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  • Lera Auerbach

    von Regina Back
    Lera Auerbach, Foto von Friedrun Reinhold
    Namen:
    Lera Auerbach
    Lebensdaten:
    geb. in Tscheljabinsk (Sibirien), Russland
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Schriftstellerin
    Charakterisierender Satz:

    „Man kann nicht komponieren ohne Kenntnis der Tradition oder ohne Wissen darüber, was bis dahin geschah. [...] Indem ich das Handwerk aus der Vergangenheit lernte, gewann ich ein Gefühl der Freiheit, des Abenteuers und des Reflektierens unserer Zeit. Ich kann etwas sehr Modernes und sehr Neues ausdrücken, wenn ich weiss, was in der Vergangenheit funktionierte.“


    (Lera Auerbach im Interview mit Nina Toepfer. „’O ja, ich erfand immer dramatische Geschichten!’“. In: „du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 16 f.)


    Profil

    Lera Auerbach hat bereits ein umfangreiches Oeuvre an Kompositionen aller Gattungen vorgelegt, das sich sowohl durch die Rückbesinnung auf (insbesondere russische) musikalische Traditionen wie durch Aufgeschlossenheit für Neues auszeichnet. Ihre vielseitige Begabung stellte sie auch als Pianistin und Schriftstellerin unter Beweis. Seit 1991 lebt sie in New York.

    Orte und Länder

    Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Lera Auerbach in Tscheljabinsk in Sibirien. An der dortigen „Tchaikovsky Special Music School for Gifted Children" und am „Tchaikovsky Music College“ erhielt sie Unterricht in Klavier und Komposition. Seit 1991 lebt und arbeitet sie in New York; sie schloss ihre Klavier- und Kompositionsstudien an der Juilliard School ab und ergänzte sie mit dem Konzertexamen an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Aufführungen ihrer Werke fanden in New York, Los Angeles, Hamburg, Kopenhagen, Lockenhaus, Bremen u.a. statt.

    Biografie

    Geboren am 21. Oktober 1973 in Tscheljabinsk im Ural, wurde Lera Auerbach früh durch ihre Mutter Larissa Goldman, eine Pianistin, und ihren Vater Lew Awerbach künstlerisch gefördert. In Tscheljabinsk erhielt sie an der „Tchaikovsky Special Music School for Gifted Children“ Unterricht in Klavier, Flöte und Violine und dann am „Tchaikovsky Music College“ Unterricht in Klavier bei Boris Michailovich Belitsky und in Komposition bei Uli Galperine und Anatoly Kirvoshei. Bereits als 8-Jährige trat sie erstmals als Pianistin auf. Im Alter von zwölf Jahren komponierte sie ihre erste Oper „Schneeflöckchen – Ein Wintermärchen“, die in verschiedenen Städten der ehemaligen Sowjetunion aufgeführt wurde.


    Als Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe wurde sie 1991 zu einer Konzertreise in die USA eingeladen. Sie entschied sich spontan, dort im Exil zu bleiben, und gehört damit zu den letzten Künstlern, die die Sowjetunion kurz vor dem Zusammenbruch des Systems verließen. „Ich war sehr, sehr jung und das erste Mal von meinen Eltern getrennt. Aber ich sah die Möglichkeiten, die der Westen mir bot“, teilte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ im November 2006 mit. „Also bin ich gegangen, ohne Englischkenntnisse, ohne Geld, ohne meine Familie, ohne alles.“ („FAZ“, 14. November 2006)

    Lera Auerbach ließ sich damals, 1991, in New York nieder, in der Stadt, deren kosmopolitisches und lebendiges Flair sie von Anfang an gefangen genommen und durch die sie sich künstlerisch inspiriert gefühlt hatte. Im Rückblick kommentiert sie ihre Entscheidung für diese Stadt und das damit verbundene politische Exil mit den Worten:


    „Es war bloss ein Gefühl. Ein Gefühl für den Ort. Ich merkte, dass ich die Offenheit brauchte, die ich hier spürte – was man vielleicht auch Freiheit nennen könnte. Alles, was ich brauchte, um als Künstlerin zu reifen, schien mir hier gegeben zu sein. Einer der Vorteile von New York besteht darin, dass man der Weltkultur ausgesetzt ist, nicht nur der russischen. Russland war immer eher geschlossen, besonders dort, wo ich aufwuchs. Wir hörten keine westlichen Musiker. Schon als ich fünfzehn, sechzehn war, empfand ich Russland als Sackgasse – obschon meine Arbeit nach und nach bekannt wurde und mein Leben von aussen [sic] eher gut aussah. Ich war nicht unterdrückt oder so etwas. Aber ich war deprimiert, obschon ich nicht ganz verstand warum. Das alles war damals mehr Intuition, als dass ich es in Worte gefasst hätte. Als ich hier ankam, wo ich nur zehn Tage hätte bleiben sollen, war dieser Druck plötzlich weg. Ich bekam eine flüchtige Ahnung davon, was es mir geben könnte, hier zu bleiben. Und ich wusste, dass es die richtige Entscheidung war.“ („du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 18)

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    Lera Auerbach schrieb sich in der Folge zunächst an der Manhattan School of Music in New York für das Fach Klavier bei Nina Svetlanova ein, bevor sie an die Juilliard School zu Joseph Kalichstein wechselte. Dort studierte sie auch Komposition bei Milton Babbit und Robert Beaser und legte schließlich in beiden Fächern die Abschlussprüfungen ab. 2002 ergänzte sie diese Studien noch mit dem Konzertexamen bei Einar-Steen Nøkleberg an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.


