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  • Katharina Fröhlich

    von Ingeborg Harer
    Portrait nach einer Miniatur von Moritz Michael Daffinger 1823.
    Namen:
    Katharina Fröhlich
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Sängerin, Mäzenin, Korrespondentin, Nachlassverwalterin, Stifterin
    Charakterisierender Satz:

    „Als sie zuhörend am Klavier saß.

    Still saß sie da, die Lieblichste von allen,

    Aufhorchend, ohne Tadel, ohne Lob;

    Das dunkle Tuch war von der Brust gefallen,

    Die, nur vom Kleid bedeckt, sich atmend hob;

    Das Haupt gesenkt, den Leib nach vorn gebogen,

    Wie von den fliehnden Tönen nachgezogen.

    […]“


    (Gedicht von Franz Grillparzer, 1821, in ders.: Sämtliche Werke, Bd. 1, München 1960, S. 134-136)


    Profil

    Katharina Fröhlich ist die dritte der vier Schwestern Fröhlich und wird aufgrund der nicht zustande gekommenen Ehe mit dem österreichischen Dichter Franz Grillparzer als dessen „ewige Braut“ bezeichnet. (Vgl. auch Anna Fröhlich, Barbara Fröhlich, Josephine Fröhlich)


    Katharina Fröhlich beteiligte sich in vielfältiger Weise am musikalischen Geschehen ihrer Umgebung, wenngleich sie Zeit ihres Lebens keine Berufstätigkeit ausübte und auch beinahe ausschließlich im privaten Kreis künstlerisch aktiv war. Sie führte den gemeinsamen Haushalt mit ihren Schwestern, später auch mit Grillparzer, und sie war mit ihren musikalischen Kenntnissen zur Stelle, wo immer es nötig war. So war sie als Begleiterin ihrer Schwester Josephine auf deren Konzertreisen eine wichtige Stütze und Beraterin in künstlerischen sowie organisatorischen Angelegenheiten. Sie hat zumindest sporadisch an Theateraufführungen im privaten Bereich als Schauspielerin mitgewirkt und scheint im Briefwechsel mit Familienmitgliedern immer wieder als Sängerin von beispielsweise Schubert-Liedern auf.


    Die quasi automatisierte Assoziation Katharina Fröhlichs mit ihrem Verlobten Franz Grillparzer, hat eine Reduktion ihrer Person auf die Rolle der „ewigen Braut“ einerseits bewirkt und andererseits Stoff für Erzählungen hervorgebracht, die allzu oft in der Trivialliteratur Niederschlag fanden. Eine nähere Betrachtung der Lebensweise und Lebensumstände Katharina Fröhlichs zeigt jedoch ein weit konkreteres kulturelles Handeln auf, als es die bloße Verbindung mit Grillparzer vermuten ließe.

    Die erhaltenen Briefe von ihren Reisen mit Josephine Fröhlich an die gemeinsame Schwester Anna Fröhlich und an Franz Grillparzer, die, einem Tagebuch ähnlich, detaillierte Schilderungen des jeweiligen Tagesablaufes enthalten, sind lebhafte Zeugnisse der Persönlichkeit Katharinas und bilden somit ein Dokument, das eine individuell denkende, lebenslustige junge Frau zeigt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts werden Katharinas in den Briefen zu Tage tretendes Temperament und ihre sprachlichen Kompetenzen folgendermaßen beschrieben, wenn auch aus einer männlichen, für die Zeit charakteristisch beurteilenden Perspektive: „Man stoße sich nicht an den sonderbaren Wortbildern, die einem hier manchmal begegnen. [...] Man erquicke sich vielmehr an der körnigen, kräftigen, echt wienerischen Ausdrucksweise Kattis, an ihrer plastischen Art zu schildern, an ihren prächtigen Wendungen, an ihrem Humor, ihrem Mutterwitz, ihrer echt wienerischen Spaßesfreude. Was diesen Frauen an Schulbildung fehlte, wurde durch ihr künstlerisches Temperament und durch ihre künstlerische Erziehung reichlich ersetzt.“ (Sauer 1894, S. 85)


    Katharina war auch in brieflichem Kontakt mit der Pianistin Irene Prokesch-Osten (geb. Kiesewetter 1811-1872), die sie wahrscheinlich im Hause deren Vaters Raphael Georg Kiesewetter bei den musikalischen Abenden kennengelernt hatte (Bertsch 2005, S. 259). Katharina wird in der Liste der dort „solistisch Mitwirkenden“ als Sopran angeführt (Kier 1968, S. 185).

