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  • Margaret Bennet

    von Silke Wenzel
    Die Pianistin und Komponistin Margaret Bennett. Undatierte Fotographie
    Namen:
    Margaret Bennet
    Ehename: Margaret Frances Bevan
    Varianten: Margaret Bevan, Margaret Bennett, Margaret Frances Margaret Bennet, Margaret Frances Margaret Bevan, Margaret Frances Margaret Bennett
    Lebensdaten:
    geb. in Stoke-On-Trent, England
    gest. in Bramley Hill, Croydon, England
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Komponistin
    Charakterisierender Satz:

    „The most commendable novelties produced at the concert given by the students of the Royal Academy of Music on the 15th ult., at St. James’s Hall, were a ‚Romance’ and ‚Caprice’ for violin and pianoforte, by Miss F. Margaret Bennett, by whom and Miss Marjorie Hayward they were admirably played.“


    („Die verdienstvollsten Neuheiten, die beim Konzert der Studenten der Royal Academy of Music am 15. des Vormonats in der St. James’s Hall dargebracht wurden, waren eine ‚Romance’ und eine ‚Caprice’ für Violine und Klavier von Fräulein F. Margaret Bennett, von der die beiden Stücke gemeinsam mit Fräulein Marjorie Hayward bewundernswert gespielt wurden.“)


    („The Musical Times“ vom 1. Dezember 1901, S. 819)


    Profil

    Die Pianistin und Komponistin Margaret Bennett studierte von 1901 bis 1906 an der Royal Academy of Music in London und konnte sich bereits während ihres Studiums im Londoner Musikleben etablieren. Sie konzertierte in den Studierendenkonzerten der Royal Academy und präsentierte dort mehrere ihrer Kompositionen, die von Rezensenten der „Musical Times“ überaus positiv besprochen wurden, darunter Lieder, Stücke für Violine und Klavier sowie ein Streichoktett. Auch ihre eigenen Konzerte, die sie ab 1904 in der Londoner Bechstein Hall veranstaltete, stießen auf breite Resonanz. Nach ihrer Heirat 1907 trat Margaret Bennett nur noch vereinzelt auf, blieb ihrem Instrument jedoch zeitlebens verbunden. In den Jahren 1923 und 1925 gab sie nochmals eigene Konzerte in der Londoner Wigmore Hall und spielte noch 1943 das Klavierkonzert a-Moll op. 16 von Edward Grieg in einer Konzertreihe, die sie vermutlich selbst in der Kirche, in der ihr Mann wirkte, der Balham Congregational Church, organisiert hatte.


    Von ihren Kompositionen, die überwiegend während ihrer Studienzeit entstanden, sind die beiden Lieder „Imogen“ und „Messmalés“ nach Texten von Sir Henry Newbolt, zwei Klavierwerke, „Barcarolle et Valse“ und „Variations“ über „Drink to me only with thine eyes“ sowie ein Klaviertrio d-Moll in Autographen erhalten. Im Jahr 1902 erschienen außerdem unter dem Namen Margie Bennett „Vier Lieder für eine Singstimme mit Clavierbegleitung op. 19“ im Berliner Musikverlag Ries & Erler, bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls um Kompositionen von Margaret Bennett handelt.

    Orte und Länder

    Margaret Bennett wurde in Stoke-On-Trent geboren. Von 1901 bis 1906 studierte sie an der Royal Academy of Music in London und ließ sich in dieser Zeit in London nieder. In den folgenden Jahren konzertierte sie vereinzelt u. a. in Cambridge und Stone (Grafschaft Staffordshire) sowie nochmals in den 1920er Jahren in London. Den Wirkungsorten ihres Mannes folgend lebte sie von 1907 bis 1911 in Stone, von 1911 bis 1916 in Cambridge, von 1916 bis 1921 in Birmingham und von 1921 bis 1946 im Londoner Stadtbezirk Balham. Nach dem Tod ihres Mannes 1946 zog Margaret Bennett zunächst nach Folkestone in der Grafschaft Kent und ließ sich 1952 in Croydon in der Grafschaft Surrey (heute Greater London) nieder. Sie starb in Bramley Hill, Croydon.

