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  • Jessie Grimson

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Jessie Grimson
    Ehename: Jessie Mason
    Lebensdaten:
    geb. in London, England
    gest. in London,
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin
    Charakterisierender Satz:

    „Miss Jessie Grimson [...] gave a violin recital in St. James’s-hall on thursday night; [...] she won a very considerable degree of success. That she is not a mere virtuosa is proved by her choosing to begin her programme with so interesting a work as Vitali’s ‚Chaconne’ before proceeding to astonish her hearers in Ernst’s F sharp minor concerto. Her technical skill is amply sufficient for this, or for Wieniawski’s ‚Scherzo Tarantella,’ with which the recital concluded; and beautiful tone and phrasing were exhibited in Wilhelmj’s ‚Romance,’ and in two of Dvorak’s early pieces; while she played the adagio from Bruch’s second concerto with real feeling and musicianship.“


    „Fräulein Jessie Grimson [...] gab am Donnerstag Abend einen Violinabend in der St. James-Hall; [...] sie erzielte einen sehr beträchtlichen Erfolg. Dass sie nicht bloß eine Virtuosin ist, bewies sie durch die Entscheidung, ihr Programm mit einem so interessanten Werk wie [Tomaso A.] Vitalis ‚Chaconne’ zu beginnen, bevor sie ihre Hörer mit [Heinrich W. Ernsts fis-Moll-Konzert erstaunte. Ihre technischen Fähigkeiten reichen hierfür ebenso wie für [Henryk] Wieniawskis ‚Scherzo Tarantella’, mit der sie den Abend beschloss, bei Weitem aus; außerdem wurden wunderbare Klänge und Phrasierungen in Wilhelmj’s ‚Romanze’ und in zwei frühen Stücken von Dvorak dargeboten; das Adagio aus Bruchs zweitem Konzert spielte sie mit wahrhaftigem Gefühl und Musikalität.“


    („The Times“ vom 18. Mai 1901, S. 5)


    Profil

    Aufgewachsen in einer Musikerfamilie konnte sich die Geigerin Jessie Grimson bereits während ihrer Schüler- und Studienzeit am Royal College of Music in London als Kammermusikerin und Solistin im Londoner Musikleben etablieren. Sie konzertierte u. a. mit dem „Queens-hall Orchestra“ und im Rahmen der Crystal Palace Concerts unter der Leitung von August Manns und veranstaltete auch eigene Violinabende und Orchesterkonzerte unter der Leitung ihres Mannes Edward Mason. Im Jahr 1902 gründete Jessie Grimson das „Jessie-Grimson-String-Quartet“, das bis mindestens 1918 im britischen Musikleben Bestand hatte und das sich vorrangig dem klassisch-romantischen Repertoire mit Werken von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Peter I. Tschaikowski, Antonín Dvorák und Johannes Brahms widmete. Parallel trat sie regelmäßig mit ihrer Familie bzw. mit einzelnen Familienmitgliedern auf und war u. a. Geigerin des Ensembles „Grimson Family“, zu dem auch ihre beiden Schwestern Annie Grimson (Pianistin und Bratscherin) und Amy Grimson (als Violoncellistin und Pianistin) gehörten, und das Jessie Grimson zeitweise als Primaria führte.

    Orte und Länder

    Jessie Grimson wurde in London geboren und wuchs dort auf. Sie studierte das Fach Violine am Royal College of Music und konnte sich anschließend im britischen Musikleben etablieren; ihr vorrangiger Wirkungsort blieb London.

    Biografie

    Jessie Grimson wurde am 26. November 1873 im Londoner Stadtteil Pimlico als Tochter von Samuel Dean Grimson (1842–1922) und seiner Frau Maria Mary Anne Bonarius (1848–1896) in eine Musiker-Familie geboren. Der Vater Samuel Dean Grimson war Violinist und u. a. für seine Etüden „A First Book for the Violin“ (London 1881) bekannt. Jessie Grimson war die drittälteste von insgesamt acht Geschwistern: Annie Maria (1870-1949), Amy Jane (1872–1935), Dean (1875–1875), Ellen Elizabeth (1877–1941), Samuel (1879–1955), Robert Alfred (1881–1953) und Harold (1882–1917) Grimson (vgl. Searl 2012). Die drei ältesten Töchter wurden professionelle Musikerinnen: Jessie Grimson als Geigerin, Annie Grimson als Pianistin und Amy Grimson als Violoncellistin und Pianistin.


    Ihren ersten musikalischen Unterricht erhielt Jessie Grimson – wie vermutlich alle ihre Geschwister – vom Vater. Spätestens ab dem Frühjahr 1889 wurde sie an der Londoner Hyde Park Academy of Music im Fach Violine ausgebildet (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Mai 1889, S. 297) und studierte anschließend als Stipendiatin von 1891 bis 1895 Violine am Royal College of Music in London (vgl. Searl 2012); über ihre Lehrer ist nichts bekannt.


