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  • May Mukle

    von Silke Wenzel
    Die Violoncellistin May Mukle. Eigenhändig signierte Fotographie von Agnes Jennings, London.
    Namen:
    May Mukle
    Varianten: May Muckle, May Henrietta Mukle, May Henrietta Muckle
    Lebensdaten:
    geb. in London, England
    gest. in Cuckfield (Sussex), England

    Die Namensvariante „Mükle“ ist in mehreren Lexika verzeichnet. Vermutlich kommt sie von May Mukles Vater Leopold Mukle, der deutscher Herkunft war, auch wenn sein Nachname in deutschen und englischen Publikationen ebenfalls als „Mukle“, nicht als „Mükle“ geführt wird.
    Tätigkeitsfelder:
    Cellistin, Solistin, Kammermusikerin, Komponistin, Veranstalterin
    Charakterisierender Satz:

    „It is perhaps premature to review in detail a work which is shortly to be brought out as originally designed, but Miss May Mukle’s playing of the solo part was enough to show how much brilliant humour there is in the work, which is based on the tune ‘Sally in our Alley.’” („Es ist vielleicht voreilig, ein Werk im Detail zu besprechen, das gerade in der ersten Fassung herausgekommen ist, aber bereits Miss May Mukles Spiel des Soloparts war ausreichend, um zu zeigen, wie viel brillanter Humor in dem Werk aufgehoben ist, das auf der Melodie von ‚Sally in our Alley’ basiert.“; The Times London vom 21. Februar 1911, S. 10 über May Mukles Uraufführung der „Capricious Variations“ von Th. F. Dunhill)


    Profil

    Die Cellistin May Mukle gilt mit ihrer außergewöhnlichen Begabung als eine der ersten Frauen, denen auf diesem Instrument eine internationale Karriere als Konzertsolistin und Kammermusikerin gelang. Über 60 Jahre trat May Mukle weltweit mit ihrem Montagnana-Cello auf, unternahm Konzerttourneen durch Großbritannien, Europa, die USA und Kanada, durch Australien und Südafrika sowie durch zahlreiche asiatische Länder und konzertierte dabei sowohl in den Konzertsälen der Großstädte als auch in dörflichen Kirchen. Zugleich war sie eine herausragende und begeisterte Kammermusikerin, die mit nahezu allen (Damen-)Ensembles dieser Zeit spielte und eigene Ensembles gründete, so z. B. das Langley Mukle Quartet (gemeinsam mit der Violinistin Beatrice Langley) sowie das English Ensemble Pianoforte Quartet, das über 20 Jahre lang öffentlich auftrat.

    Als Solistin wie als Kammermusikerin lag ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit auf Interpretationen aktueller Musik. Unermüdlich setzte sich May Mukle bis ins hohe Alter mit neuen Kompositionen auseinander und spielte zahlreiche Uraufführungen von Werken, die heute zum Kanon der Celloliteratur zählen, darunter Werke von Rebecca Clarke, Thomas Frederick Dunhill, Maurice Ravel und Ralph Vaughan Williams. Häufig gelang es ihr, mit ihrem eigenen musikalischen Verständnis auch Publikum und Kritiker von ungewohnt Neuem zu überzeugen.

    May Mukle begeisterte ihr Publikum mit ihrer Musikalität bis ins hohe Alter von über 80 Jahren. Die Faszination, die von ihrem Spiel ausging, würdigte der Brahms-Biograf Max Kalbeck einmal mit den Worten, May Mukle sei „ein weiblicher Casals“ (vgl. Campbell 1988, S. 201).

    Orte und Länder

    May Mukle wurde in Cuckfield, Sussex geboren. Im Alter von 13 Jahren begann sie an der Royal Academy of Music London zu studieren. Ihr gesamtes Leben behielt sie ihren Wohnsitz in London bei. Konzerttourneen führten sie jedoch durch zahlreiche Länder fast aller Kontinente, darunter Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland, Österreich, Holland und Ungarn, die USA, Kanada, Australien und Südafrika sowie schließlich auch durch China, Japan, Singapur, Java und Indien.

    Biografie

    May Mukle wurde am 14. Mai 1880 in London geboren. Der Vater, Leopold Mukle kam aus einer deutschen Spieluhren-Familie und war in den 1850er-Jahren nach London ausgewandert, um dort als Orgelbauer und Orchestrion-Hersteller gemeinsam mit Daniel Imhof die Firma Imhof & Mukle aufzubauen. Er gilt als Erfinder der ersten „juke box“, der sogenannten „coin-slot mechanical music machine“. Die Mutter, Anne Mukle war eine englische Pianistin und sorgte für eine fundierte musikalische Ausbildung ihrer Kinder. Mindestens zwei weitere Schwestern von May Mukle wurden ebenfalls professionelle Musikerinnen: ihre Schwester Lilian als Trompeterin und Geigerin, ihre Schwester Anne als Pianistin.

    Auch May Mukle wurde zunächst von der Mutter am Cello unterrichtet. Mit neun Jahren trat sie erstmals öffentlich auf und erhielt anschließend Cellounterricht von einem Mr. J. E. Hamilton (oder A. Hambleton). Bereits im Alter von elf Jahren soll May Mukle mit ihrem Spiel ausreichend Geld verdient haben, um ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Mit 13 Jahren wurde sie an der Royal Academy of Music aufgenommen und studierte vier Jahre lang bei Alessandro Pezze, dem Nachfolger Alfredo Piattis. Während ihrer Studienzeit erhielt sie alle an der Royal Academy of Music verfügbaren Preise und mit dem Diplom wurde ihr zugleich der Titel „Associate of the Royal Academy of Music“ (A.R.A.M) verliehen, ein Ehrentitel, den Musikerinnen und Musiker in der Regel erst nach vielen Jahren erfolgreichen Konzertierens erhalten. Zu Beginn ihrer Karriere war es ihr zudem von einem unbekannten Förderer ermöglicht worden, sich aus der Instrumentensammlung von Hill’s and Sons in London ein Cello auszusuchen. May Mukle wählte ein Montagnana Cello von 1730, das sie ab diesem Zeitpunkt durch ihr gesamtes Künstlerleben begleitete.


