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  • Marie de France

    von Claudia Schweitzer
    Marie de France, illustriertes Manuskript
    Namen:
    Marie de France
    Lebensdaten:
    geb. um in Île-de-France,
    gest. um

    Tätigkeitsfelder:
    Poetin
    Charakterisierender Satz:

    „Ki Deus ad duné escïence

    E de parler bon eloquence

    Ne s’en deit taisir ne celer,

    Ainz se deit volunters mustrer.“


    „Wem Gott das Wissen

    und die Gabe gut zu reden gegeben hat,

    darf nicht schweigen und sich verstecken,

    sondern soll sich offenen Herzens kundtun.“


    (Marie de France, „Lais“, Prologue, Verse 1-4)


    Profil

    Marie de France ist die früheste französischsprachige Dichterin, deren Name uns überliefert ist. Als Vorbild für ihr bekanntestes Werk, die „Lais“, nennt sie die alten bretonischen gesungenen Legenden, die ebenfalls „lais“ genannt wurden.

    Orte und Länder

    Marie de France wurde in Frankreich geboren und lebte, zumindest zur Zeit ihres überlieferten literarischen Schaffens (etwa zwischen 1160 und 1190), am königlichen Hof in England.

    Biografie

    Über die Biografie von Marie de France ist nahezu nichts sicher bekannt. Sie wurde in Frankreich geboren, lebte in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts am englischen Königshof und verfasste (mindestens) drei literarische Werke. Damit sind die gesicherten Fakten zusammengetragen. Die Angaben zu ihrer Herkunft sowie die Nennung ihres Namens stammen dabei von ihr selbst. Im Epilog zu ihren Fabeln heißt es: „Marie ai nom, si sui de France“ („Mein Name ist Marie und ich bin von Frankreich“).

    Die Formulierung „de France“ hat dabei im Laufe der Zeit unterschiedliche Interpretationen hervorgerufen. Abgesehen davon, dass die französische Abstammung Maries damit gesichert scheint, könnte die Wortwahl entweder schlicht bedeuten, dass sie in Frankreich geboren ist oder aber, dass sie eine französische Prinzessin sei. (siehe dazu Quellen). Festzuhalten bleibt, dass die Frage nicht eindeutig beantwortet werden kann.

    In einer Zeit, da die wenigsten Werke überhaupt den Namen ihres Autors tragen, ist allein schon dieser kleine Hinweis wertvoll und führt uns eine selbstbewusste Autorin vor Augen. Das charakterisierende Zitat aus dem Prolog ihrer „Lais“ bestätigt diese Annahme.

    Diese „Lais“ sind einem „noble roi“ gewidmet, und man kann wohl zu Recht davon ausgehen, dass damit Henri II. Platangenêt (1133–1189), König von England von 1154–1189, gemeint ist. Dessen zweite Frau Alienor d’Aquitaine (die Heirat fand im Jahr 1152 statt) war die Schwester Marie de Champagnes, an deren Hof Chrétien de Troyes praktisch zeitgleich mit Marie de France seine Romane schrieb.

    Ihr Werk lässt weiterhin schließen, dass Marie de France gebildet war. Sie beherrschte neben Französisch die lateinische und englische Sprache und war mit den neuesten Entwicklungen französischer Literatur auf dem Kontinent, wie etwa den Romanen Chrétien de Troyes, vertraut. Allein die Tatsache, dass ihre Werke in französischer Sprache geschrieben sind, ist zu der Zeit höchst ungewöhnlich: Die ersten in Französisch verfassten Romane stammen aus der Zeit um 1160 (der „Roman de Brut“ von Wace entstand 1155 und etwa im selben Jahr „Le Roman de Thèbes“).

    Die „Lais“, Marie de France frühestes Werk, entstanden um 1160. Überliefert sind außerdem eine Sammlung Fabeln und ein Roman. Ihre Motivation, sich als Poetin zu betätigen, beschreibt sie folgendermaßen: „Ki de vice se vuelt defendre / Estudïer deit e entendre / E grevose ovre comencier: / Par ceo s’en puet plus esloignier / E de grant dolur delivrer.“ („Wer sich gegen das Laster wappnen will, soll sich dem Studium widmen und ein schwieriges Werk in Angriff nehmen; so kann man sich am weitesten vom Laster entfernt halten und großem Leiden entkommen.“; vgl. Lais, Prologue, Verse 23-27).

