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    von Silke Wenzel
    Namen:
    May Harrison
    Lebensdaten:
    geb. in Roorkäa, Indien
    gest. in South Nutfield (Surrey), England
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Solistin, Kammermusikerin, Dozentin für Violine, Klavierbegleiterin, Konzertveranstalterin, Komponistin (?)
    Charakterisierender Satz:

    „Miss Harrison plays with a confidence and decision which carries her audience with her from the very first. She has the orator’s instinct for taking captive the sympathies of those whom she is addressing. But she does not allow herself to be carried away. Her performance is accurate and conscientious.”

    „Miss Harrison spielt mit einem Selbstvertrauen und einer Entschiedenheit, die das Publikum vom ersten Moment an trägt. Sie hat ein Gespür dafür, die Aufmerksamkeit jener zu fesseln, an die sie sich wendet. Sie selbst lässt sich dabei nicht gehen. Ihre Interpretation ist fehlerfrei und durchdacht.”

    („The Times London” vom 23. Februar 1912, S. 10)


    Profil

    May Harrison galt als so genanntes „Wunderkind“. Bereits im Alter von 10 Jahren gewann sie die „Associated Board’s gold medal“ in der „Senior Devision“, begann ein Jahr später am Royal College of Music in London mit einem Stipendium bei Enrique Arbós das Fach Violine zu studieren und setzte ab 1908 ihr Studium bei Leopold Auer in St. Petersburg fort. Noch während ihres Studiums konnte May Harrison sich international als Solistin etablieren und trat dabei besonders als herausragende Interpretin der Werke Johann Sebastian Bachs sowie aktueller britischer Musik hervor, u. a. mit Werken von Frederick Delius, Cyril Scott, Arnold Bax und Edward Elgar. Ab 1935 war sie zudem als Violinpädagogin am Royal College of Music in London tätig.

    Orte und Länder

    May Harrison wurde in Roorkäa, Indien, geboren. Als sie zwei Jahre alt war, kehrte ihre Familie nach England zurück und lebte eine zeitlang in Chatham, in der Nähe von London. May Harrison studierte in London das Fach Violine und setzte anschließend ihr Studium in St. Petersburg fort. Nach Beendigung ihres Studiums pendelte sie zunächst zwischen Berlin und London und ließ sich dann in London nieder.

    Biografie

    May Harrison wurde am 28. August 1890 als erste von insgesamt vier Kindern geboren. Der Vater, J. H. C. Harrison, war zu dieser Zeit als Colonel der Royal Engineers in Roorkäa, Indien, stationiert. Als May Harrison zwei Jahre alt war, kehrte die Familie nach England zurück. Die Mutter Anne Harrison war Sängerin und Pianistin und sorgte für eine fundierte musikalische Ausbildung ihrer Töchter, von denen drei professionelle Musikerinnen wurden: May Harrison und Margaret Harrison (geb. 1899) als Violinistinnen und Klavierbegleiterinnen, Beatrice Harrison (geb. 1892) als Cellistin. Von klein auf erhielt May Harrison Unterricht in Violine und Klavier und gewann bereits im Alter von 10 Jahren die „Associated Board’s gold medal“ in der „Senior Devision“, wobei sie sich gegen 3000 Mitbewerber durchsetzte. Ein Jahr später, mit 11 Jahren, wurde May Harrison am Londoner Royal College of Music aufgenommen, erhielt ein Stipendium und begann dort das Fach Violine bei Serge Achille Rivarde und Enrique Arbós zu studieren. Gleichzeitig erhielt sie Unterricht in Komposition bei Charles V. Stanford.

