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  • Marie Clauss

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Marie Clauss
    Lebensdaten:
    geb. um in Besançon,
    gest. unbekannt

    Die genauen Geburtsdaten von Marie Clauss sowie ihre Sterbedaten sind nicht bekannt. Geboren wurde sie ungefähr 1842, ein öffentlicher Auftritt von Marie Clauss ist letztmalig 1863 belegt.
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Sängerin, Pianistin
    Charakterisierender Satz:

    „Jeudi, 24, une foule nombreuse et élégante se pressait dans les salons de MM Pleyel et Wolff et venait applaudir le talent, très-réel déjà, de toutes jeunes musiciennes, les quatre soeurs Clauss. [...] L’aînée, Mlle Marie Clauss, pianiste habile, chante aussi avec goût et possède une voix qui va à l’âme. Elle a produit beaucoup d’effet dans le grand air de l’Orphée de Glück. [...] Le public, ému et ravi d’un bout à l’autre du concert, a prodigué à ces jeunes virtuoses des applaudissements qui ont dû leur paraître bien doux.“


    „Donnerstag, den 24., strömte eine zahlreiche und elegante Menschenmenge in die Salons der Herren Pleyel und Wolff und kam, um dem inzwischen sehr realen Talent der sehr jungen Musikerinnen, den vier Schwestern Clauss, zu applaudieren. [...] Die Älteste, Mlle Marie Clauss, eine fähige Pianistin, singt mit gutem Stil und besitzt eine Stimme, die die Seele berührt. Sie hat das Publikum in der großen Arie des Orphée von Gluck sehr beeindruckt. [...] Das Publikum, von Anfang bis Ende des Konzertes bewegt und begeistert, bedachte die jungen Virtuosinnen mit einem Beifall, der ihnen sehr süß erscheinen musste.“


    („La Presse Littéraire“ vom 5. Februar 1861, S. 45)


    Profil

    Die Geigerin, Pianistin und Sängerin Marie Clauss wurde vermutlich ab Ende der 1850er Jahre gemeinsam mit ihren Geschwistern Jenny, Fanny und Cécile Clauss am Pariser Conservatoire de Musique ausgebildet. Als Jugendlichetrat sie ab 1857 gemeinsam mit ihren Geschwistern zunächst als Geigerin im Streichquartett in verschiedenen Salons und in öffentlichen Konzerten auf und begeisterte damit u. a. das Pariser Publikum. Anfang der 1860er Jahre konzertierte Marie Clauss im Geschwisterverbund auch als Pianistin und Sängerin; teils übernahm sie in Solostücken die Klavierbegleitung, teils formierten sich die vier Schwestern zum Klavierquartett. Obwohl das Ensemble zunächst vor allem als Kuriosität bekannt wurde, konnten sich die Musikerinnen nach und nach als ernsthafte Interpretinnen etablieren und dienten nachfolgenden Damen-Ensembles des 19. Jahrhunderts als Vorbild. Im Laufe des Jahres 1863 zog sich Marie Clauss aus dem öffentlichen Musikleben zurück; ihr weiterer Lebensweg ist unbekannt.

    Orte und Länder

    Marie Clauss wurde vermutlich in Besançon geboren. Ab Ende der 1850er Jahre bis mindestens 1863 lebte sie gemeinsam mit ihren Geschwistern in Paris. Vermutlich studierte sie dort am Conservatoire de Musique; ihr weiterer Lebensweg ist unbekannt.