    Biografie

    Margaret Bennett wurde am 24. Januar 1883 in Stoke-On-Trent in Mittelengland als Tochter des Congregationalist Minister Reverend Henry Edward Bennett (1851-?) und seiner Frau Fanny Ada Vaughan (1848-?) geboren. Sie war das dritte von insgesamt vier Kindern.


    Von 1901 bis 1906 studierte Margaret Bennett Klavier und Komposition an der Royal Academy of Music; ihre Lehrer sind derzeit nicht bekannt. Von Beginn ihres Studiums an war Margaret Bennett regelmäßig in den Studierendenkonzerten der Royal Academy präsent und wurde dabei sowohl als Pianistin als auch als Komponistin anerkannt. So wurden z. B. zwei ihrer Stücke bei einem der Konzerte im November 1901 in der Londoner St. James’s Hall aufgeführt. Die Geigerin Marjorie Hayward spielte gemeinsam mit Margaret Bennett deren „Romance“ und „Caprice“ für Violine und Klavier, und die „Musical Times“ rezensierte: „The most commendable novelties produced at the concert given by the students of the Royal Academy of Music on the 15th ult., at St. James’s Hall, were a ‚Romance’ and ‚Caprice’ for violin and pianoforte, by Miss F. Margaret Bennett, by whom and Miss Marjorie Hayward they were admirably played.“ („Die verdienstvollsten Neuheiten, die beim Konzert der Studenten der Royal Academy of Music am 15. des Vormonats in St. James’s Hall hervorgebracht wurden, waren eine ‚Romance’ und eine ‚Caprice’ für Violine und Klavier von Fräulein F. Margaret Bennett, von der sowie von Fräulein Marjorie Hayward sie bewundernswert gespielt wurden.“; „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1901, S. 819) Bei einem weiteren Studierendenkonzert am 24. Februar 1902, wiederum in der St. James’s Hall, spielte Margaret Bennett die Barcarolle Fis-Dur op. 60 von Frédéric Chopin – „Miss Margaret Bennett, a pianist of some promise, played Chopin’s Barcarolle with thoroughly good taste“ („Fräulein Margaret Bennett, eine ziemlich vielversprechende Pianistin, spielte Chopins Barcarolle mit durchweg gutem Geschmack.“; „The Times“ vom 25. Februar 1902, S. 8) –, und auch in den Studierendenkonzerten der Jahre 1903 und 1904 trat sie als Pianistin auf (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1903, S. 808; vom 1. Mai 1904, S. 315). Bei einem weiteren Konzert der Royal Academy im April 1905 in der Londoner Queen’s Hall wurden zwei ihrer Lieder aufgeführt, darunter das Lied „Imogen“ sowie vermutlich „Messmalés“, beide nach Texten von Sir Henry Newbolt. Die „Musical Times“ schrieb über die Kompositionen: „The students of the Royal Academy of Music gave an excellent account of themselves at their concert [...]. Two MS. songs by Margaret Bennett testified to taste and imagination, particularly that named ‚Imogen.’“ („Die Studenten der Royal Academy of Music legten bei ihrem Konzert herausragend Rechenschaft über sich selbst ab […]. Zwei handschriftliche Lieder von Margaret Bennett zeugten von Geschmack und Fantasie, insbesondere das mit dem Titel ‚Imogen.’“; „The Musical Times“ vom 1. Mai 1905, S. 330) Die Autographe beider Lieder sind erhalten (vgl. Materialsammlung), das Lied „Imogen“ hatte Margaret Bennett zudem orchestriert.


