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  • Katharina Baum

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Katharina Baum
    Lebensdaten:
    geb. unbekannt in Elbing,
    gest. in Berlin, Deutschland

    Geburtsdatum und -jahr von Katharina Baum sind bislang nicht bekannt, vermutlich wurde sie um 1840 geboren.
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Sängerin, Gesangslehrerin, Pianistin, Klavierlehrerin
    Charakterisierender Satz:

    „Nächstens sende ich Ihnen einige Goethe’sche Lieder, die eine Freundin von mir komponiert hat. Stahr und ich finden, daß sie den Goethe’schen Geist und den Ton jener Zeit, ungemein getroffen hat, und wir dachten, daß sie auch Ihnen wohlgefallen könnten. [...] Fräulein Katharine Baum – die Componistin – ist hier Gesanglehrerin, von Wartel gebildet, und singt selbst vortrefflich [...].“


    (Fanny Lewald-Stahr an den Weimarer Herzog Carl Alexander in einem Brief vom 21. April 1873 aus Berlin. Vgl. Großherzog Carl Alexander und Fanny Lewald-Stahr in ihren Briefen 1848-1889. Rudolf Göhler (Hg.). 2 Bde. Berlin 1932, Bd. 2, S. 50)


    Profil

    Katharina Baum studierte Gesang bei dem Ehepaar Mathilde und Salvatore Marchesi in Wien sowie bei Pierre François Wartel in Paris und war zudem eine hervorragende Pianistin. Mitte der 1860er Jahre ließ sie sich als Sängerin und Komponistin in Berlin nieder und lehrte als Gesangs- und Klavierlehrerin an der „Neuen Akademie der Tonkunst“ des Pianisten Theodor Kullak. Sie gehörte zum engeren Freundeskreis von Fanny Lewald-Stahr und Adolph Stahr, die sie beide förderten; vermutlich wurde ein großer Teil von Katharina Baums Liedkompositionen, darunter zahlreiche Vertonungen von Gedichten Johann Wolfgang von Goethes und Heinrich Heines, im Berliner Salon Fanny Lewald-Stahrs aufgeführt.

    Orte und Länder

    Katharina Baum wurde in Elbing, im damaligen Westpreußen (heute Elbląg in Polen) geboren. Sie studierte um 1860 Gesang in Wien und anschließend in Paris. Mitte der 1860er Jahre ließ sich Katharina Baum in Berlin nieder, wo sie zum engeren Freundeskreis des Schriftstellerehepaares Fanny Lewald-Stahr und Adolf Stahr gehörte. Katharina Baum starb 1876 in Berlin.

    Biografie

    Katharina Baum wurde um 1840 in Elbing im damaligen Westpreußen (heute Elbląg in Polen) geboren. Ihr Vater war „Commerzienrath“, ihre Mutter Sängerin, die selbst als „ausgezeichnete Dilettantin“ konzertierte (Dujak 1866, S. 266) und z. B. 1833 beim Marienburger Musikfest in Joseph Haydns „Schöpfung“ als Solistin aufgetreten war (vgl. „Allgemeine musikalische Zeitung“ vom Juli 1833, Sp. 477). Ende der 1850er, Anfang der 1860er Jahre studierte Katharina Baum Gesang am Wiener Konservatorium bei dem italienischen Bariton Salvatore Marchesi und möglicherweise auch bei dessen Frau, der Sängerin Mathilde Marchesi. Am 12. Februar 1861 trat Katharina Baum in einer von Salvatore Marchesi veranstalteten Musikalischen Soirée im Leipziger Gewandhaus auf und sang dabei gemeinsam mit ihm ein Duett aus Gaëtano Donizettis „L’Italiana in Algeri“ sowie Lieder von Franz Schubert und Robert Schumann (Dörffel 1884, S. 221). Die „Neue Zeitschrift für Musik“ rezensierte: „Am 12. Februar gab Hr. Salvator Marchesi aus Wien eine musikalische Soirée im Saale des Gewandhauses, in welcher auch sein Schüler [...] Ludwig Braun aus Wien und Frl. Katharine Baum, in letzter Zeit Schülerin Marchesi’s auftraten. [...] Frl. Baum zeigte in dem erwähnten Duett ebenfalls eine natürliche Begabung für den komischen Vortrag, ohne doch irgendwie die Grenze des Decenten zu überschreiten. In den Liedern von Schubert und Schumann: ‚Des Mädchens Klage‘ [D 6] und ‚Widmung‘ [op. 25 Nr. 1] hätten wir größere Gefühlsinnigkeit gewünscht. Die Stimme ist von großer Kraft in den höheren Lagen, in der Mittellage matt und wenig entwickelt, die technische Bildung bereits ziemlich weit vorgeschritten.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 22. Februar 1861, S. 82) Ungefähr ab 1861 setzte Katharina Baum ihr Studium bei Pierre François Wartel in Paris fort (vgl. Fanny Lewald-Stahr/Carl Alexander, Bd. 2, S. 50). Möglicherweise war sie dem Ehepaar Marchesi dorthin gefolgt, das 1861 ebenfalls von Wien nach Paris zog.