    Nach dem Studium begann eine mehr als 60-jährige Karriere – lediglich unterbrochen von den Jahren des Zweiten Weltkriegs –, die bis dahin für eine Frau am Cello nahezu undenkbar gewesen wäre. Noch vor Ende ihres Studiums, im März 1896, spielte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Anne Mukle in den Queen’s Hall-Konzerten kleinere Stücke von David Popper und Carl Davidoff sowie die Bearbeitung einer Nocturne von Frédéric Chopin. Der Kritiker der London Times ließ keinen Zweifel an ihren musikalischen Fähigkeiten: „The violoncellist, Miss May Mukle […] displayed decided promise“. („Die Cellistin Miss May Mukle offenbarte ein entschiedenes Talent.“; The Times London vom 25. März 1896, S. 13). Ab diesem Zeitpunkt konzertierte May Mukle regelmäßig in Großbritannien: sie trat in der Belfast Philharmonic Society, in der Cardiff Orchestral Society und beim Hereford Festival auf, sie spielte in den Bournemouth Symhony Concerts sowie in allen großen und kleinen Londoner Konzertsälen und deren Veranstaltungsreihen. Spätestens ab 1925 war sie zudem in Rundfunkkonzerten der BBC zu hören.


    Neben Interpretationen von Werken des traditionellen Cello-Repertoires – Suiten von Johann Sebastian Bach, Sonaten von Pietro Locatelli und Ludwig van Beethoven, Petr I. Tschaikowskis Rokoko-Variationen und Edward Elgars Cello-Konzert e-Moll – zeichnete sich May Mukle insbesondere durch eine große Neugierde gegenüber aktuellen Werken aus. Sie arbeitete mit zahlreichen Komponistinnen und Komponisten zusammen und nahm deren Werke so selbstverständlich in ihre Konzertprogramme auf – meistens eingebettet in bekannte Werke –, dass sich Musikkritiker fast immer genauso offen gegenüber Neuem zeigten, wie die Solistin selbst. So spielte sie z. B. gemeinsam mit ihrer Schwester Anne Mukle am Klavier im Mai 1906 Ernö Dohnányis Sonate B-Dur op. 8 und danach Pietro Locatellis Sonate in D-Dur sowie mehrere kleinere Stücke des Komponisten Percy Pitt: „Every feature of the concert given by Miss May Mukle […] at Aeolian-hall last night was full of interest. Dohnányi’s sonata (op. 8) for violoncello and piano, played by the Misses Mukle, is one of the most satisfactory pieces of chamber music of the modern school. […] Both performers played with complete understanding; and Miss May Mukle later gave a very clear and refined performance of Locatelli’s difficult sonata for violoncello in D, besides ending the concert with a group of solos, including a couple of fanciful little pieces by Percy Pitt.” („Jeder Konzertbeitrag, den May Mukle gestern Abend in der Aeolian Hall spielte, war von großem Interesse. Dohnányis Sonate für Violoncello und Klavier op. 8, gespielt von den Misses Mukle, ist eines der befriedigendsten Kammermusikwerke der Moderne. […] Beide Interpretinnen spielten mit vollstem Verständnis; und Miss May Mukle gab später eine sehr klare und edle Interpretation von Locatellis schwieriger Cello-Sonate D-Dur, neben einigen Solowerken, einschließlich mehrerer phantastischer kleiner Stücke von Percy Pitt, mit denen sie das Konzert beendete.“; The Times London vom 30. Mai 1906, S. 10.)

    Im September 1909 trat May Mukle mit Victor Herberts Cellokonzert e-Moll bei den „Saturday Promenade Concerts“ auf und überzeugte auch bei diesem Werk die Musikkritik mit ihrem musikalischen Verständnis: „The present work is not a concerto in strict form, but a series of quick and slow movements alternating and held together by common thematic material. […] it is quite attractive in its way, and the most was made of it by the player, who, by her splendid command of technique and her complete sense of musicianship, showed that she has won her way to the front rank of living violoncellists.” („Dieses Werk hat nicht die musikalische Form eines Konzerts, sondern ist eine Serie von einander abwechselnden schnellen und langsamen Sätzen, die von dem üblichen musikalischen Material zusammengehalten werden. […] es ist auf seine Art sehr attraktiv, und das meiste wurde von der Interpretin gegeben, die mit ihren großartigen technischen Fähigkeiten und ihrem völligen musikalischen Verständnis zeigte, dass sie den Weg in die erste Reihe der lebenden Cellisten gefunden hat.“; The Times London vom 13. September 1909, S. 11). In ihrem Spiel setzte sich May Mukle auch mit neuen Kompositionstechniken auseinander, so z. B. in einer Aufführung zweier Stücke von Ernest Bloch, die ein Musikkritiker mit den Worten kommentierte: „Miss Mukle played two pieces by Ernest Bloch and one each by Galuppi and Bach. We were warned one more that Bloch makes use of quarter-tones, lest the unsuspecting should think that the performer was merely playing out of tune.” („Miss Mukle spielte zwei Stücke von Ernest Bloch und jeweils eines von Galuppi und Bach. Wir wurden einmal mehr davor gewarnt, dass Bloch Vierteltöne verwendet, damit der Ahnungslose nicht denkt, die Interpretin spiele lediglich unsauber.“; The London Times vom 8. März 1926, S. 21). Ein anderes Konzert, das May Mukle im Dezember 1928 in der Grotrian Hall gemeinsam mit Norman Fraser gab, präsentierte Cellowerke von Johann Sebastian Bach, Arthur Honegger und Ernö Dohnányi.


