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    von Silke Wenzel
    Die Pianistin Kathleen Long
    Namen:
    Kathleen Long
    Lebensdaten:
    geb. in Brentford, Middlesex, England
    gest. in Cambridge, England
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Klavierbegleiterin, Musikpädagogin
    Charakterisierender Satz:

    „Endowed with a rich sense of humour, perhaps she [Kathleen Long] never took her own gifts seriously enough to reach the highest peaks of the profession; or perhaps she made music with such evident delight that she could not bring herself to specialize exclusively on any one aspect of the piano repertory.”

    („Reichlich mit Humor ausgestattet, nahm sie [Kathleen Long] vielleicht ihre Begabungen nie ernst genug, um die höchsten Gipfel ihres Metiers zu erreichen; vielleicht machte sie auch mit solch selbstverständlichem Vergnügen Musik, dass sie sich nicht ausschließlich auf einen bestimmten Bereich der Klavierliteratur spezialisieren konnte.“)


    (Nachruf der „ Musical Times“ vom 1. Mai 1968, S. 467)


    Profil

    Kathleen Long studierte von 1910 bis 1916 Klavier am Londoner Royal College of Music bei Herbert Sharpe und konnte sich anschließend im öffentlichen Londoner Musikleben als herausragende Kammermusikerin wie auch als Solistin etablieren. Fast 50 Jahre lang konzertierte sie mit Musikerinnen und Musikern wie den Cellisten Pablo Casals und James Whitehead, der Cellistin Guilhermina Suggia, dem Geiger Albert Sammons, den Geigerinnen Adila Fachiri, Eda Kersey und Antonia Brosa sowie mit dem Klavierquartett „The English Ensemble“, das sie in den 1920er Jahren mitbegründet hatte; zudem trat sie in zahlreichen Rundfunkkonzerten der BBC auf und spielte seit den 1920er Jahren zahlreiche Werke auf Schallplatten ein. Neben ihren legendären Interpretationen des klassischen Konzertrepertoires, vor allem von Werken Domenico Scarlattis, Joseph Haydns und Wolfgang Amadeus Mozarts, galt Kathleen Long auch als Spezialistin für französische Musik und wurde dafür 1950 von der Republik Frankreich mit dem „Orde des palmes académiques“ ausgezeichnet. Auf dem Gebiet der britischen zeitgenössischen Musik engagierte sie sich mit zahlreichen Uraufführungen von Klavierkonzerten.


    Kathleen Long war parallel zu ihrer künstlerischen Laufbahn auch als Klavierpädagogin tätig: Bereits vier Jahre nach ihrem Abschluss kehrte sie an das Royal College of Music zurück und unterrichtete dort von 1920 bis 1964 das Fach Klavier.


    Im Jahr 1957 wurde Kathleen Long der Titel „Commander of the British Empire“ verliehen.

    Orte und Länder

    Kathleen Long wurde in Brentford, England geboren. Von 1910 bis 1916 studierte sie am Royal College of Music in London Klavier und blieb über ihr gesamtes Leben im Londoner Musikleben präsent. Sie starb 1968 in Cambridge, England.


    Konzertreisen führten Kathleen Long nach Südafrika, Kanada und in die USA.

    Biografie

    Kathleen Long wurde am 7. Juli 1896 in Brentford, England, geboren. Über ihre Herkunft und ihre erste musikalische Ausbildung ist bislang nichts bekannt.


    Ab 1910 studierte Kathleen Long am Londoner Royal College of Music Klavier bei Herbert Sharpe. Während ihres Studiums trat sie mehrfach in Konzerten des Royal College auf und spielte dort z. B. im Oktober 1913 zwei Konzertetüden von Sergej Liapunow und am 28. Mai 1914 mehrere Werke für Klavier solo. Zum Abschluss ihres Studium interpretierte sie am 14. Juli 1916 – im Rahmen eines Konzertes des Royal College of Music – das Klavierkonzert c-Moll, op. 44, von Camille Saint-Saëns unter der Leitung von Charles Villiers Stanford (vgl. „The Times London“ vom 25. Oktober 1913, S. 11; „The Musical Times“ vom 1. Juli 1914, S. 469; vom 1. August 1916, S. 381).


    Nach ihrem Studium spielte Kathleen Long zunächst jede Woche in einem Privathaus und studierte dabei einen großen Teil der pianistischen Sololiteratur sowie des kammermusikalischen Repertoires ein. In den folgenden fünf Jahrzehnten trat Kathleen Long regelmäßig als Kammermusikerin, Klavierbegleiterin und Solistin im öffentlichen Musikleben auf, gab eigene Soloabende und Rundfunkkonzerte und spielte zahlreiche Werke auf Schallplatten ein. Ihr breites Repertoire reichte vom frühbarocken „Fitz William Virginal Book“ bis zu zeitgenössischen Kompositionen, darunter Werke französischer, britischer, skandinavischer und deutscher Komponisten, und zeichnete sich durch zwei Schwerpunkte aus: Kathleen Long widmete sich umfassend der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts sowie französischen Werken des 19. und 20. Jahrhunderts.


    Von 1917 bis zu ihrem krankheitsbedingten Rückzug aus dem Konzertleben 1964 – also 47 Jahre lang – gab Kathleen Long regelmäßig eigene Klavierabende, meistens in den Londoner Konzertsälen Aeolian Hall, Grotrian Hall und Wigmore Hall. Bereits einer der ersten dieser Abende, am 18. Mai 1917 in der Aeolian Hall, zeigte sowohl die Breite als auch die Schwerpunktsetzung ihres Repertoires. Auf dem Programm standen eine Bearbeitung von Bachs Orgeltoccata und -fuge d-Moll, BWV 565, für Klavier von Carl Tausig, ein Rondo von Wolfgang Amadeus Mozart, französische Werke, z. B. einige Etudes von Frédéric Chopin, und „Ondine“ von Maurice Ravel sowie zeitgenössische britische Kompositionen und Bearbeitungen britischer Folklore. „The Times London“ rezensierte: „For her pianoforte recital […] Miss Long chose a well-varied programme, calculated to display the versatility she possesses as well as to provide an interesting entertainment. There was solid musicianship in the Bach-Tausig Toccata and Fugue in D minor, graceful phrasing in Mozarts Rondo, a light touch in Chopin’s Etudes and Ravel’s ‘Ondine,’ a puckish spirit in Frank Bridge’s Capriccio and Palmgren’s ‘Bird Song,’ and a reckless frivolity in Parry’s ‘Goblins and Sprites’ and Stanford-Grainger’s Reel. Miss Long can maintain a level tone at will and her fingers will do what she tells them, as we heard in the Mozart, the best test of all.” („Für ihren Klavierabend […] wählte Miss Long ein abwechslungsreiches Programm, das darauf ausgerichtet war, ihre Vielseitigkeit ebenso darzustellen wie interessante Unterhaltung zu bieten. Da wurden solide Musikalität in Bach/Tausigs Toccata und Fuge d-Moll deutlich, anmutige Phrasierung in Mozarts Rondo, ein leichter Anschlag in Chopins Etüden und Ravels ‚Ondine‘, eine koboldhafte Laune in Frank Bridge’s Capriccio und Palmgrens ‚Bird-Song‘ und eine unbekümmerte Frivolität in Parrys ‚Goblins and Sprites‘ und Stanford-Graingers Reel. Miss Long kann den Ton nach ihrem Willen gestalten und ihre Finger tun das, was sie ihnen sagt, wie wir im Mozart hören konnten, dem besten Beweis von allen.“ „The Times London” vom 19. Mai 1917, S. 9) Diese Art der Programmgestaltung, d. h. die Verbindung von barocken und klassisch-romantischen Werken mit zeitgenössischen Kompositionen behielt Kathleen Long ein Leben lang bei. So standen z. B. bei einer Konzertreihe mit drei Konzerten im Herbst 1927 die Partita B-Dur (BWV 825) Johann Sebastian Bachs, zwei Sonaten von Domenico Scarlatti, Ludwig van Beethovens späte Klaviersonate E-Dur (op. 109), Franz Schuberts Klaviersonate a-Moll (op. 164) sowie Philipp Jarnachs neue zwölftönige Sonatine „Romancero I“ (op. 18) von 1925 auf dem Programm (vgl. „The Times London“ vom 7. November 1927, S. 12).

