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  • Johanna Kinkel

    von Melanie Ayaydin
    Johanna Kinkel geb. Mockel, Öl auf Leinwand, um 1840, unsigniert
    Namen:
    Johanna Kinkel
    Geburtsname: Johanna Mockel
    Ehename: Johanna Mathieux
    Lebensdaten:
    geb. in Bonn,
    gest. in London,
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Musikpädagogin, Schriftstellerin, Chorleiterin
    Charakterisierender Satz:

    „Ein leuchtendes Beispiel, daß auch das Weib eine unerschrockene Kämpferin für Wahrheit und Recht und unermüdlich tätig sein kann auf den höchsten Gebieten geistigen Schaffens, dabei aber nicht nur jede Pflicht des häuslichen Lebens als Gattin und Mutter in edelster Weise erfüllen, sondern sogar für den materiellen Unterhalt der Familie mitsorgen kann.“


    (Malwida von Meysenbug. Memoiren einer Idealistin. Hg. von Renate Wiggershaus, Königstein im Taunus: Ulrike Helmer Verlag, 1998. S. 241.)


    Profil

    Johanna Kinkels Schaffen war äußerst vielseitig. In ihrer Bonner Zeit als Leiterin des „Singkränzchens“ sowie als Pädagogin hochgeschätzt, in Berlin als Pianistin und Liedkomponistin bekannt geworden, erfuhr sie durch die Begegnung mit dem Theologen Gottfried Kinkel wichtige Anregungen. Als einzige Frau komponierte sie für den Bonner Dichterkreis „Maikäferbund“. Im Revolutionsjahr 1848 übernahm sie die Redaktion der „Neuen Bonner Zeitung“ und kämpfte für die Freilassung ihres inhaftierten Ehemanns.

    Nach ihrer Emigration 1851 nach London unterrichtete sie und verfasste u.a. den Aufsatz „Friedrich Chopin als Komponist“, die pädagogische Abhandlung „Acht Briefe an eine Freundin über Clavier-Unterricht. Musiktheoretische Auseinandersetzungen“ sowie den kurz vor ihrem Tod fertiggestellten Roman „Hans Ibeles in London. Ein Familienbild aus dem Flüchtlingsleben“.

    Johanna Kinkel war aufgrund ihres liberalen Denkens und Handelns oft Anfeindungen ihrer Umwelt ausgesetzt. Gerade in Bonn erregten die Scheidung von ihrem ersten Mann, ihr Übertritt zum Protestantismus und ihre Heirat mit Gottfried Kinkel, sowie ihre politische Aktivitäten großes Aufsehen.

    Orte und Länder

    Johanna Kinkel erhielt ihre erste musikalische Ausbildung in Bonn, die sie ab 1836 in Berlin weiterführte. Nach mehr als zwei Jahren kehrte sie nach Bonn zurück und lebte nach ihrer Emigration im Jahr 1851 in London.

    Biografie

    Johanna Kinkel, geboren am 8. Juli 1810 in Bonn, erhielt ihre erste musikalische Ausbildung bei Franz Anton Ries, der auch Beethoven unterrichtet hatte. Schon bald übernahm sie als Dirigentin die Leitung des von ihm gegründeten „Singkränzchen“. Nach dem Scheitern der ersten Ehe mit dem Musikalienhändler Johann Paul Mathieux ging sie – ermutigt durch Felix Mendelssohn Bartholdy – nach Berlin, um sich weiter ausbilden zu lassen. In der Großstadt fand sie schließlich den Nährboden, sich musikalisch-geistig weiterzuentwickeln. Sie studierte Klavier bei Wilhelm Taubert und Komposition bei Karl Böhmer. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich mit Musikunterricht und dem Komponieren von Liedern, die in Berlin erstmals veröffentlicht wurden. Zunächst wohnte sie im Haus Bettina von Arnims und erhielt bald Kontakt zu den angesehensten Salons der Stadt. Hier lernte sie u.a. Fanny Hensel kennen und nahm an den dortigen Sonntagsmusiken teil. Mit der Absicht, ihre Scheidungsangelegenheiten zu klären, reiste sie nach Bonn zurück, wo sie im Rahmen ihrer Tätigkeit für den dortigen Musikverein ihren späteren Ehemann, den Theologen Gottfried Kinkel (1815-1882), kennenlernte und ihre Rückkehr nach Berlin aufgab. Gemeinsam gründeten sie den kunstkritisch engagierten, literarischen Dichterkreis „Maikäferbund“.

    Aus der Ehe mit Gottfried Kinkel gingen vier Kinder hervor: Gottfried (1844-1891), Johanna (1845-1863), Adelheid (1846-1927) und Herrmann (1848-1898). Während der Märzrevolution 1848 wirkte ihr Ehemann aktiv bei den Aufständen mit, während Johanna Kinkel die Redaktion der „Bonner Zeitung“ übernahm und über aktuelle revolutionäre Geschehnisse berichtete. Nach gelungener Flucht des im Zuge der Revolution inhaftierten Gottfried Kinkels ging die Familie nach London ins Exil. In der neuen Heimat trug sie als Musiklehrerin zum Unterhalt der Familie bei, daneben entstanden die musikpädagogische Schrift „Acht Briefe an eine Freundin über Clavier-Unterricht“, der Aufsatz „Friedrich Chopin als Komponist“ und weitere musiktheoretische Betrachtungen sowie der autobiografisch gefärbte Roman „Hans Ibeles in London. Ein Familienbild aus dem Flüchtlingsleben“.

    Johanna Kinkel, deren Gesundheitszustand sich in Londoner Jahren immer mehr verschlechtert hatte, starb 1858 durch einen Sturz aus dem Fenster. Ob ihr Tod ein Unfall oder Selbstmord war, ist bis heute nicht sicher geklärt.

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    Johanna Kinkel wurde am 8. Juli 1810 in Bonn geboren. Ihr Vater Peter Joseph Mockel, ebenso wie seine Frau Marianna, geb. Lam aus Köln stammend, war Theologe und unterrichtete am königlichen Gymnasium in Bonn. Johanna Kinkels musikalische sowie dichterische Begabung, die sich schon früh zeigte, wurde von den Eltern nur wenig gefördert, galt es doch dem „gewöhnlichen weiblichen Bildungsschema: Schule, Kochpension, Ehe“ nachzukommen (Schulte 1908, S. 7).

    Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie durch Franz Anton Ries, den einstigen Lehrer Beethovens. Dieser muss schon früh Johanna Kinkels Fähigkeiten erkannt haben, denn bald nach der Gründung des aus seinem Schülerkreis bestehendem „Singkränzchens“ 1827 übernahm die junge Musikerin die Leitung. Für Bonn, das bis dahin kein allzu vielseitiges Musikleben hatte, wurde jene musikalische Gesellschaft eine wichtige Bereicherung für das Konzertleben. So führte Johanna Kinkel, die auch bereits als Klavierpädagogin tätig war, in den Häusern Bonner Familien kleine Ensemblestücke aus Opern auf.

    Für das „Singkränzchen“ entstand auch ihr Opus 1, „Die Vogelkantate für fünf Stimmen mit Klavierbegleitung“ mit dem Untertitel „Ein musikalischer Scherz“, in dem auf humorvolle Art ihre ersten Erfahrungen als Chorleiterin geschildert werden.


    Erste Ehe (1832-1840)

    22-jährig heiratete Johanna Kinkel den Kölner Buch- und Musikalienhändler Johann Paul Mathieux, den sie 1831 kennengelernt hatte. Erhoffte sie sich von ihrem Mann Verständnis und Unterstützung ihrer musikalischen Aktivitäten, so wurden ihre Hoffnungen nach ihrer Heirat vollends enttäuscht. Nach nur sechsmonatiger Dauer trennte sie sich 1833 von ihrem Mann, kehrte in ihr Elternhaus zurück und reichte die Scheidung ein (diese sollte wegen Mathieux‘ Nichteinwilligung aber erst 1840 vollzogen werden). Augenscheinlich hatte ihr die Ehe sehr zugesetzt, ein ärztliches Attest für das Scheidungsgericht aus dem Jahre 1836 bescheinigte „Nervenzerüttung mit Abzehrungsfieber“, Grund dafür waren „Mißhandlungen vermittelst ausgesuchter Quälereyen“ ihres Mannes (nach Weissweiler 1981, S. 221 f.).

