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  • Marie Hartzer-Stibbe

    von Silke Wenzel
    Die Pianistin und Komponistin Marie Hartzer-Stibbe. Signierte Autogrammkarte von 1927.
    Namen:
    Marie Hartzer-Stibbe
    Geburtsname: Marie Joanna Stibbe
    Ehename: Marie Joanna Hermanns-Stibbe
    Varianten: Marie Stibbe, Marie Hermanns-Stibbe, Marie Hermans-Stibbe, Marie Joanna Hartzer-Stibbe, Marie Joanna Hermans-Stibbe
    Lebensdaten:
    geb. in Samarang, Java (damals: Niederländisch Indien)
    gest. um in , USA

    Marie Hartzer-Stibbe wurde als Maria Joanna Stibbe geboren. Sie studierte als Marie Stibbe, konzertierte nach ihrer ersten Heirat 1903 unter dem Namen Marie Hermanns-Stibbe und nannte sich nach ihrer zweiten Eheschließung 1911 Marie Hartzer-Stibbe. Ihr heutiger lexikographischer Name lautet in der Regel Marie Hartzer-Stibbe, der daher im folgenden Text durchgehend beibehalten wurde.
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Komponistin, Musikpädagogin
    Charakterisierender Satz:

    „Ein hier noch ganz unbekanntes Ehepaar Hermanns-Stibbe stellte sich mit überraschend schönen, fein ausgefeilten und schwungvoll bemeisterten Vorträgen von Originalwerken für zwei Klaviere ein.“


    (Hermann Teibler aus München im „Musikalischen Wochenblatt“ vom 16. November 1905, S. 827)


    Profil

    Die Pianistin und Komponistin Marie Hartzer-Stibbe studierte Klavier bei Sarah Bosmans in Amsterdam und Carl Friedberg in Frankfurt a. M. und zudem, vermutlich privat, Komposition bei Friedrich Gernsheim und Georg Schumann in Berlin. Nach Abschluss ihres Klavierstudiums gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Pianisten Hans Hermanns das Klavierduo Hermanns-Stibbe, das von 1904 bis 1908 regelmäßig mit vierhändigen Originalkompositionen, meist für zwei Klaviere, auftrat. Das Repertoire des Duos war breit gefächert: Auf den Programmen standen Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Robert Schumann und Antonín Dvořák, Werke skandinavischer Komponisten wie Edvard Grieg und Christian Sinding sowie zeitgenössische Werke von Eduard Schütt (1856-1933) und Emil Kronke (1865-1938). Nach der Scheidung des Ehepaars 1909 löste sich das Klavierduo auf.


    Bereits vor 1910 waren von Marie Hartzer-Stibbe mehrere Kompositionen erschienen, darunter vor allem Lieder. Nach ihrer zweiten Heirat 1911 wandte sie sich verstärkt der Komposition zu, schrieb mehrere Werke für Klavier solo sowie ein Klaviertrio cis-Moll (op. 30) und ein Klavierkonzert D-Dur (o. Op.), das 1922 in den Niederlanden uraufgeführt wurde. Ihre „Kinderlieder“ (op. 26) lassen eine musikpädagogische Tätigkeit vermuten, die jedoch bislang nicht zu belegen ist.

    Orte und Länder

    Marie Hartzer-Stibbe wurde 1880 in Samarang im damaligen Niederländisch Indien, heute Java, geboren. Sie wuchs in Amsterdam auf und begann dort ein Klavierstudium, das sie von 1901 bis 1904 in Frankfurt a. M. fortsetzte. Von 1904 bis 1906 unterrichtete sie am Bernuthschen Konservatorium in Hamburg. Nach ihrer ersten Heirat 1903 lebte Marie Hartzer-Stibbe vermutlich in Westfalen: ihr Mann stammte aus Krefeld, ihr erster Sohn wurde in Düsseldorf, ihr zweiter Sohn in Bielefeld geboren. Im Jahr 1911 ließ sich Marie Hartzer-Stibbe mit ihrem zweiten Mann in Berlin nieder, das sie 1932 – möglicherweise aufgrund ihrer jüdischen Herkunft – verließ. Marie Hartzer-Stibbe emigirierte während der 1930er Jahre in die USA; ihre dortigen Lebensorte sind nicht bekannt.