    Nach einem Konzert im Oktober 1945, bei dem Kathleen Long die Partita B-Dur von Johann Sebastian Bach, wiederum Beethovens Sonate E-Dur, Stücke von Gabriel Fauré und Robert Schumann sowie Maurice Ravels „Valses nobles et sentimentales“ spielte, charakterisierte der Rezensent der „London Times“ Kathleen Longs Haltung zum pianistischen Repertoire und ihr Spiel folgendermaßen: „Different labels have at different times been attached to Miss Kathleen Long. She was a Mozart pianist; she was an admirable player of chamber music; she excelled in French music. But we are learning that she is a fine pianist without further qualification. She plays the piano as though she likes it, as though it were an instrument of music and not an organ of rhetoric or an engine of artillery, and she plays a wide variety of music with such honest transparency that it all comes over as a faithful reflection of the composer’s thought.“ Und nochmals zusammenfassend: „An unusual and far-ranging programme […], that revealed the unity of the pianist’s own style in the diversity of her sympathies.” („Verschiedene Etiketten wurden Miss Kathleen Long zu verschiedenen Zeiten angeheftet. Sie war eine Mozart-Pianistin; sie war eine wunderbare Kammermusikerin, hervorragend in französischer Musik. Aber wir begreifen, dass sie eine feinsinnige Pianistin ohne weitergehende Spezialisierung ist. Sie spielt Klavier, so wie sie es liebt, und so, dass es ein Musikinstrument ist und nicht ein rhetorisches Sprachrohr oder ein Gerät der Artillerie, und sie verfügt über ein breites Repertoire mit einer solch aufrichtigen Durchsichtigkeit, dass alles als sinngetreue Reflexion der Absicht des Komponisten ankommt. […] Ein ungewöhnliches und weitreichendes Programm […], das die Einheit des eigenen Stils der Pianistin in der Vielfalt ihrer Vorlieben offenbarte.“ „The Times London“ vom 8. Oktober 1945, S. 8). Kathleen Long konnte diese besonderen musikalischen Fähigkeiten ihr gesamtes Konzertleben lang aufrecht erhalten. Noch 1957 schrieb ein Rezensent der „London Times“ über einen Robert Schumann-Abend, den Kathleen Long gemeinsam mit der Sängerin Flora Nielsen gab: „The recital was in fact one of those rare occasions when the music spoke for itself all the way through and in doing so showed Schumann as the contributor of something unique to musical experience. It is the pre-condition of such a result that the performers had all the musical essentials right.” („Das Konzert war einer jener seltenen Momente, in denen die Musik durchgehend für sich selbst sprach und auf diese Weise Schumanns einzigartigen Beitrag zur musikalischen Erfahrung zeigte. Es ist die Voraussetzung eines solchen Ergebnisses, dass die Ausführenden alle wesentlichen musikalischen Eigenschaften besitzen.“ „The Times London“ vom 8. März 1957, S. 3).

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    Als Solistin trat Kathleen Long sowohl mit den großen Londoner Orchestern wie z. B. dem BBC Orchestra und dem London Symphony Orchestra als auch mit kleineren Orchestern auf, die überwiegend mit Amateuren besetzt waren. Auch dabei machte sie sich vergleichsweise rasch einen Namen als Interpretin des klassisch-romantischen Repertoires. So spielte sie z. B. im August 1932 in den Londoner Promenade Concerts Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert B-Dur (KV 450), gab am 4. Januar 1933 in der Londoner Queen’s Hall das Klavierkonzert a-Moll (op. 54) von Robert Schumann mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Henry Wood und konzertierte einen Tag später, am 5. Januar 1933, in der selben Besetzung im Klavierkonzert c-Moll von Frederick Delius (beide Konzerte mit Rundfunkübertragung). Im März 1933 trat Kathleen Long in der „Music Society“ im St. John’s Institute in einem der Klavierkonzerte D-Dur von Joseph Haydn auf und spielte im August 1933 in der Londoner Queen’s Hall das Klavierkonzert c-Moll (KV 491) von Wolfgang Amadeus Mozart im Rahmen der Promenade Concerts (vgl. „The Times London“ vom 26. August 1932, S. 8; 4. Januar 1933, S. 8; 5. Januar 1933, S. 5; 17. März 1933, S. 12; 25. August 1933, S. 8). Als Kathleen Long am 17. März 1938 gemeinsam mit dem Boyd Neel Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel mit Mozarts Klavierkonzert Es-Dur (KV 449) in der Wigmore Hall auftrat, schrieb ein Rezensent der „Musical Times“: „The concert given by Kathleen Long and the Boyd Neel Orchestra […] was one of those delightful occasions when everything went with an impetus and when everyone, performers included, appeared to be enjoying themselves.” („Das Konzert von Kathleen Long und dem Boyd Neel Orchestra […] war eine jener wunderbaren Gelegenheiten, wo alles mit Schwung voranging und jeder, einschließlich der Interpreten, an der Sache Spaß hatte.“ „The Musical Times“ vom 1. April 1938, S. 296). In den folgenden Jahrzehnten spielte Kathleen Long u. a. das erste Klavierkonzert C-Dur Ludwig van Beethovens (op. 15) gemeinsam mit der Norwich Philharmonic Society unter der Leitung von Heathcote Statham im Norwich Theatre Royal (am 29. Juni 1941), dessen drittes Klavierkonzert c-Moll (op. 37) gemeinsam mit dem Birmingham Orchestra unter der Leitung von Leslie Heward in Birmingham (am 18. Januar 1942), das Klavierkonzert G-Dur (KV 453) von Wolfgang Amadeus Mozart gemeinsam mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Royalton Kisch in der Londoner Albert Hall (am 1. Dezember 1950), eines der Concerti d-Moll Johann Sebastian Bachs mit dem Jacques Orchestra unter der Leitung von John Pritchard in der Londoner Kirche St. Martin-in-the-Fields (am 13. März 1951), Mozarts Klavierkonzert Es-Dur (KV 271) unter der Leitung von Anthony Lewis im Londoner Victoria and Albert Museum (am 17. Juli 1960) und wiederum dessen Klavierkonzert G-Dur (KV 453) gemeinsam mit dem Goldsborough Orchestra in der Londoner Festival Hall (am 19. Januar 1960). Dabei wurde sie vor allem in späteren Jahren als „old Dame“ des Mozarts-Spiels gefeiert. Bei einem ihrer letzten großen Auftritte mit dem Boyd Neel Orchestra unter der Leitung von Charles Groves im Juli 1961 schrieb ein Rezensent der „London Times“ unter dem Titel „Fine Playing by Miss K. Long“: „Pianists capable of penetrating to the heart of a Mozart concerto and presenting an integrated account of its many facets are still rare. Miss Kathleen Long, […] who has played these works all her working life, is one – and she is to be prized. Last night at the Festival Hall she gave us the C minor K. 491, and renewed in so doing her old association with the Boyd Neel Orchestra; Mr. Charles Groves conducted. The performance as a whole was inadequate, as indeed all have been that this critic has ever heard, but Miss Long’s authoritative playing […] raised it far above the ordinary run. „(„Pianisten, die in das Herz eines Mozartschen Klavierkonzerts vordringen können und eine geschlossene Darstellung seiner vielen Facetten geben können, sind immer noch selten. Miss Kathleen Long, […] die diese Werke während ihres gesamten Arbeitslebens gespielt hat, ist eine von ihnen – und sie ist dafür zu loben. Gestern Abend gab sie in der Festival Hall das c-Moll-Konzert KV 491 und setzte dabei ihre Zusammenarbeit mit dem Boyd Neel Orchestra fort; Mr. Charles Groves dirigierte. Die Interpretation als Ganzes war unzulänglich, wie es alle gewesen sind, die dieser Kritiker je gehört hat, aber Miss Longs Autorität im Spiel […] hob es weit über alle Gewöhnliche.“ „The Times London“ vom 6. Juli 1961, S. 19)


