. Zu Beginn der 30er Jahre folgten Konzerte in ihrem damaligen Wohnort Magdeburg. In der Saison 1933/34 war sie an der Städtischen Oper Berlin engagiert, und ab 1934/35 gehörte sie zum Ensemble der Deutschen Staatsoper Berlin. In dieser Zeit trat sie auch bei Konzerten in verschiedenen Städten Deutschlands (u. a. in Magdeburg) und in Wien auf.

    Im Frühjahr 1936 erhielt sie ein Filmangebot aus Hollywood und übersiedelte in die USA, wo sie, von einigen während des 2. Weltkriegs in Mexiko verbrachten Jahren abgesehen, bis zu ihrem Tod lebte.

    Biografie

    Miliza Korjus wurde nach eigenen Angaben 18. August 1909 in Warschau geboren. Entgegen verbreiteten Darstellungen stammte sie nicht aus einer Adels- oder Diplomatenfamilie. Ihr Vater war als „Gemeiner” in die Russische Armee eingetreten und hatte nach mehr als 20jähriger Dienstzeit eine Stellung als Deutschlehrer am Suworow-Kadettenkorps in Moskau mit dem Rang eines Oberstleutnants inne (1913). Bereits 1912 trennten sich Miliza Korjus’ Eltern: Die Mutter lebte gemeinsam mit ihrem Geliebten und den fünf Töchtern aus ihrer Ehe zunächst in Moskau, später in Kiew. Der einzige Sohn blieb beim Vater; beide übersiedelten 1920 in die junge Estnische Republik und lebten in Tallinn.

    Miliza Korjus besuchte in Kiew das Konservatorium, wo sie bei Professor O. Murawjowa ihre Ausbildung erhielt. Sie sang im Dumka-Chor, dem ersten professionellen ukrainischen Chor, der 1920 von Nestor Gorodowenko gegründet worden war.

    1927 entschied sich Miliza Korjus, bei ihrem Vater in Estland zu leben. Hier nahm sie zwei Jahre lang Gesangsunterricht bei der Gesangslehrerin Warwara Malama, einer russischen Emigrantin. 1929 trat sie erstmalig bei Konzerten in den estnischen Städten Tallinn, Narva und Tartu auf, wo sie Arien aus dem Koloraturfach und russische und deutsche Lieder sang.

    Ein Beispiel für ihre Bewertung in Estland gibt folgende Besprechung eines ihrer Konzerte: „ta laulab nüüd paremini, eriti keskregistris, kõrged noodid aga ei ole head, nad ei lenda, on kitsad, sirged”. („sie singt jetzt besser, besonders im Mittelregister, die hohen Noten aber sind nicht gut, sie fliegen nicht, sind eng, gerade”, vgl. Päevaleht, 10. 9. 1932).

    1929 verliess Miliza Korjus Estland und heiratete in Magdeburg den baltendeutschen Dipl.-Ing. Kuno Foelsch (ihren Stiefbruder, ihr Vater hatte in zweiter Ehe Kuno Foelschs Mutter geehelicht). Sie kehrte 1932-33 noch einmal nach Estland zurück, um Konzerte zu geben. Auch ihre Tochter kam in Tallinn zur Welt.


    1933 verließ sie Estland endgültig und zog mit ihrem Mann zunächst nach Magdeburg. Dort erhielt sie, anders als in Estland, schon bei ihren ersten Konzerten große Zustimmung von Publikum und Kritik: „[...] eine phänomenale Koloraturbegabung [...]; sie singt mit instrumentaler Sicherheit und Virtuosität und lässt die Töne wie die Tropfen in einem Sprühregen hell und durchsichtig hervorsprudeln. Die Unbekümmertheit ihrer Singweise und Auffassung ist in ihrer Naivität und Treuherzigkeit irgendwie erfrischend.” (Magdeburger Zeitung vom 6. 5. 1931).

    In den folgenden Jahren erlebte sie eine beispielhafte Karriere: Nach einem Jahr an der Berliner Städtischen Oper kam Miliza Korjus 1934/35 an die Deutsche Staatsoper Berlin, sie nahm eine Reihe von Schallplatten auf, sang in dem Film „Der Student von Prag” als Gesangsdouble für die Hauptdarstellerin Dorothea Wieck. Andererseits bekam sie an der Staatsoper vor allem kleine Rollen: Dienerin in der „Ägyptischen Helena” von Richard Strauss, Meermädchen in Carl Maria von Webers „Oberon” und stand trotz des großen Beifalls, den ihre Verkörperung der „Königin der Nacht” gefunden hatte, in der 2. Reihe der Staatsopern-Sängerinnen .