    Außerdem deuten mehrere Lais an, dass es darum geht, die alten Geschichten vor dem Vergessen zu bewahren, etwa am Ende des Lais „Bisclavret“ (Verse 325-318): „L’aventure ke avez oïe / Veraie fu, n’en dutez mie. / De Bisclavret fu fet li lais / Pur remembrance a tut dis mais.“ („Das Abenteuer, das Sie gehört haben, ist wahr, zweifeln Sie nicht daran. Der Lai von Bisclavret wurde komponiert, um weiterzuleben und niemals vergessen zu werden.“)


    Die heute allgemein anerkannte Hypothese besagt, dass das Wort lai vom alten irischen laid abstammt, was schlicht eine musikalische Komposition bedeutet. Das Altfranzösische verstand darunter etwa ab dem 12. Jahrhundert ebenfalls eine kurze narrative Form lyrischer Poesie. Diese Gattung wird von Marie de France Lais dominiert. In ihrem aufschlussreichen Vorwort erklärt sie, diese seien Transpositionen alter bretonischer Lais, die sie gehört habe: „Plusurs en ai oï conter, / Nes voil laissier ne oblier. / Rimé en ai e fait ditié, / Soventes fiez en ai veillié.“ („Ich habe viele davon erzählen hören, ich möchte sie nicht der Vergessenheit anheim fallen lassen. Ich habe sie also in Reime gesetzt und daraus ein poetisches Werk gemacht. Wie viele Abende hab ich dem nicht gewidmet!“, Prologue, Verse 39–42).

    Die musikalische Herkunft der „Lais“ wird deutlich in „Guigemar“ unterstrichen. Hier heißt es am Ende: „De cest cunte ke oï avez / Fu Guigemar le lai trovez, / Que hum fait en harpe e en rote; / Bone en est a oïr la note.“ („Von dieser Geschichte, die sie gehört haben, wurde der Lai Guigemar komponiert, den man auf der Rotta oder Flöte spielt. Seine Musik ist angenehm zu hören.“ „Guigemar“, Verse 883–886).

    Damit deutet die Autorin an, in welcher Weise derartige „Kombinationen“ von Gedicht und Musik wohl aufgeführt wurden. Ausgangspunkt ist die Musik, zu der sich im Laufe der Zeit ein Text und eine Melodie entwickelten, die das Wesentliche der Geschichte wiedergeben. Damit diese Geschichte nun verständlich war, wurde sie vor der musikalischen Darbietung in voller Länge erzählt.


    Die „Lais“ von Marie de France sind durchweg in Achtsilbern komponiert. Der kürzeste („Chèvrefeuille“) umfasst 118, der Längste („Eliduc“) 1184 Verse. Grundsätzlich handelt es sich um Abenteuergeschichten: „Cil ki ceste aventure oïrent / Lunc tens aprés un lai en firent / De la pité de la dolur / Que cil suffrirent pur amur“. („Die, die das Abenteuer haben erzählen hören, haben davon einen Lai gemacht über die Qual und die Schmerzen, die diese beiden Wesen für die Liebe erleiden mussten“. „Yonec“, Verse 555 – 558).

    Thematisch dominieren die Liebe und der Merveilleux (das Fantastische): Lanval liebt eine Fee („Lai de Lanval“), Yonec verwandelt sich in einen Vogel, um die geliebte Dame zu treffen („Lai de Yonec“). Die Magie der Erzählungen entspringt der Matière de Bretagne, wie etwa auch die Romane ihres Zeitgenossen Chrétien de Troyes. Die dort vorherrschende Haltung des fin’amor, die das Verhältnis zwischen Mann und Frau bestimmt, wird jedoch bei Marie de France anders definiert. Ihre Vorstellung von Liebe ist geprägt von Ehrlichkeit und Treue. (Die Einführung zu der Ausgabe von Alexandre Micha gibt dazu wertvolle Erläuterungen).


    Interessant ist, wie die narrativen Lais immer wieder Zeugnis von ihren musikalischen Vorbildern ablegen. Bereits der „Brut“ von Wace spricht von „Lais de viëles, lais de rotes, / Lais de harpe et de fretiax“ („Lais für Drehleier, Lais für Rotta, Lais für Harfe und Flöte“, Vers 10827, nach Warnke 1974, S. XX, Fußnote 2). „Chèvrefeuille“ von Marie de France erzählt von Tristan „ki bien saveit harper“ („der gut Harfe zu spielen wußte“, Vers 112) und der von der Königin Iseut „aveit fet un nuvel lai“ („einen neuen Lai gemacht hat“, Vers 113) über die Geschichte, welche, nach Marie, die Engländer „Gotelef“ und die Franzosen „Chèvrefeuille“ nennen. Im Unterschied zu Fabeln (wenn die beiden Gattungen stilistisch sonst auch viele Gemeinsamkeiten aufweisen) ist der Lai von den raffinierten Werten einer höfischen Gesellschaft bestimmt. In diesem Rahmen dürften musikalische Darbietungen in der Regel stattgefunden haben.

