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  • Iris ter Schiphorst

    von Torsten Möller
    Namen:
    Iris ter Schiphorst
    Lebensdaten:
    geb. in Hamburg, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Autorin, Bassistin, Schlagzeugerin, Keyboarderin.
    Charakterisierender Satz:

    "Musik ist für mich Sprache, ob ich will oder nicht. Es geht mir in ganz ursprünglichem Sinne darum, etwas auszudrücken, etwas mitzuteilen. Ausgangspunkt ist dabei immer mein Körper. Wenn mich etwas sehr bewegt, wird in mir eine Art innerer Monolog in Gang gesetzt, der auf ganz verschiedenen Ebenen, ja über ganz verschiedene Sinne den ganzen Körper erfasst." (In: Programmheft zur Uraufführung von „Hundert Komma Null“ im Rahmen der Münchener Konzertreihe Musica Viva.)


    Profil

    Ter Schiphorst ist ab etwa Mitte der 1990er Jahre im Bereich des Musiktheaters, der Orchester- und Ensemblekomposition hervorgetreten. Geschlechtsspezifische Fragen sind vor allem den Musiktheatern inhärent. So kehrt ter Schiphorst die Erzählperspektive des Orpheusmythos im 2002 auf einen Text von Karin Spielhofer entstandenen "Euridice" um; nicht die Akzentuierung des Orpheus’schen Hadesgangs steht im Vordergrund, sondern die Empfindungen Eurydikes: "Bemerkenswert finde ich, dass die Erzählung immer nur aus Orpheus’ Perspektive erzählt wird. Nie wird die Frage gestellt, wie es Eurydike geht, wenn sie in der Unterwelt landet und was ihr in der Unterwelt widerfährt." (ter Schiphorst, in: Eurydike oder der Topos des Verschwindens, NZfM 5.2003, S. 31) Neben ihrem mittlerweile umfangreichen kompositorischen Oeuvre verfasste ter Schiphorst zahlreiche kulturwissenschaftliche Aufsätze. Zu ihren Hauptthemen zählt die Auseinandersetzung mit Analogien zwischen Sprache und Musik.

    Orte und Länder

    Iris ter Schiphorst wurde in Hamburg geboren. Sie studierte Klavier in Bremen und unternahm 1978-1980 Reisen durch Europa und Afrika. Ab 1986 studierte sie in Berlin, wo sie heute als freischaffende Komponistin lebt.

    Biografie

    Iris ter Schiphorst, am 22. Mai 1956 in Hamburg geboren, wollte als Kind eigentlich Tänzerin werden, doch krankheitsbedingt blieb es bei diesem Wunsch. Sie wandte sich dem Klavier zu und bekam ersten Unterricht von ihrer Mutter, die als Pianistin tätig war. Von 1973 bis 1978 folgte das Klavier-Studium an der Bremer Musikhochschule. Nach zahlreichen Reisen durch Europa und Afrika (1978-80) wechselte sie – auch bedingt durch eine persönliche Krise – das Instrument: sie spielte fortan als Bassistin, Schlagzeugerin und Keyboarderin in diversen Rockgruppen, unter anderem in der Bremer Frauenband "Seven kick the can". 1986 begann ter Schiphorst an der Berliner FU ein Studium der Geisteswissenschaften (Philosophie, Theater- und Kulturwissenschaft), das später an der kulturwissenschaftlichen Fakultät der Humboldt Universität fortgeführt wurde. Parallel zum Studium besuchte sie Kompositionskurse bei Dieter Schnebel und Luigi Nono. Zudem nahm ter Schiphorst an musikwissenschaftlichen Seminaren bei Helga de la Motte Haber an der Technischen Universität teil. Ende der 1980er Jahre gründete sie mit Mayako Kubo, Frank Hilberg, Franz Martin Olbrisch u.a. den Verein "zeit-Musik", 1990 folgte die Gründung des auf live-elektronische Musik spezialisierten Ensembles „Intrors“. Seit 1996 erfolgte eine – mittlerweile eingestellte – künstlerische Zusammenarbeit mit dem Berliner Komponisten und ehemaligen Lebensgefährten Helmut Oehring. Heute lebt ter Schiphorst als freischaffende Komponistin und alleinerziehende Mutter in Berlin.

