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  • Martha Näser-Otto

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Martha Näser-Otto
    Geburtsname: Martha Näser
    Varianten: Martha Otto
    Lebensdaten:
    geb. in Luckenwalde,
    gest. nach

    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Musikpädagogin

    Profil

    Die Pianistin und Komponistin Martha Näser-Otto wurde an der Berliner Akademischen Hochschule für Musik von Johannes Schulze im Fach Klavier und von Franz Schulz in Musiktheorie ausgebildet und erhielt 1878 ein Zeugnis, in dem auf ihre Absicht, als Musikpädagogin zu arbeiten, hingewiesen wird. Im Jahr 1886 erschienen mehrere ihrer Lieder und Klavierstücke im Musikverlag von Alfred Dörffel in Leipzig.

    Orte und Länder

    Martha Näser-Otto wurde in Luckenwalde in Brandenburg geboren. Ab 1874 studierte sie an der Akademischen Hochschule für Musik in Berlin, lebte nach ihrer Heirat im sächsischen Weißenfels und ab 1896 wieder in Berlin.

    Biografie

    Martha Näser-Otto wurde als Martha Näser am 17. März 1860 in Luckenwalde geboren, wo ihr Vater, Julius Näser, als Lehrer und Organist angestellt war. Über ihre erste musikalische Ausbildung ist nichts bekannt.


    Im Alter von 14 Jahren wurde sie an der Akademischen Hochschule für Musik in Berlin aufgenommen und studierte dort von Oktober 1874 bis Januar 1878 das Fach Klavier bei Johannes Schulze. Zusätzlich erhielt sie Unterricht in den „obligatorischen Fächern“ Theorie der Musik bei Franz Schulz und Geschichte der Musik bei Philipp Spitta. Am 14. Januar 1878 wurde ihr ein Zeugnis der Hochschule ausgestellt (vgl. UdK-Archiv Berlin, Akte: Elevinnen und Eleven, Bestand 1, Bd. 575, fol. 15-17), dem auch zu entnehmen ist, dass Martha Näser-Otto eine Laufbahn als Musikpädagogin anstrebte. Johannes Schulze schrieb darin über ihre pianistische Ausbildung: „Fräulein Martha Näser hat seit 187. [sic] den Unterricht des Unterzeichnenden im Klavierspiel erhalten u. gehörte, was ausdauernden Fleiß u. gewissenhafte Befolgung der Rathschläge des Lehrers anbetrifft, [...] zu den besten (meiner) Schülerinnen. [...] Fräulein N. wird gewiß auch die ihrer Leitung anzuvertrauenden Schüler mit Erfolg unterrichten u. als Lehrerin (eben solcher) Zukünftiges leisten.“ (ebd.) Franz Schulz notierte: „Fräulein Näsers theoretische Studien erstreckten sich auf (Kenntniß des) Tonsatzes, (der) Harmonie- und Satzlehre, sowie [...] auf mehrstimmige Bearbeitung von Choral- und Volksmelodien“ (ebd.).


    Nach ihrem Studium heiratete Martha Näser-Otto, geb. Näser, den Ingenieur und Baumeister Richard Otto (geb. 1851) und ließ sich mit ihrem Mann zunächst in Weißenfels nieder, wo sie 1888 lebte (vgl. Michaelis 1888, S. 30). Im Jahr 1896 zog das Ehepaar zurück nach Berlin und ließ sich dort in der Birkenstraße 74 nieder (vgl. Wrede 1897, S. 373). Im Jahr 1900 war Martha Näser-Ottos Mann, Richard Otto, in der Goebenstr. 9 in Berlin verzeichnet (vgl. Berliner Adressbücher, 1900). Vermutlich gab Martha Näser-Otto auch eigene Konzerte, von denen jedoch keine Rezensionen erhalten sind. Im Band „Das geistige Berlin“ heißt es: „In ihren Konzerten wurde der Vortrag Chopinscher Kompositionen von der Kritik besonders lobend erwähnt.“ (Wrede/von Reinfels 1897, S. 373).