    Auch über das klassisch-romantische Repertoire hinaus war Kathleen Long eine gefragte Interpretin, die u. a. zahlreiche zeitgenössische britische Werke spielte, darunter auch etliche Uraufführungen. So gab sie z. B. am 17. März 1933 im Rahmen des „patron’s Fund orchestral rehearsal” im Londoner Royal College of Music ein Konzert, bei dem ein Klavierkonzert von Edmund Rubbra (möglicherweise eine frühe Fassung der „Sinfonia Concertante“ op. 38, von 1934) mit dem New Symphonic Orchestra unter der Leitung von Geoffrey Toye erklang, und spielte im Januar 1934 die Uraufführung von Frank Bridges „Rhapsody Phantasm“ für Klavier und Orchester mit dem BBC Orchestra unter der Leitung des Komponisten in der Londoner Queen’s Hall (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1933, S. 357; „The Times London“ vom 11. Januar 1934, S. 8). Am 17. März 1938 führte Kathleen Long den arabisch-amerikanischen Komponisten Anis Fuleihan mit der englischen Erstaufführung von dessen Klavierkonzert im Londoner Musikleben ein; es spielte das Boyd Neel Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel: „Doubtless a second hearing would bring a clearer view of its perspective and contrasts, but first impressions were as of some long, closely-patterned carpet of music being unrolled before one’s eyes: by the end the effect was almost mesmeric. The dazzle was enhanced by the sureness and zest of Miss Long’s playing and the corresponding orchestral effects.” („Zweifellos würde ein zweites Hören einen klareren Blick auf seine Facetten und Kontraste werfen, aber die ersten Eindrücke zeigten einen fein gemusterten Musikteppich, der vor den eigenen Augen entrollt wurde: Die Wirkung war letztlich hypnotisch. Das Schillernde wurde von der Sicherheit und dem Reiz gestützt, die im Spiel von Miss Long lagen, sowie von den ihrem Spiel entsprechenden Orchestereffekten.“ „The Musical Times“ vom 1. April 1938, S. 296). Gemeinsam mit dem Boyd Neel Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel übernahm Kathleen Long im November 1951 die Uraufführung des „Concerto Leggiero“ für Klavier und Streichorchester von Sir George Dyson im Victoria and Albert Museum, und am 19. Juni 1955 spielte sie die Uraufführung von Gordon Jacobs Concertino für Klavier und Streichorchester gemeinsam mit dem Jacques Orchestra unter der Leitung von Reginald Jacques (vgl. „The Times London“ vom 6. November 1951, S. 8; „The Musical Times“ vom 1. August 1955, S. 433).


    „Pianists are apt to disregard the capacities of the piano for other kinds of music than solos. Miss Kathleen Long has never been one of these […]” („Pianisten tendieren dazu, die Möglichkeiten des Klaviers für anderes als für solistische Musik zu missachten. Miss Kathleen Long war niemals eine von diesen“) – so leitete die „London Times“ eine Rezension über drei Kammermusikabende ein, die Kathleen Long im Februar 1926 in den Londoner Chenil Galleries gemeinsam mit dem Music Society String Quartet gab („The Times London“ vom 11. Februar 1926, S. 12). Tatsächlich war Kathleen Long eine passionierte Kammermusikerin, die in vielen verschiedenen Besetzungen konzertierte. Eines ihrer ersten festen Ensembles, das sie ca. 1926 mitbegründete, war das „English Ensemble Piano Quartet“, auch „English Ensemble“ genannt, zu dem Kathleen Long (Klavier), Marjorie Hayward (Violine), Rebecca Clarke (Viola) und May Mukle (Violoncello) gehörten. Im März 1926 spielte das Ensemble – wiederum in den Chenil Galleries – die englische Erstaufführung von Ernest Blochs Klavierquintett Nr. 1 (mit Stella Pattenden als zweite Violine) sowie das Klavierquartett c-Moll (op. 60) von Johannes Brahms und das Klavierquartett Es-Dur (KV 493) von Wolfgang Amadeus Mozart (vgl. „The Times London“ vom 6. März 1926, S. 12). Über einen Auftritt des Ensembles in den Leighton House Concerts im Mai 1929 schrieb ein Musikkritiker der „London Times”: „The recently formed chamber music party of distinguished women executants, calling themselves the English Ensemble, gave a programme at one of the regular Leighton House concerts on Friday afternoon. Miss Kathleen Long (piano), Miss Marjorie Hayward (violin), Miss Rebecca Clarke (viola), and Miss Mukle (violoncello) are all soloists of established reputation, and all have had wide experience of ensemble playing. Their performance of Brahms’s piano Quartet in C minor showed that they can treat big music in a big manner. Their ensemble is an ensemble of understanding, not merely of time and notes, and the whole effect of their playing is musical.” („Das kürzlich von ausgezeichneten Musikerinnen gegründete Kammermusikensemble, das sich selbst The English Ensemble nennt, gab am Freitag Nachmittag im Rahmen der regulären Leighton House Konzerte ein Konzert. Miss Kathleen Long (Klavier), Miss Marjorie Hayward (Violine), Miss Rebecca Clarke (Viola), und Miss May Mukle (Violoncello) sind anerkannte Solistinnen und äußerst erfahrene Ensemblespielerinnen. Ihre Interpretation von Brahms’ Klavierquartett c-Moll zeigte, dass sie große Musik großartig spielen können. Ihr Ensemble ist ein Ensemble des Verstehens, nicht nur von Metrum und Tönen, und ihr gesamtes Spiel ist ein musikalisches.“ „The Times London“ vom 13. Mai 1929, S. 14). Gemeinsam mit Marjorie Hayward und May Mukle konzertierte Kathleen Long zudem im März 1930 als Klaviertrio im Contemporary Music Centre in London mit Werken zeitgenössischer britischer Komponisten, darunter Waldo Warner, John Ireland und Frank Bridge („The London Times“ vom 31. März 1930, S. 9). Das English Ensemble Piano Quartet trat im Februar 1934 in der Londoner Wigmore Hall mit den Klavierquartetten g-Moll (op. 25) von Johannes Brahms und Es-Dur (op. 51) von Antonín Dvořák auf und spielte im Jahr 1939 zwei Benefizkonzerte „in Aid of Morley College For Working Men & Women“, bei denen u. a. Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierquartett Es-Dur (KV 493), ein Trio von Rebecca Clarke, Franz Schuberts „Forellenquintett“ A-Dur (op. 114) und das Brahmssche Klavierquartett A-Dur (op. 26) auf dem Programm standen. Das Kammermusikensemble bestand bis mindestens 1948 und konnte sein hohes Niveau über die Jahre halten. Dies zeigt u. a. eine Musikkritik aus dem Jahr 1942 (die Bratschistin Rebecca Clarke war mittlerweile von Winifred Copperwheat ersetzt worden) über ein Konzert in der Londoner Aeolian Hall, bei dem es wiederum mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierquartett Es-Dur, Johannes Brahms’ Klavierquartett c-Moll sowie mit Franz Schuberts „Forellenquintett“ auftrat: „This programme was one of quartets for piano and strings played by the English Ensemble […]; an admirable group of musicians. […] The pianist is the life and soul of the English Ensemble, and in Mozart she set an example in crisp, clear phrasing which in some instances might have been more fully followed by the string players. […] It was a performance which reminded one of the great days of chamber music performance in London.” („Das Programm mit Klavierquartetten wurde vom English Ensemble gespielt […]; eine wunderbare Gruppe von Musikerinnen. […] Die Pianistin ist das Herz und die Seele des English Ensembles, und in dem Stück von Mozart war sie ein Beispiel für deutliche, klare Phrasierung, dem die Streicher manchmal besser hätten folgen können. […] Es war ein Konzert, das als eines der großen Kammermusikereignisse Londons im Gedächtnis bleiben wird.“ „The Times London“ vom 27. Oktober 1942, S. 8) Auch in anderen Kammermusikensembles war Kathleen Long als Pianistin gefragt. So spielte sie z. B. gemeinsam mit dem Griller Quartet im Januar 1943 in der Londoner Wigmore Hall das zweite Klavierquartett g-Moll (op. 45) von Gabriel Fauré und das Klaviersextett mit Solovioline (Eda Kersey) in D-Dur von Ernest Chausson („The London Times“ vom 26. Januar 1943, S. 2) und gab bei einem Konzert im April 1943 mit Eda Kersey und James Whitehead ein Klaviertrio des niederländischen Komponisten Willem Pyper („The Times London“ vom 28. April 1943, S. 6). Nach dem Zweiten Weltkrieg bis Anfang der 1960er Jahre waren es vor allem das Loewenguth Quartett und das Pasquier Trio, die Kathleen Long als Pianistin ergänzte, meist bei Aufführungen des klassisch-romantischen Repertoires (vgl. z. B. „The Times London“ vom 25. Mai 1959, S. 14).