    Beim großen Orchesterkonzert der Royal Academy am 3. April 1906, wiederum in der Londoner Queen’s Hall, trat Margaret Bennett als Solistin mit Camille Saint-Saëns’ Klavierkonzert c-Moll op. 44 unter der Leitung von Sir Alexander Mackenzie auf (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Mai 1906, S. 334), und im November 1906 wurde ihr „Andante und Allegro“ für Streichoktett im Rahmen eines Studierendenkonzertes in der Queen’s Hall von der Kammermusikklasse unter der Leitung von Frederick Corder aufgeführt. Die „Musical Times“ rezensierte: „There was the usual proportion of students’ compositions in the programme of the Royal Academy of Music’s students’ chamber concert, given yesterday afternoon at the Queen’s-hall. Miss F. Margaret Bennett, a grand-daughter, by the way, of Sir W. Sterndale Bennett, was responsible for the most elaborate of these works. Her andante and allegro for strings was originally conceived for string octet; hence there is a good deal of eight-part writing in it. On the whole the polyphony was not very successful [...]; but the music is otherwise agreeable and distinctly melodious.“ („Es gab den üblichen Anteil an Kompositionen von Studierenden im Programm des Kammerkonzertes der Royal Academy of Music, das gestern Nachmittag in der Queen’s-hall stattfand. Fräulein F. Margaret Bennett, übrigens eine Enkelin von Sir W. Sterndale Bennett, war für die kunstvollsten unter diesen Werken verantwortlich. Ihr Andante und Allegro für Streicher war ursprünglich für Streichoktett konzipiert; deshalb findet sich ziemlich viel achtstimmige Technik darin. Insgesamt war die Polyphonie nicht sehr erfolgreich […]; doch die Musik ist andererseits annehmlich und deutlich melodiös geprägt.“; „The Musical Times“ vom 20. November 1906, S. 12; vgl. auch „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1906, S. 832) Demnach war Margaret Bennett eine Enkelin des Komponisten, Pianisten und Dirigenten Sir William Sterndale Bennett (1816-1875), der u. a. von 1866 bis zu seinem Tod die Royal Academy of Music geleitet hatte. (Diese Angabe konnte bislang nicht verifiziert werden, fest steht jedoch, dass Margaret Bennett 1917 in Cambridge zu Ehren seines 100. Geburtstages konzertierte und 1920 den Vorsitz für die Verleihung des „William Sterndale Bennett Prize“ übernahm.)


    Zu ihren Kompositionen, die zwischen 1901 und 1906 entstanden, gehören mehrere Lieder, u. a. nach Texten von Sir Henry Newbolt, „Romance et Caprice“ für Violine und Klavier und ein „Andante und Allegro“ für Streichoktett. In einem Teilnachlass von ihr sind ferner eine „Barcarolle et Valse“ für Klavier vierhändig vom Februar 1902, ein Klaviertrio d-Moll und „Variations for Pianoforte“ über „Drink to me only with thine eyes“ erhalten (siehe Forschungsinformationen und Materialsammlung). Im Jahr 1902 erschienen unter dem Namen Margie Bennett „Vier Lieder für eine Singstimme mit Clavierbegleitung op. 19“ (englisch/deutsch) im Berliner Musikverlag Ries & Erler (Nr. 1 Die Brücke – Nr. 2 Auf Flügeln des Gesanges – Nr. 3 Die Spröde – Nr. 4 Lied des Gefangenen). Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich auch dabei um Kompositionen von Margaret Bennett.


    Während ihres Studiums wurde Margaret Bennett mehrfach mit Preisen und Stipendien im Fach Klavier ausgezeichnet: Im Dezember 1904 erhielt sie das begehrte „Cipriano-Potter-Exhibition for female pianists“, im April 1905 gewann sie den „Louise Hopkins Memorial Prize“ und im Juli 1905 wurde ihr die „Walter Macfarren Gold Medal“ überreicht (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Januar 1905, S. 42; vom 1. Mai 1905, S. 330; vom 1. August 1905, S. 544). Nach ihrem Abschluss erhielt sie den Titel einer „Associate of the Royal Academy of Music“ (A.R.A.M.).


