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  • Josephine Fröhlich

    von Ingeborg Harer
    Josephine Fröhlich (Mitte), Barbara Fröhlich [genannt Betty] (links) und Katharina Fröhlich (rechts)
    Namen:
    Josephine Fröhlich
    Geburtsname: Josepha Caroline Fröhlich
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich
    gest. in Wien, Österreich
    Tätigkeitsfelder:
    Sängerin, Gesangslehrerin, Komponistin, Korrespondentin
    Charakterisierender Satz:

    „Am 1. Februar [1824] gab die junge Sängerinn Josephine Fröhlich, aus Wien, hier in Siboni's Schule gebildet, nachdem sie früher in mehrern Pivatzirkeln, und namentlich in einem großen Concerte bey Sr. königl. Hoheit dem Prinzen Christian sich sehr vortheilhaft hören ließ, ein großes Vocal- und Instrumental-Concert im königl. Theater. Das Haus war gedrängt voll, schon Tags vorher war kein Billet, keine Loge mehr zu erhalten. Die Ouverture zu Klingemanns Faust, von Schulz, machte den Anfang. Darauf sang Mlle. Fröhlich eine große Arie aus Rossini's Oper La Donna del Lago. Ihre Stimme ist kräftig und angenehm, ihr Vortrag seelenvoll und in wahrhaft, italienischem Geschmacke ausgebildet. Sie erntete ungetheilten, lebhaften Beyfall.“


    (Wiener Zeitschrift, 23. März 1824)


    Profil

    Josephine Fröhlich ist als jüngste der insgesamt vier Schwestern Fröhlich jene, die am häufigsten als Sängerin und auch mit Auftritten an in- und ausländischen Opernhäusern in Erscheinung trat. Anders als ihre Schwestern strebte sie den Beruf als Opernsängerin an und wurde professionell ausgebildet. Als jugendliche Sängerin hoch geschätzt, der man in der Presse eine große Zukunft vorhersagte, erhielt sie Auszeichnungen in Dänemark und Italien, gab jedoch wenige Jahre später die begonnene Karriere auf. Sie kam offensichtlich mit den Anforderungen des Opernbetriebs schlecht zurecht und kehrte nach Jahren des Reisens nach Wien zurück. In der Folge entschied sie sich für eine Laufbahn als Gesangspädagogin. Durch Privatstunden in Gesang leistete Josephine Fröhlich in Wien ihren finanziellen Beitrag zum gemeinsamen Haushalt mit ihren Schwestern, dem von 1849-1872 auch Franz Grillparzer als Mitbewohner angehörte. Als professionelle Sängerin und mit ihren Kontakten nach Dänemark, Schweden und Italien trug sie zur Musikkultur im Hause Fröhlich entscheidend bei, nicht zuletzt durch die von ihr angezogenen Gäste. Auch in verschiedenen bekannten Wiener Salons trat sie auf, wie zum Beispiel bei den Familien Raphael Georg Kiesewetter, Ignaz Sonnleithner, Anton Pettenkoffer. Einzelne Arien und auch Lieder trug sie im Rahmen diverser musikalischen Veranstaltungen im privaten und halböffentlichen Bereich vor. Dazu gehörten auch die von ihrer Schwester Anna Fröhlich angeregten, vorwiegend mehrstimmigen Gesänge von Franz Schubert.


    Als einzige der vier Schwestern komponierte Josephine und hinterließ eine Anzahl an Werken, die vermutlich für Aufführungen im eigenen Zuhause oder im Hause der Familie Sonnleithner bestimmt waren.

    Orte und Länder

    Josephine Fröhlich begann ihre Laufbahn als Opern- und „Concertsängerin“ in Wien und setzte ihre Ausbildung bei Giuseppe Siboni in Dänemark fort, wo sie auch zahlreiche Auftrittsgelegenheiten erhielt. Auch in Schweden trat sie auf, ebenso in Dresden, als sie auf dem Rückweg nach Wien war. Von dort aus begab sie sich nach Venedig, Mailand und Prag, um einzelne Rollenangebote an den dortigen Opernhäusern anzunehmen. Ihren künstlerischen und privaten Lebensmittelpunkt verlegte sie schließlich endgültig nach Wien.

