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  • Mary Anne A’Beckett

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Mary Anne A’Beckett
    Varianten: Mary Anne a’Becket, Mary Anne Florence Mary Anne A’Beckett, Mary Anne Florence Mary Anne a’Becket
    Lebensdaten:
    geb. um in London,
    gest. in London,

    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin
    Charakterisierender Satz:

    „That a lady who, if we are correctly informed, only studied music at first as an accomplishment, should have been able to write an entire opera, of a produceable kind, is not a little surprising: but that her knowledge and talent should have proved equal to the composition of a work that was not only thought worthy to be brought out, but which had a run of many nights, is a remarkable circumstance in musical history, and proves two things, – the extent to which the art is now cultivated, even as one branch of female education; and that the talent for composing is not as has been supposed, exclusively confined to one sex.“


    „Dass eine Dame, die – sofern wir richtig informiert sind – Musik zunächst nur zur Bereicherung studierte, in der Lage ist, eine ganze, aufführbare Oper zu schreiben, löst kein geringes Erstaunen aus. Aber dass sie ihr Können und ihr Talent in diesem Werk derart unter Beweis stellte, dass es nicht nur aufgeführt wurde, sondern auch mehrere Abende auf dem Spielplan blieb, ist ein bemerkenswertes Ereignis der Musikgeschichte und beweist zwei Dinge: die Höhe, zu der diese Kunst auch als ein Teil der Ausbildung von Frauen mittlerweile kultiviert wurde, und dass das Talent zu Komponieren nicht, wie vermutet wurde, exklusiv einem Geschlecht vorbehalten ist.“


    („The Musical Library. Monthly Supplement“ Nr. XXIV, März 1836, S. 57f.)


    Profil

    Die Komponistin Mary Anne A’Beckett trat im Alter von ca. zwanzig Jahren mit einer Grand Opera „Agnes Sorel“ als Komponistin an die Öffentlichkeit. Die Oper wurde im Dezember 1835 am Londoner St. James’s Theatre uraufgeführt und fand von Beginn an den Zuspruch von Presse und Publikum. Es folgten weitere Opern und Bühnenmusiken, u. a. die „Fairy Opera“ „Little Red Riding Hood“ (August 1842) und die Bühnenmusik zu „The Young Pretender“ von Mark Lemmon (1846). Neben ihren Bühnenwerken galt Mary Anne A’Beckett auch als herausragende Komponistin so genannter „Drawing-Room-Songs“. Ihre Lieder und Balladen erschienen von 1840 bis 1859 in renommierten Londoner Musikverlagen, u. a. bei Charles Ollivier, Leader & Cock und Chappell & Co. und wurden regelmäßig aufgeführt.

    Orte und Länder

    Mary Anne A’Beckett wurde in London geboren und verbrachte dort ihr Leben. Ihre Opern und Bühnenmusiken wurden u. a. im St. James’s Theatre, im Haymarket Theatre, im Royal Surrey Theatre sowie im Princess’s Theatre aufgeführt.

    Biografie

    Mary Anne A’Beckett, geb. Glossop, wurde ca. 1817 in London in eine Theaterfamilie geboren. Ihr Vater war der Theaterdirektor Joseph Glossop, der u. a. in den 1820er Jahren die Mailänder Scala geleitet hatte, ihre Mutter war vermutlich die Sängerin Elizabeth Féron. Über ihre musikalische Ausbildung ist nichts bekannt, ihr weiterer Lebensweg lässt jedoch vermuten, dass sie – möglicherweise familiär – eine fundierte Ausbildung in Komposition und möglicherweise auch in Gesang und/oder Klavier erhielt. Am 21. Januar 1835 heiratete Mary Anne A’Beckett den Schriftsteller, Bühnenautor und Journalisten Gilbert Abbott A’Beckett (1811-1856) und ließ sich mit ihrem Mann zunächst in Portland House (heute 4, Portland Place) im Londoner Stadtteil Fulham nieder, ab 1848 lebte die Familie in 10 Hyde Park Gate South, Kensington Gore. Aus der Ehe gingen vier Söhne, darunter Gilbert Arthur A’Beckett (1837-1891) und der spätere Schriftsteller Arthur William A’Beckett (1844-1909), sowie zwei Töchter hervor. Nach ihrer Heirat wirkte Mary Anne A’Beckett als Komponistin überwiegend unter den Namen „Mrs. G. A. A’Beckett“ bzw. „Mrs. Gilbert A’Beckett“.


