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    von Silke Wenzel
    Namen:
    Lucy Campbell
    Ehename: Lucy Campbell-Müller
    Varianten: Lucy Müller-Campbell
    Lebensdaten:
    geb. in Lexington, Kentucky, USA
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Violoncellistin
    Charakterisierender Satz:

    „Das Cello aber ist durch Fräulein Campbell auf das bedeutendste vertreten; man kann nicht umhin, jedem einzelnen Ton dieser Cellistin als der Aeusserung eines genialen künstlerischen Geistes ganz besonders zu lauschen.“


    (Jacob Fischer, in „Neue Revue“ Wien vom 26. Februar 1896)


    Profil

    Lucy Campbell studierte von 1883 bis 1886 an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin bei Robert Hausmann und konnte sich anschließend im Berliner Musikleben als Violoncellistin etablieren. Im Jahr 1887 zählte sie zu den Gründungsmitgliedern eines Berliner Damen-Streichquartetts, das die Violinistin und Joseph Joachim-Schülerin Marie Soldat-Röger als Primaria führte und mit dem sie in den folgenden eineinhalb Jahren regelmäßig in Berlin und weiteren deutschen Städten auftrat. In den Jahren 1888 und 1890 bewarb sich Lucy Campbell um das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Staatsstipendium und erhielt beide Male eine Zuwendung von 200 bzw. 250 Mark. Als Marie Soldat 1894 in Wien ein weiteres Streichquartett gründete, übernahm Lucy Cambell auch dort den Violoncellopart. Das Quartett gab regelmäßig Konzerte in Wien und unternahm zahlreiche Tourneen, u. a. durch England, Frankreich, Belgien und Italien. Im Jahr 1901 heiratete Lucy Campbell einen Notar namens Dr. Müller, nannte sich Lucy Müller-Campbell und schied in der Konzertsaison 1903/04 aus dem Streichquartett aus. Über ihren weiteren Lebensweg ist bislang nichts bekannt. Im März 1942 verfasste Gerhart Hauptmann ein Widmungsgedicht, das im gleichen Jahr gedruckt wurde. Lucy Campbell starb 1944 in Wien.

    Orte und Länder

    Lucy Campbell wurde 1873 in Lexington, Kentucky (USA), geboren und zog noch während ihrer Kindheit gemeinsam mit ihrer Familie nach Berlin. Von 1883 bis 1886 studierte sie Violoncello an der dortigen Königlichen Hochschule für Musik und konnte sich anschließend im Berliner Musikleben als Musikerin etablieren. In den 1890er Jahren ließ sich Lucy Campbell in Wien nieder. Dort starb sie 1944.

    Biografie

    Lucy Cambell wurde am 1. Mai 1873 in Lexington (Kentucky, USA) geboren. Noch während ihrer Kindheit ließ sich die Familie in Berlin nieder, und Lucy Campbell wurde zunächst von Friedrich Koch, einem Schüler Robert Hausmanns, in Violoncello unterrichtet (vgl. Wasielewski 1925, S. 271). Von Oktober 1883 bis Ostern 1886 studierte Lucy Campbell Violoncello bei Robert Hausmann an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin. Anschließend bewarb sie sich mehrfach um das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Staatstipendium, das in der Regel einer Fortsetzung des Studium diente, und erhielt 1888 eine Zuwendung von 200 Mark, zwei Jahre später, 1890, eine Zuwendung von 250 Mark (vgl. Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Preis 2001). Zudem wurde sie 1889 von der bekannten Berliner Konzertagentur Hermann Wolff unter Vertrag genommen und in deren Anzeigen als Solocellistin beworben – eine Auszeichnung, die 1889 nur sieben Cellistinnen und Cellisten insgesamt zuteil wurde: Neben Lucy Campbell standen Hugo Becker, Heinrich Grünfeld, Robert Hausmann, Julius Klengel, Alwin Schroeder und Adeline Hanf-Metzdorff dort unter Vertrag (vgl. „Neue Zeitschrift für Musik“ vom 26. Juni 1889, S. 318). Trotz dieser Hinweise auf eine Tätigkeit als Solistin sind bislang keine konkreten Auftritte Lucy Campbells in Solokonzerten nachweisbar.


