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  • Inga Lærum Liebich

    von Lilli Mittner
    Namen:
    Inga Lærum Liebich
    Geburtsname: Inga Lærum
    Varianten: Inga Lærum-Liebig
    Lebensdaten:
    geb. in Christiania (Oslo),
    gest. in Oslo,

    In der Literatur wird überwiegend 1863 als Geburtsjahr angegeben. Auch die Jahresangaben 1865 und 1866 kursieren in einigen Lexika. In den Volkszählungen von 1865, 1875, 1900 und 1910 (Digitalarkivet) wird jedoch durchgängig das Jahr 1864 genannt.
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Musikpädagogin, Theorielehrerin, Chorleiterin, Dirigentin, Sängerin, Übersetzerin, Kulturvermittlerin
    Charakterisierender Satz:

    „Men tro nu ikke at jeg regner mig for kunstner, selv om jeg bruker det store ord - jeg er bare en beskjeden profesjonist [...].“


    „Aber glauben Sie nun nicht, dass ich mich für einen Künstler halte, selbst wenn ich das große Wort gebrauche – ich bin nur ein bescheidener Professonist [...]“


    (Inga Lærum Liebich in einem Interview in der Wochenzeitschrift „Urd“ Nr. 39, 40. Jg., 1936, S. 1221 f.)


    Profil

    Inga Lærum Liebich zählte in Norwegen um die Jahrhundertwende zu einer Generation komponierender Frauen, die im Komponistenberuf tätig waren. Verheiratet mit dem Pianisten Rudolf Liebig [Rudolph Liebich] (1864 – ?), trat sie öffentlich als Komponistin, Dirigentin und Musikpädagogin in Erscheinung. Durch zahlreiche Reisen erweiterten sich ihre Handlungsräume beträchtlich, die sich in dem klein dimensionierten norwegischen Musikleben deutlich anders gestaltetet hätten. Ihre Erfahrungen, die sie während zahlreicher Auslandsaufenthalte sammeln konnte, kamen später durch ihr Engagement als Theorielehrerin, Chorleiterin und Übersetzerin dem norwegischen Musikleben zu Gute. Sie ist damit auch Kulturvermittlerin. Als Mitbegründerin des Norsk Komponistforening (Norwegischer Komponistenverband) war sie aktiv an der Institutionalisierung und Professionalisierung des Komponistenberufs in Norwegen beteiligt. Obwohl sie am Übergang zum 20. Jahrhundert durch ihr kulturelles Handeln zu gesellschaftlichen Veränderungen beigetragen hat, liegen große Teile ihrer Lebens- und Arbeitszusammenhänge noch im Dunkeln.

    Orte und Länder

    Inga Lærum Liebich war eine viel gereiste Musikerin. Ihr musikalischer Ausbildungsweg führte sie von der norwegischen Hauptstadt Christiania (Oslo) über Mailand und Rom nach London. Später wirkte sie als Chorleiterin an der Kathedrale in Burlington (USA) und in Berlin. Nach der Rückkehr in ihre Heimat arbeitete sie an der katholischen Kirche St. Olav und an dem „Sang-Konservatorium“ (Gesangsschule) von Adelaide Welhaven. Ihren Lebensabend verbrachte sie im katholischen Schwesternorden St. Elisabeth.

    Biografie

    Inga Lærum Liebich wurde am 16. November 1864 als drittes von insgesamt fünf Kindern des Kaufmanns Johan Lærum (1830–1906) und Antonie Hansen (1839–1920) in Christiania (heute Oslo) geboren. Ihr Vater stammte aus der norwegischen Kleinstadt Drammen, ihre Mutter aus Wandsbek (heute ein Hamburger Stadtteil). Von norwegischen Pädagogen, Erika Lie Nissen (Klavier), Christian Sinding (Theorie) und Otto Winter-Hjelm (Klavier und Theorie), erhielt Inga Lærum Liebich ihre musikalische Ausbildung. Weitere Studien führten sie nach Mailand, Rom und an das Konservatorium in London, wobei der genaue Zeitraum, Finanzierung, Lehrer und Netzwerke nicht bekannt sind (vgl. Dahm, 1987, S. 175).