    Bereits während ihres Studiums sorgte Enrique Arbós für regelmäßige Auftritte seiner Schülerin. May Harrison gab mit 13 Jahren ihr Orchester-Debüt in der St. James’s Hall unter der Leitung von Henry Wood mit einem der Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach, dem Violinkonzert e-Moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie „Introduction et Rondo Capriccioso“ op. 28 von Camille Saint-Saëns. Es folgte eine Reise durch Spanien, bei der May Harrison unter anderem mit dem Madrider Symphonieorchester unter der Leitung von Enrique Arbós auftrat und private Konzerte gab (vgl. Harrison 1985, S. 49). Ebenfalls unter der Leitung von Enrique Arbós spielte May Harrison im November 1905 in der Londoner Bechstein Hall das Violinkonzert D-Dur op. 61 von Ludwig van Beethoven. Die London Times kommentierte: „[...] her conception of the work is so mature and her style so truly musical that she impressed every one of her hearers, not so much with her own skill as with the nobility and loveliness of the work.” („[...] ihre Idee des Werkes ist so durchdacht und ihr Stil so wahrhaft musikalisch, dass sie jeden einzelnen ihrer Zuhörer beeindruckte, nicht so sehr mit ihren eigenen Fähigkeiten als viel mehr mit der Größe und Schönheit des Werkes.”; „The Times London“ vom 13. November 1905, S. 15).

    May Harrison verließ das Royal College of Music im Frühjahr 1908, nachdem sie noch im Dezember 1907 einen der College-internen Preise, „The Edwin S. Dove bequest“, erhalten hatte (vgl. The Times London vom 20. Dezember 1907). Sie gab im März 1908 drei Solo-Konzerte in der Londoner Bechstein Hall, bei denen sie u. a. mit Giuseppe Tartinis „Teufelstriller-Sonate“, der Sonate d-Moll op. 108 von Johannes Brahms, dem Violinkonzert fis-Moll (Concert pathétique) op. 23 von Johann-Heinrich Ernst sowie mit „Introduction et Rondo Capriccioso“ op. 28 von Camille Saint-Saëns auftrat (vgl. „The Times London“ vom 24. März 1908, S. 10).


    Die Familie beschloss – auf Anraten von Enrique Arbós – ihre Kinder im Ausland weiter studieren zu lassen. May Harrison setzte ihr Studium bei Leopold Auer in St. Petersburg fort, während sich ihre Schwestern Beatrice und Margaret Harrison an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin einschrieben. Über ihr Studium in St. Petersburg sowie über mögliche Konzertauftritte in Russland in dieser Zeit ist bislang nichts bekannt. May Harrison kehrte vermutlich Ende September 1909 zu ihrer Familie nach Berlin zurück und konnte sich innerhalb kürzester Zeit im deutschen und englischen Musikleben als herausragende Geigerin behaupten. Am 7. Oktober 1909 debütierte sie in Berlin bei einem Konzert des Philharmonischen Orchesters im Beethovensaal unter der Leitung von Ernst Kunwald mit den Violinkonzerten von Johannes Brahms (D-Dur op. 77) und Alexander Glazunov (a-Moll op. 82) und spielte am 21. Oktober 1909 in Berlin u. a. die „Schottische Phantasie“ op. 46 von Max Bruch und das Violinkonzert e-Moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

    Nach einem kurzen Aufenthalt in London, bei dem sie am 1. März 1910 die Violinkonzerte D-Dur von Johannes Brahms und a-Moll von Alexander Glazunov sowie am 10. März 1910 Max Bruchs „Schottische Phantasie“, Ludwig van Beethovens Violinromanze G-Dur op. 40 und Edouard Lalos „Symphonie espagnole“ op. 21 mit dem Queen’s Hall Orchestra unter der Leitung von Henry Wood spielte (vgl. „The Times London“ vom 28. Februar 1910 und vom 11. März 1910, S. 12), kehrte sie nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit ihrer Schwester Beatrice Harrison trat sie am 17. März 1910 mit dem Doppelkonzert für Violine und Violoncello a-Moll op. 102 von Johannes Brahms auf, wiederum mit dem Berliner Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Oskar Noë (vgl. Muck 1982, S. 126).

