Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (PDF)
  • (95%)
  • Deutsch
  • Liza Lehmann

    von Silke Wenzel
    Liza Lehmann. Fotografie (London, D. & W. Downey, o. J.)
    Namen:
    Liza Lehmann
    Ehename: Liza Elisabetha Bedfort
    Lebensdaten:
    geb. in London, England
    gest. in Hatch End (London),
    Tätigkeitsfelder:
    Konzertsängerin (Sopranistin), Komponistin, Pianistin, Konzertveranstalterin
    Charakterisierender Satz:

    „This Album gives evidence of considerable musical taste and ability on the part of the composer. She is already most favourably known as an accomplished vocalist, but these songs show that her musicianship reste upon a firmer foundation than the power to interpret melodious thoughts in an intelligent fashion. The words are from various sources, and the musical treatment is in all cases thoroughly artistic and full of expression. The accompaniments are well written, and the collection is one that is likely to be highly prized by those who appreciate to the fullest extent the value of songs written for higher purposes than those which are influenced by commercial considerations.“


    „Dieses Album belegt den bemerkenswerten musikalischen Geschmack und die Fähigkeiten der Komponistin. Sie ist bereits weithin als hervorragende Sängerin bekannt, aber diese Lieder zeigen, dass ihr musikalisches Können noch weit über ihre interpretatorischen Fähigkeiten, hinausgeht. Die Texte stammen aus unterschiedlichen Quellen, und die musikalische Verarbeitung ist in allen Fällen durch und durch künstlerisch und voller Ausdruck. Die Begleitungen sind gut geschrieben, und die Sammlung wird von jenen hoch gelobt, die in voller Breite den Wert von Liedern zu schätzen wissen, die für höhere Zwecke als kommerzielle geschrieben wurden.“


    („The Musical Times“ am 1. August 1889 [S. 490] über Liza Lehmanns erstes Kompositions-Album)


    Orte und Länder

    Die ersten fünf Lebensjahre lebte Liza Lehmann gemeinsam mit ihren Eltern in Italien, bevor die Familie 1867 nach London zurückkehrte. Später bereiste sie mit ihnen Italien, Deutschland und Südfrankreich und erhielt auf diesen Reisen für jeweils kürzere Zeit Kompositionsunterricht in Rom und Wiesbaden. Liza Lehmann konzertierte vorwiegend in Großbritannien und einige wenige Male in Deutschland. 1910 und 1911 unternahm sie zwei Tourneen durch die USA.

    Gemeinsam mit ihrem Mann lebte sie 1913 in der Warwick Avenue im Londoner Stadtteil Paddington, 1918 wohnte das Ehepaar in Hatch End, einem nordwestlichen Stadtteil von London.

    Biografie

    Liza Lehmann wurde als Elisabetha Nina Mary Frederica Lehmann am 11. Juli 1862 in London in eine Musiker- und Künstlerfamilie geboren. Ihre Mutter, Amelia Lehmann (geb. Chambers, 1820-1904), war Sängerin und Musiklehrerin, die unter den Initialen „A. L.“ zahlreiche Kompositionen veröffentlichte. Der Vater, (Wilhelm Augustus) Rudolf Lehmann (1819-1905), war ein aus Deutschland stammender Maler. Gemeinsam mit ihren Eltern verbrachte Liza Lehmann die ersten fünf Lebensjahre in Rom und Sorrento, bevor die Familie 1867 nach London zurückkehrte. Liza Lehmann war die älteste von insgesamt vier Töchtern: nach ihr wurden Marianna, Amelia und Alma Lehmann geboren (vgl. Lehmann 1919, S. 15f.).


    Als Kind erhielt Liza Lehmann Klavierunterricht und begann bereits zu dieser Zeit Lieder zu komponieren (Lehmann 1919, S. 23). In den folgenden Jahren wurde sie privat von verschiedenen Lehrerinnen und Lehrern in Gesang und Komposition ausgebildet (konkrete Jahreszahlen ihres Studiums fehlen bislang): Den ersten Gesangsunterricht erhielt Liza Lehmann von ihrer Mutter und kam anschließend als Privatschülerin in die Klasse von Jenny Lind, die eine Professur am Royal College of Music in London innehatte. In ihren Memoiren schrieb Liza Lehmann darüber: „Madame Goldschmidt [Jenny Lind] said that my mother had done so well with me that, while she would not like to take me away from her, she would like to help me; and that I could always be present at her classes when I was in London. […] These classes were, of course, of supreme interest to a student of singing” („Madame Goldschmidt [Jenny Lind] sagte, meine Mutter habe mich so gut ausgebildet, dass sie mich nicht von ihr wegbringen, aber mir helfen wolle; und dass ich jederzeit bei ihrem Unterricht dabei sein könne, wenn ich in London sei. [...] Diese Unterrichtsstunden waren natürlich für eine Gesangsstudentin von allerhöchstem Interesse“; Lehmann 1919, S. 32). Während eines weiteren Aufenthaltes der Familie in Rom wurde Liza Lehmann von dem dänischen Komponisten Niels Ravnkilde in Komposition unterrichtet, im darauffolgenden Jahr erhielt sie auch Kompositionsunterricht von Wilhelm Freudenberg in Wiesbaden (vgl. Lehmann 1919, S. 40). Zurück in London, setzte Liza Lehmann ihr Gesangsstudium bei Alberto Randegger fort, um bei ihm die Grundlagen des italienischen Belcanto zu erlernen. Sowohl ihre Mutter als auch Alberto Randegger blieben während der gesamten folgenden Zeit als Sängerin ihre Lehrer und Mentoren.


    Am 23. November 1885, mit 23 Jahren, debütierte Liza Lehmann in den „Monday Popular Concerts“ in London und konnte sich innerhalb kürzester Zeit als Konzert- und Oratoriensängerin im britischen Musikleben etablieren. Ihre klare und schlanke Sopranstimme löste von Beginn an Begeisterung aus, zumal sie sich zunächst auf Volkslieder und ältere englische Songs konzentrierte. Bereits in ihrem ersten öffentlichen Konzert trat sie gemeinsam mit Wilma Neruda, Franz Neruda und Max Pauer auf. Sie sang dabei zwei deutsche und französische Lieder und wurde von der Pianistin und Komponistin Mary Wurm am Klavier begleitet. Die „Times London“ schrieb über das Konzert: „The vocalist of the concert was a débutante, Miss Liza Lehmann, who produced a favourable impression. The voice is not strong, but of sympathetic quality, which further study will improve. [...] Miss Lehmann is an intelligent artist, who evidently knows where her strength and where her weakness lie. This was sufficiently shown by the choice of her songs, all of which depended on simplicity and truth of expression rather than on power or brilliancy of voice.“ („Die Sängerin des Konzertes war eine Debütantin, Miss Liza Lehmann, die einen positiven Eindruck machte. Die Stimme ist nicht kräftig, aber angenehm, was sich bei weiterem Studium noch verbessern wird. [...] Miss Lehmann ist eine intelligente Künstlerin, die selbstverständlich weiß, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Dies zeigte sich ausreichend in der Wahl ihrer Lieder, die alle ihre Wirkung eher durch Schlichtheit und Wahrheit im Ausdruck erzielten als durch Kraft und Brillanz der Stimme.“; „The Times“ vom 25. November 1885, S. 17) Als anlässlich des Besuches von Franz Liszt in London im April 1886 mehrere Konzerte mit seinen Werken gegeben wurden, trat auch Liza Lehmann auf. Sie sang sowohl in einem Konzert in der St. James’s Hall unter der Leitung von Alberto Randegger als auch beim Liszt-Konzert am 10. April 1886 im Crystal Palace unter der Leitung von August Manns die Ballade „Die Lorelei“ sowie die Lieder „Es muss ein Wunderbares sein“ und „Angiolin dal bione crin“ (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Mai 1886, S. 257f.; vgl. auch „The Times“ vom 12. April 1886, S. 8). Ebenfalls im April 1886, sang Liza Lehmann wiederum in den Monday Popular Concerts ein italienisches und französisches Volkslied. An dem Konzert nahmen außerdem der Geiger Joseph Joachim, die Pianistinnen Clara Schumann und Agnes Zimmermann, der Pianist Max Pauer und der Violoncellist Alfredo Piatti teil (vgl. „The London Times“ vom 20. April 1886, S. 10). Auch bei einem ihrer nächsten Auftritte im November 1886 trat sie gemeinsam mit der Geigerin Wilma Neruda, Alfredo Piatti und der Pianistin Fanny Davies auf. Obwohl sie lediglich zwei Lieder vortrug, wurde ihr Beitrag in der Konzertrezension eigens gewürdigt: „From the remainder of the programme it must suffice to single out Mozart’s pianoforte trio in G major [...], and the dainty and intelligent rendering of two French songs by Miss Liza Lehmann.“ („Vom Rest des Programms muss es genügen das Klaviertrio G-Dur von Mozart [...] und die anmutige und kluge Wiedergabe zweier französischer Lieder durch Miss Liza Lehmann hervorzuheben.“; „The Times“ vom 29. November 1886, S. 10)


    In den folgenden Jahren konzertierte Liza Lehmann als herausragende Konzert- und Oratoriensängerin in Großbritannien und teilweise auch in Deutschland. Das Zentrum ihres Repertoires blieben englische, deutsche und französische Volkslieder in zeitgenössischen Bearbeitungen und ältere britische Songs, die sie teilweise selbst im British Museum ausfindig machte; zudem standen selbst komponierte Lieder und Liedbearbeitungen auf ihren Programmen. Im Oktober 1887 sang Liza Lehmann auf dem Norwich Musical Festival die Sopranpartie in Camille Saint-Saëns Vertonung des 19. Psalms und begeisterte das Publikum : „[...] the vocal honours of the performance fell to Miss Liza Lehmann, who in the lovely soprano air, ‚Thou, oh Lord,’ evoked a perfect thunder of applause, richly merited moreover by a fresh and sympathetic voice and absolute freedom from affectation.“ („[...] die gesanglichen Lorbeeren der Aufführung vielen Miss Liza Lehmann zu, die mit der herrlichen Sopranarie ‚Thou, oh Lord‘ einen wahren Donner an Applaus hervorrief, der zudem durch eine unverbrauchte, sympathische Stimme fernab jeglicher Affektiertheit reichlich verdient war.“; „The Times“ vom 12. Oktober 1887, S. 7) Zwei Wochen später wiederholte Liza Lehmann die Arie in London im Rahmen der „Monday Popular Concerts“ und sang im gleichen Konzert zwei deutsche Volkslieder in der Bearbeitung von Johannes Brahms und Meyer Helmund – sie wurde dreimal hervorgerufen (vgl. „The London Times“ vom 25. Oktober 1887, S. 9). Auf Einladung von Joseph Joachim debütierte Liza Lehmann am 9. Dezember 1887 mit dem Berliner Philharmonischen Orchester unter seiner Leitung in einem der Abonnementskonzerte im Saal der Berliner Philharmonie. Auf dem Programm standen eine Arie aus Georg Friedrich Händels Oper „Julius Cäsar“ , ein „altes französisches Lied“ und „Crépuscule“ von Jules Massenet sowie das „Vergebliche Ständchen“ op. 84 Nr. 4 von Johannes Brahms (vgl. Muck 1982, S. 17). Bei einem Konzert der Londoner Philharmonic Society am 15. März 1888 in der Londoner St. James’s Hall trat Liza Lehmann mit zwei Liedern Robert Schumanns, „Der Nussbaum“ op. 25 Nr. 3 und „Frühlingsnacht“ op. 39 Nr. 12, auf und wurde dabei von Clara Schumann am Klavier begleitet. „The Times“ bemerkte hierzu: „That young artist [Liza Lehmann] proved herself worthy of the prominent and difficult position in which she was placed by such an accompanist. Her style of singing combines the refinement of art with the simplicity of natural feeling, and it is difficult to say which of these two qualities is more needful for the perfect interpretation of Schumann’s heartfelt musical lyrics.“ („Diese junge Künstlerin [Liza Lehmann] war der prominenten und schwierigen Position gewachsen, in die sie durch eine solche Begleiterin gestellt wurde. Ihre Art zu singen verbindet die Feinheit der Kunst mit der Einfachheit des natürlichen Fühlens, und es ist schwierig zu sagen, welche der beiden Eigenschaften für eine perfekte Interpretation von Schumanns gefühlvoller musikalischer Lyrik hilfreicher ist.“; „The Times“ vom 17. März 1888, S. 4) Spätestens im Frühjahr 1888 war Liza Lehmann fest in den Kreis der Monday Popular Concerts um Joseph Joachim, Clara Schumann u. a. eingebunden. Dies zeigt auch eine Rezension des letzten Konzerts der Saison: „As usual, the programme was selected from the pieces which have found most favour with the frequenters of these concerts, and as usual the list of artists showed the assemblage of all talents, Madame Schumann playing her husband’s Carnaval, Herr Joachim leading a sextet by Brahms and joining Madame Norman Neruda in a concerto by Bach, Signor Piatti playing the violoncello, and Miss Liza Lehmann singing in the graceful style peculiar to her.“ („Wie üblich wurde das Programm aus den beliebtesten Stücken des Publikums ausgewählt, und wie üblich, zeigte die Liste der Künstler die Ansammlung aller Talente: Madame Schumann spielte den „Carnaval“ ihres Mannes, Herr Joachim führte das Sextett von Brahms und spielte gemeinsam mit Madame Norman Neruda ein Doppelkonzert von Bach, Signor Piatti spielte Violoncello, und Miss Liza Lehmann sang in jenem graziösen Stil, der ihr eigen ist.“; „The Times“ vom 27. März 1888, S. 10)


    Neben ihren regelmäßigen Auftritten in den Londoner Konzertreihen veranstaltete Liza Lehmann auch eigene Konzerte in der Princes’s Hall, in denen sie sich vorwiegend auf Lieder konzentrierte. So gab sie z. B. im Juni 1888 gemeinsam mit der Sängerin Lena Little einen Abend, bei dem Liza Lehmann die Lieder „O santissima vergine“ von Tommaso Giordani, das „Sandmännchen“ WoO 31 Nr. 4 von Johannes Brahms und Erik Meyer-Helmunds „Mädchenlied“ aus den Vier Liedern op. 11 sowie eigene Kompositionen, darunter ein provenzalisches Volkslied, sang (vgl. „The Times“ vom 11. Juni 1888, S. 8). Bei einem weiteren eigenen Konzert im Juli 1891 sang Liza Lehmann neben eigenen Kompositionen „O del mio dolce ador“ aus Christoph Willibald Glucks „Paride ed Helena“, Johann Sebastian Bachs „Willst du dein Herz mir schenken“ BWV 518, „By the banks, gentle Stour“ von William Boyce (vgl. „The Times“ vom 13. Juli 1891, S. 9).