    Erst allmählich sah sich Johanna Kinkel wieder in der Lage, sich dem durch ihre Ehe führerlos gewordenen Musikverein wieder zuzuwenden. Mit dem Ziel, das rückständige Konzertleben Bonns zu reorganisieren sowie durchreisenden Künstlern ein niveauvolleres, über den üblichen Rahmen hinausgehendes Programm zu bieten, studierte sie nun ganze Opernakte ein. Jedoch scheiterten die Aufführungen häufig an „der philiströsen Ansicht der Väter und Mütter meiner Schülerinnen, die es unschicklich fanden, im Entréekonzert eines fremden Musikers zu singen, dessen Herkunft man nicht genau kenne“ (nach Weissweiler 1981, S. 222).


    Berlin (1836-1839)

    Mit der Absicht, ein Musikstudium aufzunehmen, reiste sie über Frankfurt a. M. nach Berlin. In Frankfurt von Dorothea Schlegel mit deren Neffen Felix Mendelssohn Bartholdy bekannt gemacht, erfuhr sie anerkennende Worte über ihre musikalische Begabung und die Empfehlung, sich in Berlin weiter ausbilden zu lassen. Dort blieb sie schließlich über zwei Jahre lang, studierte Klavier bei Wilhelm Taubert und Komposition bei Karl Böhmer. Ihren Unterhalt finanzierte sie dabei als Musiklehrerin, aber auch mit der Veröffentlichung erster Liedkompositionen. Anfängliche berufliche Schwierigkeiten in der fremden Stadt überwand sie nach und nach, ihre pädagogischen und kompositorischen Fähigkeiten machten sie schlussendlich zu einer vielbeschäftigten Klavierlehrerin sowie zu einer in Fachkreisen anerkannten Liedkomponistin. Außerdem eröffnete ihr der Kontakt zu Bettina von Arnim (geb. Brentano), in deren Haus sie fünf Monate lang wohnte und deren Kinder sie unterrichtete, auch bald Zugang zur Berliner Gesellschaft und den bekanntesten Salons. Nebst ihrer Teilnahme an Bettina von Arnims literarischem Kränzchen „Lindenblatt“ wurde sie in den musikalischen Kreis Fanny Hensels aufgenommen und wirkte bei den viel gerühmten „Sonntagsmusiken“ mit. In Berlin schätzte man zudem ihren rheinischen Humor, den sie musikalisch und literarisch aufs Trefflichste auszudrücken vermochte.

    Um mehr Ruhe und Zeit für ihre Studien zu finden, zog sie schließlich in eine eigene Wohnung um und konnte sich nun ganz dem Komponieren romantischer Klavierlieder zuwenden. Bereits ihr erstes veröffentlichtes Liederheft op. 7, erschienen 1838 bei Trautmann in Berlin, wurde von der Presse positiv aufgenommen. So lobte Ludwig Rellstab, „daß er diese Lieder zu den eigenthümlichsten und schönsten zählt, die ihm neuerlichst vorgekommen sind“ (nach Lemke 1998, S. 58). Es waren dies Lieder auf Texte von Emanuel Geibel (Nr.1 und Nr. 6), August Kopisch, auf einen eigenen Text und auf solche von Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe.

    In einer weiteren Rezension wurde das „Damenhafte in der Komposition“ hervorgehoben. Als Robert Schumann sie um Zusendung einer weiteren Komposition für seine „Neue Zeitschrift für Musik“ bat, nahm sie das als „kostbare Gelegenheit das ,Sanfte‘, ,Zarte‘ dem Rezensenten einzutränken. Ich schrieb einen ganz feinen zimperlichen Brief und schickte dazu mein wildestes Trinklied für Männerchor, zu welchem ich selbst einen rechten Studententext gemacht habe. Dürfte ich doch nur die Gesichter meiner unbekannten Korrespondenten sehn, wenn sie die Bescherung durchsingen.“ (vgl. Böttger 1977, S. 410f.)


    Rückkehr nach Bonn (1839) und Heirat mit Gottfried Kinkel (1843)

    Als sie 1839 von ihren Eltern die Mitteilung bekam, dass „Herr Mathieux sich zu einer gerichtlichen Scheidung bereit erklärt habe“ (Schulte 1908, S. 15), kehrte sie nach Bonn zurück.

    Ihre Absicht, nur kurz in Bonn zu bleiben, realisierte sich jedoch nicht. Das Scheidungsverfahren dauerte länger als angenommen und kostete viel Mühe und Zeit. Indessen nahm sie ihre Tätigkeit als Pädagogin sowie als Leiterin des Gesangvereins wieder auf und veranstaltete Hauskonzerte nach dem Vorbild Fanny Hensels (vgl. Lemke 1998, S. 61). Hier bot sich zudem der Rahmen, eigene Kompositionen aufzuführen. Neben Gelegenheitsstücken für diverse Feiern kam hier die Vertonung der Heine-Ballade „Don Ramiro“ op. 13 sowie das geistliche Chorwerk „Hymnus in Coena Domini“ op. 14 zur Aufführung. Vom Klavier aus begleitete bzw. dirigierte sie dabei die Darbietungen. (Lemke 1998, S. 61)

    Die in dieser Zeit begonnenen literarischen Arbeiten, welche zu Theateraufführungen mit Musikeinlagen wurden (Schulte 1908, S. 17), erweiterten den Kreis der Interessierten und zogen eine Reihe von Literaten an. Unter ihnen waren Karl Simrock, Wolfgang Müller, Christian Joseph Matzerath, Adolph Strodtmann und Gottfried Kinkel, ihr späterer Ehemann. In der Folge wurde der Literatur ein größerer Stellenwert eingeräumt, und gemeinsam mit Gottfried Kinkel, dem damaligen Privatdozenten der evangelischen Theologie, gründete sie 1840 schließlich den „Maikäferbund“. Gemeinsam mit engagierten Literaten und interessierten Studenten gab man wöchentlich die Vereinszeitschrift „Der Maikäfer. Zeitschrift für Nicht-Philister“ heraus. Der Bund stellte ein Forum zum Gedankenaustausch für Gleichgesinnte dar und richtete sich – wie aus dem Untertitel des Blattes hervorgeht – gegen das Spießbürgertum. Das jährliche Stiftungsfest am Peter-und-Paul-Tag (29. Juni) bot zudem Gelegenheit zur Aufführung größerer Werke. Die so gewonnenen Bekanntschaften regten Johanna Kinkel wiederum zu Vertonungen der so entstandenen literarischen Werke an. Beispiele dafür sind u.a. das Singspiel „Die Assassinnen“ (1843) auf einen Text von Gottfried Kinkel oder „Otto der Schütz. Liederspiel in einem Akt“ auf ein selbst verfasstes Libretto.

    Die enge Beziehung zwischen der sogenannten „Direktrix“ des „Maikäferbundes“ und dem „Urmaikäfer“ Gottfried Kinkel sollte zunächst nur beruflich bleiben, war doch der Theologe bereits mit der Tochter eines evangelischen Pfarrers verlobt. Stand zunächst die gegenseitige Bewunderung für das Können des anderen im Vordergrund, entwickelte sich bald eine enge Freundschaft, die in eine tiefe Leidenschaft mündete. Diese äußerte sich zunächst nur in Briefform (Klaus 2008, S. 74), denn beide waren sich bewusst, dass eine Liebe zwischen einer geschiedenen Katholikin und einem bereits verlobten evangelischen Theologen undenkbar war. Schlussendlich war es das Erlebnis eines gemeinsam erlittenen Bootsunfalls, der endgültig zu einem Liebesgeständnis der beiden führte.

    Gottfried Kinkel löste daraufhin seine Verlobung, und nach einer gesetzlichen Wartefrist von drei Jahren heirateten sie am 22. Mai 1843, nachdem Johanna zum Protestantismus übergetreten war.

    Die Zeit bis dahin – und auch danach – war von zahlreichen Schwierigkeiten geprägt. Zunächst galt die Verbindung Gottfried Kinkels mit einer geschiedenen Katholikin als skandalös und erregte einiges Aufsehen in der Stadt. Er verlor seine Stellung als Hilfsprediger und Religionslehrer, und auch die Aussicht auf eine Anstellung an der theologischen Fakultät zerschlug sich auf Grund dieser Beziehung (vgl. Böttger 1977, S. 438ff.). Auch Johanna Kinkel wurde deswegen angefeindet und verlor einen Teil ihrer Schülerinnen (Wenzel 1994, S. 24). Um zum gemeinsamen Unterhalt beizutragen, suchte sich Johanna Kinkel schließlich Schülerinnen in Köln (Wenzel 1994, S. 24). Gottfried Kinkel wurde 1845 mit seiner Abhandlung „Geschichte der bildenden Künste bei den christlichen Völkern“ die Umhabilitierung in die philosophische Fakultät ermöglicht (Klaus 2008, S. 135). Im Februar 1846 wurde er schließlich zum außerordentlichen Professor für Neuere Kunst-, Literatur- und Kulturgeschichte der Universität Bonn ernannt (Klaus 2008, S.138).