    1887 trat sie im Alter von 22 Jahren erstmals öffentlich in der norwegischen Hauptstadt im Rahmen des Künstlerfestes „Borgen“ auf (vgl. „Aftenposten“, 16. November 1933 und „Tonekunst“, Nr. 23, 1930). Darüber hinaus wurde ihre „Debütarbeit“ (vermutlich sind die Zwei Legenden op. 1 gemeint) vom Theaterorchester aufgeführt (vgl. Stipendsøknad 1893). Im Jahr darauf gewann sie im Rahmen einer Ausstellung und eines Kompositionswettbewerb nordischer Komponistinnen in Kopenhagen („Utstilling og Konkurranse ved nordiske komponistinner“) den zweiten Preis für Lieder nach Texten von Vilhelm Krag (vgl. „Aftenposten“, 16. November 1933).


    Von Rom aus gelangte sie nach London, wo sie um 1888/1889 ihren zukünftigen Ehemann, den Pianisten Rudolf Liebig traf (vgl. Dahm, 1987, S.175). In diesem Umfeld kam es zu einer Begegnung mit Oscar Wilde, der sie zum katholischen Glauben ermuntert haben soll (vgl. „Urd“, Nr. 39, 1936). Am 13.1.1890 erschien in der norwegischen Tageszeitung „Aftenposten“ die Heiratsanzeige (Abendausgabe, 3. Jg. Nr. 22). Im Jahr darauf wurde ihr gemeinsamer Sohn Ørnulf Liebich in Christiania geboren (vgl. Digitalarkivet).


    Nachdem Inga Lærum Liebich am 11. Oktober 1892 mit einem eigenen Kompositionsabend (gemeinsam mit Rudolf Liebig und dem Tenor Wilhelm Kloed ) ihr offizielles Debüt als Komponistin in Christiania gegeben hatte, bewarb sie sich 1893 und 1894 vergeblich um ein Künstlerstipendium („Schäffers Legat“) zur weiteren Ausbildung in Komposition und Instrumentation, trotz Empfehlung von drei einflussreichen Persönlichkeiten des Musiklebens: Edvard Grieg, Johan Svendsen und Otto Winter-Hjelm (vgl. Stipendsøknad 1893). In dem Bewerbungsschreiben verwies sie darauf, dass zwei ihrer Kompositionen kurz zuvor in Kopenhagen unter Johan Svendsen (zu dessen Familie seit frühem Kindesalter eine Freundschaft bestand, vgl. Tonekunst Nr. 23, 1930) als Dirigent aufgeführt worden seien. Cecilie Dahm vermutet, dass es sich um Klavierstücke handelt, die von Svendsen für Kammerorchester arrangiert worden waren (vgl. Dahm, 1987, S.175). Ein genaues Aufführungsdatum ließ sich bisher nicht ermitteln.

    Im Rahmen eines Konzertes auf der „Ausstellung der Frauen in Vergangenheit und Gegenwart“ („Kvindernes Udstilling fra Fortid til Nutid“) am 9. September 1895 in Kopenhagen standen abermals zwei Werke von ihr auf dem Programm, „Musikanterviser“ Nr. 1 und 2 (vgl. Konzertdatenbank).


    Von da an verlieren sich die Spuren für einen längeren Zeitraum. Den Quellen kann man vage Andeutungen auf eine enttäuschte Liebe entnehmen, die dazu geführt haben soll, dass Inga Laerum Liebich Norwegen verließ (vgl. „Urd“, 1936). Mit Blick auf die große Publikationslücke zwischen 1896 und 1907 (zumindest erschienen in diesem Zeitraum in norwegischen Verlagen keine Kompositionen) ist zu vermuten, dass ihr Amerika-Aufenthalt in diese Zeit fällt. Für circa fünf Jahre wirkte Inga Lærum Liebich als Chorleiterin und Dirigentin an einer Kathedrale in Burlington (vgl. „Aftenposten“, 16. November 1933).


