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  • Maddalena Sirmen

    von Anja Morgenstern
    Namen:
    Maddalena Sirmen
    Geburtsname: Maddalena Laura Lombardini
    Lebensdaten:
    geb. in Venedig, Italien
    gest. in Venedig, Italien

    Die in „Musik in Geschichte und Gegenwart“, 2. Auflage, Personenteil, Band 16, Sp. 369 angegeben Lebensdaten sind falsch.
    Tätigkeitsfelder:
    Geigerin, Sängerin, Komponistin
    Charakterisierender Satz:

    „Le concert spirituel a été fort brillant aujourd’hui; les amateurs y ont été attirés par le spectacle d’une femme jouant du violon. Mad. Sireman, Vénitienne jeune & jolie, a exécuté avec son mari un concerto de leur composition. […] Elle a été fort applaudie. On a trouvé de la vérité, de la pureté, de la gentillesse dans son jeu. Elle a surtout mis dans l’adagio cette sensibilité qui caractérise si bien son sexe. Cependant, le violon est poussé aujourd’hui à un tel degré de perfection, qu’on ne peut dire que cette virtuose surpasse les grands maîtres, ou même les égale.”


    („Das heutige Konzert war brillant. Bei den Musikliebhabern erregte eine Geigerin besonderes Aufsehen. Madame Sirmen, eine hübsche, junge Frau aus Venedig, spielte gemeinsam mit ihrem Ehemann ein Konzert von ihrer eigenen Komposition. [...] Ihr wurde stark applaudiert. Wir fanden Wahrheit, Reinheit und Gefälligkeit in ihrem Spiel; sie verlieh dem Adagio die Sensibilität, die ihrem Geschlecht so eigen ist. Dennoch, sie spielte die Violine in solch einem hohen Grad an Perfektion, dass wir nur sagen können, dass die Virtuosin den großen Meistern gleicht wenn nicht sie sogar übertrifft.“)


    Kritik des ersten Konzertes von Maddalena Sirmen in den Concerts Spirituels in Paris am 15. August 1768, in: Louis Petit des Bachaumont, „Mémoires secrets, pour servir à l’histoire de la république en France, Bd. 19, S. 14-15, zit. n. Baldauf-Berdes, Violin Concertos, 1991, S. XIX.


    Profil

    Maddalena Sirmen ist heute vor allem als Schülerin von Giuseppe Tartini und im Zusammenhang mit dem berühmten Brief vom 5. März 1760 bekannt, den der Lehrer ihr in Form einer Geigenstunde schrieb. Sie war als Geigenvirtuosin vor allem in Paris und London sehr geschätzt und gab eigene Kompositionen in Druck. Außerdem trat sie auf verschiedene europäischen Bühnen als Sängerin auf.

    Orte und Länder

    Ihre musikalische Ausbildung erhielt Maddalena Sirmen in ihrer Geburtsstadt Venedig, im Osepdale dei Mendicanti. Von hier aus reiste sie nachweislich dreimal nach Padua zum Geigenunterricht bei Giuseppe Tartini. Nach ihrer Heirat trat sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Geiger Lodovico Sirmen, in Faenza, Turin und Paris auf. Dreimal (1771, 1772, 1773) gastierte sie in London und wirkte als Sängerin auch in London, Dresden und St. Petersburg. Am Ende ihrer Karriere trat sie noch einmal wenig erfolgreich in Paris als Geigerin auf. Danach lebte sie zunächst in Ravenna, zuletzt – ab 1798 – in Venedig.

    Biografie

    Maddalena Sirmen wurde am 9. Dezember 1745 als Maddalena Lombardini in Venedig geboren. 1753 wurde sie in das dortige Ospedale dei Mendicanti aufgenommen, wo sie bis 1767 verblieb. Neben der musikalischen Ausbildung in Gesang, Klavier- und Violinspiel sowie Musiktheorie in diesem Institut erhielt sie auch Geigenunterricht von Giuseppe Tartini in Padua. Kurz vor dem ersten persönlichen Kontakt schrieb Tartini den an sie gerichteten, in Form einer Geigenstunde abgefassten berühmten Brief, der auf den 5. März 1760 datiert ist.

    Im Herbst 1767 heiratete sie den Geiger Lodovico Sirmen (1738-1812). Gemeinsam verließen sie Venedig im Herbst 1767 und begaben sich auf Konzertreise. Maddalena Sirmen konzertierte in Faenza und Turin, bevor sie im Sommer 1768 in Paris eintraf. Hier gab Maddalena Sirmen am 15. August 1768 ihr Debüt als Geigerin in den Concerts Spirituels. Sie spielte zusammen mit ihrem Mann ein Doppelkonzert, möglicherweise ein Gemeinschaftswerk. Insgesamt trat sie in der französischen Metropole sechs Mal mit größtem Beifall auf, zuletzt am 25. März 1769. In Paris veröffentlichte sie auch erste Kompositionen (sechs Trios op. 1 und sechs Streichquartette op. 3).