    Von Beginn ihres institutionellen Unterrichts an trat Jessie Grimson öffentlich auf. So spielte sie z. B. im April 1889 in einem Schülerkonzert der Hyde Park Academy of Music, das in der Londoner Steinway Hall stattfand, gemeinsam mit der Geigerin Kate Willis zwei Sätze aus Johann Sebastian Bachs Konzert für 2 Violinen und Orchester d-Moll BWV 1043 (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Mai 1889, S. 297). Auch im Dezember des selben Jahres trat sie im Rahmen eines Schülerkonzerts auf (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Januar 1890, S. 37). Ungewöhnlich häufig wurden in den kommenden Jahren ihre Auftritte in der „Musical Times“ erwähnt und teilweise auch rezensiert. Bereits kurz nach Beginn ihres Studiums am Royal College of Music im Frühjahr 1891 präsentierte sie sich auch dort im Rahmen der Studierendenkonzerte sowohl als hervorragende Kammermusikerin als auch als Solistin in den Orchesterkonzerten. Sie trat regelmäßig in verschiedenen Besetzungen auf und übernahm dabei häufig die Rolle der Primaria. Im Juli 1891 spielte sie bei einem Konzert des Royal College of Music am Pult der ersten Violine Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 gemeinsam mit Edith Green (Klavier), Beatrice Chattock (Violine 2), Leonard Fowles (Viola) und Maud Fletcher (Violoncello) (vgl. „The Musical Times“ vom 1. August 1891, S. 473). Im März 1892 übernahm sie den Part der ersten Violine in Johannes Brahms’ Klavierquintett f-Moll op. 34 an der Seite ihrer Schwester Amy Grimson (Klavier), Lilian Wright (Violine 2), Leonard Fowles (Viola) und Maud Fletcher (Violoncello) (vgl. „The Muscial Times“ vom 1. April 1892, S. 217). Im November desselben Jahres übernahm sie wieder den Part der ersten Violine in Johannes Brahms Klarinettenquintett h-Moll op. 115, das sie gemeinsam mit C. Draper (Klarinette), Lilian Wright (Violine 2), Leonard Fowles (Viola) und Paul Ludwig (Violoncello) musizierte. Die „Musical Times“ rezensierte: „That such an exacting masterpiece of chamber music as Brahms’s matchless Clarinet Quintet should receive so good a rendering at the hands of five young people as on this occasion, was both astonishing and gratifying, considering the demands it makes on the executive and intellectual faculties of the performers [...] Miss Jessie Grimson more than confirmed the opinion [...] to her gifts, her playing in the Adagio being, indeed, remarkably finished and poetic.“ („Dass solch ein anspruchsvolles Meisterwerk der Kammermusik wie Brahms’ unvergleichliches Klarinettenquintett bei dieser Gelegenheit eine so gute Aufführung durch fünf junge Menschen erfuhr, war sowohl erstaunlich als auch erfreulich, bedenkt man die Anforderungen, die es an die handwerklichen und intellektuellen Fähigkeiten der Künstler stellt [...] Fräulein Jessie Grimson bestätigte nicht nur, sondern übertraf das Urteil [...] über ihre Begabung; ihr Spiel im Adagio war tatsächlich vollendet und poetisch.“; „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1892, S. 729) Im Februar 1893 gab sie gemeinsam mit Hester Sloman (Klavier) und Paul Ludwig (Violoncello) das Klaviertrio D-Dur op. 70 Nr. 1 von Ludwig van Beethoven, und im Juni desselben Jahres führte sie das Ensemble in Ludwig van Beethovens Streichquintett C-Dur op. 29 „Der Sturm“, und trat dabei gemeinsam mit Lilian Wright (Violine 2), Leonard Fowles (Viola), William Ackroyd (Viola) und Thomas Hill (Violoncello) auf (vgl. „The Musical Times“ vom 1. März 1893, S. 153; vom 1. Juli 1893, S. 410). Johannes Brahms’ Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2 stand im Februar 1894 gemeinsam mit Charles Jacoby (Violine 2), William Ackroyd (Viola) und Paul Ludwig (Violoncello) auf dem Programm (vgl. „The Musical Times“ vom 1. März 1894, S. 172), und im Studierendenkonzert des Royal College of Music im November 1894 spielte Jessie Grimson mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen Felix Mendelssohn Bartholdys Oktett für Streicher Es-Dur op. 20. In ihrer Rezension hob die „Musical Times“ nicht nur ihre musikalischen und technischen Fähigkeiten hervor, sondern auch ihr Können als Primaria: „A very excellent performance of Mendelssohn’s Octet for strings opened the Students’ Concert on the afternoon of the 1st ult. Miss Jessie Grimson, who led, played with equal intelligence and executive skill, a few triftling flaws in intonation in some of the most exacting parts hardly counting as a drawback to the general excellence of her performance: while her seven coadjutors joined in producing an ensemble that deserved the warmest praise.“ („Eine hervorragende Aufführung von Mendelssohns Oktett für Streicher eröffnete das Studierendenkonzert am Nachmittag des 1. des vorigen Monats. Fräulein Jessie Grimson, die das Ensemble leitete, spielte gleichermaßen mit Intelligenz und handwerklicher Fertigkeit; wenige, geringfügige Makel bei der Intonation an einigen der anspruchsvollsten Stellen gelten kaum als Beeinträchtigung der grundsätzlichen Vortrefflichkeit der Aufführung: dabei beteiligten sich ihre sieben Gehilfen derart, dass sie ein Ensemble erzeugten, das das wärmste Lob verdiente.“; „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1894, S. 820)


