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  • Marianne Martines

    von Melanie Unseld
    Die Komponistin und Cembalistin Marianne Martines
    Namen:
    Marianne Martines
    Varianten: Marianne Martinez, Marianne Anna Catharina Martines, Marianne Anna Catharina Martinez, Maria Martines, Maria Martinez, Maria Anna Catharina Martines, Maria Anna Catharina Martinez, Anna Martines, Anna Martinez, Anna Anna Catharina Martines, Anna Anna Catharina Martinez, Marianna Martines, Marianna Martinez, Marianna Anna Catharina Martines, Marianna Anna Catharina Martinez, (von) Martines, (von) Martinez, (von) Anna Catharina Martines, (von) Anna Catharina Martinez
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Cembalistin/Pianistin, Sängerin, Pädagogin, Übersetzerin
    Charakterisierender Satz:

    „Sie übertraf wirklich noch die Erwartung, die man mir von ihr beigebracht hatte. Sie sang zwo Arien von ihrer eignen Komposition über Worte von Metastasio, wozu sie sich selbst auf dem Flügel akkompagnierte, und zwar auf eine wohlverstandne, meisterhafte Manier; und aus der Art, wie sie die Ritornelle spielte, konnte ich urteilen, daß sie sehr fertige Finger hätte.“ (Charles Burney über Marianne Martines)


    Profil

    Marianne Martines war eine der wichtigsten Komponistinnen der Mozart-Zeit in Wien. Sie trat früh als komponierendes Wunderkind auf und ihre von Pietro Metastasio geförderte, profunde Ausbildung ermöglichte ihr eine vielfältige musikalisch-literarische Entfaltung. Sie trat als Sängerin, Komponistin, Pianistin und Übersetzerin hervor. Die hohe Qualität ihrer musikalischen Tätigkeiten spiegelt sich zum einen in zeitgenössischen Zeugnissen (u.a. Burney) wieder. Zum anderen wurden sowohl die von ihr veranstalteten Akademien als auch ihr Wirken als Musikpädagogin hoch geschätzt.

    Orte und Länder

    Marianne Martines wurde in Wien geboren und verließ, soweit bekannt, ihre Geburtsstadt zeitlebens nicht.

    Biografie

    Marianne Martines wurde am 4. Mai 1744 in Wien auf den Namen Anna Catharina getauft. Da ihr Vater, Nicolò Martines, Zeremonienmeister des apostolischen Nuntius in Wien war, bestanden enge Kontakte der Familie zum Wiener Hof. Pietro Metastasio, seit 1730 Hofpoet in Wien, war mit der Familie Martines eng befreundet und wohnte in deren Haus am Kohlmarkt. Er war es vermutlich auch, der das außergewöhnliche Talent der jungen Marianne Martines erkannte und etwa ab 1753 die Verantwortung für ihre Ausbildung übernahm. Zu den Lehrern der jungen Marianne Martines gehörten auf Veranlassung Metastasios Nicolò Porpora, Joseph Haydn (zeitweise ebenfalls Bewohner des Hauses Martines am Kohlmarkt), Johann Adolf Hasse und Giuseppe Bonno.

    Im Rahmen dieser breiten und fundierten musisch-literarischen Ausbildung zeigte sich früh ihr außerordentliches Talent. Ob die Aufführung ihrer dritten Messe 1761 in der Michaelerkirche ihr erster öffentliche Auftritt als Komponistin war, ist nicht gesichert, die 17-Jährige wurde anlässlich dieser Aufführung jedenfalls als komponierendes Wunderkind gefeiert. Sie komponierte weiterhin regelmäßig, 1767 wurden zwei ihrer Klaviersonaten bei Johann Ulrich Haffner (Nürnberg) gedruckt.