    Am 18. Oktober 1910 spielte May Harrison in den Leipziger Philharmonischen Konzerten das Violinkonzert D-Dur von Johannes Brahms unter der Leitung von Hans Winderstein. Die Neue Zeitschrift für Musik schrieb, „die schon sehr bekannte und geschätzte Geigerin Frl. May Harrison“ habe „mit großem, beseeltem Ton, scharfer Rhythmisierung und klarer präziser Technik Brahms' D dur-Konzert wundervoll zum Vortrag“ gebracht (NZfM 77 [1910], S. 327).


    In den Jahren 1911 und 1912 ging May Harrison gemeinsam mit ihrer Schwester Beatrice Harrison auf Tournee. Eine erste große Konzertreise führte das Geschwisterpaar in den Jahren 1911/1912 durch Deutschland, Frankreich und Österreich-Ungarn mit Konzerten u. a. in Dresden, Bremerhaven, Metz, Wien und Budapest. Von dort reisten May und Beatrice Harrison weiter nach Warschau, Lemberg, Krakau sowie nach Norwegen, Schweden und Dänemark. Nach kurzen Aufenthalten in Berlin und London folgte eine weitere Tournee durch Deutschland und Russland mit Konzerten in Leipzig, Berlin und St. Petersburg. Allein auf diesen beiden Reisen spielten May und Beatrice Harrison das Doppelkonzert op. 102 von Johannes Brahms ungefähr 95 Mal (zu dieser Tournee vgl. Harrison 1985, S. 76-92). Auch in späteren Jahren begleitete May Harrison ihre Schwester Beatrice mehrfach auf Tourneen durch die USA – Näheres über diese Konzertreisen ist bislang nicht bekannt.


    In den folgenden Jahrzehnten blieb May Harrison als Solistin und Kammermusikerin im englischen Musikleben präsent und konzertierte vermutlich auch im Ausland. Sie veranstaltete regelmäßig eigene Konzerte in London, sowohl mit Orchester als auch in kammermusikalischen Besetzungen und trat mit anderen erstrangigen Musikerinnen und Musikern auf. So gab sie z. B. im Februar 1912 einen Solo-Abend in der Londoner Bechstein Hall, bei dem sie u. a. die Violinsonate B-Dur KV 378 von Wolfgang Amadeus Mozart, die Solo-Sonate (Partita) E-Dur BWV 1006 von Johann Sebastian Bach und kleinere Stücke von Alexander Glazunov, Piotr I. Tschaikowsky und Anton Arensky spielte sowie ein Menuett, das ihre Schwester Margaret Harrison komponiert hatte. Ende Mai 1912 gab May Harrison gemeinsam mit ihrer Schwester Beatrice Harrison ein Orchesterkonzert in der Queen’s Hall, bei dem sie Alexander Glazunovs Violinkonzert a-Moll spielte und beide gemeinsam das Doppelkonzert a-Moll op. 102 von Johannes Brahms interpretierten (vgl. „The Times London“ vom 31. Mai 1912, S. 9).