    Orte und Länder

    Katharina Fröhlich lebte zumeist in Wien und hielt sich gelegentlich zu privaten Zwecken in diversen Kurorten auf, z. B. in Römerbad (damals Untersteiermark, heute Rimske Toplice, Slowenien), in Baden bei Wien und in Karlsbad (heute Karlovy Vary, Tschechien). Sie begleitete ihre Schwester Josephine Fröhlich auf deren Konzertreisen: 1826 nach Prag sowie 1830/1831 Triest und Mailand.

    Biografie

    Katharina Fröhlich wurde als dritte Tochter der insgesamt vier Schwestern der Familie Fröhlich am 10. Juni 1800 in Wien geboren. Die Eltern Mathias Fröhlich (1756-1843) und Barbara, geb. Mayr (1764-1841) kamen aus Pottendorf in Niederösterreich, bevor sie um 1790 nach Wien/Wieden zogen, wo Mathias Fröhlich als „Weinschlagmacher“ ein Geschäft zur Erhaltung von Weinfässern betrieb. Ab 1811 wohnte die Familie in der Wiener Innenstadt im Haus Singerstraße 18 (heute noch erhalten), wobei die Mutter, Barbara Fröhlich, erst zu einem späteren Zeitpunkt ihrem Mann und den Töchtern in die Wiener Innenstadt folgte (vgl. Blaha 2002, S. 35-37). Ab 1826 lebte die Familie in der Spiegelgasse 21 (heute nicht mehr erhalten),

    Wie ihre Schwestern, Anna Fröhlich, Barbara Fröhlich und Josephine Fröhlich, muss Katharina wohl bereits als Kind Unterricht im Klavierspielen und Singen erhalten haben (vgl. dazu vor allem Anna Fröhlich). Ihre musikalischen Kenntnisse wurden vermutlich durch das künstlerische Umfeld des Hauses und den regelmäßigen Besuch von Theater- und Konzertveranstaltungen vertieft. In der ersten Begegnung der Schwestern Fröhlich mit der Musik Franz Schuberts spielte Katharina Fröhlich laut Überlieferung als Pianistin eine wichtige Rolle:

    „´Schubert´, erzählte Anna [Fröhlich] ´lernten wir folgenderweise kennen: Advokat Dr. Leopold Sonnleithner brachte uns Lieder, wie er sagte, von einem jungen Menschen, die gut sein sollen. Die Kathi setzte sich gleich zum Klavier und versuchte das Akkompagnement. Da horcht mit einem Male Gymnich – ein Beamter, der auch hübsch sang und eben bei uns war – auf und sagt: `Was spielen Sie denn da? Ist das Ihre Phantasie?` – `Nein` – `Das ist ja herrlich, das ist was ganz Außergewöhnliches. Lassen Sie doch sehen.` Und nun wurden den ganzen Abend, einige Stunden lang, die Lieder gesungen. Nach ein paar Tagen führte Sonnleithner Schubert bei uns auf. Es war noch in der Singerstraße 18, und dann kam er oft zu uns.´“ (Breuning, 19. November 1884, S. 3.)


    Ab 1815 und noch in den 1820er Jahren wird Katharina Fröhlich als „Ausübendes Mitglied“ der Gesellschaft der Musikfreunde genannt (Böckh 1823, S. 356, Monatbericht V. 1829, S. 70) und trat zudem gelegentlich als Sängerin gemeinsam mit ihren Schwestern auf.

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    Franz Grillparzer lernte sie im Winter 1820/21 im Hause des Bankiers Johann Heinrich Geymüller (1754-1824) in der Wallnerstraße 8 in Wien kennen, wo auch Schubert gelegentlich an den musikalischen Veranstaltungen teilnahm. Die Verlobung mit ihm erfolgte noch 1821, führte jedoch nie zu Heirat. Die Beziehung der beiden war von Anfang an nicht ungetrübt, und es kam immer wieder zu schwierigen Phasen des Zweifelns, vor allem von Seiten Grillparzers.


    Im Winter 1830/31 begleitete Katharina ihre Schwester Josephine auf Konzertreisen nach Mailand. Aus dieser Zeit liegen Briefe vor, die Katharina als rege Briefschreiberin und detailgenaue Erzählerin erscheinen lassen. Auch die Sehnsucht nach Beweisen für Grillparzers Zuneigung klingt in diesen Briefen immer wieder durch.