    Ehejahre in Bonn (1843-1850)

    Johanna Kinkel beschreibt ihre Ehe als eine „idealisch glückliche, wenn es schon an äußeren Schicksalen, Krankheit, Verfolgung und Lebensnot nicht fehlte“ (nach Schulte 1908, S. 60).

    Aus der Ehe gingen in den sechs folgenden Jahren vier Kinder hervor: Gottfried (1844-1891), Johanna (1845-1863), Adelheid (1846-1927) und Herrmann (1848-1898) (nach Klaus 2004, S. 5). In dieser Zeit blieb neben Kindererziehung und Haushaltsführung, „Maikäferbund“ und Musikverein freilich nicht viel Zeit für eine weitreichendere Beschäftigung mit Musik, obwohl ihr Biograf Schulte sie dennoch für den Beweis hielt, „daß sich die Teilnahme an den edelsten Bildungsbestrebungen der Zeit mit der strengen Erfüllung aller Hausfrauenpflichten wohl vereinigen läßt“ (Schulte 1908, S. 50). Wie Schulte es selbst formulierte, ist es jedoch lediglich eine „Teilnahme an Bildungsbestrebungen“, die Johanna Kinkel sicherlich nicht befriedigte. Denn mit der Geburt der Kinder waren die Möglichkeiten geistigen und musikalischen Schaffens deutlich eingeschränkt worden, und die Prioritäten mussten sich zwangsweise verlagern: „Musik bekomme ich gar keine mehr zu hören. Mein Flügel dient nur noch, um frischgebügelte Windeln darauf zu trocknen. Das darf aber nicht mehr so fortgehen. Nächste Woche will ich ihn wieder aufmachen, denn ich schmachte nach einem Ton Musik. Könnte ich jetzt meiner dümmsten Schülerin Stunde geben und Stückchen von Wanhal zu 4 Händen spielen, es würde mir eine Erquickung seyn. Doch ich muß mir das Schwimmen in meinem eigenen Element versagen, bis die Kinder über die ersten gefährlichen Jahre hinaus sind, wo man sie keine Stunde aus den Augen verlieren darf.“ (vgl. Wenzel 1994, S. 24; Klaus 2008, S. 137f.)

    Doch trotz ihrer beschränkten Zeit leitete sie konzertante Aufführungen u. a. von Christoph Willibald Glucks „Iphigenie in Aulis“ und Louis Spohrs „Pietro von Abano“ und hatte damit großen Erfolg. Zudem schrieb sie die Novelle „Musikalische Orthodoxie“.


    Die Revolution und ihre Folgen (1848-1851)

    Die angeheizte Stimmung, die nach der Februarrevolution in Paris in deutschen Städten herrschte, ließ auch das Ehepaar Kinkel nicht unberührt. Im Zuge dieser Ereignisse zerfiel der „Maikäferbund“, und der Gesangsverein, in dem „Revolutionsgespräche alle musikalischen Interessen überwucherten“, wurde aufgelöst (vgl. Lemke 1998, S. 63).

    Gottfried Kinkel engagierte sich stark bei den politischen Ereignissen und war einer der Hauptredner in der ersten großen Revolutionsveranstaltungen in Bonn am 18. März 1848. Später übernahm er die Redaktion der „Bonner Zeitung“, welche zu einem der führenden demokratisch-republikanischen Blätter dieser Zeit wurde (Schnelling-Reinicke 1998, S. 289). Als er 1849 als Abgeordneter für die Zweite Kammer in Berlin gewählt wurde, übernahmen Johanna Kinkel und Carl Schurz (ein ehemaliger Student Kinkels) die Redaktion des nun „Neue Bonner Zeitung“ genannten Blattes.

    Die Zeitung, die unter Johanna Kinkel „zu einem radikalen politischen Kampforgan“ (Weissweiler 1981, S. 232) wurde, enthielt Berichte über aktuelle Geschehnisse der Revolution und verlieh den Forderungen nach Demokratie und Freiheit Ausdruck.

    Aber auch musikalisch formulierte Johanna Kinkel revolutionäre Appelle: Sie komponierte das „Demokratenlied“, einen Aufruf zur Demokratie und Menschlichkeit (mit der einprägsamen Refrainzeile „Heran, heran, heran Demokratie“). Einen weiteren Ausdruck ihrer politischen Überzeugung formulierte sie im „Lied von der Bürgerwache“ (aus ihrer „Anleitung zum Singen. Übungen und Liedchen für Kinder von drei bis sieben Jahren“ op. 20; vgl. Lemke 1998, S. 63f.).

    Indessen wurde Gottfried Kinkel, der sich nach dem gescheiterten Versuch der Erstürmung des Siegburger Zeughauses dem badischen Aufstand angeschlossen hatte, verwundet und in der Festung Rastatt gefangen gesetzt. Jene Vorkommnisse, sowie die unmissverständlichen politischen Bekenntnisse in der „Neuen Bonner Zeitung“ führten erneut zur Ächtung Johanna Kinkels, u. a. kündigten ihr Bonner Beamtenfrauen den Klavierunterricht. „Diese Verschwörung kleinstädtischer Weiber zum Ruin des Einzelnen hat etwas wahrhaft Mittelalterliches“, schrieb sie (vgl. Weissweiler 1981, S. 232). Um eine finanzielle Notlage abzuwenden, zog sie mit den Kindern zu ihren Eltern und besuchte von dort aus ihren Mann in der Rastatter Festung. Während der Rückreise komponierte sie im Zug das Lied „Am Gefängnißthurme von Rastatt“ (Lemke 1998, S. 63 f.).

    Wieder zu Hause, setzte sie alle Hebel in Bewegung, um die drohende standrechtliche Erschießung ihres Ehemanns zu verhindern. Die von ihr verfassten und delegierten Bittbriefe sowie die Solidaritätsbezeugungen anderer (u.a. Bettina von Arnims) änderten jedoch nichts an dessen Verurteilung zur lebenslangen Zuchthausstrafe. Gemeinsam mit Carl Schurz plante sie jedoch eine Befreiungsaktion. Geldspenden ermöglichten eine Bestechung des Gefängniswärters, und so gelang Schurz die gewagte Befreiung Kinkels und die gemeinsame Flucht nach London. Ein Brief Gottfried Kinkels bestätigte seiner Frau den glücklichen Verlauf, und so reiste Johanna Kinkel mit ihren Kindern im Januar 1851 über Arnheim und Rotterdam nach London, wo sie von ihrem Ehemann in Empfang genommen wurde. (Schulte 1908, S. 90 f.)


    London (1851-1858)

    Das Leben in London war mühsam und geprägt von zahlreichen Krankheiten. „Die unendliche Schwierigkeit, sich in der Riesenstadt, die noch dazu von Flüchtlingen aller Nationen überlaufen war, eine sichere Einnahmequelle zu schaffen, wurde so durch langwierige Krankheiten noch bedeutend erschwert. Dazu kamen einerseits [Gottfried] Kinkels Unkenntnis der englischen Sprache, anderseits die Folgen seiner politischen Berühmtheit.“ (vgl. Schulte 1908, S. 91)

    Gottfried Kinkel war anfänglich stark parteilich in Beschlag genommen. So unternahm er u. a. von September 1851 bis Februar 1852 eine sechsmonatige Agitationsreise in die USA, so dass Johanna Kinkel den Lebensunterhalt der Familie durch Musikunterreicht bestreiten musste. Sie fand kaum Ruhe, da ihr Haus „fast zum Kommissionsbureau arbeitsuchender Flüchtlinge geworden war“ (Ebd., S. 96f.). An Fanny Lewald schrieb sie im November 1851: „Wie es mir geht? Es könnte mir herrlich gehen, wenn ich allein für meine Angelegenheiten leben könnte. Aber unzählige Menschen nehmen mich in Anspruch für ihre Angelegenheiten. Jeder braucht vielleicht nur ein paar meiner Tage oder Stunden, hält sich daher nicht einmal zum Dank verpflichtet, meint, ich hatte das Zehnfache thun können – aber diese Tage und Stunden summiren sich zu einer Last, die meine Existenz vernichtet. Ich bin mit allen meinen Talenten lebendig begraben, nur noch eine Pflichtmaschine.“ (Lewald 1888, S. 13)

    Erst nachdem Gottfried Kinkel eine feste Stellung erhalten hatte, stellte sich wieder eine gewisse Normalität ein und Johanna Kinkel konnte sich wieder intensiver mit Musik und Literatur beschäftigen. Sie hatte sich inzwischen als Pianistin und Pädagogin einen Namen gemacht und gründete in ihrem Haus eine Gesangsschule. Ihr Opus 20, nunmehr als „Songs for little children“ betitelt, sowie ihre „Acht Briefe an eine Freundin über Clavier-Unterricht“ wurden zudem ins Englische übersetzt. (Lemke 1998, S. 64).