    Als Duopartnerin konzertierte Kathleen Long u. a. mit Geigerinnen und Geigern wie Symour Whinyates, Orrea Pernel, Adila Fachiri, Eda Kersey und Antonia Brosa, Cellistinnen und Cellisten wie Pablo Casals, Guilhermina Suggia, Antoni Sala und James Whitehead sowie mit Sängerinnen und Sängern wie Flora Nielsen und Marc Raphael. Eines der ersten in der Presse wahrgenommenen Konzerte, in dem Kathleen Long als Klavierbegleiterin auftrat, fand im Dezember 1926 in der London Musical Society statt. Dabei begleitete Kathleen Long den Cellisten Pablo Casals u. a. in Sonaten von Ludwig van Beethoven (C-Dur, op. 102 Nr. 1) und Alfredo Casella (C-Dur, op. 45). Die „London Times” schrieb über das Konzert: „Miss Kathleen Long has the fine perception for a musical phrase which alone would qualify a pianist to be a worthy partner for Señor Casals. The collaboration of these two artists was fruitful of the happiest results.” („Miss Kathleen Long hat jenes feine Gespür für eine musikalische Phrase, das bereits ausreichen würde, einen Pianisten zu einem würdigen Partner für Señor Casals zu machen. Die Zusammenarbeit dieser beiden Künstler war mit dem erfreulichsten Ergebnis von Erfolg gekrönt.“ „The Times London“ vom 17. Dezember 1926, S. 12). Im November 1929 gab Kathleen Long gemeinsam mit der Violinistin Symour Whinyates einen Kammermusikabend in der Londoner Wigmore Hall, bei dem sie eine Violinsonate A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart und die Violinsonaten D-Dur von Paul Hindemith (op. 11 Nr. 2) und G-Dur (op. 78) von Johannes Brahms begleitete (vgl. „The Times London“ vom 11. November 1929, S. 9). Zwischen 1930 und 1932 trat sie häufiger mit Orrea Pernel in der Londoner Grotrian Hall sowie in der Kirche St.-Martin-in-the-Fields auf und spielte mit ihr gemeinsam u. a. Violinsonaten von Johann Sebastian Bach (z. B. F-Dur, BWV 1018), Wolfgang Amadeus Mozart (e-Moll, KV 304), Johannes Brahms (G-Dur, op. 78), Claude Debussy (L 140) und Arnold Bax (Nr. 3) (vgl. „The Times London“ vom 20. Januar 1930, S. 10; 13. Juni 1930, S. 12; 1. Oktober 1932, S. 13). Auch mit der Violinistin und Joseph Joachim-Schülerin Adila Fachiri, mit der Kathleen Long ab ca. 1928 zusammen spielte, gab sie zahlreiche Rundfunkkonzerte und Sonatenabende in der Londoner Wigmore Hall. Auf den Programmen standen dabei u. a. Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms, Frederick Delius, Ethel Smyth und dem finnischen Komponisten Bengt de Törne (vgl. z. B. „The Times London“ vom 1. Dezember 1928, S. 17; 25. Juni 1932, S. 18; 12. Dezember 1932, S. 10; 29. April 1938, S. 14). Über ihre Klavierbegleitung in einem der Konzerte, bei dem u. a. die Violinsonaten Es-Dur (KV 380) von Wolfgang Amadeus Mozart und d-Moll (op. 121) von Robert Schumann auf dem Programm standen, schrieb die „London Times”: „For her part Miss Long played with that sensitiveness to rhythm and instinctive responsiveness to her partner which is none the less admirable because she has accustomed us to expect it of her.” („Miss Long spielte ihren Part mit jenem Gefühl für Rhythmus und instinktiver Verbindung zu ihrer Partnerin, die nicht weniger bewunderungswürdig sind, nur weil sie uns daran gewöhnt hat, es von ihr erwarten zu können.“ „The Times London“ vom 12. Dezember 1932, S. 10). Am 17. Februar 1936 trat Kathleen Long gemeinsam mit der Cellistin Guilhermina Suggia in der Londoner Wigmore Hall u. a. mit der Sonate F-Dur (op. 99) von Johannes Brahms und Ludwig van Beethovens später Sonate D-Dur (op. 102 Nr. 2) auf („The Times London” vom 21. Februar 1936, S. 12). Ab 1939 musizierte Kathleen Long häufig gemeinsam mit der Violinistin Eda Kersey. Die beiden gaben z. B. Anfang November 1939 gemeinsam mit dem Sänger Marc Raphael ein von der Society of Musicians veranstaltetes Konzert im Londoner Mercury Theatre und begeisterten damit Publikum und Presse: „But a concert such as that which Miss Kathleen Long, Miss Eda Kersey, and Mr. Mark Raphael gave twice on Sunday […] in the comfort and intimacy of this charming little theatre is pure pleasure. […] Miss Long plays the piano as though she loves it, and so makes her audience love it too. She is therefore a splendid accompanist, whether that term be applied to the equality of partnership presupposed in sonatas for violin and piano by Bach, Mozart, and Bax or to the support for the voice which for some unintelligible reason of musical snobbery is thought to be less important in Schubert’s songs.” („Aber ein Konzert wie jenes, das Miss Kathleen Long, Miss Eda Kersey und Mr. Mark Raphael am Sonntag zweimal […] in der Behaglichkeit und Intimität des reizenden kleinen Theaters gaben, ist ein reines Vergnügen. […] Miss Long spielt das Klavier, als ob sie es liebt und bringt auf diese Weise ihr Publikum dazu, es ebenfalls zu lieben. Dabei ist sie eine großartige Begleiterin, sofern dieser Begriff auf die Gleichberechtigung beider Partner angewendet werden darf, die in den Sonaten für Violine und Klavier von Bach, Mozart und Bax vorausgesetzt wird, oder auf die Unterstützung der Gesangsstimme, die aus unerklärlichen Gründen eines musikalischen Snobismus in Schuberts Liedern für weniger wichtig erachtet wird.“ „The Times London“ vom 14. November 1939, S. 6). Bis zum frühen Tod Eda Kerseys im Juli 1944 traten die beiden Musikerinnen sowohl in Konzerten als auch im Rundfunk häufig gemeinsam auf, teilweise auch mit dem Cellisten James Whitehead im Trio. Von 1948 bis 1966 war es dann die Geigerin Antonia Brosa, mit der Kathleen Long regelmäßig Konzerte und Rundfunkkonzerte gab.


    Das besondere Interesse, das Kathleen Long französischer Musik entgegenbrachte, wurde vermutlich bereits während ihrer Studienzeit am Royal College of Music von ihrem Lehrer Herbert Sharpe geweckt. In ihrem Nachruf wird Kathleen Long zitiert: „I believe I am correct in saying that he was the first man to introduce the pianoforte works of the Modern French School into the R.C.M. [Royal College of Music] at a time when they were not altogether understood in England.” („Ich glaube, dass ich mich nicht irre, wenn ich sage, dass er der erste war, der Klavierwerke der modernen französischen Schule im R.C.M. [Royal College of Music] einführte, und zwar zu einer Zeit, als sie in England noch keineswegs verstanden wurden.” [Long, Nachruf]) Zu Kathleen Longs französischem Repertoire gehörten u. a. Werke von Gabriel Fauré (z. B. die Ballade Fis-Dur für Klavier und Orchester, op. 19), Maurice Ravel (z. B. das Klavierkonzert G-Dur) sowie Vincent d’Indy (u. a. das Klavierkonzert „Symphonie sur un Chant Montagnard Français“, op. 25). Ihre Verbindung zu Frankreich und zur französischen Musik wurde auch von offizieller Seite gewürdigt. So repräsentierte Kathleen Long im Juli 1931 England mit zwei Auftritten auf der Kolonialausstellung in Paris: Ein erstes Konzert war der älteren britischen Musik gewidmet, darunter Stücke von John Dowland, Giles Farnaby und Orlando Gibbons aus dem Fitz William Virginal Book, in einem zweiten Konzert stellte sie aktuelle Werke vor, darunter „Danse for Harpsichord“ von Frederick Delius, „The Midnight Tide“ von Frank Bridge, „Procession“ von Herbert Howells und „Elegiac Blues. In memory of Florence Mills” von Constant Lambert (vgl. „The Times London” vom 11. Juli 1931, S. 10; vom 17. Juli 1931, S. 12). Regelmäßig gestaltete Kathleen Long auch ganze Konzertprogramme mit französischer Musik: Im Januar 1940 spielte sie bei einem Mittagskonzert in der Londoner Wigmore Hall ein Programm mit Klavierwerken von Claude Debussy und begeisterte damit u. a. den Rezensenten der „London Times”: „Miss Long […] brought home to the listener, by the luminosity of her playing, the truth about Debussy’s impressionism – it is more than clarity, and only the metaphor from painting describes this particular aspect of Debussy’s piano music and of Miss Long’s admirable way of playing it.” („Miss Long […] brachte durch die Leuchtkraft ihres Spiels dem Hörer die Wahrheit über Debussys Impressionismus nahe – es ist mehr als Helligheit, und nur die Metapher aus dem Bereich der Malerei kann diesen besonderen Aspekt von Debussys Klaviermusik und Miss Longs wunderbare Art, sie zu spielen, beschreiben.“ „The Times London“ vom 20. Januar 1940, S. 4) Wenige Monate später, im Mai 1940, gab Kathleen Long gemeinsam mit der Geigerin Eda Kersey ein Konzert in der Londoner Wigmore Hall, bei dem u. a. die Violinsonate von Claude Debussy (L 140), eine „Suite de Danceries“ von Claude Delvincourt, Klavierstücke von Claude Debussy, Jacques Ibert, Francis Poulenc und Gabriel Fauré sowie – gemeinsam mit dem Cellisten James Whitehead – das Klaviertrio A-Dur von Maurice Ravel auf dem Programm standen (vgl. „The Times London“ vom 7. Mai 1940, S. 4). Ihr Engagement für französische Musik zeigte sich während des Zweiten Weltkriegs in der Konzertreihe „Concerts de Musique Française“, die zwischen 1943 und 1946 bestand und in deren Rahmen sie selbst mehrfach auftrat, so z. B. im September 1946, als sie gemeinsam mit dem Loewenguth Quartett das Klavierquintett (op. 51) von Florent Schmitt interpretierte (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Oktober 1946, S. 316).


