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  • Ingeborg von Bronsart

    von Katharina Hottmann
    Namen:
    Ingeborg von Bronsart
    Geburtsname: Ingeborg von Starck
    Varianten: Ingeborg von Stark, Ingeborg Bronsart, Ingeborg Starck, Ingeborg Stark
    Lebensdaten:
    geb. in Sankt Petersburg, Russland
    gest. in München, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Komponistin, Salonière

    Profil

    Die international erfolgreiche Pianistin und durchsetzungsfähige Komponistin wurde durch ihren Lehrer Franz Liszt gefördert. Verheiratet mit dem Pianisten, Komponisten und Dirigenten Hans Bronsart von Schellendorff (1830-1913) führte sie Freundschaften und Bekanntschaften mit vielen bedeutenden Künstlern ihrer Zeit. In den Jahren bis zum Auftrittsverbot wegen der Berufung ihres Mannes zum Intendanten des Kgl. Hoftheaters in Hannover 1867 war sie als Solistin international tätig, als Komponistin war sie vor allem mit Opern erfolgreich.

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    Siehe Autorinnenbeitrag in der Materialsammlung.

    Orte und Länder

    Ingeborg von Bronsart lebte in St. Petersburg, Weimar, Hannover und München. Sie konzertierte vor allem in Russland (z. B. St. Petersburg), Ostpreußen (z. B. Königsberg), Deutschland und Frankreich (Paris); im Einzelnen muss die regionale Ausdehnung ihrer Konzerttätigkeit noch erforscht werden. Ihre Opern wurden in mehreren deutschen Städten aufgeführt.

    Biografie

    Ingeborg von Bronsart, Tochter des schwedischen Kaufmanns Otto Wilhelm Stark und seiner Frau Margarethe Elisabeth geb. Ockermann, erhielt laut La Mara, der einzigen biographischen Quelle für die frühen Jahre, in St. Petersburg Klavierunterricht von Nicolas von Martinoff und Adolf Henselt sowie Kompositionsunterricht von Constantin Decker und vollendete ab 1858 ihre Ausbildung bei Liszt in Weimar. Hier lernte sie Hans Bronsart von Schellendorff kennen, der einer angesehenen preußischen Offiziersfamilie entstammte; das Paar heiratete 1861. Fast ein Jahrzehnt konzertierte sie erfolgreich in vielen Städten Europas, bis sie nach der Ernennung ihres Mannes zum Intendanten des Kgl. Hoftheaters in Hannover 1867 wegen des Preußischen Beamtenrechts ihre pianistische Karriere beenden musste. Um so intensiver widmete sie sich nun dem Komponieren und unterhielt mit ihrem Mann in Hannover einen angesehenen Salon, in dem u. a. der Geiger Joseph Joachim, der Pianist und Dirigent Hans von Bülow, die Schriftsteller Friedrich von Bodenstedt und Ernst von Wildenbruch und der Hannoversche Hofmaler Friedrich Kaulbach verkehrten. Nach dem Bericht des Hannoveraner Zeitgenossen Eduard Noack strebte Hans von Bronsart in den wöchentlich stattfindenden Matineen an, die gesellschaftliche Kluft zwischen den Angehörigen des Theaters und der „ersten Gesellschaft“ zu überbrücken. Ingeborg von Bronsart akzeptierte den Vorrang der traditionellen Ehefrauen- und Mutterrolle, verteidigte aber ihren künstlerischen Freiraum. Sie schaffte es, ihre Werke bei angesehenen Verlagen (etwa bei Bote & Bock, Breitkopf und Härtel und Schott) drucken und ihre Opern an größeren Bühnen („Hiarne“ etwa an den Hoftheatern von Weimar, Berlin, Hannover und Hamburg) aufführen zu lassen. Aus der Ehe gingen die Tochter Clara (*1864), die ihre große pianistische und kompositorische Begabung nicht bis zur Professionalität entwickeln konnte, und der Sohn Fritz (*1868), der der väterlichen Familientradition folgend Offizier wurde, hervor. 1887 zog Ingeborg von Bronsart nach Weimar, weil ihr Mann dort den Intendantenposten übernahm. Ab 1895 verbrachte das Paar seinen Lebensabend in München und Pertisau am Attersee.