    Nach ihrer Pariser Studienzeit, ungefähr Mitte der 1860er Jahre, zog Katharina Baum nach Berlin und ließ sich dort als Sängerin, Komponistin, Gesangs- und Klavierlehrerin nieder (vgl. Dujak 1866, S. 266). Zu Beginn ihrer Berliner Zeit trat sie regelmäßig auf, auch wenn die Musikkritik meist eher verhalten reagierte. So gab Katharina Baum z. B. am 28. März 1867 ein eigenes Konzert im Berliner Arnim’schen Saale, bei dem sie gemeinsam mit dem Pianisten Franz Bendel und dem Geiger Fabian Rehfeld konzertierte. Auf dem Programm standen u. a. eine Arie aus Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“, eine Arie aus „Il Giuramento“ von Giuseppe Mercadante und Lieder von Franz Schubert und Robert Schumann. Die „Neue Berliner Musikzeitung“ schrieb über das Konzert: „Das von der Sängerin Fräulein Catharina Baum im Arnim’schen Saale am 28. d. M. unter Mitwirkung des Herrn Franz Bendel und des Concertmeisters Herrn Rehfeld gegebene Concert sollte, wie wir hören, der Künstlerin Gelegenheit darbieten, sich dem kunstliebenden Publikum als künftige Lehrerin im Gesange, nach den verschiedensten Richtungen hin bekannt zu machen. Zu diesem Zwecke trug sie eine Arie aus der Matthäuspassion von S. Bach, mit Begleitung der Violine, Lieder von Schubert und Schumann, eine Arie aus ‚Il Giuramento‘ von Mercadante und ein spanisches und italienisches Nationslied vor. Die Sängerin besitzt eine Mezzosopranstimme von zwei Octaven und ist in tüchtiger Schule gebildet, doch eignet sie sich nur für ernsten und gefühlvollen Gesang, daher ihr die Bach’sche Arie am besten gelang, was von der von Mercadante durchaus nicht gesagt werden kann.“ („Neue Berliner Musikzeitung“ vom 3. April 1867, S. 108) Am 3. Dezember 1868 trat Katharina Baum bei einem Konzert der Geigerin Franziska Friese im Arnim’schen Saal in Berlin auf und sang dabei Ludwig van Beethovens Arietta „In questa tomba oscura“ (WoO 133) sowie die Lieder „In der Fremde“ (op. 39 Nr. 1) und „Widmung“ (op. 25 Nr. 1) von Robert Schumann: „An Gesangspiècen trug Fräulein Katharina Baum Beethoven’s tiefempfundene, schwermüthige Ariette ‚in questa tomba oscura‘ würdig und mit tiefer Empfindung vor, so wie vor dem Schlusse noch 2 Schumann’sche Lieder ‚in der Fremde‘ und ‚Widmung‘, bei deren letzterem es ihr jedoch an dem hinreissenden Feuer fehlte, was dieses Lied unbedingt fordert.“ („Neue Berliner Musikzeitung“ vom 9. Dezember 1868, S. 401)


