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    von Holger Bühring
    Namen:
    Lotte Backes
    Lebensdaten:
    geb. in Köln, Deutschland
    gest. in Berlin, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Organistin, Chorleiterin

    Profil

    Das öffentliche Wirken von Lotte Backes begann mit ihrer überaus erfolgreichen nationalen und internationalen Tätigkeit als Konzertpianistin. Vor allem galt sie als hervorragende Liszt-Interpretin und wurde aus diesem Grund von dem Liszt-Erben Siegfried Wagner engagiert.

    Weiterhin gehörten die Klavierwerke der französischen Spätromantiker und Impressionisten zu ihrem Hauptrepertoire.

    Schon in den 1930er-Jahren des 20. Jahrhunderts erlangte das kompositorische Schaffen von Lotte Backes große Beachtung und Wertschätzung von Seiten der Fachwelt. Dadurch wurde ihr das Kompositionsstudium in der Meisterklasse der Preußischen Akademie der Künste ermöglicht.

    Sie schrieb seitdem für die verschiedensten Genres und Besetzungen.

    Nachdem 1945 – kurz vor Kriegsende – die meisten ihrer bis dahin geschaffenen Werke einem Brand zum Opfer fielen, wagte sie einen Neuanfang als Komponistin mit stärkerer Orientierung an modernen Stilmitteln.

    Die Hauptbedeutung des kompositorischen Wirkens von Lotte Backes lag im Bereich von Orgelkompositionen und Werken der (katholischen) geistlichen Vokalmusik (also Musik, die sie vorrangig nach 1945 hervorbrachte) – und damit Gattungen, die in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts eher eine periphere Stellung einnahmen.

    Als Gründerin und Leiterin der „Berliner Kammerchorvereinigung“ (1945-1961) war sie schließlich maßgeblich am Wiederaufbau des öffentlichen Musiklebens Berlins nach dem zweiten Weltkrieg beteiligt.

    Orte und Länder

    Lotte Backes wuchs in Köln auf. Von 1915 bis 1917 studierte sie Klavier am Straßburger Konservatorium, von 1918 Klavier und Orgel am Düsseldorfer Konservatorium. Seit 1923 unternahm sie zahlreiche Konzertreisen in deutsche Städte und in das europäische Ausland. Von 1931 bis zu ihrem Tod 1990 war sie in Berlin fest ansässig. Dort studierte sie von 1935-1938 Komposition in der Meisterklasse der Preußischen Akademie der Künste. Von da an wirkte sie in Berlin als Komponistin und Interpretin.

    Biografie

    Lotte Backes, am 2. Mai 1901 in Köln als Tochter eines Ingenieurs geboren, erhielt ihren ersten Klavierunterricht von ihrer Mutter.

    1915-1917 studierte sie am Straßburger Konservatorium Klavier, 1918-1922 am Düsseldorfer Konservatorium Klavier und Orgel. Laut eigenem Zeugnis (Fernsehinterview vom 24.11.1981; Aufzeichnung im Nachlass vorhanden) war sie während dieser Zeit nicht selten in finanziellen Nöten.


    Seit 1923 war sie national und international tätig als erfolgreiche Konzertpianistin.


    Von 1924 an ist ihr kompositorisches Schaffen nachweisbar (zunächst Lieder und Klaviermusik). Seit 1928 wurden Werke von ihr in deutschen Rundfunksendern (laut eigener Aussage vom 07.05.1981, Rundfunkinterview im SFB I: Köln, Berlin, München, Königsberg) gesendet.


    1931 wurde Berlin zum festen Wohnsitz von Lotte Backes auf Lebenszeit.


    Nach ersten Kompositionserfolgen seit 1932 (zwei Opern, ein Oratorium, eine Sinfonie) erhielt sie ein Stipendium für das Studium der Komposition in der Meisterklasse der Preußischen Akademie der Künste.

    Seit 1939 wurden viele ihrer Werke im Berliner und Münchener Rundfunk ausgestrahlt.


    Da 1945 kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges die meisten ihrer bis dahin komponierten Werke verbrannten, musste sie nach Kriegsende einen Neuanfang als Komponistin wagen. Als Interpretin trat sie nun vor allem an der Orgel hervor.

    Auch gründete und leitete sie die bis zum Berliner Mauerbau 1961 bestehende Berliner Kammerchorvereinigung.

    Die Aufführung ihres von ihr selbst sorgfältig rekonstruierten Te Deum aus den 1930er Jahren im Jahre 1945 war die erste Konzertaufführung in Berlin nach dem Krieg überhaupt.


    Während zunächst die Komposition von geistlicher und weltlicher Vokalmusik überwog, schuf sie seit 1958 zahlreiche bedeutende Orgelwerke, die zwischen ca. 1960 und ca. 1990 zum nationalen und internationalen Repertoire gehörten. Auch ihre Kammermusik fand Beachtung und Anerkennung.


    Bis ins hohe Alter erhielt Lotte Backes Kompositionsaufträge.

    Im April 1982 erhielt sie für ihre kompositorische Leistung das Bundesverdienstkreuz. Ihr schöpferisches Wirken ist bis 1982 belegt.


    Lotte Backes starb am 12.5.1990 in Berlin.

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    Lotte Backes wurde am 2. Mai 1901 in Köln als Tochter eines Ingenieurs geboren. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie von ihrer Mutter, die aus einer musikalischen Familie stammte und selbst ein wenig komponierte. Schon als Kind äußerte Lotte Backes den damals für eine Frau ungewöhnlichen Berufswunsch der Komponistin.

    Von 1915 bis 1917 studierte sie Klavier am Straßburger Konservatorium (unter anderem bei Hans Pfitzner) und von 1918 bis 1922 am Düsseldorfer Konservatorium in der Meisterklasse von Prof. Emil Eckert, einem Schüler Robert Teichmüllers. Dort studierte sie auch Orgel.