    Würdigung

    Die als Pianistin und Komponistin anerkannte Ingeborg von Bronsart exponierte sich zunächst als Vertreterin der Neudeutschen Schule. Ihr einziges großes Orchesterwerk, ein wahrscheinlich verloren gegangenes Klavierkonzert, das sie 1863 unter Joseph Joachim in Hannover uraufführte, wurde von der dortigen Kritik wegen seiner „stark Wagner-futuristischen Färbung“ abgelehnt (La Mara, I. v. Bronsart, S. 137). Später schätzte sie neben Schumann und Liszt auch Brahms und vertrat wie ihr Mann gemäßigte Positionen im ästhetischen Parteienstreit zwischen den sogenannten „Neudeutschen“ und den sogenannten „Konservativen“ . Nachdem Ingeborg von Bronsart anfangs ausschließlich Klaviermusik für ihre eigenen Auftritte geschrieben hatte, komponierte sie ab Mitte der 1860er Jahre vornehmlich Vokalwerke. Die meiste Beachtung erfuhren ihre Opern, vor allem das Singspiel „Jery und Bätely“, das 1873 mit großer Resonanz in Weimar uraufgeführt und von über zehn weiteren deutschen Bühnen gespielt wurde. Es überzeugte die Zeitgenossen durch die gut disponierte dramatische Steigerung im formalen Aufbau und seine volkstümliche Melodik. In ihren späteren Opern nahm die Kritik Einflüsse des Wagnerschen Musikdramas wahr, die sie aber abstritt. Eine eingehende kompositionsgeschichtliche Untersuchung ihres Schaffens, etwa im Hinblick auf ihre stilistische Orientierung, steht noch aus. Ihrem ambitioniertesten Projekt, der Großen Oper „Hiarne“, blieb der nachhaltige Erfolg ebenso versagt wie dem Einakter „Die Sühne“. Eines ihrer bekanntesten Werke war der „Kaiser-Wilhelm-Marsch“ (1871), der zum Einzug der siegreichen Truppen nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 in Berlin gespielt wurde; mit ihm wurde 1893 auch die Frauenabteilung der Weltausstellung in Chicago eröffnet.

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    Siehe u. a. Werkbetrachtung des Liedes „Nähe des Geliebten“ op. 23 Nr. 1 im Autorinnenbeitrag in der Materialsammlung.

    Rezeption

    Nach ihrem Tode sind keine Aufführungen überliefert, es gibt auch keine familiäre Tradierung.

    Werkverzeichnis

    I. Bühnenwerke


    „Die Göttin von Sais oder Linas und Liane“, Idyllische Oper in 3 Akten, T.: Meyer [Sekretär des Prinzen Albert von Preußen], 1867 Privataufführung im Kronprinzlichen Palais Berlin, Notenmaterial verloren, Libr. Berlin 1866.


    „Jery und Bätely“, Oper in 1 Akt, T.: Johann Wolfgang von Goethe, UA: Weimar, Hoftheater 26. April 1873), Partitur und Klavierauszug Leipzig (Kahnt) 1876, Fräulein Marie Röhrs gewidmet.


    „Hiarne“, Oper Vorspiel und 4 Akte, T.: Hans von Bronsart, Friedrich Bodenstedt, UA: Berlin, Hoftheater 14. Februar 1891, Libretto Weimar 1890, Autographe der Partitur in Berlin, Weimar.


    „Die Sühne“, Tragödie in 1 Akt, T.: Theodor Körner, seiner Hoheit Herzog Friedrich von Anhalt in tiefster Ehrfurcht und Dankbarkeit gewidmet, UA: Dessau, Hoftheater 12. April 1909, Klavierauszug Berlin (Harmonie) 1909.