    Während der letzten Jahre ihres Lebens widmete sich Johanna Kinkel vornehmlich musikwissenschaftlichen Arbeiten, die auf Studien des British Museums basierten. Immer noch war ihr Schaffensdrang ungebrochen; an ihre Freundin Auguste Heinrich schrieb sie: „Ich habe ein Engagement, über Musik Vorträge zu halten, und es scheint, daß mir dies gelingt. Das macht mir Freude, weniger deshalb, weil es ein besseres Geschäft als Stundengeben ist, sondern weil ich in mir die Fähigkeit entdeckt habe, im späteren Alter noch eine ganz neue Lebenstätigkeit zu ergreifen. Ich bin überhaupt in die mir gemäßere Sphäre meiner früheren Bestrebungen nach und nach zurückgekehrt. Solange die Kinder klein waren, schien es mir eine Pflicht, alle Neigungen meines Geistes zu töten, die mich von den nächsten Sorgen ablenken möchten. Was unter der Schneedecke gelegen, will nun plötzlich hervorkeimen.“ (Kinkel 1857, vgl. Rieger S. 92f.).

    Nach einem erfolgreichen Vortrag über Chopin folgten weitere über Beethoven, Mozart und Mendelssohn.

    Kurz vor ihrem plötzlichen Tod stellte sie den zweibändigen Roman „Hans Ibeles in London. Ein Familienbild aus dem Flüchtlingsleben“ fertig, in dem das Leben einer im Musiker-Milieu angesiedelten Emigrantenfamilie geschildert wird.

    Johanna Kinkel, die in den Londoner Jahren zunehmend an Herzbeschwerden litt, stürzte am 15. November 1858 aus dem Fenster im dritten Stock ihres Hauses. Ob ihr Tod ein Unfall oder Selbstmord war, ist ungeklärt.

    Würdigung

    Johanna Kinkel hinterließ nicht nur ein umfangreiches musikalisches, sondern auch ein musikwissenschaftliches, musikpädagogisches journalistisches und literarisches Œuvre.

    Sie reüssierte zunächst mit Liedkompositionen, die auch in Fachkreisen geschätzt wurden. In der Zeit der 1848er Revolution tat sie sich mit Vertonungen eigener Dichtungen hervor, in denen sie politische Appelle formulierte. Zudem schrieb sie Bühnenwerke, die jedoch zum Teil verschollen sind und allesamt unveröffentlicht blieben.

    Ihre musikpädagogischen Schriften wie die „Acht Briefe an eine Freundin über Clavier-Unterricht“ zeugen nicht nur von pädagogischer Weitsicht, sondern nehmen auch Stellung zur „Klavierseuche“ (5. Brief) der Salongesellschaft und dem damit zusammenhängenden Virtuosen- und Dilettantentum (6. Brief). Auch in ihren Musikerzählungen reflektierte sie die gängigen Geschlechterrollen im bürgerlichen Musikbetrieb sowie den romantischen Künstlertypus. In ihrer Novelle „Musikalische Orthodoxie“ beschrieb sie zudem ihre Loslösung von der alten Musik, war sie doch in Bonn bei Franz Anton Ries im „orthodoxen Lager“ aufgewachsen, in der ihr „Beethoven als musikalischer Gott und Rossini als Antichrist vor der Seele stand.“ (vgl. Weissweiler 1981, S. 219).

    Ihr Weitblick hinsichtlich zukünftiger musikalischer Entwicklungen offenbarte sich in ihrem Aufsatz „Friedrich Chopin als Komponist“, in dem sie bemerkte: „Über Chopin ist der Geist einer neuen Musik gekommen; er hat sich ihm in Melodien offenbart, die ihn wie Träume der Zukunft umströmen. Die vorhandenen Intervalle sind fast zu breit, um seine ätherischen Intervalle wiederzugeben; darum schleichen sie widerstrebend durch die chromatischen Verhältnisse der Tonleiter und suchen nach den noch feineren Verhältnissen, die die enharmonische Verwechslung bietet. […] Er rüttelt eben schon an der noch geheimnisvoll verschlossenen Pforte der Vierteltöne, die dereinst späteren Jahrhunderten das sein werden, was uns jetzt die kleine Sekunde ist und was unsern Vorfahren die Terz war.“ (ebd., S. 226)

    Rezeption

    In der älteren Rezeptionsgeschichte stößt man des Öfteren auf eine Bemerkung Emanuel Geibels, der über Johanna Kinkel schrieb: „Überhaupt ist das Übermaß ihr Fehler, und namentlich ist sie so reich mit Talenten begabt, daß sie in keinem Fach ein Genie ist.“ (vgl. Rieger 1988, S. 243) Dass Johanna Kinkels vielseitiges Schaffen auf ihre Lebensumstände zurückgeführt werden muss, wurde hier freilich nicht erkannt. Denn es ist gerade diese vielschichtige, ineinandergreifende Auseinandersetzung mit Musik, die in gesellschaftlichen Betrachtungen, musiktheoretischen Studien sowie pädagogischen Schriften zum Ausdruck kommt und die jedem Vorwurf des Dilettantismus Stand hält.

    Da Johanna Kinkel sich eben nicht hauptsächlich komponierend etablieren konnte und sie in der weiteren Rezeption häufig nur in Zusammenhang mit Gottfried Kinkel wahrgenommen wurde, blieb ihre Würdigung als Komponistin lange Zeit aus. Erst mit Beginn der Gender Studies in den 1980er Jahren erfuhr auch Johanna Kinkel die ihr gebührende Anerkennung. Dabei stellte Eva Weissweiler fest, dass in der ersten Ausgabe der „Musik in Geschichte und Gegenwart“ (1949-1987) kein Eintrag über Johanna Kinkel zu finden war (Weissweiler 1981, S. 183). Diese lexikalische Lücke ist in der zweiten, neu bearbeitenden Ausgabe der „Musik in Geschichte und Gegenwart“ (1994-2007) nun zwar gefüllt, es bedarf allerdings weiterführender Forschungen, um ihre Kompositionen und ihr Lebenswerk überblicken und besser einordnen zu können.

    Die Bonner Regionalforschung richtete schon weit länger ihre Aufmerksamkeit auf die Musikerin und nutzte die Jubiläen (2008 und 2010), um das Schaffen Johanna Kinkels zu würdigen. 2008 erschien beim Böhlau Verlag eine Biografie von Monica Klaus mit dem Titel „Johanna Kinkel. Romantik und Revolution“, welche u. a. auf der 689 Briefe umfassenden Korrespondenz der Eheleute Kinkel aus den Jahren 1840 bis 1858 basiert; diese wurde - ebenfalls von Monica Klaus - im selben Jahr gemeinsam mit dem Stadtarchiv Bonn veröffentlicht (3 Bände).

    Aus Anlass ihres 150. Todestag fand u. a. am 15. November 2008 ein Festkonzert statt, das vom Stadtmuseum und Universitätsclub Bonn veranstaltet wurde. Die Ausstellung „Johanna Kinkel (1810-1858) und ihr kulturelles Umfeld in Bonn, Berlin und London“ im Ernst-Moritz-Arndt-Haus in Bonn (13. Mai bis 12. Juni 2009) beleuchtete erstmals umfassend Leben und Werk der Künstlerin.

    Rund um Johanna Kinkels 200. Geburtstag fanden eine Buchvorstellung und Lesung („Johanna Kinkel. Eine Auswahl aus den schönsten Texten von Johanna Kinkel“, hrsg. vom Stadtmuseum Bonn), eine „Führung auf den Spuren von Johanna Kinkel in Bonn“, sowie eine moderierte Festveranstaltung am 10. Juli 2010 mit Lesung und Musik aus Texten und Musik von Johanna Kinkel, statt, die vom Stadtmuseum Bonn im Ernst-Moritz-Arndt-Haus veranstaltet wurde.

    Werkverzeichnis

    Die folgenden Angaben stützen sich auf das von Ann Willison erstellte Werkverzeichnis, in: „Annäherung IX – an sieben Komponistinnen“, und auf Angaben in der MGG von 2003. Op. 2–5 sind nie erschienen, op. 1, sowie op. 6–16 und op. 18 sind unter dem Namen Johanna Mathieux publiziert, op. 17 und 19ff. unter Johanna Kinkel.


    Vokalmusik:


    Lieder

    Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und der Frau Baronin Bettina v. Arnim geb. Brentano in tiefster Verehrung gewidmet von J. Mathieux op. 7, Berlin: Trautwein, 1838.