    Anfang 1771 reiste Maddalena Sirmen – ab diesem Zeitpunkt stets ohne ihren Ehemann – erstmals nach London und nahm als Geigenvirtuosin am vielfältigen Konzertleben teil. Ihr Debüt als Geigerin gab sie im Rahmen einer Aufführung des Oratoriums „Gios Re di Giuda“ von Johann Christian Bach im King’s Theatre am 10. Januar 1771. In London trat sie bis Ende Mai in weiteren Oratorienaufführungen sowie im Opernhaus Coventgarden, vermutlich auch in den Bach-Abel-Konzerten und in privaten Akademien auf. Außerdem veranstaltete sie ein eigenes Benefizkonzert (15. April 1771). In diesem Jahr brachte John Welcker in London ihre sechs Trios op. 1 neu heraus. Maddalena Sirmen kehrte in den folgenden Jahren noch zwei Mal nach London jeweils zu den Konzertsaisons zurück. 1772 begann der Londoner Verleger William Napier mit der Herausgabe ihrer Violinkonzerte, die 1773 abgeschlossen wurde. 1773 veröffentlichte sie in London erstmals auch ihre sechs Duette op. 4. Im gleichen Jahr erschienen die Violinkonzerte in einer Bearbeitung für Cembalo von Tommaso Giordani. Während ihres dritten Londonaufenthaltes trat Maddalena Sirmen im King’s Theatre auch als Sängerin auf, was laut Charles Burney ihrem Ruf als Violinvirtuosin eher schadete (siehe auch „Rezeption“).

    Im November 1774 gastierte sie als Geigerin erneut in Turin. In den Jahren 1775 und 1776 ist sie an mehreren italienischen Opernhäusern als Sängerin nachgewiesen. Ende 1779 verließ sie Italien und ging an die Oper des Dresdener Hofs. Im Frühjahr 1783 erhielt sie einen Ruf an den Hof von St. Petersburg und reiste, diesmal wieder in Begleitung ihres Mannes, der inzwischen in Ravenna lebte, nach Russland. Hier trat sie sowohl als Geigerin als auch als Sängerin in Erscheinung. Im September 1784 verließ Maddalena Sirmen den russischen Zarenhof. Bei ihrem letzten Aufenthalt in Paris 1785 konnte sie nicht mehr an ihre frühen Erfolge als Geigerin anknüpfen und beendete ihre Solokarriere. Sie kehrte nach Italien zurück und lebte ab 1789 in Venedig, wo sie am 18. Mai 1818 starb.

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    Maddalena Sirmen wurde als Maddalena Lombardini am 9. Dezember 1745 in Venedig geboren. 1753 stellten ihre Eltern am Ospedale dei Mendicanti ein Aufnahmegesuch. Dieses Haus gehörte zu den vier berühmten karitativen Einrichtungen Venedigs, die bedürftigen Mädchen eine exzellente musikalische Ausbildung boten (vgl. Jane L. Baldauf-Berdes. Women Musicians of Venice. Musical Foundations 1525-1855, Oxford: Clarendon Press 1993). Am 21. September 1753 wurde sie mit 18 Ja- und 15 Neinstimmen aufgenommen. Seit 1752 war Ferdinando Bertoni „Maestro di coro“. Bei der Ausbildung der jungen Zöglinge, der so genannten „figlie di coro“, standen ihm Antonio Barbieri als Gesangs- und Antonio Martinelli als Instrumentallehrer zur Seite. Außerdem erhielten die jüngeren Mädchen Unterricht von fortgeschrittenen Ensemblemitgliedern. Maddalena Sirmen wurde am Ospedale dei Mendicanti in Gesang, Klavier- und Violinspiel sowie Musiktheorie unterrichtet. Möglicherweise erhielt sie von Bertoni auch Kompositionsunterricht. Dieser gehörte nicht zur allgemeinen Musikausbildung an den Ospedali – offenkundig war Maddalena Sirmen besonders begabt. Dass sie bereits während ihrer Zeit am Ospedale dei Mendicanti als Sologeigerin auftrat, kann nur vermutet werden, ist aber wahrscheinlich. Der zeitgenössische Tagebucheintrag eines Venezianers von 1765 bezeichnet sie als „die beste Geigerin des gesamten Coro“ des Ospedale dei Mendicanti (Arnold/Baldauf-Berdes, Maddalena Lombardini Sirmen 2002, S. 33). Ihr geigerisches Können muss auch Giuseppe Tartini bekannt geworden sein. Am 5. März 1760 schrieb er den berühmten, als Geigenstunde konzipierten Brief an sie. Ob es zuvor eine persönliche Begegnung gegeben hatte, ist nicht bekannt; jedenfalls stellte Maddalena Sirmen erst am 1. Juni 1760 den Antrag, das Ospedale verlassen und nach Padua zu Tartini reisen zu dürfen. In der Begründung der Erlaubnis heißt es, dass der Unterricht bei Tartini ihre Fähigkeiten als Geigerin verbessern und dies ihren Beitrag für das Ensemble erhöhen würde. Aus den Mendicanti-Akten geht hervor, dass Maddalena Sirmen im September 1761 und im August 1764 nochmals die Erlaubnis erhielt, nach Padua zu reisen.