    Jessie Grimson galt während ihrer Studienzeit nicht nur als herausragende Kammermusikerin, sondern trat auch mehrfach in den Orchesterkonzerten des Royal College of Music als Solistin auf. Bereits während ihres ersten Studienjahres, im November 1891, konzertierte sie bei einem der Orchesterkonzerte mit dem Adagio aus Louis Spohrs Violinkonzert h-Moll op. 10 (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1891, S. 725). Ein Jahr später, am 8. November 1892, gab sie an gleicher Stelle Max Bruchs Violinkonzert d-Moll op. 58, das erst ein Jahr zuvor für den Geiger Joseph Joachim entstanden war. Die „Musical Times“ reagierte begeistert: „The Orchestral Concert on the 8th ult. served to introduce a student of more than average promise in Miss Jessie Grimson, whose playing of Bruch’s new Violin Concerto (No. 3) in D minor was of a high degree of excellence. The work in question having been written for Joachim, it goes without saying that it bristles with difficulties of a formidable kind. Miss Grimson surmounted them with almost complete success – her tone, technique, and phrasing being alike commendable.“ („Das Orchesterkonzert am 8. des Vormonats diente dazu, Fräulein Jessie Grimson als eine überdurchschnittlich vielversprechende Studentin vorzustellen, deren Aufführung von Bruchs neuem Violinkonzert (Nr. 3) in d-Moll höchst vortrefflich war. Da das besagte Werk für Joachim geschrieben wurde, ist es überflüssig zu erwähnen, dass es vor erheblichen Schwierigkeiten strotzt. Fräulein Grimson bewältigte sie mit fast vollkommenem Erfolg – ihr Ton, ihre Technik und ihre Phrasierung waren in gleicherweise lobenswert.“; „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1892, S. 729) Am 7. März 1894 spielte sie in diesem Rahmen Camille Saint-Saëns’ Introduction et Rondo Capriccioso für Violine und Orchester a-Moll op. 28 (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1894, S. 242; s. a. „The Times“ vom 12. März 1894, S. 13), und am 6. Februar 1895 stand Louis Spohrs Violinkonzert a-Moll op. 47 „in der Art einer Gesangsszene“ unter der Leitung von Sir Charles William Stanford auf dem Programm (vgl. „The Musical Times“ vom 1. März 1895, S. 166; s. a. „The Times“ vom 8. Februar 1895, S. 13).


    Nach Abschluss ihres Studiums debütierte Jessie Grimson am 14. April 1896 unter der Leitung von August Manns in den Crystal Palace Concerts mit eben jenem Violinkonzert a-Moll op. 47 von Louis Spohr und wurde von Presse und Publikum begeistert angenommen: „Miss Jessie Grimson [...] made her début at these Concerts in Spohr’s familiar ‚Scena Cantante,’ and by her elegant phrasing, accurate intonation, and fluent execution fully deserved the warm reception accorded to her by audience and orchestra.“ („Fräulein Jessie Grimson […] debütierte bei diesen Konzerten mit Spohrs bekannter ‚Scena Cantate’ und verdiente sich mit ihrer eleganten Phrasierung, akkuraten Intonation und ihrem fließenden Spiel den uneingeschränkten Zuspruch des Publikums und des Orchesters.“; „The Musical Times“ vom 1. Mai 1896, S. 313) In den folgenden Jahren blieb Jessie Grimson nicht nur als herausragende Kammermusikerin, sondern auch als Solistin im Londoner Musikleben präsent. So gab sie z. B. im Mai 1901 ein eigenes Konzert in der Londoner St. James’s Hall, bei dem sie das Adagio aus Max Bruchs Violinkonzert Nr. 2 op. 44, Heinrich Wilhelm Ernsts Violinkonzert fis-Moll op. 23, Tomaso Antonio Vitalis „Chaconne“ in g-Moll, Wieniawskis „Scherzo Tarantella“ op. 16, August Wilhelmijs „Romanze“ op. 10 sowie zwei der Slawischen Tänze op. 46 von Antonín Dvorák spielte. Die „Times“ rezensierte begeistert: „Miss Jessie Grimson [...] gave a violin recital in St. James’s-hall on thursday night; [...] she won a very considerable degree of success; that she is not a mere virtuosa is proved by her choosing to begin her programme with so interesting a work as Vitali’s ‚Chaconne’ before proceeding to astonish her hearers in Ernst’s F sharp minor concerto. Her technical skill is amply sufficient for this, or for Wieniawski’s ‚Scherzo Tarantella,’ with which the recital concluded; and beautiful tone and phrasing were exhibited in Wilhelmj’s ‚Romance,’ and in two of Dvorak’s early pieces; while she played the adagio from Bruch’s second concerto with real feeling and musicianship.“ („Fräulein Jessie Grimson [...] gab einen Violinabend in der St. James-Hall am Donnerstag Abend; [...] sie hatte einen sehr beträchtlichen Erfolg, dass sie nicht bloß eine Virtuosin ist, bewies sie durch die Entscheidung, ihr Programm mit einem so interessanten Werk wie Vitalis ‚Chaconne’ zu beginnen, bevor sie in der Folge ihre Hörer mit Ernsts fis-Moll-Konzert erstaunte. Ihre technischen Fähigkeiten reichen hierfür ebenso wie für Wieniawskis ‚Scherzo Tarantella’, mit der sie den Abend beschloss, bei Weitem aus; außerdem wurden wunderbare Klänge und Phrasierungen in Wilhelmj’s ‚Romanze’ und in zwei frühen Stücken von Dvorak dargeboten; das Adagio aus Bruchs zweitem Konzert spielte sie mit wahrhaftigem Gefühl und musikalischem Können.“; „The Times“ vom 18. Mai 1901, S. 5). Am 11. Juni 1906 gab Jessie Grimson ein eigenes Orchesterkonzert in der Londoner Queen’s Hall gemeinsam mit dem „New Symphonie Orchestra“ unter der Leitung ihres Mannes Edward Mason und spielte dabei u. a. Max Bruch Violinkonzert g-Moll op. 26: „Miss Jessie Grimson’s orchestral concert at Queen’s Hall on June 11 presented several interesting features. Herself a violinist of great ability, her skill was shown prominently in Max Bruch’s G minor Concerto. In this she was assisted by the ‚New Symphony Orchestra,’ a recently formed body consisting of some fifty instrumentalists conducted by Mr. Edward Mason [...].“ („Fräulein Jessie Grimsons Orchesterkonzert in der Queen’s Hall am 11. Juni präsentierte diverse interessante Besonderheiten. Als Violinistin mit großartigen Fähigkeiten bewies sie ihre Fertigkeit insbesondere in Max Bruchs g-Moll-Konzert. Hierbei assistierte ihr das ‚New Symphony Orchestra’, ein kürzlich gegründetes Orchester von etwa fünfzig Musikern, dirigiert von Herrn Edward Mason […].“; „The Musical Times“ vom 1. Juli 1906, S. 490) Wie es scheint, gehörte Max Bruchs Violinkonzert g-Moll zu ihren besten Konzerten. Denn mehrere Jahre später, im September 1914 konzertierte sie damit ein weiteres Mal in den Londoner Promenade Concerts mit dem Queen’s Hall Orchestra („The Times“ vom 12. September 1914, S. 11).