    Ihrem Engagement für aktuelle Musik entsprechend, übernahm May Mukle zahlreiche Uraufführungen von heute meist bekannten Werken der Celloliteratur. So spielte sie z. B. im Februar 1911 die Voraufführung von Thomas Frederick Dunhills „Capricious Variations on an Old English Tune“ für Cello und Orchester op. 31 – bei dieser Gelegenheit noch ohne Orchester und vom Komponisten selbst am Klavier begleitet. Auch in diesem Fall war sich der Musikkritiker nicht sicher, ob es tatsächlich das Werk selbst war, das ihn begeisterte, oder „nur“ die Interpretin: „It is perhaps premature to review in detail a work which is shortly to be brought out as originally designed, but Miss May Mukle’s playing of the solo part was enough to show how much brilliant humour there is in the work, which is based on the tune ‘Sally in our Alley.’” („Es ist vielleicht voreilig, ein Werk im Detail zu besprechen, das gerade in der ersten Fassung herausgekommen ist, aber bereits Miss May Mukles Spiel des Soloparts war ausreichend, um zu zeigen, wie viel brillanter Humor in dem Werk aufgehoben ist, das auf der Melodie von ‚Sally in our Alley’ basiert.“; The Times London vom 21. Februar 1911, S. 10). Die Uraufführung der Fassung mit Orchester fand am 2. Mai 1911 in der Queen’s Hall London gemeinsam mit dem New Symphony Orchestra unter der Leitung von Landon Ronald statt. Im gleichen Konzert spielte May Mukle auch die Uraufführung von Gustav Holsts „Invocation“, ebenfalls für Cello und Orchester. Weitere Uraufführungen folgten, darunter die Sonate für Violine und Violoncello von Maurice Ravel im Rahmen der Konzerte des „London Contemporary Music Centre“ (Juli 1922), die Uraufführung von Rebecca Clarkes „Rhapsody für Violoncello und Klavier“ gemeinsam mit der Pianistin Myra Hess auf dem Berkshire Festival in Pittsfield (ca. 1924) sowie die Uraufführung von Ralph Vaughan Williams’ „Six Studies in English Folk Song“ gemeinsam mit Anne Mukle im Juni 1926 im Scala Theatre in London. Vaughan Williams’ „Six Studies“ sind zudem der Cellistin gewidmet.


    May Mukle war allerdings nicht nur eine herausragende Solistin, sondern ebenso eine unentbehrliche Kammermusikerin, insbesondere als Cellistin der zahlreichen weiblichen Kammermusikensembles in England. Sie war Mitglied des Nora Clench Quartet (1904-1908), gründete gemeinsam mit der Geigerin Beatrice Langley das Langley Mukle Quartet (um 1906) und spielte 1908/1909 als Gründungsmitglied im Maud-Powell-Trio (Maud Powell, Vl.; Anne Mukle Ford, Kl.), mit dem sie 1908/1909 eine größere Tournee durch Südafrika und die USA unternahm. Um das Jahr 1915 wird sie als Mitglied des us-amerikanischen „Innisfail Quartet“ benannt. In den 1910er Jahren übernahm May Mukle den Cellopart im Marjorie Hayward String Quartet, das bis mindestens 1948 bestand, und gründete Mitte der 1920er Jahre das Klavierquartett „The English Ensemble Piano Quartet“ mit Kathleen Long (Kl), Marjorie Hayward (Vl.) und Rebecca Clarke (Vla.), das mindestens bis 1942 öffentlich auftrat.


    Dabei setzte May Mukle auch in der Kammermusik die für sie charakteristische Verbindung von klassisch-romantischem Repertoire und aktuellen Werken fort. So trat das Nora Clench Quartet im März 1906 u. a. mit Ludwig van Beethovens Fuge für zwei Violinen, Viola und Violoncello B-Dur op. 133 und Claude Debussys Streichquartett g-Moll op. 10 auf und spielte am 6. November 1906 in der Londoner Bechstein Hall neben Streichquartetten von Haydn (B-Dur op. 2 Nr. 6) und Beethoven (a-Moll op. 132) auch die englische Erstaufführung von Hugo Wolfs „Italienischer Serenade“. In weiteren Konzerten am 19. Februar und 5. März 1907 standen u. a. Streichquartette von Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven auf dem Programm sowie die Uraufführung von Ernest Walkers „Fantasia for Quartet“ (Konzertprogramm, Wigmore Hall Archives). Im Jahr 1907 spielte das Nora Clench Quartet die englische Erstaufführung von Max Regers Streichquartett d-Moll, im März 1908 folgte die Uraufführung von Cyril Scotts Streichquartett op. 28.

    May Mukle wirkte im März 1910 bei der Uraufführung eines Klaviertrio mit dem Titel „Suite” der Violinistin und Komponistin Ethel Barns mit und führte im März 1911 mit dem Marjorie Hayward String Quartet (Marjorie Hayward, Vl.1; Fanny Eveligh, Vl. 2; Rebecca Clarke, Vla.) Vaughan Williams Streichquartett g-Moll auf, das 1908/09 komponiert worden war. Im Jahr 1928 spielte May Mukle gemeinsam mit Gordon Bryan und Frederick Holding anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Oxford an Maurice Ravel dessen Trio a-Moll (The Times London vom 20. Oktober 1928, S. 10).