    Eine der ersten Kompositionen, mit denen Mary Anne A’Beckett an die Öffentlichkeit trat, war eine „Grand Opera“ mit dem Titel „Agnes Sorel“, mit der am 16. Dezember 1835 das Londoner St. James’s Theatre unter der Leitung des Intendanten und Schauspielers John Braham eröffnet wurde (vgl. „The London Literary Gazette“ vom 19. Dezember 1835, S. 812). Das Libretto wurde von ihrem Mann Gilbert Abbot A’Beckett verfasst, zu den Hauptdarstellerinnen und -darstellern gehörte auch ihre Halbschwester Emilie Glossop: „The St. James’s Theatre. This evening will be presented the new grand opera, called Agnes Sorel. The whole of the music by Mrs. G. A. a’Beckett. Principal characters by Messrs. Braham, Barker, Stretton, and Barnett, Miss Glossop, and Miss P. Horton.“ („St. James’s Theatre. Heute Abend wird eine neue große Oper mit dem Titel ‚Agnes Sorel’ aufgeführt. Die gesamte Musik stammt von Mrs. G. A. a’Beckett. Hauptdarsteller sind die Herren Braham, Barker, Stretton und Barnett, Miss Glossop und Miss P. Horton.“; „The Times“ vom 16. Dezember 1835, S. 2). Im Februar 1836 erschien die Partitur im Londoner Musikverlag Mori and Levenu, und „The Musical Library“ rezensierte nicht nur das Werk, sondern nahm auch auf die Situation von Komponistinnen Bezug: „That a lady who, if we are correctly informed, only studied music at first as an accomplishment, should have been able to write an entire opera, of a produceable kind, is not a little surprising: but that her knowledge and talent should have proved equal to the composition of a work that was not only thought worthy to be brought out, but which had a run of many nights, is a remarkable circumstance in musical history, and proves two things, – the extent to which the art is now cultivated, even as one branch of female education; and that the talent for composing is not as has been supposed, exclusively confined to one sex. [...] Melody is the composer’s aim and ‚forte’. Her harmony is correct, and good, though neither deep nor abounding in traits absolutely new. The words are set with judgment, so far as relates to their meaning: but their accentuation is often very faulty indeed. The opera is certainly not inferior to many operas that have been successfully produced in Italy by the followers of Rossini. It is in the style of these, and though superior to some of them in point of originality, yet our gallantry has not blinded us to the fact, that newness of thought is not the leading feature of ‚Agnes Sorel’: but there is much elegance in several of the pieces, and as a whole it is pleasing.“ („Dass eine Dame, die – sofern wir richtig informiert sind – Musik zunächst nur zur Bereicherung studierte, in der Lage ist, eine ganze, aufführbare Oper zu schreiben, löst kein geringes Erstaunen aus. Aber dass sie ihr Können und ihr Talent in diesem Werk derart unter Beweis stellte, dass es nicht nur aufgeführt wurde, sondern auch mehrere Abende auf dem Spielplan blieb, ist ein bemerkenswertes Ereignis der Musikgeschichte und beweist zwei Dinge: die Höhe, zu der diese Kunst auch als ein Teil der Ausbildung von Frauen mittlerweile kultiviert wurde, und dass das Talent zu Komponieren nicht, wie vermutet wurde, exklusiv einem Geschlecht vorbehalten ist. [...] Melodie ist das Ziel und die Stärke der Komponistin. Ihre Harmonien sind korrekt und gut, weder zu tiefgründig noch voll absoluter Neuheiten. Die Worte sind musikalisch mit Bedacht gesetzt, was ihre Bedeutung betrifft; die Betonung ist allerdings häufig fehlerhaft. Die Oper ist sicherlich nicht schlechter als viele Opern, die in Italien in der Nachfolge Rossinis erfolgreich auf die Bühne gebracht wurden. Sie ist im Stil derselben und einigen von ihnen im Hinblick auf Originalität überlegen, auch wenn uns unsere Galanterie nicht gegenüber der Tatsache blind macht, dass gedanklich Neues nicht das Hauptmerkmal von ‚Agnes Sorel’ ist. Aber etliche der Stücke sind sehr elegant, und insgesamt ist die Oper sehr erfreulich.“; „The Musical Library. Monthly Supplement“ Nr. XXIV, März 1836, S. 57f.) In den folgenden Jahren schrieb Mary Anne A’Beckett mehrere Bühnenmusiken für das St. James’s Theatre sowie weitere Opern. Am 27. März 1837 wurde ihre Bühnenmusik zu „Mabel’s Curse“, einem Drama der Schriftstellerin Anna Maria Fielding, im St. James’s Theatre uraufgeführt, und der „Theatrical Observer“ notierte: „The piece was neatly written, and there was some very pretty music by Mrs. G. A. A’Beckett.“ („Das Stück ist ordentlich geschrieben und enthält einige sehr hübsche Musikstücke von Mrs. G. A. A’Beckett.“; „The Theatrical Observer“ vom 28. März 1837, o. P.) Ein Jahr später schrieb Mary Anne A’Beckett gemeinsam mit dem Theaterkomponisten George F. Stansbury die Bühnenmusik zum Stück ihres Mannes Gilbert Abbott A’Beckett „Wanted a brigand, or, A visit from Fra-Diavolo“, das im Untertitel als „Musical Burletta“ benannt wurde. Die Uraufführung fand Anfang Dezember 1837 wiederum im St. James’s Theatre statt. In ihrer Rezension unterschlug die „Musical World“ allerdings die Komponistin: „A new little piece was produced here on Wednesday evening, called ‚Wanted a Brigand’ [...], and was well received by the audience. [...] The piece is of course interspersed with music.“ („Ein neues kleines Stück mit dem Titel ‚Wanted a Brigand’ wurde hier am Mittwochabend dargestellt […] und vom Publikum gut aufgenommen. […] Das Stück ist natürlich mit Musik durchsetzt.“; „The Musical World“ vom 8. Dezember 1837, S. 204). Und das „Court Magazine“ ging von einem Herrn A. Beckett aus: „’Wanted a Brigand’ [...] has been produced at this house [St. James’s Theatre] with considerable success [...]. There is some exceedingly pretty music in it from the pens of Messrs. A. Beckett and Stansbury.“ („’Wanted a Brigand’ [...] wurde in diesem Haus [St. James’ Theatre] mit beträchtlichem Erfolg aufgeführt […]. Darin gibt es außerordentlich hübsche Musik aus den Federn der Herren A. Beckett und Stansbury.“; „The Court Magazine“ Januar 1838, S. 110)