    Noch vor ihrem Abschluss an der Royal Academy begann Margaret Bennett regelmäßig öffentlich zu konzertieren und veranstaltete ab 1904 eigene Konzerte, u. a. in der Londoner Bechstein Hall. Beim ersten dieser Konzerte, das im November 1904 stattfand, spielte sie Wolfgang Amadeus Mozarts Fantasie c-Moll für Klavier KV 475, Ludwig van Beethovens Klaviersonate E-Dur op. 109 und Robert Schumanns Allegro für Klavier h-Moll op. 8 sowie Werke von Frédéric Chopin und Franz Liszt. Die „Times“ zeigte sich begeistert: „On Thursday afternoon Miss Margaret Bennett gave a remarkably successful piano recital in Bechstein-hall, when she played a number of fairly familiar things in a style that spoke of strong musical instinct, a sound training, and a very real gift of interpretation. Her readings of what she played were always interesting, never affected or exaggerated, and the spirit of each work was accurately caught and conveyed to the audience. Mozart’s fantasia in C minor [...] Beethoven’s sonata in E, op. 109, and Schumann’s seldom-heard allegro, op. 8, were all admirably played, with beautiful touch and phrasing, and groups of pieces by Chopin and Liszt were given with complete success.“ („Am Donnerstag Nachmittag gab Fräulein Margaret Bennett ein bemerkenswert erfolgreiches Klavierkonzert in der Bechstein-hall, wo sie eine Reihe ziemlich bekannter Sachen in einem Stil spielte, der ein starkes musikalisches Gespür, eine gründliche Ausbildung und eine wahrhaftige Begabung in der Interpretation bezeugte. Ihre Lesarten der Stücke, die sie spielte, waren immer interessant, niemals affektiert oder übertrieben, und der Geist von jedem Werk wurde sorgfältig aufgefangen und dem Publikum vermittelt. Mozarts Fantasie in c-Moll [...], Beethovens Sonate in E-Dur op. 109 und Schumanns selten gehörtes Allegro op. 8 wurden bewundernswert schön im Anschlag und in der Phrasierung gespielt und Stücke von Chopin und Liszt wurden mit vollem Erfolg dargeboten.“; „The Times“ vom 26. November 1904, S. 10) Ein Jahr später, im November 1905, standen u. a. Robert Schumanns Fantasie für Klavier C-Dur op. 17, Frédéric Chopins Scherzo h-Moll op. 20 und Ludwig van Beethovens „Sechs Variationen über ein Originalthema“ F-Dur op. 34 sowie Werke von Franz Liszt und Carl Tausig auf dem Programm: „Miss Margaret Bennett gave a successful pianoforte recital in Bechstein-hall on Thursday afternoon, in the course of which her progress in effectiveness was clearly manifested. She does not often go below the surface of such things as Schumann’s Fantasie, op. 17, but her reading of the work was superficially very good, and, on the whole, remarkably accurate. [...] Chopin’s scherzo in B minor was played with [...] insight and very brilliantly; the beautiful theme of the trio was phrased admirably. Beethoven’s Variations in F, op. 34, some other pieces by Chopin, and some by Liszt and Tausig completed the programme.“ („Fräulein Margaret Bennett gab ein erfolgreiches Klavierkonzert in der Bechstein-hall am Donnerstag Nachmittag, im Zuge dessen sich ihr Fortschritt im Wirkungsvollen deutlich offenbarte. Sie geht nicht oft unter die Oberfläche von solchen Stücken wie Schumanns Fantasie op. 17, aber ihre Lesart des Werkes war oberflächlich sehr gut und insgesamt bemerkenswert akkurat. […] Chopins Scherzo in h-Moll wurde mit [...] Einsicht und sehr brillant gespielt; das schöne Thema des Trios wurde bewundernswert phrasiert. Beethovens Variationen in F-Dur op. 35, einige andere Stücke von Chopin sowie einige von Liszt und Tausig vervollständigten das Programm.“; „The Times“ vom 4. November 1905, S. 12) Im Juni 1906 beteiligte sich Margaret Bennett an einem Konzert des Geigers Albert Cazabon in der Londoner Steinway Hall und übernahm dabei den Klavierpart in Ludwig van Beethovens Sonate für Violine und Klavier F-Dur op. 24 (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Juli 1906, S. 489).