    Seit 1923 war sie national und international tätig als erfolgreiche Konzertpianistin (vgl. eigene Aussage und Lohmann 1981). Sie spielte in vielen deutschen Städten und arbeitete mit namhaften Dirigenten (z. B. Karl Muck und Siegfried Wagner) zusammen (im Nachlass erhalten sind je ein Konzertprogramm aus Liegnitz, 1924, und Meiningen, 1926, in denen jeweils ihre Interpretation von Werken Liszts unter Leitung Siegfried Wagners belegt ist).

    Ihre große Bedeutung lag vor allem in der Interpretation der Klavierwerke von Franz Liszt, weshalb der Liszt-Erbe Siegfried Wagner sie häufiger engagierte. Dieser unternahm mit ihr noch während ihres Studiums eine Konzertreise nach Schlesien, wo sie als Liszt-Spezialistin hervortrat (Quelle: „Die Glocke“, 28.05.1976).

    Ferner spielte sie häufig Musik von Chopin und die Klavierwerke französischer Komponisten des späten 19. Jahrhunderts und des frühen 20. Jahrhunderts.


    Seit 1924 (also mehr als zehn Jahre vor Aufnahme ihres Kompositionsstudiums) ist ihr kompositorisches Wirken nachweisbar, das zunächst aus dem Schaffen von Liedern („Frühe Lieder“) und Klaviermusik bestand. Schon ab 1928 wurden frühe Kompositionen von Lotte Backes im Rundfunk verschiedener deutscher Sender (s.o.) ausgestrahlt. Laut eigener Aussage lernte sie während ihres Klavierstudiums die Grundlagen der Harmonielehre, was sie zur Komposition kleinerer Werke anregte.


    Seit 1931 war Lotte Backes bis zu ihrem Tode in Berlin fest ansässig. Die Gründe für ihre Wahl dieser Stadt zu ihrem Hauptwohnsitz sind bislang nicht ermittelt, doch lagen sie möglicherweise in dem überragend bedeutenden Musikleben dieser Stadt einerseits und der zur Zeit ihrer Ansiedlung dort noch sehr weltoffenen Atmosphäre andererseits.


    In den 1930er-Jahren schuf sie viele Werke, darunter zwei Opern: „Ekkehard“ und „Uriel Acosta“. Der Entwurf zu „Ekkehard“ wurde 1932 von Fritz Zweig (1893-1984), dem damaligen Dirigenten der Preußischen Staatstheater, in einem Kurzbrief (siehe Nachlass von Lotte Backes erhalten) als Werk eines begabten Komponisten gelobt – wobei er allerdings nicht wusste, dass die Musik von einer Frau komponiert wurde. Weiterhin schrieb sie eine Sinfonie und ein großes Oratorium („St. Dominicus“, UA 28. Oktober 1934 in Budapest; Quelle: Lohmann, 1981), das von der Musikkritik und von anderen Komponisten durchweg sehr positiv bewertet wurde.


    Der Dirigent Karl Muck erkannte ihr großes kompositorisches Talent und verschaffte ihr 1935 ein Stipendium für das Kompositionsstudium in der Meisterklasse der Preußischen Akademie der Künste bei Georg Schumann und Max Trapp, das sie bis 1938 belegte. Dort erlernte sie laut eigenem Zeugnis den „strengen Tonsatz“.


    Seit 1939 wurden viele ihrer Werke im Berliner und Münchener Rundfunk ausgestrahlt. Allerdings erfuhr sie zu dieser Zeit als komponierende Frau auch häufiger harsche Kritik. Es gab aber ebenfalls zahlreiche männliche Kollegen, welche ihre schöpferische Tätigkeit intensiv unterstützen, wie sie in einem Fernsehinterview vom 24.11.1981 lobend erwähnte.


    Im zweiten Weltkrieg wurden jedoch die meisten ihrer bis dahin geschaffenen Werke zerstört. Sie verbrannten 1945 in ihrer Wohnung und im Gebäude ihres Verlegers Albert Stahl. Darunter befanden sich auch ihre Sinfonie und die zwei Opern.


    Nach 1945 wagte die in West-Berlin lebende Lotte Backes einen Neuanfang als Komponistin und Interpretin (Klavier und nun v.a. auch Orgel). Auch gründete und dirigierte sie die Berliner Kammerchorvereinigung, deren Mitglieder – ausschließlich Berufssänger – aus Ost- und West-Berlin stammten, und die bis 1961 unter ihrer Leitung bestand, jedoch durch den Berliner Mauerbau ein abruptes Ende fand.

    Zwischen 1945 und 1949 gelang es ihr, anhand erhalten gebliebener Chorstimmen das Requiem, die Messe und das Te Deum aus den 1930er-Jahren zu rekonstruieren und umzuschreiben. Die Aufführung des Te Deum war die erste Konzertaufführung in Berlin nach dem Krieg überhaupt.


    Von nun an schrieb Lotte Backes zunächst hauptsächlich Vokalmusik, so die Lieder nach Texten von Ingeborg Angelika Kloss und große weltliche Chorwerke (u.a. nach Maxim Gorki und Pablo Neruda) sowie geistliche Vokalmusik (Oratorien, Psalmvertonungen, Motetten).


    Ab 1958 (Chromatische Fantasie) komponierte sie zahlreiche Orgelwerke, die im In- und Ausland große Beachtung fanden und häufig interpretiert wurden (siehe Konzertdokumente aus dem Nachlass). Insbesondere in den 1960er bis 1980er-Jahren gehörten sie zum internationalen Orgelrepertoire.