    Ab Mitte der 1920er Jahre bis mindestens 1948 konzertierte sie regelmäßig mit dem von ihr begründeten „The English Ensemble Piano Quartet”. Über einen Auftritt des Ensembles in den Leighton House concerts im Mai 1929 schrieb ein Musikkritiker der London Times: „The recently formed chamber music party of distinguished women executants, calling themselves the English Ensemble, gave a programme at one of the regular Leighton House concerts on Friday afternoon. Miss Kathleen Long (piano), Miss Marjorie Hayward (violin), Miss Rebecca Clarke (viola), and Miss May Mukle (violoncello) are all soloists of established reputation, and all have had wide experience of ensemble playing. Their performance of Brahms’s piano Quartet in C minor showed that they can treat big music in a big manner. Their ensemble is an ensemble of understanding, not merely of time and notes, and the whole effect of their playing is musical.” („Die kürzlich von ausgezeichneten Musikerinnen gegründete Kammermusikgruppe, die sich selbst The English Ensemble nennt, gab ein Konzert im Rahmen der regulären Leighton House Konzerte am Freitag Nachmittag. Miss Kathleen Long (Klavier), Miss Marjorie Hayward (Violine), Miss Rebecca Clarke (Viola), and Miss May Mukle (Violoncello) sind anerkannte Solistinnen und äußerst erfahrene Ensemblespieler. Ihre Interpretation von Brahms’ Klavierquartett c-Moll zeigte, dass sie große Musik großartig spielen können. Ihr Ensemble ist ein Ensemble des Verstehens, nicht nur von Metrum und Tönen und ihr gesamtes Spiel ist ein musikalisches.“; The Times London vom 13. Mai 1929, S. 14.) Das Ensemble konnte sein Niveau über viele Jahre halten. Im Jahr 1942 hieß es in einer Rezension – die Bratschistin Rebecca Clarke war mittlerweile von Winifred Copperwheat ersetzt worden –: „This programme was one of quartets for piano and strings played by the English Ensemble […]; an admirable group of musicians. They gave two Quartets, Mozart’s in E flat and Brahms’s C minor, Op. 60, followed by Schubert’s ‘Trout’ quintet which adds a double bass to the consort. […] it was a performance which reminded one of the great days of chamber music performance in London.” („Das Programm für Klavierquartett wurde vom English Ensemble gespielt […]; eine wunderbare Gruppe von Musikern. Sie spielten zwei Quartette, Mozarts Klavierquartett Es-Dur und Brahms’ Klavierquartett c-Moll, gefolgt von Schubert Forellen-Quintett, bei dem das Ensemble von einem Kontrabass verstärkt wurde. […] Es war ein Konzert, das als eines der großen Kammermusik-Erlebnisse in London im Gedächtnis bleiben wird.“; The Times London vom 27. Oktober 1942, S. 8)


    Neben den professionellen Verbindungen gehörten etliche Musikerinnen und Musiker auch zum Freundeskreis um May Mukle. Um 1910 lernte sie die Bratschistin und Komponistin Rebecca Clarke kennen. Es entstand eine lebenslange Freundschaft und eine intensive Arbeitsbeziehung, die bis zur Auswanderung von Rebecca Clarke in die USA im Jahr 1939 andauerte. Da May Mukle zudem eine Wohnung nahe der Wigmore Hall bewohnte, waren stets zahlreiche Musikerinnen und Musiker zu Gast, darunter Maurice Ravel, Pablo Casals und Ralph Vaughan Williams. Es wird erzählt, May Mukle habe eine Wohnung in diesem Bürogebäude angemietet und anschließend den Vermieter überzeugt, das ganze Haus in ein Appartment-Haus umzuwandeln und die Wohnungen ausschließlich an Musiker zu vermieten.

    Ab dem Jahr 1913 war May Mukle eingeladen, an den legendären Kammermusikabenden teilzunehmen, die das Ehepaar Muriel und Paul Draper in ihrem Londoner Haus veranstalteten. Ein Anbau des Hauses war in ein großes Studio umgebaut worden, in dem sich Musikerinnen und Musiker häufig nach Konzerten zum Spielen und Essen versammelten – ohne weitere Zuhörer, außer jenen, die gerade nicht spielten. Zu diesem Kreis zählten u. a. die Violinisten Enrique Fernández Arbós, Albert Sammons und Jacques Thibaud, die Cellisten Agustín Rubio und Felix Salmond, der Bratschist Lionel Tertis und die Bratschistin Gertrud Bauer sowie der Pianist Arthur Rubinstein. An die Euphorie des gemeinsamen Musizierens in diesem Kreis erinnerten sich viele der Teilnehmenden ihr Leben lang (vgl. Rubinstein 1973).