    II. Vokalmusik


    1. Chöre


    „Hurrah Germania!“ für Männerchor, T.: Ferdinand Freiligrath, Hannover (Pinkvoß) 1871.


    „Kennst du die rothe Rose?“ für gemischten Chor/Männerchor/Stimme und Klavier, ohne Widmung, Weimar (Kühn) 1873.


    „Osterlied“ für gemischten Chor op. 27, T.: August von Platen, ohne Widmung, Leipzig (Schuberth) 1903.


    2. Lieder


    „Die Loreley“, T.: Heinrich Heine, Frau Doris Rapp gewidmet, Mainz (Schott) 1865.


    „Und ob der holde Tag vergangen“, T.: Sturm, 1870, unveröffentlicht.


    Drei Lieder, T.: A. Dunker, E. Neubauer, H. Zeise, Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestät der Deutschen Kaiserin und Königin von Preussen Augusta in tiefster Ehrfurcht gewidmet, Mainz (Schott) 1871.


    Drei Lieder, T.: Heinrich Heine, O. Roquette, Hannover (Nagel) 1872.


    Fünf Lieder, T.: Johann Wolfgang von Goethe, August von Platen, Friedrich Rückert, Oldenburg (Schulze) 1878.


    „Sechs Lieder des Mirza Schaffy“ op. 8, T.: Friedrich Bodenstedt, Leipzig (Kahnt) 1879.


    „Hafisa. Drei Lieder des Mirza Schaffy“ op. 9, T.: Friedrich Bodenstedt, Leipzig (Kahnt) 1879.


    Sechs Gedichte op. 10, T.: Friedrich Bodenstedt, Leipzig (Kahnt) 1879.


    „Fünf Weihnachtslieder“ op. 11, T.: Otto Jakobi, Oldenburg (Schulze) 1880.


    Fünf Gedichte op. 12, T.: Friedrich Bodenstedt, Oldenburg (Schulze) 1880.


    Fünf Gedichte op. 16, T.: Ernst von Wildenbruch, Breslau (Hainauer) 1882, Neuedition von Deaville, James. “Ingeborg von Bronsart”. In: Women Composers: Music Through the Ages 7. New York 2000.


    Zwölf Kinderreime op. 17, T.: Klaus Groth, meiner Tochter Clärchen gewidmet, Leipzig (Georg Wigand) 1882.


    „Röslein auf Haiden“, T.: Richard Voss, ohne Widmung; in: Johann Sebastian Venzoni, Gesangsschule für hohe und tiefe Stimme mit besonderer Berücksichtigung des Selbstunterrichts, Hannover 1880-85.


    „Wie dich die warme Luft umscherzt“ (?), ebd.


    „Blumengruss“ für Singstimme und Klavier, T.: Johann Wolfgang von Goethe, Stuttgart 1888, Musik-Beilage zur Neuen Musikzeitung 1888, No. 12.


    Sechs Gedichte op. 20, T.: Michail Lermontov, Leipzig (Kahnt) 1891.


    Drei Gedichte op. 22, T.: Peter Cornelius, Leipzig (Kahnt) 1891.


    Drei Lieder op. 23, T.: Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, August von Platen, Berlin (Bote und Bock) 1892.


    „Im Lenz“, T.: Paul Heyse, 1898, unveröffentlicht.


    „Rappelle-toi!“ op. 24, T.: Alfred de Musset, meiner Schwester Frau Gräfin Olivia Cronhielm gewidmet, Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1902.


    Drei Lieder op. 25, T.: Friedrich Bodenstedt, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine, Freiin Mathilde von Freytag-Loringhofen gewidmet, Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1902.


    „Abschied“, T.: Felix Dahn, Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1902.


    Lieder, T.: Friedrich Bodenstedt, ca. 1903, unveröffentlicht.