    Biografie

    Marie Clauss wurde ca. 1842 in Besançon als Tochter eines Orchesterdirigenten Clauss (Vorname konnte nicht ermittelt werden) und seiner Frau geboren; die Familie stammte aus Belgien. Vermutlich erhielt sie gemeinsam mit ihren drei Schwestern Jenny, Fanny und Cécile ihre erste musikalische Ausbildung in häuslichem Rahmen. Ab dem Alter von ca. 14 Jahren trat Marie Clauss gemeinsam mit ihren Geschwistern öffentlich auf und konzertierte mit ihnen bis mindestens 1861 als Geigerin im Streichquartett, teils auch als Pianistin im Klavierquartett. Eine Altersreihenfolge der vier Geschwister lässt sich allerdings nur schwer festlegen; die Presserezensionen sind bis zum letzten gemeinsamen Auftritt widersprüchlich, und die Schwestern wechselten sich möglicherweise zudem in frühen Jahren an den Instrumenten ab. Vergleichsweise glaubwürdig wirkt eine Darstellung der „Presse littéraire“ von 1861. Demnach war Marie die älteste der Geschwister (geb. ca. 1842), gefolgt von Jenny (geb. 1844), Fanny (geb. 1846) und Cécile (geb. ca. 1848) (vgl. „La Presse Littéraire“ vom 5. Februar 1861, S. 45). Vermutlich studierte Marie Clauss – ebenso wie ihre Schwestern – ab ca. 1860 Violine bei Charles Dancla am Pariser Conservatoire de Musique.


    Ab Ende der 1850er Jahre lassen sich mehrere Auftritte von Marie Clauss als Geigerin belegen. So spielte sie z. B. im Sommer 1857 gemeinsam mit ihren Geschwistern in Genf. Die „Neue Zeitschrift für Musik“ berichtete zwar von dem Konzert, zeigte sich jedoch wenig begeistert: „Die vier Mädchen, im Alter von 8 bis 14 Jahren, spielen Quartette von Haydn und auch Quintette, bei denen dann der Herr Papa den ‚Wunderkindern’ zuhilfe kommt. Auf uns, die wir ein abgesagter Feind alles Wunderkindthums sind, hat es einen peinlichen Eindruck gemacht, die vier Mädchen haspeln und raspeln zu sehen und zu hören, und die Curiosität ist am Ende das Einzige, was wir erwähnen könnten [...].“ („Neue Zeitschrift für Musik, 1857, Bd. 2, S. 21; vgl. auch Hoffmann 2010). Ende des Jahres 1857 zog die Familie nach Paris. Dort wurden die Geschwister zunächst in den Salons als kuriose Attraktion gehandelt, als solche jedoch auch begeistert aufgenommen. Die Zeitschrift „Le Ménestrel“ berichtete im Januar 1858 von einer privaten Soirée, in der Fanny Clauss mit ihren Geschwistern und ihrem Vater aufgetreten war: „Nous avons assisté, cette semaine, à une soirée musicale qui offrait un double intérêt. Une gracieuse maîtresse de maison, Mme Du F***, avait réuni, rue de la Madeleine, une nombreuse société dans ses brillants salons, et là nous avons applaudi à l’exécution de plusieurs quatuors interprétés par quatre jeunes sœurs, sous la direction de leur père: M. Clauss nous a amené à Paris, il y a trois mois, cet orchestre en miniature: le premier violon a treize ans, les deuxièmes comptent onze et huit ans, et le violoncelle ne dépasse pas la première cheville de son instrument. Tout cela gazouille à ravir, et nous savons que plusieurs salons se préparent à imiter Madame Du F*** Au point de vue de l’art, c’est déjà satisfaisant; comme chose curieuse, c’est tout simplement miraculeux.“ („Wir haben diese Woche einer musikalischen Soirée beigewohnt, die doppelte Neugier weckte. Eine charmante Hausdame, Mme Du F*** hatte bei sich in der rue de la Madeleine eine zahlreiche Gesellschaft in ihren brillanten Salons versammelt, und dort haben wir mehreren Quartetten Beifall gezollt, die von vier jungen Schwestern unter Leitung ihres Vaters interpretiert wurden. M. Clauss hat uns vor drei Monaten dieses Miniaturorchester nach Paris gebracht: die erste Geige ist dreizehn Jahre alt, die beiden zweiten sind elf und acht Jahre alt, und das Violoncello überragt kaum den ersten Wirbel ihres Instruments. Das alles zwitschert hinreißend, und wir wissen, dass sich mehrere Salons darauf vorbereiten, es Madame Du F*** nachzumachen. Vom Künstlerischen aus betrachtet ist es schon ganz zufriedenstellend, als Kuriosität ist es bezaubernd.“ („Le Ménestrel“ vom 31. Januar 1858, S. 4) Im November 1860 wirkte das Ensemble bei einem Abend der Pianistin Castel (Vorname konnte nicht ermittelt werden), einer Schülerin Friedrich Kalkbrenners, im Saal des Théâtre-Molière mit und trat dabei u.a. mit Charles Gounods „Méditation sur le prélude de Bach“ auf, wie „Le Ménestrel“ berichtete: „Mlle Castel, élève de Kalkbrenner, a donné mercredi dernier une soirée musicale et dramatique dans la salle du Théâtre-Molière. De nombreux applaudissements ont été décernés à la jeune bénéficiaire, ainsi qu’à l’interéssante famille Clauss, composée de quatre jeunes filles qui ont exécuté avec beaucoup d’ensemble la méditation de Gounod sur le prélude de Bach.“ („Mlle Castel, eine Schülerin von Kalkbrenner, hat letzten Mittwoch eine musikalische und dramatische Soirée im Saal des Théâtre-Molière gegeben. Großer Beifall wurde der jungen Benfikantin gespendet ebenso wie der interessanten Familie Clauss, die aus vier jungen Mädchen besteht, die mit einem sehr guten Zusammenspiel Gounods Méditation über ein Prélude von Bach ausführten.“; „Le Ménestrel“ vom 25. November 1860, S. 415)