    „It seems that very little can keep this indomitable lady in one place for long“, so schrieb das Lexikon „British Music” 1948 über Maud Powell. („Es scheint, als könne nur wenig diese selbstsichere Dame für längere Zeit an einem Ort halten“; Artikel „Mukle, May” in Palmer, British Music 1948). Tatsächlich unternahm May Mukle in ihrem Leben unzählige Konzertreisen, die sie nicht nur durch zahlreiche europäische Länder führten, darunter Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland, Österreich und Ungarn, sondern auch auf alle anderen Kontinente. Teilweise waren ihre Tourneen über mehrere Jahre angelegt. Leider ist über diese Konzertreisen bislang kaum etwas bekannt, weder Orte und Daten noch Repertoire und Rezeption. Im Jahr 1903 bereiste May Mukle Australien und konzertierte im Mai und Juni 1905 gemeinsam mit der Violinistin Maud Powell in Südafrika mit 42 Konzerten in 8 Wochen, darunter Auftritte in Kapstadt, Pearl, Johannesburg, Kimberley, Queenstown und Port Elizabeth. Von Januar bis Mai 1908 unternahm May Mukle eine Tournee durch Nordamerika mit Orchesterkonzerten, Soloauftritten und gemeinsamen Konzerten mit Maud Powell, darunter allein zehn Konzerte in New York. Am 4. Januar 1908 debütierte May Mukle in der New Yorker Mendelssohn Hall, u. a. mit Valentinis Sonate E-Dur, Tschaikowskis Rokoko-Variationen op. 33 und einer Suite für Cello und Klavier des amerikanischen Komponisten Howard Brockway, der sie am Klavier begleitete. Die Musikkritik war begeistert: „She proved to be not only a player of brilliant virtuosity, but as well, an interpreter of convincing emotional depth, unusual versatility of style and expression and a masterly sense of musical values. Of singular beauty at all times was the tone she produced, whether in its sonorous breadth and resonance, or in its subtle shading and variety of coloring.” („Sie bewies, dass sie nicht nur eine brillante Virtuosin ist, sondern ebenso eine Interpretin mit überzeugender emotionaler Tiefe, ungewöhnlicher stilistischer Vielfalt und Ausdruckskraft und mit einem meisterhaften Sinn für Musikalisches. Der Ton, den sie hervorbrachte, war zu jeder Zeit von einer einmaligen Schönheit, ob in klangvoller Weite und Resonanz oder in zarten Schattierungen und farbenreichen Varianten.“ ohne Quelle; zit. n. Shaffer/Greenwood 1988, S. 255f.) Weitere Auftritte folgten, u. a. in Montreal, Quebec, Chicago, Buffalo, Pittsburgh, Detroit und Oberlin (Ohio).

    Anschließend übernahm May Mukle den Cellopart in einem Klaviertrio, das Maud Powell für eine große USA-Tournee in den Jahren 1908/1909 gegründet hatte; ihre Schwester Anne Mukle Ford spielte den Klavierpart. Ab November 1908 unternahmen die drei Musikerinnen als „Maud Powell Trio“ eine Konzertreise quer durch die USA mit Konzerten im Westen und im Osten, in großen und kleinen Städten. Sie spielten in Butte, Missoula, Montana, Victoria und Vancouver, in Seattle, Washington, Portland, Hood River und Salem, in Santa Barbara, Los Angeles, Denver und Colorado Springs. New York, Illinois, Ohio, Michigan, Kentucky, North Dakota, Wisconsin, Nebraska, New Jersey und weitere Städte schlossen sich an. Erst Ende April 1909 kehrten May Mukle und Anne Mukle Ford nach England zurück.

    Um das Jahr 1915 wird May Mukle als Mitglied des us-amerikanischen „Innisfail Quartet“ benannt, das mit Nikolai Sokoloff (Vl. 1), Rudolph Ringwall (Vl. 2) und Alfred Gietzen (Vla.) besetzt war und in San Mateo, USA, wirkte (Stegmüller 2005, S. 130). Eine große Tournee durch die USA schloss sich von 1916 bis 1919 an, gemeinsam mit der Komponistin und Bratschistin Rebecca Clarke. Im Jahr 1923 unternahmen die beiden Frauen schließlich eine Welt-Konzertreise, die sie auch nach China, Japan, Singapur, Java und Indien führte. Mit dem „English Ensemble“ bereiste May Mukle 1928 Europa und 1931 nochmals Italien und Holland.


    Im Jahr 1933 gründete May Mukle in London den „MM Club – Mainly Musicians Club“ (und zugleich ihre Initialen), der über 15 Jahre in der Argyll Street in London nahe der Oxford Station seinen Sitz hatte. Der „MM Club“ verband einen Musikclub mit einem Restaurant und wurde zu einem zentralen Treffpunkt der Londoner Musikszene. Während des zweiten Weltkriegs diente der Ort zugleich als Luftschutzbunker.


    Nach 1945 nahm May Mukle ihre Konzerttätigkeit und ihre Tourneen wieder auf. Bis ins hohe Alter unternahm sie weitere Konzertreisen durch die USA und Afrika. Von ihrer letzten Übersee-Tournee kehrte sie knapp ein Jahr vor ihrem Tod zurück.


    Während ihres Lebens engagierte May Mukle sich in verschiedenen Organisationen. Sie zählte zu den Gründungsmitgliedern der 1911 von Marion Scott gegründeten Society of Women Musicians, die u. a. Konzerte mit Werken von Komponistinnen organisierte. Ihrem Engagement für Neue Musik entsprechend trat sie zudem dem New Chamber Music Club London bei und spielte bei dessen Konzerten mit.

    May Mukle wirkte auch selbst als Komponistin, in welchem Umfang ist bislang nicht bekannt. Lediglich drei Kompositionen von ihr liegen im Druck vor: Das Lied „Awake thou that sleepest!“ mit obligatem Violoncello (London 1911) sowie die beiden „Fancies“ für Violoncello und Klavier „The light wind” und “The Hamadryad” (New York 1918). Eines ihrer Lieder wurde im Juni 1914 in einem der „Thomas Dunhill Chamber Concerts“ in der Steinway Hall von der Sängerin Maragret Champneys aufgeführt (The Times London vom 18. Juni 1914, S. 10). Die beiden „Fancies“ waren vermutlich für die USA-Tournee von May Mukle und Rebecca Clarke bestimmt und wurden bei dieser Gelegenheit sicherlich auch aufgeführt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat May Mukle weitere Werke komponiert, darunter mehrere Lieder; der Verbleib ihrer Kompositionen ist bislang nicht bekannt.

