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  • Maria Szymanowska

    von Danuta Gwizdalanka
    Maria Szymanowska. Gemälde von 1830.
    Namen:
    Maria Szymanowska
    Geburtsname: Maria Wołowska
    Lebensdaten:
    geb. in Warschau,
    gest. in St. Petersburg,
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Komponistin, Klavierlehrerin
    Charakterisierender Satz:

    Maria Szymanowska war in Europa eine der ersten öffentlich auftretenden Künstlerinen, die ihren Beruf selbst ausgesucht hatte (in ihrer Familie gab es keine Musiker). Sie war auch die erste Frau, die ihren Lebensunterhalt nur durch Musik verdienen konnte – als Pianistin, die öffentlich auftrat, als Komponistin, die ihre Werke herausgab, sowie als Lehrerin, die nicht nur privat, sondern auch in einer Schule für adelige Damen unterrichtete.


    Profil

    Maria Szymanowska war die erste Frau, die nicht aus einer Musikerfamilie stammte und internationale Erfolge als konzertierende Berufspianistin verzeichnen konnte. Geboren in Polen und ausgebildet in den Grundlagen der europäischen Musik gehörte sie zu jener Generation von MusikerInnen, die dazu beitrugen, die westeuropäische Kultur in Russland zu etablieren.

    Orte und Länder

    Maria Szymanowska wurde in Warschau geboren und wirkte dort bis 1827. Ab 1828 lebte sie in St. Petersburg. Konzertreisen führten sie durch Italien, Deutschland, Frankreich, England und Russland.

    Biografie

    Jugend in Warschau

    Maria Szymanoswksa wurde am 14. Dezember 1789 in Warschau geboren. Ihr Vater, Franciszek Wołowski, stammte aus einer kontratalmudischen (Frankisten) jüdischen Großfamilie, die zum katholischen Glauben übergetreten war und einen polnischen Namen angenommen hatte. Nach der Akkulturation in die polnische Gesellschaft fand die Familie rasch Zugang zu gehobenen Gesellschaftsschichten. Franciszek Wołowski heiratete die aus einer alten Adelsfamilie stammende Barbara Lanckorońska. Von ihren zehn Kindern war Agatha Maria das siebte. Franciszek Wołowski war Besitzer einer florierenden Brauerei, und der Wohlstand erlaubte der Familie regelmäßige Kontakte zu Vertretern der intellektuellen und künstlerischen Elite, die sich oft im Haus der Familie aufhielten. Die Kinder erhielten eine solide Ausbildung, die eine musikalische Ausbildung und insbesondere Klavierunterricht einschloss. Ihre Lehrer waren Antoni Lisowski und Thomas Greem, Anregungen erhielten die Kinder nicht zuletzt durch die zahlreichen Gäste des Hauses, unter anderem durch herausragende Musiker wie Ferdinand Paër, Franz Xavier Mozart, Pierre Rode, Karol Lipiński oder August Klengel, die auf ihrem Weg von Westeuropa nach Moskau bzw. nach St. Petersburg in Warschau Konzerte gaben.

    Zu jener Zeit hatte Warschau etwa 200.000 Einwohner, und das Musikleben der Stadt war vergleichsweise vielfältig: Es gab Opernvorstellungen, und öffentliche und private Konzerte fanden statt. 1804 gründeten E.T.A. Hoffmann, der damals im preußischen Beamtendienst stand, und der Warschauer Hofoperndirektor Joseph Elsner die Musik-Gesellschaft (Musikressource), die etwa 120 Mitglieder aus polnischen und deutschen Familien zählte. Im Jahre 1806 sollte Maria Agata Wołowska bei einem Konzert der Gesellschaft als Solistin auftreten und das Klavierkonzert Nr. 3 in E-Dur (1799) von Daniel Steibelt aufführen, aus heute unbekannten Gründen wurde sie aber von ihrer Cousine ersetzt.

    Ende 1809 reiste die 20-jährige Maria zusammen mit zweien ihrer Geschwister für sechs Monate nach Paris und wurde in die Gesellschaften eingeführt, wo sie sich als Pianistin präsentierte und bei verschiedenen Privatkonzerten auftrat. Der damalige Direktor des Pariser Konservatorium, Luigi Cherubini, sowie andere Musiker schrieben in ihrem musikalischen Stammbuch enthusiastische Worte nieder (vgl. Renata Suchowiejko. Album musical de Maria Szymanowska. Kraków: Musica Iagellonica; Paris: Société Historique et Littéraire Polonaise, 1999).