    Parallel zu ihren Konzerten innerhalb des Londoner Musiklebens trat Kathleen Long – wie erwähnt – auch in zahlreichen Rundfunkkonzerten der BBC auf. In der Rubrik „Broadcasting“ der „London Times“ wurde sie erstmals am 8., 9. und 10. März 1926 erwähnt; auch hier waren die drei Sendungen dem Klavierwerk Claude Debussys gewidmet. In den folgenden Jahrzehnten konzertierte Kathleen Long regelmäßig bei der BBC. Ihre Kammermusikpartnerinnen und -partner waren dabei meist identisch mit jenen im Konzertsaal (z. B. „The English Ensemble“, Adila Fachiri, Eda Kersey, James Whitehead und Antonia Butler) und auch das Repertoire entsprach ungefähr jenem der Livekonzerte. Das letzte nachweisbare BBC-Konzert fand am 5. August 1960 statt. Gemeinsam mit Antonia Brosa und dem Hornisten Barry Tuckwell spielte Kathleen Long ein Trio für Violine, Horn und Klavier von Ethel Smyth.


    Ab Ende der 1920er Jahre spielte Kathleen Long regelmäßig Schallplatten ein, hauptsächlich für die National Gramophonic Society und Decca England. Darunter befinden sich Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel, Domenico Scarlatti, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Edward Grieg und Robert Schumann, Gabriel Fauré, Maurice Ravel und Claude Debussy sowie von modernen britischen Komponisten wie Walter Leigh und Frederick Delius (s. „Werke/Aufnahmen“).

    Besonders bekannt wurden ihre Aufnahmen von Klavierkonzerten Wolfgang Amadeus Mozarts, die Kathleen Long zwischen 1935 und 1944 mit dem Boyd Neel Orchestra bzw. dem National Symphony Orchestra jeweils unter der Leitung von Boyd Neel einspielte. Am 20. und 21. September 1948 entstand in Amsterdam eine Aufnahme des Klavierkonzerts c-Moll (KV 491) mit dem Concertgebouw-Orchester unter der Leitung von Eduard van Beinum. Viele ihrer Aufnahmen werden heute im National Sound Archive der British Library London aufbewahrt (vgl. „Links“).


    Kathleen Long war demnach über fünfzig Jahre lang als Solistin und Kammermusikerin im Londoner Musikleben präsent. Sie konzertierte, gab Rundfunkkonzerte und spielte zahlreiche Werke auf Schallplatten ein. Dieser Teil ihrer Tätigkeiten ist – wie gezeigt – vergleichsweise gut zu dokumentieren. Verschiedene Hinweise lassen jedoch erahnen, dass die Tätigkeiten Kathleen Longs wesentlich zahlreicher waren. So werden z. B. in mehreren Lexikonartikeln Konzertreisen nach Kanada, in die USA sowie durch Südafrika angegeben, über die bislang nichts Näheres bekannt ist. Einen offenen Brief in der „London Times“, in dem zu musikpolitischen Entscheidungen Stellung bezogen wurde, unterzeichnete Kathleen Long 1946 in der Funktion als Präsidentin der „Society of Women Musicians“ (vgl. „The Times London“ vom 28. November 1946, S. 5); zu ihrem Engagement innerhalb dieser Gesellschaft gibt es bislang ebenfalls keine näheren Daten und Informationen. Ferner ist von Kathleen Long die Bearbeitung einer Cavatina „Reviens, reviens“ von John Field für Klavier nachzuweisen (Oxford University Press, 1959); auch hier wäre zu vermuten, dass weitere Bearbeitungen, wenn nicht sogar Kompositionen – mindestens von Kadenzen zu Klavierkonzerten – entstanden sind.


    Ein weiterer großer Tätigkeitsbereich von Kathleen Long war die Klavierpädagogik. Zeitlebens blieb Kathleen Long dem Londoner Royal College of Music verbunden: Bereits vier Jahre nach Beendigung ihres Studiums, 1920, kehrte sie als Dozentin zurück, und lehrte dort 45 Jahren lang bis 1964. Eine ihrer Schülerinnen war die walisische Komponistin und Pianistin Eiluned Davies (Lebensdaten unbekannt), die von 1928 bis 1938 am Royal College of Music studierte und sich bereits ab 1934 in England als Pianistin etablieren konnte (vgl. Artikel „Davies, Eiluned“. In: Komponistinnen aus 800 Jahren, S. 112). Über weitere Schülerinnen und Schüler ist bislang nichts Näheres bekannt.


    Im Jahr 1964 erkrankte Kathleen Long und zog sich weitgehend aus dem öffentlichen Musikleben zurück. Eine letzte Erwähnung in der London Times verweist darauf, dass sie für den im März und April 1968 stattfindenen Mozart-Klavierwettbewerb der BBC als Jurorin vorgesehen war („The Times London“ vom 17. Oktober 1967, S. 9). Kathleen Long starb am 20. März 1968 in Cambridge, England.


    Ihr Engagement für französische Musik wurde 1950 mit einer der höchsten von der Republik Frankreich verliehenen Auszeichnungen, dem „Orde des palmes académiques“, gewürdigt ; 1957 wurde Kathleen Long zum „Commander of the British Empire“ (CBE) ernannt.

    Würdigung

    Nach ihrem Studium am Londoner Royal College of Music war Kathleen Long nahezu fünfzig Jahre lang im Londoner Musikleben als Pianistin, Kammermusikerin und Musikpädagogin präsent. Der Breite ihres Repertoires und der Vielfalt der Besetzungen, in denen sie musizierte, entspricht die Stetigkeit, mit der ihre Feinfühligkeit, ihr musikalisches Verständnis, ihre Stilsicherheit und ihre Freude an Musik über die gesamte Zeit ihres Wirkens in Rezensionen hervorhoben wurden. Im Nachruf der „Musical Times“ hieß es: „Endowed with a rich sense of humour, perhaps she [Kathleen Long] never took her own gifts seriously enough to reach the highest peaks of the profession; or perhaps she made music with such evident delight that she could not bring herself to specialize exclusively on any one aspect of the piano repertory.” („Reichlich mit Humor ausgestattet, nahm sie [Kathleen Long] vielleicht ihre Begabungen nie ernst genug, um die höchsten Gipfel ihres Metiers zu erreichen; vielleicht machte sie auch mit solch selbstverständlichem Vergnügen Musik, dass sie sich nicht ausschließlich auf einen bestimmten Bereich der Klavierliteratur spezialisieren konnte.“ „The Musical Times“ vom 1. Mai 1968, S. 467)

    Rezeption

    Die verschiedenen Tätigkeiten von Kathleen Long werden z. Zt. (Juli 2008) nicht rezipiert (zur zeitgenössischen Rezeption vgl. „Biografie“).

    Werkverzeichnis

    Bearbeitungen


    Field, John: Cavatina „Reviens, reviens“ für Klavier, hg. von Kathleen Long, Oxford University Press, 1959



    Aufnahmen


    Bach, Johann Sebastian. Brandenburgisches Konzert Nr. 5, D-Dur, BWV 1050 (gemeinsam mit Frederick Grinke, Violine, Gareth Morris, Flöte, und dem Boyd Neel String Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel, Decca, 1949)


    Bach, Johann Sebastian. Fantasia für Klavier c-Moll (keine Präzisierung möglich; Decca)


    Bach, Johann Sebastian. Flötensonate Es-Dur, BWV 1031 (gemeinsam mit René Leroy, Flöte, National Gramophonic Society, 1929)


    Bach, Johann Sebastian. Partita für Klavier B-Dur, BWV 825 (Decca, ca. 1950)


    Bach, Johann Sebastian. „Schafe können sicher weiden“, arr. für Klavier von Albert Leveque (Decca)


    Brahms, Johannes. Klaviertrio H-Dur, op. 8 (gemeinsam mit Eda Kersey, Violine, James Whitehead, Violoncello, Decca)


    Chabrier, Alexis Emanuel. Idylle and Bourrée fantasque (Decca)


    Chabrier, Alexis Emanuel. Pièces pittoresques (Decca)


    Debussy, Claude: Préludes, 2. Buch, L 123 (Decca, ca. 1942)