    Das Verhältnis zwischen Franz Grillparzer und Katharina Fröhlich war in der Literatur des späten 19. Jahrhunderts häufiges Diskussionsthema. Bei Speidel heißt es dazu: „Nach dem ersten Rausch der Liebe, der indeß die Schranken der Sitte nicht übersprang, stellte sich ein gespannter, ein gereizter Zustand ein. Ein Versuch, entschieden mit einander zu brechen mißlang; sie konnten einander nicht lieben und konnten von einander nicht lassen. So wohnten, so lebten sie – nicht mit einander sondern neben einander bis zu Grillparzer’s Tod. Noch fünfzig Jahre, nachdem sich das seltsame Verhältniß angesponnen, sah man die beiden alten Leute neben einander hergehen, und Jeder ahnte in ihrem Verhalten gegen einander ein Räthsel.“ (Speidel 1885)


    Katharina Fröhlich, die keiner Berufstätigkeit nachging, führte den Haushalt in der Spielgelgasse und kümmerte sich um die täglichen Belange der beiden Schwestern Anna und Josephine FröhlichBarbara Fröhlich war mit Mann und Kind in eine eigene Wohnung gezogen – und auch um Franz Grillparzer, den sie bis zu dessen Tod knapp nach dem 81. Geburtstag im Jahre 1872 versorgte. Per Testament bestimmte Franz Grillparzer sie zur Alleinerbin seines Nachlasses, den sie in ihren letzten Lebensjahren betreute. Noch im Jahre 1872 erwirkte sie die Gründung des „Grillparzer-Preises“, der 1875 zum ersten Mal und mit Unterbrechungen bis 1971 an ausgewählte Dramatiker im Dreijahresabstand verliehen wurde. Ebenfalls 1872 veranlasste sie die Übergabe des Nachlasses und auch der Wohnung Grillparzers an das heutige Wienmuseum, wo im Hauptgebäude am Wiener Karlsplatz die Rekonstruktion seiner Wohnung, die eigentlich die der Fröhlich-Schwestern war, samt Original-Mobiliar und Inventar besichtigt werden kann.


    Katharina Fröhlich starb am 3. März 1879 in Wien.

    Würdigung

    Wie ihre Schwestern beteiligte sich auch Katharina am umfassenden kulturellen Geschehen ihrer Zeit, wenngleich sie im Vergleich zu ihren Schwestern wenig in der Öffentlichkeit auftrat. Vielmehr ist ihre musikalische Tätigkeit innerhalb privater Netzwerke zu suchen. Briefe geben darüber Auskunft, dass Katharina gelegentlich als Sängerin, bei unzähligen Gelegenheiten als Klavier-Begleiterin ihrer als Sängerinnen tätigen Schwestern im privaten Bereich bzw. in Rahmen von Probenarbeiten aktiv war, so z.B. als sie sich mit ihrer Schwester Josephine 1830/31 in Mailand aufhielt. Zu den Besuchern in Mailand gehörte auch Franz Schoberlechner (Blaha 2002, S. 168-176), der an den musikalischen Übungen und Probearbeiten der Schwestern als Sänger teilnahm. Katharina berichtete weiters regelmäßig über Konzert- und Opernaufführungen in Mailand, was ihre Fähigkeit, kompetente künstlerische Beurteilungen abzugeben, unterstreicht. Zuhause in Wien spielte sie für Grillparzer nahezu täglich Klavier.


    Katharina wird schauspielerisches Talent bescheinigt, das sie allerdings nicht im Sinne einer Berufstätigkeit umsetzte. Marie von Ebner-Eschenbach hielt dieses Faktum in ihren Erinnerungen fest: „Einmal hatte Sofie Schröder Kathi spielen gesehen bei einer Vorstellung auf einem Liebhabertheater, hatte die junge Dilettantin umarmt und feierlich erklärt: »Fräulein, wenn Sie nicht Schauspielerin werden, begehen Sie einen Selbstmord.« Aber Grillparzer sagte: »Eine Schauspielerin mag ich nicht«, und der Selbstmord wurde begangen. Hat er gefragt, was es sie gekostet hat? Oder lieber nicht gefragt – es war überflüssig, er wußte es zu gut.“ (Ebner-Eschenbach 1915/16, S. 67.)