    Würdigung

    Natürlich ist Marie de France für uns heute allein schon deshalb von Bedeutung, weil sie die erste französischsprachige Autorin ist, deren Namen wir kennen. Ihre „Lais“ allerdings bilden gleichzeitig das überlieferte Hauptwerk der Gattung der sogenannten „narrativen Lais“ (wobei diese Bezeichnung nicht zeitgenössisch ist).

    Es ist die Zeit der Chanson de geste, also der ersten überlieferten französischen Heldengedichte, einer Gattung, die für mehrere Jahrhunderte als literarisches Modell weite Verbreitung gefunden hat. Die ersten Romane rund um die Thematik der Petite und der Grande Bretagne (also der Region in Frankreich und der Insel England) entstehen, in denen der fin’amor vorherrschendes Modell bleibt. Darunter ist ein Liebesideal zu verstehen, indem diese ihre absolute Perfektion, ihren „fin“ erreicht hat. Die Dame ist dabei oft unerreichbar, da sie mit einem anderen verheiratet ist. Dadurch ist die Liebe „rein“. Der Held stellt sich in den Dienst der Dame, ist ihr ergeben und unerschütterlich in seiner Treue. Über die Matière de Bretagne werden diese Heldenepen mit der Mystik der alten keltischen Legenden, etwa der Gralslegende, angereichert.

    Marie de France geht in dieser Zeit eigene Wege, bringt eine ursprünglich musikalische Gattung etwa durch ihre persönliche Deutung des fin’amor zu poetischer Entfaltung und findet eigene neue Ausdrucksmöglichkeiten. Interessanterweise geben die literarischen „Lais“ mehrfach Zeugnis von ihren Ursprüngen, den alten lais bretons (siehe Werke).


    Liegt Marie de France Verdienst als Poetin darin, eine Gattung neu belebt, mit persönlichen Kennzeichen versehen und, wie es am Ende von „Éliduc“ heißt, einen Lai gemacht zu haben, „Que hum nel deüst pas oblier“ („damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerate“, Vers 1184), so liegt das musikwissenschaftliche Interesse in eben jener Intertextualität, die uns eine Aufführungspraxis tradiert, über die aufgrund der zeitlichen Distanz und schlechten Quellenlage nur sehr wenig Informationen vorliegen.

    Rezeption

    Marie de France wurde im 19. Jahrhundert „wiederentdeckt“. Die erste (neue) Ausgabe ihrer Lais datiert von 1820 (B. de Roquefort. Poésies de Marie de France, poète anglo-normande du XIIIe siècle, ou recueil de Lais, fables et autres productions de cette femme célèbre, publiées d’après les manuscrits de France et d’Angleterre, avec une notice sur la vie et les ouvrages de Marie. Paris: 1820, ²1832).

    Erste größere Untersuchungen, in denen auch der musikalische Ursprung der „Lais“ eine Rolle spielt, stammen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese zählen heute zum klassischen Kanon französischer Literatur des Mittelalters und sind in modernen Anthologien vertreten.

    Werkverzeichnis

    Das heute bekannte Werk Marie de Frances besteht aus zwei Sammlungen („Lais“ und Fabeln) und einem Roman. Lediglich die „Lais“ sind von musikalischem Interesse:


    12 „Lais“, gewidmet einem „noble roi“, um 1160.

    Guigemar

    Équitan

    Fresne [Frêne]

    Bisclavret

    Lanval

    Deus Amanz [Les Deux Amants]

    Yonec

    Laüstic [Le Rossignol]

    Milun [Milon]

    Chaitivel [Le Pauvre Malheurex]

    Chievrefoil [Le Chèvrefeuille]

    Éliduc


    „Ysopet“ (Fables), zwischen 1167 und 1189.

    Übersetzungen von Fabeln Esops, die später z. T. auch bei La Fontaine auftauchen, wie „Le Loup et l’Agneau“, „Le Corbeau et le Renard“ oder „La Cigale et la Fourmi“. Laut Marie de France handelt es sich um Übersetzungen eines englischen Bandes von König Alfred. Dieser Band gilt jedoch als verschollen.


    „L’Espurgatoire de saint Patrice“, nach 1189.

    Roman einer Reise ins Totenreich zur Reinigung des Sünders. Übersetzung des „Tractatus de purgatorio sancti Paticii“ von Henri de Saltrey, um 1185).