    1936 unterschrieb Miliza Korjus einen MGM-Filmvertrag und ging nach Hollywood, um die Hauptrolle in dem Film „The Great Waltz”, ihrem einzigen, jedoch überaus erfolgreichen Hollywood-Film, zu übernehmen. „The Great Waltz” ist eine fiktive Geschichte um Johann Strauss Sohn mit opulenter Ausstattung und Walzermusik: „As unreal and as graceful as the music it records and celebrates, The Great Waltz should charm most cinemaddicts, give opponents of swing their happiest moments of the season. ” (Time, 14.11.1938). Der Film zeigt Miliza Korjus auf der Höhe ihres Könnens und ließ eine große Karriere erwarten, erwies sich aber in jeder Beziehung als künstlerische Sackgasse: Weitere Hollywood-Filmangebote blieben aus und in dem 1942 gedrehten mexikanischen Film „Caballeria del Imperio” spielt Miliza Korjus fast dieselbe Rolle wie im „Great Waltz”: eine umschwärmte österreichische Opernsängerin der Strauss-Ära. Schon Miliza Korjus‘ Filmrolle als Vera Donna lehnt sich an die Rolle aus „Great Waltz” an (dort hieß sie Carla Donner), welcher wiederholt in Szenen und Inhalten zitiert wird.


    Den Star-Ruhm des „Great Waltz” nutzend, gab Miliza Korjus in den vierziger Jahren in den USA, Kanada und Mexiko Konzerte - im Repertoire vor allem Strauss-Walzer und bravouröse Koloraturstücken, auf Ankündigungen und Programmen die aus dem „Great Waltz” bekannten Bilder mit Krinoline und Krönchen.

    1944 erschien Miliza Korjus‘ Buch „Light“, welches keine Biografie darstellt, sondern allgemeine Lebensbetrachtungen vor religiös gefärbtem Hintergrund.

    Anfang der fünfziger Jahre beendete Miliza Korjus ihre Konzerttätigkeit. Mit ihrem zweiten Ehemann Walter Shector gründete sie das Plattenlabel „Venus”, das ihre eigenen Aufnahmen vertrieb und dabei weiterhin auf ihr Great-Waltz-Image setzte.

    Miliza Korjus starb am 26.8.1980 in Culver City (Californien).

    Aus ihren beiden Ehen gingen drei Kinder hervor: Miliza/Melissa (1932), Ernst (1943), Richard (1946).

    Würdigung

    Vom Stimmfach her ein dramatischer Koloratursopran mit einer spielerisch gehandhabten Technik, begeisterte Miliza Korjus ihr Publikum zu einer Zeit, als kein Mangel an Koloratursopranen herrschte. „It cannot be said that the German lyric stage suffers from a lack of good coloratura singers. They simply abound.” (Stiles Allen, Gramophone, Januar 1931, S. 23)