    Konzertreisen führten Marie Hartzer-Stibbe durch Deutschland, Belgien, Ungarn und die Niederlande.

    Biografie

    Marie Hartzer-Stibbe wurde am 29. Januar 1880 in Samarang (damals Niederländisch Indien, heute Java) als Tochter von Frederick Wilhelm Stibbe (1846-1890), einem niederländischen Kaufmann, und Louise Arnoldina van den Bergh (1852-1926) geboren und wuchs in Amsterdam auf. Nach Abschluss der höheren Töchterschule in Amsterdam studierte Marie Hartzer-Stibbe Klavier bei Sarah Bosmans in Amsterdam und setzte von 1901 bis 1904 ihr Klavierstudium am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt a. M. bei Carl Friedberg, einem Schüler Clara Schumann , fort (vgl. Jahresberichte des Dr. Hoch’schen Conservatoriums 1902-1904). Zu einem späteren Zeitpunkt, möglicherweise erst während der Berliner Zeit (ab 1911), studierte sie Komposition bei Friedrich Gernsheim und Georg Schumann, vermutlich privat.


    Am 30. September 1903 heiratete Marie Hartzer-Stibbe den Pianisten Hans Hermanns (Josef Johannes Hermanns, geb. am 1. März 1879 in Krefeld) in Frankfurt am Main und nannte sich Marie Hermanns-Stibbe. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Fritz Hermanns, geboren 1905 in Düsseldorf, und Mark Hermanns, geboren 1907 in Bielefeld (vgl. Links, rootsweb).


    Von 1904 bis 1906 unterrichtete Marie Hartzer-Stibbe in der Klavierausbildungsklasse am Bernuth’schen Konservatorium in Hamburg. Gleichzeitig gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Hans Hermanns ein Klavierduo, das als Duo Hermanns-Stibbe bis 1909 u. a. in Deutschland, Belgien, Ungarn und den Niederlanden auftrat (vgl. Müller 1929) und dabei in der Regel Originalwerke für zwei Klaviere auf die Programme setzte. So konzertierte das Ensemble z. B. im Herbst 1905 in mehreren deutschen Städten und spielte dabei u. a. die Sonate für zwei Klaviere f-Moll von Johannes Brahms (op. 34b) und Christian Sindings Variationen es-Moll (op. 2). Das „Musikalische Wochenblatt“ berichtete am 26. Oktober 1905 aus Berlin: „Hier spielte das Ehepaar Hans Hermanns und Marie Hermanns-Stibbe auf zwei prächtigen, klangvollen Ibach-Flügeln eine Reihe Werke für zwei Klaviere. Man lernte bei dieser Gelegenheit die ursprüngliche Form des F moll-Klavierquintetts von Brahms kennen, als ‚Sonate für zwei Pianoforte‘. [...] Das Künstlerpaar brachte die Sonate wie auch die im Programm folgenden stimmungsvollen Es moll-Variationen von Sinding technisch und musikalisch in gleich vortrefflicher Weise zu Gehör.“ („Musikalisches Wochenblatt“ vom 26. Oktober 1905) Am 16. November 1905 hieß es aus Düsseldorf: „Das Pianisten-Ehepaar Hermanns-Stibbe erzielte hier an einem eigenen Vortragsabend durch sein virtuoses durchgeistigtes Zusammenspiel schönen Erfolg“, und aus München schrieb in der gleichen Nummer Hermann Teibler: „Ein hier noch ganz unbekanntes Ehepaar Hermanns-Stibbe stellte sich mit überraschend schönen, fein ausgefeilten und schwungvoll bemeisterten Vorträgen von Originalwerken für zwei Klaviere ein.