    Neben dem klassisch-romantischen Solo-Repertoire, das vor allem die zu jener Zeit „großen“ Violinkonzerte umfasste, war May Harrison für ihre Interpretationen älterer Musik bekannt, darunter besonders Werke von Johann Sebastian Bach. Die Aufführungen älterer Kompositionen kombinierte sie in ihren Programmen häufig mit britischer zeitgenössischer Musik. In den 1920er Jahren trat May Harrison dabei mehrfach mit ihrer jüngsten Schwester, der Violinistin und Pianistin Margaret Harrison auf. So gaben die beiden Geschwister z. B. im Februar 1927 ein Konzert in den Chenil Galleries mit Werken für zwei Violinen und Klavier sowie für Violine und Klavier, darunter Kompositionen von Henry Purcell, Johann Sebastian Bach und Tomaso Antonio Vitali. Bei diesem Konzert spielte Margaret Harrison auch die 1. Violinsonate von Frederick Delius, begleitet von Gerald Moore am Klavier (vgl. „The Times London“ vom 11. Februar 1927, S. 12). Ende April 1927 konzertierte May Harrison in der Londoner Wigmore Hall u. a. mit Johann Sebastian Bachs Violinsonate e-Moll (BWV 1023) – wiederum mit Gerald Moore als Pianisten – sowie einem Präludium und Fuge für Violine Solo von Max Reger. Anschließend interpretierte sie die 1. Sonate für Violine und Klavier E-Dur von Arnold Bax, gemeinsam mit dem Komponisten am Klavier. Die Konzertkritik in der London Times hob dabei insbesondere die Bedeutung der Interpretin für das Werk und dessen Verständnis hervor: „the collaboration meant more than a thorough ensemble, it had the effect of softening the occasional inconsistence of style in the writing and of emphasizing the qualities of combined colouring, thereby presenting the whole work in it’s most attractive light.” („das Zusammenspiel bedeutete mehr als ein genaues Miteinander; im Ergebnis wurden damit die gelegentlichen stilistischen Widersprüche in der Komposition ausgeglichen und das Spiel mit Klangfarben hervorgehoben, so dass das gesamte Werk im bestmöglichen Licht erschien.“; „The Times London“ vom 2. Mai 1927, S. 12)


    Mit etlichen der zeitgenössischen Komponisten war die Familie Harrison eng befreundet, so z. B. mit Frederick Delius, Arnold Bax und Cyril Scott. Daher spielte May Harrison, ebenso wie ihre Schwester Beatrice Harrison, zahlreiche Uraufführungen. Im Juni 1915 übernahm sie im Music Club die Voraufführung der 1. Violinsonate von Frederick Delius und setzte sie anschließend auf ihre Konzertprogramme (vgl. „The Times London“ vom 17. Juni 1915, S. 11 sowie vom 11. November 1915, S. 11). Nachdem Frederick Delius die Geschwister May und Beatrice Harrison bei einer Aufführung des Brahms'schen Doppelkonzerts unter der Leitung von Sir Thomas Beecham in Manchester gehört hatte, komponierte er für die beiden Interpretinnen das Doppelkonzert für Violine und Violoncello, dessen Uraufführung die Schwestern am 21. Februar 1920 in den Saturday’s Concerts der Queen’s Hall unter der Leitung von Sir Henry Wood spielten. Weitere Solokompositionen für May Harrison folgten. Im Jahr 1928 komponierte Cyril Scott das Konzert für Violine und Orchester, das May Harrison im selben Jahr unter der Leitung von Sir Adrian Boult in Birmingham mit dem Birmingham City Orchestra uraufführte und im Jahr 1930 widmete Frederick Delius seine 3. Violinsonate der Geigerin, deren Uraufführung sie im gleichen Jahr gemeinsam mit Arnold Bax spielte.

    May Harrison setzte ihre Konzerttätigkeit bis in die 1950er-Jahre fort. Sie gab zahlreiche Rundfunkkonzerte, machte Aufnahmen für die BBC und trat regelmäßig in den Londoner Promenade Concerts auf. Sie veranstaltete weiterhin eigene Konzerte und beteiligte sich an Wohltätigkeitsveranstaltungen. So spielte sie z. B. am 31. Januar 1933 gemeinsam mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Sir Adrian Boult ein Konzert in der Queen’s Hall zugunsten des Westminster Hospitals, bei dem sie u. a. Edouard Lalos „Symphonie espagnole“ op. 21 und das Doppelkonzert a-Moll op. 102 von Johannes Brahms (gemeinsam mit Beatrice Harrison) spielte, und trat im Mai 1940 bei einem Solokonzert mit Finnischer Musik in der St. Paul’s Cathedral zugunsten des Finnischen und Norwegischen Roten Kreuzes auf (vgl. „The Times London“ vom 30. Januar 1933, S. 6 und vom 10. Mai 1940, S. 4).