    Heirat und Scheidung

    Nach ihrer Rückkehr aus Paris heiratete Maria Wołowska am 21. Juni 1810 den Gutspächter Józef Teofil Szymanowski. Die Winter verbrachte das Ehepaar in Warschau, während es den Rest des Jahres in dem etwa 25 km von Warschau entfernt gelegenen Dorf Otwock verlebte, wo sich das Familiengut ihres Mannes befand. Bald kamen die Zwillinge Helena (1811–1861) und Romuald (1811–1839) zur Welt, ebenso die Tochter Celina (1812–1855), die später den polnischen Nationaldichter Adam Mickiewicz heiratete. Die Ehe gestaltete sich zunehmend schwierig, da Józef Teofil Szymanowski und dessen Familie kein Verständnis für die musikalischen Talente und öffentlichen Auftritte seiner Frau hatten.

    Maria Szymanowska gab nicht nur im privaten Rahmen Konzerte, sondern auch bei öffentlichen Wohltätigkeitsveranstaltungen. 1817 trat sie als Pianistin in Dresden auf, 1819 gastierte sie in Wien und London. Im Sommer 1820 spielte sie in Russland (St. Petersburg) sowie in Preußen (Berlin).

    1816 erschien in Warschau die Sammlung „Historische Gesänge“ mit patriotischen Texten von Julian Ursyn Niemcewicz und Musik verschiedener Komponisten, sowohl von professionellen Künstlern als auch von aristokratischen Dilettantinnen und Dilettanten. Darin wurden auch sechs Lieder von Maria Szymanowska veröffentlicht. Zwischen 1819 und 1820 gab der Musikverlag Breitkopf & Härtel in Leipzig sechs Sammelbände mit weiteren Kompositionen Maria Szymanowskas heraus (dazu gehören u. a. die „Vingt Exercices et Préludes pour le pianoforte“, die „Caprice sur la Romance de Joconde“, die „Six Romances avec accompaniment de Piano-forte“, das „Divertissement für Klavier und Violine“, die „Six Marches“, die Sérénade für Klavier und Violoncello, der „Grande Valse für Klavier zu vier Händen, die „Fantaisie“ für Klavier, die „Six Menuets“ und die „Dix-huit Danses de différent genre“, siehe Werkverzeichnis).

    Ein folgenreiches Ereignis war die Begegnung mit der erfolgreichen italienischen Sängerin Angelica Catalani, die um die Wende der Jahre 1819/20 in Warschau auftrat. Vermutlich unter ihrem Einfluss entschied sich Maria Szymanowska, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen und sich fortan alleinerziehend um ihre Kinder zu kümmern und sich auf ihre Karriere als Berufspianistin zu konzentrieren. Starken Rückhalt fand sie bei den Familien ihrer Geschwister, die sie und ihre drei Kinder moralisch und finanziell unterstützten.

    Konzertreise durch Europa

    Zwei Jahre lang arbeitete Maria Szymanowska intensiv an der Verbesserung ihrer pianistischen Fähigkeiten, ab 1822 brach sie schließlich zu einer Tournee durch Europa auf, die sechs Jahre dauerte, ehe sie sich 1828 in St. Petersburg niederließ. .

    Im Februar 1822 kam sie erstmals nach Russland, wo sie mit großem Erfolg in Moskau und St. Petersburg sowohl in Privathaushalten als auch in der Öffentlichkeit konzertierte. Die Kritiken waren voll des Lobes und der Begeisterung, das Publikum stürmte die Konzertsäle, wie es auch bei den Auftritten der Sängerin Angelica Catalani der Fall war. Die größte Anerkennung wurde Maria Szymanowska jedoch mit der Verleihung des Titels der „Ersten Hofpianistin der königlichen Majestät“ der Zarinnen Maria Fjodorowna (1759-1828) und Elisavieta Aleksejewna (1779-1826) von Russland zuteil. Der Titel sicherte nicht nur ein regelmäßiges Einkommen, sondern verschaffte ihr auch europaweites Renommee. Im Winter 1823 konzertierte sie in der Ukraine, kehrte nach Warschau zurück, um nach kurzem Aufenthalt zu einer erneuten Konzertreise aufzubrechen, welche sie in den folgenden drei Jahren quer durch Westeuropa führte. Da sie nicht riskieren wollte, auf schlechten Instrumenten spielen zu müssen, nahm sie stets ihr eigenes Instrument mit. Maria Szymanowska reiste mit ihrer Schwester Kazimiera und mit einem ihrer Brüder, der die Organisation der Konzerte und der Reisen übernahm. Die Honorare, die sie beispielsweise für ihre Londoner Konzerte erhielt (wo sie sich drei Mal während der Konzertsaison aufhielt) sicherte ihnen den Unterhalt und die Reisekosten, zudem versorgte sie mit ihren Konzerteinkünften die bei der Familie in Warschau lebenden drei Kinder.