    Im August 1842 fand die Premiere von Mary Anne A’Becketts zweiter Oper, der „Fairy Opera“ „Little Red Riding Hood“, eine Adaption des „Rotkäppchen“-Stoffes, im Londoner Royal Surrey Theatre statt. Ankündigt wurde die Oper explizit als „English Opera“, auch wenn die Kritik betonte, dass es sich musikalisch im Wesentlichen um eine italienische Oper handle, so z. B. ein Rezensent der „Musical World“: „Royal Surrey Theatre. A rara avis in modern musical times was brought into life on Monday evening last at this enterprising establishment – A New English Opera!!! [...] The music of the pleasant affair is by Mrs. a’Becket, a lady who under her spinster name of Glossop, exercised her memory and ingenuity in the production of a previous (so called) ‚New Opera,’ at the commencement of Mr. Braham’s management at the St. James’s Theatre. Her style is essentially Italian, as will be readily recognised by the least practised auditor [...]. Every listener at the Royal Surrey theatre will constantly detect some well known air or passage in the ‚New Opera’ – but this is no great detriment, since the circumstance of their being well known, proves that they must possess some superior quality, and a certainty that they will be recollected, is favourable to the notion that they must have originally presented something to the ear worthy of remembrance. The whole is adroitly put together, and the ‚New Opera’ is consequently preferable to some loftier doings in loftier places, which, in their aim to be very original, are far less pleasing in their material, and far more clumsily dovetailed.“ („Royal Surrey Theatre. Ein rara avis moderner musikalischer Zeiten wurde am letzten Montagabend in dieser geschäftstüchtigen Einrichtung ins Leben gerufen – Eine neue englische Oper!!! […] Die Musik des erfreulichen Ereignisses ist von Frau a’Beckett, einer Dame, die unter ihrem Mädchennamen Glossop ihr Gedächtnis und ihren Einfallsreichtum in der Produktion einer früheren (so genannten) ‚New Opera’ zum Beginn von Herrn Brahams Management am St. James’ Theatre erprobte. Ihr Stil ist in erster Linie italienisch, wie es selbst von einem wenig erfahrenen Hörer bemerkt werden dürfte […] Jeder Zuhörer im Royal Surrey Theater wird ständig eine bekannte Arie oder Passage in der ‚New Opera’ ausfindig machen – doch das ist kein großer Nachteil, da die Tatsache, dass sie bekannt sind, beweist, dass sie eine überlegene Qualität besitzen, und die Gewissheit, dass sich ihrer erinnert wird, begünstigt die Ansicht, dass sie ursprünglich etwas dem Ohr Erinnerungswürdiges präsentiert haben. Das Ganze ist geschickt zusammengestellt und die ‚New Opera’ ist folglich einigen vornehmeren Tätigkeiten an vornehmeren Orten vorzuziehen, die in ihrem Ziel, sehr originell zu sein, in ihrem Material viel weniger ansprechend und viel plumper verzahnt sind.“; „The Musical World“ vom 11. August 1842, S. 254) Auch diese Oper blieb über längere Zeit im Repertoire und wurde im Februar 1843 zudem vom „Princess’s Theatre“ auf den Spielplan gesetzt, wo sie vom Publikum jedoch eher verhalten angenommen wurde: „Princess’s Theatre. Mrs. a’Beckett’s opera, ‚Little Red Riding Hood,’ produced some time since at the Surrey theatre, was revived here on Monday evening, with but indifferent success.“ („Princess’s Theatre. Frau a’Becketts Oper ‚Little Red Riding Hood’, die vor einiger Zeit am Surrey Theater aufgeführt wurde, wurde hier am Montag wieder aufgenommen, wenn auch mit mäßigem Erfolg.“; „The Musical World“ vom 9. Februar 1843, S. 59; vgl. auch „The Musical World“ vom 12. Januar 1843, S. 26; vom 2. Februar 1843, S. 53) Ein weiteres Stück, zu dem Mary Anne A’Beckett die Bühnenmusik verfasste, war das Drama „The Young Pretender“ von Mark Lemon, das Anfang Dezember 1846 im Haymarket Theatre uraufgeführt wurde (vgl. „The Musical World“ vom 5. Dezember 1846, S. 623f.).