    Als Pianistin trat sie inzwischen in der Tokyo Opera City auf, im New Yorker Lincoln Center, im Münchner Herkulessaal, im Konzerthaus Oslo und im Kennedy Center in Washington. Bei ihrem Debüt in der New Yorker Carnegie Hall im Mai 2002 spielte sie mit Gidon Kremer und der Kremerata Baltica ihre Suite für Violine, Klavier und Orchester; seitdem werden ihre Werke regelmäßig dort gegeben.


    Ungewöhnlich ist, dass Lera Auerbach nicht nur als Pianistin und Komponistin sehr erfolgreich ist, sondern auch als Schriftstellerin immer wieder auf sich aufmerksam machte. Sie hat bislang drei Bände ausgewählter Lyrik und Prosa in russischer Sprache veröffentlicht und wurde 1996, nach der Publikation von „Sorokolunie“ („Vierzig Monde“, Moskau, Kniga, 1995), von der Internationalen Puschkin-Gesellschaft zur Dichterin des Jahres gewählt.

    Weitere Preise und Ehrungen wurden Lera Auerbach als Komponistin zu Teil: 2000 und 2004 war sie Composer in Residence bei der Brahms-Gesellschaft in Baden-Baden, 2001 beim Lockenhaus Festival und 2007 beim Musikfest Bremen. 2005 erhielt sie zudem den Hindemith-Preis des Schleswig Holstein Musik Festivals.

    Würdigung

    Lera Auerbachs eindrucksvoller Lebensweg verdankt sich zweifellos einem unerschütterlichen Selbstvertrauen und Glauben daran, dass „uns die wichtigen Dinge im Leben gegeben sind“ („du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 18). Ihre Biographie und die Tatsache, dass Lera Auerbach musikalisch häufig an verschiedene Komponisten und Stile anknüpft und bereits Bekanntes zum Ausgangspunkt ihrer eigenen Kreativität macht, werfen indes die Frage nach der nationalen und künstlerischen Identität auf, die die „Kosmopolitin“ heute sehr selbstbewusst beantwortet:


    „Vielleicht fühle ich mich am ehesten wie eine Amerikanerin in dem Sinn, dass die Vereinigten Staaten ohnehin ein Land der Immigranten sind und auf diesem Konzept beruhen. Gleichzeitig denke ich, dass ein Mensch seine Identität, seinen Sinn, zur Welt zu gehören oder nicht, mit sich trägt. Ich fühle mich dort zu Hause, wo ich bin. [...] Ich bin jüdisch, also galt ich in Russland nicht als russisch, sondern als jüdisch. Ich fing erst an, als Russin zu gelten, als ich in die USA kam. Meine Identität ist also die einer Aussenseiterin. Das kann sehr traurig klingen, aber ich empfinde es nicht so. Wieder erlaubt es mir, das, was mir in einer Kultur gefällt, auszuwählen und es mir anzueignen.“ („du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 18)


    In ihrer Mehrfachbegabung als Pianistin, Komponistin und nicht zuletzt auch Dichterin folgt sie einer russischen Künstlertradition, zu deren bedeutendsten Vertretern im 20. Jahrhundert Sergej Rachmaninow, Sergej Prokofjew und Alexander Skrjabin gehörten.

    Zum einen steht Lera Auerbachs Musik in engem Zusammenhang mit der musikalischen Vergangenheit: mit der Musik Johann Sebastian Bachs, mit der spätromantischen russischen Tradition und mit dem Werk Dmitri Schostakowitschs, das in Anklängen viele ihrer eigenen Kompositionen prägt. Die Verwurzelung ihrer Musik in der Vergangenheit ist Lera Auerbach völlig bewusst: Sie bereichert ihre Musik durch Zitate, Anspielungen oder stilistische Anleihen bei bereits Bekanntem und tritt damit in einen Dialog mit der Musikgeschichte. „Man kann nicht komponieren ohne Kenntnis der Tradition oder ohne Wissen darüber, was bis dahin geschah", schreibt Lera Auerbach. „Indem ich das Handwerk aus der Vergangenheit lernte, gewann ich ein Gefühl der Freiheit, des Abenteuers und des Reflektierens unserer Zeit. Ich kann etwas sehr Modernes und sehr Neues ausdrücken, wenn ich weiss, was in der Vergangenheit funktionierte.“ („du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 16 f.)