    Im Jahr 1887 zählte Lucy Campbell – neben Agnes Tschetschulin (2. Violine) und Gabriele Roy (Viola) – zu den Gründungsmitgliedern eines Damenstreichquartetts, das die Violinistin und Joseph Joachim-Schülerin Marie Soldat-Röger ins Leben gerufen hatte. Das Ensemble bestand nur eineinhalb Jahre, konzertierte jedoch während dieser Zeit regelmäßig in Berlin und unternahm im Winter 1888/89 eine größere Deutschlandtournee, bei der es u. a. in Frankfurt, Wiesbaden, Coburg und Nürnberg auftrat (vgl. „Neue Zeitschrift für Musik“ vom 6. Juli 1887, S. 318; vom 20. Februar 1889, S. 91). Die Konzertprogramme enthielten neben Kammermusik meistens auch Solostücke der Ensemblemitglieder. So standen z. B. bei einem Konzert am 4. November 1888 im Frankfurter Gesellschaftshaus die Streichquartette C-Dur (op. 33, Nr. 3) von Joseph Haydn und c-Moll (op. 18, Nr. 4) von Ludwig van Beethoven auf dem Programm sowie, gespielt von Lucy Campbell, ein Andante von Georg Goltermann und der „Harlequin“ von David Popper (vgl. Konzertprogramm in Kühnen 2000, S. 45). Nach dieser Tournee löste sich das Ensemble auf.


    Als Marie Soldat (mittlerweile Marie Soldat-Röger ) fünf Jahre später, 1894, in Wien ein weiteres Damenstreichquartett gründete, übernahm Lucy Campbell auch dort den Part des Violoncellos. Zu dem Ensembe gehörten ferner Elly Finger-Bailetti (2. Violine; ab 1898 ersetzt durch Elsa von Planck) und Natalie Bauer-Lechner (Viola). Die vier Musikerinnen debütierten am 11. März 1895 im Wiener Bösendorfer-Saal mit den Streichquartetten C-Dur (op. 74 Nr. 1) von Joseph Haydn und Es-Dur (op. 44) von Felix Mendelssohn Bartholdy und spielten wenige Tage später, am 20. März 1895, in Wien gemeinsam mit dem renommierten Arnold Rosé-Quartett das Oktett Es-Dur (op. 20) von Felix Mendelssohn Bartholdy. In den folgenden Jahren unternahm das Quartett zahlreiche Konzertreisen in Europa. Dabei trat es u. a. in Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und England auf und musizierte im erweiterten Ensemble mit Musikerinnen und Musikern wie dem Klarinettisten Richard Mühlfeld, dem Bratscher Alfred Finger, dem Cellisten Robert Hausmann und den Pianistinnen und Pianisten Marie Baumayer, Leonard Borwick, Eugène d’Albert und Clotilde Kleeberg . Das Ensemble konzertierte im Januar 1896 an zwei Abenden im Berliner Bechsteinsaal, bereiste im November 1896 England mit Konzerten in Manchester, Oxford, London und Huddersfield und gab im Januar 1897 wiederum zwei Konzerte im Wiener Bösendorfer-Saal, zwei weitere Konzertabende in Berlin, zwei Abende in Lüttich (Liège, Belgien) und abschließend einen Konzertabend in Gießen. Eine kleinere Konzertreise vom 30. März bis zum 4. April 1897 führte das Ensemble nach Klagenfurt, Fiume, Triest und Laibach, und im Januar 1898 gaben die Musikerinnen Konzerte in Lüttich und Brüssel. In weiteren Konzerttourneen bereisten sie 1900 Südfrankreich und Norditalien, mit Auftritten in Marseille, Toulouse, Nizza, Monte Carlo, Como und Mailand, gaben im selben Jahr mehrere Konzerte in England und spielten im Januar und Februar 1903 in Ostrau, Pressburg und Szegedin.