    Offen ist die Frage, wie sich Miliza Korjus ihre „schier unglaubliche Koloraturtechnik” (Weltwoche, 1. Februar 1935) aneignete. Über ihre anfängliche Ausbildung in Kiew ist nahezu nichts bekannt. In Tallinn hatte sie lediglich 2 Jahre Gesangsunterricht. Es ist immer wieder behauptet worden, dass Miliza Korjus’ Vater an der Gesangsausbildung seiner Tochter beteiligt gewesen sei; er hätte sie das nachsingen lassen, was er auf der Geige vorspielte. Damit versuchte man, den teilweise recht instrumentalen Klang ihrer Stimme zu erklären, über welchen Jürgen Kesting in seinem Buch „Die grossen Sänger” schreibt: „In Lucias Wahnsinns-Arie sind die vokalen und die instrumentalen Flötentöne kaum auseinanderzuhalten.” (Kesting (1993) Bd. 2, S. 702). Miliza Korjus selbst äusserte wiederholt, „self-trained” zu sein und das Singen vor allem beim Anhören von Grammophon-Platten erlernt zu haben. Diese Theorie des Lernens vom Grammophon wurde damals auch von der englischen Zeitschrift „Gramophone” propagiert, die mit ihren zahlreichen und meist sehr wohlwollenden Besprechungen der frühen Plattenaufnahmen Miliza Korjus‘ nicht unwesentlich zu ihrem Erfolg beigetragen haben dürfte. „The best soprano record I have heard during the last two or three month is unquestionably that of Miliza Korjus.” („Die beste Sopran-Aufnahme, die ich in den letzten zwei-drei Monaten gehört habe, ist zweifelsohne die von Miliza Korjus.”; vgl. Compton Mackenzie in: Gramophone, Januar 1935, S.7) In einer Rezension der ersten fünf Platten Miliza Korjus‘ nennt die Schweizer „Weltwoche” Amelita Galli-Curci und Maria Ivogün als die bisher besten Koloratursängerinnen – und schreibt weiter: „Und nun kommt zu den beiden ein neuer Stern. [...] Miliza Korjus besitzt vielleicht nicht – oder noch nicht die Innigkeit und Wärme im Ausdruck der Ivogün, auch nicht den weichen Glanz der Galli-Curci; sie übertrifft aber beide an Umfang und Klangkraft der Stimme und wird auch in der wahrhaft sensationellen Beherrschung des Technischen von den beiden anderen kaum erreicht. Diese Sängerin ist wirklich ein Phänomen. Wir werden noch große Dinge von ihr hören.” (Weltwoche vom 1. Februar 1935)

    Die Berliner Börsen-Zeitung vom 14.Januar 1935 vergleicht nach Miliza Korjus’ erstem Auftritt in der Partie der Königin der Nacht die beiden Interpretinnen der Rolle, Erna Berger und Miliza Korjus, und stellt dabei letztere auf eine Stufe mit der wesentlich erfahreneren Berger: „Hier Preise zu verteilen, erscheint kaum möglich. Die gesanglichen Qualitäten machen sie zu gleichwertigen Rivalinnen."

    Neben ihrem musikalischen Talent hatte Miliza Korjus eine faszinierende Bühnenpräsenz und einzigartige Ausstrahlung. – nur wenige Rezensionen lassen ihre Attraktivität unerwähnt. „Für eine Sängerin ist der Start mit Orchester im großen Konzerthaussaal ein Wagnis. Akustisch geht aber Miliza Korjus ein bedeutender Ruf voraus und freundlichste Vorurteile stellt die Optik schnell bei, als im schneeigen Weiss eine große Blondine auf dem Podium erscheint. Jeder möchte, dass die elegante Frau so blendend singt, als sie aussieht.”, vgl. Rezension des Wiener Konzerts vom 10.12.1935 in: Neues Wiener Journal vom 11.12.1935).

    Rezeption

    Die kurze Zeit, in der Miliza Korjus’ an den führenden deutschen Opernhäusern engagiert war, die wenigen Auftritte in ihrem Fach und ihrem Rang entsprechenden Rollen verhinderten, dass sie sich in Deutschland zu einem wirklichen Opernstar und Publikumsliebling entwickeln konnte.

    „The Great Waltz” war kommerziell erfolgreich und Miliza Korjus wurde für den Oskar in der Kategorie der besten Nebendarstellerin nominiert. Danach gab es verschiedene Pläne für weitere Musikfilme mit Miliza Korjus – keiner davon wurde verwirklicht. 1940 setzte ein schwerer Autounfall mit langem Krankenhausaufenthalt den endgültigen Schlussstrich unter ihre Hollywood-Karriere.

    „The Great Waltz” lief in vielen Ländern sehr erfolgreich, kam aber in Deutschland erst nach dem 2. Weltkrieg zusammen mit einer Vielzahl US-amerikanischer Filme in die Kinos und fand kaum mehr Beachtung.