    Am 31. Dezember 1907 heiratete Margaret Bennett Reverend John Bevan (1877-1946). Aus der Ehe ging eine Tochter, Celia Margaret Bevan (1910-1968) hervor (vgl. The Jameson/Stanley family tree). Die Familie lebte – den jeweiligen Wirkungsorten von John Bevan folgend – von 1907 bis 1911 in Stone, von 1911 bis 1916 in Cambridge, von 1916 bis 1921 in Birmingham und anschließend von 1921 bis 1946 im Londoner Stadtteil Balham.


    In den folgenden Jahren sind Konzerte von Margaret Bennett nur noch vereinzelt zu belegen; bei ihren öffentlichen Auftritten behielt sie meistens ihren Geburtsnamen bei. So gab sie z. B. im März 1910 ein eigenes Konzert in Stone (Staffordshire) in der Nähe ihrer Heimatstadt Stoke-On-Trent (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1910, S. 254), und veranstaltete am 25. Mai 1916 ein Konzert in Cambridge, bei dem u. a. Werke von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt, Arnold Bax und Claude Debussy auf dem Programm standen (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Juli 1916, S. 342). Am 30. November 1916 spielte sie das Klavierkonzert f-Moll op. 19 vom Sir William Sterndale Bennett mit der Cambridge University Society unter der Leitung von Dr. Rootham anlässlich des 100. Geburtstags von William Sterndale Bennett. Ebenfalls auf dem Programm standen César Francks „Variations symphoniques“ für Klavier und Orchester FWV 46: „The centenary of the birth of Sir William Sterndale Bennett, sometime Professor of Music in the University, was celebrated on November 30, when his Pianoforte Concerto in F minor was performed by the University Musical Society. Miss Margaret Bennett was the pianist, and she also played with the orchestra César Franck’s Symphonic Variations. [...] Dr. Rootham occupied his accustomed place as conductor, and he is heartily to be congratulated on the success of the performance.“ („Die Hundertjahrfeier zum Geburstag von Sir William Sterndale Bennett, ehemals Professor für Musik an der Universität, wurde am 30. November gefeiert, als sein Klavierkonzert in f-Moll von der University Musical Society aufgeführt wurde. Fräulein Margaret Bennett war die Pianistin und sie spielte mit dem Orchester auch César Francks ‚Variations symphoniques’. […] Dr. Rootham nahm seinen gewohnten Platz als Dirigent ein und ihm ist herzlich zum Erfolg der Aufführung zu gratulieren.“; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1917, S. 37) Im März 1920 war Margaret Bennett die Vorsitzende der Jury für den „Sterndale Bennett Prize“ für Klavier (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1920, S. 267).


    Nachdem die Familie 1921 zurück nach London gezogen war, veranstaltete Margaret Bennett nochmals mindestens zwei eigene große Konzerte in der Wigmore Hall, eines am 25. Oktober 1923, ein weiteres am 16. Dezember 1925. Neben dem klassisch-romantischen Repertoire spielte sie dabei auch Stücke ihres ehemaligen Kommilitonen Arnold Bax, des Musikpädagogen Tobias Matthay und weiteren Komponisten wie Felix Blumenfeld und Nikolai Medtner. Beim ersten Konzert standen Wolfgang Amadeus Mozarts Fantasie c-Moll KV 475, Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge B-Dur (BWV 866) und D-Dur (BWV 850) aus dem „Wohltemperierten Klavier“, dessen Präludium und Fuge für Orgel D-Dur BWV 532 in der Klaviertranskription von Eugène d’Albert und Frédéric Chopins Klaviersonate b-Moll op. 35 auf dem Programm sowie weitere Stücke von Tobias Matthay, Nikolai Karlowitsch Medtner, Leo Livens und Franz Liszt. Das Programm des zweiten Konzertes umfasste die Klaviersonate A-Dur KV 331 von Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms’ „Variationen über ein Thema von Paganini“ a-Moll op. 35, die Klaviersonate h-Moll von Franz Liszt sowie Stücke von Arnold Bax, Felix Michaelowitsch Blumenfeld, Tobias Matthay und Ernst von Dohnányi (vgl. Ankündigungen in „The Times“ vom 22. Oktober 1923, S. 10; vom 14. Dezember 1925, S. 12 sowie die Konzertprogramme in der Materialsammlung).