    Quellen

    Primärliteratur


    Manuskripte der „Lais“:


    Harley 978, fol. 129-181 (Britisch Museum, 2. Hälfte 13. Jh., vollständige Sammlung aller „Lais“) (London, British Library)


    ms. B.N. fr.1104 (9 Lais) (Paris, Bibliothèque nationale de France)


    ms. B.N. fr. 2168 (Ende von „Yonec“, „Guigemar“, „Lanval“) (Paris, Bibliothèque nationale de France)


    ms. B.N. fr. 24432 („Yonec“)(Paris, Bibliothèque nationale de France)



    Moderne Ausgaben:


    Eine Gesamtausgabe in 4 Bänden liegt in der Reihe L’encyclopédie médiévale vor:

    Œuvres complètes de Marie de France. Clermont-Ferrand: Paleo, 2007.

    Bd. 1: Lais, Purgatoire de saint Patrick, Fables. Traduction française; texte établi et traduit par Nathalie Desgrugillers-Billard.

    Bd. 2: Lais. Texte original en ancien français, manuscrit Harley 978 du British Museum, texte établi par Nathalie Desgrugillers-Billard.

    Bd. 3: Espurgatoire seint Patriz. Texte original en ancien français, manuscrit F. Fr 25407, de la BNF, texte établi par Nathalie Desgrugillers-Billard.

    Bd. 4: Fables. Texte original en ancien français, manuscrit Harley 978 du British Museum, texte établi par Nathalie Desgrugillers-Billard.



    Übersetzungen:


    Fables du Moyen Âge (Anthologie), Französische Übersetzung von J. M. Boivin und Laurence Harf-Lancner. Paris: 1966.


    Le Purgatoire de Saint Patrice, Edition und Französische Übersetzung von Y. de Pontfarey. Louvain: 1995.


    Poètes et romanciers du Moyen Age, hrsg. von Albert Pauphilet. Paris: La Pléiade, 1939.

    2. erweiterte Ausgabe von Régine Pernoud und Albert-Marie Schmidt 1952, 19928.


    Les Lais de Marie de France. Französische Übersetzung von Paul Tuffrau. Paris: 192514.


    Les Lais de Marie de France. Französische Übersetzung von Jeanne Lods. Champion: 1959.


    Les Lais de Marie de France. Französische Übersetzung von Jean Rychner. Champion: 1966.


    Lais de Marie de France, Französische Übersetzung von Pierre Jonin. Paris: 1979.


    Lais de Marie de France. Französische Übersetzung von Laurence Harf-Lancner. Paris: 1992.


    Lais de Marie de France. Zweisprachige Ausgabe (Alt- und modernes Französisch) von Alexandre Micha. Paris: 1994.


    Marie de France. Poetische Erzählungen. Deutsche Übersetzung von Wilhelm Hertz. Stuttgart: 1862, 19053.


    Die Lais der Marie de France. Ausgabe von Karl Warnke. Halle: 1885, 19002, 19243.


    Marie de France. Novellen und Fabeln. Aus dem Altfranzösischen übersetzt von Ruth Schirmer. Auswahl und Nachwort von Kurt Ringger. Zürich: 1977.


    Marie de France. Seven of her Lays Done into English. Englische Übersetzung von Edith Rickert. London: 1901.


    The Lais of Marie de France. Englische Übersetzung von Robert Hanning und Joan Ferrante. Durham: 1978.


    The Lais of Marie de France. Englische Übersetzung von Glyn S. Burgess und Keith Busby. London: 1999, 2003.


    The Lays of Marie de France. Englische Übersetzung, Einleitung und Kommentar von Edward J. Gallagher. Indianapolis und Cambridge: 2010.


    I Lai di Maria di Francia. A cura di Fernando Nero. Torino: 1948.



    Sekundärliteratur


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    Jeanroy, Alfred; Brandin, Louis; Aubrey, Pierre. Lais et descorts français du XIIIe siècle. Paris: 1901.


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    Baader, Horst. Die Lais. Zur Geschichte einer Gattung der altfranzösischen Kurzerzählungen. Frankfurt/Main: 1966.


    Baum, Richard. Recherches sur les œuvres attribuées à Marie de France. Heidelberg: 1968.


    Ménard, Philippe. Les Lais de Marie de France. Paris: 1979.


    Dufournet, Jean (Hrsg.). Amour et Merveille: les Lais de Marie de France. Paris: 1995.



    Aufsätze:


    Foulet, Lucien. „Marie de France et les lais bretons“, Zeitschrift für romanische Philologie. H. 29, 1905, S. 19-56 und 293-322.