    Den größten Erfolg hatte „The Great Waltz” in der Sowjetunion. Dieser Hollywood-Musikfilm wurde zu einem sowjetischen Kinoereignis und ist bis heute ein Kultfilm in Russland geblieben. Besonders Künstler und Intellektuelle waren vom „Bolschoj Wals”, so der russische Titel des „Great Waltz”, fasziniert. In einer Reihe von Autobiografien wird der unvergesslich große Eindruck des Filmes geschildert. Zum Beispiel bei Galina Wischnewskaja, die als junges Mädchen die Leningrader Blockade überlebte und ihre Hunger- und Fieberträume beschreibt: „[…] allein in der Wohnung und in Decken gehüllt, fiel ich in eine Art Halbschlaf und träumte [...] und ich selbst schritt in einem wunderschönen Krinolinenkleid durch einen Park – genau wie Miliza Korjus in dem amerikanischen Film ‚Der grosse Walzer‘ [...] ich sang natürlich – genau wie sie; mindestens zwanzig Mal hatte ich mir den Film vor dem Krieg angesehen.” (Wischnewskaja (2004), S. 34) Anspielungen auf den „Bolschoj Wals”, häufig in der Form eines Zitats, das die große Vertrautheit mit dem Film voraussetzt, finden sich in russischer Literatur und Musik ebenso wie in Filmen.

    Ein besonders bezeichnendes Rezeptions-Kapitel bilden die zahlreichen Geschichten und Legenden, die über Miliza Korjus‘ Kindheit und Jugend in Russland und in Estland erzählt werden.


    Nach der alles in allem recht kurzen Bühnen- und Filmkarriere sind einzig ihre Plattenaufnahmen geblieben, die ihre Strahlkraft vor dem Vergessen bewahren, vor allem die Aufnahmen der dreißiger Jahre. Auch heute noch bei verschiedenen Anbietern erhältlich, zeigen sie Miliza Korjus’ außergewöhnliche virtuose Technik und lassen bedauern, dass sich der Wunsch von Cedric Wallis nicht erfüllte: “It is this record (Martern aller Arten/Entführung), above all the others, which entitles us to expect great things of our new soprano. There is a high place waiting for the singer who can give us intelligent records of all the bravura airs of Mozart. Let us hope that Miliza Korjus may be she whom we seek.” (Es ist diese Aufnahme (Martern aller Arten/Entführung), die uns - mehr als alle anderen – Anlass gibt zu behaupten, dass wir eine große Kariere von unserem neuen Sopran erwarten können. Es gibt einen Olymp, der auf jene Sänger wartet, die uns solch intelligente Aufnahmen all jener Bravour-Arien von Mozart darbieten. Hoffen wir, dass Miliza Korjuz unsere Erwartungen erfüllt.“, vgl. Cedric Wallis in: Gramophone, März 1935).

    Werkverzeichnis

    Korjus, Miliza: Light. Privatly printed, 1944.

    Repertoire

    Königin der Nacht aus der „Zauberflöte“ von W. A. Mozart, Berlin, Staatsoper


    Lola aus „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni, Berlin, Staatsoper


    Meermädchen aus „Oberon“ von Carl Maria von Weber, Berlin, Staatsoper


    Dienerin aus der „Ägyptischen Helena“ von Richard Strauss, Berlin, Staatsoper


    Gilda aus „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi, Berlin, Städtische Oper

    Quellen

    Archive:

    Estnisches Musik- und Theatermuseum

    Estnisches Staatsarchiv

    Stadtarchiv Tallinn/Estland (u.a. Kirchenbücher, Militärakten, Ehescheidungsverfahren Arthur Korjus, Testament Arthur Korjus)

    Stadtarchiv Magdeburg, Zentrum für Telemann-Pflege und Forschung Magdeburg

    Landesarchiv Berlin

    FU Berlin/Institut für Theaterwissenschaften

    Stadtmuseum Berlin/Theatersammlung

    Deutsches Filminstitut Frankfurt

    Staatsarchiv Warschau


    Sekundärliteratur:

    Bing, Rudolf. 5000 Abende in der Oper. München 1973.


    Deutsches Bühnenjahrbuch, Berlin, Jahrgänge 1930-1936.


    Droescher, Georg. Die vormals königlichen jetzt preußischen Staatstheater zu Berlin. Berlin 1936.


    Eesti Teatri Biograafiline Leksikon. Tallinn 2008.


    Fetting, Hugo. Die Deutsche Staatsoper. Berlin 1937.


    Katz, Ephraim. The Film Encyclopedia. New York 1994.