    Unter den Aufnahmen, die von ihren Interpretationen im National Sound Archive der British Library London erhalten sind, befindet sich auch ein von ihr komponierter „May Song“ für Barition und Klavier. Es ist das einzige bislang bekannte Werk, das darauf hindeutet, dass May Harrison auch als Komponistin tätig war.


    Von 1935 bis 1947 unterrichtete May Harrison am Royal College of Music in London das Fach Violine. Über die Art ihrer Anstellung, ihre Tätigkeit und ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang jedoch nichts Näheres bekannt.


    May Harrison starb am 8. Juni 1959 in South Nutfield/Surrey, England.

    Würdigung

    Die Violinistin May Harrison war über 50 Jahre im englischen und internationalen Musikleben als Solistin, Kammermusikerin und Violinpädagogin präsent. Bis in die 1950er-Jahre trat sie dabei auch mit ihren Geschwistern Beatrice und Margaret Harrison in unterschiedlichen Formationen auf. Jede der drei Schwestern konnte bei Bedarf den Klavierpart übernehmen. May Harrison regte zahlreiche zeitgenössische Kompositionen an, begleitete die Entstehung neuer Werke mit Neugier und spielte Uraufführungen u. a. von Werken der Komponisten Arnold Bax, Frederick Delius und Cyril Scott. Gleichzeitig galt sie als herausragende Bach-Interpretin und widmete sich in vielen Konzerten älterer Musik, z. B. von Henry Purcell, Tomaso Antonio Vitali und Giuseppe Sammartini. Im Nachruf, den die London Times am 11. Juni 1959 veröffentlichte, hieß es über ihr Spiel: „Her style was classical, very clean, and without the big vibrato cultivated by players who aim at a very sweet or very big tone. She was therefore a good interpreter of Bach, but she was by virtue of the warmth of her own temperament equally at home with the music of Elgar and Delius, with both of whom she was on terms of personal friendship.” („Ihr Stil war klassisch, sehr präzise und ohne das große Vibrato, das von jenen Interpreten gepflegt wird, die einen sehr süßen oder sehr großen Ton anstreben. Sie war daher eine gute Interpretin der Werke Bachs, aber sie war aufgrund der Wärme ihres Wesens ebenso in der Musik von Elgar und Delius zu Hause, mit denen sie eine persönliche Freundschaft verband.”; „The Times London” vom 11. Juni 1959, S. 15).

    Rezeption

    Eine Rezeption der Tätigkeiten von May Harrison findet bislang meistens nur in Zusammenhang mit ihrer Schwester, der Violoncellistin Beatrice Harrison statt, obwohl May Harrison als Solistin wie als Kammermusikerin eigenständige künstlerische Wege fand.

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Von May Harrison ist bislang eine einzige Komposition mit dem Titel „May-Song“ für Bariton und Klavier bekannt, die sowohl im National Sound Archiv der British Library als auch auf einer Portrait-CD enthalten ist (vgl. „Quellen“ und „Literatur/Tonträger“ und „Links“).



    Schriften


    Delius. In: Royal College of Music Magazine XXXIII (1937), Nr. 2. S. 47.


    The Music of Delius. In: Proceedings of the Royal Musical Association LXXI (1944/45). S. 43.



    Aufnahmen


    Popper, David. Spanischer Tanz op. 54 Nr. 5. (May Harrison: Klavierbegleitung; Cello: Beatrice Harrison). Aufnahme vom Juni 1919.


    Delius, Frederick. Sonate für Violine und Klavier Nr. 1. Aufnahmedatum: 1. und 26. Juni 1929.


    Bax, Arnold. Sonate für Violine und Klavier. Aufnahmedatum: 3. Februar 1936.