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    Als „ewige Braut“ war Katharina gemeinsam mit ihren Schwestern Begleiterin und Quartiergeberin für Grillparzer, der zunächst im selben Haus wie die Fröhlich-Schwestern in der Spiegelgasse wohnte, dann 1849 einen Raum in deren Wohnung im 4. Stock bewohnte und dort 1872 verstarb. Marie von Ebner-Eschenbach, die im geselligen Hause der Fröhlichs ein und ausging, stellte Grillparzer in Bezug auf den Umgang mit den Schwestern ein schlechtes Zeugnis aus. Er hätte die Betreuung der Schwestern selbstverständlich angenommen und speziell Katharina gegenüber kaum Wertschätzung entgegengebracht. Im Gegenteil, sie hätte unter seiner Grausamkeit gelitten (vgl. Ebner-Eschenbach 1915/16, S. 35, S. 65-66). Grillparzer war außerdem eifersüchtig. Im Jahre 1830 zeichneten sich Unstimmigkeiten zwischen Katharina Fröhlich und Franz Grillparzer ab, die aus Briefen Grillparzers hervorgehen (Blaha 2002, S. 165-66). Allgemein zu den Schwestern heißt es in Ebner-Eschenbachs Wortlaut: „Der Name Kathi Fröhlich ist unauflöslich mit dem Namen Franz Grillparzer verbunden. In einem Punkte hat sie sein Geschick geteilt, die Mit- und Nachwelt hat an ihr nicht viel weniger gesündigt als an ihm. Mißverstand, Vorurteil, Engherzigkeit, Klatschsucht besorgten und besorgen das in einer ihrer würdigen Weise. Wenn ich in einem der zahlreichen Bücher lese, die uns die Grillparzer-Literatur beschert hat, kann ich nicht genug staunen über den niederen Rang, der darin Kathi und ihren Schwestern im Leben des Dichters angewiesen wird. Es ist nicht selten der von drei Haushälterinnen, die seine Zimmer in Ordnung hielten und seine Wäsche besorgten. Erwähnt findet sich auch wohl, daß sie verstanden, ihm Unangenehmes und Peinliches aus dem Wege zu räumen, zudringliche Besuche fernzuhalten, lästige Korrespondenzen für ihn zu führen, ihm viele Sorgen für unerfreuliche Verwandte abzunehmen. Daß übrigens Anna und Josephine höchst musikalisch waren, trug recht viel dazu bei, ihren Umgang mit Grillparzer, der ja die Musik fast höher stellte als die Poesie, wertvoll zu machen. Das wird gnädig zugegeben.“ (Ebner-Eschenbach, Meine Erinnerungen, S. 64-65.)


    Als Verwalterin des Nachlasses Grillparzers legte Katharina Fröhlich das Vermögen in einer Stiftung an, aus der bis 1971 alle drei Jahre der „Franz Grillparzer Preis“ vergeben wurde, und sorgte dafür, dass Grillparzers Nachlass in Wien verblieb. Im Vergleich mit ihren Schwestern wird vom zeitgenössischen Bekanntenkreis meist Katharinas Schönheit hervorgehoben (vgl. Breuning, 19. November 1884, S. 2).

    Rezeption

    Franz Grillparzer verewigte Katharina Fröhlich in mehreren literarischen Werken. Er verfasste einerseits Gedichte, die entweder Katharina gewidmet sind oder sich in irgendeiner Form auf sie beziehen, andererseits ist Katharina in verschiedenen Frauengestalten seiner Dramen zu finden.

    Auf die zweite Begegnung mit Katharina im Hause der Wiener Familie Geymüller geht das Gedicht „Als sie zuhörend am Klavier saß“ (März 1821, veröffentlicht im selben Jahr in „Aglaja“ hg. von Josef Sonnleithner, s. o.) zurück. Die Begegnungen mit Katharina im Hause Fröhlich als auch die Bedeutung von Musik in Katharinas Leben, schildert Grillparzer in seinen Tagebüchern.

    Katharinas Rolle als „ewige Braut“ Grillparzers wurde zum Anlass für literarische, aber auch belletristische Arbeiten, oft mit dem Hang zu ausschweifend romantisierender Legendenbildung. Die Beziehung zwischen Katharina Fröhlich und Franz Grillparzer zählt zu den häufig verarbeiteten Sujets im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Hier ergeben sich Berührungspunkte zwischen der Grillparzer- und Schubertliteratur, wobei in beiden Fällen die Menge der Trivialliteratur nicht unerwähnt bleiben soll (siehe auch Anna Fröhlich / Rezeption).