    Delius, Frederick. Sonatina (gemeinsam mit Albert Sammons, Decca, 1944)


    Delius, Frederick. Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier (gemeinsam mit Albert Sammons, Decca, 1944)


    Delius, Frederick. Sonate Nr. 3 für Violine und Klavier (gemeinsam mit Albert Sammons, Decca, 1944)


    Fauré, Gabriel. Ballade für Klavier und Orchester Fis-Dur, op. 19 (gemeinsam mit dem National Symphony Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel, Aufnahme vom 14. November 1944, Kingsway Hall, London, National Sound Archive der British Library, London; Decca 1946)


    Fauré, Gabriel. Bonne chanson, op. 61 (gemeinsam mit Sophie Wyss)

    Fauré, Gabriel. Barcarolle Nr. 1, a-Moll, op. 26 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Barcarolle Nr. 2, G-Dur, op. 41 (Decca, 1945)

    Fauré, Gabriel. Impromptu Nr. 2, f-Moll, op. 31 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 2, H-Dur, op. 33 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 4, Es-Dur, op. 36 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 5, B-Dur, op. 37 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 6, Des-Dur, op. 63 (Decca, 1945)

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 7, cis-Moll, op. 74 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 8, Des-Dur, op. 84 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 13, h-Moll, op.119 (Decca)

    Fauré, Gabriel. Thème et Variations cis-Moll, op. 73 (Decca, 1943)

    Fauré, Gabriel. Sonate für Violine und Klavier A-Dur, op. 13 (gemeinsam mit Antonio Brosa, Privatkopie von Brosa)


    Françaix, Jean. Concertino für Klavier und Orchester (gemeinsam mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Jean Martinon, Decca)


    Grieg, Edward. Lyrische Stücke, op. 54 (Decca, ca. 1943)


    Händel, Georg Friedrich. Flötensonate G-Dur, HWV 363b (gemeinsam mit René Leroy, Flöte, National Gramophonic Society 137, 1929)


    Haydn, Joseph. Klaviersonate c-Moll, Hob. XVI, 20 (National Gramophonic Society, ca. 1930/35)

    Haydn, Joseph. Klaviersonate E-Dur, Hob. XVI, 31 (Decca)

    Haydn, Joseph. Klaviersonate G-Dur, Hob. XVI, 40 (Decca)

    Haydn, Joseph. Klaviersonate D-Dur, Hob. XVI, 42 (BBC Sound Archives)

    Haydn, Joseph. Klaviersonate As-Dur, Hob. XVI, 43 (BBC Sound Archives)

    Haydn, Joseph. Divertimento As-Dur, Hob. XVI, 46 (Decca)


    Leigh, Walter: Concertino for Harpsichord (or piano) and String Orchestra (gemeinsam mit dem Boyd Neel String Orchestra, Ltg. Boyd Neel, aufgenommen am 21. November 1946, Kingsway Hall, London, Decca)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert A-Dur, KV 414 (gemeinsam mit dem Boyd Neel Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel, Decca, ca. 1940)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert Es-Dur, KV 449 (gemeinsam mit dem Boyd Neel String Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel, Decca, ca. 1935)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert B-Dur, KV 450 (gemeinsam mit dem National Symphony Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel, aufgenommen am 14. Dezember 1944, Kingsway Hall, London, Decca)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert c-Moll, KV 491 (gemeinsam mit dem Concertgebouw-Orchester unter der Leitung von Eduard van Beinum, aufgenommen am 20./21. September 1948, Amsterdam, Decca, ca. 1949)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert C-Dur, KV 503 (gemeinsam mit dem Boyd Neel Orchestra unter der Leitung von Boyd Neel, Decca, 1939)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierquintett Es-Dur, KV 452 (gemeinsam mit Leon Goossens, Oboe, Frederick Thurston, Klarinette, Aubrey Brain, Horn, und J. Alexandra, Fagott, National Gramophonic Society, 1929)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviertrio Es-Dur (gemeinsam mit Rebecca Clarke, Viola, und Frederick Thornton, Klarinette, National Gramophonic Society, ca. 1931)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviertrio C-Dur, KV 548 (gemeinsam mit Eda Kersey, Violine, James Whitehead, Violoncello, Decca)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate D-Dur, KV 576 (National Gramophonic Society, ca. 1929)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate Es-Dur, KV 282 (Musicraft set, 1938)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate G-Dur, KV 283 (Musicraft set, 1938)


    Rameau, Jean Philippe. Gavotte avec 6 doubles a-Moll (National Gramophonic Society, ca.1930/35)


    Ravel, Maurice. Le Tombeau de Couperin (Decca)


    Ravel, Maurice. Sonatine für Klavier (Decca, National Gramophonic Society – Aufnahme unter Anwesenheit des Komponisten, ca. 1927)


    Scarlatti, Domenico. Allegro D-Dur, K 137 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro Es-Dur, K 193 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Vivo G-Dur, K 201 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro G-Dur, K 235 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro cis-Moll, K 247 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro F-Dur, K 366 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro fis-Moll, K 447 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro D-Dur, K 45 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro G-Dur, K 455 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro A-Dur, K 457 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Presto B-Dur, K 47 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Presto D-Dur, K 492 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro a-Moll, K 532 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegro A-Dur, K 62 (Decca, 1947)

    Scarlatti, Domenico. [ohne Bez.] f-Moll, K 69 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. [ohne Bez.] c-Moll, K 84 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Allegrissimo e-Moll, K 98 (Decca)

    Scarlatti, Domenico. Presto B-Dur, K 47 (Decca, 1947)

    Scarlatti, Domenico. [ohne Bez.] c-Moll (Decca, 1945)

    Scarlatti, Domenico. Allegro F-Dur, K 366 (Decca, 1947)

    Scarlatti, Domenico. [ohne Bez.] fis-Moll (Decca, 1945)


    Schubert, Franz. Sonate für Violine und Klavier [nicht präzisierbar] (gemeinsam mit Albert Sammons, Decca)

    Schubert. Klaviersonate Es-Dur, op.122 (Decca)


    Schumann, Robert. Kinderszenen, op.15 (Decca)

    Schumann, Robert. Novelette D-Dur, op. 21 Nr. 2 (Decca, 1951)

    Schumann, Robert. Novelette fis-Moll, op. 21 Nr. 8 (Decca, 1951)

    Schumann, Robert. Klaviersonate g-Moll, op. 22 (Decca, 1951)

    Schumann, Robert. Romanze Fis-Dur, op. 28 Nr. 2 (Decca, 1951)

    Repertoire

    Zum Repertoire von Kathleen Long gehörten u. a.:


    Bach, Johann Sebastian. Brandenburgisches Konzert Nr. 5, D-Dur, BWV 1050

    Bach, Johann Sebastian. Concerto d-Moll (keine Präzisierung möglich)

    Bach, Johann Sebastian. Fantasia für Klavier c-Moll (keine Präzisierung möglich)

    Bach, Johann Sebastian. Partita für Klavier B-Dur, BWV 825

    Bach, Johann Sebastian/Tausig, Carl. Orgeltoccata und -fuge d-Moll, BWV 565 (Klavierbearb.)

    Bach, Johann Sebastian. Sonate für Violine und Basso continuo F-Dur, BWV 1018

    Bach, Johann Sebastian. Sonate für Flöte und Basso continuo Es-Dur, BWV 1031

    Bach, Johann Sebastian. „Schafe können sicher weiden“, arr. für Klavier von Albert Leveque


    Bax, Arnold. Sonate für Violine und Klavier g-Moll Nr. 3


    Beethoven, Ludwig van. Konzert für Klavier und Orchester C-Dur, op. 15

    Beethoven, Ludwig van. Konzert für Klavier und Orchester c-Moll, op. 37

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate C-Dur, op. 2 Nr. 3

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate B-Dur, op. 22

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate F-Dur, op. 54

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate E-Dur, op. 109

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate As-Dur, op. 110

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violine und Klavier A-Dur, op. 47

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violoncello und Klavier A-Dur, op. 69

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur, op. 102 Nr. 1

    Beethoven, Ludwig van. Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur, op. 102 Nr. 2


    Bloch, Ernest. Concerto Grosso Nr. 1 für Streicher und obligates Klavier

    Bloch, Ernest. Klavierquintett Nr. 1


    Brahms, Johannes. Variationen über ein eigenes Thema D-Dur, op. 21 Nr. 1

    Brahms, Johannes. Klaviertrio H-Dur, op. 8

    Brahms, Johannes. Klavierquartett g-Moll, op. 25

    Brahms, Johannes. Klavierquartett A-Dur, op. 26

    Brahms, Johannes. Klavierquartett c-Moll, op. 60

    Brahms, Johannes. Sonate für Violoncello und Klavier e-Moll, op. 38

    Brahms, Johannes. Sonate für Violine und Klavier G-Dur, op. 78

    Brahms, Johannes. Sonate für Violoncello und Klavier F-Dur, op. 99


    Bridge, Frank. Phantasm. Rhapsody für Klavier und Orchester (Uraufführung 1934)