    Ebenfalls von May Mukle stammt eine englische Übersetzung von Schuberts „Ave Maria“ aus den 7 Gesängen op. 52 (Nr. 6). Sie erschien 1944 bei Ricordi & Co in London.


    May Mukle starb am 20. Februar 1963 in Cuckfield/Sussex, England. Ihr zu Ehren vermachte ihre Freundin Rebecca Clarke 1964 der Royal Academy of Music London ihre Stradivarius-Geige mit der Auflage, eine Stiftung einzurichten, die jedes Jahr ein Stipendium an Cello-Studierende vergibt. Der „May Mukle Prize“ besteht bis heute.

    Würdigung

    Über mehr als 65 Jahre, zwischen 1896 und 1962, war May Mukle im englischen und internationalen Musikleben als Cellistin präsent. Vermutlich war sie eine der ersten Frauen, denen dies auf dem Instrument Cello gelang. May Mukle konzertierte auf fast allen Kontinenten und musizierte mit den bekanntesten Musikerinnen und Musikern ihrer Zeit, darunter Enrique Fernández Arbós, Maud Powell, Jacques Thibaud, Marjorie Hayward, Pablo Casals, Lionel Tertis und Arthur Rubinstein. Ihre Aufgeschlossenheit gegenüber allem Neuen ermöglichte ihr die Zusammenarbeit mit zahlreichen KomponistInnen u. a. mit Ralph Vaughan Williams, Rebecca Clarke und Maurice Ravel, von deren Cello- bzw. Kammermusik-Kompositionen May Mukle mehrere Uraufführungen spielte. Die musikalische Qualität ihrer Interpretationen erweiterten auf diese Weise den traditionellen Kanon der Cello-Literatur um etliche Kompositionen. Sie selbst komponierte ebenfalls, allerdings sind bislang nur drei gedruckte Kompositionen von ihr bekannt.

    Darüber hinaus engagierte May Mukle sich sowohl privat als auch innerhalb verschiedener Organisationen und Verbände für den künstlerischen Nachwuchs, auch wenn bislang nur eine einzige Schülerin von ihr bekannt ist, die Cellistin Lyndon de Lecq Marguerie (vgl. Campbell 1988, S. 202). May Mukle verlieh ihr Montagna-Cello an junge Cellistinnen und Cellisten und war bereits bei der ersten Versammlung der von Marion M. Scott 1911 gegründeten „Society of Women Musicians“ anwesend.

    Bis ins hohe Alter begeisterte May Mukle ihr Publikum mit ihrer Musikalität – und ihrer Leidenschaft für ihr Instrument: Sie spielte immer und überall. Die Cellistin Elizabeth Cowling berichtet, sie habe May Mukle 1959 – also mit 79 Jahren – bei einem Konzert in Burlington, North Carolina, erlebt, u. a. mit Elgars Celloconcert e-Moll: „It was fascinating in several ways, one of which was that she and her accompanist Mrs Pearl Sutherland Ideler, were touring in the old manner of ‚barnstorming’, that is, they found their own place to play in, in this instance a church, mimeographed their own programmes, and put a plate at the back of the room for contributions.” („Es war aus verschiedenen Gründen faszinierend, einer davon war, dass sie und ihre Begleiterin Mrs Pearl Sutherland Ideler in der alten Weise des ‚barnstorming’ tourten, das bedeutet, dass sie selbst einen Raum zum Spielen suchten, in diesem Fall eine Kirche, ihre Programme selbst vervielfältigten und hinten im Raum einen Teller für Spenden aufstellten.“ Elizabeth Cowling, zit. n. Campbell 1988, S. 203).

    Rezeption

    May Mukle wird bis heute als herausragende Interpretin gewürdigt.

    Als eine der ersten Frauen, die sich als Konzertcellistin international behaupten konnte, ist sie bis heute ein Vorbild für Musikerinnen (vgl. hierzu „Links“).

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    May Mukle. „Awake thou that sleepest!“ Song, with Violoncello obbligato. London: Weekes & Co., 1911.


    May Mukle. Two Fancies for Violoncello with piano accompaniment. No. 1 The light wind. No. 2 The hamadryad. New York, Boston: G. Schirmer, 1918.


    Vermutlich weitere, bislang unbekannte Werke, darunter mehrere Lieder.



    Schriften


    May Mukle: [Beitrag]. In: Leslie Heward 1897-1943. A Memorial Volume. Eric Blom (Hg.). Birmingham, 2. Aufl. 1946, S. 48.



    Übersetzungen


    Franz Schubert. „Ave Maria. Born of heav’ns desire” aus 7 Gesänge op. 52, Nr. 6. English words by May Mukle. London: G. Ricordi & Co, 1944.



    Aufnahmen


    Von May Mukle ist bislang lediglich eine einzige Aufnahme bekannt, die im National Sound Archive der British Library aufbewahrt wird:


    Ethel Smyth: Streichquartett e-Moll, 4. Satz, BBC broadcast recording, 23. April 1949. 1. Vl.: Marjorie Hayward, 2. Vl. Und Vla.: unbekannt, Vcl.: May Mukle.

    Repertoire

    Solokonzerte


    Brahms, Johannes. Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102.