    Zum andern aber richtet sich Lera Auerbach mit großer Unmittelbarkeit und Authentizität an die Hörer von heute. Sie schreibt, wie sie sagt, Musik, die sie selbst hören möchte. Dabei schöpft sie musikalisch alle Ausdrucksmöglichkeiten aus, innige Lyrik steht neben stampfenden, motorisch geprägten Passagen, abgründige Endzeitstimmung wechselt sich mit tänzerischen Episoden ab. Es ist ein Kennzeichen ihrer Kompositionsweise, über alle ästhetischen und historischen Stilmittel, Kompositionsmethoden und musikalischen Ausdrucksformen frei zu verfügen, denn für sie ist „unsere Zeit die Kombination und die Summe aller vorherigen Epochen. Der einzige Weg voran besteht darin, dies zu akzeptieren und heute zu reflektieren. Es ist wie ein Spiegel. Diese polystilistische Qualität ist das eigentliche Charakteristikum der Gegenwart.“ („Die Welt“, 8. August 2005)

    Es ist die Kommunikation, die Musik zwischen Menschen, aber auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht, die für Lera Auerbach das wichtigste Wesensmerkmal dieser Kunst ist: „Musik ist die abstrakteste Kunstform, aber weil so viele Bilder mit im Spiel sind, kann sie auch so persönlich sein. Es ist unvermeidlich, dass Musik unsere Erinnerungen, unsere persönlichen Assoziationen weckt. Musik ist Kunst, die verbindet und kommuniziert. Ihre Botschaft verändert sich, je nachdem, wer ihr begegnet.“ („du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 16)

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    Lera Auerbach bleibt in den meisten ihren Kompositionen klassischen Formen und einer frei gehandhabten Tonalität treu. Atonal zu komponieren dient ihr nicht zum Selbstzweck, sondern eher als Kontrast zu der Entscheidung für die tonale Kompositionsweise. „Es gibt unendlich viel mehr Möglichkeiten in tonaler als in atonaler Musik. Tonale Musik wurzelt in der menschlichen Natur, sie beruht auf der Obertonreihe, und die ist ein universelles Phänomen. Dessen Potential erkunden wir heute, und es wird in den nächsten Jahrhunderten noch weiter erkundet werden.“ („Die Welt“, 8. August 2005)

    Paradigmatisch für dieses Charakteristikum sind ihre „24 Präludien für Violine und Klavier“, op. 46 (1999), die der Komponistin zum Durchbruch im Westen verhalfen. Der ganze, zumeist tonal gehaltene Zyklus ist von großer Ausdruckskraft geprägt, die sich in starken Gegensätzen entlädt. Langsame, sehr innerliche Sätze wechseln sich mit effektvollen, raschen Stücken ab, rhythmisch-motorische Passagen bilden einen Kontrast zu melodiös und liedhaft angelegten Miniaturen. Musikalische Anspielungen auf die berühmten Präludien-Zyklen der großen Vorgänger Bach, Chopin oder Schostakowitsch fehlen nicht und lassen sich durchaus als Zeichen des künstlerischen Selbstbewusstseins der Komponistin und des Anspruchs, den der Zyklus stellt, verstehen.

    Im gleichen Jahr entstanden auch die beiden Präludien-Zyklen für Klavier op. 41 und für Violoncello und Klavier op. 47. Der letztere fand zusammen mit den Präludien für Violine und Klavier eine sehr erfolgreiche Zweitverwendung in John Neumeiers Ballett „Preludes C & V“ (2003).

    Lera Auerbachs ureigenste Ausdrucksformen, denen sie ungeachtet der Forderungen der westlichen Avantgarde stets treu blieb, sind in ihrer Tiefgründigkeit und Zerrissenheit ohne Zweifel von russischer Mentalität und russischen Traditionen geprägt, wie sie auch in der Musik Dmitri Schostakowitschs, Sergej Prokofjews oder Alfred Schnittkes zum Ausdruck kommen. Dennoch verwundert es, dass ein so junger Mensch – Lera Auerbach ist Mitte dreißig – sich so intensiv und authentisch mit menschlichen Grenzerfahrungen auseinander setzt, ja dass diese menschlichen Grenzerfahrungen ein wesentliches Inspirationsmoment für ihr Oeuvre darstellen.


    Lera Auerbach ist eine aufmerksame, wache, empfindsame Künstlerin, die ihre Zeit erlebt, beobachtet und künstlerisch begleitet. So verarbeitete sie die Schrecken des 11. September 2001 in der Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier, op. 63 (2001), die den Untertitel „Der 11. September“ trägt, und ebenso die Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 in dem Orchesterwerk „Dreams and Whispers of Poseidon” (2005), das dem Andenken der Flutopfer gewidmet ist. Ebenso wenig scheut sie sich davor, sich in der Sinfonie Nr. 2 – „Requiem for a Poet“ (2006) der abgründigen Lyrik einer Marina Zwetajewa kompositorisch zu stellen. Auch ihr letztes großes Werk, das „Russische Requiem“, das im Herbst 2007 in Bremen uraufgeführt wurde und allen Toten und Unterdrückten gewidmet ist, zeugt von Lera Auerbachs menschlichem und politischem Engagement für ihre alte Heimat:


    „For Russia – its poets have been its conscience and the voice of truth. For history not to repeat itself, as in a nightmarish spiral of variations on the theme of continued injustice, we must engrave its memory in the souls of the living. Our memories define who we truly are.“ („Die Dichter waren Russlands Gewissen und die Stimme der Wahrheit. Damit sich die Geschichte nicht in einer alptraumhaften Spirale aus Variationen über das Thema der fortgesetzten Ungerechtigkeit wiederholt, müssen wir ihr Andenken in die Seelen der Lebenden eingravieren. Unser Gedächtnis definiert, wer wir wirklich sind.“ Vorwort von Lera Auerbach zum „Russischen Requiem“, Partitur. Hamburg: Internationale Musikverlage Hans Sikorski, 2007).