    Gelbi’s Liebe, Text von Gisela von Arnim, 1838, Ms.


    Sechs Gedichte von Emanuel Geibel für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und der Frau Emilie von Henning geb. Krutisch hochachtungsvoll zugeeignet von J. Mathieux op. 8, Berlin: Trautwein, 1838.


    Gedicht von Heine, Es ragt in’s Meer der Runenstein, Berlin: Trautwein, 1838.


    Das Schloss Boncourt, Gedicht von Adelbert von Chamisso für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte componirt und dem Andenken des verewigten Dichters gewidmet von J. Mathieux op. 9, Berlin: Trautwein, 1838.


    Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte von I. Mathieux, [sic] op. 10, Berlin: Trautwein, 1839.


    Sechs Lieder mit Begleitung des Pianoforte componirt und Fräulein Angela Oppenhoff gewidmet von Johanna Mathieux op. 6, Leipzig: Kistner, 1839.


    Don Ramiro, Ballade von H. Heine für Alt oder Bariton mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und Fräulein Sophie Schloß gewidmet von J. Mathieux op. 13, Köln: Eck & Lefebvre, ca. 1840.


    Drei Heine-Vertonungen im Sammelband Rhein-Sagen und Lieder, („Der Rheinstrom“, „Kölln“, und „Die beiden Brüder“), Bonn: Dunst, ca. 1840.


    Der deutsche Rhein, Volkslied, gedichtet von Nicolaus Becker, komponirt von J. Mathieux, Bonn: Bach, ca. 1840.


    Sechs Lieder für Alt oder Bariton mit Begleitung des Piano-Forte componirt von J. Mathieux op. 15, Köln: Jacob Eck & Lefebvre, 1841.


    Sechs Lieder für Alt oder Bariton mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und der Frau Emilie von Binzer hochachtungsvoll gewidmet von J. Mathieux op. 16, Leipzig: Hofmeister, 1842.


    Hymne auf den Tod des Marco Botzaris, Griechisches Volkslied mit Pianoforte- oder Guitarre-Begleitung arrangirt von J. Mathieux, (In’s Deutsche übertragen von Gottfried Kinkel.), Köln: Eisen, 1843.


    Sechs Lieder für eine Singstimme mit Piano componirt und dem Fräulein Forstheim gewidmet von J. Mathieux op. 18, Berlin: Schlesinger, 1843.


    Männerlied, T.: Gottfried Kinkel, ca. 1846, Ms. verschollen.


    Sechs Lieder für eine tiefe Stimme mit Begleitung des Pianoforte componirt und dem Fräulein Josephine Hubar gewidmet von J. Mathieux op. 17, Berlin: Bote & Bock, 1847.


    Sechs Lieder für Alt oder Bariton mit Clavierbegleitung componirt und Herrn Kapellmeister Dorn hochachtungsvoll gewidmet von Johanna Kinkel op. 19, Köln: Schloss, 1848.


    Demokratenlied, Bonn: Sulzbach, 1848.


    Am Gefängnißthurme von Rastatt, (Der gefangene Freischärler), T.: Johanna Kinkel, 1849, Ms. verschollen.


    Der letzte Glaubensartikel, T.: Gottfried Kinkel, ca. 1850, Ms. verschollen.


    Sechs Lieder für eine tiefe Stimme mit Pianoforte-Begleitung von Gottfried und Johanna Kinkel op. 21, Mainz: Schott, 1851.



    Duette

    Sechs Duetten für 2 weibl. Stimmen, ohne Begleitung, Ms., ca. 1838.


    Drei Duetten für Sopran und Alt, Texte von C. Heine [sic] mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und der Frau Prof. Nanny Müller geb. Zeiller hochachtungsvoll zugeeignet von Johanna Mathieux op. 11, Berlin: Trautwein, 1839.


    Drei Duetten für weibliche Stimmen, Text von Goethe und C. W. Müller aus Düsseldorf mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und den Fräulein Adele & Emily Thormann gewidmet von Johanna Mathieux, op. 12, Berlin: Trautwein, 1840.


    [Duetten Arrangements], Ms., 1853.



    Sonstige Vokalwerke

    Die Vogel-Kantate, Musikalischer Scherz für fünf Singstimmen mit Klavierbegleitung in Musik gesetzt und dem Herrn Professor Lucas in Bonn freundschaftlich gewidmet von J. Mathieux op. 1, (S, S, A, A, B mit Klavier), Berlin: Trautwein, 1838.


    [Chor der strickenden Damen], (Chor SSA mit einer Solo-Sopranstimme und Klavier), Ms., ca. 1838.


    Trinklied, (T und Chor TTBB mit Klavier), Leipzig: Neue Zeitschrift für Musik, Bd. 9, Beilage (Sept. 1838) S. 8-9.


    Hymnus in Coena Domini, Text aus dem 7ten Jahrhundert componirt und ihrem verehrten Lehrer Franz Ries gewidmet von Johanna Mathieux op. 14, (Chor SATB mit Klavier), Elberfeld: Arnold, 1840.




    Bühnenwerke:

    (alle unveröffentlicht)


    Die Landpartie, komische Operette nebst einem Intermezzo, „Der Brautschatz“, T.: Johanna Mathieux, Ms. Klavierpartitur, ca. 1837.


    Savigny und Themis oder Die Olympier in Berlin, Singspiel, Feb. 1838, Berlin.


    Verrückte Komödien aus Berlin, Der Wettstreit der schottischen Minstrels, 1838, Ms. verschollen.


    Das Malzthier, oder die Stadt-Bönnischen Gespenster, Singspiel in einem Akt, (Lokales Lustspiel in Bonner Mundart mit Liedern und Arien auf bekannte Opernmelodien), T.: Johanna Mathieux, 18. März 1840, Bonn.


    Hänneschen als Wunderkind, (Lokalposse), ca. 1840, Ms. verschollen.


    Friedrich der Rothbart in Suza, oder Vasallentreue, Liederspiel in drei Aufzügen, T.: Gottfried Kinkel, 1841, Ms. Partitur verschollen.


    Otto, der Schütz, Liederspiel in einem Aufzug, T.: Johanna Mathieux, März 1841, Stiftungsfest es Bonner Maikäferbundes, Ms. Orchesterpartitur.


    Die Assassinen, Singspiel in drei Akten, T.: Gottfried Kinkel, Ms. Orchesterpartitur, Ouvertüre Klavier vierhändig, 1843.


    Jubiläum des Großvaters, Singspiel, T.: Johanna Kinkel, 1849.


    The Baker and the Mice, Cantata for Children, (Komische Kantate), 1854, Ms. verschollen.


    Die Fürstin von Paphos, Oper in zwei Akten mit einem Vorspiel, Ms. verschollen.


    Gelegenheitsstücke, Mss. z. T. verschollen.



    Pädagogische Werke:


    Anleitung zum Singen, Übungen und Liedchen für Kinder von drei bis sieben Jahren von Johanna Kinkel op. 20, Mainz: Schott, 1849.


    Tonleitern und Solfeggien für die Altstimme von Johanna Kinkel / Solfeggios for Contralto-Voice by Johanna Kinkel op. 22, London: Schott, 1852.



    Schriften von Johanna Kinkel: (Auswahl)


    „Felix Mendelssohn“. In: Beilage zur Augsburger Allgemeinen Zeitung. 13.11.1847. S. 2529-2530.


    Dä Hond on dat Eechhohn. Ä Verzellsche für Blahge. Bonn: 1849.


    „Erinnerungsblätter aus dem Jahr 1849“. In: Deutsche Monatsschrift für Politik, Wissenschaft, Kunst und Leben. Bd. 2.4. Bremen: 1851. S. 39-108.


    Acht Briefe an eine Freundin über Clavier-Unterricht. Stuttgart, Tübingen: 1852. Reprotechnischer Nachdruck Straubenhardt, 1989.


    „Musikalische Zustände und deutsche Musiker in London“. In: Londoner Morgenblatt für gebildete Leser. Jg. 1853. Bd. 47.11. 13.3.1853. S. 261-263, Jg. 1853. Bd. 47.13. 3.4.1853. S. 309-312, Jg. 1853. Bd. 47.15. 10.4.1853. S. 359-360.


    Hans Ibeles in London, Ein Familienbild aus dem Flüchtlingsleben. 2 Bde., Stuttgart: 1860. Reprint hrsg. von Ulrike Helmer, Frankfurt: 1991.


