Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (PDF)
  • (95%)
  • Deutsch
  • Marie Tayau

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Marie Tayau
    Lebensdaten:
    geb. in Pau, Frankreich
    gest. in Paris,

    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Violinpädagogin, Konzertveranstalterin
    Charakterisierender Satz:

    „L’autre nouveauté [...] était un Concerto romantique pour violon, de M. B. Godard. Nous en avons parlé il y a quelques semaines, lorsque Mlle Marie Tayau le fit entendre en petit comité dans le salon de Henri Vieuxtemps. L’œuvre gagne beaucoup à l’exécution en public; elle a fait une impression très-favorable, et on a voulu entendre deux fois l’intermezzo, un joli morceau de musique bien français, d’une franche et aimable allure [...] L’exécution de Mlle Tayau a été parfaite; justesse, style, beauté et puissance de son, elle a tout réuni. Une particularité à noter, c’est que la virtuose se servait d’un instrument neuf, ce qui contrarie les idées généralement admises sur la sonorité des violons.“


    „Die zweite Neuheit [...] war ein Concerto romantique für Violine von M. B.[enjamin] Godard. Wir haben darüber bereits vor einigen Wochen berichtet, als Mlle. Marie Tayau es in kleinem Rahmen im Salon von Henri Vieuxtemps zu Gehör brachte. Das Werk gewinnt bei einer öffentlichen Aufführung enorm; es hat einen sehr günstigen Eindruck gemacht und das Intermezzo wollte man ein zweites Mal hören; es ist ein hübsches und sehr französisches Stück Musik, von einer klaren und liebenswerten Haltung [...]. Die Interpretation von Mlle. Tayau war perfekt; Genauigkeit, Stilempfinden, Schönheit und Klangfülle, alles hat sie vereint. Eine Besonderheit, die erwähnt werden muss, war, dass die Virtuosin sich eines neuen Instrumentes bediente, das den bisherigen Vorstellungen eines Geigenklanges widerspricht.“

    („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 17. Dezember 1876, S. 406)


    Profil

    Die Geigerin Marie Tayau studierte bereits als Kind bei Jean Delphin Alard am Pariser Conservatoire de Musique und trat ab 1866 in den Pariser Salons und Konzertsälen auf. Von Beginn an begeisterte sie dabei das Publikum mit ihrem virtuosen Spiel, u. a. von Opernfantasien ihres Lehrers Jean-Delphin Alard, von Henri Vieuxtemps und Charles Dancla. Im Jahr 1876 gründete Marie Tayau in Paris ein Damenstreichquartett, das „Quatuor Sainte-Cécile“, das in wechselnden Besetzungen bis mindestens 1886 auftrat, und stellte zudem eine zweite Kammermusikvereinigung, die „L’Art moderne“ zusammen, die sie als Primaria führte. Mit beiden Ensembles engagierte sich Marie Tayau – ganz im Sinne der französischen Musik nach 1870/71 – für zeitgenössische Werke und veranstaltete Portraitkonzerte mit französischen, italienischen, deutschen und russischen Komponistinnen und Komponisten. Sie trat regelmäßig im Rahmen der „Société nationale de musique“ auf und brachte u. a. die Sonate für Klavier und Violine A-Dur (op. 13) von César Franck sowie Benjamin Godards Konzert für Violine und Orchester a-Moll (op. 35 „Concerto Romantique“) zur Uraufführung. Bis heute gilt sie als erste unter den Geigern, die die A- und E-Saite ihrer Geige mit Stahlsaiten bezog.

    Ab Mitte der 1880er Jahre unterrichtete Marie Tayau das Fach Violine an der Pariser „École Normale de Musique“ und war in Paris vor allem für das Auftreten im Unisono-Spiel mit ihren Schülerinnen und Schülern bekannt. Ihr Salon in der Rue de Navarin in Paris, den sie spätestens ab Mitte der 1880er Jahre führte, war ein Treffpunkt für Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa.

    Orte und Länder

    Marie Tayau wurde in der südfranzösischen Stadt Pau geboren und wuchs in La Rochelle und Paris auf. Sie studierte am Pariser Conservatoire de Musique das Fach Violine und konnte sich anschließend im französischen Musikleben etablieren. Ihr Wirkungsraum blieb – mit wenigen Ausnahmen – auf Frankreich beschränkt.

    Biografie

    Marie Tayau wurde am 12. Juni 1855 in Pau als Tochter des Tenors und Komödianten Henri Tayau und seiner Frau Adélina-Eulalie-Aude geboren und wuchs in La Rochelle und Paris auf. Ihre Mutter war Musiklehrerin in La Rochelle, ihr Vater gehörte dem Ensemble der Bouffes-Parisien an, wo er mehrere Rollen in Operetten Jacques Offenbachs kreierte, u. a. den Orphée; seinen Fähigkeiten als Geiger sind viele der Violinsoli in Offenbachs Operetten zu verdanken.


    Vermutlich wurde Marie Tayau in den ersten Jahren von ihrem Vater unterrichtet. Spätestens ab 1865, im Alter von zehn Jahren, erhielt sie am Pariser „Conservatoire impérial de Musique et de Déclamation“ eine professionelle Ausbildung und studierte dort das Fach Violine bei Jean Delphin Alard. Bereits ein Jahr später, 1866, wurde sie bei den Prüfungswettbewerben mit einer Belobigung ausgezeichnet, und die „Revue et Gazette musicale de Paris“ berichtete: „Mlle Tayau, qui n’a que onze ans et qui est fille de l’acteur de ce nom, bon violoniste lui-même, a partagé un accessit avec M. Heymann, de deux ans plus vieux qu’elle.“ („Mlle. Tayau, die gerade einmal elf Jahre alt ist und die Tochter des Schauspielers gleichen Namens und selbst ein guter Geiger, hat ihre Belobigung mit M. Heymann geteilt, der zwei Jahre älter ist als sie.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 29. Juli 1866, S. 237) Ein weiteres Jahr später wurde ihr in den jährlichen Wettbewerben bereits der erste Preis verliehen (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 28. Juli 1867, S. 242), und über das Preisverleihungskonzert hieß es: „On a [...] applaudi à tout rompre la charmante enfant qui a enlevé avec tand de grâce et d’aisance son premier prix de violon, Mlle Tayau, dans la fantaisie d’Alard sur ‚la muette’.“ („Dem charmanten Kind, das den ersten Preis mit soviel Anmut und Gewandheit abgeräumt hat, Mlle. Tayau mit der Fantaisie sur „la Muette“ von Alard, hat man bis zur völligen Unterbrechung applaudiert.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 28. Juli 1867, S. 246)