    Als erste Frau wurde sie 1773 in die Accademia Filarmonica di Bologna aufgenommen. Sie etablierte sich nun in Wien als Komponistin, Cembalovirtuosin und Sängerin, weiterhin gefördert durch Metastasio und den Wiener Hof. Sie veranstaltete häusliche Akademien, die von zahlreichen ansässigen und durchreisenden Musikern und Künstlern geschätzt und rege frequentiert wurden, so u. a. auch von Mozart.

    1782 wurde ihr Oratorium „Isacco, figura del redentore“ (Text: Metastasio) aufgeführt. Wenig später starb Metastasio. Dieser hinterließ Marianne Martines und ihren Geschwister sein Vermögen, so dass auch Marianne Martines versorgt war und nicht unter dem Druck stand, aus ökonomischen Gründen eine Ehe einzugehen (vgl. dazu auch Godt 1998, S. 144f.). In den Jahren zwischen 1780 und 1790 führte sie eine Singschule, die als Vorläuferinstitution des Wiener Konservatoriums gilt. Am 12. Dezember 1812 starb Marianne Martines in Wien.

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    Dem Umstand, dass der Hofpoet Metastasio mit der Familie Martines eng befreundet war und in deren Haus lebte, verdankte Marianne Martines ihre für ein Mädchen ganz und gar ungewöhnliche Ausbildung, denn Metastasio übernahm die Rolle des „principale ordinatore“ (Autobiographie, vgl. Brown 1986) bei ihrer Erziehung. Er engagierte den jungen Joseph Haydn als Cembalolehrer und Nicolò Porpora als Gesangslehrer. Neben der musikalischen Ausbildung wurde Mariannes ausgeprägtes Sprachtalent gefördert. Sie lernte mehrere Fremdsprachen.

    Die engen Kontakte zum Wiener Hof ebneten Marianne Martines den Weg zur Kaiserin Maria Theresia: „Ihre liebenswürdigen, mit seltener Bescheidenheit verschwisterten Eigenschaften, wie ihre Kunsttalente, verschafften ihr die allgemeinste Achtung und zugleich den Zutritt in die ersten Häuser der Kaiserstadt. […] Kaiserin Maria Theresia […] ließ sie sehr oft zu sich rufen, um sich an den Kunsttalenten derselben auf mannigfache Weise zu ergötzen; und Joseph II., bekanntlich ein nicht minderer Freund der Tonkunst, pflegte bei dieser Unterhaltung der Martines gewöhnlich die Noten umzublättern.“ (Schmid 1846, S. 517)

    Marianne Martines muss in der Tat eine beeindruckende Künstlerin gewesen sein. Charles Burney, der auf seinen Reisen durch Europa zahllose Talente erlebt hatte, hielt sie für die „vollkommenste Sängerin […], die ich jemals gehört hatte“, lobte ihre „vortreffliche[n] Komposition[en]“ und ihr Klavierspiel von „meisterhafte[r] Art“ (Burney 1772, Nachdr. 1980, S. 312 u. 325). Darüber hinaus war er von ihrer Persönlichkeit fasziniert, von ihrer Bescheidenheit und ihrem gleichzeitig stark ausgeprägten künstlerischen Selbstbewusstsein.

    Ihre ersten Auftritte als Komponistin wurden von der Wiener Presse mit großem Interesse verfolgt. So berichtete das „Wienerische Diarium“ 1761: „Gestern wurde in der K. K. Hof-Pfarrkirche der P. P. Michaelern das Titularfest des Heil Erzengels Michael mit einem Hochamt begangen, wozu die Music von der Mademoiselle Martinez, einer erst 16. Jahr alten Virtuosin alhier componiret und wegen ihrer Vortreflichkeit von allen Kunstverständigen bewundert worden.“ (zit. nach : Bodsch 2003, S. 170)