    Im Januar 1886 erschienen von Martha Näser-Otto fünf Lieder für eine Singstimme und Klavier nach eigenen Gedichten im Musikverlag Alfred Dörffel in Leipzig als opus 1. Es sind dies die Lieder „O lass mich gehen, lieb Herzensmütterlein“, „Fröhlich zog ich aus der Mutter Haus“, „Weilst noch immer in der Ferne“, „Lasset mich träumen“ und „Was rauscht ihr denn so wunderlich“. Im September folgten mehrere Klavierstücke, darunter die Rheinländer Polka „Rheinklänge“ als opus 2, und „Zwei Stücke für Klavier“ (eine Etüde und eine Barcarole) als opus 3. Weitere Kompositionen von Martha Näser-Otto sind nicht bekannt.


    Trotz der wenigen veröffentlichten Kompositionen war Martha Näser-Otto als Komponistin anerkannt. Sie wurde sowohl 1888 von Alfred Michaelis in dessen biografischem Lexikon „Frauen als schaffende Tonkünstler“ aufgenommen (vgl. Michaelis 1888, S. 30) als auch in den von Richard Wrede und Hans von Reinfels 1897 herausgegebenen Band „Das geistige Berlin. Eine Encyklopädie des geistigen Lebens Berlins“ (vgl. Wrede/von Reinfels 1897, S. 373).


    Der weitere Lebensweg von Martha Näser-Otto ist unbekannt.

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Das vorläufige Verzeichnis der von Martha Näser-Otto bekannten Kompositionen wurde erstellt anhand der Datenbank „Hofmeister XIX“, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts erfasst sind, sowie anhand von Michaelis 1888.


    Näser-Otto, Martha. Fünf Lieder für eine Singstimme mit Pianoforte op. 1 (nach eigenen Texten). Leipzig: A. Dörffel, Januar 1886.

    1. „O lass mich gehen, lieb Herzensmütterlein“ – 2. „Fröhlich zog ich aus der Mutter Haus“ – 3. „Weilst noch immer in der Ferne“ – 4. „Lasset mich träumen“ – 5. „Was rauscht ihr denn so wunderlich“.


    Näser-Otto, Martha. Rheinklänge. Rheinländer-Polka für Pianoforte op. 2. Leipzig: A. Dörffel, September 1886.


    Näser-Otto, Martha. Zwei Stücke für Pianoforte op. 3. Leipzig: A. Dörffel, September 1886.

    1. Etüde – 2. Barcarole.

    Repertoire

    Über das pianistische Repertoire von Martha Näser-Otto ist nahezu nichts bekannt. Lediglich der Verweis auf das Spiel von Werken Frédéric Chopins ist erhalten (vgl. Wrede/von Reinfels 1897, S. 373).

    Quellen

    Dokumente


    Adressbücher Berlins. Online verfügbar: http://adressbuch.zlb.de (Stand: 24. April 2013).


    Archiv der Universität der Künste Berlin. Akte: Elevinnen und Eleven, Bestand 1, Bd. 575, fol. 15-17.



    Literatur


    Brand, Bettina u. a. (Hg.): Komponistinnen in Berlin. Berlin: Musikfrauen e. V. Berlin, 1987.


    Ebel, Otto. Women Composers: A Biographical Handbook of Woman’s Work in Music. Brooklyn, N. Y.: Chandler-Ebel Music & Co, 1913.


    Hofmeister XIX. Online verfügbar: http://www.hofmeister.rhul.ac.uk/2008/index.html (Stand: 24. April 2013).


    Michaelis, Alfred. Frauen als schaffende Tonkünstler. Ein biographisches Lexikon. Leipzig: A. Michaelis, 1888.


    Wrede, Richard; Reinfels, Hans von (Hg.). Das geistige Berlin. Eine Encyklopädie des geistigen Lebens Berlins. Band 1: Leben und Wirken der Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Journalisten, Maler, Musiker, Schriftsteller, Zeichner. Berlin: Hugo Storm, 1897, S. 373.



    Links


    http://www.hofmeister.rhul.ac.uk

    Die Datenbank Hofmeister XIX, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts erfasst sind, verzeichnet mehrere Drucke von Kompositionen Martha Näser-Ottos.

    Forschung

    Zu Martha Näser-Otto liegen keine weiteren Forschungsinformationen vor.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Martha Näser-Otto umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen sowie ihre beruflichen und privaten Kontakte.

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Martha Näser-Otto“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom ...
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Martha_Näser-Otto