    In der Volkszählung von 1900 ist als Aufenthaltsort Berlin angegeben, wo sie als Sprach- und Musiklehrerin ihren Lebensunterhalt verdiente (vgl. Digitalarkivet). Zu dieser Zeit hatte sie die englische Staatsbürgerschaft. Am 5. März 1909 standen bei dem 3. Komponistinnenabend im „Deutschen Lyzeums-Club“ in Berlin, auf dem ausschließlich Werke von skandinavischen und russischen Komponistinnen zur Aufführung kamen, fünf Stücke (3 Lieder, 2 Klavierkompositionen) von Inga Laerum Liebich auf dem Programm (vgl. Utklipp, Zeitungsausschnitt „Musikk i Berlin“).


    In der nächsten großen Volkszählung von 1910 ist als Wohnsitz wiederum Christiania angegeben, wo sie gemeinsam mit ihrer Mutter und den Geschwistern Adolf, Emilie und Gustav Liebich im Bogstadveien 8 wohnte (vgl. Digitalarkivet). Auch ihr Sohn, Ørnulf Liebich, war in dem Haushalt eingetragen. Wie sein Onkel, Gustav Lærum, hatte er eine Laufbahn als Zeichner und Journalist (u.a. für „Ukens Revy“) eingeschlagen. Als er bereits im Alter von 26 Jahren am 3. März 1917 einer Krankheit erlag, fand die Trauerfeier in der Katholischen Kirche St. Olav statt, an der Inga Lærum Liebich als Chorleiterin wirkte.


    Im selben Jahr war Inga Lærum Liebich an der Gründung des Norwegischen Komponistenverbandes beteiligt und wurde neben Gerhard Schjelderup, Eyvind Alnæs, David Monrad Johansen und Alf Hurum als einzige Frau in den Vorstand gewählt (vgl. „Aftenposten“, 4. Januar 1918). 1924 erschien ihre „Romance“ für Violine und Klavier op. 41 im Norsk Musikk Forlag (Rezension: „Aftenposten“, 7.Januar 1925). Ab Herbst 1927 wurde sie als Lehrerin in Musiktheorie an Adelaide Welhavens „Sang-Konservatorium“ engagiert („Aftenposten“, 9. September 1927).

    Dass sie auch mit Übersetzungen Geld verdiente, davon zeugt eine Schallplatteneinspielung des französischen Liebesliedes „Plaisir d’amour“ (Jean Paul Égide Martini, 1780), interpretiert von Øivind Lund 1832, für die sie die norwegische Textversion verfasste. Sie übersetzte auch Thomas Anstey Guthries (alias F. Anstey) 1882 erschienenen Roman Vice Versa, der 1825 im norwegischen Oppi Verlag herausgegeben wurde.


    Am 15. September 1936 starb Inga Lærum Liebich im Alter von 71 Jahren in dem katholischen Schwesternorden des St. Elisabeth Klosters, wo sie sich in den letzten Jahren ihres Lebens aufhielt. Sie wurde auf dem Friedhof „Vestre Gravlund“ in Oslo begraben und hinterließ ihre Geschwister Emilie und Gustav Lærum.

    Würdigung

    Von ihren Zeitgenossen wurde Inga Lærum Liebich als humorvoll, bescheiden, einfühlsam und verständnisvoll charakterisiert. Menschlichkeit und Nächstenliebe sind wiederkehrende Begriffe in Rezeptionsdokumenten und werden sowohl ihrer Person als auch ihrer Musik zugeschrieben (vgl. u.a. „Tonekunst“ ,Nr. 23, 1930, „Urd“, 1936, „Aftenposten“, 16. November 1933). Exemplarisch sei hier eine Beschreibung ihrer Persönlichkeit wiedergegeben, die noch zu ihren Lebzeiten in der norwegischen Musikzeitschrift Tonekunst zu lesen war: „For hun eier et følsomt sinn, et varmt, trofast hjerte og en vidunderlig evne til å kunne gjengi sin store menneskelighet i toner. Men samtidigt er der en viss storhet over hennes person og musikk, noe flott og fornemt som hører de svundne dage til. Inga Lærum-Liebich er en edel kunster-personlighet og en grande dame.“ („Denn sie besitzt ein empfindsames Gemüt, ein warmes, treues Herz und eine wunderbare Gabe, ihre große Menschlichkeit in Melodien wiederzugeben. Aber gleichzeitig ist da eine gewisse Größe in ihrer Person und Musik, etwas Flottes und Vornehmes, das vergangenen Tagen angehört.“, „Tonekunst“, Nr. 23, 1930)


    Als weit gereiste Künstlerin, die das Musikleben an ganz unterschiedlichen Orten kennengelernt hatte (u.a. Christiania, Mailand, London, Berlin, Burlington), konnte sie der norwegischen Musikkultur wichtige Impulse geben und stand auf vielfältigen Ebenen für Kulturtransfer.