    1773 wurde Marianne Martines mit einer der wichtigsten Auszeichnung für Komponisten in Europa bedacht: Sie wurde als erste Frau in der 108-jährigen Geschichte in die Accademia Filarmonica di Bologna aufgenommen (vgl. dazu ausführlich Godt 1995). In der Begründung zu ihrer Wahl wurden die „Zierlichkeit, das Genie, [der] Adel des Ausdrucks und die erstaunliche Präzision ihrer Komposition“ ausdrücklich gelobt. Ihr Porträt, das etwa in dieser Zeit entstand, verzeichnet daher auch nicht ohne künstlerisches Selbstbewusstsein: „MARIA ANNA MARTINES P. METASTASIO ALUMNA NAT. VINDIBO.IV.NON:MAI:MDIIXLIV ACAD.PHIL.SOC.“ („Maria Anna Martines, Schülerin Metastasios, geboren in Wien, 4. Mai 1744, Mitglied der Accademia Filarmonica“)

    Nach dem Tod der Eltern Martines (der Vater starb 1764, die Mutter Maria Theresia starb am 27. März 1775) übernahm Metastasio die Sorge für Marianne und ihre Geschwister. Auch sein nicht unerhebliches Vermögen vermachte er den Martines-Kindern, so dass vor allem die beiden unverheirateten Töchter, Marianne und Antonia Giovana Teresa, ein finanzielles Auskommen hatten. Dass Marianne Martines eine rege Unterrichtstätigkeit entwickelte, in den 1790er Jahren sogar eine Gesangsschule eröffnete, war damit offenbar keine finanzielle Notwendigkeit.

    1782 war ihr Oratorium „Isacco, figura del Redentore“ (auf einen Text von Metastasio) aufgeführt worden, wenige Wochen vor Metastasios Tod. Dieser bedeutete auch für die Künstlerin Martines einen tiefen Einschnitt: Unter seinem Einfluss und unter seiner Patronage war sie berühmt geworden, was das Gerücht in Umlauf brachte, es habe eine Liaison zwischen dem Hofpoeten und der jungen Musikerin gegeben (vgl. dazu Schmid 1846). Bereits wenige Jahre nach Metastasios Tod scheint Martines das Komponieren gänzlich aufgegeben zu haben, die letzte heute bekannte Komposition entstand 1786. Diese Beobachtung gab der Vermutung Raum, dass nach Metastasios Tod der Schutzraum für die Komponistin Martines weggebrochen war.

    Rege blieben allerdings ihre Aktivitäten im Wiener Musikleben: ihre Akademien, die wöchentlichen „musikalischen Abendunterhaltungen“, bei denen sie als Interpretin wie als Komponistin auftrat, waren weithin bekannt und gerade unter den in Wien ansässigen und durchreisenden Musikern sehr beliebt. Ihre Gesangsschule war eine der ersten ihrer Art in Wien. Das Haus der Marianne Martines wurde auf diese Weise zu einem Zentrum der Wiener Musikpflege der Mozart-Zeit. Dass Mozart selbst bei ihr gern zu Gast war, berichtet der englische Tenor Michael Kelly: „Mozart war regelmäßiger Gast ihres Salons, und ich hörte ihn vierhändig mit ihr am Pianoforte eigene Kompositionen spielen. Er war sehr von ihr angetan.“ (Kelly 1826. Bd. 1, S. 252, Übers.: M.U.).

    Marianne Martines hat Wien Zeit ihres Lebens nie verlassen. Sie starb auch in Wien, am 13. Dezember 1812, wahrscheinlich an Tuberkulose.

    Würdigung

    Martines gehörte zu einer der profiliertesten Musikerinnen der Mozart-Zeit in Wien. Von zahlreichen Zeitgenossen wurden sowohl ihre kompositorischen, als auch ihre interpretatorischen Qualitäten besonders hervorgehoben.

    Rezeption

    Martines war zu Lebzeiten eine wichtige Person des musikkulturellen Lebens in Wien. Sie wurde sowohl als Komponistin als auch als Sängerin und Pianistin hochgeschätzt. Nach ihrem Tod geriet sie als Komponistin in Vergessenheit, die relativ gute Quellenlage ermöglichte allerdings in jüngerer Zeit etliche Editionen, so dass ihre Werke vergleichsweise gut zugänglich sind (Notenmaterial, Einspielungen).