    1766 war Maddalena Sirmen bereits zu einer Maestra aufgestiegen, das heißt, sie hatte nun selbst zwei neue „figlie“ (Mädchen) auszubilden. Danach gab es die Möglichkeit, sich entweder für zehn Jahre im Chor zu verpflichten, zu heiraten oder Nonne zu werden. Nur mittels einer Heirat konnte sie eine Karriere als professionelle Virtuosin beginnen. Ein Brief Tartinis an seinen Schüler Johann Gottlieb Naumann in Dresden vom 3. Oktober 1766 belegt, dass der Lehrer eine Heirat für die Musikerin zu arrangieren suchte (Arnold/Berdes, Maddalena Lombardini Sirmen, 2002, S. 38). Giuseppe Scoti, ein Tenor aus Cremona, war dazu bereit. Beide wollte Tartini an den Dresdner Hof vermitteln, doch aus diesem Plan wurde offenbar nichts. Ein Jahr später hatten die Leiter des Ospedale dei Mendicanti erneut über ein Heiratsgesuch, diesmal von dem Geiger Lodovico Sirmen aus Ravenna, zu jener Zeit Konzertmeister an der Basilica di S. Maria Maggiore in Bergamo, zu entscheiden. Der Antrag wurde am 24. August 1767 zunächst abgelehnt, dreieinhalb Wochen später jedoch genehmigt. Maddalena Lombardini und Lodovico Sirmen heirateten am 20. September 1767 im Oratorium des Frauentraktes des Ospedale dei Mendicanti.

    Nach der Hochzeit reiste das Geiger-Paar nach Faenza, wo Maddalena Sirmen anlässlich eines Festes in einer Akademie ein Violinkonzert spielte.

    Von diesem Zeitpunkt an reiste das Ehepaar und später nur Maddalena Sirmen stets in Begleitung des Geistlichen Don Giuseppe Terzi. Ihm vermachte sie 1798 in ihrem Testament den Großteil ihres gesamten Besitzes.

    Die nächste Station der Konzertreise war Turin. Am 3. Juni 1768 gab das Ehepaar zu seinem eigenen Gunsten ein Konzert im Teatro Carignano. Aus einem Brief von Quirino Gasparini an Padre Martini in Bologna, der über den erfolgreichen Auftritt Maddalena Sirmens in Turin Auskunft erteilt, geht hervor, dass das Paar Turin am 22. Juni in Richtung Paris verließ (Arnold/ Baldauf-Berdes, Maddalena Lombardini Sirmen, 2002, S. 50). Dort gaben sie ihr erstes gemeinsames Konzert am 15. August 1768 in den Concerts Spirituels. Maddalena Sirmen spielte gemeinsam mit ihrem Mann ein Doppelkonzert, das sie möglicherweise zusammen komponiert hatten. Maddalena Sirmens Vortrag wurde in der französischen Presse hoch gelobt, besonders die Ausführung des Adagio. „Le concert spirituel a été fort brillant aujourd’hui; les amateurs y ont été attirés par le spectacle d’une femme jouant du violon. Mad. Sireman, Vénitienne jeune & jolie, a exécuté avec son mari un concerto de leur composition. […] Elle a été fort applaudie. On a trouvé de la vérité, de la pureté, de la gentillesse dans son jeu. Elle a surtout mis dans l’adagio cette sensibilité qui caractérise si bien son sexe. Cependant, le violon est poussé aujourd’hui à un tel degré de perfection, qu’on ne peut dire que cette virtuose surpasse les grands maîtres, ou même les égale.“ („Das heutige Konzert war brillant. Bei den Musikliebhabern erregte eine Geigerin besonderes Aufsehen. Madame Sirmen, eine hübsche, junge Frau aus Venedig, spielte gemeinsam mit ihrem Ehemann ein Konzert von ihrer eigenen Komposition. [...] Ihr wurde stark applaudiert. Wir fanden Wahrheit, Reinheit und Gefälligkeit in ihrem Spiel; sie verlieh dem Adagio die Sensibilität, die ihrem Geschlecht so eigen ist. Dennoch, sie spielte die Violine in solch einem hohen Grad an Perfektion, dass wir nur sagen können, dass die Virtuosin den großen Meistern gleicht wenn nicht sie sogar übertrifft.“ zit. n. Baldauf-Berdes, Violin Concertos, 1991, S. XIX)