    „Verwandlung“, T.: Paul Heyse, 1910, unveröffentlicht.


    Lieder, 1910, unveröffentlicht, La Mara gewidmet.


    III. Instrumentalmusik


    1. Orchesterwerke


    Klavierkonzert f-Moll, 1863, verloren.


    „Kaiser-Wilhelm-Marsch“, Seiner Majestät dem deutschen Kaiser und Könige von Preussen Wilhelm I in tiefster Ehrfurcht gewidmet, Berlin (Bote und Bock) 1872.


    2. Kammermusik


    „Romanze“ in a-Moll für Violine und Klavier, Herrn Oberstlieutenant Fritz von Holleben (gefallen bei Gravelotte den 18 August 1870) gewidmet, Weimar (Kühn) 1873.


    „Notturno“ in a-Moll für Violoncello und Klavier op. 13, Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1879.


    „Elegie“ in C-Dur für Violoncello und Klavier op. 14, Herrn Bernhard Cossmann gewidmet, Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1879.


    „Romanze“ in B-Dur für Violoncello und Klavier op. 15, Herrn Doctor Hermann Schaper gewidmet, Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1879.


    „Phantasie“ für Violine und Klavier op. 21, Leipzig (Kahnt) 1891.


    3. Klaviermusik


    „Trois études“, St. Petersburg (Bernard) 1855.

    „Nocturne“, St. Petersburg (Bernard) 1855.


    „Tarantella“, St. Petersburg (Bernard) 1855.


    „Fuge über die Namen Maria und Marthy (von Sabinin)“, 1859, unveröffentlicht.


    Fugen, 1859, unveröffentlicht.


    „Variationen über Themen von Bach“, 1859, unveröffentlicht.


    Variationen, 1859, unveröffentlicht.


    Toccaten, 1859, unveröffentlicht.


    Sonata, 1859, unveröffentlicht


    „Kaiser-Wilhelm-Marsch“, Seiner Majestät dem deutschen Kaiser und Könige von Preussen Wilhelm I in tiefster Ehrfurcht gewidmet, Berlin (Bote und Bock) 1871.


    Vier Clavierstücke, componirt und ihrer Schwester Olivia Cronhielm gewidmet von Ingeborg von Bronsart, Mainz (Schott) 1874.


    Phantasie in gis-Moll op. 18, Herrn Eduard Lassen gewidmet, Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1891.


    In den Fällen, wo keine Angabe zur Widmung gemacht ist, lagen der Verfasserin der Grundseite die Noten nicht vor.


    Musikalische Autographe


    Liegen in Berlin (Staatsbibliothek preußischer Kulturbesitz) und Weimar (Deutsches NationalTheater und Staatskapelle Weimar)

    Repertoire

    Als Pianistin spielte sie vor allem Bach, Beethoven, Chopin, Schumann, Liszt (muss noch erforscht werden).

    Quellen

    Ikonographische Quellen


    Porträt im Profil (schlechte Qualität) in: Cohen, Aaron I.: International Encyclopedia of Women Composers. 2 Bde.; 2. stark erw. Auflage New York u. London 1987, Artikel »Ingeborg von Bronsart«

    Fotographie von Ingeborg und Hans von Bronsart als älteres Ehepaar, in: Arnfried Edler (Hg.): Schubert und Brahms. Kunst und Gesellschaft im frühen und späten 19. Jh., Augsburg 2001 (Publikationen der Hochschule für Musik und Theater Hannover 11), Anhang.


    Verbale Quellen

    unveröffentlichte Briefe u. a. in Berlin (Staatsbibliothek preußischer Kulturbesitz; Staatliches Institut für Musikforschung, Bibliothek), München (Staatsarchiv) und Weimar (Thüringisches Hauptstaatsarchiv; Goethe-Schiller-Archiv).



    Diskografie


    LP


    Auszüge aus „Jery und Bätely in: "Women's Work" Gemini Hall LP, LP Set of historic women composers.