    Ebenso schuf Lotte Backes seit 1955 Kammermusik, die sich gleichfalls größerer Beliebtheit erfreute. Sowohl bedeutende Interpreten des In- und Auslandes als auch der Rundfunk setzten sich intensiv für die Verbreitung ihrer Werke ein. Es wurde auch eine Schallplatte mit Orgelkompositionen von Lotte Backes aufgenommen und vertrieben.


    Noch bis ins hohe Alter erhielt sie Kompositionsaufträge. So etwa von einem britischen Sender, dessen Namen Lotte Backes allerdings nicht nennt (siehe Fernsehinterview 1981). Sie schrieb häufig gleichzeitig an mehreren Werken.

    Dass Lotte Backes auch Werke zu aktuellen Anlässen komponierte, bezeugt ein auf Audiokassette aufgezeichnetes TV-Gespräch eines Reporters mit Lotte Backes (in einer Fernsehsendung vom 24.11.1981 anlässlich des 80. Geburtstages der Komponistin; Sender nicht genannt, siehe Nachlass), wonach sie 1981 laut eigener Aussage spontan aus eigenem Antrieb anlässlich der Hochzeit des Prinz Charles von England mit Prinzessin Diana einen Hochzeitsmarsch (Signatur Mus.Nachl.L.Backes II, 10) schrieb. Das Manuskript ließ sie vorher dem Britischen Königshaus zukommen. Königin Elisabeth II. sandte ihr darauf hin ein Antwortschreiben zu, in welchem sie sich noch unentschlossen zeigte. Zur Hochzeit wurde jedoch schließlich eine andere Festmusik gespielt.


    Im April 1982 erhielt Lotte Backes das Bundesverdienstkreuz für ihre kompositorische Leistung.


    Noch bis 1982 war sie als Komponistin tätig, danach wurde es still um sie. Aus der folgenden Zeit gibt es keine Belege mehr für ihr Musikschaffen. Lotte Backes starb am 12.5.1990 in Berlin.

    Würdigung

    Lotte Backes startete ihre erfolgreiche Laufbahn als Konzertpianistin von nationalem und internationalem Rang. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass sie als Frau gerade für ihre Liszt-Interpretationen berühmt wurde, galt Liszt doch zu dieser Zeit mit seinen virtuosen Klavierstücken als Repräsentant einer „heroischen Kraft“, die damals üblicherweise dem männlichen Interpreten zugeschrieben wurde.

    Offensichtlich beeinflusste die pianistische Praxis erheblich ihre spätere Kompositionsweise, besonders erkennbar in ihren Werken für Tasteninstrumente. Virtuose Elemente und intensive Klangsinnlichkeit weisen darauf hin.


    Lotte Backes gibt selbst an, sie habe seit 1924 komponiert – zunächst ausschließlich Sololieder mit Klavierbegleitung (nach Texten bedeutender Dichter: erhalten, siehe im Werkverzeichnis unter A 1.1) und Klavierstücke. Ab 1928 wurden ihre Kompositionen im Rundfunk gesendet.


    Werke wie ihre zwei zwischen 1932 und 1934 (also ebenfalls noch vor ihrem Kompositionsstudium) entstandenen Opern „Ekkehard“ und „Uriel Acosta“, ihre gleichfalls in diesem Zeitraum komponierte Sinfonie und das 1934 uraufgeführte Oratorium „St. Dominicus“ erregten in der Fachwelt des Berliner Musiklebens große Aufmerksamkeit, welche ihr schließlich das Kompositionsstudium ermöglichte.


    Da 1945 die meisten ihrer bis dahin geschaffenen Kompositionen verbrannten, ist es um so höher zu bewerten, dass sie einen vollständigen Neuanfang als Tonsetzerin und Interpretin (nun vor allem als Organistin) wagte.

    Lotte Backes schrieb Werke aller Gattungen. Besonders ihre seit 1958 entstandenen Orgelwerke gehörten über Jahrzehnte (bis ca. 1990) zum nationalen und internationalen Repertoire für dieses Instrument. Auch die (geistliche und weltliche) Vokalmusik und die seit 1955 entstandene Kammermusik fand reichlich Beachtung.


    Weil die Werke von Lotte Backes noch nicht tiefgehend musikwissenschaftlich erforscht sind, können Stilmerkmale und Bedeutung der kompositorischen Tätigkeit von ihr hier nur grob skizziert werden.


    Wegen der unwiederbringlichen Zerstörung der meisten ihrer vor 1945 komponierten Werke (darunter ihre zwei Opern „Ekkehard“ und „Uriel Acosta“ sowie das Oratorium „St. Dominicus“ und ihre einzige Sinfonie), ist eine genauere stilistische Einordnung ihres bis dahin geschaffenen Oeuvres nicht möglich.

    Die „Frühen Lieder“ (1924-1928) als einzige erhaltene Frühwerke bekunden die Orientierung am spätromantischen Lied (Wolf, Strauss) als Ausgangsbasis ihres Schaffens. Die darin hinzugefügten zwei Kinderchorlieder stehen dagegen in ihrem Charakter offenkundig unter dem Einfluss der musikalischen Jugendbewegung.


    Die Tatsache, dass Lotte Backes während der nationalsozialistischen Herrschaft offensichtlich ungehindert komponieren und ihre Werke aufführen konnte, bekundet, dass ihre Musik nicht als „entartet“ beurteilt wurde. Andererseits spricht jedoch nichts dafür, dass sie Musik im Dienste des NS-Regimes schrieb. Möglicherweise schuf sie sich durch ihre verstärkte Komposition von geistlichen Werken und Orgelmusik eine Nische, in der sie unbehelligt blieb. In einem Fernsehinterview vom 24.11.1981 (Aufzeichnung im Nachlass vorhanden) teilte sie allerdings mit, dass Aufführungen eigener Werke während dieser Periode recht häufig negative Kritiken in der Presse zur Folge hatten. Bei positiven Aufnahmen wurde hingegen nicht selten der Vorname verschwiegen, um zu verschleiern, dass es sich um Werke einer Frau handelte.