    Würdigung

    Iris ter Schiphorst ist als Komponistin mit Ensemblekompositionen, Orchesterwerken und musiktheatralischen Stücken bekannt geworden. Obgleich sie bereits 1992 mit dem ersten Preis des Braunschweiger Kompositionswettbewerbs für Synthesizer- und Computermusik ausgezeichnet wurde, trat sie erst Ende der 1990er Jahre ins Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit. Dem gemeinsam mit dem Berliner Komponisten Helmut Oehring geschaffenen Bühnenwerk "Silence Moves" für Stimme, Violine, Cello, E-Bass, präpariertes Klavier, Zuspielbänder, Videoinstallation und Live-Elektronik (1997) folgte 1999 die Uraufführung des Werkes, mit dem ihr schließlich der Durchbruch gelang: die „Ballade für Orchester: Hundert Komma Null". Ter Schiphorsts extrovertierte und ungekünstelte Musiksprache kommt in diesem während der Münchener Konzertreihe Musica Viva uraufgeführten Werk exemplarisch zum Ausdruck. Im Anschluss an die Uraufführung schrieb der Musikkritiker Christoph Schlüren: "Ter Schiphorst baut ihre Formteile – auch dies Zeichen der Art-Rock-Affinität – vorzugsweise über strukturellen Versatzstücken, alla passacaglia oder in Ostinati auf. Es ist Direttissima-Musik, [d.h. eine Musik, die auf eine direkte Wirkung beim Zuhörer zielt.] hochfahrend, lebenslustig und todesfreudig, bei allen instrumentalen Tricks und Extravaganzen nicht die Spur toten Papiers, was die packende Aufführung unterstrich. ‚Hundert Komma Null’ ist eigentlich ein bewegender Roadmovie fürs Konzertpublikum. Nach diesem Einstand muss Iris ter Schiphorst als eine der viel versprechenden Gestalten im Dschungel mitteleuropäischer Orchesterkomposition gelten." (Frankfurter Rundschau, 22.2.2000)

    Als szenische Komposition schuf ter Schiphorst 2001 die im selben Jahr in Bonn uraufgeführte und auf Theodor Fontanes gleichnamigen Roman basierende Oper "Effie Briest". Im Zentrum des in Kooperation mit Helmut Oehring entstandenen Werkes steht die Darstellung der Romanhandlung. Das Geschehen konzentriert sich auf unterschiedliche Wesenszüge von Fontanes Hauptperson: drei Schauspielerinnen verkörpern dabei – teils simultan agierend – diese Charaktereigenschaften.

    Ähnlich konzipierte 2002 ter Schiphorst ihr Musiktheater "Euridice" für eine tanzende Vokalistin, drei Sängerinnen/Erzählerinnen, Tänzer, Bassflöte, Kontrabassklarinette, Violine, Cello, Kontrabass, Klavier/Keyboard, Schlagzeug und Elektronik (Text: Karin Spielhofer). Auch hier konzentriert sich das Geschehen auf die Hauptfigur: Ausschließlich aus der Perspektive Euridices deutet ter Schiphorst die Orpheus Sage, in der gewöhnlich der Hadesgang und Orpheus’ Entdeckung des Gesangs im Vordergrund steht. Besonders betont sie die subjektiven Empfindungen Euridices (vgl. ter Schiphorst, in: NZfM 5.2003, S. 30-33).

    Neben Orchester- und Bühnenwerken liegt der Schwerpunkt des Schaffens auf Ensemblekompositionen. In diesen bedient sich ter Schiphorst meist der Elektronik (beispielsweise eines Samplers), live zugespielter Elemente oder auch des Zuspielbandes. Beispielhaft steht hier "Eden Cinema" für präpariertes Klavier und Sampler aus dem Jahr 1995. Eine "offene" Kompositionshaltung kommt hier durch die Kombination heterogener Kompositionsmittel zum Ausdruck: zuweilen wird die Originalstimme von Marguerite Duras eingespielt, auf deren Theaterstück die Komposition basiert. Präparationen des Klaviers verweisen wiederum auf John Cage, zusätzlich ist ein Zitat aus Beethovens "Hammerklavier-Sonate" Op. 106 eingearbeitet. Wie in der Orchesterkomposition "Hundert Komma Null" spielen Loops und repetitive Elemente in "Eden Cinema" eine hervortretende Rolle.