    Doch nicht nur die Werke, die sich auf äußere Ereignisse oder literarische Vorgaben beziehen, zeugen von dieser Tiefgründigkeit und Empfindungskraft, sondern auch Kompositionen „absoluter“ Musik wie das Violinkonzert Nr. 2, op. 77, (2004), das mit seinen ausgeprägten Kontrasten von lyrischen, meditativen Momenten und großen, effektvollen Steigerungen, von bewegungsloser, tiefer Stille und motorischem Pulsieren von großer Einsamkeit, Dramatik und innerer Zerrissenheit geprägt ist. Eher geheimnisvoll, introvertiert und mystisch gibt sich dagegen die Sinfonie Nr. 1 mit dem Untertitel „Chimera“ (2006), die in vielen Passagen sowohl in der Melodik als auch in der Instrumentation an die Scherzi aus Schostakowitschs Symphonien erinnert. Doch die spätromantische russische Klangopulenz vermag nicht über die schicksalhaft drohenden Rhythmen und Steigerungen hinwegzutäuschen, die schließlich zu stiller Resignation und Trauer führen.

    Es ist ein Kennzeichen von Lera Auerbachs Kunst, die Menschen von heute dort abzuholen, wo sie stehen, mit allen Verzweiflungen, Melancholien und Sehnsüchten nach Geborgenheit und Identität. Ihre Musik ist eine immer von Neuem erarbeitete Identitätsfindung und Verortung der Existenz und des Selbst. So ist es ihr erklärtes Ziel, eine Sprache zu finden, „die unsere Zeit und unseren Sinn für Dissonanzen und Harmonie reflektiert – dann öffnen sich mir endlose Möglichkeiten und endlose Freiheit.“ („du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 17)

    Gidon Kremer, der in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten und treuesten künstlerischen Wegbegleiter der Komponistin geworden ist, drückt seine Bewunderung für ihre Musik mit den Worten aus:


    „Lera Auerbach is one of the most gifted artists I ever met. Her strong talent which is evident in so many fields – performing, composing, writing – is nurtured by a deep respect towards the past, but still allows her creations to remain sincere and personal, while being innovative and adventurous.“ („Lera Auerbach ist eine der begabtesten Künstlerinnen, die ich je kennen gelernt habe. Ihr ausgeprägtes Talent, das auf so vielen Gebieten zum Vorschein kommt – als Interpretin, Komponistin, Schriftstellerin – wird von einem tiefen Respekt vor der Vergangenheit genährt, erlaubt ihren Schöpfungen jedoch immer noch, ernsthaft und persönlich zu bleiben und zugleich innovativ und wagemutig.“ E-mail von Gidon Kremer an Arkady Fomin, 21. September 2003, Archiv Internationale Musikverlage Hans Sikorski)

    Rezeption

    Der Durchbruch im Westen gelang Lera Auerbach mit ihren „24 Präludien für Violine und Klavier“ aus dem Jahr 1999, die 2003 auf CD erschienen. Kompositionsaufträge von Gidon Kremer für die Kremerata Baltica und von John Neumeier für das Hamburg Ballett schlossen sich an und machten Lera Auerbach international bekannt. Inzwischen werden ihre Werke von bekannten Kammermusikensembles wie dem Tokyo String Quartet und dem Petersen Quartett aufgeführt, von renommierten Orchestern wie dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart der New Jersey Symphony oder der American Youth Symphony und im Rahmen von Musikfestspielen wie dem Lucerne Festival, dem Kammermusikfest Lockenhaus oder dem Schleswig Holstein Musik Festival.

    Gleichwohl sah sich Lera Auerbach immer wieder mit dem Vorwurf des Eklektizismus konfrontiert. Erstaunlich ist jedoch die Tatsache, dass die kritischen musikanalytischen Kommentare der Sachverständigen dem Erfolg, den die Werke der Komponistin international genießen, kaum gerecht werden können. Eher scheint es so zu sein, dass die tiefe Empfindungskraft und emotionale Qualität ihrer Werke eine Botschaft vermitteln, die ihre Zuhörer im Kern berührt. Lera Auerbachs Musik trifft den Nerv unserer Zeit, sie spürt dem Dasein in unserer Gesellschaft im Umbruch, mit all ihren Zweifeln, Zukunftsängsten, Veränderungen und Sinnlosigkeiten nach und verleiht diesen Emotionen einen unmittelbaren Ausdruck. Der Mensch mit seinen wesentlichen existentiellen Erfahrungen steht stets im Vordergrund ihres kompositorischen Interesses, und ihre Musik eröffnet dem Hörer die Möglichkeit, sich mit diesen Erfahrungen auseinander zu setzen.

    Sofia Gubaidulina zeigte sich „simply shocked at the maturity and depth which is contained in Lera Auerbach’s works. It is unbelievable! Truly a great talent.” („Ich war schlicht schockiert über die Reife und Tiefe, die in Lera Auerbachs Werken enthalten ist. Es ist unglaublich! Ein wirklich großes Talent.“ Brief von Sofia Gubaidulina an Lera Auerbach, 1992, Archiv Internationale Musikverlage Hans Sikorski)

    Werkverzeichnis

    (Sofern nicht anders vermerkt, sind die Werke bei Sikorski, Hamburg, verlegt.)