    Trotz dieses eher problematischen Beginns der künstlerischen Laufbahn gelang den Geschwistern zunächst der Übergang zu einem Kammermusikensemble, das sich im Musikleben etablieren konnte, und mindestens zweien unter ihnen, Fanny und Jenny Clauss, auch der Übergang zu einer erfolgreichen Karriere als Solistin. Am 24. Januar 1861 gaben die Geschwister erstmals ein eigenes Konzert in den Pariser Salons Pleyel-Wolff. Fanny Clauss spielte dabei u. a. Stücke von Jacques Pierre Joseph Rode und Felix Mendelssohn Bartholdy sowie gemeinsam mit Jenny Clauss mehrere „Symphonies concertantes“ für zwei Violinen von Charles Dancla, ihrem Lehrer, und Delphin Alard. Die „Revue et Gazette musicale de Paris“ rezensierte: „Les quatre soeurs Clauss ont déjà du talent; et, la semaine dernière, dans les salons Pleyel-Wolff, on a vivement applaudi ce très-gracieux quatuor. Mlles Jenny et Fanny on exécuté des morceaux de Rode, de Mendelssohn et plusieurs belles symphonies concertantes pour deux violons, d’Alard et de Charles Dancla, avec une justesse, un aplomb et un sentiment musical qui, malgré quelques inégalités, font espérer qu’elles retrouveront peut-être un jour les succès de Teresa et de Maria Milanollo. Mlle Cécile, violoncelliste, et Mlle Marie, qui chante et qui joue du piano avec beaucoup de goût et d’expression, ont été chacune à leur tour très-sympathiquement accueillies.“ („Die vier Schwestern Clauss haben bereits jetzt schon Talent; in den Salons Pleyel-Wolff hat man in der letzten Woche diesem sehr anmutigen Quartett lebhaft applaudiert. Mlles. Jenny und Fanny haben Stücke von Rode und Mendelssohn sowie mehrere hübsche konzertante Symphonien für zwei Violinen von Alard und Charles Dancla gespielt, mit einer Genauigkeit, einer Ausgewogenheit und einem musikalischen Gefühl, dass man trotz mancher Unregelmäßigkeiten hoffen kann, dass sie eines Tages den Erfolg von Teresa und Maria Milanollo erreichen. Mlle Cécile, Violoncellistin, und Mlle. Marie, die mit viel Geschmack und großem Ausdruck singt und Klavier spielt, wurden beide jeweils sehr herzlich willkommen geheißen.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 3. Februar 1861, S. 34) Explizit thematisierte der Rezensent im weiteren den genannten Übergang: „Cette soirée, où tant de jeunesse disposait à la bienveillance, eût pu satisfaire les dilettanti exigeants; il y avait là, en effet, plus que d’heureuses dispositions: il y avait des résultats très-satisfaisants. Dirigées par des maîtres experts dans l’art de deviner les aptitudes et de développer les intelligences, ces jeunes filles justifieront, sans aucun doute, les espérances qu’elles on fait naître.“ („Dieser Abend, an dem so viel Jugend sich dem Wohlwollen auslieferte, hätte die überdrehten Dilletanti befriedigen können; es gab dort tatsächlich mehr als eine gute Veranlagung zu sehen, es gab überaus zufriedenstellende Ergebnisse. Angeleitet von Lehrern, die in der Lage sind, die Stärken herauszufinden und die Intelligenz zu fördern, werden diese jungen Mädchen ohne Zweifel die Hoffnungen erfüllen, die sie geweckt haben.