    Eine Vielzahl musikbezogener Tätigkeiten ermöglichte ihr, mit Musik ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei hatte sie insbesondere als Dirigentin und Komponistin eine Vorbildfunktion, die durch vielerlei Aktivitäten nach außen getragen wurde und auf nachfolgende Generationen inspirierend wirkte. Als professionell arbeitende Komponistin nutzte sie unterschiedliche Vermarktungsstrategien und publizierte ihre Werke – die sowohl für die sogenannte Hausmusik als auch für den Konzertsaal konzipiert waren – in zahlreichen Verlagen.

    Durch ihr Engagement im Rahmen des Norsk Komponistforening (Norwegischer Komponistenverband) war sie auch auf administrativer Ebene aktiv an der Institutionalisierung und Professionalisierung des Komponistenberufs beteiligt. Am Übergang zum 20. Jahrhundert war sie somit einer der maßgeblichen weiblichen Akteure im norwegischen Musikleben, die zu gesellschaftlichen Veränderungen beitrugen.


    Eine umfassendere Würdigung insbesondere auch ihrer Tätigkeiten als Chorleiterin und Pädagogin ist auf Basis der aktuellen Quellenlage nicht möglich.

    Rezeption

    Von ihren Zeitgenossen wurde Inga Lærum Liebich als Komponistin und damit als Ausnahmegestalt in einem von Männern dominierten Beruf wahrgenommen. Ihre Kompositionen wurden u.a. in den Tageszeitungen „Aftenposten“ und „Morgenbladet“, in der Musikzeitschrift „Tonekunst“ sowie in den Frauenzeitschriften „Urd“ und „Nylænde“ besprochen und von entsprechenden Leserkreisen rezipiert.


    Besondere Popularität erlangte ihre Vertonungen von zwei spanischen Gedichten, die als impressionistisch wahrgenommen wurden (vgl. „Morgenbladet“ 16. November 1933). Im Allgemeinen wurde eine „fin melodisk ære og en sikker evne til å treffe diktets stemmning.“ („feine melodische Ehre und eine sichere Gabe, die Stimmung des Gedichtes zu treffen“, „Tidens Tegn“, 16. November 1933) hervorgehoben. Darüber hinaus sei ihr eine natürliche melodische Erfindungsgabe zu eigen, „vereint mit einer guten Form und interessanten Harmonik“ („forenet med en god form og interessant harmonik“, „Morgenbladet“, 16. November 1933).


    Die Musikkritikerin und Komponistin Pauline Hall schätzte Inga Laerum Liebichs kompositorisches Schaffen in dem Nachruf von 1938 zusammenfassend wie folgt ein:

    „Inga Lærum Liebich eide et kompositorisk talent som var særpreget og følsomt, under rimmeligere forhold vilde hun nådd frem til den plassen i musikklivet som hennes musikalsk insikt og vide syn gjorde henne fortjent til. Hun hadde en formende evne som ikke var almindelig, en sikker kontroll over midlene, det ser en klart av de små komposisjonene hun har eftlerlatt, et kultivert musikersinn taler ut av de sprø og følsomme romansene. De beskjedne musikalske innfallene hun nedtegnet på sykesenge, viser stadig en sikker hånd i stemmeføringen.“ („Inga Lærum Liebich besaß ein kompositorisches Talent, das eigenartig und sensibel war; unter günstigeren Umständen hätte sie den Platz im Musikleben erlangt, um den sie sich durch ihre musikalische Bildung und ihren Weitblick verdient gemacht hat. Sie hatte einen Formsinn, der nicht gewöhnlich war, eine sichere Kontrolle der Mittel; das erkennt man sehr deutlich an den kleinen Kompositionen, die sie hinterlassen hat; ein kultivierter musikalischer Sinn spricht aus den zarten und empfindsamen Liedern. Die bescheidenen musikalischen Einfälle, die sie auf dem Krankenbett niederschrieb, zeigen stets eine sichere Hand in der Stimmführung.“ „Urd“, 1936 S. 1222).