    Ab 1866 trat Marie Tayau regelmäßig auf. Sie spielte in den Pariser Salons und Konzertsälen und beteiligte sich von klein auf an Wohltätigkeitsveranstaltungen. Nahezu überall löste sie mit ihrem Spiel Begeisterung aus und schien auch selbst mit einer gewissen Selbstverständlichkeit in der Öffentlichkeit zu stehen. So berichtete die „Revue et Gazette musicale de Paris“ von einem Abend in den Salons des Ehepaares de Forges im Kriegsministerium, bei dem Marie Tayau als Intermezzo zwischen zwei Operetten auftrat: „Ces jours dernier, une soirée charmante avait attiré dans les salons de M. et Mme de Forges, au ministère de la guerre, un nombreux et brillant auditoire. [...] Dans l’entr’acte des deux pièces [deux opérettes], on a eu la surprise d’une petite merveille qui est, bien certainement, destinée à faire sensation dans le monde musical. Fille de Tayau, l’artiste des Bouffes-Parisiens et élève d’Alard, cette jeune violoniste de dix ans a fait preuve, dans l’exécution de la fantaisie de son maître sur ‚la Muette’, d’un talent très-pur et d’un sentiment très-développé pour son âge si tendre encore.“ („In den letzten Tagen hatte eine hübsche Soirée ein zahlreiches und schillerndes Publikum in die Salons von M. et Mme. de Forges im Kriegsministerium gezogen. [...] Zwischen den beiden Stücken [zwei Opérettes], wurde man von einem kleinen Juwel überrascht, das zweifellos dafür bestimmt ist, eine Sensation in der Musikwelt hervorzurufen. Tochter von Tayau, Künstler in den Bouffes-Parisien, und Schülerin von Alard, hat diese junge Geigerin von zehn Jahren in der Fantasie ihres Lehrers über ‚La Muette’ eindeutig Talent und ein weit entwickeltes Gefühl für ihr junges Alter gezeigt.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 4. März 1866, S. 69) In der Adventszeit 1866 gab sie gemeinsam mit ihren Eltern ein Benefizkonzert zugunsten der Armenwohlfahrt, das in der Presse überaus positiv aufgenommen wurde. So notierte z. B. die „Conférences scientifiques et littéraires“ über den Abend: „Avoir du talent et un bon cœur n’est pas donné à tout le monde. [...] Marie Tayau, nature privilégiée, a, tout à la fois, talent et bon cœur. Alors le dimanche 21e jour du présent mois d’octobre elle a pris son violon, et secondée par son pére, par sa mère et l’orchestre du théâtre elle a donné une soirée musicale, dont le profit tout entier a été versé à la caisse des pauvres. Et voyez cette délicate suprise. Au milieu de a seconde partie du concert, accompagnée d’un membre du Bureau de Bienfaisance, elle a quêté dans toute la salle, tandis que son père chantait des stances à la charité. [...] De ses petites mains de dix à onze ans, si intelligentes et si habiles, elle tenait une aumonière. [...] Les cœurs, qu’elle avait émus avec son merveilleux archet un instant avant, s’ouvrait de nouveau à l’émotion de la charité [...].“ („Talent zu haben und ein gutes Herz ist nicht allen Menschen gegeben. [...] Marie Tayau, von der Natur begünstigt, hat alles auf einmal, Talent und Herz. Also hat sie am Sonntag, dem 21. dieses Monats Oktober ihre Geige genommen und, unterstützt von ihrem Vater, ihrer Mutter und dem Theaterorchester, eine Soirée musicale gegeben, deren Einnahmen vollständig an die Armenwohlfahrt gehen. Und sehen Sie diese besondere Überraschung. In der Mitte des zweiten Teils des Konzerts sammelte sie, begleitet von einem Herrn des Wohlfahrtbüros, im ganzen Saal, während ihr Vater Armenlieder sang. [...] Mit ihren kleinen, zehn- bis elfjährigen Händen, derart intelligent und beweglich, hielt sie einen Klingelbeutel. [...] Die Herzen, die sie kurz zuvor mit ihrem wunderbaren Bogen geöffnet hatte, öffneten sich ein weiteres Mal voller Mitleidsgefühle.“; „Conférences scientifiques et littéraires“, Bd. 3, 1866, S. 671.) Im Februar 1868 trat sie bei einem Konzert im Pariser Blindeninstitut auf, dessen Einnahmen den Schülern zugute kamen („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 23. Februar 1868, S. 60) und spielte im März 1868 im Salon von Mme. Oscar Comettant in Versaille an der Seite von Augusta Holmès: „Tout concourait pour faire du dernier vendredi de Mme Oscar Comettant [...] une fête exceptionelle: les talents réunis de la maîtresse de la maison, de la jeune violoniste Marie Tayau, de Mlle Holmès, une jeune pianiste-compositeur qui fera parler d’elle, etc. Le choix des morceaux exécutés a laissé aux nombreux invités de Mme Comettant la plus heureuse et la plus durable impression.“ („Alle sorgten dafür, dass der vergangene Freitag bei Mme. Oscar Comettant [...] ein außergewöhnliches Fest wurde: die Talente, die die Dame des Hauses versammelte, darunter die junge Geigerin Marie Tayau, Mlle. Holmès, eine junge Pianistin und Komponistin, die noch von sich reden machen wird, usw. Die Auswahl der gespielten Stücke hat bei den zahlreichen Gästen von Mme. Comettant einen glücklichen und bleibenden Eindruck hinterlassen.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 8. März 1868, S. 77; vgl. auch „Le Ménestrel“ vom 12. April 1868, S. 159).


    In den folgenden Jahren konnte sich Marie Tayau als Geigerin im französischen Musikleben etablieren. Sie gab im April 1869 ein eigenes Konzert in Paris, bei dem sie u. a. „Les Arpèges“ von Henri Vieuxtemps und die „Fantaisie sur des Motifs de ‚Rigoletto’ de Verdi“ von Jean Delphin Alard spielte („Revue et Gazette Musicale de Paris“ vom 25. April 1869, S. 141), trat im Sommer 1869 in Bad Ems auf (vgl. „Revue et Gazette Musicale de Paris“ vom 5. September 1869, S. 295) und konzertierte im Dezember 1869 als Solistin in den Konzerten der Société philharmonique in La Rochelle: „L’Écho rochelais mentionne avec un grand éloge le talent déployé par la jeune violoniste Marie Tayau et l’éclatant succès qu’elle a obtenu au premier concert donné par la Société philharmonique de la Rochelle: ‚Marie Tayau, dit-il, a exécuté la ‚Polonaise’ et les ‚Arpèges’ de Vieuxtemps, puis une fantaisie d’Alard. Dans ces trois pages magistrales, la largeur du chant, la suavité de la mélodie s’allient aux plus effrayantes difficultés; elle a tout surmonté avec une supériorité de talent devant laquelle doit s’incliner toute critique et qui place désormais la jeune virtuose au rang de nos premiers violonistes.“ („L’Écho von La Rochelle erwähnt mit einem großen Lobgesang das entwickelte Talent der jungen Geigerin Marie Tayau und den einschlagenden Erfolg, den sie beim ersten Konzert der Société philharmonique in La Rochelle erzielte: ‚Marie Tayau, so schreibt sie [die Zeitung], hat die ‚Polonaise’ und die ‚Arpèges’ von Vieuxtemps sowie eine Fantaisie von Alard gespielt. In diesen drei Hauptwerken verbinden sich die Weite des Gesanges, die Süße der Melodie mit erschreckenden Schwierigkeiten; sie hat alles überwunden mit einer musikalischen Überlegenheit, vor der sich alle Kritik verbeugen muss und die die junge Virtuosin von jetzt an in eine Reihe mit unseren ersten Geigern stellen wird.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 5. Dezember 1869, S. 398). Im Frühjahr 1870 spielte Marie Tayau beim jährlichen Festival, das der Dirigent Arban in Paris veranstaltete (vgl. „Moniteur des pianistes“ vom 20. März 1870, S. 16; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 13. März 1870, S. 84 und 85), gab ein eigenes Konzert in Paris, bei dem sie „un brillant et légitimes succès“ erhielt („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 10. April 1870, S. 117) und trat bei einem Wohltätigkeitskonzert in den Pariser Salons Erard auf (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 17. April 1870, S. 125). Im Sommer 1870 sind zudem mehrere Auftritte von Marie Tayau in London belegt, wo sie u. a. im Princess Theatre Jean Delphin Alards „Fantaisie de Concert sur Faust“ (op. 47) als Zwischenaktmusik zu Jacques Offenbachs „La Grande Duchesse“ spielte: „This evening, and every evening during the week, will be repeated Offenbach’s celebrated opera-burlesque ‚La Grande Duchesse’ [...]. Between the first and second acts of the operetta, Mlle. Marie Tayau, violiniste, grand premier Prix du Conservatoire de Paris, will perform Alard’s grand Fantasia on airs from Faust.“ („Heute Abend und alle folgenden Abende in der Woche wird Offenbachs bekannte opera-burlesque ‚La Grande Duchesse’ wiederholt. [...] Zwischen dem ersten und zweiten Akt der Operette wird Mlle. Marie Tayau, Geigerin und mit dem großen Preis des Pariser Conservatoires ausgezeichnet, Alards Grand Fantaisie sur des Airs de Faust geben.“; „The Times London“ vom 15. Juni 1870, S. 8; vgl. auch „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 14. August 1870, S. 260).


    Von Herbst 1870 bis zum Ende des Jahres 1874 sind nur vereinzelte und kleinere Auftritte von Marie Tayau in Frankreich nachzuweisen. Möglicherweise studierte sie andernorts das Fach Violine; spätere Kritiken enthalten hierauf jedoch keine näheren Hinweise. Am 13. Dezember 1874 hieß es in der Zeitschrift „Le Ménestrel“: „La jeune virtuose violoniste, Mlle Marie Tayau, de retour à Paris, se fera entendre le 12 janvier prochain à la salle Érard.“ („Die junge virtuose Geigerin Mlle. Marie Tayau ist zurück in Paris und wird sich am 12. Januar in der Salle Erard hören lassen.“; „Le Ménestrel“ vom 13. Dezember 1874, S. 15)