    Sechs Monate, bis Ende 1823, verbrachte Maria Szymanowska in Sachsen, Thüringen und Preußen. Sie spielte u.a. in Dresden, Leipzig, Halle, Weimar und Berlin. In die Geschichte ist ihr Aufenthalt in Marienbad eingegangen, wo sie Johann Wolfgang von Goethe kennenlernte, dem sie später einen Besuch in Weimar abstattete. Goethe schrieb über die Begegnung in seinen Erinnerungen: “Madame Szymanowska, ein weiblicher Hummel mit der leichten polnischen Facilität, hat mir diese letzten Tage höchst erfreulich gemacht; hinter der polnischen Liebenswürdigkeit stand das größte Talent gleichsam nur als Folie oder, wenn du willst, umgekehrt. Das Talent würde einen erdrücken, wenn es ihre Anmuth nicht verzeilich machte.“ (Marienbad, den 18. August 1823). Ein Zeugnis der Begegnung ist auch das Gedicht aus der Feder Goethes „An Madame Marie Szymanowska (Aussöhnung)“ aus der „Trilogie der Leidenschaft“, das im September 1823 entstand und Marie Szymanowska gewidmet ist.

    Im Januar 1824 trat sie in Hannover, Brunswick, Kassel und Frankfurt am Main auf und fuhr dann für vier Monate nach Paris, wo sie sowohl öffentliche als auch private Konzerte gab. Über ihre Pariser Erfolge berichtete die Presse in London. Anschließend reiste sie nach London und erteilte dort neben ihren Auftritten auch Unterricht. Die Hauptstadt Englands war in dieser Zeit, neben Paris und Italien, ein Zentrum musikalischer Aktivitäten und somit für die Pianistin und Komponistin hinsichtlich ihrer Karriere, aber auch ihrer finanziellen Sicherheit sehr bedeutend. Das große Renommee erlaubte ihr, hohe Honorare zu verlangen. Sie begegnete dort u.a. Gioacchino Rossini, der ihr den Rat gab, in den Sommermonaten, in denen die Aristokratie London verließ, über Genf nach Italien zu fahren. Ihre Konzertreise führte bis nach Neapel. Im Februar 1825 kehrte sie nach London zurück, um längere Zeit zu unterrichten, bevor sie im Herbst nach Paris und Amsterdam fuhr. Anfang des Jahres 1826 war sie erneut in London und kehrte im Juli nach längerer Abwesenheit nach Warschau zurück. Bei dieser Gelegenheit brachte sie einen neuen englischen Flügel mit.

    1827 brach Maria Szymanowska erneut zu einer Konzertreise auf, die sie nach Vilnius, Riga und St. Petersburg führte. Während dieser Zeit fasste sie den Entschluss, sich in St. Petersburg, wo sie sowohl in finanzieller als auch künstlerischer Hinsicht die besten Bedingungen vorfand, dauerhaft niederzulassen. Zunächst gab sie jedoch am 15. Januar und am 7. Februar 1827 zwei Abschiedskonzerte in Warschau. Beim ersten Konzert spielte sie im Warschauer Nationaltheater vor einem Publikum von 1200 Menschen. Anschließend reiste sie mit ihren beiden Töchtern nach Kiew und Moskau, wo sie konzertierte und den Winter verbrachte. Im März 1828 übersiedelten Mutter und Töchter dann endgültig nach St. Petersburg.


    Die Jahre in St. Petersburg

    Ihre einflussreiche Stellung als Hofpianistin am Zarenhof ermöglichte ihr, in St. Petersburg als Klavierlehrerin der angesehensten Adelsfamilien zu arbeiten. Nach wie vor trat sie öffentlich auf, spielte jedoch am liebsten im kleinen Kreis. In ihrem Salon trafen sich viele Künstler, darunter Adam Mickiewicz, Alexandr Puschkin, Michail Glinka sowie die Vertreter der polnischen und russischen Adelsfamilien.

    Auch die Sängerin Henriette Sontag war anlässlich eines gemeinsamen Konzertes am 8. Oktober 1830 Gast in ihrem Haus. Zum Lieblingsvergnügen Maria Szymanowskas gehörten sogenannte „tableaux vivants“ („lebende Bilder“), und während der Darstellung eines solchen „tableau vivant“ wurden von ihr komponierte Lieder nach Gedichten von Adam Mickiewicz aufgeführt.

    Ihre überaus erfolgreiche Karriere fand ein jähes Ende, als sie im Sommer 1831 Opfer der Cholera wurde, an der sie in der Nacht vom 24. zum 25. Juli 1831 starb. Sie wurde in St. Petersburg beigesetzt.

    Würdigung

    Es ist nicht bekannt, ob und bei wem Maria Szymanowska Kompositionsunterricht hatte, abgesehen von einigen Lektionen, die ihr vermutlich Joseph Elsner erteilte, der sich im Salon ihrer Eltern aufhielt und die junge Komponistin 1818 dem Musikverlag Breitkopf & Härtel empfahl. Bis heute ist nahezu nichts bekannt über ihre ersten Kompositionsversuche, man weiß jedoch, dass der polnische Dramenverfasser und Dichter Julian Ursyn Niemcewicz ihr um 1812 vorschlug, Lieder nach Texten über polnischen Könige und Helden zu komponieren. Dieses Werk wurde 1816 veröffentlicht und hatte großen Erfolg. Sie wurden als „musikalische Geschichte Polens“ bekannt.