    Der Stil der Musik von Lotte Backes seit 1945 (und der wenigen erhaltenen Werke ab 1937) ist geprägt durch dramatische Expressivität einerseits und kontemplative Lyrik andererseits, sowie teilweise durch vitale Rhythmik.

    Vor allem in den Orgelkompositionen und der geistlichen Musik wird teilweise auf barocke Formen (Toccata, Präludium, Fuge, Passacaglia, Choralbearbeitung, Motette) zurückgegriffen, in Orientierung an Reger (mit dem sie auch die Ausdrucksintensität teilt) und Hindemith, wie auch gleichzeitig bei Pepping. Mit diesen Komponisten teilt sie auch die erweiterte Tonalität (Quartschichtungen, Bitonalität, Chromatizismen). Im Unterschied zu ihnen ist bei Lotte Backes allerdings der Aspekt der formalen Konstruktion weniger bedeutend. Statt dessen überwiegen Kontrastwirkungen, Fortspinnung und in geistlichen Vokalwerken der „freie“ motettische Stil (sie schuf denn auch zahlreiche Motetten). Auch tritt bei Lotte Backes anders als in der eher zu einer „objektivierenden Sakralität“ neigenden Musik Hindemiths, Peppings und Distlers der Aspekt des subjektiven Ausdrucks wesentlich stärker hervor.


    Bei den Instrumentalwerken von Lotte Backes sind Programm- und Charakterstücke zahlreich vertreten. Das gilt auch für die Orgelmusik, bei der Werke mit „geistlichen Programmen“ vorkommen (z.B. „...et Spiritus Dei ferebatur super aquas...“) oder spirituelle Stimmungen („Patmos-Meditation) ausgedrückt werden. In Fantasien für Orgel und Klavier entfaltet sich der Klangsinn der Komponistin. Intensive impressionistische Elemente (Debussy, Ravel) sind unverkennbar, ebenso der Einfluss Olivier Messiaens (der als einziger „eigentlicher“ Avantgardekomponist deutlich erkennbar auf Lotte Backes einwirkte). Hierin wurzeln die Intensität der oftmals polytonalen Klangballungen und der Klangfarbigkeit. Gelegentlich wandte Lotte Backes auch Mittel der Dodekaphonie an, jedoch sehr frei.


    Insgesamt betrachtet weist das Werk von Lotte Backes weniger bahnbrechende Neuerungen auf als vielmehr die geschickte Kombination und Synthese vorhandener Mittel zwecks intensivem emotionalen Ausdruck und Anregung zu neugierigem Hören. Laut eigenem Zeugnis (so etwa in einem Fernsehinterview vom 24.11.1981; Aufzeichnung im Nachlass der Komponistin vorhanden) wollte Lotte Backes mit ihrer Musik bei den Zuhörern einen positiven Eindruck hinterlassen.


    Obgleich das Werk von Lotte Backes nach 1945 (gleich demjenigen Peppings) angesichts des Mainstreams der avantgardistischen Tendenzen zusehends isolierter da stand, erfreute es sich bis zum Lebensende der Komponistin großer Beliebtheit. Insbesondere ihre Orgelkompositionen gehörten – wie bereits erwähnt – von ca. 1960 bis Ende der 1980er Jahre zum nationalen und internationalen Repertoire für dieses Instrument. Namhafte Organisten wie Heinz Lohmann, Feliks Raczkowski und T.W. Abley widmeten sich ihrem Werk.


    Schließlich leistete sie als Chordirigentin einen erheblichen Beitrag zur öffentlichen Musikpflege Berlins. Insbesondere die Gründung und Leitung der bis zum Berliner Mauerbau 1961 bestehenden (ausschließlich aus professionellen SängerInnen zusammengesetzten) Berliner Kammerchorvereinigung im Jahre 1945 und ihre Aufführung ihres eigenhändig rekonstruierten Te Deum aus den späten 1930er Jahren als erste öffentlicher Musikaufführung im Berlin der Nachkriegszeit bekunden ihr Engagement für ihre Wahlheimatstadt.

    Rezeption

    Als Pianistin erlangte Lotte Backes früh nationale und internationale Bedeutung. Vor allem ihre Liszt-Interpretationen galten als sehr bedeutend. Siegfried Wagner, der nach herausragenden und werkgerechten Interpreten der Werke seines Großvaters Franz Liszt suchte, war von Lotte Backes’ Spiel sofort eingenommen und förderte sie nachdrücklich.


    Seit 1928 und verstärkt ab 1931 fand ihr kompositorisches Schaffen (u.a. ihre beiden Opern) große Beachtung und wurde von bedeutenden Stimmen der Fachwelt positiv beurteilt, was ihr schließlich das durch die Initiative des Dirigenten Karl Muck ermöglichte Stipendium für das Kompositionsstudium in der Meisterklasse der Preußischen Akademie der Künste einbrachte.


    Seit 1939 wurden zahlreiche Kompositionen von Lotte Backes im Berliner und Münchener Rundfunk gesendet.


    Schon bald nach 1945 wuchs ihre Reputation als Komponistin, Interpretin und Chordirigentin erneut.

    Vor allem ihre seit 1958 entstandenen Orgelwerke gehörten von ca. 1960 bis zu den späten 1980er Jahren zum nationalen und internationalen Repertoire. Die Auswertung der in ihrem Nachlass befindlichen Konzertdokumente bezüglich der Aufführungen ihrer Werke ergab, dass die Interpretation ihrer Kompositionen für dieses Instrument bei weitem diejenige von anderen Werkgattungen überwog.