    Neben ihren Bühnenwerken schrieb Mary Anne A’Beckett auch zahlreiche Lieder und Balladen und wirkte zudem als Herausgeberin. 1847 erschien das von ihr edierte „The Music Book“, in dem mehrere ihrer Kompositionen sowie Lieder und Klavierstücke u. a. von Alfred Mellon, Julius Benedict, Michael Balfe, Edward Loder und William Vincent Wallace erschienen. Die „Musical World“ rezensierte: „The ‚Music Book’ needs no declamatory flourishes of ours, or of any body else, to advance it with the public. The names of the contributors, and of the fair and talented editress will stand rubric for its worth and excellence. Among the contributors, besides Messrs. J. L. Hatton and Alfred Mellon, will be found Balfe, Wallace, Benedict, Edward Loder, Tully, F. Romer, T. G. Reed, Crouch, and Mrs. G. A. A’Beckett. Volume the first contains twenty original pieces of music, consisting of songs, waltzes, quadrilles, &c.“ („Das ‚Music Book’ braucht keine deklamatorischen Schnörkel von uns oder von sonst jemandem, um in die Öffentlichkeit vorzudringen. Die Namen der Mitwirkenden und der guten und talentierten Herausgeberin stehen für seinen Wert und seine Exzellenz. Unter den Mitwirkenden werden neben den Herren J. L. Hatton und Alfred Mellon Balfe, Wallace, Benedict, Edward Loder, Tully, F. Romer, T. G. Reed, Crouch und Frau G. A. A’Beckett zu finden sein. Der erste Band enthält zwanzig originelle Musikstücke, darunter Lieder, Walzer, Quadrillen etc.“; „The Musical World“ vom 3. Juli 1847, S. 429) Auch die weiteren Kompositionen von Mary Anne A’Beckett wurden von der Musikkritik begeistert angenommen. So veröffentlichte die „Musical World“ z. B. im Februar 1851 eine ausführliche Besprechung von fünf ihrer Werke – von vier Balladen und einer Sammlung mit Quadrillen für Klavier – in der es heißt: „Among the female amateurs who are constantly adding to the stores of elegant drawing-room music in this country, the lady whose name is affixed to the above compositions holds a distinguished place. Added to a more than ordinary musical feeling, Mrs. A’Beckett has studied to such purpose, and in such a good school, that none of those imperfections in harmony and modulations – which but too often, in the works of our amateurs, spoil an otherwise graceful thought – are observable in her productions. The accompaniments to her songs are as neat, and correctly written, as, for the most part, her melodies are flowing and natural; so much so, indeed, that it is difficult to believe they have proceeded from the pen of an amateur. No 1 [„Ne’er think that I’ll forget thee“], in E flat, which is adapted to some pretty verses of her own – for Mrs. A’Beckett is a poet as well as a musician – although well defined, and essentially vocal, is the least original of the four. It is, however, superior to the common run of fashionable ballads, and the accompaniment is remarkable for its easy smoothness. No 2 [„And must we, then, in silence meet“], in E [...], is greatly superior in a musical point of view. The air is more marked, and not less melodious, while it possesses this advantage, that it cannot be traced to any other sources. [...] This ballad, in the hands of an unaffected singer, would scarcely fail to please. No 3 [„Do not smile“], in D, has an agreeable touch of the Swiss character in the tune, which will gain it many admirers [...]. The accompaniment, as usual, is exceedingly well written. No 4 [„It is o’er, that Happy Dream“], in A, is decidedly the happiest of the songs. Though in form of a ballad, in character it rises above it. The melody, ‚larghetto’, is highly expressive and vocal, while a graceful accompaniment of triplets, skilfully conducted, fits it admirably, and imparts an additional interest. Mrs. A’Beckett must have composed this ballad in her happiest mood; the ‚happy dream’ which forms the burden of the words, could not have been sung in happier strains. [...] ‚The Royal Nursery Quadrilles’ are, what their title imports, an easy set of quadrilles for young performers. They are, nevertheless, excellent of their degree, pretty and animated, while the popular nursery tunes which constitute the prominent motives of each successive figure, are selected with a judicious view to contrast, and are effectively helped out by sundry original phrases, in minor keys, which of course are Mrs. A’Beckett’s own.