    Im Jahr 1895 gründete der Vater Samuel Dean Grimson mit seinen Kindern das Ensemble „Grimson Family“, das in der großen Besetzung eines Oktetts ca. fünf Jahre lang in London und in weiteren britischen Städten konzertierte (vgl. u. a. die Anzeige in „Musical Times“ vom 1. Juli 1895, S. 433). (Zu den Konzerten der „Grimson Family“ vgl. auch die Artikel zu Amy Grimson und Annie Grimson.) Das erste öffentliche Konzert der Grimson Familie fand im Januar 1896 in der Londoner Queen’s Hall statt. Auf dem Programm standen Johannes Brahms’ Klavierquintett f-Moll op. 34 und Felix Mendelssohn Bartholdys Oktett für Streicher op. 20, in denen Jessie Grimson den Violinpart übernahm. Die „Times“ rezensierte: „A really earnest and thoroughly artistic performance of Brahms’s fine pianoforte quintet in F minor by the Misses Annie, J. [Jessie], and Amy and Messrs. S. [Samuel] and S. D. [Samuel Dean] Grimson opened the concert, which closed with Mendelssohn’s octet, in which others of the family joined those already mentioned. Their ensemble is excellent and the quality of tone is singularly refined, while the quantity is ample. [...] The experiment was an emphatic success.“ („Das Konzert begann mit einer wirklich verdienstvollen und vollständig künstlerischen Aufführung von Brahms schönem Klavierquintett in f-Moll, das von den Misses Annie, J.[essie] und Amy sowie den Herren S. [Samuel] und S. D. [Samuel Dean] Grimson gespielt wurde, und endete mit Mendelssohns Oktett, bei dem weitere Familienmitglieder zu den bereits erwähnten hinzutraten. Ihr Ensemble ist hervorragend und die Klangqualität einzigartig ausgefeilt, während gleichzeitig die Fähigkeiten weit gesteckt sind. [...] Das Experiment war ein voller Erfolg.“; „The Times“ vom 23. Januar 1896, S. 15).

    Ende des Jahres 1896 trat die Grimson Familie bei einem Konzert auf, das von Alfred J. Dye in der Woodside Hall in North Finchley, einem Vorort von London, veranstaltete. Das Programm umfasste Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 und Johan Severin Svendsens Oktett für Streicher A-Dur op. 3: „Mr. Alfred J. Dye gave an enjoyable and greatly appreciated evening Concert [...]. It was virtually a ‚Grimson Family’ Concert, for the members of that clever company were responsible for the whole programme except the songs, which were contributed by Madame Marie Hoton and Mr. Edward Branscombe. Schumann’s Pianoforte Quintet opened the Concert and was finely played, while the Andante and Finale from Svendsen’s String Octet brought the evening to an effective and exhilarating conclusion.“ („Mr. Alfred J. Dye gab ein erfreuliches und sehr schätzenswertes Abendkonzert [...]. Es war eigentlich ein ‚Grimson Family’ Konzert, denn die Mitglieder dieses engagierten Ensembles waren für das gesamte Programm verantwortlich, ausgenommen die Lieder, die von Madame Marie Hoton und Mr. Edward Branscombe beigesteuert wurden. Mit dem gut gespielten Klavierquintett von Schumann wurde das Konzert eröffnet und , das Andante und Finale aus Svendsens Streichoktett brachte den Abend zu einem wirkungsvollen und erhebenden Abschluss.“; „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1896, S. 830) Bei einem Konzert Anfang Februar 1897 in der Londoner Queen’s Hall standen u. a. Nils Gades Oktett für Streicher F-Dur op. 17 und Antonín Dvoráks Klavierquintett A-Dur op. 81 auf dem Programm (vgl. „The Times“ vom 6. Februar 1897, S. 15; „The Musical Times“ vom 1. März 1897, S. 193), und im November 1898 trat die Grimson Family in den Londoner Leighton Rooms mit Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquintett B-Dur op. 87 und Robert Schumanns Streichquartett a-Moll op. 41 Nr. 1 auf. Jessie Grimson spielte dabei als Solostück Giuseppe Tartinis „Teufelstriller-Sonate“ op. 1 Nr. 4.