“; „Revue et Gazette musicale de Paris“ vom 3. Februar 1861, S. 34) Auch „La Presse Littéraire“ schrieb über das „inzwischen sehr reale Talent“ der „jungen Musikerinnen“ und zeigte sich begeistert von dem Konzert: „Jeudi, 24, une foule nombreuse et élégante se pressait dans les salons de MM Pleyel et Wolff et venait applaudir le talent, très-réel déjà, de toutes jeunes musiciennes, les quatre soeurs Clauss. Ces charmantes et très-intéressantes jeunes artistes, dont l’aînée pent avoir dix-sept ans et la plus jeune douze, se jouent des difficultés les plus ardues et exécutent avec un brio et un sentiment qui font honneur à leur père, l’un de nos meilleurs professeurs, les morceaux les plus brillants et les plus compliqués. L’aînée, Mlle Marie Clauss, pianiste habile, chante aussi avec goût et possède une voix qui va à l’âme. Elle a produit beaucoup d’effet dans le grand air de l’Orphée de Glück. Le violon est l’instrument de deux d’entre elles, qui promettent de se montrer les dignes émules des Milanollo et des Ferni. La quatrième joue du violoncelle avec une perfection, une assurance qui ont lieu de surprendre chez une enfant aussi jeune. Le public, ému et ravi d’un bout à l’autre du concert, a prodigué à ces jeunes virtuoses des applaudissements qui ont dû leur paraître bien doux.“ („Donnerstag, den 24., drückte sich eine zahlreiche und elegante Masse in die Salons der Herren Pleyel und Wolff und kam, um dem inzwischen sehr realen Talent der sehr jungen Musikerinnen, den vier Schwestern Clauss, zu applaudieren. Die charmanten und sehr interessanten jungen Künsterlerinnen, von denen die Älteste ungefähr siebzehn und die jüngste zwölf Jahre alt ist, überwinden die größten Schwierigkeiten und spielen mit einem Feuer und einer Sensibilität, die ihrem Vater, einer unserer besten Lehrer, alle Ehre machen, die virtuosesten und kompliziertesten Stücke. Die Älteste, Mlle Marie Clauss, eine fähige Pianistin, singt mit gutem Stil und besitzt eine Stimme, die die Seele berührt. Sie hat das Publikum in der großen Arie des Orphée von Gluck sehr beeindruckt. Die Geige ist das Instrument der beiden mittleren unter ihnen, die sich als würdige Nacheiferer der Milanollo- und Ferni-Schwestern zeigten. Die vierte spielt Violoncello mit einer Perfektion und Sicherheit, die bei einem so kleinen Kind überraschen. Das Publikum, von Anfang bis Ende des Konzertes bewegt und begeistert, bedachte die jungen Virtuosinnen mit einem Beifall, der große Zuneigung zum Ausdruck brachte.“; „La Presse Littéraire“ vom 5. Februar 1861, S. 45) Nach diesem Konzert reisten Marie, Fanny, Jenny und Cécile Clauss mit ihrem Vater weiter nach Genf, wo sie drei Kammermusikkonzerte gaben (vgl. „La Revue et Gazette Musicale de Paris“ vom 13. Februar 1861, S. 14).