“ („Unter den weiblichen Amateuren, die in diesem Land fortwährend den Vorrat an eleganter Salonmusik auffrischen, nimmt die Dame, deren Name mit obigen Kompositionen verbunden ist, einen ausgezeichneten Platz ein. Zusätzlich zu einem überdurchschnittlichen musikalischen Gefühl hat Frau A’Beckett mit solch einer Absicht und in einer so guten Schule studiert, dass keine jener Fehler in der Harmonie oder in Modulationen – die doch zu oft in den Werken unserer Amateure einen ansonsten anmutigen Gedanken verunzieren – in ihrem Schaffen erkennbar sind. Die Begleitungen zu ihren Liedern sind ebenso ordentlich und korrekt geschrieben wie über weite Strecken ihre Melodien fließend und natürlich sind; tatsächlich sogar so sehr, dass es schwer zu glauben ist, dass sie aus der Feder eines Amateurs stammen. Nr. 1 [„Ne’er think that I’ll forget thee“] in Es-Dur, dass auf einige hübsche Verse von ihr selbst adaptiert ist – da Frau A’Beckett eine Dichterin ebenso wie eine Musikerin ist – ist, obgleich gut festgelegt und im Wesentlichen stimmgerecht, das am wenigsten originelle von den vier Stücken. Es ist dem gewöhnlichen Ansturm modischer Balladen dennoch überlegen und die Begleitung ist ob ihrer leichten Sanftheit bemerkenswert. Nr. 2 [„And must we, then, in silence meet“] in E-Dur […] ist aus musikalischer Perspektive deutlich anspruchsvoller. Die Melodie ist markanter und nicht weniger melodiös, während sie den Vorteil besitzt, dass sie nicht auf andere Quellen zurückgeführt werden kann. […] Diese Ballade würde es in den Händen eines unprätentiösen Sängers kaum versäumen, zu gefallen. Nr. 3 [„Do not smile“] in D-Dur hat einen angenehmen Hauch von schweizerischem Charakter in der Melodie, was ihr viele Verehrer einbringen wird […]. Die Begleitung ist wie gewöhnlich außerordentlich gut geschrieben. Nr. 4 [„It is o’er, that Happy Dream“] in A-Dur ist entschieden das fröhlichste der Lieder. Wenngleich der Form nach eine Ballade, übersteigt sie eine solche im Charakter. Die Melodie, ‚Larghetto’, ist höchst expressiv und kantabel, während eine anmutige Triolenbegleitung, wenn sie geschickt dirigiert wird, bewundernswert dazu passt und ein zusätzliches Interesse gewährt. Frau A’Beckett muss diese Ballade in ihrer fröhlichsten Stimmung komponiert haben; der ‚glückliche Traum’, der den Kern des Textes bildet, könnte nicht in glücklicherer Anlage gesungen werden. […]‚The Royal Nursery Quadrilles’ sind, wie es der Titel bedeutet, eine Reihe leichter Quadrillen für junge Künstler. Sie sind gleichwohl von herausragender Güte, hübsch und lebhaft, während die populären Kinderlieder, die jeweils die zentralen Motive jeder folgenden Figur begründen, mit einem verständigen Blick auf Kontraste ausgewählt sind, und denen in wirksamer Weise mit verschiedenen Originalphrasen in Molltonarten, die natürlich Frau A’Becketts eigene sind, ausgeholfen wurde.“; „The Musical World“ vom 22. Februar 1851, S. 117f.) Allerdings waren ihre Lieder und Balladen nicht auf eine Auführung im „Drawing-Room“ beschränkt. So wurde z. B. die Ballade „Ne’er think“ im September 1853 von Mrs. Lockey im Eröffnungskonzert des Glocester Musical Festivals gesungen, wie die „Times“ berichtete: „The first miscellaneous concert took place last night at the Shire-hall. The audience was numerous and fashionable, the largest, indeed, ever remembered at an opening performance. [...] The second part commenced gaily, with a rattling performance of Herold’s overture to ‚Zampa’, which was followed by an extremely graceful ballad, ‚Ne’er think,’ the composition of Mrs. A’Beckett, and sung with great sweetness by Mrs. Lockey.“ („Das erste gemischte Konzert fand gestern Abend in der Shire Hall statt. Das Publikum war zahlreich und elegant, tatsächlich das größte, an das man sich bei einer Eröffnungsvorstellung erinnern kann. […] Der zweite Teil begann fröhlich mit einer spritzigen Vorstellung von Herolds Ouvertüre zu ‚Zampa’, worauf eine äußerst anmutige Ballade, ‚Ne’er think’, komponiert von Frau A’Beckett und mit großartiger Süße von Frau Lockey gesungen, folgte.“; „The Times“ vom 15. September 1853, S. 10)