    Insgesamt sechs Mal trat Maddalena Sirmen in der französischen Metropole mit größtem Beifall auf, zuletzt am 25. März 1769. Nun begann sie auch, ihre Kompositionen zu veröffentlichen, in Paris erschienen die sechs Trios op. 1 und die sechs Streichquartette op. 3.

    Es ist nicht bekannt, wo das Ehepaar nach dem Parisaufenthalt lebte. Lodovico Sirmen dürfte nach Italien zurückgekehrt sein, und vermutlich hat das Paar auch seit dieser Zeit getrennt gelebt. Anfang 1771 reiste Maddalena Sirmen erstmals nach London und trat nun allein als Geigenvirtuosin auf. Ihr Debüt gab sie während einer Aufführung des Oratoriums „Gios Re di Giuda“ von Johann Christian Bach im King’s Theatre am 10. Januar 1771. In London trat sie bis Ende Mai in weiteren Oratorienaufführungen sowie im Opernhaus Coventgarden, in den Bach-Abel-Konzerten und in privaten Akademien, insgesamt 22 Mal, auf. Außerdem veranstaltete sie ein eigenes Benefizkonzert (15. April 1771). In diesem Jahr brachte Welcker in London ihre sechs Trios op. 1 neu heraus.

    Maddalena Sirmen kehrte in den folgenden Jahren noch zwei Mal nach London jeweils zur Konzertsaison zurück. 1772 begann der Londoner Verleger Napier mit der Herausgabe ihrer Violinkonzerte, die 1773 abgeschlossen wurde. 1773 veröffentlichte sie in London erstmals auch ihre sechs Violinduette op. 4. Im gleichen Jahr erschien die Bearbeitung ihres Violinkonzerts für Cembalo von Tommaso Giordani. Während ihres dritten Londonaufenthaltes trat Maddalena Sirmen im King’s Theatre auch als Sängerin auf, was laut Charles Burney ihrem Ruf als Violinvirtuosin eher schadete (siehe auch unter „Rezeption“). Vielleicht lag der Grund für ihre Entscheidung, als Sängerin tätig zu werden, in besseren Verdienstmöglichkeiten. Nach der Konzertsaison 1773 kehrte sie vermutlich nach Ravenna zurück, wo auch ihr Mann lebte.

    1774 gastierte Maddalena Sirmen als Geigerin erneut in Turin, wo sie am 18. November 1774 im Teatro Carignano ein Konzert gab. Opernlibretti belegen, dass sie in den Jahren 1775 und 1776 an verschiedenen italienischen Opernbühnen als Sängerin auftrat. So ist sie zur Karnevalssaison 1775 in Pavia, im Sommer des gleichen Jahres in Siena und im Frühling 1776 in Pisa nachgewiesen. Ende 1779 verließ Maddalena Sirmen Italien und ging für vier Jahre an den Dresdener Hof. Sie erhielt ein Gehalt von 1700 Talern und war damit die bestbezahlte Sängerin im italienischen Opernensemble unter der Leitung von Antonio Bertoldi. 1783 erhielt sie einen Ruf als Primadonna an den Hof von St. Petersburg mit einem Jahresgehalt von 8000 Scudi. Da in Ravenna das Gerücht kursierte, sie sei in Dresden gestorben, schrieb Maddalena Sirmen ihrem Mann und lud ihn zugleich ein, mit ihr nach Russland zu gehen und eine Stelle im St. Petersburger Hoforchester anzunehmen. Hier trat sie sowohl als Sängerin als auch als Geigerin in Erscheinung. Ende September 1784 verließ Maddalena Sirmen St. Petersburg, ihr Mann war bereits früher nach Ravenna zurückgekehrt. 1785 unternahm sie letztmalig in Paris den Versuch, sich als Geigerin dem Publikum in Erinnerung zu rufen, doch konnte sie nicht an die frühen Erfolge anknüpfen. Ihr Spiel wurde – im direkten Vergleich mit dem Virtuosen Giovanni Battista Viotti – als altmodisch kritisiert (siehe unter „Rezeption“). Sie beendete ihre Solokarriere, kehrte nach Italien zurück und hielt sich in Neapel sowie kurzzeitig in Ravenna auf. Ab 1789 lebte sie in Venedig, wo sie am 18. Mai 1818 starb.