    Auch viele der seit 1955 entstandenen Kammermusikwerke erlangten hohe Wertschätzung. Besonders häufig wurden diese im Rundfunk (v. a. in den Berliner Sendern RIAS und SFB) gesendet.

    Sowohl bedeutende Interpreten des In- und Auslandes als auch der Rundfunk setzten sich nachdrücklich für die Verbreitung ihrer Werke ein. Es wurde auch eine Schallplatte mit Orgelkompositionen von ihr aufgenommen und vertrieben.

    In Regionalzeitungen wurden Konzerte mit Werken der Komponistin häufig rezensiert, wobei auch die Kompositionen selbst in den Kritiken (mit überwiegend positiven Beurteilungen) erörtert wurden.


    Im Rundfunk und auch im Fernsehen wurden in den 1980er-Jahren Sendungen ausgestrahlt, in denen Lotte Backes porträtiert und interviewt wurde.


    Noch bis ins hohe Alter hinein erhielt sie Kompositionsaufträge.

    Werkverzeichnis

    Da die meisten Uraufführungsdaten bzw. -orte nicht ermittelt oder nicht ermittelbar sind, wurde in diesem Werkverzeichnis auf deren Nennung verzichtet. Werke, die sich nicht im Nachlass der Komponistin in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin befinden, sind mit entsprechenden Anmerkungen versehen.



    A Vokalmusik


    1 Weltliche Vokalmusik


    1.1 Sololieder mit Klavierbegleitung


    „Die alte Stadt“, Text: Carl Bülcke, (1924)


    „Am Bach“, Text: Wilhelm Conrad Gomoll, (zwischen 1924 und 1928)


    „Fern im letzten Licht“, Text: Otto Buchmann, (zwischen 1924 und 1928)


    „Du stiller Tag“, Text: Desiré Müntzer, (zwischen 1924 und 1928)


    „Der Friedhof der Namenlosen“, Text: Albrecht Graf Wickenburg, (zwischen 1924 und 1928)


    „Du Toller herrlich Trunkener“, Text: Rabindranath Tagore, (zwischen 1924 und 1928)


    „Wohin eilst du mit deinem Korb?“, Text: Rabindranat Tagore, (zwischen 1924 und 1928)

    Weitere Fassung (ca. 1930)


    „Du“, Text: unbekannt, (zwischen 1924 und 1928)


    „Blume, Baum, Vogel“, Text: Hermann Hesse, (zwischen 1924 und 1928)

    Weitere Fassung (ca. 1930)

    Weitere Fassung (1935)


    „Die Stadt“, Text: Theodor Storm, (zwischen 1924 und 1928)

    Weitere Fassung (ca. 1930)


    „Über die Heide“, Text: Theodor Storm, (zwischen 1924 und 1928)

    Weitere Fassung (ca. 1930)


    „Das Meer“, Text: Emanuel Geibel, (zwischen 1924 und 1928)


    „Des Abends“, Text: Theodor Storm, (zwischen 1924 und 1928)

    Weitere Fassung (ca. 1930)

    Weitere Fassung (ca. 1930-1935)


    „Verzückt“, Text: A. W. Heymel, (zwischen 1924 und 1928)

    Weitere Fassung (ca. 1930-1935)


    „Im heilgen Teich“, Text: Hermann Lingg, (zwischen 1924 und 1928)


    „Sven Sture“, Text und Melodie: Nordische Weise, (zwischen 1924 und 1928)


    „Du erschienest mir im Träume“, Text: unbekannt, (zwischen 1924 und 1930)


    Lieder für hohe Stimme, (ca. 1930 - 1935). Berlin: Stahl, Copyright 1943


    1. „Des Abends“, Text: Theodor Storm (frühere Fassung s.o.)

    2. „Wie soll ich dich nennen?“, Text: Alexander Petofi

    3. „Einsamkeit“, Text: Heinrich Frank

    4. „Verzückt“, Text: A. W. Heymel (frühere Fassung s.o.)



    „Marienlied“, Text: Wolfram M. Plotzke, (1934)



    Lieder nach Texten von Ingeborg Angelika Kloss, (im Manuskript: 1947 - 1950; im Werkverzeichnis: 1942-1945)


    1. „Lieblicher Sommer“; (Chorfassung zwischen 1949 und 1958 entstanden)

    2. „Was geschehen ist“; (verschiedene Chorfassungen, zwischen 1949 und 1958 entstanden)

    3. „Regensüsse Nacht“

    4. „Das fremde Angesicht“

    5. „Die gefundene Lieb“

    6. „An die geliebte Seele“

    7. „Wandlung“

    8. „Bräutliche Birken“

    9. „Der weisse Schmetterling“

    10. „Seh´ ich im Monde dein Bild“

    11. „Die fremde Seel“

    12. „Die klagende Nacht“

    13. „Die einsamen Lichtlein“

    14. „An die Welt“

    15. „Kleines Lied“; (Chorfassungen mit Klavier zwischen 1949 und 1958 entstanden)


    Fünf Lieder nach chinesischen Texten aus dem 9. Jahrhundert, (1962); (die Lieder befinden sich nicht im Nachlass der Komponistin; ihr Verbleib ist ungeklärt)



    1.2 Weltliche Chorlieder und Chorsätze


    „Hymne und Wiederkehr“ für Tenorsolo, Chorquartett, gem. Chor u. Bläser, Text: Pablo Neruda, (1946); (weitere Fassungen von 1950 und ca. 1965)


    „Die Liebenden“: ein lyrisches Volksoratorium für 4 Solostimmen, gem. Chor und Orchester nach einer Dichtung von Ingeborg Angelika Kloss, (1947)


    „Das Lied vom Sturmvogel“, Text: Maxim Gorki, (1948); (weitere Fassungen von 1951 u. 1981)