    Mary Anne A’Beckett starb am 11. Dezember 1863 in London.

    Werkverzeichnis

    Opern und Bühnenmusiken


    Agnes Sorel. Grand Opera (UA Dezember 1835, St. James’s Theatre London). Druck: London: Mori and Levenu, 1836.


    Bühnenmusik zu „Mabel’s Curse“ von Anna Maria Fielding (UA 27. März 1837, St. James’s Theatre London).


    Bühnenmusik (gemeinsam mit George F. Stansbury) zu „Wanted a brigand, or, A visit from Fra-Diavolo. A musical burletta in one act“. [...] by Gilbert Abbott A’Beckett; the music by George Stansbury and Mrs. G. A. A’Beckett. [Libretto] London 1837 (UA Dezember 1837, St. James’s Theatre).

    Daraus in Einzeldrucken erschienen:

    Music’s soft measure. Duet to the air of the Cachucha sung in the Burletta of „Wanted a brigand“, arranged by Mrs. G. A. A’Beckett.

    Who would from the merry Ball. Song ... in the burletta of „Wanted a Brigand“, arrangiert von Mary Anne A’Beckett. London: Chappell, ca. 1840.


    Little Red Riding Hood. A Fairy Opera (UA Surrey Gardens Theatre London, August 1842).


    Bühnenmusik zu „The Young Pretender“ von Mark Lemon (UA Dezember 1846, Haymarket Theatre London)


    Lieder und Duette


    Vainly to me of love you speak. Duett. Text: Gilbert Abbott A’Beckett. London ca. 1840


    Farewell dear Scenes. Ballad. London: Chappell, 1842.


    Wherefore maiden art thou straying. Rondo (für Gesang). (ohne Verlagsangabe), 1842


    Tis not the sparkling diadem. Ballad. London: Chappell, 1842.


    When mem’ry through the mist of tears. London: Chappell, 1843.


    Dear scenes of happier hours. Ballad. London: Charles Ollivier, 1845.


    My home must be where’er thou art. Text: Mark Lemon, London: Office of the Music Book, 1846.