    Bühnenwerke


    „The Blind“ („Die Blinden“), op. 58, A-cappella-Oper für zwölf Sänger und Chor. Libretto in Englisch von Lera Auerbach nach Maurice Maeterlincks gleichnamigem Bühnenstück „Les Aveugles“, 2001


    „Preludes C & V“, Ballett (Choreographisches Skizzenbuch) in zwei Teilen von John Neumeier nach Lera Auerbachs 24 Präludien für Violoncello und Klavier, op. 47 („C“) und 24 Präludien für Violine und Klavier, op. 46 („V“), Catherine Kilser Siebert gewidmet, UA in der Choreographie von John Neumeier: Hamburg, 22. Juni 2003


    „The little Mermaid“ („Die kleine Meerjungfrau“), op. 80. Ballett in drei Akten von John Neumeier nach Hans Christian Andersens gleichnamigem Märchen, Auftragswerk des Royal Danish Ballet, John Neumeier gewidmet, 2005/2007, UA Kopenhagener Fassung in der Choreographie von John Neumeier: Kopenhagen, 15. April 2005, UA Hamburger Fassung in der Choreographie von John Neumeier: Hamburg, 1. Juli 2007


    Chorwerke


    Psalm 23, op. 42, für gemischten Chor (in Hebräisch), Tom Waldeck gewidmet, 1999


    Psalm 100, op. 43, für Knabenchor (in Hebräisch), dem Andenken von Melanie Silverman gewidmet, 1999


    Psalm 130, op. 44, für gemischten Chor (in Hebräisch), Page und Elizabeth Johnson gewidmet, 1999


    „72 Präludien für Moses“, op. 59, für sechs Solisten und gemischten Chor, über 72 Engelsnamen aus der Bibel, Auftragswerk von Tom und Vivian Waldeck, Herbert und Beverly Gelfand und dem Film and Video Workshop New York, 2001


    „Lullaby“ („Wiegenlied“), op. 66, für gemischten Chor (in Englisch), nach William Blakes „Cradle Song“, 2002, UA: Wien, 21. November 2004


    „Requiem for a Poet“ („Requiem für einen Dichter“). Sinfonie Nr. 2 für Mezzosopran, Violoncello, Chor und Orchester (in Russisch), T: Marina Zwetajewa, „Novogodnee“ („Neujahrsbrief“, 1927), Auftragswerk der NDR Radiophilharmonie Hannover, 2006, UA: Hannover, 8. März 2007


    „Russisches Requiem“ für Solisten, Kinderchor, Chor und Orchester (in Russisch), allen Toten und Unterdrückten gewidmet, 2007, UA: Bremen, 14. September 2007


    Vokalwerke


    Zwei Lieder, op. 10, für Sopran und Klavier (in Russisch), T: Federico García Lorca, 1. „Lied der Einsamkeit“, 1988, 2. „Wenn ich sterbe“, 1986, UA: Chelyabinsk, 1988


    „Traurige Birke“, op. 15, für Sopran oder Mezzosopran und Klavier (in Russisch), T: Afanassi Fet, Lina Tetruashvili gewidmet, 1990, UA: New York, 1. April 1996 (nicht bei Sikorski verlegt)


    „Schmetterling“, op. 22, Encore für Sopran und Klavier (in Russisch), T: Joseph Brodsky, 1992, UA: New York, 23. Juli 1999


    „Oktobermelodie“, op. 23, für Tenor oder Mezzosopran und Klavier (in Russisch), T: Joseph Brodsky, dem Andenken von Alichka gewidmet, 1992, UA: Chicago, 18. März 2003


    „We cannot remember them“, op. 26, für Sopran and Klavier, T: Mark Strand, 1992, UA: New York, 1. April 1996


    „Songs of Rebirth“ für Sopran und Klavier, T: Hilan Dov Warshaw, Sonia Simmenauer gewidmet, 1. „Poetry“, op. 36, 1997, UA: New York, 1997, 2. „To the World“, op. 71, 2003, UA: Chicago, 18. März 2003, 3. „Prayer“, op. 37, Auftragswerk der Aspen Jewish Congregation, 1997, UA: Aspen, 7. Oktober 1997


    Zwei Lieder für Knabenstimme oder Sopran und Klavier (in Russisch), T: Arseni Tarkowski, 1. „Davids Tanz“, op. 50, 2. „Armer Fischer“, op. 51, 2000, UA: Lockenhaus, 14. Juli 2001


    „Prophecy“ („Die Prophezeiung“), op. 67, für Tenor und Orgel (in Englisch), T: Bibel, Apg 2,17-21, Auftragswerk von Elyssa Lindner, ihr gewidmet, 2002, UA: Dietzenbach, 20. Oktober 2004


    „Letzter Brief“, op. 76, für Sopran (oder Mezzosopran), Violoncello und Klavier (in Russisch), T: Marina Zwetajewa, „Novogodnee“ („Neujahrsbrief“, 1927), Auftragswerk von Yehuda Hanani und Close Encounters with Music through its Music Commissioning Project, 2003, UA: Great Barrington, 26. Oktober 2003


    „Songs of No Return“, für Sopran und Klavier (in Englisch), T: Sylvia Plath, 2006


    Orchesterwerke


    Konzert Nr. 1 für Klavier und Orchester, op. 39, Auftragswerk von Herbert und Beverly Gelfand, ihnen gewidmet, 1997/98, UA von Teil 1: Newark, 18. November 1999, UA aller drei Teile: Yaroslavl, 18. November 2000