    Warlock, Peter. „Ha'nacker mill“ für Bariton, Violine, Oboe und Klavier. Aufnahmedatum: 3. Februar 1936.


    Warlock, Peter. „Away to Twiver“ für Bariton, Violine, Oboe und Klavier. Aufnahmedatum: 3. Februar 1936.


    Warlock, Peter. „Three Belloc Songs” für Bariton, Violine, Oboe und Klavier. Aufnahmedatum: 3. Februar 1936.


    Delius, Frederick. Sonate für Violine und Klavier Nr. 3. Aufnahme von 1937.


    Delius, Frederick. Konzert für Violine und Orchester. Aufnahmedatum: 13. Mai 1937.


    Moeran, Ernest John. Sonate für Violine und Klavier e-Moll. Aufnahmedatum unbekannt.


    Coates, Henry. Benediction. (May Harrison: Klavier; Beatrice Harrison: Cello; Henry Coates: Orgel). Aufnahmedatum unbekannt.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste lässt sich aufgrund fehlender Informationen zur Zeit nicht erstellen. Nachgewiesen sind bislang die Aufführungen folgender Werke:



    Solokonzerte


    Beethoven, Ludwig van. Violinkonzert D-Dur op. 61 .

    Beethoven, Ludwig van. Romanze für Violine und Orchester G-Dur op. 40.

    Brahms, Johannes. Violinkonzert D-Dur op. 77.

    Brahms, Johannes. Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102.

    Bruch, Max. Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 op. 44.

    Bruch, Max. „Schottische Fantasie“ op. 46.

    Delius, Frederick. Konzert für Violine und Orchester.

    Delius, Frederick. Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester.

    Ernst, Johann-Heinrich. Concert pathétique fis-Moll op. 23.

    Glazunov, Alexander. Violinkonzert a-Moll op. 82.

    Lalo, Edouard. „Symphonie espagnole“ op. 21.

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Violinkonzert e-Moll op. 64.

    Saint-Saëns, Camille. „Introduction et Rondo Capriccioso“ op. 28.

    Scott, Cyril. Violinkonzert.

    Scott, Cyril. Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester (verschollen).



    Weitere Violin-Literatur und Kammermusik


    Bach, Johann Sebastian. Sonate (Partita) für Violine Solo E-Dur BWV 1006.

    Bach, Johann Sebastian. Sonate für Violine und Bc e-Moll BWV 1023).

    Bax, Arnold. Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 E-Dur.

    Bax, Arnold. Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 g-Moll.

    Brahms, Johannes. Sonate für Violine und Klavier d-Moll op. 108.

    Delius, Frederick. Sonate für Violine und Klavier Nr. 1.

    Delius, Frederick. Sonate für Violine und Klavier Nr. 3.

    Moeran, Ernest John. Sonate für Violine und Klavier e-Moll.

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Sonate für Violine und Klavier B-Dur KV 378.

    Reger, Max. Präludium und Fuge für Violine Solo (keine Präzisierung möglich).

    Scott, Cyril. Klaviertrio Nr. 1.

    Tartini, Giuseppe. „Teufelstriller-Sonate“.

    Warlock, Peter. „Ha'nacker mill“ für Bariton, Violine, Oboe und Klavier.

    Warlock, Peter. „Away to Twiver“ für Bariton, Violine, Oboe und Klavier.

    Warlock, Peter. „Three Belloc Songs” für Bariton, Violine, Oboe und Klavier.



    Klavierbegleitung


    Coates, Henry. Benediction.

    Popper, David. Spanischer Tanz op. 54 Nr. 5.

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Harrison, May“. In: Who’s who in music. H. S. Wyndham (Ed.). 1913 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, May“. In: Black’s Dictionary of music and musicians. L. J. De Bekker (Ed.). 1924 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, May”. In: A dictionary of modern music and musicians. A. E. Hull (Ed.). 1924 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, May“. In: Who’s who in broadcasting. S. A. Moseley (Ed.). 1933 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „Harrison, Miss May”. In: The Lady's Who's Who 1938-1939. 1939 [verfügbar in wbis: world biographical information system].


