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    von Gesine Thomforde
    Lilli Friedemann
    Namen:
    Lilli Friedemann
    Lebensdaten:
    geb. in Kiel, Deutschland
    gest. in Mölln, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Dozentin, Autorin, Herausgeberin, Improvisatorin, Musikpädagogin, Bratschistin, Geigerin, Rebecspielerin
    Charakterisierender Satz:

    „Improvisieren braucht einen Anlass.“

    (Lilli Friedemann im persönlichen Gespräch mit Matthias Schwabe, o. J.)


    Profil

    Lilli Friedemann ist die Begründerin der musikalischen Gruppenimprovisation. Mit ihrem Wirken hat sie entscheidend die Entwicklung der Musiktherapie und Musikpädagogik in Deutschland beeinflusst. Ihre Veröffentlichungen gehören zum Repertoire der musikpädagogischen Ausbildung. Mit dem Ensemble „Ex Tempore“ für improvisierte Musik hat sie die Musikszene der Neuen Musik innovativ bereichert. Ihre vitale Persönlichkeit verkörperte das, was sie vom improvisierenden Menschen erwartete: „Zugleich spielendes Kind und ganzer Mensch“ zu sein (Lilli Friedemann. Zit. n.: Herwig von Kieseritzky. „Lilli Friedemann“. In: Zum Gedenken an Lilli Friedemann (2). Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember 1992. S. 3).

    Orte und Länder

    Nach ihrem Examen an der Musikhochschule in Berlin ging sie nach Danzig. Dort war sie während des Zweiten Weltkriegs an der Musikhochschule tätig. Nach der Flucht erhielt sie an der Musikhochschule Hannover einen Lehrauftrag für Geige. Ab 1967 lebte sie in Hamburg. Sie unterrichtete im eigenen Studio sowie an der Musikhochschule Gruppenimprovisation.

    Biografie

    Lilli Friedemann wurde am 18. Juni 1906 geboren. Sie erhielt früh Geigenunterricht und unterrichtete schon mit 11 Jahren selbst. Als sie 8 Jahre alt war, begann der Erste Weltkrieg, an dem ihr Vater als Soldat teilnahm.

    Lilli Friedemann studierte in den 1920er Jahren an der Musikhochschule in Berlin u.a. bei Carl Flesch Geige und bei Paul Hindemith Tonsatz. Auf Anregung Paul Hindemiths unterbrach sie ihr Studium, um in einem Landerziehungsheim Geige zu unterrichten. Diese menschliche Erfahrung prägte die Abschlussphase ihres Studiums und die sich anschließende Zeit der Arbeit mit einem Streicherensemble sowie als Geigenlehrerin.

    Aus Danzig, wo sie später an der Musikhochschule tätig war, floh sie während des Zweiten Weltkriegs mit einem der letzten Züge. An der Musikhochschule in Hannover erhielt sie anschließend einen Lehrauftrag für Geige. Sie konzertierte mit einer Streichergruppe und begann mit einem eigens für sie gebauten Rebec zu improvisieren und Tanzmusik zu machen. Es folgte die neue Erfahrung, mit Laienmusikern Begleitmusik zum Theater zu entwickeln. Daraus wurde allmählich das Zusammenspiel ohne Noten - die musikalische Gruppenimprovisation. Es folgten erste Veröffentlichungen im musikpädagogischen Bereich zum Thema Improvisation.

    1964 gründet sie in Hamburg den „Ring für Gruppenimprovisation“. Infolge der guten Resonanz aus Fachkreisen siedelte Lilli Friedemann 1967 nach Hamburg über. Sie widmete sich jetzt ganz der Gruppenimprovisation. Es erschienen weitere Bücher, und sie erhielt einen Lehrauftrag an der Hamburger Musikhochschule.

    1977 zog sie nach Mölln. Achtzigjährig erprobte sie mit dem von ihr gegründeten Ensemble „Ex Tempore“ die Improvisation in Konzerten. Am 20. Dezember 1991 starb sie in Mölln.