    Im Januar 1875 gab Marie Tayau ein eigenes Konzert in der Salle Erard in Paris. Dabei spielte sie vorwiegend französische Virtuosenwerke, darunter – gemeinsam mit dem Violoncellisten Jules Delsart – das „Grand Duo sur les ‚Huguenots’ de Meyerbeer“ (o. op.) von Henri Vieuxtemps und François Servais, die „Fantaisie sur ‚Faust’ de Gounod“ (o. op.) von Henri Vieuxtemps und ein Duo für Violine und Klavier von Henri Vieuxtemps und Edouard Wolff. Die „Revue et Gazette musicale de Paris“ schrieb über die Geigerin: „Elle a des qualités qui promettent une artiste sérieuse pour le jour où elle sera en état d’abandonner les fantaisies de salon pour les maîtres classiques.“ („Sie hat alle Fähigkeiten, die eine ernsthafte Künstlerin verheißen, sobald sie in der Lage ist, die Fantaisies de salon durch klassische Werke zu ersetzen.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 17. Januar 1875, S. 22). Tatsächlich schien sich Marie Tayau den Rat zu Herzen zu nehmen. Im März 1875 spielte sie die Pariser Erstaufführung des Violinkonzertes op. 42 von Henry Charles Litolff in einem Konzert der „Société philharmonique“ in den Salons Erard unter der Leitung von Edouard Colonne und erreichte damit einen großen Erfolg („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 14. März 1875, S. 86). Mit der Gründung eines Damenstreichquartetts im Winter 1875/76 schaffte sich Marie Tayau zudem die Voraussetzungen, neben Solowerken auch Kammermusik regelmäßig aufzuführen. Gemeinsam mit der Geigerin Marie Altmayer (zweite Violine), Fanny Prins-Clauss (Viola) und Eva Maleyx (Violoncello) gründete sie das „Quatuor Sainte-Cécile“, das sie in wechselnder Besetzung bis mindestens Anfang der 1880er Jahre als Primaria führte. Im ersten Halbjahr 1876 veranstaltete das Ensemble eine Konzertreihe mit insgesamt fünf Konzerten in der Pariser Salle Pleyel (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 2. Januar 1876, S. 7), mit denen es sich dem Pariser Publikum vorstellte. Beim ersten der Konzerte, das am 19. Januar 1876 stattfand und an dem auch die Pianistin Laure Bedel beteiligt war, standen eines von Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartetten Es-Dur, Carl Maria von Webers Klavierquartett B-Dur (J 76), weitere Streichquartette von Charles Dancla und Adolph Blanc sowie eines der Klaviertrios von Anton Rubinstein und eine Cavatine von Joachim Raff auf dem Programm. Die Zeitschrift „Le monde artiste“ berichtete: „Mercredi, 19 janvier, avait lieu à la salle Pleyel, la première des cinq séances de musique classique et moderne donnée par le ‚quatuor Sainte-Cécile’. Les artistes féminins [...] ont de suite conquis les suffrages de l’auditoire, en exécutant avec un remarquable ensemble le quatuor en mi bémol de Mendelssohn. Les qualités qui distinguent le nouveau quatuor sont la netteté et une grande finesse. [...] L’espace nous manque pour donner un compte-rendu détaillé des quatre autres morceaux qui composaient le programme. Nous nous bornerons à dire qu’ils ont été exécutés avec le même ensemble, et nous félicitions vivement Mlle Tayau de son heureuse idée, car nous ne doutons pas qu’une fois connu, le ‚Quatuor Sainte-Cécile’ ne devienne une des curiosités musicales de cet hiver.“ („Am Mittwoch, dem 19. Januar, fand in der Salle Pleyel das erste von fünf Konzerten mit klassischer und moderner Musik statt, die vom ‚Quatuor Sainte-Cécile’ gegeben werden. Die Künstlerinnen [...] haben nach und nach die Zustimmung des Publikums erobert, besonders mit ihrer Ausführung in bemerkenswertem Zusammenspiel von Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartett Es-Dur. Die Fähigkeiten, die das neue Ensemble auszeichnen, sind Klarheit und eine große Sensibilität. [...] Wir haben nicht den Platz um eine detaillierte Besprechung der andern vier Stücke, die auf dem Programm standen, folgen zu lassen. Wir begnügen uns damit zu sagen, dass sie mit dem selben Zusammenspiel ausgeführt wurden und wir gratulieren Mlle. Tayau herzlich für ihre wunderbare Idee, denn wir haben keine Zweifel, dass sich das ‚Quator Sainte-Cécile’, wenn es erstmal bekannt ist, eine der Neuheiten des Winters werden wird.“; „Le monde artiste“ vom 22. Januar 1876, S. 2; vgl. a. „Revue et gazette musicale de Paris“ von 23. Januar 1876, S. 30) Auch „Le Ménestrel“ rezensierte begeistert: „Mercredi a eu lieu la première séance d’une nouvelle Société de musique de chambre. Tout à fait exceptionelle et unique en son genre, elle a pris le titre de Société de Sainte-Cécile, et elle avait certes [...] le droit de se parer du nom de la célèbre patronne de la musique, puisque les quatre artistes qui la composent appartiennent à la plus belle moité du genre humain. [...] Le premier violon [...], Mlle Marie Tayau est une vraie virtuose au jeu chaleureux, passionné, et toujours d’une justesse et d’une pureté irréprochables. Le violoncelle, Mlle Ève Maleyx, a de l’aplomb et de la solidité et sait, quand il y a lieu, faire de la virtuosité et chanter avec expression. Dans des rôles plus modestes, mais non moins importants, le deuxième violon, Mlle Marie Altmeyer, et l’alto Mme Prins-Claus, complètent l’ensemble le plus satisfaisant. Enfin, pour les morceaux où le piano doit intervenir, le quatuor Sainte-Cécile s’est adjoint [...] une pianiste d’un vrai talent, Mlle Laure Bedel. Le programme se composait principalement du premier quatuor en mi bémol pour instruments à cordes, de Mendelssohn, et du quatuor en si bémol de Weber, pour piano, violon, alto et violoncelle [...], un fragment de trio de piano, violon et violoncelle, de Rubinstein, une cavatine pour le violon, de Raff, et deux fragments de quatuors pour instruments à cordes, de MM Ch. Dancla et Adolphe Blanc. Chacun de ces divers morceaux a produit le plus grand effet, et applaudisements, bravos, rappels, rien n’a manqué au succès des cinq charmantes virtuoses.“ („Am Mittwoch hat die erste Zusammenkunft einer neuen Kammermusikvereinigung stattgefunden. Absolut außergewöhnlich und einmalig in ihrer Art, hat sie den Titel Société de Sainte-Cécile angenommen und sie hat mit Sicherheit das Recht, sich des Namens der berühmten Schutzheiligen der Musik zu bedienen, denn alle vier Künstler, aus der sie besteht, gehören der schönen Hälfte der Menschheit an. [...] Die erste Violine [...], Mlle. Marie Tayau, ist eine wirkliche Virtuosin mit einem warmen, leidenschaftlichen Spiel, das immer von Genauigkeit und tadelloser Reinheit geprägt ist. Das Violoncello, Mlle. Eve Maleyx, besitzt Ausgewogenheit und Festigkeit und kann, wenn es angebracht ist, zu Virtuosität und ausdruckvollem Gesang übergehen. Mit den bescheideneren, aber nicht weniger wichtigen Rollen der zweiten Violine, Mlle. Marie Altmeyer, und der Bratsche, Mme Prins-Claus, wird ein höchst befriedigendes Ensemble vervollständigt. Bei jenen Werken schließlich, die für Klavierbesetzung geschrieben sind, verbindet sich das Quatuor Sainte-Cécile [...] mit einer wirklich talentvollen Pianistin, Mlle. Laure Bedel. Die wichtigsten Werke des Programmes waren das erste Streichquartett in Es-Dur von Mendelssohn und das Klavierquartett B-Dur von Weber, ein Fragment eines Klaviertrios von Rubinstein, eine Cavatine für Violine von Raff und zwei Streichquartett-Fragmente von Ch. Dancla und Adolphe Blanc. Jedes dieser verschiedenen Stücke hat die größte Wirkung erzielt und mit Beifall, Bravos und Hervorrufen fehlte nichts am Erfolg der fünf charmanten Künstlerinnen.“; „Le Ménestrel“ vom 23. Januar 1876, S. 63) Das zweite Konzert des Quartetts fand am 2. Februar 1876 in der Salle Pleyel statt (vgl. „Revue et gazette musicale de Paris“ von 23. Januar 1876, S. 32; „Le monde artiste“ vom 29. Januar 1876, S. 2), nun in anderer Besetzung: Neben Marie Tayau waren nun eine Mme. Blouet-Bastin als zweite Violine, der Vater Marie Tayaus als Bratsche und die Pianistin Marie Coedès-Mongin beteiligt. Auf dem Programm standen eine Violinsonate von Anton Rubinstein, ein Quartett von Ludwig van Beethoven sowie ein Klavierquartett von Wolfgang Amadeus Mozart (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 6. Februar 1876, S. 46). Beim dritten Kammermusikabend wurden, wiederum in veränderter Besetzung, Ludwig van Beethovens Streichquartette c-Moll op. 18 Nr. 4 und Es-Dur op. 74, ein Trio von Joseph Haydn und ein Andante von Henri Vieuxtemps gespielt („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 20. Februar 1876, S. 62), und über den letzten der Abende schrieb die Zeitung „Les Gauloises“: „A son dernier concert, le quatuor Sainte-Cécile [...] a été couvert des plus frénétiques applaudissements. Mlle Tayau posséde un coup-d’archet d’une pureté et d’une assurance parfaites. Elle et Mlle Pommereul sont, sans contredit, nos meilleures violonistes.“ („Bei seinem letzten Konzert wurde das Quatuor Sainte-Cécile [...] mit frenetischem Beifall überhäuft. Mlle. Tayau besitzt einen absolut perfekten, sauberen und sicheren Bogenstrich. Sie und Mlle. Pommereul sind ohne Zweifel unsere besten Geigerinnen.“; „Les Gauloises“ vom 1. April 1876, S. 2)