    Nach und nach öffnete sich das Familienensemble auch musikalischen Gästen.. Zudem übernahmen die drei Schwestern Jessie, Annie und Amy Grimson immer mehr die führenden Rollen und traten auch gemeinsam als Trio auf. So gab das Schwestern-Trio z. B. Mitte Januar 1898 ein Konzert in den Edgbaston Assembly Rooms in Birmingham mit Ludwig van Beethovens Streichtrio D-Dur op. 8 und Edward Griegs Violinsonate G-Dur op. 13 sowie mit Solobeiträgen der drei Schwestern (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Februar 1898, S. 113). Im Januar und Februar 1900 konzertierte die Grimson Familie mit mehreren Gästen im Rahmen der Londoner „South-Place Sunday Concerts“. Eines der Konzerte am 22. Januar 1900 war Werken Franz Schuberts gewidmet, darunter das Divertissement à la Hongroise g-Moll op. 54 zu vier Händen, gespielt von Amy Grimson und Nellie Grimson (verm. Annie Grimson), das Oktett F-Dur op. 166 und das Streichquartett c-Moll (D 703). Das Oktett wurde von Jessie Grimson geführt und bestand im Weiteren aus ihrer Schwägerin Miss. Harold Grimson (Violine 2), Samuel Dean Grimson (Viola), Amy Grimson (Violoncello), Claude Hobday (Kontrabass), George A. Clinton (Klarinette), A. Borsdorf (Horn) und T. Wotton (Fagott) (vgl. „The Times“ vom 23. Januar 1900, S. 14). Bei einem weiteren Konzert Mitte Februar 1900 trat Edward Mason, der spätere Ehemann Jessie Grimsons, als Violoncellist hinzu. Gespielt wurden Werke von Johannes Brahms, darunter das Streichsextett G-Dur op. 36 und das Klaviertrio c-Moll op. 101; Jessie Grimson gab zudem den langsamen Satz aus dem Violinkonzert D-Dur op. 77: „An admirable selection from the music of Brahms was given at the Ethical Society’s Institute in South-place last evening. The programme opened with the magnificent string sextet in G, to which full justice was done by Miss Jessie, Miss Annie, and Miss Amy Grimson, Messrs. Harold and S. Dean Grimson, and Mr. Edward Mason. The ensemble throughout was quite perfect, and the most noticeable features of the performance were the firmness and excellent phrasing with which they played the first movement, and the exquisite artistic finish of the adagio. The other concerted piece upon the programme was the pianoforte trio in C minor, which was admirably played by Miss Amy, Miss Jessie, and Mr. Edward Grimson. Miss Jessie Grimson gave as a violin solo the slow movement from the concerto in D minor [r. D major], which she played with such success that she was compelled to accede to the demands for an encore.“ („Eine wunderbare Auswahl von Brahms-Werken wurde gestern Abend im Ethical Society’s Institute in South-Place gegeben. Das Programm wurde mit dem herrlichen Streichsextett in G-Dur eröffnet, dem Miss Jessie, Miss Annie und Miss Amy Grimson sowie die Herren Harold und S. Dean Grimson und Mr. Edward Mason absolut gerecht wurden. Das Ensemble war durchgängig nahezu perfekt, und am bemerkenswertesten waren die Geschlossenheit und die exzellente Phrasierung, mit der sie den ersten Satz spielten, und der künstlerisch hervorragende Schluss des Adagio. Das andere Ensemblestück des Programmes war das Klaviertrio c-Moll, das von Miss Amy, Miss Jessie und Mr. Edward Grimson bewundernswert gespielt wurde. Miss Jessie Grimson gab als Violinsolo den langsamen Satz aus dem Konzert d-Moll [r. D-Dur], den sie mit derart viel Erfolg spielte, dass sie zu einer Wiederholung gezwungen wurde.“; „The Times vom 12. Februar 1900, S. 9) Weitere Konzerte der Grimson Familie sind derzeit nicht zu belegen.


    Anfang des Jahres 1902 gründete Jessie Grimson ein Streichquartett, das sie als Primaria führte und dem neben ihr drei Musiker angehörten (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Mai 1902, S. 337). In der Gründungsbesetzung waren dies Frank Bridge (Violine 2/Viola), Ernest Tomlinson (Violine 2/Viola) und Edward Mason (Violoncello). Das Ensemble widmete sich sowohl dem klassisch-romantischen Repertoire als auch aktuellen britischen Kompositionen; es hatte bis mindestens 1918 Bestand. Am 16. Mai 1902 fand das Gründungskonzert des Ensembles in der Londoner Bechstein Hall statt. Auf dem Programm standen Franz Schuberts Streichquartett d-Moll op. post. D 810 („Der Tod und das Mädchen“) sowie die Uraufführung eines neuen Streichquartetts von Frank Bridge. Als Sängerin trat Delia Mason auf, begleitet von Jessie Grimsons Schwester Amy Grimson (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Juni 1902, S. 406). Im Frühjahr 1903 konzertierte das „Jessie-Grimson-String-Quartet“ im Rahmen der Broadwood Concerts in der Londonder St. James’s Hall und spielte dabei eines von Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquartetten C-Dur sowie – gemeinsam mit dem Hornisten T. Busby – ein Quintett für Horn und Streicher von Thomas Dunhill (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1903, S. 249). Anfang des Jahres 1904 verband sich das Ensemble mit dem Streichquartett des Geigers und Joseph Joachim-Schülers Johann Kruse, um im Rahmen der Monday Popular Concerts Felix Mendelssohn Bartholdys Oktett für Streicher Es-Dur op. 20 aufzuführen (vgl. „The Times“ vom 19. Januar 1904, S. 4). Bei einem Konzert in Newcastle spielte das Quartett Werke von Franz Schubert (Streichquartett G-Dur op. 161), Joseph Haydn (d-Moll op. 16 Nr. 2) und Peter I. Tschaikowski (es-Moll op. 30) (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1904, S. 257). Einen Monat später trat es in der Londoner St. James’s Hall auf, wo das Ensemble u. a. Antonín Dvoráks Klavierquintett A-Dur op. 81 gemeinsam mit Amy Grimson als Pianistin aufführte (vgl. „The Times“ vom 26. Mai 1904, S. 4). Bei zwei Konzerten, die das Jessie-Grimson-String-Quartet Anfang des Jahres 1905 in der Londoner Bechstein Hall gab, spielte das Ensemble u. a. das Streichsextett c-Moll op. 1 von Reinhold Glière – gemeinsam mit T. F. Morris und Robert Grimson – sowie Peter I. Tschaikowskis Streichquartett F-Dur op. 22 und Joseph Haydns Streichquartett B-Dur op. 64 Nr. 3: „At the first of two concerts given by the Grimson Quartet in Bechstein-hall, the first performance in England of a work of considerable importance by a young Russian composer was given – R. Gliere’s sextet for strings in C minor, op. 1. [...] The members of the quartet – Miss Jessie Grimson, Messrs. F. Bridge, E. Tomlinson, and E. Mason – were joined by Mr. T. F. Morris and Mr. Robert Grimson in a performance remarkable for its excellent ensemble.“ („Beim ersten von zwei Konzerten des Grimson-Quartetts in der Bechstein Hall wurde die englische Erstaufführung eines bedeutenden Werkes von einem jungen russischen Komponisten geboten – R. Glières Sextett für Streicher in c-Moll, op. 1. [...] Den Mitgliedern des Quartetts – Fräulein Jessie Grimson sowie den Herren F. Bridge, E. Tomlinson und E. Mason – schlossen sich Herr T. F. Morris und Herr Robert Grimson in einer Aufführung an, die angesichts des exzellenten Ensembles bemerkenswert war.“; „The Times“ vom 1. März 1905, S. 11)