    „Dialogue with Time“, op. 39b, 1997/2006, UA: Chicago, 13. Februar 2007


    Doppelkonzert für Violine, Klavier und Orchester, op. 40, Vadim Gluzman und Angela Yoffe gewidmet, 1997, UA: Stuttgart, 13. Dezember 2006


    Konzert Nr. 1 für Violine und Orchester, op. 56, Auftragswerk der American Youth Symphony, Philippe Quint gewidmet, 2000/2003, UA: Los Angeles, 22. Februar 2004


    Suite für Violine, Klavier und Streichorchester, op. 60, Auftragswerk von Gidon Kremer und der Kremerata Musica zum 20-jährigen Jubiläum des Lockenhaus Festivals, Gidon Kremer gewidmet, 2001, UA: Lockenhaus, 13. Juli 2001


    „Serenade for a Melancholic Sea“, op. 68, für Violine, Violoncello, Klavier und Streicher, Auftragswerk des Orchestra Ensembles Kanazawa, Gidon Kremer gewidmet, 2002, UA: Kanazawa, 12. September 2002


    Konzert Nr. 2 für Violine und Orchester, op. 77, Auftragswerk des Orchestra Ensembles Kanazawa, 2004, UA: Kanazawa, 21. September 2004


    „Dreams and Whispers of Poseidon“, dem Andenken der Flutopfer vom 26. Dezember 2004 gewidmet, 2005, UA: Los Angeles, 29. März 2005


    „Dialogues on Stabat Mater“ für Violine, Viola, Vibraphon und Streichorchester (Continuo ad lib.) nach Giovanni Battista Pergolesis „Stabat Mater“, Auftragswerk des Musikfests Bremen und des Lucerne Festivals, 2005, UA: Verden, 13. September 2005


    Sinfonie Nr. 1 „Chimera“, Auftragswerk der Düsseldorfer Symphoniker, 2006, UA: Düsseldorf, 10. November 2006


    Kammermusik


    Trio für Violine, Violoncello und Klavier, op. 28, 1992/1996, UA: Schwetzingen, 2. Juni 1999


    24 Präludien für Violine und Klavier, op. 46, Auftragswerk von Herbert und Beverly Gelfand, Vadim Gluzman und Angela Yoffe gewidmet, 1999, UA: Hamburg, 22. Juni 2003


    Suite für Violine und Klavier, op. 46a, Zehn Präludien aus op. 46, 1999, UA: New York, 15. November 2001


    24 Präludien für Violoncello und Klavier, op. 47, Auftragwerk von Tom und Vivian Waldeck und des Caramoor International Music Festivals, John Neumeier gewidmet, 1999, UA Konzertversion: Caramoor, 22. Juli 2008, UA Ballettversion: Hamburg, 22. Juni 2003


    Suite für Violoncello und Klavier, op. 47a, Neun Präludien aus op. 47, 1999, UA: Baltimore, 1. Juni 2000


    Postludium, op. 47b, Encore für Violine und Klavier, dem Andenken von Saul Barnett gewidmet, 1999


    Three Dances in the old style, op. 54, Encores für Violine und Violoncello, Eugene Kalnitsky gewidmet, 2000, UA Nr. 1 und 2: Lockenhaus, 14. Juli 2001, UA Nr. 3: Schwetzingen, 18. Mai 2002


    Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier, op. 57, Philippe Quint gewidmet, 2000, UA: Mexico City, 7. Februar 2001


    „Oskolki“ („Zerbrochene Stücke“), op. 61, für Violine und Klavier, Gidon Kremer gewidmet, 2001, UA: Basel, 28. März 2004


    Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier, „Der 11. September“, op. 63, 2001, UA: New York, 7. Oktober 2003


    Sonate Nr. 1 für Violoncello und Klavier, op. 69, Auftragswerk des Hancher Auditoriums, der University of Iowa und der Music in the Park Series, St. Paul, David Finckel und Wu Han gewidmet, 2002, UA: Iowa City, 19. Februar 2003


    Streichquartett Nr. 1, op. 79, Auftragswerk des Impresariats Simmenauer, Sonia Simmenauer gewidmet, 2004, UA: Luzern, 16. Januar 2005


    Epilog für Streichquartett, Auftragswerk von Close Encounters with Music, Hommage an Edith Wharton, 2005, UA: Tanglewood, 28. Mai 2005


    Sonate Nr. 3 für Violine und Klavier, Auftragswerk der Arizona Friends of Chamber Music und der Harry und Lea Gudelsky Foundation, dem Andenken von H. Paul Gudelsky gewidmet, 2005 (Manuskript)


    „Primera luz“, Streichquartett Nr. 2, Auftragswerk der Semana de música religiosa Cuenca, 2005, UA: Cuenca, 8. April 2006


    „Cetera desunt“, Streichquartett Nr. 3, Auftragswerk von Jana Marko und Alexander Gérard für die Elbphilharmonie Hamburg, 2006, UA: Hamburg, 9. August 2006


    „Findings - 16 Inventions“, Streichquartett Nr. 4, Auftragswerk des Caramoor International Music Festival, 2007, UA: Caramoor, 19. Juli 2007


    Solowerke


    Sonatina op. 7, 1985 (Manuskript)