    In den Jahren 1928/29 wurde mit heutiger Adresse Wien 12, Malfattigasse 1-5 der „Fröhlich-Hof“, benannt nach Katharina Fröhlich, errichtet. Es handelt sich dabei um eine heute unter Denkmalschutz stehende Wohnanlage mit 149 Wohneinheiten, u-förmig um einen Hof angeordnet, geplant von Engelbert Mang nach den Prinzipien des sozialen Wohnbaus der Zwischenkriegszeit.

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    Franz Grillparzer: Gedichte


    Allgegenwart, 1821.

    Albumblatt, 1821.

    Als sie zuhörend am Klavier saß, 1821.

    Gedanken am Fenster, 1822.

    Jugenderinnerungen im Grünen (Nr. 15 in „Tristia ex Ponto“ 1824-1830).



    Lux, Joseph August, 1912 siehe „Quellen B“.

    Lux, Joseph August. Die Schwestern Fröhlich (Grillparzers ewige Braut) Eine Komödie aus Wiens klassischer Zeit in 3 Akten mit einem Vorspiel und einem Nachspiel. Gmain, Die Weissen Hefte, 1923.

    Plattensteiner, Richard. Der Grillparzer Franz und seine Kathi: das Schicksal einer Dichterliebe: ein Bilderreigen. Anzengruber-Verlag, 1916.

    Prels, Max. Grillparzers ewige Braut. Berlin: Runge, 1922.

    Repertoire

    Das Repertoire von Katharina Fröhlich als Pianistin und Sängerin kann nicht spezifisch angeführt werden, da nur einige wenige Auftritte nachweisbar sind. Sie musizierte jedoch häufig spontan zu verschiedenen Anlässen, begleitete ihre Schwestern beim Singen und spielte so gut wie täglich zu Hause in Wien Klavier für Franz Grillparzer.

    Die folgenden Auftritte als Sängerin erfolgten in Wien gemeinsam mit ihren Schwestern:

    19.4.1818 im Hause Raphael Georg Kiesewetter (Madrigale)

    21.1.1819 „Abend-Unterhaltung“, Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

    Quellen

    Auswahl


    Vgl. auch Anna Fröhlich, Barbara Fröhlich, Josephine Fröhlich


    A Schriftstücke von Katharina Fröhlich


    [Albumblatt von „Katharina Fröhlich“ Wien 28. Januar 1860 in] Zur Feyer des 100sten. Quartett-Abend des Herrn Josef Hellmesberger von seinen Verehrern. 1860 : [Gratulationskassette für Joseph Hellmesberger]. ÖNB


    Briefe, insbesondere im Grillparzer-Nachlass, Wienbibliothek.


    Briefe im Reprint siehe B Quellen (Sauer 1893, 1894) und C Sekundärliteratur (Blaha 2002 )


    Grillparzer Preisstiftung. „Zur Hebung der deutschen dramatischen Production. 27. September 1872. [gezeichnet von Katharina Fröhlich, Zeugen: Theobald von Rizy und Leopold Sonnleithner]“. In: Almanach der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 38. Jg. Wien: K.K. Hof- und Staatsdruckerei 1888. S. 103-109.

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    B Quellen (chronologisch 1823-1964)


    Böckh, Franz Heinrich. Merkwürdigkeiten der Haupt- und Residenz-Stadt Wien und ihrer nächsten Umgebungen: ein Handbuch für Einheimische und Fremde, Band 1, Wien: B. Ph. Bauer, 1823.


    [Castelli, Ignaz Franz]. „Tagebuch aus Wien (Fortsetzung)“. In: Dresdner Abend-Zeitung Nr. 33. 7. Februar 1824. S. 132.


    Monatbericht der Gesellschaft der Musikfreunde des Oesterreichischen Kaiserstaates. Wien: Haslinger 1829. V.


    Speidel, Ludwig. „Franz Grillparzer und Kathi Fröhlich“. In: Neue Freie Presse Nr. 7119. Morgenblatt 22. Juni 1884.


    Breuning, Gerhard von. „Aus Grillparzers Wohnung“. In: Neue Freie Presse Nr. 7266. 19. November 1884. S. 1-3 und Neue Freie Presse Nr. 7267 20. November 1884. S. 1-4.


    Lichtenheld, Adolf. Grillparzer-Studien. Wien: Carl Graeser 1891, S. 45-62.