    Zahlreich sind auch die Einflüsse, die der ausschweifenden Komposition "" für E-Gitarre, präpariertes Klavier, Sampler, Violine, Viola, Streichquartett und zwei CD-Player (2005) zu Grunde liegen. Im Falle des etwa 20-minütigen Werks bestimmt kindliche Neugierde das Konzept: "Es geht mir in dieser Arbeit um eine spezielle Energie, die ich mit der Kindheit verbinde. Um eine Energie, die gespeist ist durch Neugier auf Leben, die Suche nach Abenteuer, Wildheit, nach Ungebändigt sein. Eine Energie, die sich nicht schert um Regeln, Verbindlichkeiten, Formen." (zit. nach: Nauck 2005, S. 12). In dem in drei Abschnitte geteilten Werk (Annäherung 1, Annäherung 2, 1 + 1 = 3) beschränkt sich die Komponistin zu keinem Zeitpunkt auf vorab ausgewählte Materialien oder eine festgelegte Form. Mikrotonale Elemente sind ebenso präsent wie Glissandi der Streicher, Präparationen des Klaviers oder auch Einspielungen der CD-Player, die sich oft auf Kinderlieder beziehen.

    Für ihr vielfältiges Schaffen erhielt ter Schiphorst neben dem Braunschweiger Kompositionspreis für Synthesizer- und Computermusik den ersten Preis des internationalen Kompositionswettbewerbs „Blaue Brücke“ (Dresden 1997) für ihr Bühnenwerk "Silence Moves".

    Rezeption

    Sowohl in der deutschen Presselandschaft als auch in der Fachliteratur wird das Schaffen von ter Schiphorsts durchaus positiv aufgenommen. Besondere Erwähnung findet – wiederkehrend – der Bezug zur Rocksphäre und die damit zusammenhängende kraftvolle Rhythmik ihrer Kompositionen. Größere, bereits in Auftrag gegebene Werke verweisen darauf, dass ter Schiphorst sich im gegenwärtigen Musik- und Kulturleben etabliert hat.

    Werkverzeichnis

    In der Werkliste sind die von Boosey & Hawkes verlegten Kompositionen mit einer Anmerkung (BH) versehen. Die meisten Kompositionen werden jedoch im Eigenverlag vertrieben und sind jeweils mit einem „E“ gekennzeichnet.


    A. Bühnenwerke

    1. Opern

    "Anna’s Wake", 3D-Oper für Tonband, Live-Sängerin und 16mm Film, 1992, UA Berlin 1993, E.

    "Effie Briest" für taubstumme weibliche Solistin, Stimmen, Sopranist, Solo-Trompete, drei Klarinetten, zwei Trompeten, zwei Schlagzeuge, Akkordeon, Klavier (Samplekeyboard), E-Gitarre, E-Bass, zwei Celli, drei Kontrabässe und Live-Elektronik, Text: Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring nach Effie Briest von Theodor Fontane, 2001, UA Bonn 2001, BH.

    "Euridice – Szenen aus der Unterwelt" für eine tanzende Vokalistin, drei Sängerinnen/Erzählerinnen, Tänzer, Bassflöte, Kontrabassklarinette, Violine, Cello, Kontrabass, Klavier/Keyboard, Schlagzeug und Elektronik, Text: Karin Spielhofer, 2002, UA Bielefeld 2002, E.


    2. Szenische Kompositionen

    "1055, die Welt ist noch in Ordnung" für drei Scheinwerfer, eine Tänzerin, einen Tänzer und ein Paar, 1984, E.

    "Strings" für Tonband und Solo-Tänzer, 1991, UA Berlin 1991, E.

    "Z.B. Herz" für Synthesizer/Sampler und Performerin, 1992, UA Braunschweig 1992, E.

    "Der Blick des Ohrs" für fünf Darsteller, Bassklarinette und 8-Spurtonband nach einem Text von Karin Spielhofer, 1995, UA Wien 1995, E.

    "Mischwesen (la tristessa durera)" für eine gehörlose Darstellerin, drei Trompeten und Sample-Keyboard, 1998, UA Gent 1998, (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring), BH.

    "Bernada Albas Haus" für sieben Tänzer, eine gehörlose Darstellerin, einen Sopranisten, präpariertes Klavier/Sample-Keyboard, E-Gitarre, Kontrabass und Live-Elektronik, 1999, UA Basel 1999, (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring), BH.

    "Der Ort ist nicht der Ort" für Instrumentalensemble, eine gehörlose Darstellerin, Sopranist, Sopranistin und Live-Elektronik, 2000, UA Hannover 2000, BH.