“ („Musikalisches Wochenblatt“ vom 16. November 1905, S. 824 und 827). Ein Jahr später, am 9. November 1906, veranstalteten Hans Hermanns und Marie Hartzer-Stibbe im Leipziger Kaufhaus-Saal ein eigenes Konzert und zeigten dabei die Breite ihres Repertoires. Das Programm umfasste zwei Duos von Muzio Clementi, Franz Liszts Klavierkonzert Es-Dur, Johannes Brahms’ Variationen über ein Thema von Joseph Haydn in der Fassung für zwei Klaviere (op. 56b), ein Andante von Christian Sinding sowie das „Impromptu-Rococo“ für zwei Klaviere von Eduard Schütt (op. 58 Nr. 2): „Spezialität der beiden genannten Künstler bilden Vorträge auf zwei Klavieren, und in der Tat muss man ihnen einen hohen Grad der Vollendung und schönen Abrundung ohne Weiteres zugestehen. Beide Spieler sind mit dem Rüstzeuge sicherer und bedeutender Technik ausgestattet, verfügen über sehr guten Anschlag und wissen ihre Spenden in lebendiger und warm mitempfindender Weise darzubringen. Frau Hermanns-Stibbe scheint es ab und zu an physischer Kraft zu gebrechen, was sich einige Male in Liszt’s E moll-Konzert [rec. Es-Dur] vorübergehend bemerkbar machte. Aber sonst kulminierte eigentlich gerade das ganze Konzert in dieser Leistung, der man sicherlich das Prädikat ausgezeichnet beilegen durfte.“ („Musikalisches Wochenblatt“ vom 15. November 1906, S. 833) Auch in den folgenden Jahren blieb das Ehepaar im öffentlichen Konzertleben präsent: Hans Hermanns und Marie Hartzer-Stibbe traten am 8. Mai 1907 im Berliner Beethovensaal auf, spielten im Februar 1908 in Barmen-Elberfeld und gaben am 31. März 1908 ein weiteres eigenes Konzert im Leipziger Kaufhaussaal. Das Duo spielte dabei sowohl klassische als auch zeitgenössische Werke, darunter Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Klaviere (bzw. zwei Cembali) C-Dur (BWV 1061a), Johannes Brahms’ Variationen über ein Thema von Georg Friedrich Händel B-Dur (op. 24), Eduard Schütts Paraphrase über Frédéric Chopins Walzer cis-Moll, Emil Kronkes Symphonische Variationen über ein nordisches Thema (op. 14) und Robert Schumanns Andante und Variationen B-Dur (op. 46) (vgl. Links, Concert Programmes Database; „Musikalisches Wochenblatt“ vom 12. März 1908, S. 268; vom 9. April 1908, S. 359f.). Bereits 1908 schrieb Walter Niemann über die Interpretation des Duos von Edvard Griegs „Altnorwegischer Romanze mit Variationen“ für zwei Klaviere (op. 51), die Grieg später für großes Orchester bearbeitete: „Tief bedauerlich, daß seine [Edvard Griegs] originale Satzart für zwei Klaviere nur eine geringe Verbreitung dieses, zwei sattelfeste Virtuosen erfordernden Werkes zuließ – das treffliche Ehepaar Hermanns-Stibbe muß hier als besonders tatkräftiger Pionier mit Ehren genannt werden.“ (Schjelderup/Niemann 1908, S. 122)