    Volkstümliche Chorlieder, (1949-1958). 2, 3, 4 st. Chor (Frauen-, Männer- u. gem. Chor), a capella u. mit Begleitung


    1. „Es ist ein Reihen geschlungen“, Text: O. J. Bierbaum; (zwei sehr verschiedene Fassungen)

    2. „Liebesliedchen“, Text: Münchener Handschrift 13. Jh.; (zwei Fassungen)

    3. „Tanzliedchen“, Text: Münchener Handschrift 13. Jh.; (zwei Fassungen)

    4. „Zueignung“, Text: Ingeborg Angelika Kloss; (vier Fassungen)

    5. „Das Ende vom Lied“, Text: Ingeborg Angelika Kloss; (vier Fassungen)

    6. „Blume, Baum, Vogel“, Text: Hermann Hesse; (zwei Fassungen)

    7. „Was geschehen ist“, Text: Ingeborg Angelika Kloss; (mehrere Fassungen, darunter Sololiedfassungen, s.o.)

    8. „Sprung über den Bach“, Text: Ingeborg Angelika Kloss; (zwei Fassungen)

    9. „Lieblicher Sommer“, Text: Ingeborg Angelika Kloss; (Sololiedfassung s.o.)

    10. „Kleines Lied“, Text: Ingeborg Angelika Kloss; (Sololiedfassung s.o.)



    1.3 Opern


    „Ekkehard“, (1932), Berlin, Librettist unbekannt, Noten verbrannt


    „Uriel Acosta“, (ca. 1935), Berlin, Librettist unbekannt, Noten verbrannt



    2 Geistliche Vokalwerke


    2.1 Motetten


    „Confitebor tibi domine“: für Solostimme und Orgel, (ca. 1950); (weitere Fassung von 1952)


    „Ad te, domine“: für Solostimme und Orgel, (ca. 1950); (weitere Fassung von 1952)


    „Laudate dominum“: für Solostimme und Orgel, (ca. 1950); (weitere Fassung von 1952)


    „Ave Maria gratia plena“: für Solostimme und Orgel, (1950); (Chorfassungen: 4st. gem. Chor / ca. 1950-1955 ; 4st. Frauenchor bzw. gem. Chor / ca. 1965-1970)


    „O sacrum convivium“: 4st. gem. Chor, (1950); (vier Fassungen, darunter eine für 4st. Frauenchor / 1951)


    „O salutaris hostia“: 4st. gem. Chor, (1950); (drei Fassungen)


    „Tulerunt Jesum“: 4st. gem. Chor, (1951); (vier Fassungen, darunter eine für 4st. Frauenchor)


    „Domus mea“: 4st. Frauenchor, (1951); (zwei Fassungen)


    „Lauda Sion“: 4st. Frauenchor, (ca. 1950-1955)


    „Der Gerechte freut sich“: 5st. gem. Chor, (1958-1959); (spätere Fassung von 1982)


    „Voll der Barmherzigkeit“: 5st. gem. Chor, (1958-1959); (spätere Fassung von 1982)


    „Die Himmel preisen“: 5st. gem. Chor, (1958-1959); (spätere Fassung von 1982)


    „O, vos omnes“: 4st. gem. Chor, (ca. 1965-1970)


    Fünf Motetten für 4st. Chor, (undatiert; diese Motetten befinden sich nicht im Nachlass der Komponistin; ihr Verbleib ist ungeklärt)



    2.2 Psalmvertonungen


    Der 24. Psalm für Solostimme, gem. Chor und Orchester, (1950); (zwei Fassungen)


    Psalm 47 für gem. Chor und Orgel, (1953)


    Psalm 8 für Singstimme und Orgel, (1956) (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    Psalm 100 für vier Frauenstimmen und Orgel, (1957); (zwei Fassungen)


    Der 92. Psalm für gem. Chor und Orgel, (ca. 1960); (drei weitere Fassungen, ca. 1960-1970)


    Psalm 67 für eine Singstimme und Orgel, (1961)



    2.3 Weitere geistliche Vokalwerke


    Oratorium „St. Dominicus“, (UA 1934, Budapest), Noten verbrannt


    „Missa 1937“: 4st. gem. Chor und Orgel, (1937); (Neufassung 1949)


    Requiem für vier Soli, gem. Chor und Orgel, (zweite Fassung von 1950; die erste Fassung von 1940 mit zusätzlichem Orchester verbrannte 1945 restlos); (weitere Fassung von 1980)


    Te Deum: 4st. gem. Chor und Orgel, (zweite Fassung von 1950; die erste Fassung von 1937 verbrannte 1945 größtenteils)


    Weihnachtskantate, (1950); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Laudate dominum“ für Singstimme und Chor, (1952); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Die letzte Vision“: Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift für 3 Solostimmen, Chorquartett, gem. Chor, Sprecher und Orgel, (1954)


    Cantiones sacrae, (1960); (nur fragmentarisch erhalten)



    B Instrumentalmusik


    1 Werke für Klavier


    Suite, (1937). Berlin: Celesta-Verlag; (zwei Fassungen)


    „Sommerliche Wanderung“, (1946); (Orchesterfassung s.u.)