    Maria Szymanowska komponierte über hundert Werke, überwiegend Klavierminiaturen und Lieder im „style brillant“, in denen sich Virtuosität mit sentimentalen und reich verzierten Kantilenen verbinden. Viele ihrer Klavierkompositionen stellen typische Salonmusik dar, darunter finden sich Mazurken mit den charakteristischen Elementen der polnischen Volksmusik sowie Polonaisen, die in den Salons in Warschau und Paris äußerst populär waren, und Nocturnes, die sie erstmals in Polen einführte. Kompositionsgeschichtlich gilt sie als das Bindeglied zwischen John Field und Frédéric Chopin. Auch weitere Klavierstücke entstammen ihrer Feder, so etwa die ersten polnischen Etüden und Präludien.


    Stammbuch

    Wie zu damaliger Zeit typisch, führte Maria Szymanowska Stammbücher, in das sich Dichter, Maler und Komponisten eintrugen. Das wertvollste Stammbuch, das die Musikerin von 1810 an führte (115 x 205 mm, 335 Seiten), beinhaltet 130 Andenken und Eintragungen, quasi „musikalische Fotografien“ der Begegnungen Maria Szymanowskas mit bedeutenden Künstlern der Zeit.

    Als erstes findet sich als Anerkennung der 20-jährigen „Marynia“ eine Eintragung Luigi Cherubinis, der ihr seine Fantasie C-Dur (Nr. 39) widmete. Diese Fantasie stellt eine der längsten Eintragungen dar. Die anderen sind in der Regel Miniaturen verschiedenen Charakters, es gibt jedoch auch viele Kanons, sogar einen Rätselkanon, geschrieben von Louis Spohr mit der Widmung: „Der Besitzerin dieses Buches als ein Zeichen seiner Achtung und Bewunderung / Louis Spohr. Cassel im Januar 1824”. Von Giacomo Meyerbeer ist unter dem Datum „8. Oktober 1825“ ein dreistimmiger Kanon erhalten, dessen italienischer Text eine Huldigung an die Künstlerin darstellt.

    Die Stammbuch-Eintragungen lassen sich auch als eine Art Reisetagebuch lesen. Sie sind Zeugnis der Zusammentreffen mit Friedrich Kalkbrenner in Berlin, Muzio Clementi, George Onslow und Gioacchino Rossini in London und mit Henriette Sontag in St. Petersburg. Anderen Ortes erhielt sie Autogramme von Künstlern wie Gaspare Spontini, Karol Lipiński, Niccolò Paganini, Carl Friedrich Zelter, Johann Nepomuk Hummel (ihrem Konzertpartner im Russland), François-Joseph Auber, Anton Reicha, Angelica Catalani, Giuditta Pasta, Carl Maria von Weber, Antonio Salieri, Ignaz Moscheles und Dmitrij Bortnianski. Letzterer schrieb sogar ein kleines italienisches Chorstück auf.

    Darüber hinaus enthält das Stammbuch auch Musikstücke von Komponisten, welche von anderen Musikern eingetragen wurden. So findet sich darin z.B. der Anfang des Menuetts aus dem Streichquartett KV 458 von Wolfgang Amadeus Mozart, mit den von ihm ergänzten Korrekturen. Diese Kostbarkeit schenkte ihr - zusammen mit zwei eigenen Werken - der Komponist Joseph Zimmermann am 3. Dezember 1825 in Paris. Des Weiteren finden sich darin Handschriften von Johann Sebastian Bach (der Choral „Ein feste Burg“) sowie von Beethoven (das Klavierstück WoO 60). Ob Maria Szymanowska diese geschenkt bekommen oder gekauft hat, ist nicht bekannt.

    Diese Handschriften wurden von ihrer Tochter Celina, die die Sammlung erbte, zusammen mit den Autographen von Chopin, Liszt und Moniuszko gebunden. Das Stammbuch befindet sich in der Polnischen Bibliothek in Paris (Adam Mickiewicz Kollektion) und wurde als Faksimile-Album von der polnischen Musikwissenschaftlerin Renata Suchowiejko im Jahre 1999 veröffentlicht.

    Rezeption

    In Polen erlangte sie Berühmtheit durch die Liedersammlung „Historische Gesänge“ (1816). In den Jahren 1819 und 1820 gab der Musikverlag Breitkopf & Härtel Maria Szymanowskas Kompositionen in sechs Sammelbänden heraus (Werke für Klavier solo, Duos für Klavier und Violine sowie für Klavier und Violincello sowie Lieder). Um 1825 war ihre Nocturne „Murmure“ außerordentlich erfolgreich und wurde in den Folgejahren mehrfach gedruckt. Robert Schumann schrieb 1836 über die Wiederveröffentlichung ihrer zwölf Etüden: „An Erfindung und Charakter heißen wir sie jedenfalls das Bedeutendste, was die musikalische Frauenwelt bis jetzt geliefert“ (NZfM 1836 I, S. 17), und er lobte die Komponistin für ihre Gestaltung und den zarten Ausdruck. Deshalb wird Maria Szymanowska nachgesagt, sie habe den Anfang der Romantik in der polnischen Musik begründet.