    “Valse caprice” (piano). LP 10279, CCM Library.


    CD


    Klavier- und Kammermusik auf der Beilagen-CD zu Arnfried Edler (Hg.): Schubert und Brahms. Kunst und Gesellschaft im frühen und späten 19. Jh., Augsburg 2001 (Publikationen der Hochschule für Musik und Theater Hannover 11).



    Literatur


    Mendel, Herrmann. „Ingeborg von Bronsart“. In: Musikalisches Conversations-Lexicon Bd. 2. Berlin 1872. S. 193.


    Pohl, Richard. „Die 14. Tonkünstler-Versammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins“. In: Neue Zeitschrift für Musik 44 (1877). S. 233-234.

    (sehr positive Rezension einer Aufführung von „Jery und Bätely“ anlässlich der Tonkünstler-Versammlung)


    Michaelis, Alfred. „Ingeborg von Bronsart“. In: Frauen als schaffende Tonkünstler. Ein biographisches Lexikon. Leipzig 1888. S. 8-9.


    Polko, Elise. „Ingeborg von Bronsart. Biographisches Skizzenblatt“. In: Neue Musik-Zeitung 9 (1888). S. 142-143.


    „Sangkönig Hiarne“. In: Neue Musik-Zeitung 57 (1890). S. 37-39.

    Artikel nur über das Libretto zu „Hiarne“


    Simon, Paul. „Hiarne“. In: Neue Zeitschrift für Musik 57 (1890). S. 553-555.


    Simon, Paul. „Die erste Aufführung der Oper ‚Hiarne’ von Frau Ingeborg von Bronsart im Königlichen Opernhause zu Berlin“. In: Neue Zeitschrift für Musik 58 (1891), S. 87.


    Crusen, Georg. „Ingeborg von Bronsarts ‚Hiarne’ im Königlichen Theater zu Hannover. In: Neue Zeitschrift für Musik 59 (1892). S. 85-86.


    Asmus, Wilhelm. „Ingeborg von Bronsart“. In: Neue Zeitschrift für Musik 65 (1898). S. 193-195.

    (Würdigung zum Anlass des 25jährigen Jubiläums der Uraufführung von „Jery und Bätely“ in Weimar)


    La Mara [Marie Lipsius]. „Ingeborg von Bronsart“. In: Die Frauen im Tonleben der Gegenwart (Musikalische Studienköpfe 5). Leipzig 31902. S. 35-53.

    (Ausführlichste biographische Informationen insbesondere über die früheren Jahre von Ingeborg Stark, sehr informativ.)


    Hamann, Ernst. „[]“. In Neue Musik-Zeitung (1909). Nr. 15. Stuttgart-Leipzig 29. April 1909. S. 326.


    Spanuth, August. „Die Sühne“. In: Signale 67 (1909). S. 550-552.


    Morsch, Anna. „Ingeborg von Bronsart“. In: Gesangspädagogische Blätter 4 (1910). S. 100-102.


    Kohut, Adolph. „[Nachruf auf Ingeborg von Bronsart]“. In: Hannoverscher Courir vom 6. November 1913.


    „Autographensammlung aus dem Nachlass des Komponisten und Intendanten Hans Bronsart von Schellendorff“. Berlin 1919.


    Weissweiler, Eva. „Komponistinnen aus 500 Jahren“. Frankfurt am Main 1981. S. 297.


    Öhrström, Eva. “Borgerliga kvinnors musicerande i 1800-talets Sverige” [Bourgeois Women Musicians in 19th-Century Sweden]. Diss. U. of Göteborg 1987. S. 202.


    Feldman, Ann. “Being Heard: Women Composers and Patrons at the 1893 World’s Columbian Exposition”. In: Notes 47 (1990). S. 7-20.