    Sauer, August. „Grillparzer und Katharina Fröhlich“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 5. 1895. S. 219-292.


    Sauer, August u. Hedda. Ein Brief Kathis [d.i. Katharina Fröhlich] an Grillparzer, entziffert für Erich Schmidt zum 20. Juni 1893. Selbstverl. 1893.


    Sauer, August. „Briefe von Katharina Fröhlich an ihre Schwestern“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 4. 1894. S. 83-118.


    Sauer, August. „Grillparzer´s Kathy“. In: Jugend Nr. 4. 1902, S. 53-56.


    Najmájer, Marie von. „Bei den Schwestern Fröhlich“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 14. Jahrgang. 1904. S. 141-148.


    Lux, Joseph August. Grillparzers Liebesroman. Berlin: Bong, 1912.


    Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert. Sein Leben in Bildern. Zweite Auflage. Die Dokumente seines Lebens und Schaffens. Dritter Band. München: Georg Müller, 1913.


    Ebner-Eschenbach Marie von. „Meine Erinnerungen an Grillparzer“. Aus einem zeitlosen Tagebuch. Berlin: Gebrüder Paetel, 1916. S. 63-73. In: Marie von Ebner-Eschenbach: [Gesammelte Werke in drei Bänden.] [Bd. 3:] Erzählungen. Autobiographische Schriften. München 1956–1958. S. 886-917. Erstdruck: In: Westermanns deutsche Monatshefte. Bd. 119. Braunschweig: Westermann, 1915/16


    Kobald, Karl. Schubert und Schwind; ein Wiener Biedermeierbuch. Zürich-Leipzig-Wien: Almathea Verlag, 1921.


    „Fröhlich Katharina (Kathi)“. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1957. S. 373.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Erinnerungen seiner Freunde. Leipzig 1957. Unveränderter Nachdruck der Auflage. Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1983.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Dokumente seines Lebens gesammelt und erläutert von Otto Erich Deutsch. Franz Schubert. Neue Ausgabe sämtlicher Werke. Serie VIII: Supplement. Band 5. Kassel: Bärenreiter, 1964.



    C Sekundärliteratur (chronologisch)


    Gunert, Johann. „Fröhlich, Katharina“. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5. Berlin: Duncker & Humblot, 1961. S. 650-651.


    Potschner, Peter. „Die Wiederherstellung der Alterswohnung Grillparzers im Historischen Museum der Stadt Wien“. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege. Nr. 16. Wien 1962. S. 15-29.


    Hilmar, Ernst. Schubert. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1989.


    Kaufmann, Erika (Hg.). 175 Jahre Musikverein für Steiermark. Graz, 1815-1990. Graz: Musikverein für Steiermark, 1990.


    Clive, Peter. Schubert and His World. A Biographical Dictionary. Oxford: Clarendon Press, 1997. S. 50-54.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Lexikon. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1997.


    Blaha, Johanna. Die Schwestern Fröhlich. Dissertation Universität Wien. 2002.


    Boisits, Barbara. „Fröhlich, Schwestern“. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Band 1. Wien: Verl. der Österr. Akademie der Wissenschaften, 2002. S. 498-499.


    Waidelich, Till Gerrit. „Fröhlich, Familie“. In: MGG Personenteil 7. Kassel: Bärenreiter, 2002. Sp. 189-190.


    Doppler, Else. „Fallbeispiel Spiegelgasse 21 (Wohn und Sterbehaus Franz Grillparzers)“. In: Alt-Wien. Die Stadt, die niemals war (Ausstellungskatalog Wien Museum). Wolfgang Kos und Christian Rapp (Hg.). Wien: Czernin, 2004. S. 395-396.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Enzyklopädie. Band 1. Tutzing: Schneider, 2004.


    Bertsch, Daniel. Anton Prokesch von Osten (1795–1876). Ein Diplomat Österreichs in Athen und an der Hohen Pforte. Beiträge zur Wahrnehmung des Orients im Europa des 19. Jahrhunderts. Diss. Münster (Westfalen) 2002. München: Oldenbourg, 2005 (= Südosteuropäische Arbeiten, 123).



    D Bilder


    Portraits

    Barbara Bogner (geb. Fröhlich). Lithographische Skizze. Deutsch 1913, S. 298. Hilmar 1989, S. 66.