    Die Arbeit des Quartetts blieb im Wesentlichen auf das klassisch-romantische Konzertrepertoire konzentriert, mit Werken von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber, Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms. Dennoch wandte es sich hin und wieder auch zeitgenössischen Kompositionen zu. So spielte das Ensemble z. B. am 20. Februar 1897 im Wiener Bösendorfer-Saal das Klavierquartett C-Dur des böhmischen Komponisten Josef Labor, der selbst den Klavierpart übernahm, und interpretierte am 22. März 1897 gemeinsam mit dem Klarinettisten Richard Mühlfeld das Trio Es-Dur für Klavier, Klarinette und Violoncello von Walther Rabl, das der Wiener Tonkünstler-Verein ein Jahr zuvor mit dem ersten Preis ausgezeichnet hatte. (Zum Streichquartett Soldat-Roeger allgemein sowie zu den hier genannten Konzerten und Reisen, vgl. Kühnen 2000, S. 58-93.) Das Streichquartett Soldat-Roeger mit Lucy Campbell als Violoncellistin blieb über viele Jahre im europäischen Musikleben präsent. In der Rezension über ein Johannes Brahms-Gedenkkonzert, das das Ensemble am 4. Mai 1898 in Graz gegeben hatte, heißt es in der „Grazer Tagespost“: „Der Vortrag der Spielerinnen zeichnete sich durch seine abgetönte, dynamische Schattierung, durch vollendete musikalische Sicherheit, Klangschönheit und rhythmischen Schwung aus. Von wohltuender Wirkung waren auch die Ruhe der Tongebung und der Bewegungen der Spielerinnen, der Adel und die Ungesuchtheit des Vortrages“ („Grazer Tagespost“ vom 6. Mai 1898, zit. n. Kühnen 2000, S. 75).


    Lucy Campbell galt innerhalb des Ensembles als herausragende Kammermusikerin und – neben der Primaria – als Stütze des Quartetts. So schrieb z. B. ein Rezensent der Berliner „Vossischen Zeitung“ am 17. Januar 1896 über Marie Soldat und Lucy Campbell: „An technischem Vermögen sind die Aussenstimmen den Mittelstimmen entschieden überlegen“, und ein Musikkritiker der „Berliner Zeitung“ bezeichnete Lucy Campbell „als eine fundamentale Stütze derselben [Marie Soldat-Roeger] durch ihre musikalische Zuverlässigkeit.“ In der Wiener „Neuen Freien Presse“ schrieb Eduard Hanslick am 23. Februar 1896 über die Violoncellistin: „Ihre solide Technik und süsser, stets reiner Ton gereichen dem Ganzen zu grossem Vortheil“, und Jacob Fischer rezensierte in der Wiener „Neuen Revue“ am 26. Februar 1896: „Das Cello aber ist durch Fräulein Campbell auf das bedeutendste vertreten; man kann nicht umhin, jedem einzelnen Ton dieser Cellistin als der Aeusserung eines genialen künstlerischen Geistes ganz besonders zu lauschen.“ (Alle Rezensionen zit. n. Kühnen 2000, S. 65.)


    Im Jahr 1901 heiratete Lucy Campbell einen Wiener Notar namens Dr. Müller und schied in der Saison 1903/04 aus dem Streichquartett aus; ihren Part übernahm Leontine Gärtner. Aus einem Brief von Lucy Campbell an Joseph Joachim vom 25. September 1905 geht hervor, dass sie zu dieser Zeit mit ihrem Mann in Wien lebte und ein Kind hatte (vgl. Staatliches Institut für Musikforschung Berlin, Doc. orig. Lucy Müller-Campbell 1). Über den weiteren Lebensweg von Lucy Campbell ist bislang nahezu nichts bekannt. Ein spätes Widmungsgedicht von Gerhart Hauptmann aus dem Jahr 1942 (vgl. Rezeption) zeigt, dass Lucy Campbell zu dieser Zeit nach wie vor in Wien bekannt war.


    Lucy Campbell starb am 31. Mai 1944 in Wien.

    Würdigung

    Lucy Campbell gehörte im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zu den herausragenden Violoncellistinnen und konnte sich vorrangig als Kammermusikerin im europäischen Musikleben etablieren. Sowohl die beiden Zuwendungen des Felix-Mendelssohn-Staatsstipendiums als auch ihre Vertretung durch die Konzertagentur Hermann Wolff weisen darauf hin, dass sie darüber hinaus auch solistisch tätig war. In Aufzählungen von Cellistinnen und Cellisten der Zeit wird Lucy Campbell regelmäßig genannt – allerdings ohne jegliche weitere Angaben. So schrieb z. B. Erich Valentin in seinem 1955 erschienenen Buch „Cello. Das Instrument und sein Meister Ludwig Hoelscher“ über die Zeit um 1900: „In [Robert] Hausmann und [Reinhold] Hummer verkörpert sich die nord- und süddeutsch-österreichische hohe Quartett-Kultur: mit Hausmann ist der Name Joachim, mit Hummer der Name Rosé verknüpft. Von hier aus pflanzt sich eine ganze Kette von bedeutenden, wichtigen Namen fort: von Hausmann etwa Hugo Dechert, Heinz Beyer, Philipp Roth, Paul Prill, Leo Schulz, Lucy Campbell und andere.“ (Valentin 1955, S. 90)