    In den folgenden Jahren konzertierte das Jessie-Grimson-String-Quartet kontinuierlich mit neuen Werken und dem klassisch-romantischen Repertoire. Im März 1907 spielte es die Uraufführung von Frank Bridge’s „Three Idylls for string quartet“ in der Londoner Bechstein Hall. Weitere Werke des Programms waren Joseph Haydns Streichquartett B-Dur op. 76 Nr. 4 und Peter I. Tschaikowski Streichsextett d-Moll op. 70 (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1907, S. 254; vgl. auch „The Times“ vom 9. März 1907, S. 7). Bei zwei Konzerten Ende des Jahres 1908 trat das Ensemble mit Streichquartetten von Johannes Brahms (a-Moll op. 51 Nr. 2), Edward Grieg (F-Dur, unvollendet, EG 117), Antonín Dvorák (G-Dur op. 105), Peter I. Tschaikowski (es-Moll op. 30) und Claude Debussy (g-Moll op. 10) auf; beim zweiten Konzert spielte Jessie Grimson zudem die Caprice für Violine und Klavier von Ernest Guiraud (orig. für Violine und Orchester), am Klavier begleitet von ihrer Schwester Amy Grimson. Die Presse reagierte auf beide Konzerte begeistert. So schrieb die „Times“ über das erste der Konzerte: „The first of a set of three concerts was given on Tuesday night, when three string quartets were heard, led by Miss Jessie Grimson. She was ably supported by Mr. Frank Bridge, Mr. Ernest Tomlinson, and Mr. Edward Mason, with the result that admirably artistic performances were achieved. In Brahms’s second quartet in A minor, beauty of tone and purity of style were the distinctive features of the playing, and these qualities were wholly enjoyable in the serene slow movement and the Quasi Menuetto. In the finale a lack of breadth and vigour of phrasing was felt as a disadvantage. The two movements of an unfinished quartet in F major by Grieg suited the players perfectly. [...] The third quartet given at this concert was Dvorák’s delightful work in G, op. 105.“ („Das erste einer Reihe von drei Konzerten fand am Dienstag Abend statt, als drei Streichquartette unter der Leitung von Fräulein Jessie Grimson gespielt wurden. Sie wurde kompetent von Herrn Frank Bridge, Herrn Ernest Tomlinson und Herrn Edward Mason unterstützt – Resultat waren bewundernswerte künstlerische Vorstellungen. In Brahms’ zweitem Quartett in a-Moll waren klangliche Schönheit und stilistische Reinheit die charakteristischen Merkmale des Spiels und diese Eigenschaften waren insbesondere in dem ruhigen, langsamen Satz und im Quasi Menuetto sehr erfreulich. Im Finale fiel ein Mangel an Breite und Nachdruck in Phrasierungen nachteilig auf. Die zwei Sätze eines unvollendeten Quartetts in F-Dur von Grieg eigneten sich perfekt für die Musiker. [...] Das dritte Quartett des Konzerts war Dvoráks entzückendes Werk in G, op. 105.“; „The Times“ vom 26. November 1908, S. 13). Drei Wochen später hieß es an gleicher Stelle: „The Grimson Quartet. Admirably artistic performances were given by this quartet at St. James’s-hall last week of two works, neither of which is played as often as it deserves to be. Tchaikovsky’s third quartet, op. 30, in E flat minor, and Debussy’s only work of the kind both require the most diligent rehearsal if they are to be played in such a way that their technical difficulties can be forgotten by the hearer and their musical characteristics stand out in all their brilliance. Miss Jessie Grimson’s quartet was conspicuously successful with Debussy’s work, and they had mastered it so completely that the wonderful elasticity of its rhythm and the evanescent charm of its melodic ideas were fully expressed. [...] Even now the mannerisms become a little tiring in the fourth movement of the quartet, which on this occasion was played with exceptional vigour, and is in itself certainly not less interesting than the preceding ones. The players did not catch the spirit of the Russian music so satisfactorily, and a lack of verve was felt in the first and last movements of Tchaikovsky’s work, but the rich colouring of the slow movement was thoroughly expressed. Between the two quartets Miss Grimson played Guiraud’s caprice for violin, accompanied by her sister, Miss Amy Grimson.“ („Das Grimson-Quartett. Bewundernswert künstlerische Aufführungen von zwei Werken, die beide nicht so oft gespielt werden, wie sie es verdienten, wurden letzte Woche in der St. James Hall von diesem Quartett geboten. Tschaikowskis drittes Quartett, op. 30 in es-Moll und Debussys einziges Werk dieser Gattung erfordern beide höchst sorgfältige Probenarbeit, um so gespielt zu werden, dass der Hörer die technischen Schwierigkeiten vergisst und ihre musikalischen Eigenschaften in all ihrer Brillianz hervorstechen. Fräulein Jessie Grimson’s Quartett war bei Debussys Werk auffallend erfolgreich und es meisterte es so vollkommen, dass die wundervolle Elastizität des Rhythmus und der dahinschwindende Charme der melodischen Ideen gänzlich ausgedrückt wurden. […] Im vierten Satz, der mit außergewöhnlicher Energie gespielt wurde und an sich bestimmt nicht weniger interessant ist als die vorherigen Sätze, wirkten die Eigenarten des Quartetts allerdings etwas ermüdend. Die Musiker fingen den Geist der russischen Musik nicht befriedigend auf und zu wenig Schwung wurde im ersten und letzten Satz von Tschaikowskis Werk empfunden, doch die reiche Farbgebung des langsamen Satzes kam vollend zur Geltung. Zwischen den zwei Quartetten spielte Fräulein Grimson Guiraud’s Capriccio für Violine, begleitet von ihrer Schwester, Fräulein Amy Grimson.“; „The Times“ vom 14. Dezember 1908, S. 6) Im Februar 1909 widmete das Ensemble dem zeitgenössischen britischen Komponisten Hubert Parry ein Konzertprogramm im South-Place Institute des Londoner Stadtteils Finsbury, an dem auch Amy Grimson als Pianistin, Harold Bonarius als Geiger und Plunket Green als Sänger teilnahm. Auf dem Programm standen Hubert Parrys Streichquintett Es-Dur, das Klaviertrio h-Moll, die Partita d-Moll für Violine und Klavier, gespielt von Jessie und Amy Grimson, sowie mehrere Lieder (vgl. „The Times“ vom 1. März 1909, S. 10).