    Dass Maria Szymanowska nicht in Vergessenheit geraten ist, ist auch den Dichtern zu verdanken. Adam Mickiewicz nannte sie in einem in ihrem Stammbuch eingetragen Gedicht „An M. S.“ „Königin der Töne“. Ein Gedicht hat ihr auch Johann Wolfgang Goethe gewidmet. An ihre in damaligen Zeiten ungewöhnliche Karriere hat man sich erstmals in den 1930er Jahren wieder erinnert. Seit den 1950er Jahren wurden ihre Werke (im Polnischen Musikverlag in Krakau) wieder veröffentlicht, was Pianistinnen und Pianisten ermöglichte, ihre Stücke in ihr Repertoire einzubeziehen. Damit erwachte auch das Interesse der Musikwissenschaftler am Schaffen Maria Szymanowskas, zuerst im Russland und Polen, Ende des 20. Jahrhunderts dann auch in den USA. Die in Paris gegründete „Maria Szymanowska Gesellschaft“ widmet sich der Erforschung und Verbreitung des Schaffens der Künstlerin. Im Herbst 2011 fand erstmals eine Maria Szymanowska gewidmete musikwissenschaftliche Konferenz in Paris statt.


    Stil des Spiels

    Die zahlreichen Kritiken lobten nicht nur die virtuose Technik Szymanowskas und den starken, entschiedenen Ton, sondern vor allem den Wohlklang ihres Spiels und die dem bel canto ähnliche ausdrucksvolle Verzierungskunst. Ihr Spiel wurde mit dem von John Field und in London mit dem Spiel von Johann Cramer verglichen. Nach ihrem Auftritt in Dresden wurde in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ eine Rezension veröffentlicht, in der über ihr Klavierspiel Folgendes zu lesen ist: „Sie besitzt einen herrlichen festen Anschlag auf ihrem Instrumente, verbunden mit Zartheit und vielem Ausdruck. Obgleich sie das Tempo der Hummel‘schen Compositionen etwas langsamer nahm, als es der Componist will, so erhielt doch dadurch ihr Spiel mehr Verständlichkeit. Das Rondo von Field spielte sie mit grosser Fertigkeit und mit aller der Eigenthümlichkeit, die die Compositionen dieses Meisters erfordern“ (AmZ 1823, Sp. 759).

    Goethe bezeichnete Maria Szymanowska in einem Brief an Carl Friedrich Zelter als eine „unglaubliche[n] Pianospielerin; sie darf wohl neben unsern Hummel gesetzt werden, nur daß sie eine schöne liebenswürdige polnische Frau ist“ (Max Hecker (Hg.), Der Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter, 3 Bde., Bd. 2, Leipzig 1915, S. 217f.) Nachdem Felix Mendelssohn Bartholdy sie gehört hatte, äußerte er sich in einem Brief wie folgt: „Die Szymanowska wird über Hummel gesetzt. Man hat ihr hübsches Gesicht mit ihrem nicht hübschen Spiel verwechselt.“ (zit. nach Karl Mendelssohn Bartholdy 1871, S. 17)

    Sie trug die Werke stets auswendig vor, was damals wohl noch nicht allgemein üblich war. Joseph Elsner machte ihr allerdings Vorwürfe, da sie zuweilen in Musik anderer Komponisten Striche und Änderungen vornahm (Brief an Frédéric Chopin, 1831).

    Werkverzeichnis

    Klavierwerke


    Vingt Exercices et Préludes pour le pianoforte, Mademoiselle la Comtesse Sophie Chodkiewicz, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1819; Milano: Ricordi 1828.


    Douze Exercices et Préludes, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1836.


    Caprice sur la Romance de Joconde, Monsieur John Field, Leipzig : Breitkopf & Härtel 1819.


    Six Marches (B-Dur, C-Dur, D-Dur, A-Dur, B-Dur, D-Dur), A son Altesse Impériale Monseigneur le Grand-Duc Constantin Commandant en Chef l´Armée Polonaise, Leipzig : Breitkopf & Härtel ca. 1820.


    Grande Valse für Klavier 4 Hände, Mademoiselles les Comtesses Cèline et Jedwige Zamoyskie, Leipzig : Breitkopf & Härtel ca. 1820.


    Dix-huit Danses de différent genre (Polonaises: C-Dur, e-Moll, A-Dur, f-Moll, Waltzen: Es-Dur, A-Dur, B-Dur, F-Dur, Anglaises: Es-Dur, B-Dur, A-Dur, Es-dur, Contre-danses: B-Dur, As-dur, Quadrilles: Es-Dur, F-Dur, Mazurka C-dur, Cottilon), Madame la Princesse Wiasemsky née Princesse Gagarin, Leipzig : Breitkopf & Härtel 1819.