    "Als ob: SUITE". Musik- und Tanzprojekt für Tänzer, E-Gitarren, zwei Klarinetten, Klavier, Akkordeon, Perkussion und Live-Elektronik, 2000, UA Dresden 2000, E.

    "Erlaube, Fremdling, dass ich dich berühre" für einen Mimen, zwei Instrumentalensembles, Videoprojektionen und CD-Zuspiel, 2004, UA Dresden 2004, E.



    B. Vokalmusik

    "Terrible" für Stimme, drei Trompeten, E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug, 1982, UA Lüneburg 1984, E.

    "Postludium aus Vergessenem" für gemischten Chor und Schlagzeug, 1985, E.

    "Liebesgeschwüre" für Stimme, Querflöte, zwei Violinen, Synthesizer/Sampler, 1991, UA Berlin 1991, E.

    "Anna’s Song" für Stimme, Violine, Bratsche, Cello, Synthesizer/Sampler, 1992, UA Berlin 1993, E.

    "Nightdances" für zwei Stimmen, zwei Violinen, E-Bass, Synthesizer/Sampler, 1993, UA Berlin 1994, E.

    "Eiszeit" für zwei Stimmen, zwei Querflöten, Violine, Bratsche, Synthesizer/Sampler, 1993, UA Berlin 1994, E.

    "Polaroids Melodram" für eine Taubstumme, einen Sopranisten, zwölf Instrumente und Live-Elektronik, 1996, UA Donaueschingen 1996, (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring), BH.

    "Live (aus Androgyn)" für Stimme, Violine, Cello, präpariertes Klavier/Sample Keyboard und Live-Elektronik, 1997. UA Witten 1997, (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring), BH.

    "Silence Moves" für Stimme, Violine, Cello, E-Bass, präpariertes Klavier, Zuspielbänder, Videoinstallation und Live-Elektronik, 1997, UA Dresden 1997, (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring), BH.

    "Silence Moves II" für Stimme, Violine, Cello, präpariertes Klavier/Sample Keyboard, E-Gitarre, E-Bass, Zuspielbänder und Live-Elektronik, 1997, UA Rom 1997, E.

    "A.N. (evita-che guevara-madonna)" für zwei Stimmen, acht Instrumente und Live-Elektronik, 1998, UA Lüttich 1998, (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring), BH.

    "Requiem" für drei Countertenöre, zwölf Instrumente und Live-Elektronik, 1998 (UA Paris 1998), (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring), BH.

    "Gestures" für fünf Männerstimmen, präpariertes Klavier/Keyboard und Zuspielband, 2001, UA Oldenburg 2001, E.

    "rumgammeln+warten" für eine Stimme, eine gehörlose Solistin und Instrumente, 2001, UA Basel 2001, BH.

    "wie einen Wasserfisch" für Stimme und Instrumentalensemble, 2002, UA Forbach/Frankreich 2003, E.

    "Changeant" für Stimme Solo und CD-Zuspiel ad libitum, 2005, UA Stockholm 2005, E.

    "Erlaube, Fremdling..." für zwei Instrumentalensembles und Stimme, geplante UA 2006 Berlin, E.



    C. Instrumentalmusik

    1. Orchester

    "Hundert Komma Null" Ballade für Orchester und Sample-Keyboard, 1999, UA München 2000, BH.

    "Broken/Why don’t you say a word?" für Orchester und Sample-Keyboard, 2002, UA Potsdam 2002, E.

    "Symphonie einer Großstadt" für großes Orchester, Filmmusik zum gleichnamigen Film, 2002, UA Berlin 2002, E (Gemeinschaftswerk mit Helmut Oehring).

    "A little madness in the spring" für Orchester und drei Videozuspiele, geplante UA Porto 2006.

    N.N. für Orchester und Streichquartett, geplante UA München 2007.


    2. Kammermusik

    "Minimal(e) String(en)z" für drei Violinen, Cello, Synthesizer/Klavier, 1989, UA Oldenburg 1991, E.

    "Ergo sum-pf-maschinerie" für Violine, Synthesizer/Sampler, 1990, UA Berlin 1990, E.

    "Ballade für einen Bulldozer" für Violine, Synthesizer/Sampler, 1990, UA Berlin 1990, E.

    "Zerstören sagt sie" für Violine, Synthesizer/Sampler, 1990, UA Berlin 1990, E.

    "Drowned" für Violine und Synthesizer/Sampler, 1990, UA Oldenburg 1991, E.