    In den folgenden eineinhalb Jahrzehnten prägte Marie Tayau das französische Musikleben auf vielfältige Weise: Sie führte das von ihr gegründete „Quatuor Sainte-Cécile“ in wechselnden Besetzungen mehrere Jahre lang als Primaria, organisierte Konzertreihen, in denen sie auch Portraitkonzerte mit Werken zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten wie Louise Héritte-Viardot, Auguste Morel und Marie de Grandval veranstaltete und gab mehrmals großangelegte kostenlose Konzerte in Paris. Sie beteiligte sich an Konzerten von Kolleginnen und Kollegen, spielte in verschiedenen Kammermusikbesetzungen und gab mehrere Vor- und Uraufführungen von Werken, die bis heute ihren festen Platz im Konzertrepertoire haben, darunter Kompositionen von Benjamin Godard und Gabriel Fauré. Ab den 1880er Jahren galt Marie Tayau überdies als angesehene Geigenlehrerin und führte jeden Mittwoch einen eigenen Salon in der Rue de Navarin. Ihre Experimentierfreude stellte sie u. a. mit der Verwendung einer neuen Erfindung unter Beweis: als erste unter den Violinisten spielte sie auf einer Violine, bei der die E- und A-Saiten aus Stahl gefertigt waren (vgl. Kolneder, Das Buch der Violine, S. 51; Hoffmann 2011).


    Im Dezember 1876 spielte Marie Tayau die Uraufführung von Benjamin Godards Violinkonzert a-Moll op. 35, dem „Concerto Romantique“, im Rahmen eines Concert populaire im Pariser Cirque d’hiver, das unter der Leitung von Jules Pasdeloup stattfand (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 10. Dezember 1876, S. 398); eine Voraufführung des Konzertes hatte im Salon des Geigers Henri Vieuxtemps stattgefunden. Die „Revue et Gazette musicale de Paris“ schrieb über Marie Tayau und die Uraufführung des Konzertes: „L’autre nouveauté [neben Tschaikowskys ‚Romeo und Julia’] était un Concerto romantique pour violon, de M. B. Godard. Nous en avons parlé il y a quelques semaines, lorsque Mlle Marie Tayau le fit entendre en petit comité dans le salon de Henri Vieuxtemps. L’œuvre gagne beaucoup à l’exécution en public; elle a fait une impression très-favorable, et on a voulu entendre deux fois l’intermezzo, un joli morceau de musique bien français, d’une franche et aimable allure [...] L’exécution de Mlle Tayau a été parfaite; justesse, style, beauté et puissance de son, elle a tout réuni. Une particularité à noter, c’est que la virtuose se servait d’un instrument neuf, ce qui contrarie les idées généralement admises sur la sonorité des violons.“ („Die zweite Neuheit [neben Tschaikowskys „Romeo und Julia“] war ein Concerto romantique für Violine von M. B.[enjamin] Godard. Wir haben darüber bereits vor einigen Wochen berichtet, als Mlle. Marie Tayau es in kleinem Rahmen im Salon von Henri Vieuxtemps zu Gehör brachte. Das Werk gewinnt bei einer öffentlichen Aufführung enorm; es hat einen sehr günstigen Eindruck gemacht und das Intermezzo wollte man ein zweites Mal hören; es ist ein hübsches und sehr französisches Stück Musik, von einer klaren und liebenswerten Haltung [...]. Die Interpretation von Mlle. Tayau war perfekt; Genauigkeit, Stilempfinden, Schönheit und Klangfülle, alles hat sie vereint. Eine Besonderheit, die erwähnt werden muss, war, dass die Virtuosin sich eines neuen Instrumentes bediente, das den bisherigen Vorstellungen eines Geigenklanges entgegensteht.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 17. Dezember 1876, S. 406) Bereits wenige Wochen später, am 27. Januar 1877, übernahm Marie Tayau die Uraufführung eines weiteren heutigen Standardwerkes. In der Société national de musique spielte sie, gemeinsam mit dem Komponisten, Gabriel Faurés Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 13 und wiederholte die Aufführung am nächsten Tag im Salon von Benjamin Godard und einen weiteren Tag später im bekannten Montags-Salon von Camille Saint-Saëns (vgl. Fauré/Saint-Saëns 2004, S. 132). Über die öffentliche Aufführung berichtete die „Revue et Gazette musicale de Paris“: „A la 64e séance de la Société nationale de musique, le samedi 27 janvier, M. Gabriel Fauré a fait entendre une sonate pour piano et violon de sa composition. Cette œuvre, remarquable à plus d’un titres, et fort bien exécutée par l’auteur et Mlle Marie Tayau, a été vivement goûtée et applaudie. Les idées en sont agréables, et l’auteur les développe avec aisance. Le scherzo, d’une forme un peu écourtée, mais nouvelle, et d’un rhythme tout à fait piquant, a eu les honneurs du bis.“ („Im 64. Konzert der Société nationale de musique am Samstag, dem 27. Januar, ließ M. Gabriel Fauré eine Sonate für Klavier und Violine seiner Komposition hören. Dieses Werk, in mehr als einer Hinsicht bemerkenswert und hervorragend von dem Komponisten und Mlle. Marie Tayau interpretiert, wurde lebhaft genossen und mit Beifall bedacht. Die Ideen sind schön, und der Komponist entwickelt sie mit Sorgfalt. Dem Scherzo, in einer etwas kurzen Form, aber neuartig und von einem pikanten Rhythmus, wurde die Ehre der Wiederholung zuteil.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 4. Februar 1877, S. 37) Die Uraufführung des Streichquartetts eines M. Luigini fils spielte Marie Tayau am Pult der ersten Violine am 10. Februar 1877 in der Salle Pleyel, gemeinsam mit den Herren Vannereau, Waefelghem und Griset; weitere Interpreten des Abends waren Vincent d’Indy und Gabriel Fauré (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 18. Februar 1877, S. 54). Ende Februar 1877 trat Marie Tayau in den Matinéen des Violoncellisten Charles Lebouc auf und spielte dort u. a. gemeinsam mit der Pianistin Mme. Béguin-Salomon und Charles Lebouc die Uraufführung des Klaviertrios fis-Moll von Auguste Morel (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 4. März 1877, S. 69). Wenige Tage später spielte sie, wiederum im wöchentlichen Salon von Henri Vieuxtemps, als Primaria gemeinsam mit Mlle. Godard, der Tochter Benjamin Godards, Benjamin Godard selbst und dem Violoncellisten Joseph Hollman eine Voraufführung des Streichquartettes A-Dur op. 37 von Benjamin Godard („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 4. März 1877, S. 69). Anschließend gab sie die öffentliche Uraufführung des Werkes in der Salle Pleyel, wiederum als Primaria, mit Louis van Waefelghem, Benjamin Godard und Joseph Hollmann: „Le premier violon était aux mains die Mlle. Marie Tayau, dont le talent de premier ordre s’affirme de plus en plus. M. Waefelghem était au second violon, M. B. Godard à l’alto, et le violoncelle était tenu par M. Hollman.“ („Die erste Geige lag in den Händen von Mlle. Marie Tayau, deren erstrangiges Talent sich mehr und mehr bestätigt. M. Waefelghem war an der zweiten Geige, M. B. Godard an der Bratsche und das Violoncello wurde von M. Hollman gespielt.“; „Revue et Gazette musicale“ vom 11. März 1877, S. 78) Ende März und Anfang April 1877 gab Marie Tayau zwei eigene Kammermusikabende in der Salle Pleyel, die beide von der „Revue et Gazette musicale de Paris“ begeistert besprochen wurden und in denen sie u. a. gemeinsam mit Louis Dièmer, Paul Viardot, Benjamin Godard, Joseph Hollman und den Herren Waefelghem und Tobecque auftrat: „Mlle Marie Tayau a trouvé, dans l’organisation de ses séances de musique d’ensemble, une veine de succès qu’elle pourra certainement poursuivre l’année prochaine.“ („Mlle Marie Tayau hat mit der Organisation von Kammermusikkonzerten einen großen Erfolg errungen, an den sie mit Sicherheit nächstes Jahr anknüpfen können wird.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 8. April 1877, S. 110; vgl. auch ebd. vom 25. März 1877, S. 93) Bei einem letzten Salonabend der Saison bei dem Violoncellisten Charles Lebouc konzertierte Marie Tayau an der Seite Pauline Viardots, die als Pianistin auftrat, dem Flötisten Claude-Paul Taffanel sowie den Herren Morhange und Vannereau. Auf dem Programm standen u. a. das Klaviertrio c-Moll (o. op.) von Louise Héritte-Viardot und ein Streichquartett d-Moll op. 16 des Komponisten Adolphe Blanc. Zudem spielte Marie Tayau einen Ausschnitt aus dem Violinkonzert von Benjamin Godard: „Lundi dernier, clôture brillante des matinées hebdomadaires de M. Charles Lebouc par une séance purement instrumentale qui a offert le plus vif intérêt. La pianiste, cette fois, c’était Mme Pauline Viardot, qui, si elle n’eût pas préféré devenir une grande cantatrice, aurait certainement compté parmi les célébrités du piano. Deux autres éminents virtuoses, la charmante violoniste Mlle Marie Tayau et l’habile flûtiste, M. Taffanel, prêtaient leur concours à M. Lebouc, et, comme d’ordinaire, le 2e violon et l’alto étaient tenus par MM. Morhange et Vannereau. Mme Viardot a d’abord exécuté avec Mlle Tayau et M. Lebouc un trio en ut mineur pour piano, violon et violoncelle, composé par Mme Héritte-Viardot, sa fille. Ce trio, dans lequel par moments on sent, passer le souffle libre et quelque peu aventureux qui anime les compositions de l’école nouvelle, est très-développé et dénote une profonde science de l’harmonie unie à une abondance d’idées peu commune. [...] C’est par une autre voie en se conformant exact liment aux traditions, que M. Adolphe Blanc arrive lui aussi au succès. Son quatuor inédit en ré majeur qu’on exécutait pour la première fois est jeté dans le moule des quatuors de Haydn et Mozart, et chacun des quatre morceaux est, basé sur de bons motifs traités avec art. [...] Un fragment, du concerto romantique de M. B. Godard dans lequel Mlle Tayau a déployé une admirable virtuosité et brillamment terminé la séance.“ („Letzten Montag gab es einen brillanten Abschluss der wöchentlichen Matinéen von M. Charles Lebouc, mit einem ausschließlich Instrumentalwerken vorbehaltenen Konzert, das auf lebhaftes Interesse stieß. Die Pianistin war diesmal Mme. Pauline Viardot, die, wenn sie es nicht vorgezogen hätte, eine große Sängerin zu werden, sicherlich zu den Berühmtheiten am Klavier zählen würde. Zwei weitere herausragende Virtuosen, die charmante Geigerin Mlle. Marie Tayau und der gewandte Flötist M. Tafanel, trugen zu dem Abend von M. Lebouc bei und, wie gewöhnlich, wurden die zweite Geige und die Bratsche von den Herren Morhange und Vannereau übernommen. Mme. Viardot spielte zunächst mit Mlle. Tayau und M. Lebouc ein Trio in c-Moll für Klavier, Violine und Violoncello von Mme. Héritte-Viardot, ihrer Tochter. Das Trio, in dem man an manchen Stellen spürt, dass ein Hauch von Freiheit und ein bisschen Abenteuer die Komposition der neuen Schule belebt, ist sehr ausgearbeitet und zeigt ein tiefes Verständnis für Harmonien, verbunden mit einer Fülle weniger bekannter Ideen. [...] Über einen anderen Weg, der die Traditionen ausfeilt, gelangt auch M. Adolphe Blanc zum Erfolg. Sein ungedrucktes Quartett in D-Dur [recte d-Moll], das man zum ersten Mal aufführte, folgt der Form von Haydn und Mozart, und jeder der vier Sätze basiert auf schön ausgearbeiteten Motiven. [...] Das Fragment, ein Concerto Romantique von M. B. Godard, in dem Mlle. Tayau eine bewunderswerte Virtuosität zeigte, schloss das Konzert wunderbar ab.“; „Le Ménestrel“ vom 29. April 1877, S. 174)