    Biografie

    Josephine Fröhlich war die jüngste der vier Schwestern Fröhlich (→ Anna Fröhlich, Barbara Fröhlich, Katharina Fröhlich) und wurde am 12. Dezember 1803 in Wien/ Wieden geboren. Wie ihre Schwestern, so wurde auch sie früh mit Musik vertraut, wobei bei der jüngsten Tochter von Mathias Fröhlich (1756-1843) und seiner Ehefrau Barbara (geb. Mayr 1764-1841) das Vorbild der singenden und musizierenden älteren Schwestern eine Rolle gespielt haben dürfte. Wahrscheinlich erwarb sie schon als Kind Kenntnisse im Klavierspiel, wobei es dafür keine Nachweise gibt. Belegt ist, dass Josephine Fröhlich im Jahre 1819 von ihrer zehn Jahre älteren Schwester Anna im Rahmen von deren Lehrverpflichtung am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde unterrichtet wurde. Es kann angenommen werden, dass sie schon davor von Anna Gesangunterricht erhielt und wie diese auch mit dem italienischen Tenor Giuseppe Siboni (1780-1839) während dessen Wienaufenthalt z.B. 1810-14 und 1817-1818 in jungen Jahren bekannt und künstlerisch beeinflusst wurde. Siboni war in Wien nicht nur ein gefeierter Opernsänger, sondern vermittelte Kontakte innerhalb des Schubert-Kreises, dem er selbst angehörte. Angeblich regte er auch bereits 1815 die Gründung einer Singschule in Wien an. Im selben Jahr 1815, also im Alter von 12 Jahren, war Josephine bereits aktives Mitglied der „Gesellschaft der Musikfreunde“ in Wien (Blaha 2002, S. 183). Bald folgten die ersten Auftritte im Rahmen der Aufführungen dieser Gesellschaft. In einer Beschreibung der musikalischen Abende bei Familie Sonnleithner, die von 1815 bis 1824 stattfanden, werden die Schwestern Anna, Josephine und Barbara Fröhlich in der Liste der mitwirkenden Sängerinnen im Sopran genannt (Böckling 1862, S. 374). Leopold Sonnleithner, der Franz Schubert bei den Schwestern Fröhlich einführte, erwähnt in den 1862 erschienen „Musikalischen Skizzen“ die Mitwirkung von Josephine und ihrer Schwester Barbara bei Aufführungen von Oratorien 1819/20 (Sonnleithner 1862, S. 179).

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    Die ersten Erfolge Josephine Fröhlichs als Sängerin führten 1821/22 zum Engagement am Wiener Kärntertortheater, das sie bis 1822 innehatte. 1823 folgte Josephine Fröhlich Giuseppe Siboni nach Kopenhagen, der dort seit 1819 als Direktor der Singakademie des Königlichen Theaters wirkte. Josephines Ankunft in Kopenhagen wird mit 31. Mai 1823 angegeben, wobei sie Sibonis Tochter Peppina auf deren Heimreise begleitete und dann im Haushalt der Familie Siboni in Kopenhagen Aufnahme fand. Am 9. November 1823 sang sie zum ersten Mal der königlichen Familie vor (Schepelern 1989, S. 237). Mehrere Abendgesellschaften für die königliche Familie sollten folgen. Ein erstes öffentliches Konzert am Königlichen Theater in Kopenhagen wurde schließlich am 20. Januar 1824 ermöglicht. In dieser Zeit entwickelte sich die Stimme Josephine Fröhlichs vom Sopran zum Alt (gelegentlich ist auch von Mezzosopran die Rede), eine Veränderung, von der Josephine in einem Brief an ihre Schwestern vom 17. Februar 1824 berichtet, wobei sie diese Verwandlung anfangs zutiefst bedauerte. Nach weiteren öffentlichen Konzerten im Königlichen Theater Kopenhagen, aber auch zahlreichen Auftritten für die königliche Familie am Hof wurde Josephine Fröhlich von ihrem Vater abgeholt, der sie auf der Rückreise nach Wien begleitete. Auf ihren weiteren Reisen zu diversen Opernhäusern reiste sie in den folgenden Jahren gemeinsam mit ihrer Schwester Katharina Fröhlich. Am 5. und 8. Juni 1826 trat sie als Konzertsängerin in Prag auf, wo sie zwischen den Akten einer Oper sang (Kritik in Allgemeine Theaterzeitung vom 27. Juli 1826. Clive 1997, S. 52).


    Im Jahre 1827 empfahl Siboni seinen aus Stockholm stammenden Schüler Isaac Albert Berg (1803-1886) über die Vermittlung Josephine Fröhlichs an das gastfreundliche Haus der Schwestern Fröhlich, wo Berg unter Anwesenheit von Schubert ein schwedisches Lied vortrug und Schubert damit entscheidend in Hinblick auf die Komposition des Klaviertrios in Es-Dur D 929 beeinflusste (Hilmar/Jestremski 1997, S. 38).


    Verschiedene Zeitgenossen berichten von Josephine Fröhlichs sängerischem Können. Raphael Georg Kiesewetter bemerkte, dass sie 1827 „aus dem Stegreif“ in Contis Kantate „Timoteo“ bei den Hausmusikabenden der Familie Sonnleithner „inter amicos“ mitwirkte (Kiesewetter 1847, S. 25). Im selben Jahr erfolgte die legendäre erste Aufführung des „Ständchens“ D 920 („Zögernd leise“) anlässlich des Geburtstages von Louise Gosmar (1803-1858) am 11. August 1827. Anna Fröhlich hatte für ihre Schülerin Gosmar sowohl Franz Grillparzer zum Text als auch Franz Schubert zur Komposition des Stückes angeregt (vgl. dazu auch → Anna Fröhlich). Nach der Aufführung im Freien, im Garten des Anwesens der Familie Gosmar, erklang das Ständchen, ausgeführt von Josephine Fröhlich als Solistin, bei Schuberts „Privat-Concert“ am 26. März 1828.


    Nach einem Aufenthalt in Venedig 1829 (diesmal wieder von ihrem Vater begleitet) und ihrem Auftritt als Page in Rossinis „Le Comte Ory“ im Teatro San Benedetto, scheint Josephine Fröhlich in Begleitung ihrer Schwester Katharina gegen Ende des Jahres 1830 in Mailand auf, wo sie an der Scala mit Proben für die Oper „Il Romito di Provenza“, komponiert 1831 von Pietro Generali (1773-1832), begann. Dabei kam es offensichtlich zu Problemen unter den Sängern und Sängerinnen, sodass sich Josephine mit einer ihr nicht angemessenen Rolle benachteiligt fühlte. Die negative Beurteilung ihrer sängerischen Leistung vom 15. Januar 1831 und die Unmöglichkeit eine ihrer Position und Stimme adäquate Rolle zu erlangen, veranlassten sie den Vertrag zu kündigen. Josephine und Katharina, die detailliert in Briefen über das in Mailand Erlebte nach Wien berichteten, kehrten – letztlich auch auf dringendes Anraten der Familie – nach Wien zurück.