    Parallel zu ihren Erfolgen als Sängerin publizierte Liza Lehmann erste eigene Kompositionen. Im Jahr 1889 erschien im Londoner Verlag Stanley Lucas, Weber & Co. ein Album mit deutschen Lieder in deutscher und englischer Sprache, und ein Rezensent der „Musical Times“ schrieb über die Kompositionen: „This Album gives evidence of considerable musical taste and ability on the part of the composer. She is already most favourably known as an accomplished vocalist, but these songs show that her musicianship reste upon a firmer foundation than the power to interpret melodious thoughts in an intelligent fashion. The words are from various sources, and the musical treatment is in all cases thoroughly artistic and full of expression. The accompaniments are well written, and the collection is one that is likely to be highly prized by those who appreciate to the fullest extent the value of songs written for higher purposes than those which are influenced by commercial considerations.“ („Dieses Album belegt den bemerkenswerten musikalischen Geschmack und die Fähigkeiten der Komponistin. Sie ist bereits weithin als hervorragende Sängerin bekannt, aber diese Lieder zeigen, dass ihr musikalisches Können noch weit über ihre interpratatorischen Fähigkeiten hinausgeht. Die Texte stammen aus unterschiedlichen Quellen und die musikalische Verarbeitung ist in allen Fällen durch und durch künstlerisch und voller Ausdruck. Die Begleitungen sind gut geschrieben, und die Sammlung wird von jenen hoch gelobt, die in voller Breite den Wert von Liedern zu schätzen wissen, die für höhere Zwecke als kommerzielle geschrieben wurden.“; „The Musical Times“ vom 1. August 1889, S. 490). Auch Liza Lehmanns Klavierkompositionen wurden anerkannt. 1893 erschienen die „Ten sketches“ für Klavier, die zuvor in Auszügen von Fanny Davies uraufgeführt worden waren (vgl. „The Times“ vom 6. Mai 1892, S. 14). In einer Rezension schrieb die „Times“ im Januar 1893 über die Kompositionen: „The set of ten sketches by Miss Liza Lehmann shows the popular singer in a new light, as a creator of graceful and thoroughly artistic pieces; three ‚valses de sentiment’, are exceedingly pretty. ‚Abdallah’ has a true Oriental character. ‚The Secret of the Violets’ is certainly effective if not very well named. The melodious romance in G will doubtless be popular both in its original form and in a transcription for violin and pianoforte, and in ‚Seeking Rest’ a deeper note is struck of mournful and sincere expression.“ („Die Serie von zehn Skizzen von Miss Liza Lehmann zeigt die bekannte Sängerin in einem neuen Licht, als Schöpferin von graziösen und durch und durch künstlerischen Stücken; drei ‚valses de sentiment‘ sind außerordentlich hübsch. ‚Abdallah‘ hat einen wahrhaft orientalischen Charakter. ‚The Secret of the Violets‘ ist sicherlich wirkungsvoll, wenn auch nicht sehr vorteilhaft benannt. Die melodiöse Romance in G-Dur wird zweifellos in beiden Fassungen, in der originalen Form und in einer Transkription für Violine und Klavier, beliebt sein, und in ‚Seeking Rest‘ erhält ein tieferer Ton einen trauervollen und ernsten Ausdruck.“; „The Times“ vom 2. Januar 1893, S. 4).


    Im Oktober 1894 heiratete Liza Lehmann den Maler und Komponisten Herbert Bedford (1867-1945) und zog sich vorübergehend aus dem öffentlichen Konzertleben zurück. Zuvor gab sie am 14. Juli 1894 in der Londoner St. James’s Hall ein großes Abschiedskonzert, an dem u. a. die Sängerinnen und Sänger Marian McKenzie, Alice Gomez, David Bispham und Plunket Green sowie die Pianistinnen Fanny Davies und Alma Haas-Holländer beteiligt waren. Dabei erklangen sowohl Lieder, für deren Interpretation sie berühmt war, wie z. B. „Les Perles d’or“ von Francis Thome und das Volkslied „La charmante Marguerite“, als auch eigene Kompositionen und eine Komposition ihres Mannes. Die „Musical Times“ schrieb über das Konzert: „Miss Liza Lehmann’s farewell Concert was given at St. James’s Hall, on the 14th ult[imo]. The kindliest wishes for the future of this pleasing young vocalist [...] were expressed, and regrets at her leavetaking were intensified by the perfect manner with which she gave ‚Oh! listen to the voice of love,’ Thome’s ‚Les Perles d’or,’ ‚La charmante Marguerite,’ and (as an encore) ‚When love is blind.’ Miss Lehmann’s ability as a composer was evinced in the song ‚Mirage,’ delicately rendered by Madame Marian McKenzie; by the Irish love-song, ‚Cean dubh deelish,’ sung by Madame Alice Gomez; and by a couple of pianoforte pieces played by Madame Haas.“ („Miss Liza Lehmanns Abschiedskonzert wurde am 14. des vergangenen Monats in der St. James’s Hall gegeben. Der reizenden jungen Sängerin wurden die besten Wünsche für die Zukunft überbracht und das Bedauern über ihren Abschied wurde stärker durch die wunderbare Art, mit der sie ‚Oh! listen to the voice of love‘, Thomes ‚Les Perles d’or‘, ‚La charmante Marguerite‘ und (als Zugabe) ‚When love is blind‘ sang. Miss Lehmanns Fähigkeiten als Komponistin offenbarten sich mit dem Lied ‚Mirage‘, feinsinnig wiedergegeben von Madame Marian McKenzie, dem irischen Liebeslied ‚Cean dubh deelish‘, gesungen von Madame Alice Gomez, und mit einigen Klavierstücken, die von Madame Haas gespielten wurden.“; „The Musical Times“ vom 1. August 1894, S. 550) Aus der Ehe mit Herbert Bedford gingen zwei Kinder hervor: Rudolph, geb. 1897 und Leslie, geb. 1900.

    Nach ihrer Heirat wandte sich Liza Lehmann verstärkt der Komposition zu und behielt in ihren künstlerischen bzw. beruflichen Tätigkeiten ihren Mädchennamen bei. Eines ihrer ersten Werke nach 1894, der Liederzyklus „In a Persian Garden“ für vier Stimmen und Klavier, geschrieben 1896 nach dem „Rubaiyāt“ von Omar Khayyām in der Übertragung von Edward FitzGerald, wurde zu einen nahezu beispiellosen Erfolg. Nach einer privaten Voraufführung im Haus von Mrs. E. L. Goetz in einer hochkarätigen Besetzung mit Emma Albani, Hilda Wilson, Ben Davies und David Bispham, wurde das Werk am 14. Dezember 1896 in den Londoner „Popular Concerts” offiziell uraufgeführt. Die „Musical Times“ zeigte sich begeistert: „[...] let us hasten to say that the cycle, written after the manner of Brahms, for four voices with pianoforte accompaniment, is one of the most impressive works ever penned by a female composer. Miss Liza Lehmann [...] has taken for her text parts of a translation, by E. Fitzgerald, of Omar Kháyzman’s ‚Rubáiyát,’ [...]. He was apparently an agnostic and a pessimist [...]. But on the melancholy and morbid verse Miss Lehmann has raised a musical superstructure of suprising strength and beauty.“ („[...] beeilen wir uns zu sagen, dass der Zyklus, geschrieben in der Art von Brahms, für vier Stimmen mit Klavierbegleitung, eines der eindrucksvollsten Werke ist, die jemals von einer Komponistin verfasst wurden. Miss Liza Lehmann [...] hat als Textvorlage Teile einer Übersetzung von E[dward]. FitzGerald von Omar Khayyām’s ‚Rubaiyāt’ genommen [...] Er war offensichtlich ein Agnostiker und ein Pessimist [...]. Aber über die melancholischen und morbiden Verse hat Miss Lehman eine musikalische Struktur von überraschender Stärke und Schönheit gelegt.“; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1897, S. 20) Mit dieser Komposition traf Liza Lehmann mit einer Mischung aus Orientalismus, Melancholie und Morbidität den Geschmack des „Fin de Siècle“ (vgl. Fuller 2004). Innerhalb kürzester Zeit waren die Lieder in den Konzertprogrammen etabliert und wurden zudem zu einem beliebten Stück in den Schülerkonzerten der Royal Academy of Music in London. Einen Monat später schrieb die „Musical Times“: „This cycle of songs [...] has already gained public favour and excited the esteem of musicians, and critical examination of the score proves this to have been well deserved.“ („Dieser Liederzyklus [...] hat bereits die Gunst des Publikums und die Wertschätzung von Musikern gewonnen, und eine kritische Betrachtung der Noten beweist, dass er es verdient hat.“; „The Musical Times“ vom 1. Februar 1897; vgl. auch zu weiteren Aufführungen „The Times“ vom 31. August 1897, S. 4; vom 23. Juli 1897, S. 12; vom 27. März 1900, S. 6; vom 12. Dezember 1900, S. 4; vom 5. März 1901, S. 4) Darüber hinaus wurde Liza Lehmann mit diesem Werk fast über Nacht in den USA berühmt. Bereits im April 1898 meldete die „New York Times“: „The event of chief social importance yesterday afternoon was the musicale at Mrs. James Speyer’s new home, 257 Madison Avenue, in aid of the University Settlement Society. ‚In a Persian Garden,‘ the song-cycle from the Tubaiyat [gemeint ist Rubaiy Rubaiyāt t] of Omar Khayyam, which Liza Lehmann has set to music, was given, and society people turned out in numbers.“ („Das Ereignis von höchster gesellschaftlicher Wichtigkeit gestern Nachmittag war der Salon von Mrs. James Speyer in ihrem neuen Zuhause, 257 Midson Avenue, zugunsten der University Settlement Society. ‚In a Persian Garden’, der Liederzyklus aus dem „Rubaiyāt“ von Omar Khayyam, den Liza Lehmann vertont hat, wurde aufgeführt und zahlreiche Menschen kamen. .“; „The New York Times“ vom 26. April 1898) Im November 1898 bereitete Liza Lehmann eine Tournee durch die USA vor, die bereits im Vorfeld für Aufregung sorgte: „The report from London that Mrs. Herbert Bedford, professionally known by her maiden name of Liza Lehmann, the composer of the popular and successful song cycle or cantata, ‚In a Persian Garden,‘ is to visit America shortly with her husband for a tour, and will conduct her own compositions, has been received with the greatest interest in the social world everywhere. Mrs. Bedford is said to be a very modest woman, and to be immensely surprised at the furor that ‚In a Persian Garden’ has aroused in America.“ („Der Bericht aus London, dass Mrs. Herbert Bedford, beruflich bekannt unter ihrem Mädchennamen Liza Lehmann, die Komponistin des beliebten und erfolgreichen Liederzyklus bzw. Kantate ‚In a Persian Garden’, gemeinsam mit ihrem Mann Amerika für eine Konzerttournee besuchen wird und ihre eigenen Kompositionen dirigieren wird, wurde überall in der Öffentlichkeit mit dem größten Interesse aufgenommen. Mrs. Bedord soll eine sehr bescheidene Frau sein und sehr erstaunt über das Aufsehen, das ‚In a Persian Garden’ in Amerika erregte.“; „The New York Times“ vom 28. November 1898) besonders durch den Sänger David Bispham. Die angekündigte Tournee fand erst zehn Jahre später statt. Im Dezember 1916 wurde eine Aufnahme des Zyklus’ „In a Persian Garden“ von „His Master’s Voice“ auf Schallplatte vertrieben (s. Werbeanzeige „The Times“ vom 14. Dezember 1916, S. 10).