    Mit diesen zahlreichen Vor- und Uraufführungen hatte sich Marie Tayau innerhalb weniger Monate als Interpretin neuer französischer Musik einen Namen gemacht. Als sie Ende des Jahres 1877 das Violinkonzert d-Moll von Victorin de Joncières in den Concerts populaires spielte, schrieb die „Revue et Gazette musicale de Paris“: „[...] Mlle Marie Tayau, qui a mis son remarquable talent au service presque exclusif des compositeurs de notre jeune école, [...] interprétait ce jour-là le concerto de violon en re mineur de M. Victorin Joncières.“ („[...] Mlle. Marie Tayau, die ihr bemerkenswertes Talent nahezu exklusiv in den Dienst von Komponisten unserer jungen Schule stellt, [...] interpretierte an diesem Tag das Violinkonzert d-Moll von M. Victorin Joncières.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 30. Dezember 1877, S. 414)


    Anfang des Jahres 1878 gründete Marie Tayau tatsächlich eine Konzertreihe mit dem Titel „L’Art moderne“, in der im wesentlichen Kammermusik zeitgenössischer französischer Komponistinnen und Komponisten aufgeführt wurde. Die Veranstaltungen wurden größtenteils als Portraitkonzerte organisiert, in denen jeweils eine Komponistin bzw. ein Komponist vorgestellt wurden. Das Eröffnungkonzert war Kompositionen von Marie de Grandval gewidmet: „Mlle Marie Tayau, dont le beau talent de violoniste se consacre avec un entier dévouement à la mise en lumière des œuvres de nos compositeurs français contemporains, vient de fonder, sous le titre de ‚l’Art moderne’, une société d’auditions musicales dont la première séance a eu lieu lundi dernier, à la salle Pleyel. Cette soirée d’inauguration était remplie par des œuvres de Mme la vicomtesse de Grandval, l’une des quelques femmes de talent qui cultivent avec succès la composition. Dans le nombre, on a distingué de ravissantes pièces pour le cor anglais, exécutées par M. Gillet, un prélude et des variations pour le violon, joués par Mlle Tayau, de très-intéressantes esquisses symphoniques, jouées à deux pianos par Mlle Laure Donne et M. Diemer, et quelques mélodies de mérites assez divers, chantées par Mme Pauline Viardot, Mlle Marianne Viardot et M. Hermann-Léon.“ („Mlle. Marie Tayau, die ihr schönes Talent als Violinistin mit Hingabe Uraufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten widmet, hat unter dem Titel ‚L’Art moderne’ eine Gesellschaft gegründet, deren erstes Konzert am Montag in der Salle Pleyel stattgefunden hat. Das Gründungskonzert war Werken von Marie de Grandval gewidmet, eine jener talentvollen Frauen, die mit Erfolg komponieren. Darunter waren hinreißende Stücke für Englischhorn, ausgeführt von M. Gillet, eine Prélude mit Variationen für Violine, gespielt von Mlle. Tayau, sehr interessante Esquisses symphoniques, an zwei Flügeln gespielt von Mlle. Laure Donne und M. Diemer und einige sehr unterschiedliche erfolgreiche Mélodies, gesungen von Mme. Pauline Viardot, Mlle. Marianne Viardot und M. Hermann-Léon.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 17. März 1878, S. 83) Das dritte Konzert der Reihe fand Ende März 1878 in der Salle Erard statt und war der Komponistin Louise Héritte-Viardot gewidmet. Als Musikerinnen und Musiker beteiligten sich neben Marie Tayau die Sängerin Pauline Viardot und ihre Töchter Claudie Chamerot und Marianne Viardot sowie der Violinist Charles de Bériot. „Le monde artiste“ rezensierte: „ L’Art moderne, Société d’auditions musicales, fondée par Mlle Tayau, a donné sa troisième séance, lundi dernier, salle Erard. Exclusivement consacrée aux œuvres de Mme Héritte Viardot, cette séance présentait, en quelque sorte, le caractère d’une fête de famille. En dehors de Mme Chamerot, de Mlles Tayau, Henry d’Yven, et de MM. Ch. de Bériot, Fernier, Koert et Hekking, Mme Héritte-Viardot avait pour interprètes sa soeur, Mlle Marianne, et sa mère, Mme P. Viardot [...]. En général, le programme a plu beaucoup; Mme Héritte Viardot, entre parenthèses, pianiste de grand talent, a l’inspiration large et ses œuvres ont un cachet de réelle distinction. L’andante du quatuor est, sans compliments, des plus remarquables. Une sérénade fort bien chantée par Mlle Marianne Viardot a été bissée.“ („Die Konzertvereinigung ‚L’Art moderne’, gegründet von Mlle. Tayau, hat ihr drittes Konzert am letzten Montag in der Salle Erard gegeben. Ausschließlich Werken von Mme. Héritte-Viardot gewidmet, hatte dieses Konzert eher den Charakter eines Familienfestes. Neben Mme. Chamerot, den Mlles. Tayau und Henry d’Yven sowie den Herren Ch. de Bériot, Fernier, Koert und Hekking, hatte Mme. Héritte-Viardot ihre Schwester, Mlle. Marianne und ihre Mutter, Mme P. Viardot als Interpreten gewonnen. [...] Insgesamt hat das Programm sehr gut gefallen: Mme. Héritte Viardot, nebenbei: eine sehr gute Pianistin, hat eine weitreichende Vorstellungskraft und ihre Werke haben ein gutes Stück wirklicher Erhabenheit. Das Andante des Quartetts ist, ohne Galanterie, eines der bemerkenswertesten. Eine Sérenade, die von Mlle. Marianne Viardot gesungen wurde, musste wiederholt werden.“; „Le monde artiste“ vom 30. März 1878, S. 3) Ein weiteres Konzert der Reihe im April war den Werken Anton Rubinsteins gewidmet und fand ebenfalls beim Publikum wie in der Presse eine breite Zustimmung: „Le concert que Mlle Marie Tayau a donné mardi dernier à la salle Erard a été des plus goutés. L’audition des œuvres du Rubinstein a intéressé au plus haut degré les dilettanti qui s’y étaient donné le mot pour venir applaudir auteur et exécutants, parmi lesquels nous citons Mlle M. de T..., Léonce Valder, G. Lewita, et, ça particulier, l’éminente violoniste Mlle Tayau, organisatrice de ces concerts.“ (Das Konzert, das Mlle. Marie Tayau Dienstag Abend in der Salle Erard gegeben hat war eines der besten. Die Vorträge von Werken Rubinsteins hat die Dilettanti in höchstem Maße interessiert, die sich dort trafen, um dem Komponisten und den Ausführenden zu applaudieren, unter denen wir Mlle. M. de. T ..., Léonce Valder, G.[ustav] Lewita und, dies ganz besonders, die hervorragende Geigerin Mlle. Tayau, die Organisatorin des Konzerts, nennen möchten.“; „Paris-Plaisir“ vom 14. April 1878, S. 7) Auch an anderer Stelle setzte sich Marie Tayau für die Kompositionen von Marie de Grandval ein. So trat sie z. B. im Dezember 1878 als Solistin mit der „Société philharmonique de La Rochelle“ mit Benjamin Godard „Concerto Romantique“ und mit Marie de Grandvals „Concertino“ für Violine und Orchester auf („Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 15. Dezember 1878, S. 406)