    "Eis" für Querflöte und Synthesizer/Sampler, 1992, UA Berlin 1992, E.

    "Eden Cinema" für präpariertes Klavier und Sampler, 1995, UA Berlin 1996, BH.

    "Eden Cinema II" für präpariertes Klavier und Sampler, 1996, BH.

    "PRAE-SENZ (Ballet blanc II)" für Violine, Cello, präpariertes Klavier/Sample-Keyboard, 1997, UA Berlin 1997. (Gemeinschaftswerk mit Helmut Oehring), BH.

    "Im Vormonat..." für neun Instrumente, 1998, UA Saarbrücken 1998. (Gemeinschaftswerk mit Helmut Oehring), BH.

    "Etius" für E-Gitarren, zwei Klarinetten, Klavier, Akkordeon, Perkussion und Live-Elektronik, 2001, UA Oldenburg 2001 (Gemeinschaftswerk mit Helmut Oehring), E.

    "My Sweet Latin Lover" für verstärkte Flöte mit Effekten, fünf E-Gitarren, Sample-Keyboard und zwei Schlagzeuger, 2002, UA München 2002, E (Eine weitere Version des Stücks entstand für Flöte und E-Gitarre, UA Köln 2005).

    "My Sweet Latin Lover II" für verstärkte Flöte, E-Gitarre und Live-Elektronik, 2002, UA Leipzig 2002, E.

    "...und Pommernland ist abgebrannt" für Englischhorn, Bassflöte, Bassklarinette und CD-Zuspielung, 2003, UA Berlin 2003, E.

    "La Coquille et le Clergyman" für zwölf Instrumente und CD-Zuspiele, 2005, UA Amsterdam 2005, E.

    "" für E-Gitarre, präpariertes Klavier, Sampler, Violine, Viola, Streichquartett und zwei CD-Player, 2005, UA Köln 2005, E.

    "Zerstören" für Ensemble, geplante UA Witten 2006.


    3. Solo-Werke

    "Geschlossene Welt" für präpariertes Klavier, 1986, E.

    "Für Akkordeon", 2003, UA Krefeld 2003, E.


    D. Installationen/Hörspiele

    "Inside-outside", Installation für Walkmen und Vierspurtonband, 1988, UA Berlin 1988, E.

    "Inside-outside II", Hörstück nach Texten von Gertrude Stein, 1989, Ursendung Radio 100 1989, E.

    "Und was, wenn die Schlange ein Schwein gewesen wäre?" Hörstück nach einem Text von Karin Spielhofen, 1989, Ursendung ORF in der Reihe "Kunstradio-Radiokunst" 1989, E.

    "In meinem Herzen wächst ein Hühnerauge", Klanginstallation für 16 Kleinstlautsprecher und vier Autoreverserecorder, 1990, Präsentiert in Berlin 1990, E.

    "Engeltropfen", Hörstück nach einem Text von Karin Spielhofer, 1993, Ursendung in der ORF-Reihe Kunstradio-Radiokunst 1993, E.

    Quellen

    A. Verlag

    Boosey & Hawkes / Bote und Bock Berlin, Lützowufer 26, 10787 Berlin


    B. Eigene Schriften, Vorträge und Gespräche

    "Texte ohne Spuren? Vom Verhältnis von Stimme und Frau...". In: Frauenrundbrief 4.94 und 1.95.

    "Vom Ohrsinn und Unsinn / Der Blick in der Musik". Vortrag in der West-Berliner Akademie der Künste, MS, 1994.

    "Musikwissenschaft als Geisterwissenschaft, oder: Das Ver-Sprechen von SOUND". Vortrag auf dem 9th International Congress on Women in Music, MS, 1995.

    "Einige Anmerkungen zum Verhältnis von Stimme und Schrift", Vortrag an der Humboldt Universität Berlin, MS, 1997 .

    Gespräch mit Iris ter Schiphorst. In: Hören – eine vernachlässigte Kunst, hg. v. Karl-Heinz Blomann und Frank Sielecki, Wolke Verlag, 1997, S. 121-132.

    Ohrsinn/Unsinn/Eigensinn – eine kurze Abhandlung über Schrift, In: Kommunikation und Ästhetik, Ausgabe 101, Juni 1998.

    "Die stillschweigende Verschaltung von Stimme und Schrift", Vortrag in der Galerie Waszkowiak Berlin, MS, 2000.