    In den folgenden Jahren schrieb Liza Lehmann zahlreiche weitere Lieder und vor allem Liederzyklen, meist für eine oder mehrere Singstimmen mit Klavierbegleitung, seltener für Chor a cappella. Die Werke wurden in den großen Londoner Konzertreihen uraufgeführt, erschienen bereits kurze Zeit nach der Uraufführung in renommierten Verlagen wie z. B. Ricordi, Ascherberg & Co oder Metzler & Co und wurden in Tageszeitungen und Musikzeitschriften umfassend rezensiert. Über ein Konzert mit der Uraufführung von Liza Lehmanns Vertonung von Walter Scotts „Young Lochinvar“ schrieb z. B. die „Musical Times“ im Mai 1899: „The concert [...] brought forward a novelty in Miss Liza Lehmann’s setting of Scott’s ‚Young Lochinvar.’ It is a capital piece of work, combining lyrical charm with picturesqueness and even dramatic force. The ballad character is well preserved, but the monotony of unbroken lyrical form is avoided by the development of any romantic or dramatic situation suggested by the text.“ („Das Konzert [...] brachte mit Miss Liza Lehmanns Vertonung von Scotts ‚Young Lochinvar’ eine Neuheit heraus. Es ist ein wichtiges Werk, das lyrischen Charme mit Tonmalerei und sogar dramatischer Kraft verbindet. Der Balladencharakter ist gut erhalten, aber die Monotonie der ungebrochenen lyrischen Form wird dadurch vermieden, dass jede romantische oder dramatische Situtation des Textes entwickelt wird.“; „The Musical Times“ vom 1. Mai 1899, S. 314) In einer Rezension über Liza Lehmanns Vertonung von Thomas Moores „I have a garden of my own“ notierte die „Times“ 1902: „Liza Lehmann’s setting of Moore’s ‚I have a garden of my own’ is another that is certain of success, so carefully is the voice considered and so faithful is the reflection of the words’ natural rhythm.“ („Liza Lehmanns Vertonung von Moores ‚I have a garden of my own’ ist ein weiteres Lied, dessen Erfolg sicher ist, so sorgfältig sind die Möglichkeiten der Stimme berücksichtigt und so genau ist der Rhythmus bewusst, der den Worten innewohnt.“; „The Times“ vom 9. Oktober 1902, S. 11) Über ihre „Four Shakesperian Part-Songs“, die 1911 bei Novello & Co. in London erschienen, hieß es in einer Rezension der „Musical Times“: „The refined fancifulness of Madame Liza Lehmann’s invention is very suitably employed in setting the Shakespearian lyrics. In the present volume she indulges her characteristic tendency towards the pictorial, and in ‚When icicles hang by the wall,’ even admits such realistic touches as a cough (‚When coughing drowns the parson’s saw’) [...] These are no ordinary settings, and with intelligent singing they are bound to ‚go down’ well with any class of audience.“ („Die feinsinnige Fantasie von Madame Liza Lehmanns Erfindungen ist in Vertonungen von Versen Shakespeares gut aufgehoben. Im vorliegenden Band ist ihre charakteristischen Vorliebe für Illustratives erkennbar, und in ‚When icicles hang by the wall’ genehmigt sie sich sogar solch realistische Darstellungen wie einen Husten [‚When coughing drowns the parson’s saw’] [...] Dies sind keine gewöhnlichen Sätze und mit einer verständigen Interpretation werden sie bestimmt jede Art von Publikum erreichen.“; „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1911, S. 790)

    Ebenfalls überaus erfolgreich war Liza Lehmann mit ihren Kinderliedern, bzw. mit Liedern über die Kindheit. Im Jahr 1900 erschien ihre Sammlung „The Daisy-Chain“ für vier Stimmen und Klavier nach Gedichten von Robert Louis Stevenson und anderen, 1902 folgte die Sammlung „More Daisies“. Auch in späteren Jahren blieb Musik für Kinder und Jugendliche eine Leidenschaft Liza Lehmanns, so erschien z. B. noch 1917 bei Chapell & Co. in London die Sammlung „Lilies of The Valley. A Medley of Old English Songs“, die Liza Lehmann für Mädchenstimmen eingerichtet hatte.


    Ab dem Jahr 1905 trat Liza Lehmann zudem auch selbst wieder regelmäßig auf, allerdings nicht mehr als Sängerin; zahlreiche Aufführungen ihrer Werke begleitete sie am Klavier. So spielte sie z. B. gemeinsam mit der Sängerin Louise Dale im November 1905 in der Londoner Bechstein Hall die Uraufführung ihres aus sieben Liedern bestehenden Zyklus’ „The Life of a rose“. Die „Times“ schrieb über das Konzert: „In the afternoon a very agreeable concert was given by Miss Louise Dale and Mr. Hamilton Earle in Bechstein-hall, at which several new works were brought forward for the first time in London. One of them, Mme. Liza Lehmann’s new song-cycle, ‚The Life of a Rose,’ was given for the first time, with the composer at the piano; sung by Miss Dale, it made a decided success, and one of the seven short songs, called ‚The Bee,’ was encored and repeated. Besides this, which is a dainty little song of true lyrical character, there are some extremely pretty musical ideas, in the first and second songs and in the number called ‚Roseleaves,’ which is the farewell of a dying rose, beaten down by a storm that is scarcely convincing as a piece of descriptive music. The light touch that suits the subject is kept up until the last song, in which the rose has a kind of apotheosis which is rather out of place.“ („Diesen Nachmittag fand ein sehr schönes Konzert von Miss Louise Dale und Mr. Hamilton Earle in der Bechstein-Hall statt, bei dem mehrere neue Werke zum ersten Mal in London zu hören waren. Eines davon, Mme. Liza Lehmanns neuer Liederzyklus ‚The Life of a Rose’ wurde mit der Komponistin am Klavier uraufgeführt. Gesungen von Miss Dale, wurde es ein entschiedener Erfolg, und eines der sieben Lieder, ‚The Bee’ musste wiederholt werden. Neben diesem, das ein nettes kleines Lied von wahrhaft lyrischem Charakter ist, gibt es einige ausgesprochen hübsche musikalische Ideen in den ersten beiden Liedern und in einer Nummer mit dem Titel ‚Roseleaves’, die den Abschied einer sterbenden Rose darstellt, niedergeschlagen von einem Sturm, auch wenn das Stück kaum als beschreibende Musik überzeugt. Der unterhaltsame Charakter, der zum Thema des Zyklus‘ passt , wird bis zum letzten Lied durchgehalten, in welchem die Rose eine Art Apotheose erfährt, die nicht wirklich am Platz ist.“; „The Times“ vom 11. November 1905, S. 10; vgl. auch „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1905, S. 810) Am 30. Januar 1913 fand ein ‚Twilight concert’ in der Bechstein Hall statt, veranstaltet von Mme. Liza Lehmann und Miss Nancy Price. Auf dem Programm standen Werke Liza Lehmanns, darunter die „Cowboy Ballads“, „The Well of Sorrow“ und der Liedzyklus „Prairie Pictures“ für Vokalquartett; Liza Lehmann übernahm wiederum den Part der Klavierbegleitung. Die „Times“ rezensierte: „It is some years now since Mme. Lehmann first acquired the art of writing successfully for a public which looks primarily for a taking melody with an harmonious accompaniment in a song, and yesterday’s concert proves that her hand has not lost any of its cunning. The tunes are of the kind that can be easily memorized; they offer the singers just the opportunities that singers like for showing off their voices without too much effort, and the pianoforte part keeps the player occupied and yet is not so prominent as to attract attention away from the singer.“ („Es ist nun schon einige Jahre her, dass Liza Lehman als erste die Kunst aufgebracht hat, erfolgreich für ein Publikum zu schreiben, das in Liedern primär nach eingängigen Melodien und einer harmonischen Begleitung sucht, und das gestrige Konzert bewies, dass ihre Hand nichts von dieser Fähigkeit verloren hat. Die Melodien sind leicht zu merken; sie eröffnen dem Sänger gerade jene Möglichkeiten, die Sänger lieben, um ihre Stimmen ohne große Anstrengungen zeigen zu können, und der Klavierpart beschäftigt zwar den Spieler, ist aber nicht so vordergründig, dass er die Aufmerksamkeit vom Sänger abzieht.“; „The Times“ vom 31. Januar 1913, S. 9) Ebenfalls auf dem Programm desselben Konzerts standen eine Anzahl von Tiergeschichten, die die Tochter der Sängerin Nancy Price mit drei Jahren erfunden hatte und die Liza Lehmann mit Musik versehen und zu einem Zyklus zusammengefasst hatte. Auf die Aufführung der Geschichten reagierte der Rezensent allerdings eher verhalten: „The stories show undoubted invention and childish humour, and the point of them was brought out by Miss Price with the skill that has made her familiar to a large public. The music formed a suitable enough background for the tales, and the worth of the whole thing is not likely to be questioned by a generation accustomed to the public exploitation of childish talent.“ („Die Geschichten zeigen zweifellos Erfindungsgabe und kindlichen Humor und sie wurden von Miss Price mit jenen Fähigkeiten auf den Punkt gebracht, die sie beim breiten Publikum so beliebt gemacht haben. Die Musik formte einen angemessenen Hintergrund für die Erzählungen und der Wert des Ganzen wird vermutlich von einer Generation, die daran gewöhnt ist, das Talent von Kindern auszubeuten, kaum hinterfragt werden.“; „The Times“ vom 31. Januar 1913, S. 9)


    Am 24. Januar 1914 begleitete Liza Lehmann die Uraufführung ihres Liederzyklus‘ „Parody Pie“ für vier Stimmen im Rahmen eines „Chappell Ballad Concert“ in London; eine weitere Aufführung fand beim Konzert des „King’s Dinner“ in der Queen’s Hall statt: „[...] a special feature of the programme was the new song-cycle, ‚Parody Pie,’ sung by Miss Louise Dale, Miss Palgrave Turner, Mr. Hubert Eisdell and Mr. Fraser Gange. Mme. Liza Lehmann, the composer, personally accompanied the quartet and the solos, and each member was heartily applauded.“ („[...] ein besonderer Programmpunkt war der neue Liederzyklus ‚Parody Pie’, gesungen von Miss Louise Dale, Miss Palgrave Turner, Mr. Hubert Eisdell und Mr. Fraser Gange. Mme. Liza Lehmann, die Komponistin, begleitete persönlich das Quartett und die Solos, und jedes Mitglied wurde mit herzlichem Beifall bedacht.“; „The Times“ vom 19. Februar 1914, S. 9)


    Ab dem Jahr 1904 komponierte Liza Lehmann zudem mehrere Bühnenwerke und Schauspielmusiken, teils als Kompositionsaufträge. So wurde am 14. Juni 1904 die musikalische Komödie „Sergeant Brue“ nach einem Libretto von Hickory Wood im Londoner Strand Theatre uraufgeführt, zu der Liza Lehmann den Kompositionsauftrag erhalten hatte. Die so genannte „musical farce“ wurde zu einem großen Erfolg und erlebte mehr als 290 Aufführungen in den Jahren 1904/05 (vgl. Fuller 2004, S. ??). Die z.T. sehr zurückhaltenden Rezensionen lassen erahnen, dass Liza Lehmann hierbei neue Wege ging, die bereits in Richtung US-amerikanischer Unterhaltungsmusik führten. Die englische Presse wirkte irritiert, allen voran die „Times“: „’At 8 o’clock Mr. Frank Curzon’s Company in ‚Sergeant Brue’, a musical farce by Owen Hall, lyrics by J. Hickory Wood, music by Mme. Liza Lehmann.’ Here was an interesting, rather a puzzling, announcement to meet on opening the programm. Strand Theatre – Owen Hall – Mme. Liza Lehmann. The first two terms offer no difficulty in conjunction. ‚The Chinese Honeymoon’ has created a public for the Strand Theatre, and there is no one quite so likely to be able to give that public what it wants as Mr. Owen Hall. To move on a step is to court bewilderment. Mme. Liza Lehmann may be said to have a public on her own, and what that public asks of her is assuredly not what the patrons of the Strand Theatre ask of their entertainers. They ask for the kind of fun that is sometimes known as ‚good, honest’ fun, fun of the rough-and-tumble order that makes no demands on the brain for its comprehension, and they ask for the kind of music that best fits such fun, rollicking, rattling stuff for the most part, with here and there a dash of highly-sugared sentiment, the whole as imitate and outworn as you please, so longs as there are plenty of good catchy tunes and plenty of drums. That is not the sort of music we expect from Mme. Liza Lehmann; it is not the sort of music – to be quite frank about it – that we like from Mme. Liza Lehmann. It very soon became clear that she had been very clever at catching the manner; the prophetic ear heard the barrel organ even in the overture, and as the piece went on it became continually harder to remember that the composer of ‚the Daisy Chain’ was also the composer of ‚Sergeant Brue’. Mme Liza Lehmann, having become for the occasion a purveyor of ‚numbers,’ has purveved some very good numbers, some that are quite certain to be popular with the audience of the Strand Theatre, like the ‚Tea’ duet in the first act, and a rollicking duet concerning the ‚Twopenny Tube,’ sung by Mr. Farren Soutar and Miss Zena Dare in Act II., and some really very pretty, like Miss Ethel Irving’s song ‚Heigho! Man come and go,’ or Mr. Sydney Barraclough’s serenade. But the fact that a song called ‚Dixieland,’ which we understand to be the ‚latest American success,’ was introduced into Act III. without jarring by any sudden contrast is a proof how well Mme. Liza Lehmann succeeded in carrying out her strange task. ‚Sergeant Brue’ aims at being a musical farce, and a musical farce it is; of its kind, too, a good one. The sort of fun that is popular is laid on thick; the piece moves quickly and is not too long. [...] ‚Sergeant Brue’ will probably have a long run. Meanwhile, why should not Mme. Liza Lehmann try a comic opera?“ („’Um 8 Uhr Mr. Frank Curzon’s Company in ‚Sergeant Brue’, eine musical farce von Owen Hall, Text von J. Hickory Wood, Musik von Mme. Liza Lehmann’. Es ist eine interessante, eher rätselhafte Anzeige auf die man trifft, wenn man das Programmheft öffnet. Strand Theatre – Owen Hall – Mme. Liza Lehmann. Die Kombination der ersten beiden Begriffe verursacht keine Schwierigkeiten. ‚The Chinese Honeymoon’ hat für das Strand Theatre ein Publikum gewonnen, und es gibt wahrscheinlich niemanden, der derart genau dem Publikum geben könnte, was es wünscht, wie Mr. Owen Hall. Der nächste Schritt sorgt für Verwirrung. Mme. Liza Lehmann wird nachgesagt, dass sie ein eigenes Publikum habe, und was dieses Publikum von ihr verlangt, ist sicherlich nicht das, was die Intendanz des Strand Theatre von ihren Entertainern verlangen. Sie fragen nach einer Art von Spaß, die manchmal als ‚guter und ehrenwerter’ Spaß bekannt ist, Spaß von der derben Sorte, der keine Anforderungen an das Gehirn stellt, und sie fragen nach einer Art von Musik, die für solchen Spaß am besten geeignet ist, überwiegend ausgelassenes, rappelndes Zeug, mit hin und wieder einem Spritzer zuckersüßem Gefühl. Das Ganze ist unoriginell, weil nach Belieben abgenutzte, lange Melodien und viel Schlagwerk vorkommen. Dies ist nicht die Art von Musik, die wir von Mme. Liza Lehmann erwarten; es ist nicht die Art von Musik, die wir – ehrlich gesagt – von Mme. Liza Lehmann haben möchten. Es wurde schnell klar, dass sie die Art und Weise geschickt übernommen hatte; das vorgewarnte Ohr hörte die Drehleier sogar in der Ouvertüre, und im weiteren Verlauf des Stückes wurde es immer schwieriger, sich daran zu erinnern, dass die Komponistin von ‚The Daisy Chain’ auch die Komponistin von ‚Sergeant Brue’ ist. Mme. Liza Lehmann, hier nur eine Gelegenheitskomponistin, hat einige sehr gute Nummern beigesteuert, die eine oder andere wird ziemlich sicher beim Publikum des Strand Theatre beliebt werden, wie das ‚Tea’-Duett im ersten Akt und ein ausgelassenes Duett über die ‚Twopenny Tube’, gesungen von Mr. Farren Soutar and Miss Zena Dare im 2. Akt. Einige sind sehr hübsch, wie der Song von Miss Ethel Irving ‚Heigho! Man come up and go’, oder die Serenade von Mr. Sydney Barraclough. Aber die Tatsache, dass ein Lied mit dem Titel ‚Dixieland’, worunter wir den neuesten amerikanischen Schrei verstehen, im 3. Akt eingeführt wird, ohne durch einen plötzlichen Kontrast Misstöne hervorzurufen, ist ein Beweis, wie gut und erfolgreich Mme. Liza Lehmann ihre seltsame Aufgabe bewältigte. ‚Sergeant Brue’ möchte eine musikalische Farce sein, und es ist eine musikalische Farce, auf ihre Art sogar eine gute. Die Art von Spaß, die momentan beliebt ist, ist hier dick aufgetragen; das Stück geht schnell voran und ist nicht zu lang. [...] ‚Sergeant Brue’ wird vielleicht lange laufen. Warum sollte sich Mme. Liza Lehmann währenddessen also nicht an einer komischen Oper versuchen?“; „The Times“ vom 15. Juni 1904, S. 7)