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    Lilli Friedemann bekannte, dass sie „zwei verschiedene Leben“ (Herwig von Kieseritzky. „Lilli Friedemann“. In: Zum Gedenken an Lilli Friedemann (2). Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember1992. S. 3) gehabt habe. Bis zum 50. Lebensjahr war sie nach einem Musikstudium in Berlin Geigerin, konzertierte und unterrichtete. Ihre Ausbildung an der Musikhochschule in Berlin war geprägt durch ihren Geigenlehrer Carl Flesch und ihren Tonsatzlehrer Paul Hindemith. Während ihrer Berufstätigkeit als Geigerin leitete sie ein Streicherbarockensemble. Mit ca. 50 Jahren begann für Lilli Friedemann ihr „zweites Leben“. Sie zog nach Hamburg um, wo sie mit ihren Kursen der musikalischen Gruppenimprovisation begann. Diese Form des Musizierens war zusammen mit Freunden entstanden. Als Anlass zum gemeinsamen Spiel entwickelte sie Spielregeln.

    Lilli Friedemann wurde am 18. Juni 1906 in Kiel geboren. Ihr Vater war Studienrat an einem Gymnasium und schrieb verschiedene Bücher und Gedichte, die jedoch nicht veröffentlicht wurden. Ihre Mutter war häufig krank, weshalb die Familie häufig umziehen musste (z.B. später nach Hameln). Sie hatte eine Schwester. „Ich erinnere meine Kindheit als eine wirklich unbeschwerte Zeit“, schreibt sie in ihren unveröffentlichten Erinnerungen. „Als ich 8 Jahre war, brach der 1. Weltkrieg aus“. Der Vater ging als Freiwilliger in den Krieg, und sie machte sich viele Gedanken darüber, ob es „eigentlich richtig ist, seine Familie freiwillig für den Krieg zu verlassen“. (Diese und die folgenden Zitate in: Lilli Friedemann. Erinnerungen. Mölln: unveröffentlichtes Manuskript, 1988. Privatbesitz Gesine Thomforde).

    Lilli Friedemann erhielt früh Geigenunterricht bei einer Freundin ihrer Mutter und begann schon mit 11 Jahren selbst zu unterrichten. Über ihre Jugend bis zu ihrem Abitur liegen keine weiteren Informationen vor.

    Auf Wunsch der Mutter, die selbst gern malte, begann sie etwa 1925 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg mit einem Studium. Vermutlich studierte sie freie Kunst. Sie wechselte dann jedoch recht bald auf eigenen Wunsch an die Musikhochschule in Berlin. Dort erhielt sie nach einigen Umwegen bei Carl Flesch Geigenunterricht und bei Paul Hindemith Unterricht in Tonsatzlehre. Paul Hindemith regte sie nach einiger Zeit dazu an, ihr Studium zu unterbrechen, um in einem Landerziehungsheim Geige zu unterrichten. Sie schreibt dazu in ihren Erinnerungen: „Ich glaube, dass er mich gerne mochte und mich in der ökonomisch schwierigen Zeit der Zwanziger Jahre unterbringen wollte.“ So folgte sie dem Rat ihres Lehrers und ging für zwei Jahre aufs Land, um in einem Landerziehungsheim zu unterrichten. Mit einem Jungen aus diesem Heim, der sprachbehindert war, arbeitete sie besonders intensiv. Diese menschliche Erfahrung nahm sie mit in die Abschlussphase des Studiums nach Berlin und die sich anschließende Zeit der Arbeit mit einem Streicherensemble. Parallel dazu war sie als Geigenlehrerin tätig.

    Aus Danzig, wo sie nach Abschluss ihres Studiums an der Musikhochschule tätig war, floh sie während des Zweiten Weltkriegs mit einem der letzten Züge. In Hannover erhielt sie anschließend einen Lehrauftrag an der Musikhochschule. Sie konzertierte mit einer Streichergruppe und begann mit einem eigens für sie gebauten Rebec zu improvisieren und Tanzmusik zu machen: „Tanzmusik ist voll und nicht dick; sondern ganz stachelig“, so schreibt sie in ihren Erinnerungen. Es folgte eine neue Erfahrung, mit Laienmusikern Begleitmusik zum Theater zu entwickeln, daraus wurde allmählich das Zusammenspiel ohne Noten - die musikalische Gruppenimprovisation. Herwig von Kieseritzky schreibt dazu:


    „Ausgehend von eher traditionellen, metrisch gebundenen und klar gegliederten Lied- und Tanzformen entwickelt sie in der Arbeit mit Kindern, Studenten und Erwachsenen eine Fülle von Spielregeln, die sie zu einem progressiv geordneten Lehrgang zusammenstellt.“ (Herwig von Kieseritzky. „Lilli Friedemann“. In: Zum Gedenken an Lilli Friedemann (2). Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember1992. S. 3)