    Monolog für Flöte solo, op. 19, 1990


    „After the End of Time“ für Tonband, op. 27, 1992, UA als Ballett: New York, 21. März 1998, UA im Konzert: Darmstadt, 11. Dezember 2006


    Choral, Fuge und Postludium für Klavier, op. 31, Auftragswerk von Brigitte Feldtmann, ihr gewidmet, 1994/1999/2003, UA Nr. 2 und 3: Chelyabinsk, 29. Dezember 1994


    „T’filah“ für Violine solo, op. 33, Vadim Gluzman gewidmet, 1996, UA: Stresa, 1. September 1996


    „Prayer“ („Gebet“) für Englisch Horn solo, op. 33a, Auftragswerk von Candis Threlkeld, 1996, UA: Aspen, 1997


    Monolog für Kontrabass solo, op. 34, Auftragswerk von Rafael Agudelo, ihm gewidmet, 1996, UA: New York, 1996


    Monolog für Viola sola, op. 38, 1997, UA: Lockenhaus, 14. Juli 2001


    24 Präludien für Klavier, op. 41, Auftragswerk von Tom und Vivian Waldeck und dem Caramoor International Music Festival, Tom und Vivian Waldeck gewidmet, 1999, UA: New York, 23. Juli 1999


    Suite für Klavier, op. 41a, Neun Präludien aus op. 41, 1999, UA: Lockenhaus, 12. Juli 2001


    „Ten Dreams“ („Zehn Träume“) für Klavier, op. 45, Auftragswerk von Tom und Vivian Waldeck und dem Queens Chamber Ensemble, Robert von Bahr gewidmet, 1999


    „Images from Childhood“ („Bilder der Kindheit“), Zwölf Stücke für Klavier, op. 52, 2000, UA: Boston, 8. April 2001


    „Memory of a Tango“, op. 64, Encore für Kontrabass solo, Auftragswerk von Rafael Agudelo 2002, UA: New York, 17. August 2002


    Präludium, Toccata und Postludium für Carillon solo, op. 65, 2002, UA: New York, Juni 2006


    „Lonely Suite“ (Ballet for a lonely violinist/Ballett für einen einsamen Geiger) für Violine solo, op. 70, Vadim Gluzman gewidmet, 2002, UA: San Francisco, 16. März 2004


    Sonate für Violoncello solo, op. 72, 2003, UA: Athen, 9. Februar 2004


    Präludium, Toccata und Postludium für Vibraphon solo, op. 75, 2003


    „La Fenice“, Klaviersonate Nr. 1, Auftragswerk von Ksenia Knosikova, 2006 (Manuskript)


    „Il segno“, Klaviersonate Nr. 2, Auftragswerk des Deutschlandfunks Köln, 2006, UA: Bonn, 15. August 2006 (Manuskript)


    „Ludwigs Alptraum“ für Klavier, Auftragswerk der Deutschen Telekom für den zweiten International Ludwig van Beethoven Competition for Piano in Bonn 2007, 2007, UA: Bonn, 11. Dezember 2007


    Zwei Kadenzen zum Klavierkonzert in d-moll, KV 466, von Wolfgang Amadeus Mozart (Manuskript)


    Bearbeitungen


    Bearbeitung von Fünf Präludien aus op. 34 von Dmitri Schostakowitsch (Nr. 4, 7, 9, 14, 23) für Violine und Klavier, Auftragswerk von Grigory Kalinowski, 2000, UA: Jerusalem, 5. September 2001


    Bearbeitung von „Sechs Gedichte von Marina Zwetajewa“ von Dmitri Schostakowitsch für Mezzosopran und Streichquartett



    Schriften


    Lera Auerbach, „Sorokolunie“ („Vierzig Monde“), Ausgewählte Poesie und Prosa, zwischen 1984 und 1994, Moskau, Kniga, 1995


    „Stupienki v Vechnost“ („Stufen zur Ewigkeit“), Ausgewählte Poesie und Prosa, New York, Mir Collection, 1998


    „Gannoverskie Tetradi“ („Hannoveraner Notizbuch“), Ausgewählte Poesie und Prosa, New York, Slovo Word, 2003

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    Diskographie:


    Lera Auerbach, 24 Preludes for Violin and Piano, op. 46, T'filah (Prayer) for violin solo, op. 33, Postlude for violin and piano, op. 67b, Vadim Gluzman (Violine), Angelo Yoffe (Klavier), BIS Records 1242, 2003


    „Ballet for a Lonely Violinist“, Lera Auerbach, Lonely Suite, op. 70, Sonata Nr. 2 for Violin and Piano (September 11), op. 63, Vadim Gluzman (Violine), Angela Yoffe (Klavier), BIS Records 1592, 2006


    „Lera Auerbach plays her Preludes and Dreams for piano“, 24 Preludes for Piano, op. 41, Ten Dreams, op. 45, Chorale, Fugue and Postlude, op. 31, Lera Auerbach (Klavier), BIS Records 1462, 2006


    Lera Auerbach, „Cetera desunt“, Streichquartett Nr. 3, Dmitri Schostakowitsch/Lera Auerbach, Sechs Gedichte von Marina Zwetajewa, op. 143, Bearbeitung für Alt und Streichquartett, Zoryana Kushpler (Mezzosopran), Petersen Quartett, Capriccio 71104, 2006