    "Berühren". In: Positionen 44, August 2000, S. 37-39.

    Gesamtkunstwerk aus Musik und Bildern, Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring feilen an einer Filmmusik (Gespräch mit dem Musikwissenschaftler Lasse Ole Hempel). In: Neue Musikzeitung 10.2001, S. 10 (siehe auch: www.nmz.de/nmz/nmz2001/nmz10/medien-schiphorst.shtml).

    "Dimensionen des Handwerks heute". In: Positionen 51, November 2002.

    Interview mit Susanne Binas. In: Erfolgreiche Künstlerinnen, Arbeiten zwischen Kultur und Eigensinn, hg. v. Kulturforum der Sozialdemokratie, 2003 (siehe unter: http://193.175.148.227/mugi/interview/schiphorst.htm).

    eurydike oder der topos des verschwindens, die komponistin iris ter schiphorst im gespräch mit frank kämpfer. In: Neue Zeitschrift für Musik, 5.2003, S. 31-33.

    "Warum ein Stipendium für Künstlerinnen?" Vortrag gehalten auf der Abschlussveranstaltung auf dem Künstlerhof Die Höge, MS, 2004.

    "Komponieren heute? Einige Anmerkungen zum Verhältnis von Schrift und Musik, Moderne/Postmoderne, Neue (Massen-) Medien". In: Parergon (Norwegen), Nummer 25/26, 2004.



    C. Sekundärliteratur

    Waltz, Yoreme: Artikel über Iris ter Schiphorst. In: Annäherung IX – an sieben Komponistinnen, Furore Edition 894.1998, S. 108-126.

    Waltz, Yoreme: SchriftBild Musik – Postludium aus Vergessenem von Iris ter Schiphorst, Jahrg. 29/Heft 101, 1998, S. 67-70.

    Waltz, Yoreme: Über die Zusammenarbeit von Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring, 1998 (publiziert auf der Website von Helmut Oehring: www.helmutoehring.de).

    Tanzstück über ungelebtes Leben, Bernarda Albas Haus von H. Oehring, I. ter Schiphorst und J. Schloemer. In: Positionen 42.2000, S. 60/61.

    Nauck, Gisela: Iris ter Schiphorsts Orchesterballade Hundert Komma Null. In: Positionen 44.2000, S. 45/46.

    Susanne Binas. Erfolgreiche Künstlerinnen, Arbeiten zwischen Kultur und Eigensinn, Essen 2003.

    Möller, Torsten; Stäbler, Gerhard; Shim, Kunsu (Hg.): SoundVisions, Saarbrücken (Pfau-Verlag) 2005 (hier findet sich auf den Seiten 280/281 ein Ausschnitt aus der Partitur zu "Broken/Why don’t you say a word").

    Nauck, Gisela: Disparate Einheit von Klang, Bild, Sprache und Körper. In: Programmheft zum "Forum Neuer Musik", ausgerichtet vom DeutschlandFunk Köln, Köln 2005, S. 14/15 (Kommentare zu einzelnen Werken finden sich auf den Seiten 10-12).

    Möller, Torsten: Artikel Iris ter Schiphorst. In: Komponisten der Gegenwart (erscheint demnächst).


    D. Diskographie

    CD-Dokumentation der Donaueschinger Musiktage 1996, publ. Bei Col legno. Darauf: "Polaroids", Melodram für eine Taubstumme, einen Sopranisten, drei Trompeten, drei Schlagzeuger, E-Gitarre, E-Bass, drei Violinen und Sampler, 1996 (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring).

    CD Dokumentation Wittener Tage für Neue Kammermusik 1997; erhältlich über WDR 3, Köln. Darauf: "Live", 18 Songs für Stimme, Violine, Cello, präpariertes Klavier/Sampler und Live Elektronik, nach dem gleichnamigen Gedicht von Anne Sexton, 1997 (zusammen mit Helmut Oehring).

    CD Dokumentation der Donaueschinger Musiktage 1998, publ. bei Col legno. Darauf: "Requiem" für drei Countertenöre, zwölf Instrumente und Live-Elektronik, 1998, (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring).

    Neue Musik in Deutschland 1950 – 2000. Reihe Experimentelles Theater. Visible music, Sony/BMG B0001 D0MZO. Darauf: "Polaroids", Melodram für eine Taubstumme, einen Sopranisten, drei Trompeten, drei Schlagzeuger, E-Gitarre, E-Bass, drei Violinen und Sampler, 1996 (Gemeinschaftsarbeit mit Helmut Oehring).