    Artikel „May Harrison”. In: The Musical Times 100 (1959). Nr. 1398 (August 1959). S. 435-436 [Nachruf].


    Artikel „Harrison, May“. In: Grove’s Dictionary of Music and Musicians. 5th edition. Edited by Eric Blom. Vol. IV, London: Macmillan & Co LTD, 1954. S. 114.


    Campbell, Margaret. Artikel „Harrison, May”. In: New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Second Edition. Edited by Stanley Sadie. London: Macmillian Publishers Limited, 2001. Vol. 11. S. 67f.


    Cleveland-Peck, Patricia. Introduction. In: Harrison, Beatrice. The Cello and the Nightingales. Edited by Patricia Cleveland-Peck. London: John Murray Publishers Ltd., 1985. S. 15-31.


    Corbett, W. W./Rees, Lynda Lloyd. Artikel „Harrison, May”. In: The New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Edited by Stanley Sadie. London: Macmillian Publishers Limited, 1980. Vol. 8. S. 255f.


    Creighton, J. Discopaedia of the Violin. Toronto 1974.


    Harrison, Beatrice. The Cello and the Nightingales. Edited by Patricia Cleveland-Peck. London: John Murray Publishers Ltd., 1985 [kommentierte Autobiografie].


    Muck, Peter. Einhundert Jahre Berliner Philharmonisches Orchester: Darstellung in Dokumenten. Band 3: Die Mitglieder des Orchesters, die Programme, die Konzertreisen, Ur- und Erstaufführungen. Tutzing: Schneider, 1982.


    Potter, T. May Harrison: A Profile. In: The Strad CI (1990), S. 628-630.


    Wood, Henry. My Life of Music. London: Victor Gollancz Ltd., 1938.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Neue Zeitschrift für Musik 77 (1910), S. 327.

    The Musical Times Vol. 61 (1920). Nr. 927 (1. Mai 1920). S. 316-317 (The Bach Festival).


    The Times London vom 13. November 1905, S. 15.

    The Times London vom 20. Dezember 1907, S. 10.

    The Times London vom 24. März 1908, S. 10.

    The Times London vom 28. Februar 1910, S. 10.

    The Times London vom 11. März 1910, S. 12.

    The Times London vom 23. Februar 1912, S. 10.

    The Times London vom 31. Mai 1912, S. 9.

    The Times London vom 17. Juni 1915, S. 11.

    The Times London vom 11. Februar 1927, S. 12.

    The Times London vom 2. Mai 1927, S. 12.

    The Times London vom 12. November 1927, S. 10.

    The Times London vom 28. Januar 1930, S. 12.

    The Times London vom 22. März 1930, S. 10.

    The Times London vom 30. Januar 1933, S. 6.

    The Times London vom 11. Februar 1935, S. 8.

    The Times London vom 30. August 1935, S. 10.

    The Times London vom 19. Februar 1937, S. 12.

    The Times London vom 10. Mai 1940, S. 4.

    The Times London vom 9. November 1954, S. 6.

    The Times London vom 11. Juni 1959, S. 15 (Nachruf).

    The Times London vom 16. Juni 1959, S. 12 (Beerdigung).



    Tonträger


    May Harrison [Portrait]. Label: Symposium. CD 1075. 1989 und 1994.



    Links


    http://de.wikipedia.org/wiki/May_Harrison

    Die Wikipedia Deutschland enthält einen kurzen Artikel über May Harrison.


    http://www.bl.uk/collections/sound-archive/cat.html

    Das National Sound Archive der British Library London enthält zahlreiche Aufnahmen von May Harrison sowie mehrere Interviews mit ihrer Schwester Margaret Harrison.


    http://www.hammerwood.mistral.co.uk/harrisn.htm

    Der Internet-Auftritt des „Hammerwood Park“ stellt auch einen kurzen Artikel über die vier Geschwister May, Beatice, Monica und Margaret Harrison von David Candlin zur Verfügung.