    In der gleichen Zeit (Ende der 1860er Jahre) erhielt Katharina Baum eine Stelle als Gesangslehrerin an der „Neuen Akademie der Tonkunst“ in Berlin, die von dem Pianisten Theodor Kullak geleitet wurde. Über ein Schülerkonzert der Akademie am 16. März 1870 berichtete das „Musikalische Wochenblatt“: „Die zur Zeit von circa 400 Schülern besuchte Neue Academie der Tonkunst des Hrn. Prof. Dr. Th. Kullak führte vorgestern ihre talentvollsten und vorgeschrittensten Zöglinge in die Oeffentlichkeit ein. [...] Ebenso erfreulich [wie die Aufführungen der Studierenden der Kompositions- und Klavierklassen] waren die Gesangsvorträge der Damen Fr. Rosa Kennenberg, Frl. Polly Sacksen und Frl. Marie Braciszewska, Schülerinnen des Herrn G. Engel und Frl. Katharina Baum.“ („Musikalisches Wochenblatt“ vom 25. März 1870, S. 203)


    Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin, Gesangs- und Klavierlehrerin wirkte Katharina Baum auch als Komponistin. Ab ca. 1870 erschienen zahlreiche ihrer Lieder für ein bis zwei Singstimmen mit Klavierbegleitung in den Berliner Verlagen Bote & Bock, Bahn, Simon, Challier & Co., Trautwein und Erler. Dabei vertonte sie u. a. Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, Friedrich Förster und Adolf Stahr und wurde bald als Komponistin anerkannt. So schrieb z. B. selbst der sonst so kritikfreudige Musikwissenschaftler Wilhelm Tappert 1871 in einer Sammelrezension: „Das Gute liegt so nah! Nämlich dicht vor mir als [...] Duett: ‚Mein Hüttchen im Grunde‘ von Catharina Baum.“ (Tappert 1871, S. 829) Ein großer Teil dieser Lieder wurde vermutlich im Berliner Salon Fanny Lewald-Stahrs aufgeführt. Fanny Lewald-Stahr ermutigte Katharina Baum in ihrer kompositorischen Arbeit und förderte sie, wann und wo immer es möglich war. In einem Brief an Betty Jacoby bezeichnete sie Katharina Baum 1877 rückblickend als „vertrauteste Freundin und tägliche Hausgenossin“ (Brief von Fanny Lewald-Stahr an Betty Jacoby vom 16. März 1877, in: Jacoby 1978, S. 666).