    (Über die Weltausstellung 1893, auf der zuerst eine Sektion mit Musik von Komponistinnen eingerichtet wurde; das Konzert wurde mit dem „Kaiser-Wilhelm-Marsch“ von Ingeborg von Bronsart eröffnet.)


    Deaville, James. „Ingeborg von Bronsart”. In: The New Grove Dictionary of Women Composers. London 1994. Norton/Grove Dictionary of Women Composers. New York 1995.


    Edler, Arnfried. „Zur Rolle Weimars und Hannovers in der deutschen Musikgeschichte zwischen 1850 und 1890“. In: „Denn in jenen Tönen lebt es“. Wolfgang Marggraf zum 65. Helen Geyer, Michael Berg und Matthias Tischer (Hg.) mit einem Geleitwort von Wolfram Huschke. Weimar 1999. S. 451-491.

    (Thematisiert auch die Positionierung der Bronsarts im musikästhetischen Parteienstreit zwischen den „Konservativen“ und den „Neudeutschen“.)


    Deaville, James. “Ingeborg von Bronsart”. In: Women Composers: Music Through the Ages 7. New York 2000.

    (Edition der Wildenbruch-Lieder op. 16, mit ausführlichem einleitenden Kommentar zu Leben und Werk der Komponistin)


    Hottmann, Katharina. „Ingeborg von Bronsart“. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 2., neubearbeitete Ausgabe. Ludwig Finscher (Hg.), Personenteil Bd. 3. Kassel u. a. 2000. Sp. 980-982.


    Boyd, Melinda J.: “Opera, or the Doing of Women: The Dramatic Works of Ingeborg von Bronsart (1840-1913).” Ph.D., Musicology, University of British Columbia, 2002. vii, 349 p. illus., tbls., facs., mus. exs., transcr., transl., append., bibliog.

    Forschung

    Der kanadische Musikwissenschaftler James Deaville hat eine kommentierte Neuedition der Wildenbruch-Lieder op. 16 besorgt. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren besonders mit der Neudeutschen Schule (Kontakt: deaville@mcmaster.ca)

    Die Autorin dieses Beitrags beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Komponistin (angestoßen auch durch einen regionalgeschichtlichen Forschungsschwerpunkt niedersächsischer Musikgeschichte in Hannover) und würde sich über Informationen, Korrekturen, Austausch von Gedanken und Materialen freuen Katharinahottmann@hotmail.com).

    An der Philadelphia Society for Music Theory hat Melinda Boyd 2001 einen Vortrag über das Verhältnis von Bronsarts Oper “Hiarne” zu Richard Wagners “Ring des Nibelungen” gehalten (s. http://ccrma-www.stanford.edu/~leigh/csw/csw/csw01.html). Sie schrieb ihre Dissertation über Ingeborg von Bronsarts Opern, ein Abstract eines Vortrags über das Thema findet sich auf http://www.geocities.com/musicconference2001/abstracts.html#boyd.

    Forschungsbedarf

    Erforscht werden müssten/könnten:

    - institutionelle und sozialgeschichtliche Zusammenhänge insbesondere von Ingeborg von Bronsarts Opernschaffen,

    - Interpretentätigkeit, etwa Repertoire und Konzertreisen,

    - regionalgeschichtliche Aspekte wie das Schaffen oder Nutzen von Netzwerken, etwa Liszt-Kreis in Weimar, Künstlerkontakte in Hannover oder München.

    - Vielleicht gibt es in russischen Archiven noch etwas zu entdecken? Die St. Petersburger Editionen ihrer frühen Kompositionen etwa?

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 59869091
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117735760
    Library of Congress (LCCN): n79085222
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Katharina Hottmann, Die Grundseite wurde im Juli 2003 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Sophie Fetthauer
    Zuerst eingegeben am 26.05.2004


    Empfohlene Zitierweise

    Katharina Hottmann, Artikel „Ingeborg von Bronsart“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 26.5.2004.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Ingeborg_von_Bronsart