    Forschung

    May Harrisons jüngste Schwester Margaret Harrison gründete Mitte der 1980er Jahre den „Harrison Sisters’ Trust”, um den Nachlass der Familie zu erhalten, darunter teilweise bearbeitete Partituren, Briefe der Geschwister untereinander und mit zeitgenössischen Komponisten sowie Tagebuchnotizen und andere private Dokumente. Der Nachlass befindet sich heute als „Harrison Sisters' Collection“ im Royal College of Music in London. Ferner befinden sich im National Sound Archive der British Library mehrere Interviews mit Margaret Harrison aus den 1980er Jahren, in denen sie Auskunft über ihre Familie gibt.

    Aufschluss über die Tätigkeiten von May Harrison gibt auch die Autobiografie ihrer Schwester Beatrice Harrison „The Cello and the Nightingales“, die 1985 posthum von Patricia Cleveland-Peck herausgeben wurde (Harrison 1985).

    Im National Sound Archive der British Library befinden sich zahlreiche Aufnahmen von May Harrison, die größtenteils für die BBC entstanden sind, teilweise gemeinsam mit den Schwestern Beatrice und Margaret Harrison.

    Die „Music Collections“ der British Library enthalten zudem einen kleinen Bestand mit Autografen aus dem Nachlass von May Harrison, der u. a. eine Kadenz und Variationen von Leopold Auer über Antonio Corellis Variationen über „Folia” sowie Kompositionen von Victor Hely Hutchinson und Freda Swain umfasst.

    Forschungsbedarf

    May Harrison steht bis heute im Schatten ihrer Schwester Beatrice Harrison. Entsprechend groß ist der Forschungsbedarf zu den eigenständigen Tätigkeiten von May Harrison. Dies betrifft sowohl ihre Studienzeit bei Enrique Arbós in London und bei Leopold Auer in St. Petersburg als auch ihre internationale Karriere als Solistin, ihre Konzerttourneen und die Rezeption ihres Spiels in den jeweiligen Ländern. Durch alle Kurzdarstellungen ihres Lebens zieht sich der Hinweis, dass sie eine herausragende Bach-Interpretin war, ohne dass dies bislang anhand von Dokumenten zu präzisieren wäre. Auch ihre Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten sind nahezu unerforscht, ebenso wie ihre kammermusikalischen Tätigkeiten außerhalb ihrer Familie. So befindet sich z. B. im National Sound Archive der British Library London eine Aufnahme von Ha'nacker mill“ des Komponisten Peter Warlock für Bariton, Oboe, Klavier und Violine, die 1936 gemeinsam mit Sumner Austin (Bar.), Helen Gaskell (Ob.) und Charles Lynch (Kl.) entstanden ist. Ferner ließe sich May Harrisons Interpretationsweise alter und neuer Musik anhand von Aufnahmen wie auch mit Hilfe der erhaltenen Einzeichnungen in Partituren untersuchen und könnte auf diese Weise Aufschluss geben über die Rolle von Interpretinnen und Interpreten der „neuen Musik“ Großbritanniens in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

    May Harrison unterrichtete zwölf Jahre lang am Royal College of Music im Fach Violine. Dennoch ist weder über ihren Unterricht, noch über ihre Schülerinnen und Schüler Näheres bekannt.

    Da von ihr eine Komposition erhalten ist, wäre zu fragen, inwieweit May Harrison kontinuierlich komponiert hat.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 116516552
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    Library of Congress (LCCN): no96017234
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, Die Grundseite wurde im Dezember 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 10.12.2007


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „May Harrison“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 10.12.2007.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/May_Harrison