    Katharina Baum hatte Fanny Lewald-Stahr und ihren Mann bereits 1857 während eines Aufenthalts bei Julius Hennig und seiner Frau auf dem Gut Dembrowalonka im damaligen Westpreußen kennengelernt und sich mit dem Ehepaar angefreundet (vgl. Geiger 1903, S. LIII). Nachdem sich Katharina Baum in Berlin niedergelassen hatte, verkehrte sie regelmäßig im Salon des Ehepaares, der seit 1860 in der Matthäikirchstraße 18 in Berlin gehalten wurde, und in dem sich neben MusikerInnen, KünstlerInnen und SchriftstellerInnen auch Gelehrte, Politiker und Naturwissenschaftler trafen (vgl. Wilhelmy 1989, S. 722 und 766). Katharina Baum galt als Freundin der Familie und hielt sich z. B. im Sommer 1867 gemeinsam mit Fanny Lewald-Stahr und ihrem Mann am Genfer See auf. In ihren literarischen Briefen „Sommer und Winter am Genfer See“ berichtete Fanny Lewald-Stahr von einer Feier, die anlässlich des Geburtstages von Johann Wolfgang von Goethe 1867 in einem Privathaus in Glion am Genfer See stattfand und bei der Katharina Baum als Pianistin und Sängerin musizierte: „Inzwischen haben wir hier oben gestern Abend auch ein erhebendes Friedensfest, den Geburtstag Goethe’s, gefeiert. [...] Die treffliche Sängerin, Fräulein Katharine Baum aus Berlin, die zugleich eine sehr gute Klavierspielerin ist, leitete mit der Egmont-Ouvertüre von Beethoven den Abend ein. Die Zueignung zum Faust, das schöne Gedicht auf Mieding’s Tod, der Prometheus wurden der Reihe nach gelesen. Dazwischen Gesang: der Erlkönig und einige andere Goethe’sche Lieder in Schubert’scher und Mendelssohn’scher Composition.“ (15. Brief vom 29. August 1867, in: Lewald 1868, S. 196) Im April 1873 empfahl Fanny Lewald-Stahr die Lieder Katharina Baums dem Weimarer Großherzog Carl Alexander, mit dem sie in regelmäßigem brieflichen Kontakt stand: „Nächstens sende ich Ihnen einige Goethe’sche Lieder, die eine Freundin von mir komponiert hat. Stahr und ich finden, daß sie den Goethe’schen Geist und den Ton jener Zeit, ungemein getroffen hat, und wir dachten, daß sie auch Ihnen wohlgefallen könnten. Sie haben obenein die beste Liedersängerin zu Hand. Fräulein Katharine Baum – die Componistin – ist hier Gesanglehrerin, von [Pierre François] Wartel gebildet, und singt selbst vortrefflich, obschon die Stimme nicht mehr die ganze frühere Frische hat. Aber Seele und Temperament ersetzen das bei ihr.“ (Brief von Fanny Lewald-Stahr an Herzog Carl Alexander vom 21. April 1873 aus Berlin, in: Fanny Lewald-Stahr/Carl Alexander, Bd. 2, S. 50) Ein Jahr später, 1874, widmete Fanny Lewald-Stahr ihren Roman „Benedict“ Katharina Baum und wiederholte am 24. August 1874, diesmal aus dem Kurort Bad Liebenstein im Thüringer Wald, ihre Empfehlung an Herzog Carl Alexander: „Eben in diesen Wochen habe ich die Musikerin Frl. Katharina Baum bei uns, der ich den Benedikt zugeeignet, und von deren Composition älterer Goethe’scher Gedichte, ich Ew. Königlichen Hoheit zu verschiedenen malen gesprochen. Ich hatte gehofft, meine Freundin solle Gelegenheit finden, Ihnen dieselben vorzutragen, und war gewiß, daß Ihnen die dem Goethe’schen Texte so vollkommen anpassende Musik, wie uns, Freude machen würde. Nun verläßt sie uns Ende dieser oder Anfang nächster Woche, und mit uns ist noch gar Nichts aufzustellen, da Stahr gerade heute wieder sehr leidend ist.“ (Fanny Lewald-Stahr/Carl Alexander, Bd. 2, S. 62f.) Am 31. Oktober 1875 berichtete sie schließlich aus Berlin ihrem Briefpartner: „Die Sängerin und Componistin, Frl. Baum, von der ich [...] Ihnen schon oft gesprochen, komponirt jetzt das Goethesche Liederspiel Erwin und Elmire so anmuthig, daß ich gar zu gern wollte, Sie hörten, was davon fertig ist.“ (Fanny Lewald-Stahr/Carl Alexander, Bd. 2, S. 72)


    Katharina Baum nahm sich am 1. August 1876 in Berlin mit einem Sturz aus dem Fenster das Leben (vgl. „Musikalisches Wochenblatt“ vom 18. August 1876, S. 466; Lewald [1900], S. 216; Jacoby 1978, S. 666).

    Würdigung

    Adolf Stahr schrieb am 30. Juli 1857 aus Plonchott bei Briesen über Katharina Baum begeistert an seinen Sohn Alwin Stahr: „Fräulein Katharina Baum, Schwester der Frau v. Hennig auf Dembrowalonka hat uns neulich durch ihren hinreißenden Gesang und Spiel entzückt, und mir den einzig genußreichen Abend bereitet, den ich hier genossen. Ihr Gesang ist, was Vortrag betrifft, von hinreißender Schönheit und Wahrheit des Ausdrucks und ihre Stimme von großer Kraft und Reinheit. Ihre Lieder tönen mir noch in den Ohren, und ich bedauere zehnfach, daß Hennig hier kein Instrument hat, außer dem schlechten Pianino, das obenein auf der Stube der Gouvernante steht, also für uns nicht vorhanden ist. Ich war wie berauscht von diesem Glück, endlich einmal wieder so Musik zu hören, und fahre heute eigens dazu hinüber, um den Genuß mir zu erneuern.“ (Geiger 1903, S. LIII) Eine Würdigung der Tätigkeiten Katharina Baums, die über die anerkennenden Äußerungen des Ehepaares Lewald-Stahr hinausgeht, ist erst nach weiteren Forschungen möglich.