    Parallel zu seiner Konzerttätigkeit bespielte das Ehepaar in dieser Zeit mehrere Rollen für Reproduktionsklaviere mit seinem vierhändigen Repertoire. Die Welte-Mignon-Kataloge verzeichnen Aufnahmen von Ludwig van Beethovens Sechs Variationen über „Ich denke dein“ (WoO 74), Franz Schubert Fantasie f-Moll (op. 103, D 940), Antonín Dvořáks „Walpurgisnacht“ (op. 68 Nr. 3), Johannes Brahms’ Variationen über ein Thema von Robert Schumann Es-Dur (op. 23) sowie Christian Sindings „Episodes Chevaleresques“ (op. 35b Nr. 1 und 2) (vgl. Petrak 1998).


    Mit der Scheidung des Ehepaares 1909 endeten auch die gemeinsamen Auftritte. Rückblickend und zusammenfassend urteilte Walter Niemann 1921 in seinem Buch „Meister des Klaviers“ über das Klavierduo: „Der Name Hermanns-Stibbe hat sich im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts den besten Zweiklavierigen eingereiht“ (Niemann 1921, S. 264).


    Am 6. April 1911 heiratete Marie Hartzer-Stibbe in Hamburg den Violinpädagogen Richard Hartzer (geb. 1873 in Bukarest), nahm den Namen Marie Hartzer-Stibbe an und ließ sich mit ihrem Mann in Berlin nieder. Ihr weiterer Lebensweg ist nur bruchstückhaft zu rekonstruieren. So lassen sich z. B. bislang keinerlei weitere Konzerte belegen, obwohl Marie Hartzer-Stibbe in zeitgenössischen Lexika und Musikerkalendern weiterhin als Pianistin eingetragen ist. Im Jahr 1926 lebte sie in der Wilhelmstr. 44 in Berlin-Lichterfelde, und 1929 zog sie gemeinsam mit ihrem Mann nach Berlin-Zehlendorf in die Elsestr. 3. Im Deutschen Musiker-Lexikon von 1929, einem Vorläufer von Kürschners Musikerkalender, ist sie als Pianistin und Komponistin in Berlin eingetragen und in den Berliner Adressbüchern bleibt sie bis einschließlich 1931 verzeichnet; ab 1932 ist dort nur noch ihr Mann eingetragen (vgl. Artikel Müller 1929 sowie Berliner Adressbücher 1929-1932).


    Neben ihrer pianistischen Ausbildung hatte Marie Hartzer-Stibbe, wie erwähnt, auch Komposition bei Friedrich Gernsheim und Georg Schumann studiert und trat noch vor 1910 mit mehreren Werken an die Öffentlichkeit. In Berlin und ’s Gravenhage (heute Ortsteil von Den Haag) erschienen ein „Wiegelied“ sowie 16 Einzellieder, nach Texten u. a. von Josef Eichendorff, Theodor Storm, Margarete Windthorst und nach eigenen Gedichten. Während ihrer Berliner Zeit komponierte Marie Hartzer-Stibbe u. a. den „Melodienreigen“ für Klavier zu zwei Händen (op. 25), Kinderlieder (op. 26) und ein Trio cis-Moll für Klavier, Violine und Violoncello (op. 30). Vor 1920 entstand das Klavierkonzert D-Dur, das die Pianistin und Komponistin Ilse Fromm-Michaels 1920 in ihr Repertoire aufnahm (vgl. Werbeblatt in: Friedel 1995, M 23 und S. 391) und das offiziell 1922 in Haarlem uraufgeführt wurde (vgl. Müller 1929). Das Klavierkonzert blieb vermutlich Manuskript und gilt bislang als verschollen, andere ihrer Kompositionen erschienen in den Musikverlagen Benjamin in Hamburg und Stahl in Berlin. Eine Sichtung und stilistische Einordnung ihrer Kompositionen steht bislang aus.


    Marie Hartzer-Stibbe verließ Anfang der 1930er Jahre Deutschland – möglicherweise aufgrund ihrer jüdischen Herkunft und einer entsprechenden Vorahnung der NS-Zeit – und emigrierte schließlich in die USA. Über ihren weiteren Lebensweg und ihre dortigen Tätigkeiten ist bislang nichts bekannt. Ihr Mann Richard Hartzer starb 1939 in Amsterdam (vgl. Links, rootsweb), Marie Hartzer-Stibbe starb 1961 in den USA (vgl. Links, rootsweb).

    Würdigung

    Die Tätigkeiten Marie Hartzer-Stibbes können erst nach weiteren Forschungen angemessen gewürdigt werden.

    Rezeption

    Marie Hartzer-Stibbes Tätigkeiten werden derzeit (Februar 2009) nicht rezipiert (zur zeitgenössischen Rezeption vgl. Biografie).

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Die Kompositionen von Marie Hartzer-Stibbe sind größtenteils verschollen (darunter auch das Klavierkonzert D-Dur) oder nur schwer zugänglich. In internationalen digitalen Bibliothekskatalogen ist bislang lediglich ein Exemplar ihres Klaviertrios c-Moll verzeichnet, das sich in der Staats- und Universtitätsbibliothek Hamburg befindet. Das „Wiegelied“ sowie ihre 16 Lieder werden z. Zt. von einem Musikantiquariat in Kranenburg angeboten (vgl. „Links“). Das vorläufige Werkverzeichnis wurde nach diesen Angaben sowie nach den Angaben im Deutschen Musiker-Lexikon von Erich H. Müller aus dem Jahr 1929 erstellt.



    Hermanns-Stibbe, Marie. Wiegelied. ’s Gravenhage: van Eck, o. J.