    Die Rezeption ihrer Kompositionen durch zeitgenössische Interpreten und Interpretinnen liegt derzeit noch weitgehend im Dunkeln. Es wird zwar erwähnt, dass ihre Lieder von zeitgenössischen Sängern und Sängerinnen aufgeführt wurden (vgl. „Tidens Tegn“), u.a. von Cordelia Diaz („Aftenposten“, 18. Dezember 1918) und Ellen Gulbranson (vgl. Stipendsøknad), um welche Stücke es sich dabei konkret handelt, wie Interpretation, Aufführungskontext und Komposition zueinander in Beziehung stehen und wie das Konzertereignis als Ganzes wahrgenommen wurde, ist noch unerforscht.


    Inwiefern Inga Lærum Liebich als Pädagogin und Chorleiterin rezipiert wurde und wie groß ihre Vorbildfunktion für die nachfolgende Generation von Musikerinnen und Musikern war, harrt ebenfalls noch einer genaueren musikwissenschaftlichen Untersuchung.

    Werkverzeichnis

    (nach Astrid Paulsen, 1980)


    A. Vokalmusik


    I. Gesang und Klavier


    2 Gesänge, 1. Ständchen, T.: Joseph von Eichendorff 2. Am leuchtenden Sommermorgen, T.: Heinrich Heine, Christiania: Warmuth, 1889.


    De andre, de forbannet meg, T.: Vilhelm Krag, Christiania: Verlag unbekannt, 1892.


    Liden Clara, T.: Vilhelm Krag, Christiania, Verlag unbekannt, 1892.


    Min Sommerfugl, Christiania: Warmuth, 1892.


    2 Sange, 1. Morgen 2. Aften, T.: Vilhelm Krag, Christiania: Warmuth, 1894.


    De døde mine Roser, T.: Jacob Hilditsch, Christiania: Zappfe’s Musikforlag, 1894.


    2 Sange, op. 10, 1. Løvspring 2. Lærken, T.: Holger Drachmann, Christiania: Warmuth, 1895.


    Lyse Nætter, op. 12, T.: Holger Drachmann, Christiania: Brødrene Hals’s Musikforlag, 1896.


    Nansens Fest-Marsch, Christiania: Verlag unbekannt, 1896.


    Juleaften, Christiania: Nylænde hrsg. von Norsk Kvindesaksforening [Norwegischer Verein für Frauenrecht] , 1896, Nr. 1.


    Ave Maria: Gebet, op. 39, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1909.


    Ingrid Sletten af Sillegjord, T.: Bjørnstjerne Bjørnson, Christiania: Verlag unbekannt, 1913.


    2 poems espagnoles, 1. Le clavecin, 2. Les jardins de Atahualpa, T.: Leopold de Dias, Christiania: Norsk Musikkforlag, 1915.


    Julestjernen, T.: Johannes Jørgensen, Christiania: Ukens Revy, 1917.


    Barcarole, T.: Magnus Brostrup Landstad, Christiania: Norsk Musikforlag, 1918.


    O for the touch, T.: Alfred Tennyson, Ü.: Magnus Brostrup Landstad, Christiania: Norsk Musikforlag, 1918.


    2 Sange, 1. Tårer, T.: K. Gundelach, 2. Hjem, T.: O. Offerdahl, Christiania: Norsk Musikforlag, 1924.


    Morgensang (Vuggesang). Fra norrønt mål. Island, 14. - 15. århundrede, T.: Sigrid Undset, Tidens tegn, Oslo. 1926, nr. 175, s. 11. St. Olav. Årg. 38. Oslo, 1926. s. 409.


    Evighetstanker, op. 53, T.: Maria Knudtzon, Oslo: Norsk Musikforlag, o.J.