    Rezeption

    Eine heutige Rezeption der Tätigkeiten von Katharina Baum findet derzeit (April 2009) nicht statt (zur zeitgenössischen Rezeption vgl. die Rubriken „Biografie“ und „Würdigung“).

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Die Lieder Katharina Baums wurden auch unter den Namen Katharine Baum und Catharina Baum veröffentlicht. Die Übersicht über die bislang bekannten Werke Katharina Baums wurde anhand des Buches „Frauen als schaffende Tonkünstler“ von Alfred Michaelis (1888), dem „Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker“ von Franz Pazdírek (1904-1910) sowie dem Katalog der Musiksammlung der Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz erstellt, wo ein umfangreicher Bestand ihrer Lieder vorhanden ist.


    Gute Nacht. Ständchen. „Kühlst du noch die heissen Wangen“ von Adolf Stahr, für eine Singstimme und Klavier. Berlin: Deutsche Musik-Verlagsanstalt, 1873.

    „Hör’ ich das Liedchen klingen“. Gedicht von Heinrich Heine für eine Singstimme mit Klavier. Berlin: M. Bahn, o. J.


    Fünf deutsche Lieder für eine Singstimme mit Klavier. Berlin: Bote & Bock, o. J.


    Mein Hüttchen im Grünen. Dichtung v. Friedrich Förster. Duett für eine Sopran- und Alt-Stimme mit Klavier. Berlin: Trautwein, o. J.


    Seefahrt. „Mitten im schweigenden Schatten“ für eine Singstimme mit Klavier. Berlin: H. Erler, o. J.

    Zwei Lieder für eine Singstimme mit Klavier, op. 3. Berlin: Bahn, o. J.; Berlin: Trautwein, o. J.

    1. Hinaus (Text: A. Stahr) – 2. Carnevalslied (Text: Lorenzo di Medici, übers. von A. Stahr)


    Vier Lieder für eine Singstimme mit Klavier, op. 6. Berlin: Bahn, 1874.

    1. Wenn du mich lässt (Fr. Förster) – 2. O wende den Strahl deines Auges (L. v. Spitta) – 3. Die Trauerweide (Löwenstein) – 4. Sei getrost (v. Geibel)


    Zwei Lieder von Göthe [sic] für eine Singstimme mit Klavier, op. 7. Berlin: Bahn, o. J.

    1. Wandrer’s Nachtlied – 2. Mailied


    Vier Lieder für eine Singstimme mit Klavier, op. 8. Berlin: Simon, o. J.

    1. Morgenempfindung – 2. Esthnisches Lied – 3. An ein dürres Blatt – 4. Die Rose der Werderau


    Der alte Katt. Ballade von Helene für eine Singstimme, op. 9. Berlin: Challier & Co., o. J.


    Erwin und Elmire. Liederspiel von Johann Wolfgang von Goethe (Manuskript bzw. Fragment, derzeit verschollen).

    Repertoire

    Aus dem Repertoire von Katharina Baum ist derzeit nur ein kleiner Ausschnitt bekannt. Demnach sang sie u. a. Arien von Johann Sebastian Bach (z. B. aus der „Matthäuspassion“), Ludwig van Beethoven (Arietta „In questa tomba oscura“ WoO 133) sowie italienische Arien und Duette von Gaëtano Donizetti (z. B. ein Duett aus der Oper „L’Italiana in Algeri“) und Giuseppe Mercadante (aus der Oper „Il Giuramento“). An Liedern standen vermutlich Kompositionen Franz Schuberts (z. B. „Des Mädchens Klage“, D 6) und Robert Schumanns (z. B. „Widmung“, op. 25 Nr. 1, und „In der Fremde“, op. 39 Nr. 1) im Vordergrund.