    The Music Book ... Containing twenty original songs, quadrilles, and waltzes. Edited by Mrs. G. A. a’Beckett. vol. 1.-- London: Office of the Music Book, 1847. Darin:

    I dream of Thee. Song. Text: Barry Cornwall. In: The Music Book Nr. 21. London 1847

    Love me if I live. Song. Text: Barry Cornwall. In: The Music Book Nr. 8. London 1847

    My Home must be where’er thou art. Song. Text: Mark Lemon. In: The Music Book Nr. 4. London 1847

    Lightly won is lightly held. Duett. Text: Mark Lemon. In: The Music Book Nr. 14. London 1847

    A maiden from her lonely bow’r. Ballad. Text: Mark Lemon. In: The Music Book No. 12. London 1847


    One kindly word before we part. Ballad. Text: Mark Lemon, Music by Mrs. Gilbert A’Beckett, veröffentlicht in: Godey’s Magazine and Lady’s Book XXXIV (1/1847), S. 261-263


    Ne’er think that I’ll forget thee. Text: Mrs. G. A. A’Beckett. Ballad. London: Leader and Cock, 1850


    It is o’er, that Happy Dream. Ballad. Text: Bertie Vyse. London: Leader and Cock, 1851.


    Do not smile. Ballad. Text: J. D. Douglas. London: Leader and Cock, 1851


    And must we then in Silence meet. Ballad. Text: Mrs. Gilbert A’Beckett. London: Leader and Cock, 1851


    Dear scenes of happier hours. Ballad. Text: Gilbert Abbott A’Beckett. London 1854


    Oh! come again sweet summer time. Ballad. Text: Sir William A’Beckett. London 1854

    Take back thy gift. Ballad. Text: Gilbert Abbott A’Beckett. London 1854


    Dear scenes of happier hours: Ballad. Text: Gilbert Abbott A’Beckett. London 1854


    Dear Italy. Ballad. Text: Gilbert Abbott A’Beckett. London 1856

    Dear old England: A patriotic song. Text: Mrs. V. Roberts. London 1859


    Klavierwerke


    The Casino Waltz. In: The Music Book No. 15. London 1847


    The Ridotto Waltz. In: The Music Book No. 20. London 1847


    The Royal Nursery Quadrilles, or Popular Nursery Tunes. London: Cramer, Beale, & Co, 1851.

    Quellen

    Literatur


    A’Beckett, Arthur William. The A’Becketts of Punch. Memories of Father and Sons. London: A. Constable & Co., 1903.


    Gardner, John R. Artikel A’Beckett, Mary Anne. In: The Norton/Grove Dictionary of Women Composers, hg. v. Julie Anne Sadie und Rhian Samuel. New York, London: Macmillan Press, 1995.


    Schlicke, Paul. A’Beckett, Gilbert Abbott (1811–1856). In: Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004; online ed., Mai 2009 [http://www.oxforddnb.com/view/article/26, Stand: 24. Januar 2013].



    Zeitungsartikel und –rezensionen


    The Court Magazine Januar 1838, S. 110.


    The London Literary Gazette vom 19. Dezember 1835, S. 812.

    The Musical Library. Monthly Supplement Nr. XXIV, März 1836, S. 57f.


    The Musical World vom 8. Dezember 1837, S. 204.

    The Musical World vom 11. August 1842, S. 254.

    The Musical World vom 9. Februar 1843, S. 59.

    The Musical World vom 12. Januar 1843, S. 26.

    The Musical World vom 2. Februar 1843, S. 53.

    The Musical World vom 5. Dezember 1846, S. 623f.

    The Musical World vom 3. Juli 1847, S. 429.

    The Musical World vom 22. Februar 1851, S. 117f.


    The Theatrical Observer vom 28. März 1837, o. P.


    The Times vom 16. Dezember 1835, S. 2.

    The Times vom 15. September 1853, S. 10.

    Forschung

    Arthur William A’Beckett veröffentlichte 1903 unter dem Titel „The A’Becketts of Punch. Memories of Father and Sons“ seine Erinnerungen (vgl. A’Beckett 1903). Sie konnten für den vorliegenden Artikel leider nicht eingesehen werden.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Mary Anne A’Beckett umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des englischen Musiklebens.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 13684662
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    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 18.04.2013


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Mary Anne A’Beckett“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 18.4.2013.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Mary_Anne_A’Beckett