    Fantaisie, A son Altesse Madame la Princesse Zaiączek, Leipzig : Breitkopf & Härtel 1819/20.


    Six Menuets (a-Moll, g-Moll, Es-Dur, g-Moll, E-Dur, d-Moll), A sa Soeur Casimire, Leipzig : Breitkopf & Härtel 1819/20.


    Romance de Monsieur le Prince Alexandre Galitzin (A chaque instant), Prince Alexander Galitzin, Leipzig : Breitkopf & Härtel 1819/20.

    Vingt-quatre mazurkas, Leipzig: Breitkopf & Härtel ca. 1825. Leipzig: Probst, London: Th. Boosey & Co 1826.


    Cotillon ou Valse Figurée, Paris: Hanry ca. 1825

    Dance polonaise, à Monsieur Baillot, Paris: Hanry ca. 1825.


    Polonaise, Neapel 1825, „Passatempi Musicale” No.14.


    Douze exercices, Paris: Hanry ca. 1825, Leipzig: Breitkopf & Härtel 182?.


    “Le Murmure” (Nocturne), St. Petersburg ca. 1829 und 1860, Paris: Hanry (o.J.), Amsterdam: H.C. Steup (o.J.), St.Petersburg: A. Büttner (o.J.), Leipzig: Fr. Kistner (o.J.).


    Nocturne B-Dur, St. Petersburg 1852


    Polonaise sur l’air national favori du feu Prince Joseph Poniatowski, Madame la Comtesse Mokronowska née Princesse Sanguszko, Leipzig: Breitkopf & Härtel (o.J.).


    Valse für 3 Hände, Mlle la Ctsse Sophie Plater, Warschau: L. Letronne (o.J.).


    Prélude B-dur, MS in Biblioteka Jagiellońska (Krakau)


    Thema für Variationen b-Moll, MS in Biblioteka Jagiellońska (Krakau)


    Valse d-Moll, MS in Biblioteka Jagiellońska (Krakau).



    Kammermusik


    Divertissement für Klavier und Violine, A Mademoiselle Marie de Lang, St. Petersburg: 1820, Leipzig: Breitkopf & Härtel ca. 1820.


    Sérénade für Klavier und Violoncello, A Son Altesse Monseigneur Le Prince Antoine Radziwiłł, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1819-20, St. Petersburg: Lissner ca. 1820.


    Thème varié für Klavier und Flöte (oder Violin), Princesse Łowicka, Warschau: Letronne (o.J.).



    Lieder


    Śpiewy historyczne / Historische Gesänge/: Jadwiga królowa polska /Hedwig Polnische Königin/ ; Jan Albrycht, Duma o kniaziu Michale Glińskim /Lied über Michaö Glinski/, Stefan Czarniecki, Kazimierz Wielki; Text: Julian Ursyn Niemcewicz, Warschau 1816, Przemyśl 1851, St. Petersburg und Moskau 1876.


    Le Départ. Romance /paroles de Cervantes, traduites par Florian), A Madame Demory, Leipzig : Breitkopf & Härtel 1819.


    Six Romances avec accompaniment de Piano-forte: Peine et plaisir paroles de Mr. Serge Pouchkinn), Romance du Saule de Shakespeare, chantée par Desdemona dans Othello, Ballade (paroles de Mme Saint-Onge), Romance à la nuit (anon.), Le connois tu (paroles de Mr. de Bernis), Se spiegar (anon.) ; A Madame Henry Kamieńska, Leipzig: Breitkopf & Härtel ca. 1820, St. Petersburg: Dalmas 1820.


    Pieśń z wieży (Lied vom Turm), Adam Mickiewicz, St. Petersburg: Dalmas 1828


    Le chant de la Vilia, Adam Mickiewicz, St. Petersburg: Dalmas 1829, Paris 1865. (Ch. Ostrowski 14 18 Hymnes et chants nationaux polonais: 1797-1865)


    Śpiewka na dwa głosy „Ah! jakiż to piękny kwiatek" (Duett), Warschau 1829 „Melitele. Noworocznik" A.E. Odyniec (Hg.).


    Śpiewka na powrót wojsk polskich, Text: Jan Dmuszewski, Warschau: Letronne 1822.


    Complainte d’un aveugle qui demandoit l’aumone au Jardin des plantes a Paris, à Kazimiera Wołowska, Paris: Hanry 182?.


    Switezianka, Text : Adam Mickiewicz, a Joanna Zaleska, Moskau: Wenzel ca. 1828.


    Romance à Josephine, Paris: Hanry (o.J.).


    Lieder und Fragmente – Manuskripte in der Bibliothèque Polonaise de Paris.