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    Die Meinungen der Zeitgenossen über Marianne Martines gehen weit auseinander, wobei auffällt, dass sich professionelle Musiker/Musikschriftsteller (Burney, Gerber u.a.) durchweg positiv über sie äußerten, während das negative Urteil der Schriftstellerin Caroline Pilcher einzeln dasteht: „Nur zwei [Frauen] habe ich in meinem langen Leben […] gekannt, die sich mit Komposition beschäftigten, ein Fräulein von Martinez […] und meine Freundin, das blinde Fräulein von Paradis. Beide leisteten Artiges, aber es erhob sich nicht über - ja kaum an das Mittelmäßige.“ (Pilcher 1914, Bd. 1, S. 295. Vgl. auch ebda., S. 191)

    Die Musik von Marianne Martines scheint nach ihrem Tod rasch in Vergessenheit geraten zu sein. Allerdings wurde sie 1840 in Fétis Biographie Universelle aufgenommen, was (28 Jahre nach ihrem Tod) für einen immer noch gewissen Bekanntheitsgrad spricht. Luise Adolpha Le Beau erwähnt Martines in ihrem Artikel „Componistinnen des vorigen Jahrhunderts“ (NZfM 1890, S. 569-570 und 583-584).

    Ab der Mitte der 1970er Jahre wurden einige Werke aus dem Oeuvre von Martines neu ediert und aufgeführt. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch CD-Einspielungen einiger ihrer Werke (vgl. dazu unter Punkt zu 13).

    Werkverzeichnis

    Zu den von ihr überlieferten Werken gehören (soweit bis heute bekannt) mehrere Messen und Psalmvertonungen, Litaneien und Oratorien, Kantaten und Motetten, sowie mehrere Cembalo-Sonaten, Cembalo-Konzerte und eine Sinfonie.


    Vorbemerkung: das Werkverzeichnis basiert auf Godt 1995. Angegeben sind neben Titel und Entstehungsjahr auch der momentane Verbleib des Autographen/der Abschriften. Die bislang edierten Werke s. unter „Ausgaben“.


    A. Vokalmusik


    1. Messen


    Messe in C [Nr. 1] (undatiert), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Seconda Messa in G (1760), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Terza messa in C (a di 10 Agosto del 1761), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Originale Quarta messa in D (Luglio 1765), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Missa [ungesichert: Leipzig]



    2. Größere liturgische Werke


    Litanei [Nr. 1 in D] (1762), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Regina caeli in C (1767), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Miserere mei Deus (1768), (ÖNB Wien)


    Miserere: Pietà Signore (1769), (Biblioteca Civica Angelo Mai, Bergamo/ Civico Museo Bilbiog. Mus., Bologna/Cons. San Pietro a Majella, Neapel/Archivio Capitolare, Pistoia/Fondazione Levi, Venedig/ Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Quemadmodum desiderat cervus (1770), (Biblioteca Civica Angelo Mai, Bergamo/ Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna/Accademia Fil., Bologna [nur 1. Satz]/ Cons. di mus. Luigi Cherubini, Florenz/Erzbischöfl. Arch., Münster/Cons. San Pietro a Majella, Neapel/ÖNB, Wien)


    Dixit Dominus (1774), (Staatsbibliothek Berlin/Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna)


    Litanei [Nr. 2 in G] (1775) (Gesellschaft für Musikfreunde, Wien)


    In exitu Israel (undatiert), (Cons. di mus. Luigi Cherubini, Florenz/ÖNB Wien)


    Lodate pueri (undatiert), (Cons. di mus. Luigi Cherubini, Florenz/ Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)



    3. Solomotetten


    „Ne maris ira insana…“ „Erramus absque duce …“ (1760), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    „Dell’ innocenza…“ „Maggior d’ogni periglio…“ (1762) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    „Erubeas Tiranne de Sanctus Joannes“ „A nimbis insultata…“ (1765) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    „Ad te, mi Deus…“ „In te felix et tranquilla…“ (1768) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    „Suas clpas cogitando“ „Palpitat cor…“ (1768) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    „O virgo cui salutem…“ „Per avia nemorosa…“ [undatiert] (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)