    Musikanterviser, T.: Vilhelm Krag, Kjøbenhavn: Wilhelm Hansen, o.J.



    II. Chor


    Bisher ist lediglich bekannt, dass Inga Lærum Liebich Lieder für den Chor der katholischen Kirche St. Olaf komponiert hat (vgl. Utklipp). Weder im Druck noch im Manuskript sind nach derzeitigem Forschungsstand entsprechende Kompositionen überliefert.



    B. Instrumentalmusik


    I. Klavier


    2 Legender, op. 1, Christiania: Warmuth, 1889.


    Mignonette-vals, Christiania: Warmuth, 1887.


    Drømmebilleder, 1. Vision, 2. Baadnsang, 3. Trolddans, 4. Valse fantastique, 5. Juninat, 6. Morgen paa Fjorden, 7. Klostersang, Christiania: Warmuth, 1892.


    Rendevous vals, Christiania: Warmuth, 1892.


    Taterdans, Christiania: Warmuth, 1892.


    Høststemning, op. 50, Oslo: Norsk Musikforlag, o.J.


    3 Norske Legender, London: Verlag unbekannt, 1892.


    Andante funèbre til Minde om Edvard Grieg, op. 37, Christiania: Oluf By’s Musikforlag, 1907.


    Chat noir. Two-step. Christiania: Norsk Musikforlag, 1914.


    Heil deg, Herrens sanne lekam. „Urd“, 26. September 1936.


    Tak, Otto Winter-Hjelm gewidmet, Manuskript



    II. Violine und Klavier


    Romance für Violine und Klavier, op. 41, Christiania: Norsk Musikforlag, 1924.

    Repertoire

    Das Repertoire, mit dem Inga Lærum Liebich als Sängerin und Chorleiterin in Norwegen und den USA auftrat, ist bisher nicht erforscht.

    Quellen

    I. Dokumente


    Stipendsøknad. Bewerbung um ein Künstlerstipendium vom 3.6.1893. (Riksarkivet [Staatsarchiv], KUD Skolekontor D, 3Ao30.2.4, pk. 56, 1892-1894)


    Utklipp. Sammlung von Zeitungsausschnitten in der Mediathek der Norwegischen Nationalbibliothek Oslo.



    II. Datenbanken

    (eingesehen am 18. Mai 2013)


    Digitalarkivet. Volkszählungen von 1865, 1875, 1900 und 1910 (http://www.arkivverket.no/arkivverket/Digitalarkivet)


    Norske Notetrykk. Kari Michelsens Verzeichnis über den Norwegischen Notendruck 1811 bis 1908 (http://www.hf.uio.no/imv/forskning/prosjekter/norgesmusikk/musikkhistarkiv/notetrykk/)


    Digitale Aviser. Zeitschriftendatenbank der Nationalbibliothek Oslo (http://www.nb.no/avis)


    Konzertdatenbank. Agathe Backer Grøndahl’s konserter 1876-1903, von Camilla Hambro und Øyvin Dybsand (http://folk.uio.no/oyvindyb/Konserter/)


    Petrucci Music Library. (http://imslp.org/wiki/Category:L%C3%A6rum-Liebich,_Inga)



    III. Zeitungsartikel

    (soweit bislang bekannt)


    Aftenposten 4.1.1918 [Gründung des Norwegischen Komponistenverbandes]


    Aftenposten 18.12.1918 [Hjalmar Borgstrøm, Aufführung durch Cordelia Diaz]


    Aftenposten, 16.11.1933 [T.V. zum 70 Geburtstag]


    Aftenposten, 15.9.1936


    Dagbladet, 16.9.1936 [Pauline Hall]


    Morgenbladet, 16.11.1933


    Stockholms Dagblad, 22.12.1894 [Ankündigung Drømmebilleder]


    Stockholms Dagblad 22.12.1894 [Ankündigung: Min sommarasyls. To Sange]


    Tidens Tegn, 16.11.1933 [Arne van Erpekum Sem. zum 70. Geburtstag]


    Tidens Tegn, 16.9.1936


    Tonekunst, Nr. 23, 1930


    Urd Nr. 39, 40. Jg. 1936, S. 1221-1222 [Nachruf von Eva Dithmer-Vanberg; Interview]


    Urd Nr. 39, 40. Jg. (1936), S. 1222 [Nachruf von Pauline Hall]



    IV. Sekundärliteratur


    Dahm, Cecilie. Inger Lærum-Liebich. In: Kvinner komponerer. Ni portretter av norske kvinnelige komponister i tiden 1840-1930. Oslo: 1987, S. 175


    Egge, Klaus. Norsk komponistforening gjennom 25 år. Oslo, 1942.