    Das Jessie-Grimson-String-Quartet blieb bis mindestens 1918 im Londoner Musikleben präsent. So konzertierte das Ensemble z. B. Ende Mai 1910 in der Londoner Bechstein Hall, trat im September 1912 beim Abschlusskonzert des Hereford Musical Festivals auf und gab im November 1918 ein Programm mit Werken von Antonín Dvorák im South Place Institute, darunter eines der Klavierquintette A-Dur, das Streichquartett As-Dur op. 105 und die Sonatine für Violine und Klavier G-Dur op. 100 (vgl. „The Times“ vom 2. Juni 1910, S. 13; „The Musical Times“ vom 1. Oktober 1912, S. 666; vom 1. November 1915, S. 678; vom 1. Dezember 1918, S. 562) Zweifelsohne war es Jessie Grimson gelungen, das von ihr geführte „Jessie-Grimson-String-Quartet“ über viele Jahre im Londoner Musiklebens zu verankern.

    Jessie Grimson war seit 1905 mit dem Dirigenten und Violoncellisten Edward Mason (1878–1915) verheiratet. Sie starb am 19. Oktober 1954 in London.

    Würdigung

    Die Geigerin Jessie Grimson war mehr als dreißig Jahre lang im britischen Musikleben als herausragende Solistin und Kammermusikerin präsent. Dabei musizierte sie in vielen verschiedenen Besetzungen als Kammermusikerin und führte bereits während ihrer Studienzeit männlich besetzte Ensembles als Primaria – eine Besonderheit, die bislang nur von wenigen Geigerinnen wie z. B. Wilma Neruda und Gabriele Wietrowetz bekannt ist.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste von Jessie Grimson kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden. Nachgewiesen sind Aufführungen folgender Werke:


    Beethoven, Ludwig van. Klaviertrio D-Dur op. 70 Nr. 1

    Beethoven, Ludwig van. Streichquintett C-Dur op. 29

    Beethoven, Ludwig van. Streichtrio D-Dur op. 8


    Brahms, Johannes. Klavierquintett f-Moll op. 34

    Brahms, Johannes. Klarinettenquintett h-Moll op. 115

    Brahms, Johannes. Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2

    Brahms, Johannes. Klavierquintett f-Moll op. 34

    Brahms, Johannes. Streichsextett G-Dur op. 36

    Brahms, Johannes. Klaviertrio c-Moll op. 101

    Brahms, Johannes. Violinkonzert D-Dur op. 77


    Bridge, Frank. „3 Idylls“ H. 67 für Streichquartett


    Bruch, Max. Violinkonzert Nr. 2 d-Moll op. 44

    Bruch, Max. Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26

    Debussy, Claude. Streichquartett g-Moll op. 10


    Dunhill, Thomas. Quintett für Horn und Streicher (keine Präzisierung möglich)


    Dvorák, Antonín. Klavierquintett A-Dur (keine Präzisierung möglich)

    Dvorák, Antonín. Streichquartett As-Dur op. 105

    Dvorák, Antonín. Sonatine für Violine und Klavier G-Dur op. 100

    Dvorák, Antonín. Slawische Tänze op. 46

    Dvorák, Antonín. Klavierquintett A-Dur op. 81

    Dvorák, Antonín. Streichquartett G-Dur op. 106


    Ernst, Heinrich Wilhelm. Violinkonzert fis-Moll op. 23


    Gade, Niels Wilhelm. Oktett für Streicher F-Dur op. 17


    Glière, Reinhold. Streichsextett c-Moll op. 1


    Grieg, Edward. Violinsonate G-Dur op. 13

    Grieg, Edward. Streichquartett F-Dur, unvollendet, EG 117


    Haydn, Joseph. Streichquartett B-Dur op. 64 Nr. 3

    Haydn, Joseph. Streichquartett B-Dur op. 76 Nr. 4


    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Oktett für Streicher Es-Dur op. 20

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Streichquintett B-Dur op. 87