    Lilli Friedemann hat diese Spielregeln, die vor jeder Improvisation verabredet werden, in ihren Büchern veröffentlicht. Sie bilden den Rahmen, in dem sich jede/r Mitspieler/in ausdrücken und entfalten kann. Die Gruppenleiterin kann sich dabei ungezwungen in die Gruppe integrieren, da die Regeln für alle gleichermaßen gelten. Ein Beispiel für große improvisierende Gruppen aus dem Buch „Gemeinsame Improvisation auf Instrumenten“ lautet zum Beispiel „’Zugleich’ und ‚zusammen’ spielen“:


    „Alle Spieler haben ein Schlaginstrument zur Hand, auf dem sie zugleich, d.h. durcheinanderspielend, ‚üben’. Nach einem Beckenschlag aber, den der Anführer oder später ein Mitspieler gibt, sollen die Spieler, ohne sich zu unterbrechen, in ein Zusammenspiel kommen.“ (Lilli Friedemann. Gemeinsame Improvisation auf Instrumenten. 1964. S. 33)


    Es folgen dann weitere Hinweise zur Differenzierung dieser Spielregel.

    Speziell für Kinder entwickelte Lilli Friedemann ein musikalisches Curriculum für die Früherziehung. Der Stundenaufbau ist dabei durch verschiedene Elemente gekennzeichnet: Bewegung, Singen, Darstellung, rhythmische Übungen und improvisatorische Versuche auf verschiedenen Instrumenten. In ihrem Buch „Kinder spielen mit Klängen und Tönen“ (Wolfenbüttel, 1979) zeigte sie einen Weg, wie über Bewegung und bildhafte Vorstellung die Spielfreude zur Improvisation geweckt wird. Ein Beispiel lautet „Ein Frühlingsspaziergang“:


    „’Es regnet. Singen: Regen-Regentröpfchen...’ und regnen mit den Fingern auf Fell.

    Der Wind bläst die Wolken fort.

    Ein Mann macht sich auf den Weg und muss durch viele Pfützen Patschen: ‚bum, bum, pitsch’ (Trommelschlagen und klatschen)“

    (Lilli Friedemann. „Kinder spielen mit Klängen und Tönen“. Wolfenbüttel, 1979. S. 15)


    Weitere praktische Erfahrung mit diesem Spiel werden in der Examensarbeit „Musikalische Gruppenimprovisation mit Kindern als Teil einer musikalischen Früherziehung“ (Gesine Thomforde, 1980, S. 39) erläutert.

    Lilli Friedemann versuchte mit Hilfe der Gruppenimprovisation Verständnis für die neue Musik zu wecken. Dieses gelang ihr durch ihre wache Ausstrahlung, musikalische Kompetenz und menschliche Sensibilität in der musikpädagogischen Arbeit mit ihren Schülern und Schülerinnen, die sie immer zu neuen Klangexperimenten anregte.

    1964 gründete sie in Hamburg den „Ring für Gruppenimprovisation“. Ihre Methode breitete sich aus. Infolge der guten Resonanz aus Fachkreisen siedelte Lilli Friedemann 1967 nach Hamburg über. Sie widmete sich jetzt ganz der Gruppenimprovisation. Sie veröffentlichte verschiedene Bücher, in denen sie von den praktischen Erfahrungen ihrer Arbeit berichtete. An der Hamburger Musikhochschule erhielt sie einen Lehrauftrag.

    1977 zog sie nach Mölln, dort unterrichtete sie weiter und schrieb ihr letztes Buch („Trommeln, Tanzen, Tönen“, 1983). Achtzigjährig erprobte sie in dem von ihr gegründeten Ensemble „Ex Tempore“ die Improvisation in Konzerten.

    Am 20. Dezember 1991 starb Lilli Friedemann in Mölln.

    Würdigung

    „Manchmal fantasiere ich: hätte Lilli Friedemann einen geschickten Promotor für Präsentationen, gehörte sie gar zum Geschlecht 01...,.sie wäre keine Pädagogin, sondern Leitfigur der Avantgarde... wäre, hätte... Bedeutend und originell war sie.“ (Barbara Gabler. „Pädagogischer Eros: Lilli Friedemann, Musikpädagogin, 1906-1991“. In: Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember 1992. S. 5)


    Für Lilli Friedemann bedeutete die Gruppenimprovisation eine umfassende menschliche, aber auch musikalische Aufgabe. Herwig von Kieseritzky fasst ihre Arbeit wie folgt zusammen:


    „Auf diesem nicht unumstrittenen Gebiet ist es ihr gelungen, die Wiedersprüche zwischen pädagogischem Anliegen und Kunstanspruch, individuellem Ausdrucksbedürfnis und Partnerbezogenheit, Freiheit und Gebundenheit miteinander zu versöhnen. (Herwig von Kiesritzky. „Lilli Friedemann“. In : Gedenken an Lilli Friedemann( 2 ) Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember 1992. S. 3)


    Lilli Friedemann entwickelte ein Konzept für die Basisausbildung im Bereich Gruppenimprovisation und richtete Lehrgänge dafür ein. Über ihre Arbeit schrieb sie in ihren Erinnerungen (S. 18):


    „Ich habe ein großes Geschenk mitgekriegt........... Damit meine ich , dass ich kreativ bin. Es ist einfach meine Sache, zu improvisieren und zu lehren.“


    Im Kreis ihrer Schülerinnen, die sie gern mit ihrer Kreativität als Leiterin der Gruppenimprovisation beschenkte, blieb Lilli Friedemann jung. Sie musizierte und bildete Nachwuchskräfte aus. So entwickelte sie eine zeitgenössische Musizierform und verstand sich selbst dabei als Suchende. Sie bleibt in Erinnerung als eine beeindruckende pädagogische und künstlerische Persönlichkeit, voll tiefer Menschlichkeit, Humor und Vitalität: „Zugleich spielendes Kind und ganzer Mensch“ (Lilli Friedemann. Zit. n.: Herwig von Kieseritzky. „Lilli Friedemann“. In: Zum Gedenken an Lilli Friedemann (2). Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember 1992. S. 3).

    Die Begegnung mit ihr wurde für viele ImprovisatiorInnen eine beglückende Erfahrung, da sich in der musikalischen Gruppenimprovisation eine Ordnung ohne Herrschaft abbildet.

    Rezeption

    Als Lilli Friedemann 1967 nach Hamburg kam, fand sich sofort ein Kreis von Interessierten zusammen, der bis heute ihre Methoden praktiziert und weiterführt. Der von ihr gegründete "Ring für Gruppenimprovisation" besteht auch heute noch und die von ihr initiierte Reihe "Ringgespräch über Gruppenimprovisation" wird auch weiterhin in Berlin herausgegeben.

    In wissenschaftlichen Arbeiten zu Fragen der Improvisation wird auf sie Bezug genommen (z.B. bei Eckhard Weymann). Außerdem werden ihre Methoden auch heute noch in der Musikpädagogik gelehrt und eingesetzt (z.B. in Kindergärten). Auch in der Musiktherapie wird ihre Methode gelehrt und eingesetzt.

    Einige ihrer Bücher sind heute vergriffen.

    Werkverzeichnis

    Schallplatten


    Lilli Friedemann. Einstiege in neue Klangbereiche durch Gruppenimprovisation. Stereo 45 UpM. Universal Edition, 1973.


    Bandaufnahmen


    Diverse Bandaufnahmen. Unveröffentlicht. Archiv für Gruppenimprovisation c/o Matthias Schwabe, Wilskistr. 56, 14163 Berlin.


    Lieder


    Nun danket alle Gott für drei Singstimmen. Unveröffentlicht, 1922.


    Ein kleines Kindelein, Duett für Sopran und Alt. Unveröffentlicht, 1925.


    Schriften (chronologisch)


    Musizierfibel. Sing- und Instrumentalschule für Kinder von 4-10 Jahren. Henry Litolff’s Verlag, 1956.


    Gemeinsame Improvisation auf Instrumenten: mit ausführlichen

    Spielregeln; ein praktischer Beitrag zur Musiklehre

    Kassel: Bärenreiter, 1964.


    Tanzduette als Geigenübung: für 2 Geigen, Geige und Bratsche oder

    Zwei Bratschen (auch mit Bläsern); Geigenstimme. Wolfenbüttel : Möseler, 1968.


    Improvisieren zu Weihnachtsliedern: für Gruppen von Sängern und Spielern aller Instrumente einschließlich Orffschlagwerk; mit einer allgemeinen Anleitung zu improvisierter Liedbegleitung. Kassel: Bärenreiter, 1968.


    Kollektivimprovisation als Studium und Gestaltung neuer Musik. Wien: Universal Edition, (c 1969).


    Kinder spielen mit Klängen und Tönen: ein musikalischer Entwicklungsgang aus Lernspielen für Vorschulkinder, Schulanfänger, Sonderschüler. Wolfenbüttel: Möseler,1971.