    4. Oratorien


    Isacco, figura del Redentore (1781) (Accademia Filarmonica, Bologna/ Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Santa Elena al Calvario [undatiert] (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)



    5. Kantaten


    Scelte d’arie composte per suo diletto da Marianna Martines (1767) (Cons. San Pietro a Majella, Neapel)


    Se per tutti ordisce amore (1769), Text: Metastasio: L’eroe cinese, (Sächsische Landesbibliothek Dresden)


    Per pietà bell’idol mio (1769), Text: Metastasio: Ataraserse (Sächsische Landesbibliothek Dresden)


    La tempesta (1778) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Amor timido (1779) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Il nido degli amori (1783) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Orgoglioso fiumicello (1786) (Stadtbibliothek Wien)


    Perchè compagne amate, perchè tanto stupor! (undatiert) (Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna)


    Il consiglio (undatiert) (Staatsbibliothek Berlin)


    Il primo amore (Staatsbibliothek Berlin)


    La primavera (undatiert) (Staatsbiblithek Berlin)



    6. Sammlungen


    Saggio di composizzioni della Sga. Anna Maria Martines: Kyrie und Et vitam venturi (undatiert) (Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna)



    B. Instrumentalmusik


    1. Sinfonie


    Sinfonie C-Dur (1770), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)



    2. Konzerte


    Concerto per il Cimbalo E-Dur (1766), Autograph (Privatbesitz)


    Concerto per il clavicembalo G-Dur (1772), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Concerto per il clavicembalo in A (undatiert), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


    Concerto [per il clavicembalo] in C (undatiert), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)



    3. Klaviermusik


    Sonate für Cembalo A-Dur (vor 1767) (Stadtbibliothek Leipzig)


    Sonate für Cembalo E-Dur (vor 1767) (Stadtbibliothek Leipzig)


    Sonate für Cembalo G-Dur (1769) (Sächsische Landesbibliothek Dresden)



    Ausgaben


    Johann Ulrich Haffner: Raccolta musicale contenente VI. sonate per il cembalo solo d’altretanti celebri compoisitori italiani messi nell’ ordine alfabetico co’ loro nomi e titoli. Bd. IV (um 1762). Bd. V (1765). Nürnberg


    Alte Meister: Sammlung wertvoller Klavierstücke des 17. und 18. Jahrhunderts. Hg. von E. Pauer. Leipzig 1868-1885.


    Konzert für Klavier und Orchester A-Dur. Hg. von R. Marciano. Kassel 1977.


    Eighteenth-Century Women Composers for the Harpsichord or Piano. Hg. von B. Harbach. 2 Bde. Pullmann/Wa. 1992.


    In Exitu Israel de Agypto. Hg. von C. Misch. Kassel 1993.


    Quarta Messa. Hg. von C. Misch. Kassel 1993.


    Three Sonatas for Keyboard. Hg. von S. Bean. Bryn Mawr/Pa. 1994.


    Miserere. Hg. von Shirley Bean. Fayetteville 1996.


    Dixit Dominus. Hg. von Irving Godt. Madison/Wis. 1997.


    Messe Nr. 1 C-Dur. Hg. von Shirley Bean. Fayetteville 1998.



    Quellen

    Quellen

    Autobiographische Skizze (1773) (vgl. Brown 1986).

    Handschriftliche Biographie (in der Handschriftlichen Biographiensammlung in der Gesellschaft der Musikfreunde Wien, um 1826).


    Sekundärliteratur

    Biba, Otto. „Nachrichten über Joseph Haydn, Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart in der Sammlung handschriftlicher Biographien der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien“. In: Studies in Music History Presented to H. C. Robbins Landon on his Seventieth Birthday. Otto Biba und David Wyn Jones (Hg.). London: Thames and Hudson 1996, S. 152-164.