    Quellen

    Literatur


    Dörffel, Alfred. Geschichte der Gewandhausconcerte zu Leipzig vom 25. November 1781 bis 25. November 1881. Leipzig: Concert-Direction Gewandhaus, 1884.


    Dujak, G. (Vorname unbekannt): Beiträge zur Geschichte der Musik in Preußen [Musiker in Elbing]. In: Der neuen Preussischen Provinzialblätter dritte Folge. Bd. XI. Königsberg 1866, S. 262-271.


    Elson, Arthur. Women’s Work in Music. Boston: L. C. Page & Company, 1903.


    Geiger, Ludwig (Hg.). Aus Adolf Stahrs Nachlaß. Briefe von Stahr. Oldenburg: Schulzesche Hofbuchhandlung, 1903.


    Jacoby, Johann. Briefwechsel 1850-1877. Edmund Silberner (Hg.). Bonn: Verlag Neue Gesellschaft, 1978.


    Lewald, Fanny. Sommer und Winter am Genfersee. Ein Tagebuch. Berlin: Otto Janke, 1869.


    Lewald-Stahr, Fanny/Carl Alexander. Großherzog Carl Alexander und Fanny Lewald-Stahr in ihren Briefen 1848-1889. Rudolf Göhler (Hg.). 2 Bde. Berlin: Mittler & Sohn, 1932.


    Lewald, Fanny. Gefühltes und Gedachtes (1838-1888). Ludwig Geiger (Hg.). Dresden und Leipzig: Heinrich Minden, 1900.


    Michaelis, Alfred. Frauen als schaffende Tonkünstler. Ein biographisches Lexikon. Leipzig: A. Michaelis, 1888.


    Pazdírek, Franz (Hg.). Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker, Wien: Pazdírek & Co, 1904-1910.


    Tappert, Wilhelm. Die Frauen und die musikalische Composition. Teil 2. In: Musikalisches Wochenblatt, Jg. 2 (1871), S. 825-831.


    Wilhelmy-Dollinger, Petra. Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780-1914). Berlin, New York: Walter de Gruyter, 1989.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Musikalisches Wochenblatt vom 25. März 1870, S. 203.

    Musikalisches Wochenblatt vom 18. August 1876, S. 466.


    Neue Berliner Musikzeitung vom 3. April 1867, S. 108.

    Neue Berliner Musikzeitung vom 9. Dezember 1868, S. 401.


    Neue Zeitschrift für Musik vom 22. Februar 1861, S. 82.


    Signale für die musikalische Welt vom Januar 1873, S. 63.



    Links


    http://www.hofmeister.rhul.ac.uk

    Die Datenbank Hofmeister XIX, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts erfasst sind, verzeichnet mehrere Drucke von Liedern Katharina Baums.

    Forschung

    Etliche Kompositionen Katharina Baums sind in der Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz erhalten.


    Es ist zu vermuten, dass in den beiden umfangreichen Nachlässen von Fanny Lewald-Stahr und ihrem Mann Adolf Stahr, die sich ebenfalls in der Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz befinden, weitere Dokumente zu Katharina Baum enthalten sind.


    Katharina Baum ist nicht identisch mit der Bühnensängerin Marie Baum (geb. Schmidt, 1808-1875), die aus Weimar stammte und von 1823 bis 1858 am Weimarer Hoftheater auftrat. Zahlreiche Musikkritiken der „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“ über „Mad. Baum“ aus der Zeit um 1840 beziehen sich auf Marie Baum.


    Ludwig Geiger, der Herausgeber von Fanny Lewald-Stahrs „Gefühltes und Gedachtes“, vermutete um 1900 irrtümlich, dass Katharina Baum eine Tochter von Rebecka Dirichlet, geb. Mendelssohn, sei (vgl. Lewald 1900, Anm. S. 394).

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Katharina Baum umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wären dabei vermutlich ihre Kompositionen und deren Verbreitung innerhalb der Salonkultur Berlins im 19. Jahrhundert.

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 2. November 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 16.11.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Katharina Baum“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 16.11.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Katharina_Baum