    Zwei Jahre später, 1906, erhielt Liza Lehmann einen weiteren Kompositionsauftrag. Es entstand die Musik zu der Operette „The Vicar of Wakefield“ nach dem im 18. und 19.Jahrhundert überaus erfolgreichen Roman von Oliver Goldsmith; das Libretto wurde von Laurence Hausman erstellt. Die Voraufführung fand im November 1906 in Manchester statt (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1906), die Premiere folgte am 12. Dezember 1906 im Prince of Wales Theatre in London unter der musikalischen Leitung von Hamish MacCunn und in der Regie von Richard Temple. Die „Musical Times“ schrieb über die Musik: „The music itself is graceful and refined, and is written with that attention to the requirements of the vocalist that so pleasantly characterizes this lady’s vocal works. In the first act are a merry duet ‚If fairies gave you a wish,’ sung by Olivia and Sophia: a light-hearted ‚Blackbird song’ for the latter character; and a sympathetic ditty for the Vicar ‚though fortune turn her wheel.’. To the Vicar is also assigned Moore’s ballad ‚Drink to me only with thine eyes,’ with which, somewhat oddly enough, he reproves Squire Thornhill’s rather free sentiments, and there is a charming quintet, one of the best numbers of the work. The second act contains a captivating song for Olivia ‚My heart was at rest’; a merry duet between Burchell and Sophia, ‚If you want to be quick, be slow’; a humorous setting of Goldsmith’s ‚Mad dog’ for the Vicar, and the old ballad ‚Come, lads and lasses’ for the harvesters. The most notable numbers in the third act are a duet between the Vicar and Olivia, the inclusion of the old song ‚It was a lover and his lass,’ and a setting of ‚When lovely woman stoops to folly’ in slow waltz rhythm.“ („Die Musik selbst ist gefällig und feinsinnig und wurde mit jener Achtsamkeit gegenüber den Anforderungen der Sängerinnen und Sänger geschrieben, die allen Vokalwerken dieser Dame so wunderbar eigen ist. Im ersten Akt gibt es ein fröhliches Duett ‚If fairies gave you a wish,’ das von Olivia und Sophia gesungen wird; ein leichtherziger ‚Blackbird song’ für letztere; und ein sympathisches Liedchen für den Vicar ‚though fortune turn her wheel.’ Ebenfalls dem Vikar zugeschrieben ist [Thomas] Moore’s Ballade ‚Drink to me only with thine eyes,’ mit der er, seltsam genug, Squire Thornhill’s eher freies Gefühl beweist, und ein hübsches Quintett, eine der besten Nummern des Werkes. Der zweite Akt enthält ein hinreißenes Lied für Olivia ‚My heart was at rest’; ein fröhliches Duett zwischen Burchell und Sophia, ‚If you want to be quick, be slow’; eine humorvolle Vertonung von Goldsmith’s ‚Mad dog’ für den Vicar, und die alte Ballade ‚Come, lads and lasses’ für die Erntehelfer. Die bemerkenswertesten Nummern des dritten Aktes sind ein Duett zwischen Vicar und Olivia, die Einbindung des alten Liedes ‚It was a lover and his lass,’ und eine Vertonung von ‚When lovely woman stoops to folly’ in einem Slow-Waltz-Rhythmus.“; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1907, S. 40) Im Juli 1914 gaben Studierende der Opernklasse an der Royal Academy of Music nochmals ein Konzert mit einer Auswahl aus „The Vicar of Wakefield“ (vgl. „The Musical Times“ vom 1. August 1914, S. 543).


    Fast wie eine Art Monodram wirkt die Beschreibung der Bühnenmusik zu Oscar Wilds „The Happy Prince“, die Liza Lehmann 1908 verfasste und gemeinsam mit Gertrude Elliott bei einem Konzert zugunsten des Royal National Orthopaedio Hospital aufführte: „But the most interesting, as it was the most novel, of all the items was Miss Gertrude Elliott’s reading of Oscar Wild’s story, ‘The Happy Prince,’ with music by Mme. Liza Lehmann, who was at the piano in person. […] Mme. Liza Lehmann’s music was barely more than a phrase or two here and there; The Prince’s tears, the bowing of the reed, the flight of the swallow, the song of triumph at the end, and so forth; but, slight as it was, it was entirely appropriate, and greatly enhanced the effect of the reading.” („Aber der interessanteste und ebenso neuartige von allen Programmpunkten war Miss Gertrude Elliott’s Lesung von Oscar Wilds Märchen ‚The Happy Prince’, mit Musik von Mme. Liza Lehmann, die selbst am Klavier saß. [...] Mme. Liza Lehmanns Musik war kaum mehr als eine oder zwei Phrasen hier und da; die Tränen des Prinzen, ein Blatt im Wind, der Flug einer Schwalbe, das Triumphlied am Schluss usw. Aber so spärlich sie war, so angemessen war sie auch und unterstützte großartig die Wirkung der Lesung.“; „The Times“ vom 4. Dezember 1908, S. 15)


    Am 28. Dezember 1915 hatte Liza Lehmanns „Everyman. A morality play“ am Shaftesbury Theatre in London in der Regie von William Poel und unter der musikalischen Leitung von Percy Pitt Premiere. Die „Musical Times“ bemängelte u. a. die Ernsthaftigkeit ihrer Musik: „It was Mr. Poel who first secured the modern popularity of the old Morality by giving it a severely simple stage-setting [...]. Madame Liza Lehmann evidently had his original production in mind in planning her music for this operatic version. She avoided all elaboration in the vocal parts, all sensuous beauty of orchestration. Everything was concertrated upon allowing the words, set to a mixture of free recitative and ‘arioso’, to be distinctly heard.“ („Es war Mr. Poel, der als erster die moderne Beliebtheit der alten Moralgeschichte hervorrief, indem er sie streng und schlicht für die Bühne einrichtete. [...] Madame Liza Lehmann hatte dieses Original natürlich im Kopf, als sie ihre Musik für die Opern-Version konzipierte. Sie vermied alle Verzierungen in den Vokalstimmen, alle sinnliche Schönheit in der Orchestrierung. Alles war darauf konzentriert, dass die Worte in einer Mischung aus freiem Rezitativ und Arioso möglichst verständlich waren.“; „The Musical Times“ vom 1. Februar 1916, S. 94; vgl. auch „The Times“ vom 29. Dezember 1915, S. 11).


    Im Winter 1909/10 und nochmals ein Jahr später unternahm Liza Lehmann zwei Tourneen durch die USA und wurde vom US-amerikanischen Publikum begeistert empfangen; bei ihrer ersten Tournee wurde sie von dem15jährigen Sänger Albert Hale begleitet. Erstmals schiffte sie am 25. Dezember 1909 in New York ein (vgl. „The New York Times“ vom 25. Dezember 1909). Am 9. Januar 1910 folgte ihr erster Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall mit einem Programm, das ausschließlich aus eigenen Kompositionen bestand; sie selbst begleitete sich am Klavier. Auf dem Programm standen u. a. die Liederzyklen „In a Persian Garden“ und „Nonsens Songs“, mehrere Einzellieder sowie Kinderlieder (vgl. ebd. am 9. Januar 1910). Am 29. Januar folgte ein weiteres Konzert in der Carnegie Hall, diesmal mit der US-amerikanischen Erstaufführung ihres Liederzyklus „Breton Folk Songs“ (vgl. ebd. am 29. Januar 1910). Ende Februar 1910 reiste sie bereits zurück nach London (ebd. am 20. Februar 1910) Ein Jahr später, im Januar 1911 gab Liza Lehmann ein weiteres großes Konzert im New Yorker Hudson Theatre, wiederum mit eigenen Werken. Sie selbst begleitete am Klavier. Unter den Sängerinnen und Sängern waren die Sopranistinnen Blanche Tomlin und Palgrave Turner, der Tenor Hubert Eisdell und der Bariton Julian Henry. Auf dem Programm stand eine Auswahl aus „The Golden Threshold“, die ‚Nonsense Verses’ und Auszüge aus „The Happy Prince“ und „Four Cautionary Tales and a Moral“. Die „New York Times“ schrieb kurz und bündig: „The audience was large, and delighted in doing honor to the eminent English woman composer.“ („Das Publikum war zahlreich und es war dazu entschlossen, der englischen Komponistin die Ehre zu erweisen.“; „New York Times“ vom 24. Januar 1911)


    In den Jahren 1911 und 1912 fungierte Liza Lehmann als erste Präsidentin der neugegründeten „Society of Women Musicians“ (vgl. „The Musical Times“ vom 1. August 1911, S. 535f.) und legte damit den Grundstein für eine der erfolgreichsten Frauenorganisationen im Musikbereich, der in den folgenden Jahrzehnten nahezu alle britischen Musikerinnen und Komponistinnen angehörten. In dieser Funktion veranstaltete sie u. a. Vortragsreihen, die der Weiterbildung dienen sollten und trat dabei auch selbst als Referentin auf. So las sie z. B. im Oktober 1911 über „A Pea for the Human Voice“ („Eine Erbse für die menschliche Stimme“; vgl. Ankündigung „The Times“ vom 17. Oktober 1911, S. 9).


    Im März 1914 nahm Liza Lehmann zudem eine Professur für Gesang an der Guildhall School of Music an (vgl. „The Musical Times“ vom 1. März 1914, S. 198). Mit ihren Schülerinnen und Schülern veranstaltete sie regelmäßig Konzerte in London, die bald einen herausragenden Ruf genossen. Über ein solches Konzert, das im Juni 1917 in der Londoner Steinway Hall stattfand, berichtete z. B. die „Times“: „Liza Lehmann’s pupils sang a number of songs, new and old, at the Steinway Hall yesterday very prettily. They made one feel that though a voice may be a responsibility, and practice hard work, and all that, singing is and always will be great fun, and that those are much to be pitied who have not got a song in their heads or hearts, or wherever it is kept, to drive away the dumps. At the end they combined for an arrangement by Liza Lehmann of old English songs calles ‘Lilies of the Valley,’ a ppearing from odd corners of the room in various costumes. Miss Bertha Bright’s singing of an effective setting by Liza Lehmann of Oxenford’s words gave great pleasure, and Miss Labbette showed that it was a long time since we had heard ‘Cherry Ripe’ sound as it should.” („Liza Lehmanns Schülerinnen sangen gestern in der Steinway Hall sehr hübsch mehrere Lieder, neue und alte. Sie ließen erkennen, dass, auch wenn eine schöne Stimme zu haben Verantwortung bedeutet und das Üben harte Arbeit sein kann, Singen eine große Freude ist und immer sein wird, und dass jene sehr zu bedauern sind, die kein Lied in ihrem Kopf oder Herzen haben, oder von wo auch immer es den Weg nach außen findet. Am Ende fanden sie in einem Arrangement Liza Lehmanns von alten englischen Liedern mit dem Titel ‚Lilies of the Valley’ zusammen, in verschiedenen Kostümen von allen Seiten des Raums kommend. Miss Bertha Brights Gesang einer wirkungsvollen Vertonung Liza Lehmanns von einem Text Oxenfords machte große Freude, und Miss Labbette zeigte, dass es lange her war, dass wir ‚Cherry Ripe’ in einer angemessenen Interpretation gehört hatten.“; „The Times“ vom 7. Juni 1917, S. 3) Ein halbes Jahr später debütierte Dora Labbette in den „Popular Concerts“ in der Londoner Queen’s Hall, und nur unschwer ist anhand der Rezension ihre Lehrerin zu erkennen: „Miss Labbette, who is Liza Lehmann’s pupil, made a good choice in Spohr’s ‚Rose, softly blooming,‘ which appeals to no violent emotion and sets no elaborate vocal problem; and one has seldom heard a simple thing so simply and beautifully done. The melody just floated away on a favouring breeze, and the words were a joy to hear.” („Miss Labette, eine Schülerin Liza Lehmanns, traf eine gute Wahl mit Spohrs ‚Rose, softly blooming’, das keine gewaltigen Emotionen anspricht und keine großen stimmlichen Schwierigkeiten setzt; nur selten hat man eine derart schlichte Sache so schlicht und wunderschön ausgeführt gehört. Die Melodie floss mit einem zerstäubenden Hauch dahin, und es war eine Freude, den Worten zu folgen.“; „The Times“ vom 31. August 1917, S. 3) Im selben Jahr edierte Liza Lehmann eine Liedersammlung für den Unterricht, die unter dem Titel „Useful Teaching Songs for All Voices“ bei Chappell & Co. in London erschien (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Juli 1917, S. 336; Verlagsanzeige)

    Möglicherweise ebenfalls für ihre Schülerinnen gedacht war eine Edition mit Arien von Giovanni Battista Pergolesi, Christoph Willibald Gluck, Anton Rubinstein und Peter I. Tschaikowsky, die Liza Lehmann erstellte und die in der Reihe „Elkin Edition of Celebrated Classical Songs“ als Series III, Bd. 4/6 erschien (vgl. „Music and Letters“ 30 [1949], Nr. 3, Werbeanzeige).