    In den 1830er Jahren trat Josephine Fröhlich im Rahmen von diversen musikalischen Veranstaltungen in Wien weiterhin in Erscheinung (siehe auch unter „Repertoire“). Auch dürfte sie sich im Zusammenhang mit dem recht abrupten Abbruch ihrer Opernkarriere mehr und mehr, nachweislich bereits vor 1835, auf das Unterrichten verlegt haben, sodass sie, ähnlich wie ihre Schwester Anna, durch Privatschülerinnen ein beträchtliches Einkommen und letztendlich Vermögen erwirtschaften konnte (Schülerinnen siehe unter „Rezeption“). (Wiener Theaterzeitung 24. Juni 1835, S. 500)


    Im Laufe der 1830er Jahre wurden für Josephine Fröhlich generell die künstlerischen Verpflichtungen als Sängerin deutlich weniger. Vielleicht spielte in diesem Zusammenhang auch eine traurige Erfahrung im privaten Leben eine die Aktivitäten einbremsende Rolle: Inwieweit der Hinweis, dass Moritz Sonnleithner an einer privaten Bindung mit Josephine interessiert war – wie auch aus Briefen von Moritz an Josephine hervorgeht –, ernst zu nehmen ist, kann zwar nicht weiter verfolgt werden (vgl. dazu auch Sauer 1894, S. 85). Fest steht allerdings, dass besagter Moritz Sonnleithner (1805-1836) als Hauslehrer von Wilhelm Bogner (Sohn von Barbara Fröhlich verh. Bogner) täglich im Hause Fröhlich verkehrte und am Leben der Schwestern regen Anteil nahm. Als er 1836 im Alter von 31 Jahren unerwartet verstarb, verfasste sein Cousin, Franz Grillparzer, eine Grabinschrift für ihn, die seine Bedeutung für das Leben des Fröhlich-Haushaltes erahnen lässt: „Wenig bemerkt war sein Leben, still und ruhig sein Tod. Erst aus der Größe unseres Schmerzes erkannten wir die Größe unseres Verlustes.“


    Ab den 1840er Jahren widmete sich Josephine Fröhlich auch dem Komponieren. Das in der Biedermeierzeit aufkommende Genre des Walzers dürfte sie besonders interessiert haben. Ihre Werke liegen vorwiegend in der Handschrift Leopold Sonnleithners (Bruder von Moritz Sonnleithner) vor, was auf dessen Unterstützung und auf private Aufführungen im Freundeskreis schließen lässt. Anna Fröhlich berichtete am 28.5.1844 in einem Brief an Katharina Fröhlich „Pepi [Josephine] spielt ihre Walzer“. Wenig später, am 18.6.1844, schrieb Josephine, dass eine öffentliche Aufführung ihrer Walzer in der damals beliebten Vergnügungsstätte Zögernitz in Döbling, gespielt vom Lanner-Orchester, wahrscheinlich werden könnte. Es gibt keine Angaben über tatsächliche Aufführungen ihrer Stücke, eine solche ist jedoch möglich (vgl. dazu Blaha 2002, S. 299).


    Josephine Fröhlich blieb unverheiratet und starb im 75. Lebensjahr am 7. Mai 1878 in Wien.

    Würdigung

    Josephine Fröhlich feierte ihre größten Erfolge als junge Sängerin in den Jahren 1823-1825 in Kopenhagen. Nach einem Konzert in Wien 1826 schrieb ein Kritiker: „Josephine Fröhlich zeigte schon vor ihrer Reise nach Kopenhagen vorzügliche Anlagen für den Gesang. Eine kräftige, klingende Stimme, ein großer Umfang von Tönen, und Wärme im Ausdruck harrten nur noch der letzten Ausbildung, die jener die nöthige Sicherheit, Rundung und Biegsamkeit, dieser hingegen Wahrheit und Geschmack verleihen sollte. Siboni's, dieses […] unvergeßlichen, dramatischen Sängers gründliche, musicalische Kenntnisse und bekannte gute Lehr-Methode berechtigten bey einer Schülerin, für welche die Natur und ihr erster Unterricht schon so viel gethan hatten, zu nicht gewöhnlichen Erwartungen, und sie wurden bey diesem Concerte auf glänzende Weise erfüllt.“ (Wiener Zeitung vom 25. Februar 1826, S. 191.)


    Josephine Fröhlich plante ihre Laufbahn eigenständig. Nach dem Versuch, weiter international – vor allem in Italien – im Bereich der italienischen Oper tätig zu sein, kehrte sie nach Enttäuschungen in Mailand nach Wien zurück, wo sie weiter als Sängerin bei den zahlreichen Abendunterhaltungen und Privatkonzerten hochgeschätzt war. In den 1830er Jahren umfasste ihr Repertoire in Wien u.a. einzelne Opernarien genauso wie Lieder. An den Aufführungen der von Anna Fröhlich bei Schubert in Auftrag gegebenen Werke nahm sie als Mitwirkende Teil, so wie an zahlreichen Veranstaltungen der privaten Zirkel in Wien. Schließlich widmete sie sich wie ihre Schwester Anna dem Unterrichten.