    Ende des Jahres 1878 hatte sich die Besetzung des „Quatuor Sainte-Cécile“ ein weiteres Mal verändert: Méria Mussa übernahm den Part der 2. Violine, Jeanne Franko jenen der Bratsche und Marie Galatzin spielte Violoncello; als Pianistin fungierte nach wie vor Laure Donne. Für den Winter 1878/79 plante das Ensemble vier Konzerte, die wiederum thematisch gebunden waren. Das erste Konzert fand am 18. Dezember 1878 in der Pariser Salle Pleyel statt und war dem klassisch-romantischen Kammermusikrepertoire gewidmet. Auf dem Programm standen Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierquartett g-Moll KV 478, Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio c-Moll op. 66 und das Klavierquintett Es-Dur op. 44 von Robert Schumann: „C’est véritablement un attrait piquant que ce groupe de jeunes talents qui ajoutent au charme d’une exécution solide et brillante des chefs-d’œuvres des maîtres, les grâces de leurs fraîches toilettes. Inutile de dire que l’auditoire a été des plus chauds et que c’est au milieu des plus vifs applaudissements que l’on a entendu tour à tour, interprétés d’une façon tout à fait remarquable, le quatuor en sol mineur de Mozart, le trio en ré mineur de Mendelssohn et le quintetto en mi bémol de Schumann [...]. – Le succès de cette première séance si brillante ne pourra que se renouveler et même s’accroître à celles qui doivent suivre.“ („Das war wirklich ein pikanter Anreiz, diese Gruppe von jungen Talenten, die dem Charme ihrer soliden und virtuosen Interpretationen von Meisterwerken die Anmut ihrer hübschen Toilette hinzufügen. Überflüssig zu betonen, dass das Publikum ihnen herzlichst gesonnen war; zwischen dem lebhaftesten Beifall waren, nacheinander und absolut bemerkenswert interpretiert, Mozarts Quartett g-Moll, Mendelssohns Trio d-Moll und das Quintett in Es-Dur von Schumann zu hören [...]. Der Erfolg dieses ersten, derart wunderbaren Konzertes kann sich nur wiederholen oder sogar jenen der kommenden Konzerte verstärken.“; „Le Ménestrel“ vom 22. Dezember 1878, S. 31; vgl. auch „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 15. Dezember 1878, S. 406) Weitere Konzerte fanden am 14., 15. und 20. Januar 1879 statt. Am 14. Januar wurde das Dezemberkonzert wiederholt, das Konzert am 15. Januar war nochmals ein Portraitkonzert der Komponistin Marie de Grandval, an dem sich u. a. die Sängerinnen Pauline Viardot und ihre Tochter Marianne Viardot sowie der Pianist Louis Dièmer beteiligten. Das Konzert am 20. Januar brachte schließlich als Thema „L’Art rétrospectif“ mit Werken von Johann Philipp Kirnberger, Jean-Baptiste Lully, André Campra und Christoph Willibald Gluck (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 26. Januar 1879, S. 30).


    Neben dem „Quatuor Sainte-Cécile“ führte Marie Tayau auch ein zweites Streichquartett als Primaria, das den Namen ihrer Konzertvereinigung „L’Art moderne“ trug und das neben Marie Tayau aus den Herren Maurice Prost (Violine 2), Bouvet (Viola) und François Arnouts (Violoncello) bestand. Auch mit diesem Ensemble gab Marie Tayau im Winter 1878/79 zahlreiche Konzerte, darunter mindestens zwei Portraitkonzerte. Eines der Konzerte, Ende Januar 1879, war den Werken von Auguste Morel gewidmet, darunter zwei Streichquartette und ein Trio fis-Moll für Klavier, Violine und Violoncello, ein anderes, am 13. März 1879, stellte Kompositionen von Victor Dolmetsch vor (vgl. „Le Ménestrel“ vom 2. Februar 1879, S. 80; vom 9. März 1879, S. 120). Am 11. Januar 1879 spielte Marie Tayau zudem gemeinsam mit dem Pianisten Louis Dièmer und dem Violoncellisten Richard Loys ein Klaviertrio von Marie de Grandval im Rahmen eines Konzertes der „Société nationale de musique“ (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 26. Januar 1879, S. 29) und trat am 6. April 1879 in den Concerts populaires unter der Leitung von Pasdeloup mit dem Concertino für Violine und Orchester von Marie de Grandval auf (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 6. April 1879, S. 110): „Les concerts populaires ont une brillante fin de saison. Un programme attrayant, le concours de deux solistes di primo cartello, assuraient au concert de dimanche dernier un succès au moins égal à celui du précédent. Miss Emma Thursby s’est fait entendre de nouveau dans deux morceaux [...]. L’autre soliste du concert était Mlle Marie Tayau, qui présentait au public un concertino nouveau pour violon, de Mme de Grandval. Un andante de dimension moyenne et un finale beaucoup plus développé composent ce concertino, écrit avec beaucoup de soin et d’entente de l’effet. [...] L’œuvre s’adapte à merveille à la nature de l’instrument; du reste, les conseils de Mlle Tayau n’ont point été étrangers à la parfaite propriété qu’on remarque dans les traits et dans tous les détails de mécanisme. L’éminente virtuose a admirablement interprété ce concertino; justesse, aisance, style et sentiment, son jeu réunissait tout, et c’est une ovation bien méritée que celle qui lui a été faite à la fin. La sonorité des deux cordes en acier (la et chanterelle) qui remplacent, dans la monture de son violon, les cordes en boyau du même nom, était remarquablement belle et pleine.“ („Die Concerts populaires hatten einen wunderbaren Saisonabschluss. Ein attraktives Programm und die Beteiligung zweier publikumswirksamer Solisten sicherten dem Konzert am letzten Sonntag einen Erfolg, der mindestens auf gleicher Höhe mit dem letzten Konzert war. Miss Emma Thursby hat sich wieder einmal in zwei Stücken hören lassen. [...] Die andere Solistin des Konzerts war Marie Tayau, die dem Publikum ein neues Concertino für Violine von Mme. de Grandval präsentierte. Das Concertino, das mit viel Sorgfalt und Verständnis für Wirkungen geschrieben wurde, besteht aus einem Andante mittlerer Länge und einem viel zu langen Finale. [...] Das Werk passt sich den Gegebenheiten des Instrumentes hervorragend an; zudem waren die Ratschläge von Mlle. Tayau sicherlich nicht ganz unschuldig an dieser perfekten Zugehörigkeit, wie man an den Läufen und allen technischen Details bemerken kann. Die herausragende Virtuosin hat das Concertino bewunderswert interpretiert: Genauigkeit, Gewandheit, Stilgefühl und Empfinden, ihr Spiel vereint alles, und die Ovationen, die ihr am Ende entgegengebracht wurden, waren wohlverdient. Der Klang der beiden Stahlsaiten (a- und höchste Saite), die in der Besaitung ihrer Geige die Darmsaiten gleicher Höhe ersetzen, war bemerkenswert schön und voll.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 13. April 1879, S. 118)