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Streichquartett C-Dur (keine Präzisierung möglich)


    Parry, Hubert. Streichquintett Es-Dur

    Parry, Hubert. Klaviertrio h-Moll

    Parry, Hubert. Partita d-Moll für Violine und Klavier


    Saint-Saëns, Camille. Introduction et Rondo Capriccioso für Violine und Ochester a-Moll op. 28


    Schubert, Franz. Oktett F-Dur op. 166

    Schubert, Franz. Streichquartett c-Moll (D 703)

    Schubert, Franz. Streichquartett d-Moll op. post. D 810 („Der Tod und das Mädchen“)

    Schubert, Franz. Streichquartett G-Dur op. 161


    Schumann, Robert. Klavierquintett Es-Dur op. 44

    Schumann, Robert. Streichquartett a-Moll op. 41 Nr. 1


    Spohr, Louis. Violinkonzert h-Moll op. 10

    Spohr, Louis. Violinkonzert a-Moll op. 47


    Svendsen, Johan Severin. Oktett für Streicher A-Dur op. 3


    Tartini, Giuseppe. „Teufelstriller-Sonate“ op. 1 Nr. 4


    Tschaikowski, Peter I. Streichquartett es-Moll op. 30

    Tschaikowski, Peter I. Streichquartett F-Dur op. 22

    Tschaikowski, Peter I. „Souvenir de Florence“ für Streichsextett d-Moll op. 70


    Vitali, Tomaso Antonio. „Chaconne“ in g-Moll


    Wieniawski, Henryk. „Scherzo-tarantelle“ g-Moll op. 16


    Wilhelmj, August. „Romanze“ op. 10

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Grimson, Jessie“. In: National Portrait Gallery of British Musicians, hg. v. J. Warriner, 1896 (verfügbar in wbis, world biographical information system).


    Artikel „Grimson, Samuel Dean“. In: British Musical Biography, hg. v. J. D. Brown/S. S. Stratton, 1897 (verfügbar in wbis, world biographical information system).


    Artikel „Grimson, Jessie“. In: A dictionary of modern music and musicians, hg. v. A. E. Hull, 1924 (verfügbar in wbis, world biographical information system).



    Zeitungsartikel und Konzertrezensionen


    The Musical Times vom 1. Mai 1889, S. 297.

    The Musical Times vom 1. Januar 1890, S. 37.

    The Musical Times vom 1. August 1891, S. 473.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1891, S. 725.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1892, S. 729.

    The Musical Times vom 1. März 1893, S. 153.

    The Musical Times vom 1. Juli 1893, S. 410.

    The Musical Times vom 1. März 1894, S. 172.

    The Musical Times vom 1. April 1894, S. 242.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1894, S. 820.

    The Musical Times vom 1. März 1895, S. 166.

    The Musical Times vom 1. Juli 1895, S. 433.

    The Musical Times vom 1. Mai 1896, S. 313.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1896, S. 830.

    The Musical Times vom 1. März 1897, S. 193.

    The Musical Times vom 1. Februar 1898, S. 113.

    The Musical Times vom 1. Mai 1902, S. 337.

    The Musical Times vom 1. Juni 1902, S. 406.

    The Musical Times vom 1. April 1903, S. 249.

    The Musical Times vom 1. April 1904, S. 257.

    The Musical Times vom 1. Juli 1906, S. 490.

    The Musical Times vom 1. April 1907, S. 254.

    The Musical Times vom 1. Oktober 1912, S. 666.

    The Musical Times vom 1. November 1915, S. 678.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1918, S. 562.


    The Times vom 12. März 1894, S. 13.

    The Times vom 8. Februar 1895, S. 13.

    The Times vom 23. Januar 1896, S. 15.

    The Times vom 6. Februar 1897, S. 15.

    The Times vom 23. Januar 1900, S. 14.

    The Times vom 12. Februar 1900, S. 9.

    The Times vom 18. Mai 1901, S. 5.

    The Times vom 19. Januar 1904, S. 4.

    The Times vom 26. Mai 1904, S. 4.

    The Times vom 1. März 1905, S. 11.

    The Times vom 9. März 1907, S. 7.

    The Times vom 26. November 1908, S. 13.

    The Times vom 14. Dezember 1908, S. 6.

    The Times vom 1. März 1909, S. 10.

    The Times vom 2. Juni 1910, S. 13.

    The Times vom 12. September 1914, S. 11.



    Links


    http://www.mocavo.com/family-tree/Chris-Searl/Searl-Family/Jessie-Grimson, Stand: 25. Juni 2012

    Die von Chris Searl erstellte Website „Genealogy and Biography of Jessie Grimson“ bietet detaillierte genealogische Informationen zur Familie Grimson allgemein sowie zu Jessie Grimson im Besonderen.


    http://www.concertprogrammes.org.uk (Stand: 12. Juli 2012)

    Die britische Concert Programmes Database enthält auch Verweise auf mehrere Konzerprogramme von Jessie Grimson sowie des „Jessie-Grimson-String-Quartet“.

    Forschung

    Den genealogischen Forschungen von Chris Searl sind genaue Geburts-, Heirats- und Sterbedaten von Jessie Grimson zu verdanken. Im Zuge dessen hat er eine Anfrage an das Royal College of Music gestellt, dessen Antwort die genauen Studienzeiten von Jessie Grimson zu entnehmen sind (vgl. http://www.mocavo.com/family-tree/Chris-Searl/Searl-Family/Jessie-Grimson, Stand: 25. Juni 2012).

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Jessie Grimson umfasst ihre Biographie und ihre Tätigkeiten und ihre Kontakte innerhalb des Londoner Musiklebens.

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 06.08.2012


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Jessie Grimson“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 6.8.2012.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Jessie_Grimson