    Als einziger der vier Schwestern sind von Josephine Fröhlich auch Kompositionen (aus den 1840er Jahren) erhalten. Die Einladung, für die „Huldigung der Tonsetzer Wiens an Elisabeth Kaiserin von Österreich“ im Jahre 1854 ein Lied zu komponieren, drückt die Wertschätzung aus, die ihr auch noch nach dem Höhepunkt ihrer sängerischen Laufbahn im musikalischen Umfeld Wiens zuteil wurde.

    Im März 1829 erhielt sie eine Ehrenmitgliedschaft der Società Apollinea in Venedig (siehe Monatbericht 1829). Von Venedig aus, datiert mit 16. Mai 1829, sandte Josephine an den dänischen König ein Gesuch mit der Bitte um Verleihung des Titels „Königlich dänische Kammersängerin“, dem stattgegeben wurde. Was dieses „Prädicat“ für sie bedeuten sollte, begründete sie sehr direkt, als sie schrieb: „Da es mir von der größten Wichtigkeit bei meiner jetzigen Carrière sein würde […].“ (Zitiert nach Blaha 2002, S. 215.) Tatsächlich wurden diese beiden Auszeichnungen zum quasi „Markenzeichen“ und damit entscheidend für die Laufbahn der Sängerin.

    Rezeption

    Josephine Fröhlich wurde bereits zu ihren Lebzeiten nicht nur im Schwesternverbund, sondern auch als im wahrsten Sinne des Wortes „ausgezeichnete“ Sängerin wahrgenommen: als Schülerin des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Ehrenmitglied der Società Apollinea in Venedig und „Königlich dänische Kammersängerin“.

    Wie die Schwestern Fröhlich allgemein, wurde von der unmittelbaren Nachwelt besonders Josephines Bedeutung im Zusammenhang mit Franz Schubert und Franz Grillparzer hervorgehoben, die beide Werke für Josephine schufen.

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    Die Auftritte Josephine Fröhlichs auf den Opernbühnen waren genauso Gegenstand der Erörterung in der Tagespresse, wie ihre Mitwirkung im Rahmen der musikalischen Veranstaltungen der Gesellschaft der Musikfreunde oder der musikalischen Salons Wiens, zu denen das Haus der Schwestern Fröhlich ebenso wie das der Familien Sonnleithner und Kieswetter gehörten. Josephines etwas zurückhaltende Art im Auftreten wurde von Kritikern immer wieder angesprochen, so 1828, als es hieß: „Schade, daß die Wirkung ihres Gesanges durch eine auffallende Befangenheit beeinträchtigt wird, wenn es ihr gelingt, dieselbe zu beseitigen, so wird die Großartigkeit ihres Styles und die Eleganz ihrer Methode erst recht leuchtend wirksam seyn, und der tiefe, gefühlvolle Vortrag noch tiefer die Herzen rühren. Dlle Fröhlich sollte öfter vor dem Publicum erscheinen, und bald würde sie Teutschland unter ihre großen Sängerinnen rechnen.“ (Der Sammler 26 vom 28. Februar 1828, S. 104)


    Schülerinnen (Auswahl)

    Betty Bury (1827-1898)

    Julie und Franziska Goldberg, Lebensdaten unbekannt.

    Karoline Mayer (1815-1889

    Marie Najmájer (1844-1904)

    Elisabeth Nosé (verh. Dreyschock) (1832-1911)

    Leopoldine Tuczek (1821-1883)

    Hermine Vocati (verh. Weiß), Lebensdaten unbekannt.


    Literarische Rezeption (Auswahl)

    Wickenburg-Almasy, Wilhelmine. 1880 siehe „Quellen B“.

    Najmájer, Marie von. 1904 siehe „Quellen B“.

    Lux, Joseph August. 1912 siehe „Quellen B“.

    Lux, Joseph August. Die Schwestern Fröhlich (Grillparzers ewige Braut) Eine Komödie aus Wiens klassischer Zeit in 3 Akten mit einem Vorspiel und einem Nachspiel. Gmain, Die Weissen Hefte, 1923.

    Ebner-Eschenbach, Marie. 1915/16 siehe „Quellen B“.


    Wilhelm Bogner. Verse an Josephine Fröhlich [vor 25. Mai 1848]. Wienbibliothek Hs.

    Leopold Sonnleithner. Namenstaggedicht für Josephine Fröhlich. 9. März 1869. Wienbibliothek Hs.

    Gedichte und Stammbuchverse u.a. von Franz Grillparzer.


    Klavier [Komponist unbekannt] gewidmet Josephine Fröhlich

    6 norske Fejere: til Erindring om Hundebagene i Norge. „Mademoiselle [ ] Frö[h]lich“ gewidmet, Anno 1825. Wienbibliothek Hs

    Werkverzeichnis

    Gesang mit Klavierbegleitung


    Fröhlich, Josefine. Lebe wohl. Wanderlied. T: Ludwig Uhland. 11. October 1843. Wienbibliothek. Hs


    Fröhlich, Giuseppina. Romanze: Alla Luna. […] Poesia del Signore [ ] Ongaro. Cantante di Camera di S. M. il Re di Danimarca , 1843 . Datum: 18. Settembre 1843 Wienbibliothek. Hs


    Fröhlich, Giuseppa. Alla luna. [An den Mond]. Poesia del Sig.re Ongaro. Eingerichtet und herausgegeben von Anton Diabelli. Wien: Ant. Diabelli 1845.