    Erzählungen von Gottfried und Johanna Kinkel, Stuttgart: 1849 (2. Aufl. 1851, 3. Aufl. 1883), Darin: „Lebenslauf eines Johannisfünkchens; „Der Musikant. Eine rheinische Bürgergeschichte“; „Geschichte eines ehrlichen Jungen“; „Aus dem Tagebuch eines Componisten. Skizze“; „Ein Reiseabenteuer. Skizze“; „Musikalische Orthodoxie. Novelle.“


    „Hausfrau und Künstlerin“. In: Feuilleton der Frankfurter Zeitung 30.11.1885.


    „Über die modernen Liederkomponisten“. In: Der Maikäfer. Jg. 4. Nrn. 31 u. 32 (Der Maikäfer, Bd. 3, 1984)


    „Das moderne Klavierspiel“. In: Der Maikäfer. Jg. 5. Nrn. 4,7,9 u. 12. (Der Maikäfer. Bd.3. 1984)


    Gottfried Kinkel [jun.] (Hg.). „Aus Johanna Kinkel’s Memoiren“. In: Zeitgeist. Beilage zum Berliner Tageblatt. Nr. 39-47. 27.9.-22.11.1886.

    Reprint in: Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft. Bd. 8/9. 1996/97. S. 239-71.


    „Friedrich Chopin als Komponist“. In: Deutsche Revue. Jg. 27. Bd. 1. 1902. S. 93-106, S. 209-223, S. 338-360.


    Ulrike Brandt-Schwarze, Astrid Kramer, Norbert Oellers und Hermann Rösch-Sondermann (Hg.). Der Maikäfer. Zeitschrift für Nichtphilister. 4 Bde. 1840-1846. Bonn: 1982-1985.

    (=Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn Bd. 30-33)


    Des Weiteren Gedichte und Libretti sowie zahlreiche Theaterkritiken und Artikel in der Neuen Bonner Zeitung (1848-50).



    Editionen: (Auswahl)


    a) Einzelausgaben:


    Der Kuß op. 10/3, Berlin: 1840.


    Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt und der Frau Baronin Bettina v. Arnim geb. Brentano in tiefster Verehrung gewidmet von J. Mathieux op. 7, Berlin: Trautwein, 1838, Reprint. Hg. von Suzanne Summerville, Fairbanks: Arts Venture 1995.


    „Evening Song“, op. 7/1, o.O.: 1843

    (=Gems of German Song. Bd. 6. Nr. 3)


    Die Vogelkantate, Musikalischer Scherz für fünf Singstimmen mit Klavierbegleitung in Musik gesetzt und dem Herrn Professor Lucas in Bonn freundschaftlich gewidmet von J. Mathieux op. 1, Berlin: Trautwein, 1838.


    Gerhard Rehm (Hg). Die Vogel-Kantate. (oder Hochzeitskantate) für 5 Stimmen und Klavier, (= Der Kinderchor, Reihe XII, D2, hg. von Günther Kretzschmar), Stuttgart-Hohenheim: Hänssler 1996.


    Christa Roelcke (Hg.). Hymnus in Coena Domini für Soli, gemischten Chor und Orchester, bearbeitet von Christa Roelcke, Köln-Rodenkirchen: Tonger, 1994 (Bearbeitung von op. 14).



    Ritters Abschied

    1. How can I bear to leave thee!, story by F. Feist, verse melody by R. A. Keiser, Chorus by J. Kinkel, New York: 1906;

    2. The Soldier’s Farewell – How can I bear to leave thee, Übersetzung von L. C. Elson, 1912 (= Choral Album 217) (bis vor ca. 1945 zahlr. Nachdrucke).


    b) In Sammlungen:


    „Wunsch“ op. 7/2, „An den Mond“ op. 7/5, „Römische Nacht“ op. 15/1. In: Frauen komponieren. 25 Lieder für Singstimmen und Klavier. Hg. von Eva Rieger und Käte Walter. ED 7810. Mainz: Schott, 1992.


    „An den Mond“ op. 7/5, „Gegenwart“ op. 16/4. In: Von Goethe inspiriert. Lieder von Komponistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Hg. von Ann Willison Lemke. Kassel: 1999.


    Johanna Kinkel, Lieder, Band 1 (nach Texten von Goethe und Geibel). Hg. von L. Siegel, Bryan Mawr/Pa., 2000.

    Quellen

    Briefe und Dokumente:


    Bonner Zeitung. Bonn: 1848.


    Böttger, Fritz (Hg.). Frauen im Aufbruch. Frauenbriefe aus dem Vormärz und der Revolution von 1848. Berlin: Verlag der Nation Berlin, 1977.


    Brandt-Schwarze, Ulrike, Astrid Kramer, Norbert Oellers und Hermann Rösch-Sondermann (Hg.). Der Maikäfer. Zeitschrift für Nichtphilister. 4 Bde.1840-1842. Bonn: 1982-1985. (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn. Bd. 30-33)


    „Brief von Johanna Kinkel aus dem englischen Exil an Kathinka Zitz“. In: Ariadne. Almanach des Archivs der deutschen Frauenbewegung, H. 33, März 1998, S. 56f.


    Goslich, Marie (Hg.). „Briefe von Johanna Kinkel“. In: Preußische Jahrbücher. Bd. 97. Heft 2. 1899. S. 185-222, Heft 3. S. 398-433.


    Kinkel, Johanna. Compositionen. Sammelband mit 14 gedruckten Notenwerken (opp. 6-11, opp. 15-18, op. 21) (zwischen 1838 und 1851) und Teil einen hs. Liederheftes, 1856/57, S. 11-35.


    Kinkel Johanna. Lecture on Mozart (1856/57), dt. von Monica Klaus. In:

    Johanna Kinkel. Eine Auswahl aus ihrem literarischen Werk, zusammengestellt

    von Monica Klaus, hg. von Ingrid Bodsch. Bonn 2010, S. 93-102.


    Leppla, Rupprecht. (Hg.). „Johanna und Gottfried Kinkels Briefe an Kathinka Zitz. 1849-1861“. In: Bonner Geschichtsblätter. Bd. 12. 1958. S. 7–82.


    Nachlass Gottfried und Johanna Kinkel. Findbuch. Bearbeitet von Ulrike

    Brandt-Schwarze u.a., Abt. Handschriften und Rara. Bonn: 2001. (http://www.ulb.uni-bonn.de/die-ulb/publikationen/findbuecher-inhaltslisten/kinkel/view).


    Nachlass Gottfried und Johanna Kinkel. Überarbeitung der Stammtafeln zum Familienkreis. Bearbeitet von Monica Klaus, Abt. Handschriften und Rara. Bonn: 2002. (http://www.ulb.uni-bonn.de/die-ulb/publikationen/findbuecher-inhaltslisten/kinkel-01/view).


    Neue Bonner Zeitung. Mit Beilage „Spartacus“. Bonn: 1849.


    Rittershaus, Adeline. „Felix Mendelssohn und Johanna Kinkel. Ungedruckte Tagebuchblätter u. Briefe.“ In: Neue Freie Presse. Morgenblatt. 19.04.1900. Wien: 1900.


    Rossi, Stefania (Hg.). Malwida von Meysenbug. Briefe an Johanna und Gottfried Kinkel 1849-1885. Bonn: 1982 (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn. Bd. 28).



    Sekundärliteratur:


    Althaus, Friedrich. „Erinnerungen an Gottfried Kinkel.“ In: Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift. Bd. 24. Heft 71. S. 227-244.


    Althaus, Friedrich. „Erinnerungen an Gottfried Kinkel.“ In: Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift. Bd. 25. Heft 73. S. 54-75.



    Asten-Kinkel, Adelheid von (Hg.). „Friedrich Chopin als Komponist“. In: Deutsche Revue. Jg. 27. Nr.1. 1902. S. 93-116, S. 209-23, S. 338-60.


    Asten-Kinkel, Adelheid von (Hg.). „Johanna Kinkels Glaubensbekenntnis“. In: Deutsche Revue. Jg. 27. Nr. 4. 1902. S. 45-66.


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    Ashton, Rosemary. Little Germany. Exile and Asylum in Victorian England. Oxford, New York: 1986.


    Asten-Kinkel, Adelheid von. „Johanna Kinkel in England“ (mit Briefen von Johanna Kinkel). In: Deutsche Revue. Jg. 21. Bd. 1. 1901. S. 65-80, S. 178-192.


    Asten-Kinkel, Adelheid von. „Friedrich Chopin als Komponist. Von Johanna Kinkel. Geschrieben 1855. Aus ihrem Nachlass.“ In: Deutsche Revue. Jg. 27. Bd. 1. 1902. S. 93-106, S. 209-223, S. 338-360.


    Asten-Kinkel, Adelheid von. „Johanna Kinkels Glaubensbekenntnis“. In: Deutsche Revue. Jg. 27. Bd. 4. 1902. S. 45-66.