    Bridge, Frank. „The Midnight Tide“ aus der Suite „The Hour Glass“

    Bridge, Frank. Capriccio

    Bridge, Frank. Klaviertrio (keine Präzisierung möglich)


    Casella, Alfredo. Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur, op. 45


    Chabrier, Alexis Emanuel. Idylle and Bourrée fantasque

    Chabrier, Alexis Emanuel. Pièces pittoresques


    Chausson, Ernest. Concert für Klavier, Violine und Streichquartett D-Dur, op. 21


    Chopin, Frédéric. Ballade g-Moll, op. 23


    Clarke, Rebecca. Klaviertrio


    D’Indy, Vincent. Klavierkonzert „Symphonie sur un Chant Montagnard Français“, op. 25


    Debussy, Claude: Préludes, 2. Buch, L 123

    Debussy, Claude. Sonate für Violine und Klavier, L140


    Delius, Frederick. Konzert für Klavier und Orchester c-Moll

    Delius, Frederick. Danse for Harpsichord

    Delius, Frederick. Sonatina für Klavier

    Delius, Frederick: Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier

    Delius, Frederick. Sonate Nr. 3 für Violine und Klavier


    Delvincourt, Claude. Suite de Danceries


    Dvořák, Antonín. Klavierquartett Es-Dur, op. 51


    Dyson, Sir George. Concerto leggiero für Klavier und Streichorchester


    Fauré, Gabriel. Ballade für Klavier und Orchester Fis-Dur, op. 19

    Fauré, Gabriel. Barcarolle Nr. 1, a-Moll, op. 26

    Fauré, Gabriel. Barcarolle Nr. 2, G-Dur, op. 41

    Fauré, Gabriel. La bonne chanson, op. 61

    Fauré, Gabriel. Impromptu Nr. 2, f-Moll, op. 31

    Fauré, Gabriel. Klavierquartett c-Moll, op. 15

    Fauré, Gabriel. Klavierquartett g-Moll, op. 45

    Fauré, Gabriel. Klavierquintett c-Moll, op. 115

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 2, H-Dur, op. 33

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 4, Es-Dur, op. 36

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 5, B-Dur, op. 37

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 6, Des-Dur, op. 63

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 7, cis-Moll, op. 74

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 8, Des-Dur, op. 84

    Fauré, Gabriel. Nocturne Nr. 13, h-Moll, op.119

    Fauré, Gabriel. Thème et Variations cis-Moll, op. 73

    Fauré, Gabriel. Sonate für Violine und Klavier A-Dur, op. 13


    Field, John. Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2, As-Dur


    Fitz William Virginal Book


    Françaix, Jean. Concertino für Klavier und Orchester


    Fuleihan, Anis. Konzert für Klavier und Kammerorchester


    Goossens, Eugène de. Klavierquintett (keine Präzisierung möglich)


    Grieg, Edward. Lyrische Stücke, op. 54

    Händel, Georg Friedrich. Flötensonate G-Dur, HWV 363b


    Haydn, Joseph. Konzert für Klavier und Orchester D-Dur (keine Präzisierung möglich)

    Haydn, Joseph. Klaviersonate c-Moll, Hob. XVI, 20

    Haydn, Joseph. Klaviersonate E-Dur, Hob. XVI, 31

    Haydn, Joseph. Klaviersonate G-Dur, Hob. XVI, 40

    Haydn, Joseph. Klaviersonate D-Dur, Hob. XVI, 42

    Haydn, Joseph. Klaviersonate As-Dur, Hob. XVI, 43

    Haydn, Joseph. Divertimento As-Dur, Hob. XVI, 46


    Hindemith, Paul. Sonate für Violine und Klavier D-Dur, op. 11 Nr. 2


    Holst, Gustave. Nocturne (Uraufführung November 1930)


    Howells, Herbert. Procession


    Ireland, John. Klaviertrio


    Jacob, Gordon. Concertino für Klavier und Streichorchester (UA 1955)


    Jarnach, Philipp. Sonatine (Romancero I), op. 18


    Lambert, Constant. Elegiac Blues. In memory of Florence Mills


    Leigh, Walter: Concertino for Harpsichord (or piano) and String Orchestra


    Liapunow, Sergej. Konzertetüden (keine Präzisierung möglich)


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert Es-Dur, KV 271

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert A-Dur, KV 414

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert Es-Dur, KV 449

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert B-Dur, KV 450

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert G-Dur, KV 453

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert c-Moll, KV 491

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert C-Dur, KV 503


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate Es-Dur, KV 282

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate G-Dur, KV 283

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate a-Moll, KV 310

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Rondo a-Moll, KV 511

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate D-Dur, KV 576

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Rondo D-Dur, KV 585

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Sonate für zwei Klaviere F-Dur, KV 497


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Sonate für Violine und Klavier e-Moll, KV 304

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Sonate für Violine und Klavier Es-Dur, KV 380

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Sonate für Violine und Klavier A-Dur, KV 402

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierquintett Es-Dur, KV 452

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierquartett Es-Dur, KV 493

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviertrio C-Dur, KV 548


    Pyper, Willem. Klaviertrio


    Rameau, Jean Philippe. Gavotte avec 6 doubles a-Moll


    Ravel, Maurice. Konzert für Klavier und Orchester G-Dur

    Ravel, Maurice. Klaviertrio

    Ravel, Maurice. Le Tombeau De Couperin

    Ravel, Maurice. Ondine

    Ravel, Maurice. Sonatine pour piano

    Ravel, Maurice. Valses nobles et sentimentales


    Rubbra, Edmund. Konzert für Klavier und Orchester (möglicherweise eine frühe Fassung der Sinfonia Concertante, op. 38 von 1934)


    Saint-Saëns, Camille. Klavierkonzert c-Moll, op. 44


    Scarlatti, Domenico. Allegro D-Dur, K 45

    Scarlatti, Domenico. Presto B-Dur, K 47

    Scarlatti, Domenico. Allegro A-Dur, K 62

    Scarlatti, Domenico. [ohne Bez.] f-Moll, K 69

    Scarlatti, Domenico. [ohne Bez.] c-Moll, K 84

    Scarlatti, Domenico. Allegrissimo e-Moll, K 98

    Scarlatti, Domenico. Allegro D-Dur, K 137

    Scarlatti, Domenico. Allegro Es-Dur, K 193

    Scarlatti, Domenico. Vivo G-Dur, K 201

    Scarlatti, Domenico. Allegro G-Dur, K 235

    Scarlatti, Domenico. Allegro cis-Moll, K 247

    Scarlatti, Domenico. Allegro F-Dur, K 366

    Scarlatti, Domenico. Allegro fis-Moll, K 447

    Scarlatti, Domenico. Allegro G-Dur, K 455

    Scarlatti, Domenico. Allegro A-Dur, K 457

    Scarlatti, Domenico. Presto D-Dur, K 492

    Scarlatti, Domenico. Allegro a-Moll, K 532


    Schmitt, Florent. Klavierquintett op. 51


    Schubert, Franz. Allegro moderato C-Dur, D 347

    Schubert, Franz. Klavierquintett A-Dur („Forellenquintett“), op. 114

    Schubert, Franz. Klaviersonate a-Moll, op. 164

    Schubert, Franz. Klaviersonate Es-Dur, op.122


    Schumann, Robert. Konzert für Klavier und Orchester a-Moll, op. 54

    Schumann, Robert. 12 Symphonische Etüden op. 13

    Schumann, Robert. Kinderszenen, op.15

    Schumann, Robert. Fantasie C-Dur, op. 17

    Schumann, Robert. Novelette D-Dur, op. 21 Nr. 2

    Schumann, Robert. Novelette fis-Moll, op. 21 Nr. 8

    Schumann, Robert. Klaviersonate g-Moll, op. 22

    Schumann, Robert. Romanze Fis-Dur, op. 28 Nr. 2

    Schumann, Robert. Frauenliebe und Leben, op. 42

    Schumann, Robert. Violinsonate d-Moll, op. 121


    Smyth, Ethel. Sonate a-Moll für Violine und Klavier, op. 7

    Smyth, Ethel. Trio für Violine, Horn und Klavier

    Smyth, Ethel. Zwei Trios für Flöte, Oboe und Klavier, o. op.