    „Ländliche Miniaturen“, (1948); (zwei Fassungen)


    1. „Der dunkle Teich“

    2. „Auf dem Jahrmarkt“

    3. „Die alte Dorfkirche“

    4. „Ausklang“



    Fantasiestück, (1953); (zwei Fassungen)


    Concertino für zwei Klaviere, (ca. 1950-1960)


    „Berliner Impressionen“, (1956)


    „Conversazione a due“ (2 pianos), (1956)


    3 Klavierstücke, (1957)


    1. Arabeske

    2. Ricordanza

    3. Nocturno


    Klavierfantasie, (1958)


    „Festliche Musik“ (Wedding march), (1981); (komponiert anlässlich der Hochzeit von Prinz Charles von England mit Prinzessin Diana)



    2 Kammermusik / Orchesterwerke


    Sinfonie, (zwischen 1935 und 1945), Noten verbrannt


    Concertante für Violoncello und Klavier, (Erstkomposition 1928 - 1945 verbrannt; Neuschrift 1950); (gleichnamiges Werk von 1966 s.u. - deutliche Orientierung am älteren Werk)


    Sonate für Violine und Klavier, (1955)


    Ballade für Flöte, Harfe und Klavier, (1958). Berlin: Sirius-Verlag, 1958 (1977 im Verlag Heinrichshofen / Wilhelmshaven erschienen)


    Spielmusik für Oboe und Klavier, (1958); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Stretch“ für großes Orchester, (ca. 1960-1970)


    „Sommerliche Wanderung“: lyrisches Intermezzo für kleines Orchester, (1961); (frühere Fassung für Klavier von 1946, s.o.); (Komposition „Walk in the summer“ für Septett von 1975 -s.u.- orientiert sich teilweise an diesem Werk)


    Serenata für Violine und Harfe, (1965). Berlin: Bote & Bock, 1965


    Concertante für Violoncello und Klavier, (1966)


    Concerto per violino e organo, (1970). Leipzig: Deutsch-Verlag


    „Episodio“ per tromba e organo, (1972); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; statt dessen liegt es in der Bibliothek der Zentralstelle für Kirchenmusik in Hildesheim vor)


    Intermezzo for harp solo, (1972)


    „Movimenti improvisati“ per arpa e percussione, (1972)


    Sonata per tromba e organo, (1972); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; statt dessen liegt es in der Bibliothek der Zentralstelle für Kirchenmusik in Hildesheim vor)


    „Sprazzo di luce“ per quartetto instrumentale, arpa e percussione (Sextett): Harfe, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Schlagwerk, (1973)


    „Fantasia pittoresca“ (Quintett): Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn, (1975)


    Intermezzo für Harfe, (1975); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Walk in the summer“ (Romance for septett): Harfe, Flöte, Oboe, Violine, Violoncello, Celesta, Schlagwerk, (1975, nach einer Aufzeichnung von 1948); (leichte musikal. Bezüge zum Werk „Sommerliche Wanderung“ für Orchester bzw. Klavier, s.o.)


    „Faszination“ (Violine solo), (1977); (zwei Fassungen)


    Nocturne für Horn und Harfe, (1977); (weitere Fassungen für Englischhorn und Harfe, ebenfalls 1977)


    „Synthese“: Musik für Klarinette und Klavier (Cembalo), (1977)


    „Impressionen“ (Trio): Klarinette, Violoncello und Klavier, (1978)


    Suite für Holzbläserquartett, (1979); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Reisebilder“ für Streichquartett, (1981)


    1. „Der dunkle See“

    2. „Auf dem Jahrmarkt“

    3. „Die alte Kapelle“

    4. „Die Fahrt geht weiter“


    „Dialog“ für zwei Harfen, (1982)


    Stücke für Violoncello, (undatiert; die Werke befinden sich nicht im Nachlass der Komponistin; ihr Verbleib ist ungeklärt)



    3 Orgelwerke


    Präludium und Fuge in C, (ca. 1928); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt – es gehört laut Zeugnis der Komponistin jedoch nicht zu den 1945 verbrannten Kompositionen)


    Praeludium und Fuge, (1937)


    Praeludium, (1938)


    Toccata, (1938)


    Prelude und Toccata, (1945); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    Erste Orgel-Fantasie („Chromatische Fantasie“), (1958). Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1958


    Capriccio, (1959). Berlin: Celesta-Verlag


    Improvisation über ein eigenes Thema, (1960). London: Novello, 1960


    „Meditationen I u. II“, (1960). Berlin: Celesta-Verlag, 1960


    „Veni creator spiritus“, (1960). Berlin: Celesta-Verlag


    Toccata II, (1960); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Erschienen ist der herrliche Tag“ (Partita), (1961). Berlin: Celesta-Verlag


    „De ascensione domine“, (1961); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    Introduktion und Passacaglia, (1962). Wilhelmshaven: Heinrichshofen, cop. 1973


    „...et spiritus dei ferebatur super aquas...“, (1963). Wilhelmshaven: Heinrichshofen


    Orgelfantasie Nr. 2 („Brasilianische Fantasie“), (1963). Leipzig: Breitkopf & Härtel


    Prelude und Fuge, (1963); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    Toccata III, (1963); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „...et repleti sunt omnes spiritu sancto...“, (1964). Wilhelmshaven: Heinrichshofen


    Improvisation über ein Orgelthema, (1964); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    Dritte Orgelfantasie („Exodus-Fantasie“), (1965); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „In sacratissima nocte“, (1966); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Festival-music: Nuptial-march“, (1967)


    „In tempore adventus“, (1967)


    „De invocatione spiritus sancti“ (Litanei), (1968). Wilhelmshaven: Heinrichshofen


    Partita: „Wie mein Gott will...“, (1969). Wilhelmshaven: Heinrichshofen, cop. 1973


    Partita „Dein Lob, Herr,...“, (1970); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Toccata ritmica“, (1971). Wilhelmshaven: Heinrichshofen. (eine zweite Fassung entstand 1974)


    Zwei Orgelstücke (1973); (die Werke befinden sich nicht im Nachlass der Komponistin; ihr Verbleib ist ungeklärt)


    „Mysterium Die“ („Cyprus-Meditation“), (1974); (das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)


    „Impressioni diversamenti“, (1976)


    „La grande finale“ („Deus manet in aeternum - alleluja“), (1977)


    „Reminisci in perpetuum“ („Patmos-Meditation“), (1980)


    Episodio (undatiert; das Werk befindet sich nicht im Nachlass der Komponistin; sein Verbleib ist ungeklärt)

    Repertoire

    Das Repertoire, mit dem Lotte Backes als Pianistin und Organistin auftrat, war noch nicht Gegenstand einer systematischen Erforschung.