    In den folgenden Jahren setzte Marie Tayau in wechselnden Kammermusikbesetzungen ihre Portraitkonzerte fort. So gab sie z. B. mit ihrem Ensemble „L’Art moderne“ im Januar/Februar 1880 zwei Abende, von denen der erste Kompositionen von Peter I. Tschaikowsky enthielt, darunter das Streichquartett es-Moll op. 30 und die „Sérénade mélancolique“ b-Moll für Klavier und Violine op. 26 (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 18. Januar 1880, S. 23). Der zweite Abend war den Werken von Louis Lacombe gewidmet, u. a. mit der „Élégie sur la mort d’un héro“ und einem Klaviertrio (vgl. „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 8. Februar 1880, S. 46); ein weiterer Abend im März 1881 stellte den Komponisten Fortunato Luzzatto dem Pariser Publikum vor. Auf dem Programm standen ein Streichquartett, eine Sonate für Violine und Klavier sowie ein Klavierquintett des Komponisten (vgl. „Le Ménestrel“ vom 3. April 1881, S. 144). Ab dem Winter 1881/82 organisierte Marie Tayau zudem kostenlose, großangelegte Kammermusikabende im Foyer des Orchestre du Palais du Trocadéro („Le Ménestrel“ vom 11. September 1881, S. 327), von denen auch im Ausland Notiz genommen wurde. So meldete z. B. das „Musikalische Wochenblatt“ in Berlin: „Die Pariser Geigerin Frl. Marie Tayau wird einen Cyklus von populären Gratis-Kammermusiksitzungen im Foyer des Trocadéro-Palastes veranstalten („Musikalische Wochenblatt“, Jg. 12 [1881], S. 443). Die Konzertreihe bestand bis mindestens 1886 (s. u.).


    Im Sommer 1881 erhielt Marie Tayau den „Ordre des Palmes académique“, der seit 1808 vom französischen Staat für Verdienste um das Bildungswesen vergeben wird (vgl. „La Gazette des Femmes“ vom 10. September 1881, S. 4).


    Neben den öffentlichen Konzerten und ihren regelmäßigen Auftritten in verschiedenen Salons führte Marie Tayau ab ca. Mitte der 1880er Jahre auch einen eigenen Salon in ihrer Pariser Wohnung, 7, Rue de Navarin, zu dem sie jeden Mittwoch Abend lud. So berichtete z. B. die Zeitschrift „Le Ménestrel“ Anfang Januar 1886: „Les privilégiés qui se pressent chaque mercredi dans les salons de Mlle Marie Tayau ont applaudi à sa dernière soirée la délicieuse mélodie de Falkenberg: Chanson d’avril, ainsi que les quatuors de Schumann et de Mendelssohn, interprétés remarquablement par Mlle Tayau, la violoniste au jeu pénétrant et poétique, et MM. Chevillard, Schneklüd, Ratez et de Beaujeu.“ („Die Privilegierten, die sich jeden Mittwoch in den Salons von Mlle. Marie Tayau drängen, haben am letzten Abend der wunderbaren Mélodie von [Georges] Falkenberg: Chanson d’Avril ebenso applaudiert, wie den Quartetten von Schumann und Mendelssohn, bemerkenswert interpretiert von Mlle. Tayau, der Geigerin mit jenem eindringlichen und poetischen Spiel, und den Herren Chevillard, Schneklüd, Ratez und de Beaujeu.“; „Le Ménestrel“ vom 3. Januar 1886, S. 39) Ebenfalls ab Mitte der 1880er Jahre konnte sich Marie Tayau in Paris auch als Violinpädagogin etablieren und unterrichtete an der „École Normale de Musique“ in Paris das Fach Violine. Regelmäßig trat sie mit ihren Schülerinnen und Schülern an die Öffentlichkeit, so z. B. im April 1886: „Aux concerts du Trocadéro, qui auront lieu le 27 et 28 avril, on entendra Mlle Tayau, l’éminente violoniste, et sa phalange d’élèves, qui interprétont à l’unisson les Pizzicati de Sylvia.“ („In den Trocadéro-Konzerten, die am 27. und 28. April stattfinden, wird man Mlle. Tayau, die hervorragende Geigerin, und ihre Phalanx an Schülern hören, die im Unisono die Pizzicati aus Sylvia interpretieren werden.“; „Le Ménestrel“ vom 25. April 1886, S. 170) Ebenfalls im April 1886 fand auch ein Schülerkonzert der „École Normale de Musique“ statt: „La deuxième séance de l’École normale de musique, dirigée par M. A. Thurner, a eu lieu lundi dernier; elle était exclusivement consacrée à la musique classique. Un nombreux auditoire a tour à tour applaudi de jeunes élèves qui on vaillamment interprété Rameau, Scarlatti, Bach, Haendel, Mozart, Field, Mendelssohn, Weber et Beethoven. Mlle Marie Tayau, avec ses élèves, a concouru à cette brillante matinée, ainsi que la classe de chant confiée à Mme Ernest Bertrand.“ („Das zweite Konzerte der École normale de musique fand am vergangenen Montag unter der Leitung von M. A. Thurner statt und war ausschließlich klassischer Musik gewidmet. Ein zahlreiches Publikum applaudierte nach und nach den jungen Schülern, die tapfer Rameau, Scarlatti, Bach, Händel, Mozart, Field, Mendelssohn, Weber und Beethoven interpretierten. Mlle. Marie Tayau beteiligte sich mit ihren Schülern an dieser wunderbaren Matinée, ebenso wie die Gesangsklasse, die Mme. Ernest Bertrand anvertraut ist.“; „Le Ménestrel“ vom 25. April 1886, S. 171) Im Juni 1888 lautete ein Bericht: „Cette semaine, à l’église Saint-Denis, on a eu le privilège d’entendre notre éminente violoniste, Marie Tayau, qui a dit avec son merveilleux style, un adagio de M. G. Choisnet et Recueillement, de M. Pesard. L’artiste a exécuté ces deux œuvres à l’unisson avec ses élèves, l’ensemble était tellement parfait qu’on eût dit un seul violon.“ („Diese Woche, in der Kirche Saint-Denis, hatte man das Glück, unsere hervorragende Geigerin Marie Tayau zu hören, die mit ihrem wunderbaren Stil ein Adagio von M. G. Choisnet und ‚Recueillement’ von M. Pesard vortrug. Die Künstlerin führte die beiden Werke unisono mit ihren Schülern aus, das Ensemble war so perfekt, dass man meinte, die Werke seien mit einer Violine ausgeführt.“; „Le Ménestrel“ vom 3. Juni 1888, S. 184)


    Marie Tayau starb, nicht einmal vierzig Jahre alt, im August 1892 in Paris. Der Nachruf in „Le Ménestrel“ fasste auch die Tätigkeiten ihrer letzten Jahre zusammen: „Une violiniste d’un très réal talent, Mlle Marie Tayau, est morte cette semaine. Dés son extrème jeunesse, elle avait manifesté de remarquables dispositions artistiques. Ce fut en son temps une enfant prodige. Son passage au Conservatoire fut très brillant; elle enleva les premières récompenses avec une supériorité indiscutable. Depuis on l’entendit dans les concerts, surtout quand il s’agissait d’être utile à quelque artiste malheureux. Professeur des plus distingués, dans ces cinq dernières années elle avait à peu près renoncé à jouer en public afin de se consacrer plus complétement à ses leçons. Mlle Marie Tayau sera vivement regrettée, car cette artiste émérite était une femme au cœur excellent.“ („Eine Geigerin mit einem wahrhaften Talent, Mlle. Marie Tayau, ist diese Woche gestorben. Von ihrer Kindheit an hatte sie bemerkenswerte künstlerische Anlagen gezeigt, die zu ihrer Zeit ein ‚Wunderkind’ ausmachten. Der Weg im Konservatorium war brillant; mit zweifelloser Überlegenheit räumte sie die ersten Preise ab. Von da an hörte man sie in Konzerten, besonders wenn es darum ging, unglücklichen Künstlern zu helfen. In ihren letzten fünf Jahren hatte sie sich als eine der vornehmsten Lehrerinnen nach und nach vom Konzertpodium zurückgezogen, um sich vollständig ihrem Unterricht zu widmen. Mlle. Marie Tayau wird uns fehlen, denn diese verdiente Künstlerin hatte ein wunderbares Herz.“; „Le Ménestrel“ vom 28. August 1892, S. 279)

    Würdigung

    Marie Tayau war mehr als 25 Jahre lang im Pariser Musikleben als Geigerin und Konzertveranstalterin, als Solistin, lebhafte Kammermusikerin und Violinpädagogin präsent. Sie befasste sich intensiv mit zeitgenössischen Kompositionen und veranstaltete mit den beiden von ihr gegründeten Kammermusikvereinigungen, dem „Quatuor Sainte-Cécile“ und „L’Art moderne“, thematisch gebundene Abende und Portraitkonzerte. Zu den von ihr dem Pariser Publikum vorgestellten Komponistinnen und Komponisten gehörten u. a. Victor Dolmetsch, Marie de Grandval, Louise Héritte-Viardot, Louis Lacombe, Fortunato Luzzato, Auguste Morel, Anton Rubinstein und Peter I. Tschaikowsky. Zudem übernahm Marie Tayau als Solistin mehrere Uraufführungen, darunter jene des Violinkonzertes a-Moll op. 35 von Benjamin Godard und der Violinsonate A-Dur op. 13 von César Franck. Dennoch kam auch das klassisch-romantische Repertoire in ihren Konzerten nicht zu kurz: regelmäßig führte sie Kammermusik u. a. von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy auf und unterhielt ihr Publikum mit virtuosen Opernfantasien von Jean Delphin Alard, Charles Dancla und Henri Vieuxtemps. Die Gründung eines Damenstreichquartetts 1876, des „Quatuor Sainte-Cécile“ ist Ausdruck ihrer Vorliebe für die Kammermusik, die von ihren Zeitgenossen wieder und wieder betont wurde, wie die „selbstverständliche“ Aufführung von Werken Marie de Grandvals und Louise Héritte-Viardots. Über die pädagogische Arbeit Marie Tayaus mit ihrem Schülerkreis ist derzeit nahezu nichts bekannt.