    Hermanns-Stibbe, Marie. 16 Lieder: 1. Alte Weise (M. Hartzer-Stibbe) – 2. Im Zimmer (J. Schlaf) – 3. Hoch über stillen Höhen (J. Eichendorff) – 4. Juli (Th. Storm) – 5. Schliesse mir die Augen beide (Th. Storm) – 6. Betrachtung (M. Windthorst) – 7. Weisse Mondnacht wiegt mich wieder (H. H. Busse) – 8. Mein Sinn ist trübe (H. H. Busse) – 9. Meine Mutter (E. von Bodman) – 10. Der Fiedler (R. Schaukal) – 11. Leben (L. Greiner) – 12. Herbstweh (J. Eichendorff) – 13. Schelmenlied (A. Ritter) – 14. Glück (R. Leander) – 15. Wiegenlied (A. Hermann) – 16. Entsagung (Bierbaum). Berlin: Stahl, o. J.


    Hartzer-Stibbe, Marie. Im weißen Mondlicht. Lied. Berlin: Stahl, o. J.


    Hartzer-Stibbe, Marie. Mein deutsches Volkslied, Hamburg: Benjamin, o. J.


    Hartzer-Stibbe, Marie. Melodienreigen für Klavier zu zwei Händen, op. 25. Hamburg: Benjamin, o. J.


    Hartzer-Stibbe, Marie. Kinderlieder op. 26


    Hartzer-Stibbe, Marie. Trio cis-Moll für Klavier, Violine und Violoncello, op. 30. Berlin: Stahl, o. J.


    Hartzer-Stibbe, Marie. Klavierkonzert D-Dur (UA 1922, Haarlem; vermutlich Manuskript)


    Weitere Kompositionen ohne nähere Angaben: Chaconne für Klavier, Psalm 130 für Gesang und Orgel, Terzette und Chöre (nach Müller 1929).



    Rollografie

    (Bespielungen gemeinsam mit Hans Hermanns)


    Beethoven, Ludwig van. Sechs Variationen über „Ich denke dein“ für Klavier vierhändig, WoO 74

    Brahms, Johannes. Variationen über ein Thema von Schumann Es-Dur, op. 23

    Dvořák, Antonín. Walpurgisnacht op. 68 Nr. 3

    Schubert, Franz. Fantasie f-Moll, op. 103, D 940

    Sinding, Christian. Episodes Chevaleresques op. 35b Nr. 1 und 2

    Repertoire

    Eine Repertoireliste von Marie Hartzer-Stibbe kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden. Zu den von ihr gespielten Werken gehören u. a.:


    Bach, Johann Sebastian. Konzert für zwei Klaviere (bzw. Cembali) C-Dur (BWV 1061a)

    Beethoven, Ludwig van. Sechs Variationen über „Ich denke dein“ für Klavier vierhändig, WoO 74

    Brahms, Johannes. Sonate für zwei Klaviere f-Moll, op. 34b

    Brahms, Johannes. Variationen über ein Thema von Joseph Haydn. Fassung für zwei Klaviere, op. 56b

    Brahms, Johannes. Variationen über ein Thema von Robert Schumann Es-Dur, op. 23

    Brahms, Johannes. Variationen und Fuge über ein Thema von Georg Friedrich Händel B-Dur, op. 24

    Dvořák, Antonín. Walpurgisnacht op. 68 Nr. 3

    Grieg, Edvard. Altnorwegische Romanze mit Variationen für zwei Klaviere, op. 51

    Kronke, Emil. Symphonische Variationen über ein nordisches Thema für zwei Klaviere, op. 14

    Liszt, Franz. Konzert für Klavier und Orchester Es-Dur

    Schubert, Franz. Fantasie f-Moll, op. 103, D 940

    Schütt, Eduard. Impromptu-Rococo für zwei Klaviere, op. 58 Nr. 2

    Schütt, Eduard. Paraphrase über den Walzer cis-Moll von Frédéric Chopin

    Schumann, Robert. Andante und Variationen B-Dur für zwei Klaviere op. 46.