    Die wenigen im Nachlass erhaltenen Dokumente bezüglich ihrer pianistischen Tätigkeit (fast alle aus den 1920er-Jahren) beinhalten nahezu ausschließlich Klavierkompositionen von Franz Liszt. In einem Konzertplakat für den 23.01.1937 wird sie als Interpretin u.a. eigener Werke angekündigt, in einem Rundfunkprogramm aus dem Jahre 1971 ist ihr Mitwirken an einem eigenen Kammermusikwerk belegt.


    Was ihr Orgelspiel betrifft, so sind im Nachlass nur Dokumente aus der Zeit ab 1945 überliefert. Dabei überwiegen Aufführungen eigener Werke.

    Quellen

    Literatur


    Brand, Bettina (Hg.). Komponistinnen in Berlin. Berlin: Musikfrauen, 1987.


    Bühring, Holger. Der Nachlass von Lotte Backes : Verzeichnis des Bestandes in der Staatsbibliothek zu Berlin –Preußischer Kulturbesitz. Hannover, 2003.


    Verzeichnis der Musiknachlässe in Deutschland. Deutsches Bibliotheksinstitut und Association Internationale des Bibliothèques, Archives et Centres de Documentation Musicaux (AIBM) – Gruppe Bundesrepublik Deutschland (Hg.). Joachim Jaenecke (Red. Bearb.). Berlin: Ehemaliges Dt. Bibliotheksinst., 2000.


    „Lotte Backes“. In: International who’s who in music and musicians’ directory. Ernest Kay (Hg.). 11. ed. Cambridge: International Who’s Who in Music, 1988.


    Olivier, Antje; Braun, Sevgi. Komponistinnen aus 800 Jahren. Essen: Sequentia-Verlag, 1996.



    Quellen aus dem Nachlass (befindlich in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Signatur: Mus.Nachl.L.Backes I-XXX; in 10 Kästen vorliegend).


    Ausschnitt aus „Der Kirchenmusiker“, November 1975 (6/75): Besprechung einer Schallplatte mit Musik von Backes / Kasten


    Ausschnitt aus „musica sacra“, Mai / Juni 1976: Artikel von Heinz Lohmann zum 75. Geburtstag von Lotte Backes (noch einmal in „musik und kirche“, s.u.)


    Ausschnitt aus „musik und kirche“, Juli / August 1976: Artikel von Heinz Lohmann zum 75. Geburtstag von Lotte Backes (noch einmal in „musica sacra“, s.o.)


    Broschüre zur Ausstellung „Komponistinnen aus drei Jahrhunderten“ von 1978 mit Biografien (darunter auch von Lotte Backes) / Kasten 10


    Ausschnitt aus „Ars organi“, Juni 1978: Besprechung einer Schallplatte mit Musik von Backes / Kasten 10


    Typoskript (1981): Würdigungsschreiben von Heinz Lohmann anlässlich des 80. Geburtstages von Lotte Backes; 2.5.1981 (3 S.) / Kasten 10


    Ausschnitt aus „Mosaik“ / Vierteljahreshefte zur gleichnamigen ZDF-Sendereihe, Januar 1982: Artikel von Angelika v. Hagen über Lotte Backes / Kasten 10


    Ausschnitt aus dem Lexikon „International who’s who in music“(1988): Artikel über Lotte Backes / Kasten 10


    Tonbänder (Sign. XVa) und Kassetten (Sign. XVb) / beide Kasten 7

    Forschung

    Abhandlungen über Lotte Backes liegen bislang noch nicht vor. In einigen Komponistinnen-Lexika sind Kurzartikel über sie vorhanden.


    Was die allgemeinen Musiklexika betrifft, so enthält ausschließlich das „International who’s who in music and musicians’ directory“ einen kurzen Artikel über die Komponistin.

    In der neuen Ausgabe von „Musik in Geschichte und Gegenwart“ wird lediglich im Sachteil in dem Artikel über Berlin ihr Nachlass im Zusammenhang mit der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin als wertvolle Erwerbung dieser erwähnt.

    Forschungsbedarf

    Das kompositorische Gesamtwerk von Lotte Backes ist bislang noch nicht eingehend untersucht worden.


    Die Entstehungszeit der meisten erhaltenen Werke ist geklärt, da die Komponistin eigenhändig Werkverzeichnisse erstellte und zudem zahlreiche handschriftliche Datierungen in den Werkmanuskripten vorliegen. Allerdings weichen zuweilen die Datierungen im Werkverzeichnis und im Werk selbst geringfügig voneinander ab.


    Während das Wirken von Lotte Backes als Komponistin und Interpretin sowie die Rezeption ihrer Werke seit 1945 in ihrem Nachlass (durch Werkmanuskripte und -ausgaben, Konzertdokumente, Rezensionen, Tonträgermitschnitte u.a.) recht gut dokumentiert sind (abgesehen von ihrem Leben und möglichem weiteren Schaffen), ist ihre Biografie und ihr Werk aus der Zeit davor nur bruchstückhaft überliefert, was u.a. wesentlich darauf zurückzuführen ist, dass der größte Teil ihres gesamten bis dahin entstandenen Werkes und wichtige Lebensdokumente 1945 – kurz vor Kriegsende – in ihrer Wohnung verbrannten.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 57919853
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116029447
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Holger Bühring, Die Grundseite wurde im Dezember 2007 erstellt.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 09.01.2008


    Empfohlene Zitierweise

    Holger Bühring, Artikel „Lotte Backes“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 9.1.2008.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Lotte_Backes