    Rezeption

    Im Tagebuch des Schriftstellers Gerhart Hauptmann aus den Jahren 1941/42, in das er auch Briefentwürfe und Arbeitsskizzen eintrug, steht ein Widmungsgedicht an Lucy Campbell, datiert auf den 2. März 1942 (vgl. seinen Manuskriptnachlass in der Berliner Staatsbibliothek); es wurde im selben Jahr in der Berliner Gesamtausgabe der Werke Gerhart Hauptmanns veröffentlicht: „An Lucy Campbell // Im göttlichsten Quartett hast Du gesessen; / ich habe dich gehört und deine Saiten / in stiller klarer Kraft und Reinheit weiten / den Erdenraum, sonor: oh, unvergessen! // Dein Cello sang mit eines Cherubs Tönen, / bestimmt und doch von Jugend ganz erfüllet. / Du hast des Meisters Wünschen ganz gestillet / im Tönereich, wo alle sich versöhnen. // 2. März 1942“ (Hauptmann 1942, S. 204).


    Eine heutige Rezeption der Tätigkeiten Lucy Campbells findet kaum statt. Ihr Name ist lediglich in Zusammenhang mit den Damen-Streichquartetten Marie Soldat-Roegers bekannt.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste von Lucy Campbell kann aufgrund fehlender Forschungen z. Zt. nicht erstellt werden. Für das kammermusikalische Repertoire vgl. auch den Artikel zu Marie Soldat-Röger .


    Von Lucy Campbell sind Aufführungen der folgenden Werke nachzuweisen:


    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett A-Dur, op. 18 Nr. 5

    Beethoven, Ludwig van. Streichquartett c-Moll, op. 18 Nr. 4

    Brahms, Johannes. Klarinettenquintett h-Moll, op. 115

    Goltermann, Georg. Andante

    Haydn, Joseph. Streichquartett C-Dur, op. 33 Nr. 3

    Haydn, Joseph. Streichquartett C-Dur, op. 74 Nr. 1

    Labor, Josef. Klavierquartett C-Dur

    Lazzar, Sylvio. Streichquartett a-Moll

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Oktett Es-Dur, op. 20

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Streichquartett Es-Dur, op. 44

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Streichquartett Es-Dur, op. 12

    Popper, David. Harlequin

    Rabl, Walther. Trio Es-Dur für Klavier, Klarinette und Violoncello

    Schubert, Franz. Oktett G-Dur, op. 166

    Weber, Carl Maria von. Klarinettenquintett B-Dur, op. 34

    Quellen

    Dokumente


    Archiv der Universität der Künste Berlin, Bestand 102: Teilnachlass Joseph Joachim. Gruppenaufnahme, u. a. mit Lucy Campbell und Joseph Joachim. Beethovenfest Bonn 1901.


    Staatliches Institut für Musikforschung Berlin: Brief von Lucy Campbell an Joseph Joachim vom 25. September 1905 (Signatur: Doc. orig. Lucy Müller-Campbell 1); Brief von ihrer Schwester Carreño Campbell an Joseph Joachim vom 20. April 1899 (Signatur: Doc. orig. Carreño Campbell 1).



    Literatur


    Artikel „Herbert-Campbell, Lucy“. In: Lexikon der Frau. Zürich: Encyclios Verlag AG, 1954, Bd. 1, Sp. 1384f.


    Artikel „Vereinigte Staaten von Amerika“. In: Lexikon der Frau. Zürich: Encyclios Verlag AG, 1954, Bd. 2, Sp. 1562.


    Bick, Martina. Artikel „Natalie Bauer-Lechner“. In: Musik und Gender im Internet. http://mugi.hfmt-hamburg.de/grundseite/grundseite.php?id=lech1858 (Stand: 26. November 2008)


    Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Preis. Geschichte. Satzung, Wettbewerbsrichtlinien, Preisträger, Stipendiaten. Hg.: Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin. Berlin: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, 2001.


    Centralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen Bd. 31 (1889), S. 213 [Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Staatsstipendium 1888].


    Hauptmann, Gerhart. Das gesammelte Werk. Erste Abteilung, Bd. 16, Berlin: S. Fischer, 1942, S. 204.