    Maddalena und Lodovico Sirmen hatten eine gemeinsame Tochter, Alessandra, die zeitweise in einem Kloster untergebracht war und 1798 heiratete. In Venedig adoptierte Maddalena Sirmen noch eine weitere Tochter, Angela Maddalena, die ab ca. 1795 in ihrem Haushalt in Venedig lebte.

    Würdigung

    Maddalena Sirmen gehört zu den wenigen Instrumentalvirtuosinnen des 18. Jahrhunderts, die eine professionelle Karriere verfolgten. In einem Zeitraum von gut 15 Jahren trat sie als Geigerin, später auch als Sängerin in mehreren europäischen Städten (Turin, Paris, London, Dresden und St. Peterburg) auf. Bemerkenswert ist dabei, dass sie sich auch als Komponistin einen Namen machte und ihre Werke in rascher Folge in mehreren Auflagen erschienen. In Hinblick auf ihre geigerische und kompositorische Karriere kann sie als Ausnahmeerscheinung des 18. Jahrhunderts gelten.

    Besonders erfolgreich waren für sie ihre ersten Auftritte in Paris (1768/69) und in den frühen 1770er Jahren in London. Hier erhielt sie zahlreiche positive Kritiken in der Presse. Gerühmt wurden die meisterliche Beherrschung des Bogens und ihr ausdrucksvolles Spiel im Adagio. Von ihren Werken, die v.a. in London, Paris und Amsterdam gedruckt wurden, dürften die Konzerte vor allem im Hinblick auf ihre eigene Virtuosität am interessantesten sein. Auch die kammermusikalischen Werke sind wohl für den eigenen Gebrauch entstanden. Ihre Kompositionen entstanden vermutlich alle während ihrer letzten Jahre im Ospedale dei Mendicanti und in den frühen 1770er Jahren.

    Rezeption

    Maddalena Sirmen wurde Ende der 1760er und Anfang der 1770er Jahre als erfolgreiche Geigerin v. a. in Paris und London gefeiert. Zeitgenössische Zeitungskritiken belegen ihre Popularität. Ernst Ludwig Gerber charakterisierte sie 1792 als „sehr berühmte Sängerin und Virtuosin auf der Violine, auch Komponistin für dieses Instrument.“ Über ihr Spiel schrieb er: „[sie] brachte es auf diesem Instrument in der edlen und großen Ausführung des Adagio so weit, daß sie dem Nardini, Tartinis besten Schüler an die Seite gesetzt wurde.“ (Ernst Ludwig Gerber, Historisch-Biographisches Lexicon der Tonkünstler, Bd. 2, Leipzig 1792, Sp. 524). Doch nach ihrem Rückzug vom öffentlichen Musikleben Mitte der 1780er Jahre wurde sie schnell vergessen.

    Ihre Auftritte als Sängerin haben ihrem Ruf als gefeierter Violinvirtuosin eher geschadet. Die Einschätzung Burneys gibt stellvertretend die Ansicht auch anderer Kritiker wieder: „In ‘Sofonisba’ and the ‘Cid’ MADAME SYRMEN, the scholar of Tartini, who was so justly admired for her polished and expressive manner of playing the violin, appeared as a singer; in the part of second woman; but having been first woman so long upon her instrument, she degraded herself by assuming a character in which, though not destitute of voice and taste, she had no claim to superiority.” („In ‚Sofonisba‘ und ‚Il Cid‘ trat Madame Syrmen, eine Schülerin von Tartini, die zu Recht für ihr glänzendes und expressives Violinspiel bewundert wurde, als Sängerin auf, in der Rolle als zweite Sängerin; aber da sie so lange die Erste ihres Instrumentes gewesen ist, degradiert sie sich selbst, indem sie eine Rolle annimmt, in der sie – obwohl es ihr nicht an Stimme und Geschmack mangelt – niemals Überlegenheit erreichen wird.“ Charles Burney, A General History of Music from the Earliest Ages to the Present Period, London 1776-89, Bd. 4, S. 500, zitiert nach Arnold/Baldauf-Berdes, Maddalena Lombardini Sirmen, 2002, S.83-84)

    Schließlich wurde auch ihr letztes geigerisches Auftreten in Paris im Jahr 1785 als altmodisch kritisiert („Mercure de France“, 7. Mai 1785, S. 76-77). Offenbar konnte sie nicht mit der fortschreitenden Virtuosität jüngerer Geiger wie Giovanni Battista Viotti Schritt halten.