    Repertoire

    Mit Ausnahme von Mozart und Beethoven spielte Maria Szymanowska vor allem die Musik ihrer Zeit. Entsprechend der Gewohnheit des damaligen Musiklebens führte sie in öffentlichen Konzerten mindestens ein Stück für Klavier und Orchester auf. Am häufigsten spielte sie die Klavierkonzerte (bzw. einzelne Sätze daraus) von Johann Nepomuk Hummel, August Klengel und John Field.

    Nachfolgend eine Liste der Werke, die Maria Szymanowska im Jahren 1822 bis 1830 in öffentlichen Konzerten spielte (nach Anna E. Kijas):


    Johann N. Hummel

    Klavierkonzert h-moll, op. 89

    Klavierkonzert a-moll, op.85

    Septet d-moll, op. 74

    Rondo Brillant, op. 98 (über russische Volksthemen)

    Potpourri D-Dur über Themen aus „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber

    Introduktion und Rondo

    andere Rondos


    August Klengel

    Klavierkonzert Nr.1

    Rondo für Orchester

    Rondo Brillant op. 98


    Ludwig van Beethoven

    Klaviertrio

    Klavierquintett op. 16


    John Field

    Klavierkonzert

    Rondo Nr. 6

    Nocturne


    Ferdinand Ries

    Variationen über „Rule Britannia“

    Fantasie


    Henri Herz

    Variationen über die Romanze des Joseph aus „Joseph in Ägypten“ von Etienne-Nicolas Méhul

    Duett für Harfe und Klavier


    Jan Dussek

    Klavierkonzert Nr. 12


    Luigi Cherubini

    Ouverture zur Oper „Anacreon“ für zwei Klaviere


    Wolfgang Amadeus Mozart

    Klavierquartett


    Prinz Louis Ferdinand

    Klavierquartett


    Friedrich Kalkbrenner

    Adagio


    François-Adrien Boieldieu

    Sonate für Violine und Klavier


    Michael K. Oginski

    Polonaise F-Dur (Polonaise Favorite)


    Laut ihren Konzertprogrammen führte sie ihre eigenen Werke selten öffentlich auf, höchstens als Zugaben, in den privaten Salonkonzerten dagegen spielte sie sie häufiger.

    Quellen

    Zeitschriften/Rezensionen


    Polnisch:


    Kurier Warszawski: 7 II, 31 III, 22 IV, 21 V, 8 VI 1822; 28 I, 17 II, 18 II, 29 III, 1 IV, 8 IV, 20 IV, 27 IV, 7 VI, 3 VIII, 3 X, 14 XI, 16 XI 1823; 10 I, 3 II, 19 II, 31 V, 10 VII, 30 VI, 8 VII 1824; 16 VII 1826; 7 I, 16 I, 8 II, 9 II, 19 II, 15 II 1827



    Gazeta Warszawska: 17 I, 18 I, 9 II 1827


    Gazeta Polska: Jg. 2 (17 I, 27 I, 4 II, 7 II, 9 II, 13 II 1827);



    Deutsch:


    Allgemeine musikalische Zeitung: 9 IX 1812 (S. 612-613), 1823 (S. 254, 760), 8 I 1824 (S. 19) November 1824 (S. 204); 1831 (S. 584)


    Intelligenz-Blatt zur allgemeinen musikalischen Zeitung April 1825 (S. 13), August 1831 (S. 584)


    Journal für Literatur, Kunst, Luxus und Mode: November 1823 (S. 848)


    Berlinische Nachrichten von Staats und Gelehrten Sachen: 13 XII 1823, 7 VI 1826 (S. 77-80)


    Neue Zeitschrift für Musik 12 I 1826 (S. 17)


    Berliner Allgemeine Musikalische Zeitung 7 VI 1826 (S. 177-179)



    Englisch:


    The Harmonicon: April 1824 (S. 73), June 1824 (S. 122), July 1824 (S. 133, 145), September 1825 (S. 164. 165), December 1825 (S. 234), V 1826 (S. 98-99), VI 1826 (S. 132), December 1826 (S. 241, 242-243), VIII 1827 (S. 164-165)


    The London Courier 13 VI 1824


    The Quarterly Musical Magazine and Review 1826 No. 29 (S. 74-75), 1827 (S. 253-254)



    Russisch:


    Moskowskiye Wyedomosti: Mai 1822


    Russkii invalid: 30 VI 1822


    Severnaya Pschela: 12 III, 17 III 1827; 14 IV 1828; 20 III, 22 III 1830; 18 VI, 19 VII 1831



    Französisch:


    Journal de St. Pétersbourg : 19 III, 22 III, 31 III ; ? IV, 24 XI 1827 ; 20 III 1830


    Bulletin du Nord : I 1828 (S. 69-71)


    Damskij Zhurnal : 16 I 1828



    Archive/Dokumente


    Bibliothèque Polonaise de Paris:

    Briefe 1815-1829 und andere Dokumente 



    Sekundärliteratur


    Mirski, Józef, Mirska, Maria. Maria Szymanowska. 1789-1831. Album. Kraków PWM 1953.