    Fröhlich, Josefine. Rückerinnerung. T: Franz Grillparzer. Hs: Joseph Laska (1886-1964) ÖNB

    Fröhlich, Josefine. Rückerinnerung. T: Franz Grillparzer. Hs: Leopold Sonnleithner, [o.J.] (Mit Autorenvermerk von Anna Fröhlich eigh.) Wienbibliothek Hs


    Fröhlich, Josepha. Erinnerung. T: Grillparzer (für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung). In: Huldigung der Tonsetzer Wiens an Elisabeth Kaiserin von Österreich (Wien 1854). Autograph ÖNB. Erstdruck in Reproduktion der Originalhandschriften, veröffentlicht von Günter Brosche. Graz-Austria 1987 (DTÖ 142-144). S. 58.



    Orchester


    Fröhlich, Josefine. Blüthen und Früchte: Walzer [A-Dur für Orchester]. Hs. Leopold Sonnleithner. Partitur. 1844. Wienbibliothek Hs


    Fröhlich, Josefine. Blüten und Früchte. Walzer [A-Dur für Orchester] Instrumentalstimme(n). 17 Orchesterstimmen. Hs unbekannt, „großen Trommel“ Hs von Leopold Sonnleithner. Wienbilbiothek Hs



    Klavier


    Fröhlich, Josefine. Sechs Walzer. 2te. August 1847. Wienbibliothek Hs


    Fröhlich, Josefine: [Blüten und Früchte]. Walzer As-dur für Klavier. Unbek. Hs. Schlussteils in Hs. Leopold Sonnleithner. Wienbibliothek Hs


    Fröhlich, Josefine: [Blüten und Früchte]. [Walzer, teilweise in As-Dur]. [Franz] Grillparzer gewidmet. Hs. Leopold Sonnleithner , [o.J.]. (Autoren- und Widmungsvermerk von Anna Fröhlich eigh.) Wienbibliothek Hs


    Fröhlich Josefine. Blüten und Früchte. Walzer (in As-Dur für Klavier). Hs 1960 Joseph Laska (1886-1964) Hs ÖNB

    Repertoire

    Josephine Fröhlich sang Rollen aus Opern von Mozart, besonders aber von Rossini, sowie Arien von heute zum Teil weniger bekannten Komponisten. Häufig – aber oft im privaten Bereich – dürfte Josephine Fröhlich Franz Schubert vorgetragen haben. Musik von Händel, Cimarosa und anderen Komponisten vergangener Jahrhunderte standen bei den Abenden im Hause Kiesewetter auf dem Programm.

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    Die folgende Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, wurde erstellt nach Blaha 2002, „Zeittafel“ S. 31-46, und mit Ergänzungen versehen. Sie ist chronologisch und nach den Auftrittsorten angelegt. Die sogenannten „Abend-Unterhaltungen“ erfolgten jeweils in Wien, veranstaltet von der Gesellschaft der Musikfreunde. Die etwaige Mitwirkung der Schwestern Josephines oder anderer Personen (so bekannt) wird in Klammer vermerkt. Wenn eruierbar, werden die Auftritte durch Konzert-Kritiken oder Ankündigungen in der Tagespresse ergänzt.



    Wien


    19.4.1818 Kiesewetter (mit Anna, Barbara und Katharina Fröhlich), Madrigale

    10.12.1818 Duett von Mozart (Sophie Kreuzer)

    31.12.1818 Abend-Unterhaltung, Mozart

    21.1.1819 Abend-Unterhaltung (mit Barbara und Katherina Fröhlich), Terzett von Cimarosa

    6. April 1819 (?) und 13. April 1820 (?) „Josefine und Babette Fröhlich“ Soli in Händels „Messias“ und „Alexanderfest“ (?) Böcklin.

    31.12.1819 bei Sonnleithner, Quartett aus Zauberflöte von Mozart („Bald prangt….“)

    17. Dezember 1820 Gesellschaftsconcert „Winters Cantate. Die Macht der Töne“ (Barbara Fröhlich)

    28. 12. 1820 Abend-Unterhaltung, Quartett aus Zauberflöte

    15. und 18. 3. 1821 Redoutensaal „Das Leiden unsers Herrn Jesus Christus“ (Josef Weigl),

    1. 6. 1821 Kärntnertortheater, Debut: Constanze in „Entführung aus dem Serail“ von Mozart, und weitere Aufführungen.

    Conversationsblatt. Zeitschrift für wissenschaftliche Unterhaltung Wien. 3. Jg. Nr. 46. ). Juni 1821. S. 550.

    Morgenblatt der gebildeten Stände Nr. 204. 25. August 1821.

    7.12.1821 Kärntnertortheater, Lieschen im Singspiel „Der kleine Matrose“ von Gaveaux, weitere Aufführungen bis April 1822.

    2.1.1822 Kärntnertortheater, Madame Stillfeld, in „Die Junggesellenwirtschaft“ von Gyrowetz, weitere Aufführungen bis incl. Februar 1822.