    Liza Lehmann lebte mit ihrem Mann Herbert Bedfort und ihren beiden Söhnen Rudolf (geb. 1897) und Leslie (geb. 1900) zunächst im Londoner Stadtteil Paddington, später in Hatch End im Nordwesten Londons. Dort starb sie am 19. September 1918 im Alter von 56 Jahren.


    Bereits ein Jahr später, 1919, gab ihr Mann Herbert Bedford ihre Memoiren heraus, die unter dem Titel „The Life of Liza Lehmann“ bei Unwin in London erschienen. An der Guildhall School of Music wurde ein Liza-Lehmann-Prize gestiftet, den u. a. 1925 die Sängerin Doreen Kendall erhielt (vgl. „The Musical Times“ vom 1. November 1925, S. 1024).

    Würdigung

    Liza Lehmann gilt bis heute als eine der bekanntesten Komponistinnen Englands, gemeinsam mit Maude Valérie White (vgl. u. a. Banfield 1994, S. 276). Sie war es, die in England u. a. die Komposition von Liederzyklen einführte, zudem mit der Besonderheit, dass sie häufig für mehrere Stimmen mit Klavierbegleitung geschrieben sind. Dabei schwankt ihr kompositorischer Stil zwischen Kunstliedern, in deren Tradition sie aufgewachsen war, und Unterhaltungsmusik. Unabhängig vom jeweiligen Genre wurde jedoch in den Besprechungen zu all ihren Kompositionen stets ihre Fähigkeit hervorgehoben, Musik „in die Stimme hinein“ schreiben zu können und ihre Lieder in aller Einfachheit raffiniert zu gestalten.


    Bereits als Sängerin erfüllte Liza Lehmann ein neues Ideal des Liedvortrags. Ihre schlanke, nicht sehr kräftige, aber klare Sopran-Stimme schien für Lieder der englischen Renaissance, der deutschen Romantik sowie für Volkslieder besonders geeignet gewesen zu sein. In einem Nachruf der „Musical Times“ hiess es noch 1918: „Miss Lehmann had a light, beautiful voice which she managed with consummate skill. Her intonation was impeccable, and she sang with fascinating refinement. She excelled in singing old ballads, and her familiarity with three foreign languages gave her a great répertoire.“ („Miss Lehmann hatte eine leichte, wunderschöne Stimme die sie mit vollendeter Kunstfertigkeit einsetzen konnte. Ihre Intonation war tadellos und sie sang mit faszinierender Feinheit. Sie übertraf alles, wenn sie alte Balladen sang und ihre Beherrschung dreier Fremdsprachen ermöglichte ihr ein großes Repertoire.“; „The Musical Times“ vom 1. Oktober 1918, S. 452). In späteren Jahren gab sie dies auch an ihre Schülerinnen weiter, die, so ein Nachruf der „Times“, „seemed always to understand a song from the inside, and to sing it with that natural ease which is the result of careful training and a teachable spirit.” („... stets ein Lied aus dem tiefsten Innern zu verstehen schienen und es mit einer natürlichen Haltung sangen, die das Ergebnis von sorgfältiger Übung und einem pädagogischen Geist ist.“; „The Times“ vom 21. September 1918, S. 9)


    Liza Lehmanns Arbeit in der „Society of Women Musicians“ wurde im Januar 1919 mit einem Gedenkkonzert gewürdigt, an dem u. a. Ethel Barns, Louise Dale, Katharine Eggar, Evangeline Florence, Lily Henkel, Irene Scharrer, Maud Warrender, George Baker, Powell Edwards, Hubert Eisdell, Walter Hyde, Landon Ronald und Arnold Stoker teilnahmen. Auf dem Programm standen die Liedzyklen „In a Persian Garden“ und „In Memoriam“, das Quintett „Haste not to end, O day, so soon“ sowie mehrere einzelne Lieder und Klavierstücke. In einer Rezension wurde Liza Lehmanns kompositorische Arbeit nochmals gewürdigt: „The songs are a gracious memory of ‘an exquisite artist and a noble woman,’ as the programme truly said. They [...] inculcate the truth of which songwriters may well be reminded, that ingenuity and structural complexity, dramatic oppositions and forceful climax will never appeal to singers as will a pure vocal line.“ („Die Lieder sind eine schöne Erinnerung an ‚eine außergewöhnliche Künstlerin und eine vornehme Frau’, wie das Programmheft der Wahrheit entsprechend vermerkt. Sie [... die Lieder] markieren eine Wahrheit, an die Liedkomponisten immer wieder erinnert werden sollten: dass Einfallsreichtum und strukturelle Komplexität, dramatische Gegensätze und kraftvolle Höhepunkte niemals einen Sänger so ansprechen werden wie es eine schlichte Melodie vermag.“; „The Times“ vom 28. Januar 1919, S. 5)

    Rezeption

    Liza Lehmann wird bis heute ausschließlich als Komponistin wahrgenommen, während ihre Tätigkeit als Pianistin und Sängerin vergessen ist. Mehrere ihrer Kompositionen erschienen in Neuauflagen und wurden eingespielt. Dennoch steht bislang eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung ihrer Kompositionen aus. Zur zeitgenössischen Rezeption vgl. Abschnitt „Biografie“.

    Werkverzeichnis

    Das vorläufige Werkverzeichnis von Liza Lehmann ist unvollständig und bislang nur grob klassifiziert. Zahlreiche Lieder aus Liederzyklen und -sammlungen erschienen in weiteren Auflagen als Einzeldrucke, in England und den USA wurden in den 1920er und 1930er Jahren viele der Lieder für weitere Besetzungen, u. a. auch für Military Band, arrangiert und ediert. Zu vermuten ist ferner, dass einzelne Lieder, die sie für ihre Auftritte komponierte, nicht im Druck erschienen sind. Das vorliegende Verzeichnis wurde im Wesentlichen nach zeitgenössischen Presserezensionen, dem digitalen Verbundkatalog Großbritanniens (Copac) sowie nach Pazdírek (1904ff.) und Banfield (2001) erstellt.



    Bühnenwerke, Monodramen und Schauspielmusiken


    The Twin Sister. A comedy in four acts by Ludwig Fulda with incidental music by Liza Lehmann, (zwei Lieder von Liza Lehmann (unveröffentlicht).


    Good-Night, Babette! A musical idyll for soprano and baritone with accompaniments for pianoforte, violin and violoncello. Texte aus „Proverbs in porcelain“ von Austin Dobson. London, New York: Boosey & Co, 1898.


    Sergeant Brue. A musical farce. Story: Owen Hall. Libretto: J. Hickory Wood. Vocal Score: London: Hopwood & Crew, 1904; Klavierauszug von Arthur E. Godfrey: London: Hopwood & Crew, 1904 (UA: London, 14. Juni 1904).


    The Vicar of Wakefield. A romantic light opera in three acts. Founded on Oliver Goldsmith’s Novel. Libretto: Laurence Housman, additional lyrics by Oliver Goldsmith, Shakespeare, Ben Jonson, u. a. London & New York: Boosey & Co, 1906 (UA: Manchester: 14. November 1906; London, 12. Dezember 1906).


    The Happy Prince. A story by Oscar Wilde, with incidental music by Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1908.


    In Sherwood Forest. A vocal intermezzo for female voices. Text: B. Hood. London: Chappell & Co, 1910.


    The Selfish Giant: a story with incidental music for voice & piano. Text: Oscar Wilde. London: Chapell & Co., 1911.


    The High Tide. On the coast of Lincolnshire, 1571. A poem by Jean Ingelow with incidental music by Liza Lehmann. London: Elkin & Co, 1912.


    Behind the Nightlight. Hibbertoo and other animals invented by Joan Maude recorded by her mother N. Price, with incidental music by Liza Lehmann. London, New York: Boosey & Co, 1913.

    Hibbertoo – Kiddikee – The blue Gueeze – The Joe-jag – Hitchy-Penny – Bomblemass – Stickle-jag – The jonket – The Gott family – The mossip – The lowdge – The Jaat family – Fat-tack – How to find Hibbertoo.


    Everyman. Opera in one act. UA: London, 28. Dezember 1915. Druck: 1916.



    Gesangswerke mit Orchester und Gesangsszenen


    The Secrets of the Heart. Text: „Proverbs in Porcelain“ by Austin Dobson. Stage-music for soprano, alt and piano. London: Boosey, 1895.


    Young Lochinvar. Text: Walter Scott. Ballade für Bariton, Chor und Orchester. London, New York: Boosey & Co. 1898, rev. ed. 1899.


    Endymion. Scenefor soprano und piano. Text: Henry W. Longfellow. Cincinnati: J. Church & Co, 1899.


    Lead, kindly Light. Hymn for soprano solo and chorus or Quintet of solo voices with organ or pianoforte accompaniment. Text: Cardinal Newman. London: Novello & Co, 1901, 1902.

    The Eternal Feminine. A musical monologue. Text: Lilian Eldée. London: Chappell & Co, 1902 (Reprint: Huntsville, Texas: Recital Publications, 1983).


    Once upon a Time. A fairy cantata; the ancient story of “The Sleeping Beauty”, retold and lyrically arranged by G. H. Jessop. New Edition. London, New York: Boosey & Co, 1903.


    The Golden Threshold. An indian song-garland for four solo voices – soprano, contralto, tenor and baritone – chorus and orchestra. Text: Sarojini Naidu. London, New York: Boosey & Co, 1906, new edition 1907.

    1. Harvest hymn – 2. Song of a dream – 3. Henna – 4. Palanquin-bearers – 5. The serpents are asleep – 6. The snake charmer – 7. The royal tombs of Golconda – 8. Love song – 9. Like a serpent – 10. Nightfall in Hyderabad – 11. Cradle song – 12. To a Buddha seated on a lotus – 13. Indian dancers – 14. New leaves grow green – 15. Alabaster – 16. At the threshold.


    Liederzyklen


    In a Persian Garden. A song-cycle for four solo voices (SATB) with pianoforte accompaniment. Texts from Rubaiyāt of Omar Khayyám translated and arranged by FitzGerald. London: Metzler & Co., 1896. Transcribed for orchestra by John Crook. London, Leipzig: Hawkes & Son, 1903. Zahlreiche Bearbeitungen, u. a. auch als Orchestersuite: In a Persian Garden. Suite. Selected and orchestrated by A. Schmid. [New York]: G. Schirmer, 1929.

    In Memoriam. A song-cycle for a solo voice with pianoforte accompaniment. Texts from“In Memoriam” by Alfred Tennyson. Cincinnati: John Church Co, 1899.


    The Daisy-Chain. Twelve songs of childhood, to be sung by four solo voices (SATB) with pianoforte accompaniment. Texte: L. Alma Tadema, R. L. Stevenson, N. Gale, W. B. Rands,u. a. London: Boosey, 1893; 1900.

    1. Foreign children (SATBar.) – 2. Fairies (A) – 3. Keepsake mill (Bar.) – 4. If no one ever marries me (S) – 5. Stars (T) – 6. Seeing the world (SATBar.) – 7. The ship that sailed into the sun (A) – 8. The swing (S) – 9. Mustard and cress (Bar.) – 10.The moon (T) – 11. Thank you very much indeed (SATBar.) – 12. Blind man’s buff (SATBar.).

    More Daisies. [twelve] new songs of childhood for four solo voices (SATB) with pianoforte accompaniment. Texts: various. London, New York: Boosey, 1902.

    1. Up into the cherry tree (SATB) – 2. A moral (B) – 3. For good luck (S) – 4. Good-night and good-morning (A) – 5. Every night my prayers I say (T) – 6. In dreamland (SATB) – 7. The cuckoo (S) – 8. Marching song (Bar/bass) – 9. My shadow (A) – 10. The captain (T) – 11. A child’s prayer (SATB) – 12. Fairy chimes (unspecified)


    Songs of Love and Spring: a song-cycle for two voices with piano. The poems translated from the German of Emanuel Geibel by Alfred Perceval Graves. London: Boosey, 1903.


    The Life of a Rose. A group of seven short songs. Texte: Liza Lehmann. New edition. London: Boosey & Co, 1905, new edition 1906.