    Kammermusik von Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring, ARS MUSICI, 2000.

    Komponistenporträt von Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring, CYPRES 5602, 2000.


    E. Links

    www.iris-ter-schiphorst.de

    Die Website von Iris ter Schiphorst bietet eine Werkliste, eine Biographie, Pressestimmen zu einzelnen Kompositionen, Werkkommentare von ter Schiphorst und die Möglichkeit zum Download einiger Soundfiles.

    www.swr.de/swr2/donaueschingen/archiv/1998/komponisten/terschiphorst_iris.html

    Im Internet-Archiv des Südwestrundfunks findet sich unter anderem ein ausführliches Interview mit ter Schiphorst und Helmut Oehring, das anlässlich der Uraufführung ihres gemeinsam geschaffenen Requiems mit Reinhard Dusella geführt wurde.

    www.helmutoehring.de

    Auf der Website des Komponisten Helmut Oehring stehen u.a. Downloads mancher Gemeinschaftswerke zur Verfügung sowie ein Text von Yoreme Waltz über die Zusammenarbeit von ter Schiphorst und Oehring.

    www.deafmedia.de/Report/effiebriest.htm

    Auf der Seite des Zentrums für Kultur und visuelle Kommunikation Gehörloser Berlin/Brandenburg e.V. ist die Oper Effie Briest, die ter Schiphorst gemeinsam mit Helmut Oehring schuf, verzeichnet.

    www.boosey.com

    Boosey and Hawkes, der Verleger eines Teils von ter Schiphorsts Werken, bietet neben einer Werkliste und einer englischen und deutschen Biographie einen ausführlichen – 2000 in den Positionen veröffentlichten – Artikel der Musikwissenschaftlerin Gisela Nauck über das Orchesterwerk "Hundert Komma Null".

    www.musikmph.de/rare_music/reportsandessays/musica_viva/4.html

    Auf der Seite der "Musikproduktion Jürgen Höflich" findet sich der komplette Abdruck der anlässlich der Münchener Uraufführung verfassten Rezension über "Hundert Komma Null" von Christoph Schlüren.

    www.taz.de/pt/2002/04/12/a0177.nf/text.name,%20askJCZjsx.n,0

    Die TAZ veröffentlichte in ihrem Internet-Archiv eine Rezension des Musikkritikers Björn Gottstein zu ter Schiphorsts und Helmut Oehrings Musik zum Filmklassiker "Die Sinfonie der Großstadt" von Walter Ruttmann.

    Forschung

    In der Sekundärliteratur findet Iris ter Schiphorst neben der Veröffentlichung von Susanne Binas („Europäischen Komponistinnen“, 2003) vor allem in musikjournalistischen Überblicksartikeln Erwähnung.

    Forschungsbedarf

    Speziellere Analysen zu ausgewählten Kompositionen wären ein dringliches Forschungsgebiet. Da innerhalb des Musikschaffens eine Koproduktion eher exzeptionell ist, wäre die Untersuchung des Schaffensprozesses im Falle der Gemeinschaftswerke ein interessantes Untersuchungsfeld. Darüber hinaus könnten geschlechtsspezifische Fragestellungen an ter Schiphorsts Bühnenwerke herangetragen werden und somit möglicherweise einen wertvollen Beitrag zu den Gender-Studies liefern.

    Da Iris ter Schiphorst die Abseitsstellung von Frauen im zeitgenössischen Musikbetrieb kritisiert und ihr gerade in der Zusammenarbeit mit Helmut Oehring die Problematik komponierender Frauen bewusst wurde (vgl. Gespräch mit Susanne Binas, Erfolgreiche Künstlerinnen, 2003), wäre die Relevanz ihrer Kommentare durch genauere Untersuchungen zu überprüfen. Das Gespräch mit Binas eröffnet zudem Einblicke in die Arbeitsorganisation einer alleinerziehenden Mutter und in die Selbsteinschätzung einer Komponistin, die sich unter schwierigen Rahmenbedingungen zu behaupten hat.

    Normdaten

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    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Torsten Möller


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Sophie Fetthauer
    Zuerst eingegeben am 26.05.2004
    Zuletzt bearbeitet am 02.01.2006


    Empfohlene Zitierweise

    Torsten Möller, Artikel „Iris ter Schiphorst“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 2.1.2006
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Iris_ter_Schiphorst