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    Augusti, Bertha. Erinnerungsblätter aus dem Leben einer deutschen Frau. Köln: 1887.


    Aus’m Weerth, Ernst. „Kinkel im Gefängnisse zu Spandau“. In: Deutsche Revue. Jg. 33. Bd. 4. 1908. S. 171-190.


    Beyrodt, Wolfgang. Gottfried Kinkel als Kunsthistoriker. Darstellung u. Briefwechsel. 1979. (=Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn. Bd. 23)


    Beyschlag, Willibald. Aus meinem Leben. Bd. 1. Erinnerungen u. Erfahrungen der jüngeren Jahre. Halle an der Saale: 1896.


    Blos, Anna. Frauen der deutschen Revolution 1848. Dresden: Kaden & Comp., 1928.


    Boetcher Joeres, Ruth-Ellen. “The Triumph of the Women. Johanna Kinkel’s Hans Ibeles in London (1860)”. In: Euphorion. Bd. 70. Nr. 2. 1976. S. 187-197.


    Bollert, Martin. „Kinkel vor dem Kriegsgericht.“ In: Preußische Jahrbücher. Bd. 155. Heft 3. 1914. S. 488-512.


    Bollert, Martin. „Gottfried Kinkel im Zuchthause.“ In: Preußische Jahrbücher. Bd. 158. 1914. S. 405-430.


    Brand, Bettina , Martina Helmig (Hg.). „…wie die Stimme, die aus ihrer innersten Seele spricht. Johanna Kinkels Vortrag über Beethovens früheste Sonaten inkl. op. 10“. In: Maßstab Beethoven? Komponistinnen im Schatten des Geniekults. München: Edition text+kritik, 2001. S. 159-174.


    Brandt-Schwarze, Ulrike. Der Maikäfer. Zeitschrift für Nichtphilster, Jahrgang I (1840) und II (1841). Kommentar. Bonn: 1991. (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn Bd. 51)


    Bröcker, Marianne. „Johanna Kinkels schriftstellerische und musikpädagogische Tätigkeit“. In: Bonner Geschichtsblätter Bd. 29. 1977. S. 37-48.


    Büchter-Römer, Ute. „Ein rheinisches Musikfest muss man erlebt haben. Johanna Kinkel, Clara Schumann, Fanny Hensel und die Rheinromantik“. In: Romantik, Reisen, Realitäten. Frauenleben am Rhein. Bettina Bab, Marianne Pitzen (Hg.). Bonn: 2002. S. 52-57.


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    Citovics, Tamara. „Bräute der Revolution und ihre Helden. Zur politischen Funktion des Fahnentickens.“ In: Schimpfende Weiber und patriotische Jungfrauen. Frauen im Vormärz und in der Revolution 1848/49. Baden-Baden: 1986.


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    Helmer , Ulrike (Hg.). Hans Ibeles in London. Ein Roman aus dem Flüchtlingsleben. Frankfurt am Main: Ulrike Helmer Verlag, 1991.


    Henseler, Theodor Anton. Das musikalische Bonn im 19. Jahrhundert. Bonn: 1959. (Bonner Geschichtsblätter. Bd. 13)


    Hesse, Werner. „Gottfried und Johanna Kinkel in Bonn.“ In: Bonner Archiv. 1893/94. Jg. 5. Nrn. 1-6 und 10-12.


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    Hundt, Irina. (Hg.). Vom Salon zur Barrikade. Frauen der Heinezeit. Stuttgart, Weimar: 2002.


    Kaufmann, Paul. „Johanna Kinkel. Neue Beiträge zu ihrem Lebensbild“. In: Preußische Jahrbücher. Bd. 221. 1930. S. 290-304, Bd. 222. S. 48-67


    Kaufmann, Paul. „Johanna und Gottfried Kinkel. Nach Kaufmannschen Familienpapieren.“ In: Preußische Jahrbücher. Schriftenreihe der Preußischen Jahrbücher. Nr. 22. 1931. S. 105-131.


    Kaufmann, Paul. „Noch einmal auf Johanna Kinkels Spuren“. In: Preußische Jahrbücher. Bd. 229. 1932. S. 263-268.


    Kinkel, Gottfried jun. (Hg.) „Aus Johanna Kinkel’s Memoiren. Hrsg. von ihrem Sohne Dr. G. Kinkel, Zürich“. In: Der Zeitgeist. Beiblatt zum Berliner Tageblatt. Nr. 39-47. 1886. Nachdruck in: Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft. Bd. 8/9. 1996/97. S. 239-271.


    Kinkel, Gottfried jun. (Hg.). „Drei Jahre aus dem Leben eines deutschen Dichterpaares (Okt. 1848 - Jan. 1851).“ In: Zeitgeist. Beilage zum Berliner Tageblatt. Nrn. 13.-28. Folge I-XVI. 1887.


    Klaus, Monica. „Johanna Kinkels Vogelkantate – eine Komposition und ihre Geschichte“. In: Bonner Geschichtsblätter. Bd. 53/54. 2004. S. 289-300.


    Klaus, Monica. Johanna Kinkel. Romantik und Revolution. (= (Europäische Komponistinnen 7, hg. von Annette Kreutziger-Herr und Melanie Unseld), Köln, Weimar: Böhlau Verlag, 2008.


    Klaus, Monica. „Zuneigung und Ablehnung. Die Droste und Johanna Kinkel“ In:

    „Die Reise nach dem Mond“. Annette von Droste-Hülshoff im Rheinland.

    Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung des StadtMuseums Bonn in

    Zusammenarbeit mit dem Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf, Bonn 2008,

    S. 115-119.


    Lemke, Ann Willison. „Robert Schumann und Johanna Kinkel. Musikalische Stimmen der Revolution von 1848/49“. In: Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft. Bd. 11/12. 1999/2000. S. 179-196.


    Lemke, Ann Willison. „Johanna Kinkel (1810-1858). Alles Schaffen ist wohl eine Wechselwirkung von Inspiration und Willen“ In: Annäherung IX – an sieben Komponistinnen. Clara Mayer (Hg.). Kassel: Furore Verlag 1998. S. 53-70.


    Lewald, Fanny. „Johanna Kinkel. 1858“. In dies.: Zwölf Bilder nach dem Leben. Erinnerungen. Berlin: 1888. S. 1-34.


    „Liebe treue Johanna! – Liebster Gottit! Der Briefwechsel zwischen Gottfried und Johanna Kinkel 1840–1858“. Bearbeitet von Monica Klaus, hg. von Norbert Schloßmacher (=Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn; Bd. 67-69) Bonn 2008.


    Mittag, Susanne. Johanna Kinkel 1810-1858. Oder die Kunst ohne Stimme zu singen. Mühlheim am Main: Schröder Verlag, 2008.


    Müller, Karin. Eine leise Emanzipation. Die Schriftstellerin und Musikpädagogin Johanna Kinkel unter besonderer Berücksichtigung sozialgeschichtlicher Aspekte. Diplomarbeit(mschr.). Hildesheim: 1993


    Nieberle, Sigrid. Frauen Musik Literatur. Deutschsprachige Schriftstellerinnen im 19. Jahrhundert. Stuttgart, Weimar: Metzler, 1999. (= Ergebnisse der Frauenforschung, Bd. 51)


    Rieger, Eva. Frau, Musik und Männerherrschaft. Zum Ausschluss der Frau aus der deutschen Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Musikausübung. 2. Auflage. Kassel: Furore-Verlag, 1988.


    Rieger, Eva (Hg.). Frau und Musik. Mit Texten von Nina d’Aubigny von Engelbrunner, Adele Gerhard, Johanna Kinkel, Alma Mahler-Werfel, Clara Schumann u.a. 2. Aufl. Kassel: Furore-Verl. 1990.


    Rösch-Sondermann, Hermann. „Johanna Kinkel. Emanzipation und Revolution einer Bonnerin“. In: Bonn. 54 Kapitel Stadtgeschichte. Josepf Matzerath (Hg.). Bonn 1989. S. 179-188.


    Sander, Richard (Hg.). Gottfried Kinkels Selbstbiographie 1838-1848. Bonn: 1931.


    Schmidt, Klaus. Gerechtigkeit – das Brot des Volkes. Johanna und Gottfried Kinkel. Eine Biographie. Stuttgart: Radius-Verlag, 1996.


    Schulte, J. F. Johanna Kinkel. Nach ihren Briefen und Erinnerungs-Blättern. Zum 50. Todestage von Johanna Kinkel. Münster: Verlag von Heinrich Schöningh, 1908.


    Thalheimer, Else. Johanna Kinkel als Musikerin. Dissertation. Bonn: 1924.