    Moritz Michael Daffinger (1790-1849), Miniatur Katharina Fröhlich 1823. Blaha 2002, S. 163.

    Anonyme Kopie der Porträtminiatur, Moritz Michael Daffinger, 1. Hälfte 19. Jahrhundert.

    Digitales Archiv. Beethoven-Haus Bonn. http://www.beethoven-haus-bonn.de/sixcms/detail.php?id=&template=dokseite_digitales_archiv_de&_dokid=bi:i9054&_seite=1

    Weitere Reproduktionen dieses Bildes. Österreichische Nationalbibliothek Bildarchiv.

    http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=7908819


    Zeichnung von Bonifacius [?] Heinrich. Fotographie davon: Beethoven-Haus Bonn. http://www.beethoven-haus-bonn.de/sixcms/detail.php?id=&template=dokseite_digitales_archiv_de&_dokid=bi:i3480&_seite=1

    Reproduktionen dieser Zeichnung in Deutsch 1913, S. 296. Dort fälschlicherweise als „Josephine“ bezeichnet.


    Gruppenbilder mit Schwestern (von links nach rechts)

    Betty, Josephine, Katharina

    Hans Temple (1857-1931), Eine Schubertiade bei Ritter von Spaun - Holzstich nach einer Fotografie von V. A. Heck nach einem Gemälde von Hans Temple (um 1890). Original verschollen. Reproduziert in: A. Bär u. a. (Hg). Bildersaal deutscher Geschichte, Stuttgart Berlin Leipzig, 1890 und Bühne und Welt 9. 1907. Hilmar 1989, S. 62. Beethoven-Haus Bonn.

    http://www.beethoven-haus-bonn.de/sixcms/detail.php?id=&template=opac_bibliothek_de&_opac=bild_de.pl&_t_maske=x&_dokid=bi:i3976

    dasselbe als „Franz Schubert am Klavier, und sein Freundeskreis im Jahre 1826“. Heliogravure von J. Blechinger nach einem Gemälde von Hans Temple.

    http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=13067190


    Katharina, Sophie Müller, Anna, Barbara, Josephine Fröhlich:

    Julius Schmid. Ein Schubert-Abend in einem Wiener Bürgerhause. Ölgemälde (entstanden 1897, anl. Schuberts 100. Geburtstag). Original: Wiener Schubertbund. Hilmar 1989,S. 193, Vorstudie (Kohlezeichnung) Hilmar 1989, S. 63.


    Johann Michael Vogl, Franz Schubert, Josephine und Katharina Fröhlich.

    Julius Schmid. Lünette im Kammermusiksaal, Grazer Congress, in Graz. Kaufmann 1990, S. 168-170.


    Franz Schubert, Josephine und vermutl. Barbara und Katharina Fröhlich

    Hans Schließmann. Zeichnung. Wienmuseum, Hilmar 1989, S. 56 „Schubert begleitet die Schwestern Fröhlich am Klavier“.


    Gebäude

    Wien 12, Malfattigasse 1-5 der „Fröhlich-Hof“, benannt nach Katharina Fröhlich, mit Brunnen

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%B6hlich-Hof_%28Meidling%29#mediaviewer/Datei:Fr%C3%B6hlich-Hof_1930.jpg

    Forschung

    Informationen über Katharina Fröhlich werden meist im Zusammenhang mit Franz Grillparzer und gemeinsam mit der Biografie und Würdigung der Schwestern als Familie Fröhlich publiziert. Die Literatur über Franz Grillparzer reduziert Katharina Fröhlich jedoch oft auf das Bild der „ewigen Braut“.

    Forschungsbedarf

    Einerseits wäre die Bedeutung Katharinas für Franz Grillparzer, insbesondere unter der Gender-Perspektive einer neuen Beurteilung zu unterziehen, andererseits sollte auch das Verhältnis zu ihren Schwestern neu aufgerollt und im Lichte ihres „versteckten“ künstlerischen Handelns untersucht werden. Der zeitgenössische Briefwechsel könnte Aufschluss dazu geben. In mancher Hinsicht wirft die Trivialliteratur Licht auf die Verhältnisse und Lebensumstände der damaligen Zeit – auch in dieser Hinsicht könnten weitere Forschungen lohnend sein.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 80419384
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 13600072X
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Ingeborg Harer


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 12.12.2015


    Empfohlene Zitierweise

    Ingeborg Harer, Artikel „Katharina Fröhlich“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 12.12.2015.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Katharina_Fröhlich