    Belza, Igor. Mariia Shimanovskaya. Moskau: Isdatelstwo Akademii nauk SSSR, 1956. (Poln. Übers. Jadwiga Ilnicka) Maria Szymanowska. Kraków PWM 1987.


    Iwanejko, Maria. Maria Szymanowska. Kraków: Polskie Wydawnictwo Muzyczne, 1959.


    Syga, Teofil, Szenic, Stanisław. Maria Szymanowska i jej czasy. Warszawa: PIW, 1960.


    Swartz, Anne. „Goethe and Szymanowska: The years 1823–1824 in Marienbad and Weimar“. In: Germano-Slavica 4 (1984), S. 321–329.


    Swartz, Anne.„Maria Szymanowska and the Salon Music of the early Nineteenth Century“. In: The Polish Review 30 (1985), S. 43–58.


    Swartz Anne. „Maria Szymanowska to Adam Mickiewicz. Unpublished letters from 1827“. In: Australian Slavonic and East European studies 5 (1991), S. 25–43.


    Skarbowski Jerzy. Sylwetki pianistów polskich: Jej arcymuzyczna Mość – Maria Szymanowska, Rzeszów 1996.


    Suchowiejko, Renata. Album musical de Maria Szymanowska. Kraków: Musica Iagellonica; Paris: Société Historique et Littéraire Polonaise, 1999.


    Harley, Maria Anna. „Chopin and Women Composers: Collaborations, Imitations, Inspirations”. In: The Polish Review 45 (2000), S. 29–32.


    Borchard, Beatrix. „Reisende Künstlerinnen im 19. Jahrhundert“. In: Le musicien et ses voyages, (= Music Life in Europe 1600–1900, Bd. 1: Concert et publics en Europe entre 1700 et 1920). (Hg.) Christian Meyer, Berlin 2003, S. 173–201.


    Fierro, Nancy. „Maria Agata Szymanowska“. In: New Historical Anthology of Music by Women. (Hg.) James R. Briscoe, Bloomington/Indianapolis 2004, S. 126–134.


    Kijas, Anna E. The concert tours of Maria Szymanowska, Tufts University, 2005.


    Dobrzański, Sławomir. Maria Agata Wołowska Szymanowska. Polish Music Center, Los Angeles, 2006.


    Gwizdalanka, Danuta. „Frauen in der polnischen Musikgeschichte“. In: Jahrbuch Musik und Gender 2 (2009), S. 39–50.


    Swartz, Anne „Music, the economy and society: Szymanowska’s career path in Russia in the 1820s“. In: Australian Slavonic and East European studies 23 (2009), S. 107–130.


    Kijas, Anna E. Maria Szymanowska (1789–1831). A Bio-Bibliography. Lanham, The Scarecrow Press, 2010.



    Links


    „Maria Szymanowska (1789–1831), a Woman of Europe". Website der Maria Szymanowska Gesellschaft: http://www.maria-szymanowska.eu


    Zu Goethe und Szymanowska:

    http://lesesaal.faz.net/walser/article.php?aid=37&bl=%2Fwalser%2Farticle_list.php%3Ftxtgrp%3D7


    Zu Chopin und Szymanowska:

    http://chopinwithcherries.blogspot.de/2011/11/on-szymanowska-and-chopin-in-paris.html


    Sławomir Dobrzański, „Maria Szymanowska and Frederic Chopin: Parallelism and Influence”. In: Polish Music Journal 5 (2002), http://www.usc.edu/dept/polish_music/PMJ/issue/5.1.02/dobrzanski.html


    Sammlung von Porträts Maria Szymanowskas:

    http://spb-mitrofan-society.org/polski/szymanowska_pl.php

    Forschung

    Maria Szymanowska stammt aus einer reichen, akkulturierten jüdischen Familie, ähnlich wie Fanny Hensel. Die Einstellung beider Familien zur künstlerischen Karriere einer Frau war jedoch sehr unterschiedlich, wobei offen bleibt, ob die Unterstützung, die Maria Szymanowska seitens der Familie erfuhr, individueller und damit singulärer Natur war oder ob sie Ergebnis einer polnischen Tradition war. Es gibt bislang keine Untersuchungen dazu, welche Rolle die Erziehung von Mädchen in akkulturierten jüdischen Familien spielte.

    Forschungsbedarf

    Es liegen bislang biografische Studien sowie einige Analysen ihrer Werke vor. Eine intensivere Auswertung der zahlreichen Quellen, Manuskripte und Aufnahmen steht allerdings noch aus.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 79200325
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117392359
    Library of Congress (LCCN): n79089412
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Danuta Gwizdalanka


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 13.03.2013


    Empfohlene Zitierweise

    Danuta Gwizdalanka, Artikel „Maria Szymanowska“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 13.3.2013.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Maria_Szymanowska