    Im Laufe des Jahres 1861 kam es zu einem Familiendrama, das anhand der derzeit vorhandenen Quellen nicht genau rekonstruiert werden kann. Dabei kamen die Violoncellistin Cécile Clauss sowie vermutlich auch der Vater ums Leben. In „Le Ménestrel“ hieß es Mitte Januar 1862, die Familie sei Opfer eines „drame intime“, eines Familiendramas, geworden („Le Ménestrel“ vom 19. Januar 1862, S. 63; vgl. hierzu auch „Revue et Gazette musicale“ vom 3. August 1862, S. 251 sowie den Artikel Cécile Clauss). Aus diesem Anlass fand am 22. Januar 1862 ein Benefizkonzert für die Familie in den Salons Pleyel statt, an dem u. a. der Pianist Théodore Ritter, der Geiger Charles Dancla, der Violoncellist Sebastian Lée sowie mehrere Sängerinnen und Sänger mitwirkten. Charles Dancla, als Lehrer der Schwestern, schrieb hierfür eigens eine „Symphonie concertante“ (vgl. ebd.; s. a. „Revue et Gazette musicale de Paris“ 19. Januar 1862, S. 22).


    Bis Anfang des Jahres 1863 traten die Schwestern noch zu dritt auf. Im Juli 1862 sangen und spielten z. B. Marie, Jenny und Fanny Clauss im Kasino von Enghien-les-Bains nahe Paris. In der Ankündigung wurde Marie Clauss ebenfalls als Schülerin von Charles Dancla bezeichnet: „Ce soir, jeudi, à huit heures et demie, les trois soeurs Clauss, Fanny, Marie et Jenny, jolies toutes les trois et toutes les trois élèves de M. Dancla, donnent un concert dans les salons de l’établishment thermal d’Enghien. On dit le plus grand bien du talent de ces jeunes artistes, et quoi-que nous aimions peu la locomotion, nous serons au Casino pour applaudir la voix de Marie Clauss et l’archet de ses deux soeurs...“ („Heute Abend, Donnerstag, um acht Uhr dreißig, geben die drei Schwestern Clauss, Fanny Marie und Jenny, alle drei hübsch und alle drei Schülerinnen von M. Dancla, ein Konzert in den Salons der Badeanstalt in Enghien. Man spricht in höchsten Tönen vom Talent der jungen Künstlerinnen, und auch wenn wir die Reise dorthin nicht sehr mögen, werden wir im Casino sein, um der Stimme von Marie Clauss und dem Bogen ihrer beiden Schwestern zu applaudieren.“; „Le Figaro“ vom 24. Juli 1862, S. 6) Im Januar 1863 gaben die drei Schwestern nochmals ein eigenes Konzert in den Pariser Salons Pleyel-Wolff, an dem neben Marie, Fanny und Jenny Clauss auch die Pianistin Marie Sabatier-Blot, ein Sänger namens M. Marc und der Violoncellist Sebastian Lee teilnahmen. Dabei begleitete Marie Clauss ihre beiden Schwestern Fanny und Jenny Clauss am Klavier, u. a. in Kompositionen von Delphin Alard und Charles Dancla: „Vendredi 16 janvier, à huit heures du soir, Mlles Clauss donneront dans les salons de MM. Pleyel et Wolff, rue Rochechouart, 22, un concert dont voici le programme: Sonate en la pour piano et violon (Haydn), exécutée par Mlles Sabatier Blot et Jenny Clauss, fantaisie sur la Muette (Alard) exécutée par Mlle Fanny Clauss; air de Gulistan (Dalayrac), chanté par M. Marc; symphonie pour deux violons et violoncelle (Dancla), exécutée par Mlles Clauss et M. Lee; variations sur un air italien (Weber), exécutées par Mlle Sabatier Blot, fantaisie sur la Sonnambule (Dancla), exécutée par Mlle Jenny Clauss, Miserere du Trouvère (Verdi), chanté par M. Marc; première symphonie pour deux violons (Alard), exécutée par Mlles Jenny et Fanny Clauss. Le piano sera tenu par Mlle Marie Clauss.“ („Am Freitag, dem 16. Januar, um acht Uhr abends, geben die Mlles Clauss in den Salons der Herren Pleyel und Wolff, Rue Rochechouart 22, ein Konzert, das folgendes Programm umfasst: Sonate für Klavier und Violine (Haydn), ausgeführt von den Mlles Sabatier Blot und Jenny Clauss, Fantaisie sur la Muette (Alard) ausgeführt von Mlle Fanny Clauss; Air aus Gulistan (Dalayrac), gesungen von M. Marc; Symphonie für zwei Violinen Violoncello (Dancla), ausgeführt von Mlles Clauss und M. Lee; Variations sur un air italien (Weber), ausgeführt von Mlle Sabatier Blot, Fantaisie sur la Sonnambule (Dancla), ausgeführt von Mlle Jenny Clauss; Miserere aus Il Trovatore (Verdi), gesungen von M. Marc; erste Symphonie für zwei Violinen (Alard), ausgeführt von Mlles Jenny und Fanny Clauss. Die Klavierbegleitungen übernimmt Mlle Marie Clauss.“; „Journal des débats“ vom 15. Januar 1863, S. 2) Nach diesem Konzert sind derzeit keine weiteren Auftritte von Marie Clauss zu belegen; vermutlich zog sie sich im Laufe des Jahres 1863 aus dem öffentlichen Musikleben zurück.