    Stanford/Grainger. Reel


    Törne, Bengt de. Sonate für Violine und Klavier


    Warner, Waldo. Klaviertrio


    Williams, Ralph Vaughan. Streichquartett g-Moll

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Long, Kathleen“. In: British Music. R. Palmer (Hg.). 1948 (verbügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Long, Kathleen”. In: Grove’s Dictionary of Music and Musicians. 5. Aufl., hg. von Eric Blom. Bd. 5, London: Macmillan & Co LTD, 1954.


    Long, Kathleen. [Nachruf auf Herbert Sharpe]. Website des Londoner „Centre of Performance History“, http://www.cph.rcm.ac.uk/Tour/Pages/Sharpe.htm, Stand: 16. Juni 2008 (dort ohne weitere Quellenangaben).


    McVeagh, Diana. Artikel „Long, Kathleen“. In: The New Grove. Dictionary of Music & Musicians. Hg. v. Stanley Sadie. London: Macmillan Publishers Limited, 1980. Bd. 11, S. 219.


    Neel, Boyd. My Orchestras and Other Adventures: The Memoirs of Boyd Neel. J. David Finch (Hg.). Toronto: University of Toronto Press, 1985.


    Farewell to Kathleen Long. In: The R.C.M. [Royal College of Music] Magazine 1965, S. 14f.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel (Auswahl)


    Music and Letters. Vol. 10. Nr. 2 (April 1929), S. 218.


    Tempo 10 (März 1945), S. 14f.


    The Musical Times vom 1. Juli 1914, S. 469.

    The Musical Times vom 1. August 1916, S. 381.

    The Musical Times vom 1. April 1933, S. 357.

    The Musical Times vom 1. Februar 1934, S. 174.

    The Musical Times vom 1. April 1938, S. 296.

    The Musical Times vom 1. August 1941, S. 312.

    The Musical Times vom 1. Februar 1942, S. 62.

    The Musical Times vom 1. Mai 1942, S. 149.

    The Musical Times vom 1. November 1943, S. 340.

    The Musical Times vom 1. Oktober 1946, S. 316.

    The Musical Times vom 1. Mai 1951, S. 229.

    The Musical Times vom 1. August 1955, S. 433.

    The Musical Times vom 1. September 1960, S. 571.

    The Musical Times vom 1. März 1960, S. 171.

    The Musical Times vom 1. Mai 1968, S. 467.


    The Times London vom 25. Oktober 1913, S. 11.

    The Times London vom 19. Mai 1917, S. 9.

    The Times London vom 24. November 1922, S. 10.

    The Times London vom 11. Februar 1926, S. 12.

    The Times London vom 11. Februar 1926, S. 12.

    The Times London vom 6. März 1926, S. 12.

    The Times London vom 17. Dezember 1926, S. 12.

    The Times London vom 7. November 1927, S. 12.

    The Times London vom 11. November 1929, S. 9.

    The Times London vom 20. Januar 1930, S. 10.

    The Times London vom 24. Februar 1930, S. 19.

    The Times London vom 31. März 1930, S. 9.

    The Times London vom 13. Juni 1930, S. 12.

    The Times London vom 5. Juni 1931, S. 12.

    The Times London vom 11. Juli 1931, S. 10.

    The Times London vom 17. Juli 1931, S. 12.

    The Times London vom 20. Juni 1932, S. 10.

    The Times London vom 25. Juni 1932, S. 18.

    The Times London vom 26. August 1932, S. 8.

    The Times London vom 1. Oktober 1932, S. 13.

    The Times London vom 12. Dezember 1932, S. 10.

    The Times London vom 4. Januar 1933, S. 8.

    The Times London vom 5. Januar 1933, S. 5.

    The Times London vom 17. März 1933, S. 12.

    The Times London vom 25. August 1933, S. 8.

    The Times London vom 11. Januar 1934, S. 8.

    The Times London vom 17. Februar 1936, S. 7.

    The Times London vom 21. Februar 1936, S. 12.

    The Times London vom 29. April 1938, S. 14

    The Times London vom 30. Januar 1939, S. 20

    The Times London vom 7. Oktober 1939, S. 4

    The Times London vom 14. November 1939, S. 6

    The Times London vom 20. Januar 1940, S. 4.

    The Times London vom 7. Mai 1940, S. 4.

    The Times London vom 27. Oktober 1942, S. 8.

    The Times London vom 26. Januar 1943, S. 2.

    The Times London vom 28. April 1943, S. 6.

    The Times London vom 24. Januar 1944, S. 8.

    The Times London vom 8. Oktober 1945, S. 8.

    The Times London vom 21. August 1946, S. 7.

    The Times London vom 28. November 1946, S. 5.

    The Times London vom 27. Januar 1947, S. 6.

    The Times London vom 2. Dezember 1950, S. 8.

    The Times London vom 6. November 1951, S. 8.

    The Times London vom 26. April 1954, S. 2.

    The Times London vom 20. März 1956, S. 3.

    The Times London vom 8. März 1957, S. 3.

    The Times London vom 25. Mai 1959, S. 14.

    The Times London vom 6. Juli 1961, S. 19

    The Times London vom 17. Oktober 1967, S. 9.

    The Times London vom 22. März 1968, S. 12 (Nachruf)


    Zu Rundfunkkonzerten siehe jeweils „The Times London“ unter der Rubrik „Broadcasting“ (Auswahl):

    8., 9. und 10. März 1926; 1. Dezember 1928; 25. Mai 1929; 23. September 1930; 6. Februar 1931; 4. Juli 1931; 1. September 1931; 30. Oktober 1931; 4. November 1931; 12. Dezember 1931; 28. Juni 1932; 30. Januar 1933; 11. Mai 1933; 25. Januar 1940; 16. Oktober 1940; 7. Dezember 1940; 4. Februar 1943; 16. Februar 1943; 19. Februar 1943; 23. Oktober 1943; 30. Oktober 1943; 13. März 1944; 8. Mai 1944; 27. Mai 1944; 9. Dezember 1944; 10. Januar 1945; 31. März 1945; 4. August 1945; 5. Juli 1947; 18. Juli 1947; 26. Juli 1947; 17. Dezember 1947; 31. Juli 1948; 14. Januar 1950; 1. Juni 1953; 30. September 1953; 5. Juni 1954; 17. April 1956; 29. Juni 1956; 6. Dezember 1958; 17. Juni 1960; 5. August 1960.



    Links


    http://www.cph.rcm.ac.uk/Tour/Pages/Sharpe.htm

    Auf den Websites des Londoner „Centre of Performance History“ ist ein Nachruf von Kathleen Long auf ihren Lehrer Herbert Sharpe veröffentlicht, allerdings ohne weitere Quellenangaben.


    http://www.aim25.ac.uk/cgi-bin/quicksearch

    Die Internetseite „Archives in London and the M25 area” verzeichnet einen Eintrag zu Kathleen Long.


    http://www.bl.uk/collections/sound-archive/cat.html

    Das National Sound Archive der British Library verzeichnet zahlreiche Aufnahmen von Kathleen Long.


    http://www.concertprogrammes.org.uk/

    Die britische Concert Programmes database verzeichnet zahlreiche Einträge zu Kathleen Long.

    Forschung

    Ein Nachlass von Kathleen Long ist bislang nicht bekannt. Angesichts ihrer Bedeutung im Londoner Musikleben zwischen 1917 und 1965 ist es erstaunlich, dass die Internetseite „Archives in London and the M25 area” lediglich einen einzigen Eintrag zu Kathleen Long verzeichnet.


    Zu ihrem Abschied als Dozentin am Royal College of Music erschien in der Zeitschrift des Colleges ein Artikel über Kathleen Long, der für den vorliegenden Artikel nicht eingesehen wurde. Er wird vermutlich weitere Informationen zu ihren Tätigkeiten als Musikpädagogin enthalten (vgl. „Literatur“: Farewell to Kathleen Long. In: The R.C.M. [Royal College of Music] Magazine 1965, S. 14f.).

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Kathleen Long umfasst sowohl ihre Biografie als auch zahlreiche Tätigkeitsbereiche. Während ihre Konzerte im Londoner Musikleben vergleichsweise gut zu dokumentieren sind, ist ihre Bedeutung für Musikpädagogik und Musikpolitik bislang unerforscht; dies betrifft u. a. auch ihre Aktivitäten in der „Society of Woman Musicians“.


    Im Rahmen übergreifender, sozialgeschichtlicher Forschungen wäre die Biografie von Kathleen Long auch im Hinblick auf ein kontinuierliches, fünfzig Jahre umspannendes Arbeitsleben als Musikerin interessant.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 29721701
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 133032760
    Library of Congress (LCCN): no92013244
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 30. Juni 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 08.07.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Kathleen Long“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 8.7.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Kathleen_Long