    Nach Auskunft ihrer Nachfahren spielte Margaret Bennett bis zu ihrem Tod regelmäßig Klavier und widmete sich in späteren Jahren vor allem dem Werk Johann Sebastian Bachs (s. „Forschungsinformationen“). Öffentliche Konzerte sind nicht mehr nachzuvollziehen, mit einer einzigen Ausnahme: Im November 1943 trat Margaret Bennett nochmals im Rahmen einer Konzertreihe auf, die in der Kirche ihres Mannes, der Balham Congregational Church, veranstaltet und möglicherweise von ihr selbst organisiert wurde. Dabei spielte sie das Klavierkonzert a-Moll op. 16 von Edward Grieg. Die Notiz in der „Musical Times“ lautete: „At Balham Congregational Church, S. W., organ and piano recitals have been given at which the following works were performed Busoni’s Concertstück (Rosamund Ley), Grieg’s Piano Concerto (Margaret Bevan), and Haydn’s Piano Concerto in G (Peter Katin). Organ solos were played by Mr. G. F. Lewis, the organist of the church. It is hoped to continue the recitals with Liszt’s Piano Concertos in A and E flat, Schumann’s a minor, and Franck’s Symphonic Variations.“ („In Balham Congregational Church, S. W. wurden Orgel- und Klaviervorträge dargeboten, bei denen folgende Werke aufgeführt wurden: Busonis Concertstück (Rosamund Ley), Griegs Klavierkonzert (Margaret Bevan) und Haydns Klavierkonzert in G-Dur (Peter Katin). Orgelsoli wurden von Herrn G. F. Lewis, dem Organisten der Kirche, gespielt. Es gibt die Hoffnung, die Konzerte mit den Klavierkonzerten von Liszt in A-Dur und Es-Dur, von Schumann in a-Moll und Francks Variations Symphoniques fortzusetzen.“; „The Musical Times“ vom November 1943, S. 342)


    Nach dem Tod ihres Mannes 1946 lebte Margaret Bennett zunächst in Folkestone in der Grafschaft Kent und ließ sich 1952 in Croydon in der Grafschaft Surrey (heute Greater London) nieder. Dort starb sie in Bramley Hill am 27. April 1959.

    Werkverzeichnis

    Lieder


    Imogen. Für eine Singstimme mit Klavierbegleitung nach einem Text von Sir Henry Newbolt (UA 1905, Autograph erhalten; eine orchestrierte Fassung ist verschollen).


    Messmalés. Für eine Singstimme mit Klavierbegleitung nach einem Text von Sir Henry Newbolt (UA 1905, Autograph erhalten).


    Unter dem Namen „Bennett, Margie“: Vier Lieder für eine Singstimme mit Clavierbegleitung op. 19 (englisch/deutsch). Berlin: Ries & Erler, 1902.

    Nr. 1 Die Brücke – Nr. 2 Auf Flügeln des Gesanges – Nr. 3 Die Spröde – Nr. 4 Lied des Gefangenen



    Klavierwerke


    Variations for Pianoforte on „Drink to me only with thine eyes“ (Autograph erhalten)


    Barcarole and Valse. Für Klavier zu vier Händen (Autograph erhalten, datiert: „2.1902“)



    Kammermusik


    Klaviertrio d-Moll (Autograph erhalten)


    Romance and Caprice. Für Violine und Klavier (UA 1901, verschollen)


    Andante und Allegro für Streichoktett (UA 1906, verschollen)

    Repertoire

    Eine Repertoireliste von Margaret Bennett kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden. Nachgewiesen sind – neben Aufführungen ihrer eigenen Kompositionen – Aufführungen der folgenden Werke:


    Bach, Johann Sebastian. Präludium und Fuge Nr. 21 B-Dur (BWV 866) (aus: „Das Wohltemperierte Klavier“, Bd. 1)