    „Auerbach plays Mozart“, Mozart's complete keyboard works from ages 5 to 9, Nannerl's Notebook, London Notebook, Lera Auerbach (Klavier), Arabesque Recordings, AR Z6795


    „Tolstoy's Waltz“, Lera Auerbach (Klavier), Chiyuki Urano (Baritone), BIS Records 1502


    „Flight and Fire“, Werke von Lera Auerbach („La Fenice“ Sonate für Klavier Nr. 1, „Il Segno“, „Memento mori“, „Fantasia“, „Images from Childhood“), Ksenia Nosika (Klavier), Profil PH 07064


    Lera Auerbach, Bearbeitung von Fünf Präludien aus Dmitri Schostakowitschs op. 34 für Violine und Klavier, Grigory Kalinovsky (Violine), Tatiana Goncharova (Klavier), Centaur Records 2636


    Lera Auerbach, 24 Präludien für Klavier, op. 41, Ten Dreams, op. 45, Fuge und Postlude, op. 31, Lera Auerbach (Klavier), Lyric Records 101, BIS CD 1462 (ausgezeichnet mit dem „Prix Choc de la Musique 2007“)

    Repertoire

    Repertoire als Pianistin


    Lera Auerbach spielt sowohl eigene Werke als auch ausgewähltes klassisches Repertoire für ihr Instrument (siehe auch ihre Homepage http://www.leraauerbach.com):


    Lera Auerbach: 24 Präludien, op. 44, Sonatina, op. 7

    Johann Sebastian Bach: Partita Nr. 2 c-Moll, BWV 827

    Ludwig van Beethoven: 32 Variationen auf ein originales Thema c-Moll, WoO 80

    Frédéric Chopin: 24 Préludes, op. 28

    Franz Liszt: Sonate in h-Moll

    Felix Mendelssohn-Bartholdy: Variations sérieuses d-Moll, op. 54

    Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung

    Sergej Rachmaninow: Etudes tableaux, op. 33, 24 Präludien, op. 3, op. 23, op. 32

    Dmitri Schostakowitsch: 24 Präludien, op. 34

    Robert Schumann: Fantasie, op. 17, Symphonische Etüden, op. 13

    Alexander Skrjabin: 24 Präludien, op. 11, Sonate Nr. 7 Fis-Dur, op. 64, Sonate Nr. 9 F-Dur, op. 68

    Peter I. Tschaikowsky: Die Jahreszeiten, op. 37 bis

    Quellen

    Amblard, Jacques. „Auerbach“. In: „Le Monde de la musique“, Januar 2007, S. 72.


    Auerbach, Lera. „Werkverzeichnis“, Hamburg, Musikverlag Hans Sikorski, 2007.


    Gallwas, Florentine. Lera Auerbach: Die drei Zyklen à 24 Präludien, Op. 41, 46 und 47, Magisterarbeit, Universität Hamburg 2011.


    Grünefeld, Hans-Dieter. „Multitalent Lera Auerbach“. In: „Piano News“, Februar 2006, S. 66 f.


    Kohlhaas, Ellen. „Alles übrige fehlt“. In: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 14. November 2006


    Nellissen, Monika. „Und doch Lichtjahre entfernt“. In: „Die Welt am Sonntag“, 16. Juni 2003.


    Siebert, Frank. „Komponistinnen: Isabel Mundry, Olga Neuwirth und Lera Auerbach“. In: „Fono Forum“, November 2006, S. 36-40.


    Siegert, Stefan. „Neue Musik, vertraute Klänge“. In: „mobil – Das Magazin der Bahn“, Oktober 2005, S. 10.


    Stephan, Ilja. „Ein Hohelied auf die tonale Musik. In: „Die Welt“, 8. August 2005


    Toepfer, Nina. „’O ja, ich erfand immer dramatische Geschichten!’ Interview mit Lera Auerbach“. In: „du766 – Design“, Heft Nr. 4, Mai 2006, S. 16-18.


    Whittall, Arnold. „Auerbach. A neo-romantic following in illustrious footsteps“. In: „Gramophone“, November 2006.


    „Ein Interview mit der Komponistin Lera Auerbach“. In: „Sikorski magazine“, Februar 2005, S. 8 f.


    Links:


    http://www.leraauerbach.com

    http://www.sikorski.de/content/downloads/auerbach-pdf.pdf

    Forschung

    Lera Auerbachs Werke werden exklusiv von den Internationalen Musikverlagen Hans Sikorski in Hamburg verlegt. Dort liegen Aufnahmen, Besprechungen und Kritiken ihrer Werke, Interviews u.a. gesammelt vor.

    Forschungsbedarf

    Es gibt bislang keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Musik Lera Auerbachs. Besprechungen einzelner Werke oder Werkgruppen sowie ihre historische Einordnung, aber auch Betrachungen des Länder und Kontinente überschreitenden Kulturtransfers, den die Komponistin mit ihren Werken geleistet hat und leistet, sind ein wichtiges Forschungsdesiderat.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 118338809
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 12933121X
    Library of Congress (LCCN): no2003113616
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Regina Back, Die Grundseite wurde im Dezember 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 28.02.2008


    Empfohlene Zitierweise

    Regina Back, Artikel „Lera Auerbach“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 28.2.2008.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Lera_Auerbach