    Über die Rezeption ihrer Werke durch andere Musiker ist noch sehr wenig bekannt. Der schwedische Geiger Erik Ferling (1733-1808) spielte am 23. Oktober 1774 in einer musikalischen Akademie im Ridderhus-Salen in Stockholm ein Konzert von Maddalena Sirmen, was in der Konzertannonce ausdrücklich erwähnt wurde (Arnold/Baldauf-Berdes, Maddalena Lombardini Sirmen, 2002, S. 88). Und Leopold Mozart berichtet in einem Brief vom 12. April 1778 seinem Sohn nach Paris, dass in Salzburg Graf Johann Rudolph Czernin „ein schön Componirtes Concert vom [sic!] Sirmen alla Brunetti“ gespielt habe (Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe, Bd. 2, Kassel: Bärenreiter 1962, Nr. 446, S. 338). Einige ihrer Werke waren noch nach 1800 in Verlagskatalogen zu finden, so die sechs Trios op. 1 bei J. J. Hummel in Amsterdam.

    Die Überlieferung ihrer Kompositionen in Drucken oder Abschriften in verschiedenen europäischen Bibliotheken lässt ebenso auf eine gewisse Verbreitung schließen. Auffällig ist, dass vor allem Tartini-Schüler und Musiker aus seinem Umkreis im Besitz ihrer Werke waren.

    Der oben erwähnte Brief Tartinis wurde ab 1770, also mit Beginn ihrer Virtuosenkarriere, in englischer (von Charles Burney), deutscher und französischer Übersetzung mehrfach gedruckt (siehe die Aufstellung bei Arnold/Baldauf-Berdes, Maddalena Lombardini Sirmen, 2002, Appendix C, S. 151-152).

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Die Kompositionen von Maddalena Sirmen sind fast ausschließlich nur im Druck überliefert. Autographe von ihrer Hand sind nicht bekannt, nur das Trio B-Dur ist als Manuskript (Abschrift) überliefert. Von einigen ihrer Werke sind einzelne Abschriften in verschiedenen, v. a. europäischen Bibliotheken erhalten.



    6 Trios für zwei Violinen und Violoncello op. 1 [F, C, D, A, G, f]


    Six / TRIOS / à / Deux VIOLONS et VIOLONCELLO obligé / Dédiées / A Son Altesse Royale / MADAME LA PRINCESSE / D’Orange et de Nassau &c &c &c / Composés / Par MADAME LOMBARDINI SIRMEN / Eleve du célèbre Tartini de Padoue / Œuvre première [Paris ?] 1769 (Privatdruck)

    Nachdrucke: Amsterdam: J. J. Hummel 1770/71. London: Welcker 1771. Paris: Sieber 1771



    6 Violinkonzerte op. 2 [Nr. 1-3] und op. 3 [Nr. 1-6] [B, E, A, C, B, C]


    Six / CONCERTOS / IN / NINE PARTS, / Composed by / MADELENA LAURA SYRMEN / OPERA III. […] LONDON / Printed for Willi.m Napier […] 1773 (Ab Mai 1772 hatte Napier begonnen, die Konzerte einzeln zu drucken; 1773 erschienen dann alles sechs Konzerte gemeinsam als op. 3.)

    Nachdrucke: Amsterdam: J. J. Hummel 1772/73 [op. 2, op. 3]. (Nur wenig zeitversetzt zu den Einzeldrucken Napiers brachte J. J. Hummel die ersten drei Konzerte als op. 2 und die letzten drei als op. 3 heraus.)

    Bearbeitung für Cembalo von Tommaso Giordani, London: Napier 1773 [als op. 3]



    6 Streichquartette op. 3 [Es, B, g, B, f, E]


    Die Streichquartette galten lange – wohl aufgrund des Titelblattes des Erstdruckes – als Gemeinschaftswerk von Lodovico und Maddalena Sirmen. Heute werden sie als eigenständige Komposition von Maddalena Sirmen angesehen. (Sie haben die gleiche Opuszahl wie die vollständige Edition der 6 Violinkonzerte op. 3.)

    SEI / QUARTETTI / A Violino 1, e 2, Viola, e Violoncello / DEDICATI / Al Illustrissimo Signor Conte / BENEVENTO / Di San’ Raffaelle / E COMPOSTI DA / LODOVICO, E MADDALENA LAURA SYRMEN […] Opera III / A PARIS / Chez Madame Berault […] 1769

    Nachdruck: London: Napier 1773



    6 Duette für zwei Violinen op. 4 [Es, D, B, E, A, C]


    SIX / DUETTS / for two / Violins. / Most humbly Dedicated to his / Royal Highness the Duke of / GLOCESTER / by his Royal Highness / devoted humble Servant; / Madelena Laura Syrmen / […] LONDON. / Printed and sold by William Napier at his Music Shop […] 1773?