    Bach, Johann Sebastian. Präludium und Fuge Nr. 5 D-Dur (BWV 850) (aus: „Das Wohltemperierte Klavier“, Bd. 1)

    Bach, Johann Sebastian. Präludium und Fuge für Orgel D-Dur BWV 532 in der Klaviertranskription von Eugène d’Albert


    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate Nr. 30 E-Dur op. 109

    Beethoven, Ludwig van. „Sechs Variationen über ein Originalthema“ F-Dur op. 34

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violine und Klavier Nr. 5 F-Dur op. 24 („Frühlings-Sonate“)


    Bennett, William Sterndale. Klavierkonzert Nr. 4 f-Moll op. 19

    Brahms, Johannes. „Variationen über ein Thema von Paganini“ a-Moll op. 35


    Chopin, Frédéric. Barcarolle Fis-Dur op. 60

    Chopin, Frédéric. Scherzo Nr. 1 h-Moll op. 20

    Chopin, Frédéric. Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 35


    Franck, César. „Variations symphoniques“ für Klavier und Orchester FWV 46


    Grieg, Edward. Klavierkonzert a-Moll op. 16


    Liszt, Franz. Klaviersonate h-Moll Searle 178


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Fantasie c-Moll KV 475


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate Nr. 11 A-Dur KV 331 („Alla Turca“)


    Saint-Saëns, Camille. Klavierkonzert Nr. 4 c-Moll op. 44


    Schumann, Robert. Allegro für Klavier h-Moll op. 8


    Schumann, Robert. Fantasie für Klavier C-Dur op. 17


    Weitere Werke von Arnold Bax, Ludwig van Beethoven, Felix Blumenfeld, Frédéric Chopin, Claude Debussy, Ernst von Dohnányi, Franz Liszt, Leo Livens, Tobias Matthay, Nikolai Medtner, Felix Mendelssohn Bartholdy und Carl Tausig

    Quellen

    Literatur


    The Jameson/Stanley family tree. http://www.jameson.co.uk/familytree/default.htm (Stand: 19. September 2012)



    Zeitungsartikel und Konzertrezensionen


    The Musical Times vom 1. Dezember 1901, S. 819.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1903, S. 808.

    The Musical Times vom 1. Mai 1904, S. 315.

    The Musical Times vom 1. Januar 1905, S. 42.

    The Musical Times vom 1. Mai 1905, S. 330.

    The Musical Times vom 1. August 1905, S. 544.

    The Musical Times vom 1. Mai 1906, S. 334.

    The Musical Times vom 1. Juli 1906, S. 489.

    The Musical Times vom 20. November 1906, S. 12.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1906, S. 832.

    The Musical Times vom 1. April 1910, S. 254.

    The Musical Times vom 1. Juli 1916, S. 342.

    The Musical Times vom 1. Januar 1917, S. 37.

    The Musical Times vom 1. April 1920, S. 267.

    The Musical Times vom November 1943, S. 342.


    The Times vom 25. Februar 1902, S. 8.

    The Times vom 26. November 1904, S. 10.

    The Times vom 4. November 1905, S. 12.

    The Times vom 22. Oktober 1923, S. 10.

    The Times vom 14. Dezember 1925, S. 12.


    Links

    http://www.jameson.co.uk/familytree/default.htm (Stand: 19. September 2012)

    Die Seite „The Jameson/Stanley family tree“ enthält Geburts- und Sterbedaten sowie weitere genealogische Informationen zu Margaret Bennett.

    Forschung

    Der Enkelin Margaret Bennetts, Diana Metzner (Volkach), verdanke ich wertvolle Hinweise auf die Herkunft und den Lebensweg Margaret Bennetts sowie die Möglichkeit, einen Teilnachlass mit Kompositionen auszuwerten. Die im Teilnachlass autograph erhaltenen Kompositionen wurden dem Forschungszentrum Musik und Gender an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover übergeben.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Margaret Bennett umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und Kompositionen sowie ihre Kontakte innerhalb des englischen Musiklebens.

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Margaret Bennet“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom ...
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Margaret_Bennet