    Sinding, Christian. Episodes Chevaleresques op. 35b Nr. 1 und 2

    Sinding, Christian. Andante (keine Präzisierung möglich)

    Sinding, Christian. Variationen es-Moll für zwei Klaviere, op. 2

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Hartzer-Stibbe, Marie“. In: Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon für Musiker und Freunde der Tonkunst. Paul Frank, Wilhelm Altmann (Hg.). 12. Aufl. Leipzig: Merseburger, 1926 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Hartzer-Stibbe, Marie“. In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). Dresden: Limpert 1929 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Berliner Adressbücher 1799-1943. Online-Ausgabe der Zentral- und Landesbibliothek Berlin: http://adressbuch.zlb.de/ (Stand: 13. Februar 2009)


    Friedel, Claudia. Komponierende Frauen im Dritten Reich. Versuch einer Rekonstruktion von Lebensrealität und herrschendem Frauenbild. Münster, Hamburg: LIT-Verlag, 1995.


    Jahresberichte des Dr. Hoch’schen Conservatoriums für alle Zweige der Tonkunst zu Frankfurt a. M. Frankfurt a. M.: C. Adelmann. 24. Jg. (1902), 26. Jg. (1904).


    Niemann, Walter. Meister des Klaviers. Die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit. 9. bis 14. völlig umgearbeitete Auflage. Berlin: Schuster & Loeffler, 1921.


    Petrak, Albert M. (Hg.). The Reproducing Piano Roll. Welte Piano Roll Catalog. Also Contains Welte-Mignon Piano Roll Listings. MacMike, 1998.


    Schjelderup, Gerhard/Niemann, Walter: Edvard Grieg. Biographie und Würdigung seiner Werke. Leipzig: C. F. Peters, 1908.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Musikalisches Wochenblatt vom 16. November 1905, S. 824 und 827.

    Musikalisches Wochenblatt vom 15. November 1906, S. 833.

    Musikalisches Wochenblatt vom 12. März 1908, S. 268.

    Musikalisches Wochenblatt vom 9. April 1908, S. 359f.



    Links


    http://freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/~levenston/WC03/WC03_293.HTM (Stand: 16. Januar 2009)

    oder:

    http://freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/~herediasittig/pp/I1989.html (Stand: 16. Januar 2009)

    Das genealogische Website „rootsweb“ enthält eine Übersicht über die Familienverhältnisse von Marie Hartzer-Stibbe (Maria Joanna Stibbe), einschließlich der Eltern, Geschwister, Ehepartner, Heiratsdaten und Kinder.


    http://www.concertprogrammes.org.uk (Stand: 16. Januar 2009)

    In der britischen Concert Programmes Database sind zwei Berliner Konzertprogramme von Marie Hartzer-Stibbe (Marie Stibbe) und Hans Hermanns aus den Jahren 1905 und 1907 verzeichnet.


    http://www3.ub.uni-freiburg.de/index.php?id=2738 (Stand: 16. Januar 2009)

    In der Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. sind zwei der von Marie Hartzer-Stibbe und Hans Hermanns bespielten Rollen für Reproduktionsklaviere erhalten.


    http://www.antiqbook.de/boox/kui/books4000.shtml (Stand: 17. Januar 2009)

    Das Musikantiquariat Paul van Kuik in Kranenburg bietet z. Zt. (Januar 2009) mehrere Drucke von Kompositionen Marie Hartzer-Stibbes (Marie Hermanns-Stibbe) an.

    Forschung

    Zwei der Bespielungen Marie Hartzer-Stibbes und Hans Hermanns‘ von Rollen für Reproduktionsklaviere sind in der Universitätsbibliothek in Freiburg i. Br. erhalten. Es handelt sich dabei um eine Rolle für das Hupfeld-Phonola-Piano mit Ludwig van Beethovens Sechs Variationen über „Ich denke dein“ (WoO 74) sowie eine Welte-Mignon-Rolle mit Franz Schuberts Fantasie f-Moll, op. 103 (vgl. Links).

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Marie Hartzer-Stibbe umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Hierzu zählen besonders Forschungen zu ihrer Konzerttätigkeit nach 1908, zur stilistischen Einordung ihrer Kompositionen, zu den Hintergründen ihrer Emigration 1932 sowie zu ihren Tätigkeiten in den USA. Die Komposition der „Kinderlieder“ (op. 26) lässt zudem eine pädagogische Tätigkeit vermuten, für die es bislang jedoch keine Belege gibt.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 291289713

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 23. November 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 02.12.2009
    Zuletzt bearbeitet am 23.11.2017


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Marie Hartzer-Stibbe“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 23.11.2017
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Marie_Hartzer-Stibbe