    Kesting, Jürgen. Die großen Sänger unseres Jahrhunderts. Düsseldorf 1993


    Krenn, Günter (Hg.). Walter Reisch. Film schreiben. Wien, Filmarchiv Austria 2004.


    Krusche, Friedemann. Theater in Magdeburg. Halle 1994/95.


    Künstler-Almanach 1934. Lexikon für Bühne, Konzert, Film und Funk. Berlin 1933/34.


    Kutsch, Karl J.; Riemens, Leo (Hg.). Großes Sängerlexikon. München 2003.


    Lamparski, Richard. Whatever became of...? New York 1976.


    Meyer zu Heringdorf, Detlev. Das Charlottenburger Opernhaus von 1912 bis 1961. (Diss.) Berlin 1988.


    Moser, Karin (Hg.). Besetzte Bilder. Film, Kultur und Propaganda in Österreich 1945-1955. Wien, Filmarchiv Austria 2005.


    Plissetzkaja, Maija. Ja, Maija Plissetzkaja... Moskau 2008.


    Reinhardt, Gottfried. Der Apfel fiel vom Stamm. München 1992.


    Sada aastat Estonia muusikalavastusi kavalehtedel. (Hundert Jahre musikalische Aufführungen auf den Bühnenzetteln des Estonia-Theaters) Tallinn 2007.


    Shibanow, Georgij. Nestor Gorodowenko. Kiew 2001.


    Sokolowa, Eleonora. Udiwitjelnaja Legenda „Bolschogo Walsa” - Pewiza Miliza Korjus. Unveröffentl. Manuskript, o. J. Wienbibliothek.


    Staatsoper Berlin. Almanach 1936 bis 1939. Hg. von J. Kapp. Leipzig 1939.


    Vieira, Mark A. Irving Thalberg. Berkeley / Los Angeles 2010.


    Wischnewskaja, Galina. Galina. München 2004.



    Zeitschriften- und Zeitungsartikel (Auswahl):

    Sechstes Sinfoniekonzert im Stadttheater. In: Magdeburger Tageszeitung 11.04.1934.


    Die „Berliner Nachtigall”. In: Der Westen 14.01.1935.


    Nugent, Frank. „The great waltz” In: New York Times 25.11.1938.


    Pianist Vladimir Padva reisikiri. In: Eesti Päevaleht 26.6.1938.


    „Miliza Korjus“. In: Maret. Tallinn 3/1939.


    Spencer, Dorothy. “The canaries sing their ‘swan songs’”. In: Motion Picture, Vol. 57, April 1939.


    „The marvelous Miliza”. In: Time 30.10.1944.


    „Rare vocal artistry on recording.” In: Twin Circle 21.04.1968.


    Remmelgas, Jüri. „Militsa Korjus, Gerda Murre ja teised ajakirjanike kodus Kosel“ (Militsa Korjus, Gerda Murre und andere im Journalistenheim in Kose). In: Uudisleht 22.06.1978.


    Põldmäe, Alo: Põhjamaa ööbik Miliza Korjus. (Miliza Korjus, die Nachtigall des Nordlandes). In: Sirp 26.08.1999.


    Polonski, Vladimir und Schemeta, Leonid. „Eto bylo nedawno... eto bylo dawno”. In: Serkalo Nedeli 15.09.2000.


    Treier, Elem. „Kaks Miliza Korjust Tallinnas“. In: Eesti Ekspress 13.09.2001.


    Moorast, Alexandra. „Miliza pojot vals”. In: Molodjosch Estonii 28.05.2005.


    Werbematerial, Programme:

    Illustrierter Filmkurier 2389 – Der Student von Prag, 1935

    Staatstheater Berlin: Spielplan 1935.



    Diskografie (Auswahl)


    LPs:

    1934: Strauss/Frühlingstimmen-Walzer. Proch/Variationen. Brandt-Müller/Die Mädele von Biberach. Verdi/Rigoletto/Teurer Name. Rossini/Barbier/ Frag ich mein beklommnes Herz. Alabijew/Nachtigall. Mozart/Adam/Bravour-Variationen. Mozart/Zauberflöte/Der Hölle Rache. Mozart/Entführung/Martern aller Arten. Meyerbeer/Dinorah/Du leichter Schatten. Offenbach/Hoffmanns Erzählungen/Phöbus stolz im Sonnenwagen


    1935: Mackeben/Warum. Mackeben/Es zogen zwei Spielleut‘ (beides aus dem Film “Der Student von Prag”). Strauss/Ariadne auf Naxos/Gesamtaufnahme unter Clemens Krauss, Miliza Korjus als Najade. Arditti/Parla!. Arditti/Il Bacio. Rossini/La Danza. Denza/Funiculi Funicula. Dell Acqua/La Villanelle. Strauss/Indigo. Benedict/Carneval von Venedig. Chopin/Nocturne op.9 u. 37. Verdi/Sizilianische Vesper/Bolero. Gounod/Holde Nachtigall.