    Bird Songs. Text: A. S. Walker London: Boosey & Co, 1907.

    1. The woodpigeon – 2. The yellowhammer – 3. The starling – 4. The wren – 5. The owl.


    Nonsense Songs. The songs that came out wrong. From Alice in Wonderland. A song-cycle for soprano, contralto, tenor and bass and piano. Texte: Lewis Carroll. London: Chappell & Co, 1908.


    Four cautionary tales and a moral: set for two voices solos and duets. Texts: Hiliare Belloc. London: Chappell & Co. Ltd., 1909.


    Prairie Pictures. North american indian song cycle for four voices with pianoforte accompaniment. Texts: Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1911.


    Songs of a „Flapper“. Texts: Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1911.

    1. In the Garden – 2. This beautiful World – 3. My Sister Nell – 4. The Ball – 5. Good-night, little Stars.


    Four Shakesperian Part-Songs for S. A. T. B., unaccompanied. London: Novello and Co, 1911.

    1. I know a Bank – 2. When Icicles hang by the Wall – 3. Tell me, where is Fancy bred – 4. Under the Greenwood Tree (Reprint: Huntsville, Text: Recital Publications, 1994)


    Cowboy Ballads. Texts from „Cowboy songs and other frontier ballads“, collected by John A. Lomax. London: Chappell, 1912.

    1. The Rancher’s Daughter – 2. Night-herding Song – 3. The Skew-ball Black.


    Songs of good Luck. Texts: Helen Taylor. London: Enoch & Sons, 1913.

    1. The Falling Star – 2. If I drink from your Glass – 3. The New Moon – 4. Cuckoo Counts – 5. The Black Cat


    Hips and Haws. Five country songs. For a baritone voice. Text: Marguerite Radcliffe Hall. London, etc: Chappell & Co, 1913.

    1. I be thinkin’ – 2. Country Courtship – 3. Jealousy – 4. Bells across the Meadows – 5. Tramping.


    Parody Pie. A song-cycle for four voices with pianoforte accompaniment. Texts: A. S. Walker, N. Pain, W. Rose, u. a. London: Chappell & Co, 1914.


    Lilies of The Valley. A medley of old english songs, arranged for girls‘ voices by Liza Lehmann, London: Chappell & Co., 1917

    1. Gather ye Rosebuds – 2. I’ve been Roaming – 3. Oh, Dear, What can the Matter be – 4. Goodmorrow, Gossip Joan – 5. Cherry Ripe – 6. One Morn The Maiden – 7. Sweet Day, so Cool, so Calm – 8. Come Lasses and Lads.


    Alben und Liedersammlungen


    Eight German Songs. London: Chappell & Co, 1888.


    Album of 12 German Songs, with English translations. London: S. Lucas, Weber & Co, 1889.

    Album of nine English Songs. Texts: William Shakespeare, Percy B. Shelley, Samuel T. Coleridge, Thomas Moore. London, New York: Boosey & Co, 1895.


    Two Songs. Texts: E. Sweetman. London, New York: Boosey & Co, 1900.

    April cometh – Love’s Caution.


    Five French Songs. Words by G. Boutelleau [and F. Plessis], English words by J. Ahrem. Cincinnati: J. Church Co, 1901.

    Paix du soir/Peace of Night – La Rose – Le Colibri/The Humming Bird – L’Oiseleur/The Fowler – La Race/A Child of Brittany, am I.


    Snowdrops. Two little duets. Texts: A. Matheson. London, New York: Boosey & Co, 1901.


    Cameos. Five Greek love-songs. The poems translated from Rufinus, Meleager, Paul the Silentiary, and anonymus, by J. M. Sedgwick. London: Enoch & Sons, 1901.


    Two Songs of Childhood. London, New York: Boosey & Co, 1906.

    Every Night my Prayers I say – The Captain


    Mr. Coggs and other Songs for Children. Texts: Edward Verrall Lucas. London: Chappell & Co, 1908.


    Two Seal Songs. Texts „The Jungle Book“ by Rudyard Kipling. London: Chappell & Co, 1908.

    The Mother Seal’s Lullaby – „You must’nt swim till you’re six weeks old“.

    Breton Folk-songs. Texts: Frances M. Gostling (partly founded on the original Breton legends). London: Chappell & Co, 1909.


    Two Biblical Songs. London: Metzler & Co, 1909; 1913.

    By the Rivers of Babylon, Recitative: „Surely there is a Mine for Silver“ – Arioso: „Happy is the Man who findeth Wisdom“.


    Five Little Love Songs. Texts: Cora Fabbri. London: Chappell & Co, 1910.

    1. There’s a Bird beneath your Window – 2. Along the sunny Lane – 3. Just a Multitude of Curls – 4. If I were a Bird, I would sing all Day – 5. Clasp mine closer, little dear white Hand.

    Nine Favourite Soprano Songs. London, New York: Boosey & Co, 1911.


    Four Shakesperian Part-Songs“. London: Novello & Co., ca. 1911

    When icicles hang by the wall – I know a bank – Tell me where is fancy bred – Under the greenwood tree.


    [Two Songs]. London: Chappell & Co, 1911.

    There’s a Bird beneath your Window – If I were a Bird, I would sing all Day.


    The Well of Sorrow. Three Songs for a Contralto voice. Texts from: „The Bard of Dimbovitza“, Roumanian folk-songs collected by H. Vacaresco, translated by Carmen Sylva and A. Strettell. London, New York: Boosey & Co, 1912.

    Forsaken – The Broken Spindle – Beside the Maize-Field.


    Album of five Tenor Songs. London, etc: Chappell & Co, 1913.


    Three Snow Songs. Texts: Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1914

    Snowflakes – Robin Redbreast – Christmas Eve.

    Three Songs for low voice. New York: G. Schirmer, 1922.

    Prospice (Robert Browning.) – Dusk in the valley (George Meredith) – Love, if you knew the light (Robert Browning).


    Einzellieder (alphabetisch)


    A Bird in the Sky. Song. Text: W. M. Anderson. London: Metzler & Co, 1926.


    A Child’s Prayer. Song. London, New York: Boosey & Co, 1907.


    A Farewell. Song. Text: C. Kingsley. London, New York: Boosey & Co, 1902.


    A Flower Fancy. Love lies bleeding. Text: E. Collett. London: Enoch & Sons, 1902.


    A Lake and a fairy Boat. Duet-for Sopr. and Baritone or Bass. Text: T. Hood. London: E. Ascherberg & Co, 1902.


    A Nook of Paradise. Song. Text: W. E. Henley. London: Novello and Co, 1904.

    A Tuscan Serenade. Song. London, New York: Boosey & Co, 1902.


    A Valentine. Song. Text: A. B. Pain. Cincinnati: J. Church Co., 1911.


    Abou Ben Adhem and the Angel. Song. Text: L. Hunt. London: Chappell & Co, 1910.

    Ah! gather Roses. Pietro’s Song from the incidental music to „The Twin Sister“. London: New York: Boosey & Co, 1902.

    Alabaster. Song. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    Alas! That Spring should vanish with the Rose. London: Metzler & Co, 1896.


    Amoroso. Song. Texte: Epigramme von W. Watson. London, New York: Boosey & Co, 1908.


    As Bess one Day – Tomorrow. Song. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    At Love’s Beginning. Duet. Text: T. Campbell. London, New York: Boosey & Co, 1903.

    At Sunset – A Slumber Song. Text: E. O. Cooke. London, New York: Boosey & Co, 1901.

    At the Gate. Song. Text: Lord Tennyson. London, New York: Boosey & Co, 1912.

    Aunt Eliza. Song. Text: A. L. Harris. London: Ascherberg, Hopwood & Crew, 1912.

    Babette’s Song-Once at the Angelus. London, New York: Boosey & Co, 1900.

    Beautiful Maiden. Song, the words from the Polish of Brodzinski by J. Bowring. London: Metzler & Co, 1895.

    Berceuse („Il faut t’endormir“)/ Cradle-song („Sleep, for the night draws near to thy bed“). French words by the Baronne de Baye, with English adaptation by Alma Strettell. London: Ricordi, c1897.


    Bleak Weather. Song. Text: E. W. Wilcox. London, New York: Boosey & Co, 1908.

    Blind Cupid. Song. Text: William Shakespeare. London, New York: Boosey & Co, 1895.

    Bonnie wee Thing. Song. Text: R. Burns. London, New York: Boosey & Co, 1912.


    By the Lake. Song. Text: E. Clifford. London: Daily Telegraph, 1914 (S. 110f. of „King Albert’s Book“).

    Clementina’s Song („A Maiden sat at her Casement wide“). Song. Words adapted from a Polish Folk Song. London: Chappell & Co, 1910.


    Come, dance the Romaika. Song. Text: Thomas More. London: Boosey & Co, 1891.

    Country Courtship. Song. London: Chappell & Co, 1914.


    Cupid and the Rose. Song. Text: A. Perceval. London, New York: Boosey & Co, 1902.

    Daddy’s Sweetheart. Song. Text: C. Hardin-Burnley. London: Chappell & Co, 1911.


    Dear little Heart. Song. Text: M. Pond. London: Hopwood & Crew, 1904.

    Didn’t you know? Song. Text: G. Gould. London: Chappell & Co, 1914.


    Die Nachtigall, als ich sie fragte. Song. Text aus „Mirza-Schaffy“ von Bodenstedt. London: S. Lucas, Weber & Co, 1889.

    Dream-Birds. Song. Text: W. L. Randell. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    Echoes. Song. Text: J. T. White. London: Chappell & Co, 1914.


    Eulalie. Song. Text: S. M. Peck. London, New York: Boosey & Co, 1892.

    Evensong („Fold your white wings, dear angels“). Song. Text: C. Morgan. London: Chappell & Co, 1916.

    Everybody’s Secret. Song. Text: L. Rand. London: Chappell & Co, 1910.

    Evolution. Song. Text: M. L. Ryley. London: Chappell & Co, 1909.

    Fair, kind, and true. Sonnet by Shakespeare. London: Chappell & Co, 1898.

    Fidelity. Come, rest in this Bosom. Song. Text: Thomas More. London, New York: Boosey & Co, 1908.


    Gipsy Love-Song. Romance. Text: R. L. Stevenson. London, New York: Boosey & Co, 1901.

    Go, Fortune! Duet or Solo. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    Good Morning, Brother Sunshine. Song. Text: J. W. Foley. London: Chappell & Co, 1916.

    Good Night and Good Morning. Song. Text: Lord Houghton. London, New York: Boosey & Co, 1902.


    Greek Love-Song. London: Enoch & Sons, 1903.


    Haste not to end, oh Day, so soon. Quintette. London, New York: Boosey & Co, 1907.


    Hey! ho! Song. London: Hopwood & Crew, 1904.

    How sweet the Moonlight sleeps upon this Bank. Duet for mezzo-soprano and baritone. Text: William Shakespeare. London, New York: Boosey & Co, 1912.

    I have a Garden of my own. Song. Text: Thomas More. London: E. Ascherberg & Co, 1901.

    I’m just a young Man in a Shop. Song. London: Hopwood & Crew, 1904.

    I praise the tender Flower. Song. Text: R. Bridges. London: John Williams, 1895.

    I send you my Heart. Song. Text: Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1913.

    If I built a World for you. Song. Text: Herbert Fordwych. London, New York: Boosey & Co, 1904.

    If I had but two little Wings. Song. Text: S. T. Coleridge. London: J. B. Cramer & Co, 1921.

    If I only knew! Song. Text: Maurice Pond. London: G. Ricordi & Co, 1904.

    If thou wilt be the falling Dew. Folk Song of Provence, translated by the Countess E. Martinengo Cesaresco. London: Chappell & Co, 1888.


    In Lotos Land. The Land of Fair Dreams. Song. Text: T. Heffernan. London, New York: Boosey & Co, 1905.

    In some sublimer Star. Song. A triolet by C. Emra. Philadelphia: T. Presser Co, 1921.

    In the Tassel-Time of Spring. Song. Text: R. U. Johnson. London: Chappell & Co, 1903.

    In the Watches of the Night. Song. Text: E. Young. London, etc: Chappell & Co, 1921.

    Incident of the French Camp. Song. Text: R. Browning. London: Chappell & Co, 1910.

    Indian Love Song („You flaunt your Beauty in the Rose“). London, New York: Boosey & Co, 1907.

    Irish Love-Song. Text: Sir S. Ferguson. London, New York: Boosey & Co, 1894.

    It was a Lover and his Lass. Song. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    Je pense à toi. Romance. [P. F.]. New York: Chappell & Co, 1912.


    Kathleen O’More. Song. The words old Irish. London, New York: Boosey & Co, 1898.


    King Henry to Fair Rosamund. Song. Text: M. Drayton. London: Enoch & Sons, 1897.

    Kousk azé/Fall asleep: a Breton cradle-song. Text: Frances M. Gostling. London: Chappell, 1909.


    Lillian’s Fair. Song. Text: S. M. Peck. London, New York: Boosey & Co, 1895.


    The Little Blush Rose. A Netherland Love Song. Text: Liza Lehmann. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    Little brown Brother. Baby Seed Song. Text: E. Nesbit. London: Chappell & Co, 1918.

    Little Moccasins. Song. London: Chappell & Co, 1911.

    Little Star of the Forest. Song. Text: F. E. Weatherley. London, New York: Boosey & Co, 1912.

    Little white Rose. Song. Text: A. Perceval. London: Chappell & Co, 1908.

    Long ago in Egypt. Song. Text: E. Clifford. London: Chappell & Co, 1903.

    Love enthroned. Duet. London, New York: Boosey & Co, 1904.

    Love in a Mist. Song. Text: E. W. Wilcox. London, New York: Boosey & Co, 1908.

    Lovers in the Lane. Song. London, New York: Boosey & Co, 1905.