    Bodsch, Ingrid (Hg.). Beethoven und andere Wunderkinder. Bonn: Stadtmuseum Bonn 2003.

    Brown, A. Peter „Marianna Martines’ Autobiography as a New Source for Haydn’s Biography During the 1750’s“. In: Haydn-Studien 6/1. 1986. S. 68-70.

    Burney, Charles. Tagebuch einer musikalischen Reise. Nachdr. der Ausg. Hamburg 1772-73. Wilhelmshaven: Heinrichhofen 1980. Vollständige Ausgabe: Kassel: Bärenreiter 2003.

    Fortino, Sally. „Marianna Martinez - zum 250. Geburtstag der Musikerin und Komponistin“. In: Clingklong: Musikszene Frau. Zeitschrift des FrauenMusikForums Schweiz. 33. 1994. S. 1-38.

    Fremar, Karen Lynn. The Life and Selected Works of Marianna Martines (1744-1812). Dissertation, University of Missouri. Kansas City/Mo. 1983.

    Godt, Irving. „Marianna in Italy: the International Reputation of Marianna Martines (1744-1812)“. In: Journal of Musicology 13. 1995. S. 136-158 [inkl. Werkverzeichnis].

    Godt, Irving. „Marianna in Vienna: A Martines Chronology“. In: The Journal of Musicology Vol. XVI/1. 1998. S. 136-147.

    Kelly, Michael. Reminiscences. 2 Bde. London: Henry Colburn 1826.

    Le Beau, Luise Adolpha. „Componistinnen des vorigen Jahrhunderts“. In: Neue Zeitschrift für Musik 57. 17. Dezember 1890, Nr. 51. S. 569-570 und 24. Dezember 1890. Nr. 52. S. 583-584.

    Marciano, Rosario. „Marianne de Martinez“. In: Annäherung an 7 Komponistinnen. Mit Berichten, Interviews und Selbstdarstellungen. Brunhilde Sonntag und Renate Matthei (Hg.). Kassel: Furore-Edition 1988, S. 19-25.

    Marx, Eva und Haas, Gerlinde. 210 Österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Biographie, Werk und Bibliographie. Ein Lexikon. Salzburg: Residenz 2001.

    Olivier, Antje. Komponistinnen aus 800 Jahren. Essen: Sequenzia 1996.

    Pichler, Caroline. Denkwürdigkeiten aus meinem Leben. Emil Karl Blümml (Hg.). 3 Bde. München: Müller 1914.

    Schmid, Anton. „Zwei musikalische Berühmtheiten Wiens aus dem Schönen Geschlecht in der zweiten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts“. In: Allgemeine Wiener Musikzeitung 6. Oktober 1846. S. 509-510, 513-514, 517-518.

    Stevenson, Robert. „Marianna Martines = Martinez (1744-1812): Pupil of Haydn and Friend of Mozart“. In: Inter-American Music Review XI (1990-91). S. 25-44.

    Unseld, Melanie. „Eine weibliche Symphonietradition jenseits von Beethoven? Luise Adolpha Le Beau und ihre Symphonie op. 41“, in: Maßstab Beethoven? Komponistinnen im Schatten des Geniekults, hg. von Bettina Brand und Martina Helmig, München: edition text + kritik, 2001. S. 24-44.

    Unseld, Melanie. Mozarts Frauen. Begegnungen in Musik und Liebe. Reinbek: Rowohlt 2005.

    Weissweiler, Eva. Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Eine Kultur- und Wirkungsgeschichte in Biographien und Werkbeispielen. München: dtv 1999


    Lexikon-Artikel

    Cohen, Aaron I. International Encyclopedia of Women Composers, Bd. 1. 2. Aufl. 1987, S. 455-456.