    1936: Rimskij-Korsakow/Zarenbraut/In Nowgorod wir wohnten. Rimskij-Korsakow/Sadko/Hindu-Lied. Rimskij-Korsakow/Der goldene Hahn/Hymne an die Sonne. Verdi/Ernani/Ernani, rette mich. Verdi/Rigoletto/Liebe ist Seeligkeit – mit H.Rosvaenge. Donizetti/Die Zigeunerin/Das Laub nur zum Lager. Donizetti/Lucia di Lammermoor/Il dolce suono. Delibes/Lakme/Woher kommst du? - mit M.Wittrich. Delibes/Lakme/Candida durga. Delibes/Lakme/Indiana bruna. Delibes/Die Mädchen von Cadiz. Moszkowski/Liebe kleine Nachtigall.


    1938: Strauss/Tales of the Vienna Wood. Strauss/One day when we are young. (aus “The Great Waltz)


    1939: Donizetti/Lucia di Lammermoor/Spargi d’amaro pianto. (live)


    1942: Bellini/Norma/Casta Diva (aus dem Film “Caballeria del Imperio”) Strauss/Die Fledermaus/Laughing song


    1945: Strauss/Wine, women and song. Strauss/One thousand and one nights. Strauss/On the beautiful blue Danube.


    1946: Mozart/Exultate jubilate/Alleluja. (live)

    1947: Strauss/Roses from the South. Strauss/Artists Life. Strauss/Treasure waltz. Strauss/Vienna blood. Strauss/Emperor waltz


    CDs:

    Remembering Miliza Korjus, 4 CDs, 2005.


    The Art of Miliza Korjus/Living Voices, Hänssler 2004

    Miliza Korjus singt Arien und Lieder, Vol,1, 2, 3. Preiser 1997, 1998, 2007.


    Four Famous Sopranos of the Past (E. Sack, E. Berger, M. Korjus, A. Kern), Mono Historic recordings 1997.


    Richard Strauss: Ariadne auf Naxos. Gesamtaufnahme, 1935 (Clemens Krauss, Ursuleac, Berger, Rosvaenge – Miliza Korjus als Najade), Line Music/Cantus Classics 2005.


    Filme:

    Der Student von Prag, Deutschland 1935 – Gesangsdouble für Dorothea Wieck.

    The Great Waltz – USA 1938.

    Caballeria del Imperio – Mexiko 1942.

    Forschung

    Über Miliza Korjus sind sehr divergente biografische Angaben verbreitet. Auch in seriösen Veröffentlichungen wie z.B. Kutsch/Riemens (2003) finden sich z.T. unkorrekte Angaben. Erschwerend für die Recherchearbeiten insbesondere zu den frühen Jahren ist, dass Materialien zu Miliza Korjus in Polen, Russland, Ukraine, Estland, Deutschland verstreut sind. Primärquellen sind teilweise nicht mehr auffindbar und oft nur schwer zugänglich. Die Zeit in den USA ist besser belegt und lässt sich leichter eruieren.

    Eine Dissertation zu Miliza Korjus befindet sich in Arbeit (Universität Detmold/Paderborn).

    Forschungsbedarf

    Trotz zahlreicher Artikel, Erwähnungen in Autobiografien und Biografien anderer und Einträge in Lexika, trotz wiedererwachtem Interesse an der Sängerin und Wiederveröffentlichungen ihrer Aufnahmen steht eine umfassende Biografie über Miliza Korjus noch aus.

    Normdaten

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    Library of Congress (LCCN): n83066262
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Margarethe Fischer


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 22.06.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Margarethe Fischer, Artikel „Miliza Korjus“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 22.6.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Miliza_Korjus