    Nachdrucke: Paris: Venier 1775 [als op. 5]. Den Haag: Hummel 1776 [als SIX SONATES / A DEUX VIOLONS […] Oeuvre Quatriem]



    Sonate für Violine und Basso continuo A-Dur


    SONATA / per il / VIOLINO E BASSO / del SIGr. L. SIRMEN / In Vienna presso Artaria Comp […] 1785 (Lodovico Sirmen zugeschrieben, aber wahrscheinlich von Maddalena Sirmen)



    Trio für zwei Violinen und Violoncello B-Dur, Ms.




    Moderne Notenausgaben:


    Sechs Trios für zwei Violinen und Violoncello op. 1


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Six trios a deux violons et violoncello obligé, oeuvre premiere.

    Stimmen. Faksimile-Nachdruck der Ausgabe London, Welcker. New York 1996 (Performer's facsimiles, 153)


    Maddalena Lombardini Sirmen. Trio sonatas 1-3 for two violins and cello obbligato. Ellen Grolman Schlegel (Hg.)

    Partitur und Stimmen. Bryn Mawr: Hildegard Publishing Company 1996


    Maddalena Lombardini Sirmen. Trio sonatas 4-6 for two violins and cello obbligato. Ellen Grolman Schlegel (Hg.)

    Partitur und Stimmen. Bryn Mawr: Hildegard Publishing Company 1997


    Maddalena Laura Lombardini-Sirmen. Trio für 2 Violinen und Violoncello B-Dur. Gloria Eive (Hg.). In: Sylvia Glickman und Martha Furman Schleifer. Woman Composers. Music Through the Ages, Band 5. New York 1998. S. 388-424.



    Sechs Violinkonzerte op. 2 und op. 3


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Three Violin Concertos. Jane L. Berdes (Hg.) Madison 1992 (Recent Researches in the Music of the Classical Era, 38.) Enthält die Violinkonzerte Nr. 1 B-Dur, Nr. 3 A-Dur und Nr. 5 B-Dur.


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen, Konzert für Violine und Orchester op. 3 Nr. 6, C-Dur. Barbara Gabler (Hg.)

    Partitur. Kassel: Furore 2003 (FURORE Edition, 2544)



    Sechs Streichquartette op. 3


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. String quartets opus 3 for 2 violins, viola & violoncello [Nr. 1-3]

    Partitur, Stimmen. Cambridge: SJ Music 2003 (Chamber music series, SJ Q2003-1)


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. String quartets opus 3 for 2 violins, viola & violoncello [Nr. 4-6]

    Partitur, Stimmen. Cambridge: SJ Music 2003 (Chamber music series, SJ Q2003-2)


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. String Quartets 1-3

    Sally Didrickson (Hg.)

    Bryn Mawr: Hildegard Publishing Company 2003


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. String Quartets 4-6

    Sally Didrickson (Hg.)

    Bryn Mawr: Hildegard Publishing Company 2003


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Streichquartett Nr. 1 in Es-Dur

    Partitur und Stimmen. Barbara Gabler und Elke Jöcher (Hg.), Kassel: Furore 2007 (FURORE Edition, 4580)


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Streichquartett Nr. 2 in B-Dur

    Partitur und Stimmen. Rachèle Moser (Hg.), Kassel: Furore 2007 (FURORE Edition, 10012)



    Sechs Duette für zwei Violinen [op. 4 / op. 5]


    Sirmen, Maddalena Laura Lombardini. Sechs Duette für zwei Violinen op. 5. Blankenburg, Elke Mascha (Hg.)

    Partitur und Stimmen. Nr. 1-3. Köln: Tonger 1999 (Musicalady, 2)

    Partitur und Stimmen. Nr. 4-6. Köln: Tonger 1999 (Musicalady, 14)


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Six Duetts for two violins.

    Stimmen. Faksimile-Nachdruck der Ausgabe London, Napier 1773. New York 1998 (Performer's facsimiles, 179).


    Maddalena Laura Lombardini-Sirmen. Six Duettos for two Violins. Cora Cooper und Karen Clarke (Hg.).