    18.2.1822 Kärntnertortheater, Elvira in „Die Italienerin in Algier“ von Rossini, weitere Aufführungen.

    26.4.1822 Kärntnertortheater, Amalie in „Die musikalische Akademie“ von Hieronymus Payer, weitere Aufführungen bis Juni 1822.

    23.6.1822 Kärntnertortheater, Ritter Vergy in „Raoul, der Blaubart“ von Gretry-Fischer.

    18.7.1822 Musikalische Privat-Unterhaltung im Saal des Ritters von Henikstein´schen Hauses, Arie aus „Mädchentreue“ von Mozart.

    23.2.1823 Drittes Gesellschafts-Concert, Christus am Oehlberge“ von Beethoven (mit Tietze und Schoberlechner).



    1823 Kopenhagen


    20.1.1824 Königl. Theater Kopenhagen, Arie aus „Donna del Lago“ (Rossini)

    1824-1825 Auftritte am Hof in Kopenhagen im Rahmen von Veranstaltungen der königl. Familie.

    Februar/März 1824 Königl. Theater Kopenhagen, Rezitativ und Arie „La donna del Lago“ Duett und Rezitativ mit Chor „Aureliano in Palmyra“ beide Rossini, Rezitativ und Arie aus „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart.

    17. und 18.3.1824 Konzert, u.a. Arie aus „Barbier von Sevilla“ von Rossini.

    22.3.1824 Konzert für das Blindeninstitut u.a. Rossini.

    11.5.1825 Königl. Theater Kopenhagen, Vokal- Instrumentalkonzert Cavatine und Rezitativ von Simon Mayer, Cavatine von Rossini, ein Lied von Siboni (T: Johann Ludwig Heiberg) Abschiedskonzert vor Abreise nach Wien.

    April 1824-Mai 1825 Konzerte, Duette, Arien u.a. Rossini (z.T. mit Peppina Siboni).



    Schweden


    u.a. Stockholm

    Juni-September 1825



    Wien


    17.2.1826 Wien, Niederösterr. Ständ. Saal: „Großes Konzert der Josephine Fröhlich“ Arien aus Rossinis „La Cenerentola“ und „La Donna del Lago“, Variationen über Thema von Caraffa (komponiert von Giuseppe Siboni). Wiener Zeitschrift, 25. Februar 1826, S. 191.

    Allgemeine Musikalische Zeitung Nr. 13. 29. März 1826. S. 218-219.



    Prag


    Juni 1826



    Wien


    September 1826

    1827 bei Kieswetter, Händel „Timoteo“.

    6.5.1827 im großen Saal der Universität Wien „Musikalische Akademie zum Besten der bedürftigen Witwen und Waisen hiesiger juridischer Facultätsmitglieder“, Arie mit Chor aus der Oper „Annibale in Bitinia“ Nicolini. Der Sammler Nr. 77. 28. Juni 1827. S. 308. Allgemeine Musikalische Zeitung Nr. 26, Juni 1827, Sp. 453-454.

    11.8.1827 „Ständchen“ D 920 von Franz Schubert (T: Franz Grillparzer)

    24. 1.1828 Abend-Unterhaltung “Ständchen“ D 920 “ von Franz Schubert (T: Franz Grillparzer).

    Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig. 26.3.1828.

    17.2.1828 Konzert des Herrn Bernhard Romberg im Saal der Niederösterreichischen Landstände. Rossini.

    Der Sammler 26. 28.2.1828.S. 104.

    20.3.1828 Abend-Unterhaltung Frl. Fröhlich, u.a. Rossini.

    26.3.1828, „Privat-Concert“ von Franz Schubert, Tuchlauben, „Ständchen“ (Franz Schubert T: Franz Grillparzer)

    Wiener Zeitschrift am 25.3.1828.

    Wiener Allgemeine Theaterzeitung. 25.3.1828.

    Allgemeine Musikalische Zeitung Leipzig.7.5.1828.



    Venedig


    März 1829, Teatro San Benedetto, Rossini.

    19.6.1829, Rossini.



    Mailand


    15.1.1831 als „Giuseppina Fröhlich“ Osmino in „Il Romito di Provenza“ von Pietro Generali.



    Wien


    6.11.1831 Großes Konzert zur Eröffnung des neuerbauten Saales der Gesellschaft der Musikfreunde unter den Tuchlauben Nr. 558, Rossini.

    1.12.1831 Abend-Unterhaltung, Rossini.

    23.2.1831 Abend-Unterhaltungen, Rossini.

    1.3.1833 Abend-Unterhaltungen, J.P. Pixis, Donizetti.

    Quellen

    Auswahl


    A Schriften von Josephine Fröhlich


    [Albumblatt von „Josefa Fröhlich“ Wien 28. Januar 1860 in] Zur Feyer des 100sten. Quartett-Abend des Herrn Josef Hellmesberger von seinen Verehrern 1860 [Gratulationskassette für Joseph Hellmesberger]. ÖNB


    „Erklärung“. In: Wiener Theaterzeitung 24. Juni 1835. S. 500.


    Briefe in Wienbibliothek

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    B Quellen (chronologisch 1824-1964)


    [Castelli, Ignaz Franz]. „Tagebuch aus Wien (Fortsetzung)“. In: Dresdner Abend-Zeitung Nr. 33. 7. Februar 1824. S. 132.


    „Ehrenauszeichnung eines Zöglings des hiesigen Conservatoriums“. In: Monatbericht der Gesellschaft der Musikfreunde des Österreichischen Kaiserstaates VI. 1829. S. 96.