    Einstiege in neue Klangbereiche durch Gruppenimprovisation. Wien: Universal Edition, 1973.


    Gemeinsame Improvisation auf Instrumenten: mit ausführlichen Spielregeln; ein praktischer Beitrag zur Musiklehre. Kassel: Bärenreiter, 1974.


    Trommeln – Tanzen - Tönen: 33 Spiele für Große und Kleine. Wien: Universal-Edition, c 1983.


    Erinnerungen. Mölln: unveröffentlichtes Manuskript, 1988. Privatbesitz Gesine Thomforde.

    Repertoire

    Lilli Friedemann war lange Zeit als Konzertgeigerin tätig. Sie war Interpretin für neue und alte Musik. Ihr genaues Repertoire ist jedoch unbekannt. Nachgewiesen ist, dass sie in Konzerten Werke von Johann Sebastian Bach gespielt hat. Ab 1986 hatte sie zusammen mit dem von ihr gegründeten Ensemble „Ex Tempore“ zahlreiche Auftritte (u.a. in der Hamburger Musikhochschule) mit improvisierter Musik.

    Quellen

    Literatur (chronologisch)


    Thomforde, Gesine. Musikalische Gruppenimprovisation mit Kindern. Als Teil einer musikalischen Früherziehung. Hamburg, Schriftliche Hausarbeit, Erste Staatsprüfung für die Lehrämter und die erweiterten Lehrämter mit den Schwerpunkten Grund- und Mittelstufe, 1980.


    Gabler , Barbara. „Pädagogischer Eros: Lilli Friedemann, Musikpädagogin, 1906-1991“. In: Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember 1992. S. 4-5.


    Schwabe, Matthias (Hg.). Zum Gedenken an Lilli Friedemann. Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LV. Berlin, Juni 1992.


    Kieseritzky Herwig von, Schwabe, Matthias. „Tänzerin auf dem Seil. Im Januar 1987 führten Herwig von Kieseritzky und Matthias Schwabe ein bisher noch unveröffentlichtes Interview mit Lilli Friedemann“. In: Zum Gedenken an Lilli Friedemann. Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LV. Berlin, Juni 1992. S. 13-17.


    Kieseritzky, Herwig von. „Lilli Friedemann“. In: Zum Gedenken an Lilli Friedemann (2). Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember 1992. S. 3.


    Schwabe, Matthias (Hg.). Zum Gedenken an Lilli Friedemann (2). Ringgespräch über Gruppenimprovisation Heft LVI. Berlin, Dezember 1992.


    Links


    http://www.impro-ring.de (Stand: 13.1.2005)

    Internetseiten des „Ring für Gruppenimprovisation e. V.“, den Lilli Friedemann zusammen mit SchülerInnen 1964 in Hamburg gegründet hat.

    Forschung

    Im Archiv für Gruppenimprovisation in Berlin (c/o Matthias Schwabe, Wilskistr. 56, Berlin) liegt Material vor, dass noch nicht ausgewertet ist. An Hand der vorhandenen Daten ist es zur Zeit noch schwierig Lilli Friedemanns Lebenslauf genau zu rekonstruieren. Die Erinnerungen von Lilli Friedemann sind ein persönliches Dokument, in dem sie über eigene Erlebnisse und Erfahrungen erzählt. Genaue Datierungen kommen darin nicht vor.

    Forschungsbedarf

    Forschungsbedarf zu Lilli Friedemann gibt es in verschiedenen Bereichen:

    - Ordnung des Bandmaterial im Archiv für Gruppenimprovisation in Berlin

    - Sammlung, Archivierung und wissenschaftliche Betrachtung ihrer Kompositionen

    - Untersuchung ihrer Rolle in der Musiktherapie und der Musikpädagogik

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 39846147
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 105667005
    Library of Congress (LCCN): no93014008
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Gesine Thomforde, Die Autorin hat L. Friedemann auf einer Tagung 1970 kennengelernt und bis zu ihrem Tod mit ihr zusammen gearbeitet (Ausb. 1974/75; priv. Kontakt: Teilnahme des Sohnes Jens Thomforde an Gruppenimprovisationen in einer Schule für Körperbehinderte).


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Sophie Fetthauer
    Zuerst eingegeben am 21.01.2005


    Empfohlene Zitierweise

    Gesine Thomforde, Artikel „Lilli Friedemann“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 21.1.2005.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Lilli_Friedemann