    Partitur und Stimmen. Bryn Mawr: Hildegard Publishing Company 1994

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    Diskographie – CDs



    Maddalena Laura Lombardini-Sirmen. Sei quartetti per archi (Paris 1796). [Bologna] Tactus P 2000

    Accademia della Magnifica Comunita. Enrico Casazza (Dirigent)

    [Tactus TC 731201 ]


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Quartett Nr. 2 B-Dur und Quartett Nr. 3 g-Moll

    Erato-Quartett. Georgsmarienhütte : CPO-Musikproduktion, P 1999. (Enthält auch Fanny Mendelssohn-Hensel, Streichquartett Es Dur und Emilie Mayer, Streichquartett op. 14 g-Moll)

    [CPO 999 679-2]


    Maddalena Lombardini Sirmen. The six stringquartetts (enthält: Nr. 3 g-Moll, Nr. 4 B-Dur und Nr. 6 E-Dur).

    Allegri String Quartet. London: Cala Records 1994 (World première recording, recorded at All Saints Church, East Finchley, London: January 10.-11. 1994)


    Maddalena Laura Lombardini-Sirmen. Six violin concertos op. III. Kassel: Klassik Center Kassel P 2007. Cadenzas by Levente Gyöngyösi, Piroska Vitárius

    Piroska Vitárius (Violine). Savaria Baroque Orchestra. Pál Németh (Dirigent)

    (Aufnahme 2006)

    [HCD 32499-500]


    Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Concerto no. 5 in B-flat for violin.

    Terrie Baune (Violine) Bay Area Women's Philharmonic. JoAnn Falletta (Dirigentin). Baroque trasures. - New Port P 1990

    [NCD60102]

    Repertoire

    Über das Violinrepertoire von Maddalena Sirmen ist relativ wenig bekannt. Man kann davon ausgehen, dass sie ihre eigenen Kompositionen spielte. Die Quellen weisen stets nur allgemein auf „violin solo“ oder „a concerto on the violin“ hin. Überliefert ist, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann in Turin ein Doppelkonzert, möglicherweise ein Gemeinschaftswerk, gespielt hat. Vereinzelt geben Konzertannoncen oder Rezensionen auch Hinweise auf Stücke anderer Komponisten. So spielte sie 1772 in London ein Konzert von Giovanni Battista Cirri und Solostücke von Johann Baptist Wendling. Im Mai 1785 führte sie in Paris zwei Konzerte von Giovanni Battista Viotti in den Concerts Spirituels auf.

    Als Sängerin trat sie in London in folgenden Rollen auf der Bühne auf: Elvira in „Il Cid“ von Antonio Sacchini, Amore in“ „L’Orfeo“ von Christoph Willibald Gluck. Außerdem sang sie in „Sofonisba“ von Mattia Vento und „La buona figliuola“ (Cecchina?) von Niccolò Piccini. Desweiteren verkörperte sie auf den Theatern in Siena und Pavia die Elvira in „Ezio“ von Pietro Alessandro Guglielmi sowie in Pisa die Eucari in „Gli errori di Telemaco“ von Giuseppe Gazzaniga.

    Quellen

    Ernst Ludwig Gerber, Historisch-Biographisches Lexicon der Tonkünstler, 2 Bde., Leipzig 1790-1792.


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    Forschung

    Die Biografie von Maddalena Sirmen ist durch die Forschungen von Jane L. Baldauf-Berdes gut aufgearbeitet, ebenso – dank ihrer Magisterarbeit – deren Konzertkompositionen (da Jane L. Baldauf-Berdes 1993 starb, wurde das zusammengetragene Material von Elsie Arnold 2002 zu einer Publikation vollendet). Diese Ergebnisse liegen weitgehend dem vorliegenden Artikel zu Grunde.

    Forschungsbedarf

    Trotz der reichhaltigen Monografie von Arnold/Baldauf-Berdes (wertvolles Archivmaterial ist auch im Vorwort zur Edition der drei Violinkonzerte durch Baldauf-Berdes eingearbeitet) liegen einige Lebensstationen von Maddalena Sirmen noch weitgehend im Dunkeln, wie etwa die Zeit am Dresdner Hof. Analytische Auseinandersetzungen mit den Duetten, Trios und Streichquartetten fehlen noch. Wenig bekannt ist über das Repertoire der Geigerin. Für die Violinkonzerte Nr. 2 und 4 liegen noch keine modernen Ausgaben vor. Abgesehen von den eigenen Werken sind nur wenige Stücke anderer Komponisten bekannt, die sie öffentlich spielte. Ihr Gesangsrepertoire, v.a. in Dresden und St. Petersburg, ist noch gänzlich unerforscht. Auch in Hinblick auf die Rezeption der Kompositionen von Maddalena Sirmen wären weiterführende Forschungen wünschenswert.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 61777937
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 120456052
    Library of Congress (LCCN): n91001419
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Anja Morgenstern, Mai 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 21.05.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Anja Morgenstern, Artikel „Maddalena Sirmen“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 21.5.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Maddalena_Sirmen