    Lullaby of an Infant Chieftain. Song. Text: Sir Walter Scott. London: Chappell & Co, 1888.

    Das Mädchen spricht. Song. Text: R. Prutz. London: S. Lucas, Weber & Co, 1888.

    Magdalen at Michael’s Gate. Song. Text: Henry Kingsley. London: Chappell & Co, 1913.

    Mairè, my Girl. Song. Text: J. K. Casey. London, New York: Boosey & Co, 1892.

    Mirage („I hold thy hand“). Song. Text: Henry Malesh. London: Enoch & Sons, 1894.

    Molly Murray. Song. London: Hopwood & Crew, 1904.

    Molly’s Spinning Song/Marianchen’s Spinnerlied. The English Words by A. P. Graves, from the German of A. Wall. London, New York: Boosey & Co, 1902.


    Morning („The garden walks are wet with dew“). Song. Text: William Akerman. London: Chappell & Co, 1912.


    Mother Sleep. Song. Text: H. D. Lowry. London: Metzler & Co, 1901.


    My Heart can wait. Song. Text: M. Pond. London: Willis Music Co, 1904.

    My Lady Busy. Song. London: Hopwood & Crew, 1904.

    My lovely Child – Mutter-Tändelei. Song. Text: Bürger, the English adaptation by M. F. Heaton. London, New York: Boosey & Co, 1899.

    My Secret Song. London, New York: Boosey & Co, 1904.

    My Shadow. Song. London, New York: Boosey & Co, [1911].

    My true Love hath my Heart. Song. Text: Sir Philip Sidney. London: Metzler & Co, [1888].

    Never mind the Weather. Song. Text: T. Heffernan. London: Hopwood & Crew, 1905.

    No, no, no! Song. Texte: aus Weelkes’ Madrigals von 1604. London: Chappell & Co, 1895.


    O Light-of-Heart. Song. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    O tell me, Nightingale. Song. Text aus „Mirza-Schaffy“ von Bodenstedt. New and revised edition. London: J. Williams, 1910.

    Oh! bother, sang the Thrush. Song. Text: M. Radclyffe-Hall. London: Chappell & Co, 1913.

    Oh, dearest moon (The maiden speaks: „Moon, did’st thou see“). Song. Text: Robert Pruz. London: Joseph Williams, o. J.


    Oh! Mistress mine. The Clown’s Song from Shakespeare’s „Twelfth Night“. London: Metzler & Co, 1897.

    Oh tell me, nightningale. Song. Texte aus „Mirza-Schaffy“ (Bodenstedt). London: Joseph Williams, o. J.

    On the Day I get to Heaven. Song. Text: S. Levey. London: Chappell & Co, 1912.


    Pas Seul. Angiolina’s Dance. London, New York: Boosey & Co, 1902.

    Pearl and Song („There was a Star“). Text: Cora Fabbri. London: Chappell & Co, 1910.

    Philomela. Song. Text: Sir Philip Sidney. In: Gale (J. R. C.) and Speer (C. T.). An English Series of Songs, No. 14. 1896.

    Prince Charming. Song. London, New York: Boosey & Co, 1907.


    Princess Mayblossom’s Waltz. Song. London, New York: Boosey & Co, 1903.

    Printemps d’avril („Ma mie, a son toit fidèle“)/An April song („My love, the swallows are flying“). Französischer Text: Th. de Banville. London: Chappell, [1891].


    Rose and Lily. Duet. London, New York: Boosey & Co, 1908.


    Rose Song. Text aus dem Persischen von F. A. Steel. London: Chappell & Co, 1903.


    Roses after Rain („Cheer your heart up, sweet my honey“). Song. Text: F. S. Stanton. London: Metzler & Co, 1903.

    Run away and play. Song. London: Hopwood & Crew, 1904.

    Run, run, little Page. Song. Text: C. Scollard. London, New York: Boosey & Co, 1895.


    Sleep, little ruffly, fluffly Bird. Song. Texte: K. H. M. Jackson. Cincinnati: J. Church Co, 1904.


    Sophia’s Song („The Air of Courts may be sweet“). London, New York: Boosey & Co, 1908.

    Soul’s Blossom. Song. Text: R. U. Johnson. London: Chappell & Co, 1903.

    Star-Children. Song. Text: F. G. Bowles. Cincinnati: J. Church Co, 1904.

    Stars. Song. London, New York: Boosey & Co, [1903].


    The Beautiful Lady. Song. Text: W. De la Mare. London: Elkin & Co, 1912.

    The Beautiful Land of Nod. Song. Text: E. W. Wilcox. London, New York: Boosey & Co, 1908.


    The Bee. Song. London, New York: Boosey & Co, 1905.


    The Bobbies’ Beano. Song. London: Hopwood & Crew, 1904.


    The Castillian maid („Remember the time“). Song. Text: Thomas Moore. London: Boosey & Co., 1890.


    The Daisy’s Wedding. Two-part Song. Text: T. Hood. In: Dunhill (T. F.): Singing Class Music, No. 127, 1918.


    The Dewdrop. Song. Text: R. B. Birnbaum. London, New York: Boosey & Co, 1905.


    The Dustman („West wind stirs the moonflow’rs white“). Song. Text: Mildred E. Lowndes. London: Chappell & Co, 1912.


    The Exile. Song. Text: Lady Lindsay. London, New York: Boosey & Co, 1893.


    The First Rose. Song. Text: F. Ward. London: Chappell & Co, 1913.


    The Fountains mingle with the River. Song. Text: P. B. Shelley. London, New York: Boosey & Co, 1895.

    The Four Sunbeams. Duet for Soprano and Contralto. London, New York: Boosey & Co, 1904.


    The Guardian Angel („When my good nights and pray’rs are said“). Song. Text: E. Nesbit. London: E. Ascherberg & Co, 1898.


    The Lake Isle of Innisfree. Song. Text: W. B. Yeats. London, New York: Boosey & Co, 1911.


    The Letter Song. Text: L. Eldée. London: Chappell & Co, 1902.


    The Mad Dog. Song. London, New York: Boosey & Co, 1907.


    The Minuet. Song (with flute or violin obligato). Text: Anonym. London, New York: Boosey & Co, 1898.


    The Nightingale’s Mistake. Song. London: Boosey & Co, 1890.


    The Passion Flower and Speedwell. Two short Songs. Texte: T. Heffernan and A. Kirkland. London, New York: Boosey & Co, 1905.

    The Poet and the Nightingale. Song. Text: J. T. White. London: Chappell & Co, 1914.


    The Silver Rose. Song. Text: M. R. Hall. Cincinnati: J. Church Co, 1911.


    The Starling. Song. Text: unknown. London, New York: Boosey & Co, 1907.


    The Swing. Song. Text: unknown. London, New York: Boosey & Co, 1900.

    The Waters of Lethe – The Waters of Oblivion. Song. Text: Hilda Hammond-Spencer. London: Chappell & Co, 1908.

    The Weathercock. Song. Text: Longfellow. London, New York: Boosey & Co, 1913.


    There are Birds in the Valley. Song. Text: unknown. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    There are Fairies at the Bottom of our Garden. Song. Text: Rose Fyleman. London: Chappell & Co, 1917. (Arranged for Female Trio by C. Lucas, Chappell-Harms, 1929)

    There, little Girl, don’t cry! Song. Text: J. W. Riley. London: Chappell & Co, 1916.


    Thoughts have Wings. („I have no words to tell you“) Song. Text: Frances M. Gostling. London: Chappell & Co, 1909.

    ‘Tis the Hour of Farewell. A Modern Folk-Song. Text: O. H. London: Chappell & Co, 1914.

    Titania’s Cradle. Song. Text aus Shakespeare’s „Midsummer Night’s Dream“. London, New York: Boosey & Co, 1892.

    To a careless Lover. Song. Text: L. Eldée. London: Chappell & Co, 1902.

    To a little red Spider. – Araignée du soir – espoir! Song. Text: L. A. Cunnington. London, New York: Boosey & Co, 1903.


    To Dianeme. Song. Text: Herrick. London: Keith, Prowse & Co, 1897.

    To her black satin Shoe. Song. Text: O. Grey. London: Chappell & Co, 1900.

    To my Beloved. Song. Text: A. Procter. London: Metzler & Co, 1895.

    Trysting Song. London: Chappell & Co, 1913.

    Twilight. It is the Hour when from the Boughs. Duet for Soprano and Baritone or Contralto. Text: Lord Byron. London, New York: Boosey & Co, 1912.

    Under the greenwood Tree. Duet for Mezzo-Soprano & Baritone or Bass. Text: William Shakespeare. London, New York: Boosey & Co, 1912.

    Wenn ich an Dich gedenke. Deutsche Volksweise. Text: Emanuel Geibel. London: S. Lucas, Weber & Co, 1889.

    Were I a Butterfly. Song. Text: Lady Strachey, London: Chappell & Co, 1921.

    What shall we play? A Child’s Song. Text: Mrs. Aria. London, New York: Boosey & Co, 1902.

    When I am dead my Dearest. Song. Text: C. Rossetti. London: Boosey & Co, 1919.

    When the green Leaves come again. Song. Text: H. Bailey. London, New York: Boosey & Co, 1911.

    When the Shadows fall Tonight. Song. Text: W. M. Anderson. London: Metzler & Co, 1926.

    Whene’er a Snowflake leaves the Sky. Song. Text: unknown. London: J. B. Cramer & Co, 1918.

    Who is Sylvia? Song. Text: William Shakespeare. London, New York: Boosey & Co, 1908.

    With a Woodland Nosegay. Text: Liza Lehmann. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    With my Bible and my Staff. Recitative and Air. Text: unknown. London, New York: Boosey & Co, 1907.

    Wynken, Blynken and Nod. A Dutch Lullaby for Three-Part Female Chorus with Pianoforte accompaniment and Violin-ad lib. Text: E. Field. London, New York: Boosey & Co, 1912.

    You and I. Cradle Song. „Tell me what shall we do baby“. Text: Mary Arnolds Childs. London, New York: Boosey & Co., 1897.


    Bearbeitungen und Editionen


    Polly Willis. Song arranged by L. Lehmann. [Arne, Thomas Augustine]. London: Chappell & Co, 1890.


    When first the East begins to dawn. Song. Accompaniment arranged by L. Lehmann. London: Boosey& Co, 1890.


    Vieni, Dorina bella („Come, oh Dorina fairest“). Canzonetta, composed by Giacomo [or rather, Francesco] Bianchi. The accompaniment arranged by Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1893.


    The Hundred Pipers. Scotch Song, written by Caroline Baronesse Nairne, arranged by L. Lehmann. London: Chappell & Co, 1903.


    Cruikston Castle/Es tost um Cruikston. Old Gaelic Song. English words by Tannahill, German translation by B. Marchesi. Arranged by Liza Lehmann. London: John Williams, 1904.


    It’s dowie in the Hint o’ Hairst/Gar traurig tönt der Schnitter Lied. Old Gaelic Song. English words by H. Ainslie, German translation by B. Marchesi. Arranged by L. Lehmann. London: J. Williams, 1904.


    From the Chase on the Mountain/Von der Jagd in den Bergen. Old Gaelic Song. English words by Maclaren, German translation by B. Marchesi. Arranged by L. Lehmann. London: John Williams, 1904.


    To all you Ladies. Old English Ditty. Text: Earl of Dorset. Arranged by L. Lehmann. London: Chappell & Co, 1908.


    Twelve Old Scotch Songs. Arranged by A[melia] L[ehmann]. Edited by L.[iza] Lehmann. New York: Boosey & Co, 1912.


    By thy banks, gentle Stour: [air], Dr. Boyce, arranged by L[iza] L[ehmann]. London: Chappell, 1914. In: Useful teaching songs for all voices, edited by Liza Lehmann.


    Je sais attacher des rubans/I know how to tie ribbon-bows: Air from „Les oies de frère Philippe“ von Dourlens. Arranged by L[iza] L[ehmann]. English words by M. P. London: Chappell, 1914.


    Rose, softly blooming: Arie aus „Azor and Zemira“ von Louis Spohr, arranged by Liza Lehmann. London: Chappell & Co., 1914.


    Fly away, pretty Moth. Old Song, arranged by L. Lehmann. London: Chappell & Co, 1916.


    I’ve been roaming. Music by C. E. Horn. Text: Chas. Soane. Arranged by Liza Lehmann. London: Chappell & Co., Ltd., 1917. In: Useful teaching songs for all voices, compiled and edited by Liza Lehmann.


    Cherry ripe: song. Music by C. E. Horn, Text: Herrick, arranged by Liza Lehmann. London: Chappell, 1917.

    Six Celebrated Classic Songs-Series III. Edited by L. Lehmann. English adaptations by R. H. Elkin. London: Elkin & Co, 1920.


    Sun above me/Sott’un vago ciel sereno aus „Six celebrated classic songs“. Edited by Liza Lehmann. English adaptation by Robert Elkin. London: Elkin & Co., 1920.


    Five Songs of Olden Times. Arranged by L. Lehmann. London: Ascherberg, Hopwood & Crew, 1924.

    Killarney („By Killarney’s lakes and fells“). Song. Text: Edmund Falconer. Arranged by L. Lehmann [Balfe, M. W. (Michael William),]. London: J. B. Cramer & Co, 1929.


    Instrumentalmusik

    Romance for piano. London: Chappell & Co, 1892.

    Romance for violin and piano. London: Chappell & Co, 1892.


    Album of ten pianoforte sketches. London: Chappell & Co, 1892.


    Trois Valses de Sentiment for the pianoforte. London: Chappell & Co, 1892.


    Ah! Moon of my Delight. Recitative. and Air, transcribed for violin and pianoforte accompaniment. London: Metzler & Co, 1896.


    Romantic Suite for Violin and Pianoforte. London: Keith, Prowse & Co, 1903.