    Theilacker, Jörg (Hg.). „Musikalische Orthodoxie“. In: Der hohe Ton der Sängerin. Musik-Erzählungen des 19. Jahrhunderts. Frankfurt am Main: Luchterhand, 1989. S. 151-199.


    Weissweiler, Eva. Komponistinnen aus 500 Jahren. Eine Kultur- und Wirkungsgeschichte in Biographien und Werkbeispielen. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1981.


    Weissweiler, Eva. „Zu Johanna Kinkel und ihrem Chopin-Aufsatz“. In: Dissonanz. Nr. 8. 1986. S. 4-7.


    Wenzel, Cordula. „‘Welch ein bedeutende Frau!‘ – Johanna Kinkel (1810-1858)“. In: Jahrbuch der Malwida von Meysenbug-Gesellschaft 1994, Kassel 1995, S. 19-30.


    Whittle, Ruth. „Modes of Exile: Revisiting Johanna Kinkel.” In: Colloquia Germanica. Jg. 34. Nr. 2. 2001. S. 97-119.


    Whittle, Ruth; Pinfold, Debbie. Voices of Rebellion. Political writing by Malwida von Meysenbug, Fanny Lewald, Johanna Kinkel and Louise Aston. Oxford u.a.: Lang, 2005.


    Wiggershaus, Renate (Hg.). Malwida von Meysenbug. Memoiren einer Idealistin. Königstein, Taunus: Helmer, 1998.



    Rundfunksendungen:


    Brand, Bettina. So reich mit Talenten begabt und doch in keinem Fach Genie. Johanna Kinkel als Musikerin, Komponistin und Schriftstellerin. RIAS 2, Bildungsprogramm, 24. und 25. 1. 1984


    Fringes, Sabine. Zum 200. Geburtstag von Johanna Kinkel. WDR 3 Variationen, 10.07.10


    Höck, Jane. Kontrapunkt: Johanna Kinkel wird 200. WDR 3 TonArt, 08.07.10


    Soltau, Heide. Todestag der Komponistin und Schriftstellerin Johanna Kinkel. WDR 5, 15.11.2008


    Weissweiler, Eva. Wie einen Kampfgenossen. Zur politischen und künstlerischen Emanzipation der rheinischen Komponistin Johanna Kinkel. WDR 3, 23.02.1980



    Tonträger:


    Komponistinnen der Romantik: „An den Mond“ op.7,5; „Die Zigeuner“ op. 7,6; „Die Lorelei“ op. 7,4; „Die Geister haben‘s vernommen“ op. 6,3. Tuula Nienstedt, Alt und Uwe Wegner, Klavier. Schallplatte. Musica viva MV 30-1104, 1982. Wieder erschienen bei Christophorus, entrée series, CHE 0068-2, 1995.


    Rhein-Sagen und -Lieder: „Die Goldene Brücke“ („Rheinsage op. 8,2; Arr. G. Massenkeil), „Der Rheinstrom“, „Kölln“ und „Die beiden Brüder“. Günther Massenkeil, Bass-Bariton; Monica Hofmann, Klavier und Werner Kämmerling, Gitarre. Aulos Schallplatten. PRE 68 543 AUL, 1987.


    Josefine Lang, Johanna Kinkel. Ausgewählte Lieder: „Wunsch“ op. 7,2; „An den Mond“ op. 7,5; „Die Zigeuner“ op. 7,6; „Verlornes Glück“ op. 6,3; „Vorüberfahrt“ op. 7,3; „Nachtlied“ op. 7,1. Claudia Taha, Sopran und Heidi Kommerell, Klavier. CD Bayer Records, BR 100 248, 1995.


    Johanna Kinkel. An Imaginary Voyage through Europe. 32 Songs. Ingrid Schmithüsen, Sopran, und Thomas Palm, Klavier. cpo 777 140-2, 2006.


    Johanna Kinkel. Lieder. Felicitas Bergmann, Mezzosopran und Véronique Pélisséro, Klavier. Rognes: Media Sound Art, 1999.


    Anklänge. Lieder von Komponistinnen des 19. und 20. Jahrhunderts. Lan Rao, Gesang, und Micaela Gelius, Klavier. NRW Vertrieb, EAN: 4028847070105, Kassel: Salto Records, 2000. [enthält 2 Lieder von Johanna Kinkel].



    Links:


    Nachlass Gottfried und Johanna Kinkel. Findbuch. Bonn, 2001

    http://www.ulb.uni-bonn.de/bibliothek/veroeffentlichungen&ausstellungen/veroeffentlichungen/Findbuch_Kinkel.pdf


    Nachlass Gottfried und Johanna Kinkel. Überarbeitung der Stammtafeln zum Familienkreis. Bonn, 2002

    http://www.ulb.uni-bonn.de/bibliothek/veroeffentlichungen&ausstellungen/veroeffentlichungen/ueberarbeitete_stammtafeln.pdf


    Doppelbiographie über Johanna und Gottfried Kinkel, von Monica Klaus. Bonn, 2009

    http://www2.bonn.de/stadtmuseum/inhalte/Kinkel_doppelbiographie.pdf

    Auszug aus Fanny Lewalds Kapitel über Johanna Kinkel: Fanny Lewald. Zwölf Bilder nach dem Leben (siehe Literatur), November, 2007

    http://www2.bonn.de/stadtmuseum/inhalte/Kinkel_johanna.pdf


    Online-Fassung von „Acht Briefe an eine Freundin über Clavier-Unterricht”

    (Stand 06.03.11)

    http://www.koelnklavier.de/quellen/kinkel/_index.html


    http://www.wdr5.de/sendungen/zeitzeichen/s/d/15.11.2008-09.05/b/todestag-der-komponistin-und-schriftstellerin-johanna-kinkel.html

    Hinweis auf den Radiobeitrag zum 150. Todestag Johanna Kinkels.

    (Stand 06.03.11)


    Hinweis auf den Radiobeitrag zum 200. Geburtstag Johanna Kinkels.

    (Stand 06.03.11)

    http://www.wdr3.de/variationen/details/artikel/wdr-3-variationen-53.html


    Radiobeitrag von Jane Höck zum 200. Geburtstag Johanna Kinkels.

    (Stand 06.03.11)

    http://www.wdr3.de/tonart/details/artikel/wdr-3-tonart-30.html


    Textdatenbank „The Lied, Art Song and Choral Texts Page“. Zu finden sind hier sämtliche Texte zu Johanna Kinkels Zyklus „Anleitungen zum Singen. Übungen und Liedchen für Kinder von drei bis sieben Jahren.“ op. 20, sowie eine alphabetische Reihung von Texten zu weiteren Liedern Johanna Kinkels, teilweise in mehrere Sprachen übersetzt.

    (Stand 06.03.11)

    http://www.recmusic.org/lieder/k/kinkel.html

    Forschung

    Der Nachlass von Johanna und Gottfried Kinkel befindet sich in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn. Generell sind hier verschiedenste Briefwechsel, Urkunden und Dokumente, sowie Manuskripte der Gedichte und Manuskripte des „Maikäfers“ von den Jahrgängen 1-7 zu finden. Des Weiteren findet man Gottfried Kinkels Predigtmanuskripte von 1839-1841, das Manuskript von Gottfried Kinkels Tagebuch von 1840-1846 und des Bühnenwerks „Die Assassinen“, zudem der Abschiedsbrief an Kinkel von seinen Schülerinnen 1841 und die Amtsenthebung durch die Universität Bonn vom 12.07.1849.

    Von Johanna Kinkel finden sich hier die Manuskripte zu ihrer „Musical History“ bzw. „Zur Geschichte der Musik“, „Notizen zum Klavier-und Gesangsunterricht sowie zur Ästhetik der Musik“, „Lecture on Mozart“, „Lecture on Beethovens Sonatas, incl. Op. 10“, „Lecture on Felix Mendelssohn“, „Notizen den Gesangsverein betreffend“, das Notenmanuskript zu „Die Assassinen“.

    Weiteres Material findet sich im Stadtarchiv und der Stadthistorischen Bibliothek (StAB) Bonn sowie in der Landesbibliothek Stuttgart.


    Detaillierte Informationen zum Quellenstandort in: Monica Klaus, „Romantik und Revolution“ Köln: Böhlau Verlag, 2008, S. 345f.

    Forschungsbedarf

    Forschungsbedarf besteht in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der bislang zum großen Teil in Manuskripten vorliegenden Bühnenwerke sowie der Schriften und Briefe, um den Stellenwert Johanna Kinkels und ihre Bedeutung besser einordnen und würdigen zu können.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 14869042
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 118562258
    Library of Congress (LCCN): n83211996
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Melanie Ayaydin


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 17.03.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Melanie Ayaydin, Artikel „Johanna Kinkel“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 17.3.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Johanna_Kinkel