    Hauptmann, Gerhart. Der Manuskriptnachlass Gerhart Hauptmanns. Teil 4: Register. Bearbeitet von Rudolf Ziesche (= Staatsbibliothek zu Berlin, Preussischer Kulturbesitz, Kataloge der Handschriften-Abteilung), Wiesbaden: Harrasowitz, 2000.


    Kühnen, Barbara. Marie Soldat. Aspekte der Biographie einer vergessenen Musikerin. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien. Universität Kassel: Unveröffentlichtes Typoskript, 1995.


    Kühnen, Barbara. „Marie Soldat-Roeger (1863-1955)“. In: Kay Dreyfus/Margarethe Engelhardt-Krajanek/Barbara Kühnen (Hg.). Die Geige war ihr Leben. Drei Frauen im Portrait. Strasshof: Vier Viertel Verlag, 2000, S. 13-98.


    Prante, Inka. Die Schülerinnen Joseph Joachims. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Amt des Lehrers, Berlin. Unveröffentlichtes Typoskript, 1999.


    Valentin, Erich. Cello. Das Instrument und sein Meister Ludwig Hoelscher, Pfullingen: Günther Neske, 1955.


    Wasielewski, Wilhelm Joseph. Das Violoncell und seine Geschichte. Dritte, vermehrte Auflage von Waldemar von Wasielewski. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1925.


    Wenzel, Silke. Artikel „Marie Soldat-Roeger“. In: Musik und Gender im Internet. http://mugi.hfmt-hamburg.de/grundseite/grundseite.php?id=sold1863 (Stand: 26. November 2008)



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Neue Zeitschrift für Musik vom 6. Juli 1887, S. 318.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 20. Februar 1889, S. 91.

    Neue Zeitschrift für Musik“ vom 26. Juni 1889, S. 318.

    Grazer Tagespost vom 6. Mai 1898.

    Neue Freie Presse Wien vom 23. Februar 1896.

    Neue Revue Wien vom 26. Februar 1896.

    Vossische Zeitung Berlin vom 17. Januar 1896.

    Forschung

    Über die kammermusikalischen Tätigkeiten von Lucy Campbell könnte der Nachlass von Marie Soldat-Röger , der im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufbewahrt wird, näheren Aufschluss geben. Barbara Kühnen hat diesen Bestand in mehreren Publikationen zu Marie Soldat-Röger ausgewertet und dabei auch die Rolle der Cellistin Lucy Campbell im Rahmen der Streichquartette Soldat-Röger kurz betrachtet.


    Lucy Campbell wird in mehreren Publikationen als amerikanische Cellistin bezeichnet, so z. B. im Artikel „Vereinigte Staaten von Amerika. VI. Kunst, 3. Musik“ im Lexikon der Frau (Bd. 2, Sp. 1562).


    Im Teilnachlass Joseph Joachim (Archiv der Universität der Künste Berlin, Bestand 102) befindet sich eine Gruppenaufnahme aus dem Jahr 1901, auf der Lucy Campbell abgebildet ist. Das Foto wurde während eines Kammermusikfestes im Beethoven-Haus in Bonn aufgenommen. (Auskunft Archiv der Universität der Künste Berlin)


    Lucy Campbell war die Schwester der Berliner Violinistin Carreño Campbell (vgl. Brief von Lucy Müller-Campbell an Joseph Joachim vom 25. September 1905, Staatliches Institut für Musikforschung Berlin, Sign. Lucy Müller-Campbell 1). Carreño Campbell war im April 1900 Mitglied des Streichorchesters Berliner Tonkünstlerinnen (vgl. Prante 1999, S. 23). Beide Schwestern hielten sich demnach im Umfeld Joseph Joachims und der Berliner Musikhochschule auf.


    Das Gedicht Gerhard Hauptmanns lässt vermuten, dass Lucy Campbell die NS-Zeit in Wien verbrachte.


    Lucy Campbell und ihr Mann hatten eine Tochter, eine spätere Frau Fritz von Zsolnay (vgl. Manuskriptnachlass Gerhart Hauptmanns, Register, S. 273f).

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Lucy Campbell umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre künstlerischen und möglicherweise auch pädagogischen Tätigkeiten.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 22912173
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117167711

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 26. April 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 02.05.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Lucy Campbell“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 2.5.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Lucy_Campbell