    Rezeption

    Die Tätigkeiten Marie Tayaus werden derzeit nicht rezipiert. Zur zeitgenössischen Rezeption vgl. den Abschnitt „Biografie“.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste von Marie Tayau kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden. Nachgewiesen sind Aufführungen der folgenden Kompositionen:


    Alard, Jean Delphin. Fantaisie de Concert sur „Faust“ de Gounod op. 47.

    Alard, Jean Delphin. Fantaisie de Concert sur „La Muette de Portici“ d’Auber op. 36.

    Alard, Jean Delphin. Fantaisie sur des Motifs de „Rigoletto“ de Verdi op. 46.


    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett c-Moll op. 18 Nr. 4.

    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett Es-Dur op. 74.


    Blanc, Adolphe. Streichquartett (keine Präzisierung möglich).

    Blanc, Adolphe. Streichquartett d-Moll op. 16.


    Dancla, Charles. Streichquartett (keine Präzisierung möglich).


    Fauré, Gabriel. Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 13 (Uraufführung).


    Godard, Benjamin. Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 35 („Concerto Romantique“; Uraufführung).

    Godard, Benjamin. Streichquartett A-Dur op. 37 (Uraufführung).


    Grandval, Marie de. Concertino für Violine und Orchester

    Grandval, Marie de. Klaviertrio (1879).

    Grandval, Marie de. Prélude et Variations für Violine und Klavier.


    Héritte-Viardot, Louise. Klaviertrio c-Moll, o. op.

    Héritte-Viardot, Louise. Streichquartett (keine Präzisierung möglich) .


    Joncières, Victorin. Konzert für Violine und Orchester d-Moll.


    Lacombe, Louis. Élégie sur la mort d’un héro.

    Lacombe, Louis. Klaviertrio (keine Präzisierung möglich).


    Litolff, Henry Charles. Konzert für Violine und Orchester op. 42.


    Luzzato, Fortunato. Klavierquintett (keine Präzisierung möglich).

    Luzzato, Fortunato. Sonate für Violine und Klavier (keine Präzisierung möglich).

    Luzzato, Fortunato. Streichquartett (keine Präzisierung möglich).


    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Klaviertrio c-Moll op. 66.

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Streichquartett Es-Dur (keine Präzisierung möglich).


    Morel, Auguste. Klaviertrio fis-Moll (Uraufführung).

    Morel, Auguste. Streichquartette (keine Präzisierung möglich).


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierquartett (keine Präzisierung möglich).

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierquartett g-Moll KV 478.


    Raff, Joachim. Cavatine (keine Präzisierung möglich).


    Rubinstein, Anton. Klaviertrio (keine Präzisierung möglich).

    Rubinstein, Anton. Sonate für Violine und Klavier (keine Präzisierung möglich).


    Schumann, Robert. Klavierquintett Es-Dur op. 44.


    Servais, François/Vieuxtemps, Henri. Grand Duo sur les „Huguenots“ de Meyerbeer“ (o. op.).


    Tschaikowsky, Peter I. Streichquartett es-Moll op. 30.

    Tschaikowsky, Peter I. Sérénade mélancolique für Klavier und Violine b-Moll op. 26.


    Vieuxtemps, Henri. Fantaisie sur „Faust“ de Gounod (o. op.).

    Vieuxtemps, Henri. Capriccio „Les Arpèges“ op. 15.

    Vieuxtemps, Henri. Polonaise (verm. aus op. 38, „Ballade et Polonaise“).

    Vieuxtemps, Henri/Wolff, Edouard. Duo für Violine und Klavier (keine Präzisierung möglich).


    Weber, Carl Maria von. Klavierquartett B-Dur J 76.

    Quellen

    Literatur:


    Kolneder, Walter. Das Buch der Violine. Bau, Geschichte, Spiel, Pädagogik, Komposition. Zürich: Atlantis, 1972.


    Fauré, Gabriel/Saint-Saëns, Camille. The Correspondence of Camille Saint-Saëns and Gabriel Fauré: Sixty Years of Friendship. Hg. v. Jean-Michel Nectoux, Aldershot: Ashgate, 2004.


    Hoffmann, Freia. Artikel „Tayau, Marie“, in: Instrumentalistinnen-Lexikon, http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=tayau-marie (Stand: 15. April 2011)



    Zeitungsartikel und Konzertkritiken:


    Conférences scientifiques et littéraires, Bd. 3 (1866), S. 671.


    La Gazette des Femmes vom 10. September 1881, S. 4.


    Le Ménestrel vom 12. April 1868, S. 159.

    Le Ménestrel vom 13. Dezember 1874, S. 15.

    Le Ménestrel vom 23. Januar 1876, S. 63.

    Le Menestrel vom 29. April 1877, S. 174.

    Le Ménestrel vom 22. Dezember 1878, S. 31.

    Le Ménestrel vom 2. Februar 1879, S. 80.

    Le Ménestrel vom 9. März 1879, S. 120.

    Le Ménestrel vom 3. April 1881, S. 144.

    Le Ménestrel vom 11. September 1881, S. 327.

    Le Ménestrel vom 3. Januar 1886, S. 39.

    Le Ménestrel vom 25. April 1886, S. 170f.

    Le Ménestrel vom 3. Juni 1888, S. 184.

    Le Ménestrel vom 28. August 1892, S. 279.


    Le monde artiste vom 22. Januar 1876, S. 2.

    Le monde artiste vom 29. Januar 1876, S. 2.

    Le monde artiste vom 30. März 1878, S. 3.


    Les Gauloises vom 1. April 1876, S. 2.


    Moniteur des pianistes vom 20. März 1870, S. 16.


    Musikalische Wochenblatt, Jg. 12 (1881), S. 443.


    Paris-Plaisir vom 14. April 1878, S. 7.


    Revue et Gazette musicale de Paris vom 4. März 1866, S. 69.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 29. Juli 1866, S. 237.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 28. Juli 1867, S. 242; 246.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 23. Februar 1868, S. 60.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 8. März 1868, S. 77.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 25. April 1869, S. 141.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 5. September 1869, S. 295.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 5. Dezember 1869, S. 398.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 13. März 1870, S. 84f.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 10. April 1870, S. 117.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 17. April 1870, S. 125.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 14. August 1870, S. 260.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 17. Januar 1875, S. 22.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 14. März 1875, S. 86.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 2. Januar 1876, S. 7.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 23. Januar 1876, S. 30; 32.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 6. Februar 1876, S. 46.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 20. Februar 1876, S. 62.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 10. Dezember 1876, S. 398.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 17. Dezember 1876, S. 406.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 4. Februar 1877, S. 37.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 18. Februar 1877, S. 54.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 4. März 1877, S. 69.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 11. März 1877, S. 78.

    Revue et Gazette musciale de Paris vom 25. März 1877, S. 93.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 8. April 1877, S. 110.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 30. Dezember 1877, S. 414.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 17. März 1878, S. 83.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 15. Dezember 1878, S. 406.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 26. Januar 1879, S. 29f.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 6. April 1879, S. 110.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 13. April 1879, S. 118.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 18. Januar 1880, S. 23.

    Revue et Gazette musicale de Paris vom 8. Februar 1880, S. 46.


    The Times London vom 15. Juni 1870, S. 8.

    Forschung

    Freia Hoffmann hat jüngst einen Artikel zu „Marie Tayau“ veröffentlicht. In diesem Rahmen ergänzte sie mehrere bislang fehlende Daten anhand von Primärquellen, so z. B. Marie Tayaus Geburtsdaten. Vgl. Hoffmann, Freia. Artikel „Tayau, Marie“, in: Instrumentalistinnen-Lexikon, http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=tayau-marie (Stand: 15. April 2011; mit Abbildung).

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Marie Tayau umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten als Geigerin, Kammermusikerin, Konzertveranstalterin und Pädagogin.

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 16.04.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Marie Tayau“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 16.4.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Marie_Tayau