    Dunhill. Thomas Frederick. Capricious Variations on an Old English Tune for cello and orchestra op. 31.


    Elgar, Edward. Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85.


    Herbert, Victor. Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 e-moll op. 30.



    Celloliteratur


    Ariosti, Attilio Malachia. „Lezione“ (keine Präzisierung möglich).


    Bloch, Ernest. Schelomo. Hebrew Rhapsody for cello and orchestra.


    Brahms, Johannes. Sonate für Klavier und Violoncello F-Dur op. 99.


    Bridge, Frank. „Mélodie“ (keine Präzisierung möglich).


    Chopin, Frédéric. Nocture in einer Bearbeitung für Violoncello (keine

    Präzisierung möglich).


    Clarke, Rebecca. Sonate für Violoncello und Klavier E-Dur.


    Dohnányi, Ernö. Sonate für Violoncello und Klavier B-Dur op. 8.


    Hurlstone, William Yeates. Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur.


    Huss, Henry Holden. Sonate für Violoncello und Klavier.


    Ireland, John. Sonate für Violoncello und Klavier.


    Locatelli, Pietro. Sonate für Violoncello D-Dur.


    Ravel, Maurice. Sonate für Violoncello und Violine.


    Tschaikowsky, Piotr I. Rokoko-Variationen op. 33.


    Warren, Francis Purcell. Five Short Pieces for Cello and Piano.



    Kammermusik


    Barns, Ethel. Suite (Klaviertrio) (Uraufführung März 1910).


    Bax, Arnold. Klavierquartett.


    Beethoven, Ludwig van. Streichtrio G-Dur op. 9 Nr.1.


    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett Es-Dur op. 127.


    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett C-Dur op. 59 Nr. 3.


    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett a-Moll op. 132.


    Beethoven, Ludwig van. Fuge für zwei Violinen, Viola und Violoncello B-Dur op. 133.


    Brahms, Johannes. Klaviertrio B-Dur op. 8.


    Brahms, Johannes. Klavierquartett g-Moll op. 25.


    Brahms, Johannes. Streichquartett c-Moll op. 60.


    Brahms, Johannes. Trio C-Dur op. 87.


    Debussy, Claude. Quartett g-Moll op. 10.


    Dvořák, Antonín. Klavierquartett Es-Dur op. 87.


    Haydn, Joseph. Streichquartett B-Dur op. 2 Nr. 6.


    Hurlstone, William Yeates. Klaviertrio G-Dur.


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviertrio G-Dur (keine Präzisierung möglich).


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Streichquartett Es-Dur (keine Präzisierung möglich).


    Ravel, Maurice. Klaviertrio a-Moll.


    Reger, Max. Streichquartett d-Moll op. 74.


    Schubert, Franz. Quintett A-Dur op. 114 („Forellenquintett”).


    Schumann, Robert. Klaviertrio d-Moll op. 63.


    Scott, Cyrill. Streichquartett op. 28.


    Smyth, Ethel. Streichquartett e-Moll.


    Tschaikowski, Petr I. Trio a-Moll op. 50.


    Vaughan Williams, Ralph. Streichquartett g-Moll.


    Walker, Ernest. Klavierquartett c-Moll.


    Walker, Ernest. Fantasia D-Dur für Streichquartett op. 32.


    Wolf, Hugo. „Italienische Serenade“.

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Mükle, May”. In: Who’s who in music. H. S. Wyndham (Hg.). 1913 [zugänglich über das world biographical information system].


    Artikel „Mukle (May Henrietta). In: Black’s dictionary of music and musicians. L. J. de Bekker (Hg.). 1924 [zugänglich über das world biographical information system].


    Artikel „Mukle, May Henrietta”. In: A dictionary of modern music and musicians. A. E. Hull (Hg.). 1924 [zugänglich über das world biographical information system].


    Artikel „Mukle, Miss May”. In: The lady’s who’s who 1938-39. 1939 [zugänglich über das world biographical information system].


    Artikel „Mukle, May”. In: British Music. R. Palmer (Hg.). 1948 [zugänglich über das world biographical information system].


    Artikel „Mukle, May”. In: Grove’s Dictionary of Music and Musicians. Fifth Edition. Eric Blom (Ed.). Vol. V, London: Macmillan & Co LTD, 1954. S. 988-989.


    Artikel „May Mukle”. In: The Musical Times. Vol. 104 (1963), Heft Nr. 1442 (April), S. 278.


    Campbell, Margaret. Artikel „Mukle, May“. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Second Edition. Stanley Sadie, John Tyrrell (Ed.). London: Macmillan Publishers Limited. 2001. Bd. 17. S. 369.


    Kohnen, Daniela. Ein weiblicher Casals. May Mukle (1880-1963), die erste britische Konzertcellistin. In: Das Orchester Juli/August 1999, S. 19-22.


    Kohnen, Daniela. Rebecca Clarke. Komponistin und Bratschistin: Biographie (= Deutsche Hochschulschriften 1157). Egelsbach u. a.: Hänsel-Hohenhausen, 1999.


    Marx, Beatrice. She shall have Music. The Memoirs of Beatrice Marx. Kapstadt 1961.


    Rubinstein, Arthur. Erinnerungen. Die frühen Jahre. Frankfurt a. M.: Fischer, 1973.


    Shaffer, Karen A. / Greenwood, Neva Garner. Maud Powell. Pioneer American Violinist. Ames (Iowa): Iowa State University Press, 1988.


    Stanfield, M. B. In Memoriam. In: The Strad 73 (1963), April 1963, S. 446f.