    „Aus Wien“ [Bericht über Hauskonzerte bei Raphael Georg Kiesewetter]. In: Jahrbücher des Deutschen Nationalvereins für Musik und die Wissenschaft. 4. 1842. S. 311-312.


    Kiesewetter, Raphael Georg. Galerie der alten Contrapunctisten; eine Auswahl aus ihren Werken, nach der Zeitfolge geordnet zu deutlicher Anschauung des Fortschreitens der Kunst; von den frühesten Versuchen harmonischer Verbindungen bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts und dem Aufblühen der neapolitanischen Schule, als der Periode der neueren Musik: Alles in verständlichen Partituren aus dem Archiv alter Musik des k. k. Hofraths R. G. Kiesewetter Edl. von Wiesenbrunn von ihm eigens zusammengestellt: eine Zugabe zu seinem Haupt-Catalog. Wien: Selbstverlag, 1847.


    Bernsdorf, Eduard. Neues Universal-Lexikon der Tonkunst: für Künstler, Kunstfreunde und alle Gebildeten, Band 2. Dresden: Schaefer, 1857.


    Küstner, Karl Theodor von; Schauer, Gustav. Album des königl. Schauspiels und der Königl. Oper zu Berlin unter der Leitung von August Wilhelm Iffland, Karl Grafen von Brühl, Wilhelm Grafen von Redern und Karl Theodor von Küstner: für die Zeit von 1796 bis 1851. Berlin: Schauer, 1858.


    Sonnleithner, Leopold von. „Musikalische Skizzen aus Alt-Wien IV“. In: Recensionen und Mittheilungen über Theater, Musik und bildende Kunst. Nr. 12. 23. März 1862. S. 177-180.


    Böckling, Wilhelm von. „Musikalische Skizzen aus Alt-Wien“. In: Recensionen und Mittheilungen über Theater, Musik und bildende Kunst. Nr. 24. 15. Juni 1862. S. 369-375.


    Breuning, Gerhard v. „Aus Grillparzers Wohnung“. In: Neue Freie Presse Nr. 7266. 19. November 1884. S. 1-3 und Neue Freie Presse Nr. 7267. 20. November 1884. S. 1-4.


    Sauer, August. „Briefe von Katharina Fröhlich an ihre Schwestern“. In: Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 4. 1894. S. 83-118.


    Najmájer, Marie von. „Bei den Schwestern Fröhlich“. In: Jahrbuch der Grillparzergesellschaft 14. Jahrgang. 1904. S. 141-148.


    Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert. Sein Leben in Bildern. Zweite Auflage. Die Dokumente seines Lebens und Schaffens. Dritter Band. München: Georg Müller, 1913.


    Ebner-Eschenbach, Marie von. Meine Erinnerungen an Grillparzer. In: Marie von Ebner-Eschenbach: [Gesammelte Werke in drei Bänden. Bd. 3] Erzählungen. Autobiographische Schriften. München 1956–1958. S. 886-917. Erstdruck: In: Westermanns deutsche Monatshefte. Bd. 119.Braunschweig: Westermann, 1915/16.


    Güttenberger, Heinrich. „Seine kleine Nachtigall. Ein Blatt zur Grillparzer Tradition (Erinnerungen der Sängerin Hermine Weiß, geb. Vocati, Schülerin von Josephine Fröhlich)“. In: Heimatfahrten von heute und gestern […]. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1925, S. 278-287.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Erinnerungen seiner Freunde. Leipzig 1957. Unveränderter Nachdruck der Auflage. Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1983.


    Deutsch, Otto Erich. Schubert. Die Dokumente seines Lebens gesammelt und erläutert von Otto Erich Deutsch. Franz Schubert. Neue Ausgabe sämtlicher Werke. Serie VIII: Supplement. Band 5. Kassel: Bärenreiter, 1964.



    C Sekundärliteratur (chronologisch)


    Hilmar, Ernst. Schubert. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1989.


    Schepelern, Gerhard. Giuseppe Siboni: Sangeren syngemesteren […]. Valby: Amadeus, 1989.


    Kaufmann, Erika (Hg.). 175 Jahre Musikverein für Steiermark. Graz, 1815-1990. Graz: Musikverein für Steiermark, 1990.


    Haas, Gerlinde. „Huldigung einer Tonsetzerin“. In: Studien zur Musikwissenschaft, 41. Bd. (1992). S. 179-196.


    Clive, Peter. Schubert and His World. A Biographical Dictionary. Oxford: Clarendon Press, 1997. S. 50-54.


    Clive, Peter. Schubert and His World. A Biographical Dictionary. Oxford: Clarendon Press, 1997. S. 50-54.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Lexikon. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1997.


    Elmar Worgull. Ferdinand Georg Waldmüller skizziert Franz Schubert im Freundeskreis. Ikonographie und kompositorische Spezifika eines unikaten Bilddokuments. In: Schubert durch die Brille. 18. 1997. S. 103-124.


    Lorenz, Michael. „'Viele glaubten und glauben noch, absichtlich.' – Der Tod der Ludovica Siboni“. In: Schubert durch die Brille 23. Tutzing: Schneider, 1999. S. 47-74.


    Blaha, Johanna. Die Schwestern Fröhlich. Dissertation Universität Wien. 2002.