    1. First Meeting – 2. Jealousy and Lover’s Quarrel – 3. Love lies bleeding – 4. Reconcilation – 5. Promise – 6. Happy Ending.

    Cobweb castle: Album of six sketches for the pianoforte. London: Chappell, 1908.



    Gesangspädagogik

    Practical Hints for Students of Singing. London: Enoch & Sons, 1913.


    Useful Teaching Songs for all Voices. Compiled & edited by Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1914; 1934.


    Studies in Recitative for all voices. Compiled and edited by Liza Lehmann. London: Chappell & Co, 1915.



    Schriften


    Lehmann, Liza. The Life of Liza Lehmann by Herself. Edited by Herbert Bedford. London: Unwin, 1919.

    Repertoire

    Als Sängerin trat Liza Lehmann zunächst vor allem mit britischen, deutschen, italienischen und französischen Volksliedern in zeitgenössischen Bearbeitungen sowie mit englischen Songs aus Renaissance und Barock auf. Hinzu kamen zahlreiche Kunstlieder, darunter „Crépuscule“ von Jules Massenet, das „Vergebliche Ständchen“ op. 84 Nr. 4 und „Sandmännchen“ WoO 31 Nr. 4 von Johannes Brahms, Erik Meyer-Helmunds „Mädchenlied“ aus seinem op. 11 und die Lieder „Der Nussbaum“ op. 25 Nr. 3 und „Frühlingsnacht“ op. 39 Nr. 12 von Robert Schumann. Ein weiterer Schwerpunkt im Repertoire Liza Lehmanns waren Arien des 18. Jahrhunderts, u.a. aus Georg Friedrich Händels „Julius Cäsar“, Christoph Willibald Glucks „O del mio dolce ador“ und Johann Sebastian Bachs „Willst du dein Herz mir schenken“ BWV 518. Ihre Interpretation von „Rose, softly blooming“ aus Louis Spohrs „Azor and Zemira“ wurde legendär; Liza Lehmann edierte die Arie 1914.

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Mr and Mrs Herbert Bedford (Liza Lehmann)“. In: „Strand Musical Magazine“ 3 (1896), S. 158f.


    Artikel „Lehmann, Liza“. In: National Portrait Gallery of British Musicians. J. Warriner (Hg.). 1896 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Lehmann, Liza“. In: British Musical Biography. J. D. Brown, S. S. Stratton (Hg.). 1897 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Women and musical composition: a chat with Miss Liza Lehmann (Mrs Herbert Bedford)“. In: Young Woman 8 (1899–1900), S. 414-416.


    Artikel „To the young musician who would compose: an interview with Mme Liza Lehmann“. In: „The Musical Standard“ 33 (1903), 373-375.


    Artikel „Lehmann, Liza“. In: Dictionary of musicians. W. J. Baltzell (Hg.). 1911 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Lehmann, Liza“. In: Women Composers. O. Ebel (Hg.). 3. Aufl. 1913 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Lehmann, Liza“. In: Who’s who in Music. H. s. Wyndham (Hg.). 1913 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Lehmann (Elizabeth Nina Mary Frederika)“. In: Black’s Dictionary of Music and Musicians. L. J. de Bekker (Hg.). 1924 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Lehmann, Liza“. In: A Dictionary of Modern Music and Musicians. A. E. Hull (Hg.). 1924 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Lehmann, Liza (Elizabeth Nina Mary Frederika)“. In: Grove’s Dictionary of Music and Musicians. 5th edition. Edited by Eric Blom. London: Macmillan & Co LTD, 1954, Bd. 5, S. 115f.


    Artikel „Lehmann, Liza“. In: Komponistinnen aus 800 Jahren. Antje Olivier, Sevgi Braun (Hg.). Kamen: Sequentia, 1996, S. 243-244.


    Banfield, Stephen. Artikel „Lehmann, Liza [Elizabeth] (Nina Mary Frederica)“. In: The New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Edited by Stanley Sadie. London: Macmillian Publishers Limited, 1980, Vol. 10, S. 624.


    Banfield, Stephen. Sensibility and English Song: Critical Studies of the Early Twentieth Century. Cambridge: University Press, 1985.


    Banfield, Stephen. Artikel „Lehmann, Liza [Elizabeth] (Nina Mary Frederica)“. In: The Norton/Grove Dictionary of Women Composers. Julie Anne Sadie/Rhian Samuel (Hgg.). London: Macmillan1995, S. 275-277.


    Banfield, Stephen. Artikel „Lehmann, Liza [Elizabeth] (Nina Mary Frederica)“. In: The New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Second Edition. Edited by Stanley Sadie. London: Macmillian Publishers Limited, 2001, Bd. 14, S. 496.


    Foreman, Lewis. British Opera comes of age: 1916-1961. In: British Opera in retrospect. Hg. v. der British Music Society. London: British Music Society, 1985, S. 106-107.


    Fuller, Sophie. The Pandora guide to women composers: Britain and the United States 1629–present. London: Pandora, 1995.


    Fuller, Sophie. Women composers during the British musical Renaissance 1880–1918. Phil diss. (unveröffentlicht) University London, 1998.


    Fuller, Sophie. Artikel „Lehmann, Elizabeth Nina Mary Frederica (1862–1918)“. In: Oxford Dictionary of National Biography, Oxford: University Press. 2004; online-edition. http://www.oxforddnb.com/view/article/40559 (Stand: 9. Februar 2011)


    Hyde, Derek. New Found Voices. Women in 19th century English Music. Aldershot: Ashgale, 1998.


    Laurence, Dan H. (Ed.). Shaw’s Music. The Complete Musical Criticism of Bernard Shaw. 3 Vol. Second revised edition. London: The Bodley Head, 1981.


    Lehmann, Liza. The Life of Liza Lehmann by Herself. Edited by Herbert Bedford. London: Unwin, 1919.


    Muck, Peter. Einhundert Jahre Berliner Philharmonisches Orchester: Darstellung in Dokumenten. Band 3: Die Mitglieder des Orchesters, die Programme, die Konzertreisen, Ur- und Erstaufführungen. Tutzing: Schneider, 1982.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel (Auswahl)


    The Musical Times vom 1. Mai 1886, S. 257f.

    The Musical Times vom 1. Januar 1897, 20.

    The Musical Times vom 1. November 1887, S. 659f.

    The Musical Times vom 1. August 1889, S. 490.

    The Musical Times vom 1. Juli 1894, S. 462.

    The Musical Times vom 1. August 1894, S. 550.

    The Musical Times vom 1. Januar 1895, S. 30.

    The Musical Times vom 1. Februar 1897.

    The Musical Times vom 1. Mai 1899, S. 312.

    The Musical Times vom 1. Juli 1899, S. 478.

    The Musical Times vom 1. August 1901, S. 547.

    The Musical Times vom 1. Februar 1902, S. 103f.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1905, S. 810.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1906.

    The Musical Times vom 1. Januar 1907, S. 40.

    The Musical Times vom 1. August 1911, S. 535f.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1911, S. 790.

    The Musical Times vom 1. Juli 1913, S. 471.

    The Musical Times vom 1. März 1914, S. 198.

    The Musical Times vom 1. August 1914, S. 543.

    The Musical Times vom 1. Februar 1916.

    The Musical Times vom 1. Juli 1917, S. 336.

    The Musical Times vom 1. Oktober 1918, S. 452 (Nachruf).

    The Musical Times vom 1. März 1919, S. 129.

    The Musical Times vom 1. November 1925, S. 1024.


    The New York Times vom 26. April 1898.

    The New York Times vom 28. November 1898.

    The New York Times vom 1. Januar 1899.

    The New York Times vom 8. Dezember 1899.

    The New York Times vom 13. September 1904.

    The New York Times vom 24. Oktober 1905.

    The New York Times vom 13. Dezember 1906.

    The New York Times vom 25. Dezember 1909.

    The New York Times vom 28. Dezember 1909.

    The New York Times vom 8. Januar 1910.

    The New York Times vom 9. Januar 1910.

    The New York Times vom 29. Januar 1910.

    The New York Times vom 8. Februar 1910.

    The New York Times vom 20. Februar 1910.

    The New York Times vom 24. Januar 1911.

    The New York Times vom 12. Oktober 1913.

    The New York Times vom 18. Oktober 1918.


    The Times vom 25. November 1885, S. 17.

    The Times vom 12. April 1886, S. 8.

    The Times vom 20. April 1886, S. 10.

    The Times vom 29. November 1886, S. 10.

    The Times vom 12. Oktober 1887, S. 7.

    The Times vom 25. Oktober 1887, S. 9.

    The Times vom 17. März 1888, S. 4.

    The Times vom 19. März 1888, S. 6.

    The Times vom 27. März 1888, S. 10.

    The Times vom 11. Juni 1888, S. 8.

    The Times vom 21. Mai 1889, S. 4.

    The Times vom 27. Mai 1889, S. 7.

    The Times vom 17. Dezember 1889, S. 10.

    The Times vom 12. März 1890, S. 10.

    The Times vom 1. Dezember 1890, S. 7.

    The Times vom 4. Dezember 1890, S. 3.

    The Times vom 20. Dezember 1890, S. 4.

    The Times vom 28. Januar 1891, S. 9.

    The Times vom 13. Juli 1891, S. 9.

    The Times vom 6. Mai 1892, S. 14.

    The Times vom 25. Oktober 1892, S. 6.

    The Times vom 2. Januar 1893, S. 4.

    The Times vom 21. März 1893, S. 3.

    The Times vom 17. Januar 1894, S. 12.

    The Times vom 29. Mai 1894, S. 8.

    The Times vom 8. August 1895, S. 10.

    The Times vom 21. August 1896, S. 11.

    The Times vom 2. Januar 1897, S. 13.

    The Times vom 23. Juli 1897, S. 12.

    The Times vom 16. August 1897, S. 11.

    The Times vom 31. August 1897, S. 4.

    The Times vom 26. August 1898, S. 8.

    The Times vom 20. Juni 1899, S. 4.

    The Times vom 27. Dezember 1899, S. 6.

    The Times vom 27. März 1900, S. 6.

    The Times vom 3. April 1900, S. 6.

    The Times vom 11. Juni 1900, S. 4.

    The Times vom 29. November 1900, S. 11.

    The Times vom 12. Dezember 1900, S. 4.

    The Times vom 5. März 1901, S. 4.

    The Times vom 9. Mai 1901, S. 9.

    The Times vom 15. August 1901, S. 13.

    The Times vom 23. Okober 1901, S. 8.

    The Times vom 9. Oktober 1902, S. 11.

    The Times vom 15. September 1903, S. 12.

    The Times vom 16. Dezember 1903, S. 12.

    The Times vom 8. Januar 1904, S. 8.

    The Times vom 9. Juni 1904, S. 4.

    The Times vom 7. September 1904, S. 12.

    The Times vom 31. Mai 1905, S. 8

    The Times vom 27. Oktober 1905, S. 7.

    The Times vom 11. November 1905, S. 10.

    The Times vom 13. September 1906, S. 11.

    The Times vom 9. März 1907, S. 7.

    The Times vom 14. dezember 1907, S. 5.

    The Times vom 27. April 1908, S. 10.

    The Times vom 4. Dezember 1908, S. 15.

    The Times vom 16. Dezember 1908, S. 11.

    The Times vom 2. Februar 1909, S. 11.

    The Times vom 20. Oktober 1909, S. 13.

    The Times vom 13. Mai 1911, S. 12.

    The Times vom 17. Oktober 1911, S. 9.

    The Times vom 2. März 1912, S. 7.

    The Times vom 6. Juli 1912, S. 11.

    The Times vom 14. Oktober 1912, S. 9.

    The Times vom 31. Januar 1913, S. 9.

    The Times vom 6. Februar 1914, S. 8.

    The Times vom 11. Februar 1914, S. 8.

    The Times vom 18. Februar 1915, S. 7.

    The Times vom 22. November 1915, S. 5.

    The Times vom 29. Dezember 1915, S. 11.

    The Times vom 14. Dezember 1916, S. 10.

    The Times vom 7. Juni 1917, S. 3

    The Times vom 31. August 1917, S. 3.

    The Times vom 21. September 1918, S. 9 (Nachruf).

    The Times vom 28. Januar 1919, S. 5.

    The Times „Broadcasting“ vom 6. Juli 1925, S. 20.



    Links


    http://en.wikipedia.org/wiki/Liza_Lehmann

    Die Wikipedia England enthält einen Artikel über Liza Lehmann (Stand: 9. Februar 2011)


    http://www.concertprogrammes.org.uk (Stand: 9. Februar 2011)

    Die britische „Concert Programmes Database“ enthält auch zahlreiche Einträge zu Liza Lehmann.


    http://www.recmusic.org/lieder/l/lehmann.html (Stand: 9. Februar 2011)

    „The Lied, Art Song, and Choral Texts Page“ enthält zahlreiche Liedtexte von Liza Lehmann.

    Forschung

    Die meisten Quellen zu Liza Lehmann befinden sich derzeit in Privatbesitz. Die Richmond Local Studies Library in London besitzt die Korrespondenz mit dem Schriftsteller Douglas Sladen (vgl. Fuller 2004).


    Die Autobiografie Liza Lehmanns, die 1919 in London erschien, enthält zahlreiche Erzählungen über ihre Zeitgenossen und zeichnet ein interessantes und aufschlussreiches Bild des englischen Musiklebens ihrer Zeit.


    In der British Library London sind die meisten Drucke von Werken Liza Lehmanns vorhanden.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Liza Lehmann umfasst ihre Biografie sowie vor allem eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung ihrer Kompositionen. Auch ihre künstlerischen und privaten Kontakte sind bislang kaum erforscht.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 2665927
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 129444073
    Library of Congress (LCCN): nr88005073
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 09.11.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Liza Lehmann“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 9.11.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Liza_Lehmann