    Stevenson, Joseph. Artikel „May Mukle“. In: All Music Guide. http://www.answers.com/topic/may-mukle?cat=entertainment vom 7. August 2007.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    The Times London vom 25. März 1896, S. 13.

    The Times London vom 22. Juni 1900, S. 17.

    The Times London vom 14. November 1900, S. 6.

    The Times London vom 2. Dezember 1903, S. 11.

    The Times London vom 29. März 1906, S. 4.

    The Times London vom 30. Mai 1906, S. 10.

    The Times London vom 16. November 1906, S. 12.

    The Times London vom 13. September 1909, S. 11.

    The Times London vom 14. März 1910, S. 10.

    The Times London vom 9. Juli 1910, S. 12.

    The Times London vom 21. Februar 1911, S. 10.

    The Times London vom 4. März 1911, S. 10.

    The Times London vom 13. März 1911, S. 11.

    The Times London vom 1. Mai 1911, S. 10.

    The Times London vom 23. Oktober 1913, S. 5.

    The Times London vom 7. November 1913, S. 8.

    The Times London vom 18. Juni 1914, S. 10.

    The Times London vom 30. Juni 1919, S. 10.

    The Times London vom 4. Juli 1922, S. 12.

    The Times London vom 13. Oktober 1922, S. 10.

    The Times London vom 9. Oktober 1925, S. 12.

    The Times London vom 8. März 1926, S. 21.

    The Times London vom 20. Oktober 1928, S. 10.

    The Times London vom 7. Dezember 1928, S. 14.

    The Times London vom 13. Mai 1929, S. 14.

    The Times London vom 3. Oktober 1929, S. 12.

    The Times London vom 19. Februar 1934, S. 17.

    The Times London vom 27. Oktober 1942, S. 8

    The Times London vom 5. September 1945, S. 6.

    The Times London vom 1. März 1963, S. 14 (Nachruf).



    Links

    http://www.cello.org/cnc/mukle.htm

    Die Website enthält eine kurze Biografie der Cellistin May Mukle.


    http://www.answers.com/topic/may-mukle?cat=entertainment

    Die Website enthält eine kurze Biografie von May Mukle, verfasst von Joseph Stevenson.


    http://portraits.klassik.com/musikzeitschriften/template.cfm?AID=657&Seite=3&Start=4273

    Die Website beschäftigt sich mit der Firma „Imhof & Mukle“, die von May Mukles Vater Leopold Mukle mit gegründet worden war und Orchestrione herstellte. Der Firmenname blieb bis 1970 bestehen.

    Forschung

    Neben zeitgenössischen Zeitschriftenartikeln und Lexikoneinträgen hat bislang lediglich Daniela Kohnen einen ersten Überblick über die künstlerischen Tätigkeiten von May Mukle gegeben (vgl. Kohnen 1999). Hinweise und (Tournee-)Beschreibungen finden sich ferner in den Biografien über ihre Kolleginnen Maud Powell (Shaffer/Greenwood 1988) und Rebecca Clarke (Kohnen 1999). Über den Verbleib eines möglichen Nachlasses ist bislang nichts bekannt, ebenso wenig über den Verbleib ihrer Kompositionen.

    Es ist zu vermuten, dass sich etliche Dokumente im Bestand der „Society of Women Musicians“ (zu deren Gründungsmitgliedern May Mukle zählte) in der Library of the Royal College of Music London befinden. Ferner befinden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Dokumente zu den gemeinsamen Tourneen mit der Violinistin Maud Powell in der „Maud Powell Collection“ der Library of Congress in Washington (Music Division).

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu May Mukle erstreckt sich über nahezu alle ihre Tätigkeitsbereiche. Die Auswertung der London Times hat vermutlich lediglich einen Bruchteil ihrer Konzerte und ihres Repertoires als Solistin wie als Kammermusikerin aufgedeckt. Über ihre zahlreichen und umfangreichen Tourneen ist nahezu nichts bekannt, und noch weniger über die Rezeption ihres Spiels und die Aufnahme als Konzertcellistin in den jeweiligen Ländern. Auch die sicherlich zahlreichen Kontakte zu zeitgenössischen KomponistInnen und MusikerInnen sind, abgesehen von jenen zu Rebecca Clarke und Maud Powell, bislang unerforscht. Die Frage, in wie weit May Mukle unterrichtet hat oder sich auf andere Weise für jungen Musikerinnen und Musiker einsetzte, ist ebenfalls ungeklärt, abgesehen von einer einzigen Schülerin (s. o.). In diesem Zusammenhang steht auch die Frage nach dem Umfang ihres Engagements für die „Society of Women Musicians“, zu deren Gründungsmitgliedern sie zählte. Bekannt ist lediglich, dass May Mukle ihr Montagnana-Cello für Konzerte an begabte Nachwuchs-Cellistinnen und -Cellisten für Konzerte verlieh (vgl. Campbell 1988, S. 202).

    Der Druck von drei ihrer Kompositionen lässt vermuten, dass May Mukle mehrere Werke komponiert hat. Auch hierüber ist bislang nichts bekannt.

    Schließlich wäre der Frage nachzugehen, in wie weit May Mukle als weibliche Cellistin eine Vorbildfunktion übernahm und wen sie auf diese Weise beeinflusst hat.

    Das private Leben von May Mukle, außerhalb ihrer beruflichen Kontakte, ist bislang unerforscht.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 71034778
    Library of Congress (LCCN): no2001005164

    Autor/innen

    Silke Wenzel, Die Grundseite wurde im Oktober 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 26.10.2007


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „May Mukle“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 26.10.2007.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/May_Mukle