    Boisits, Barbara. „Fröhlich, Schwestern“. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Band 1. Wien: Verl. der Österr. Akademie der Wissenschaften, 2002. S. 498-499.


    Waidelich, Till Gerrit. „Fröhlich, Familie“. In: MGG Personenteil 7. Kassel: Bärenreiter, 2002. Sp. 189-190.


    Hilmar, Ernst und Margret Jestremski (Hg.). Schubert-Enzyklopädie. Band 1. Tutzing: Schneider, 2004.



    D Bilder


    Portraits


    Barbara Bogner (geb. Fröhlich). Lithographische Skizze. Deutsch 1913, S. 297.


    [Thugut?] Heinrich. Kreidezeichnung. Deutsch 1913, S. 299. Dort fälschlicherweise als „Katharina“ bezeichnet.


    Anonym. Linksportrait. Schattenriss [o.J.] http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=3917930



    Gruppenbild


    Josephine Fröhlich [?] und Schubert am Klavier, weitere vier Freunde Schuberts (Zur Identifizierung der Personen vgl. Worgull 1997.)

    Ferdinand Georg Waldmüller, Skizze, um 1827. Hilmar 1989, S. 69.



    Gruppenbilder mit den Schwestern (von links nach rechts)


    Betty, Josephine, Katharina

    Hans Temple (1857-1931), Eine Schubertiade bei Ritter von Spaun - Holzstich nach einer Fotografie von V. A. Heck nach einem Gemälde von Hans Temple (um1890). Original verschollen. Reproduziert in: A. Bär u. a. (Hg.). Bildersaal deutscher Geschichte, Stuttgart Berlin Leipzig, 1890 und Bühne und Welt 9. 1907. Hilmar 1989, S. 62. Beethoven-Haus Bonn.

    http://www.beethoven-haus-bonn.de/sixcms/detail.php?id=&template=opac_bibliothek_de&_opac=bild_de.pl&_t_maske=x&_dokid=bi:i3976

    dasselbe als „Franz Schubert am Klavier, und sein Freundeskreis im Jahre 1826“. Heliogravure von J. Blechinger nach einem Gemälde von Hans Temple.

    http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=13067190


    Katharina, Sophie Müller, Anna, Barbara, Josephine Fröhlich:

    Julius Schmid. Ein Schubert-Abend in einem Wiener Bürgerhause. Ölgemälde (entstanden 1897, anl. Schuberts 100. Geburtstag). Original: Wiener Schubertbund. Foto in Hilmar S. 193, Vorstudie (Kohlezeichnung) Hilmar 1989, S. 63.


    Johann Michael Vogl, Franz Schubert, Josephine und Katharina Fröhlich.

    Julius Schmid. Lünette im Kammermusiksaal, Grazer Congress, in Graz. Kaufmann 1990, S. 168-170.


    Franz Schubert, Josephine und vermutl. Barbara und Katharina Fröhlich

    Hans Schließmann. Zeichnung. Wienmuseum. Hilmar 1989, S. 56 „Schubert begleitet die Schwestern Fröhlich am Klavier“.

    Forschung

    Josephine Fröhlich wird wie ihre Schwestern meist im Zusammenhang mit Schubert und Grillparzer in Forschungsarbeiten erwähnt, vor allem, wenn die Rolle von Frauen im kulturellen Umfeld der berühmten Männer gefragt ist. Diese Zuordnung greift jedoch zu kurz und lässt üblicherweise das eigenständige kulturelle Handeln der Sängerin ausgeklammert. Josephine Fröhlich war eine der bekanntesten und anerkanntesten Sängerinnen in Wien und durch ihre Vernetzung mit berühmten Persönlichkeiten ihrer Zeit leistete sie ihren Beitrag zum Wiener Musikleben, der über den einer Sängerin hinausreichte. Zudem führte sie ein selbständiges, auch finanziell abgesichertes Leben als unverheiratete Frau.

    Forschungsbedarf

    Die Details kulturellen Handelns im Wien der Biedermeierzeit, einschließlich des Themas Musikerfreundschaft unter der Genderperspektive bleiben noch zu erforschen.

    In welcher Form der Unterricht mit Giuseppe Siboni in Wien und Kopenhagen in Bezug auf Josephine Fröhlich verlief und welche Auswirkungen er auf ihre eigene Unterrichtsmethode hatte, ist bislang nicht bekannt. Wenig erforscht ist weiters der gesamte Karriereverlauf der Sängerin, hat sie doch ihre erfolgreich gestartete Laufbahn als Opernsängerin abgebrochen und sich mehr und mehr dem Unterrichten gewidmet. Inwieweit dieser Bruch nicht nur mit dem Opernbetrieb als solchen, sondern auch mit ihrer in den Quellen angedeuteten Auftrittsangst und/oder noch dazu mit dem sich wandelnden Stimmideal in Bezug auf den Operngesang zusammenhing, muss Spekulation bleiben. Nur wenige Informationen sind über den Gesangsunterricht und die Schülerinnen Josephine Fröhlichs vorhanden. Welche Rolle die enge Bindung zu den Schwestern in der Planung ihrer Karriere und ihres Privatlebens gespielt haben mag, wäre ferner Nachforschungen wert.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 80419366
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 136000703
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Ingeborg Harer


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 12.12.2015


    Empfohlene Zitierweise

    Ingeborg Harer, Artikel „Josephine Fröhlich“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 12.12.2015.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Josephine_Fröhlich