    Der weitere Lebensweg von Marie Clauss ist unbekannt.

    Würdigung

    Eine Würdigung der Tätigkeiten von Marie Clauss ist erst nach weiteren Forschungen möglich.

    Rezeption

    Die Tätigkeiten von Marie Clauss werden derzeit nicht rezipiert.

    Repertoire

    Über das konkrete Repertoire von Marie Clauss ist aufgrund fehlender Forschungen nahezu nichts bekannt; Als Sängerin ist ihr Auftritt mit einer großen Arie aus Christoph Willibald Glucks „Orphée“ belegt, als Pianistin übernahm sie u. a. den Klavierpart in den „Fantaisie de Concert“ über bekannte Opernmelodien, die Jenny und Fanny Clauss auf der Violine spielten und als Geigerin war sie u. a. an einer Aufführung von Charles Gounods „Méditation sur le prélude de Bach“ beteiligt.

    Quellen

    Literatur:


    Hoffmann, Freia. Artikel „Prins-Clauss, Fanny“. In: Lexikon Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Online-Lexikon, hg. von Freia Hoffmann: http://www.sophie-drinker-institut.de (Stand: 3. November 2010)


    Zeitungsartikel und Konzertkritiken:


    Journal des débats vom 15. Januar 1863, S. 2.


    La Presse Littéraire vom 5. Februar 1861, S. 45.


    Le Figaro vom 24. Juli 1862, S. 6.


    Le Ménestrel vom 31. Januar 1858, S. 4.

    Le Ménestrel vom 25. November 1860, S. 415.

    Le Ménestrel vom 19. Januar 1862, S. 63.


    Neue Zeitschrift für Musik, 1857, Bd. 2, S. 21


    Revue et Gazette musicale de Paris vom 3. Februar 1861, S. 34.

    Revue et Gazette Musicale de Paris vom 13. Februar 1861, S. 14.

    Revue et Gazette musicale de Paris 1862, S. 22.

    Revue et Gazette musicale vom 3. August 1862, S. 251.

    Forschung

    Zu Marie Clauss liegen keine weiteren Forschungsinformationen vor. Zu den Kontexten ihrer Auftritte vgl. auch die Artikel zu Jenny Clauss, Fanny Clauss und Cécile Clauss.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Marie Clauss umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 16.04.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Marie Clauss“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 16.4.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Marie_Clauss