    „Martines, Marianna“. In: Musik in Geschichte und Gegenwart. 2. Aufl. Hg. von Ludwig Finscher. Personenteil. Bd. 11. Kassel u.a. 2004. Sp. 1188-1189 [Ingeborg Harer]

    “Martines, Marianne von”. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Hg. von Stanley Sadie. London: Macmilian 1980 [Helene Wessely]

    “Martinez, Marianne [Anna Katharina] von”. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Hg. von Stanley Sadie. 2. Aufl. London: Macmilian 2001 [Helene Wessely und Irving Godt]

    Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Wien: Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei. 1867. (Bd. 17: Artikel Marianne Martines)


    CD-Einspielungen

    Sonate für Cembalo E-Dur, auf: Klaviermusik von Komponistinnen, Judith Pfeiffer (Klavier), Klassik Center Kassel

    Quarta Messa für Soli, Chor und Orchester. (Sopran: Katharina Spielmann, Mezzo: Nina Amon, Tenor: Felix Rienth, Bassbariton: Michael Kreis, Chorgemeinschaft Kirchdorf, Leitung: Peter Loosli), Salto Records International Kassel

    Sonata E-Dur, Sonata A-Dur, Chaconne, auf: Elisabeth Jacquet de la Guerre, Maria Anna Martinez: Cembalowerke, Traud Kloft (Cembalo), Bayer Records Bietigheim


    Links

    www.furore-verlag.de

    www.haydn-gesellschaft.at/komponisten.htm

    www.ambache.co.uk/wMartinez.htm

    Forschung

    Manuskripte ihrer Kompositionen befinden sich heute in folgenden Archiven:


    Accademia Filarmonica, Bologna

    Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien

    Archivio Capitolare, Pistoia

    Bayerische Staatsbibliothek, München

    Biblioteca Civica Angelo Mai, Bergamo

    Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna

    Conservatorio di musica „Luigi Cherubini“, Florenz

    Conservatorio San Pietro a Majella, Neapel

    Erzbischöfliches Archiv, Münster

    Fondazione Levi, Venedig

    Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Wien

    Sächsische Landesbibliothek, Dresden

    Staatsbibliothek Berlin

    Stadtbibliothek Leipzig

    Stadtbibliothek Wien

    Universitätsbibliothek Leipzig



    Im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien, befindet sich darüber hinaus auch eine handschriftliche Biographie über Marianne Martines (Handschriftliche Biographiensammlung).

    Eine größere Arbeit über Marianne Martines ist von Irving Godt in Aussicht gestellt.

    Forschungsbedarf

    Die Verwobenheit der Marianne Martines in die musikkulturellen Kreise Wiens ist bislang nur äußerst unzureichend erforscht. Ihr Name taucht z.B. auch im Stammbuch der Mozart-Schülerin Babette Ployer auf, wobei unklar ist, in welcher Beziehung die beiden Musikerinnen zueinander standen (denkbar wäre z.B. ein Lehrerin-Schülerin-Verhältnis). Auch über ihren offenbar sehr regen Salon, bzw. die von ihr regelmäßig veranstalteten Akademien ist so gut wie nichts bekannt.

    Das Repertoire von Marianne Martines muss ebenfalls als Forschungsdesiderat angesehen werden.

    Da sich die Komponistin Luise Adolpha Le Beau auf Marianne Martines bezog, ist auch eine Rezeption im 19. Jahrhundert nachweisbar, allerdings bislang noch nicht erforscht (vgl. dazu Unseld 2001).

    Die pädagogische Tätigkeit der Marianne Martines und ihr Schülerinnen-Kreis ist ein weiteres Forschungsdesiderat.

    Und schließlich bleiben etliche Werke von ihr noch zu edieren, um ein detaillierteres Bild der Komponistin Marianne Martines erstellen zu können.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 56803296
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 118937359
    Library of Congress (LCCN): n80066568
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Melanie Unseld


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann und Regina Back
    Zuerst eingegeben am 10.04.2006
    Zuletzt bearbeitet am 08.10.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Melanie Unseld, Artikel „Marianne Martines“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 8.10.2009
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Marianne_Martines