    Levi, E. „Maria di Francia e le abbazie d’Inghilterra“. In: Archivum romanicum. Bd. 5. 1921. S. 472-493.


    Holmes, U.T. „New Thoughts on Marie de France“. In: Studies in Philology. Bd. 29. 1932. S. 1-10.


    Foulon, Charles. „Marie de France et la Bretagne“. In: Annales de Bretagne. 71. 1950. S. 330-344.


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    Woods, William S. „Feminity in the Lais of Marie de France“. In: Studies of Philology, Bd.47. Nr.1. Jan. 1950. S.1-19.


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    Bravet, Herman. „Note sur Marie de Frane et Ovide (Lai de Guigemar, v. 233-244)“. In: Mélanges J. Wathelet-Willem. Liège: 1978. S. 21-25.


    Knapton, Antoinette. „A la recherche de Marie de France“. In: Romance Notes, Bd. 19. 1978. S. 1-6.


    Grillo, Peter R. „Was Marie de France the Daughter of Waleran II, Count of Meulan?“. In: Medium Aevum. Bd. 57. 198. S. 269-274.


    Vielliard, Françoise. „La tradition manuscrite des fables de Marie de France: essai de mise au point.“ In: Bibliothèque de l’école des Chartres. Bd. 147. 1989. S. 371-397.


    Spiegel, Harriet. „The Woman’s Voice in the Fables of Marie de France“, In: Quest of Marie de France. Chantal A. Marechal (Hrsg). Lewiston: 1992.


    Gingras, Francis. „Aimer hors chant: réinvention de l’amour et invention du „roman“. In: Intermédialités Herbst 2004. Nr. 4. S. 19-43.



    Lexikonartikel:


    Vapereau, Gustave. Dictionnaire universel des littératures. Paris: 1876 („Lai“).


    Lagarde, André; Michard, Laurent. Moyen Age. Les Grands auteurs français du programme. Paris: 1963. S. 45-47.


    Engler, Winfried. Geschichte der französischen Literatur im Überblick. Stuttgart: 2000.


    Foehr-Janssens, Yasmina. Artikel „Lais“. In: Aaron, Paul; Saint-Jacques, Denis; Viala, Alain. Le dictionnaire du littéraire. Paris: 20094, S. 333-334.


    Lauvergnat-Gagnière, Christiane; Paupert, Anne; Stalloni, Yves; Vannier, Gilles. Précis de Littérature française. Bergez, Daniel (Hrsg.). Paris: 20092. S. 37-38.Eine ausführliche Bibliographie findet sich auf der Seite Arlima, Archives de littérature du Moyen Age: http://www.arlima.net/


    Zur weiteren Literaturrecherche und zu Studien über einzelne Lais sei besonders auf die Bibliografien der Ausgaben verwiesen.



    Links


    Internationale Marie de France Society:

    http://lecygne.org/lecygne-International_Marie_de_France_Society/Welcome.html


    http://www.mariedefrance.org/


    Arlima, Archives de littérature du Moyen Age:

    http://www.arlima.net/


    http://www.unbsj.ca/arts/english/jones/pages/courses~/3621/syllabus/Marie.html

    Forschung

    Seit ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert haben die Werke Marie de France immer wieder das Interesse der Forscher geweckt. Das zeigt nicht zuletzt die jüngste vierbändige Ausgabe der Werke der Marie de France, die 2007 erschienen ist. Die heutigen Aufbewahrungsorte und Bibliothekssignaturen der Manuskripte sind unter der Rubrik „Primärquellen“ zusammengefasst. Heute existiert sogar eine Internationale Marie de France Society, die sich der Erschließung des Lebens und Schaffens der Poetin widmet.

    Forschungsbedarf

    Marie de France ist als Poetin gut erforscht und hat seit Jahren ihren festen Platz im Kanon französischer Literatur gefunden. In modernen Anthologien ist sie in der Regel vertreten.

    Es ist daher zu bedauern, dass der Verbindung zu anderen Künsten, konkret der Möglichkeit musikalischer Aufführungen ihrer Lais, bisher nur wenig Untersuchungen gewidmet wurden. Da sich die Quellenlage um die Biografie der Marie de France schwierig gestaltet, wäre vielleicht ein breiterer Ansatz denkbar. So könnte eine Erforschung etwa die kammermusikalische Praxis am englischen Hof zu neuen Erkenntnissen führen.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 104840688
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 118577883
    Library of Congress (LCCN): n50040631
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Claudia Schweitzer


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 08.08.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Claudia Schweitzer, Artikel „Marie de France“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 8.8.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Marie_de_France