    Gurvin, Olav und Anker, Øyvind. Musikkleksikon. Oslo, 1959, Sp. 474.


    Lindhjem, Anna. Kvinnelige komponister og musikkskoleutgivere i Skandinavia. Frederikstad: 1931, S. 15.


    Michelsen, Kari (Hg.). Cappelens musikkleksikon. Bd. 4. Oslo, 1978, S. 427.


    Paulsen, Astrid. Kvinnelige norske komponister. Oslo, 1980, S. 47-49


    Sandvik, Ole Mørk & Gerhard Schjelderup. Norges Musikhistorie, 1921, Bd. 2, S. 254.

    Forschung

    Inga Lærum Liebich und ihre Musik waren bisher nicht Gegenstand musikhistorischer Fragestellungen. Lediglich im Anhang von Cecilie Dahms Sammelband Kvinner komponerer (Frauen komponieren) von 1987 wird sie in einem 16 Zeilen umfassenden Kurzeintrag als Beispiel für weibliches Komponieren porträtiert. Darüber hinaus ist Inga Lærum Liebich in den einschlägigen norwegischen Musiklexika zumindest sichtbar, wenn auch nicht angemessen gewürdigt.

    Im Rahmen einer bibliografischen Arbeit über komponierende Frauen in Norwegen legte Astrid Paulsen (1980) erstmals ein Werkverzeichnis an.


    Inga Lærum Liebich ist Teil des Forschungsprojektes der Autorin zum Thema „Komponierende Frauen in Norwegen. Bedingungen kulturellen Handelns.“

    Forschungsbedarf

    Dass Inga Lærum Liebich weder in dem aktuellen Überblickswerk zur norwegischen Musikgeschichte, „Norges Musikk Historie“ (1999–2001), noch in „Norsk Biografisk Leksikon“ angemessen repräsentiert ist – und das obwohl sie

    eine der zentralen Akteurinnen im norwegischen Musikleben und eine außergewöhnliche Musikerpersönlichkeit war –, kann z.T. mit der unzureichenden Quellenlage erklärt werden.


    Ein zentrales Desiderat besteht daher darin, auf Grundlage intensiver Archivrecherchen (insbesondere auch in Privatarchiven) ihre Biografie auszuleuchten (v.a. ihre Studienaufenthalte in Mailand, Rom und London sowie ihr Wirken in den USA). Inwiefern bestand ein künstlerischer Austausch mit ihrem Ehemann, dem Pianisten Rudolf Liebich, bzw. mit ihrem Bruder, dem Bildhauer und satirischen Zeichner Gustav Lærum? Insbesondere ihre Tätigkeiten als Dirigentin (Repertoire, geplante und tatsächlich realisierte Aufführungen, Programmgestaltung) und Pädagogin (Schülerkreis, Unterrichtsmethoden) liegen noch im Dunkeln.


    Neben einer Aktualisierung des Werkverzeichnisses sowie Rezeptionsstudien stehen Analysen ausgewählter Lieder und Klavierkompositionen noch aus. Sie könnten Inga Lærum Liebichs kompositorisches Schaffen zu anderen zeitgenössischen Lied- und Klavierkompositionen ins Verhältnis setzen und ihre Einbindung in zeitgenössische Identitäts- und Geschlechterdiskurse offenlegen. Von besonderem Interesse wäre in diesem Zusammenhang die Relation zwischen Religion, Musik und der Emanzipationsbewegung um 1900. Inwiefern bot die Institution der katholischen Kirche, und in dem Zusammenhang ihre Tätigkeit an den beiden katholischen Kirchen bzw. der Eintritt in den Schwesternorden, einen Möglichkeitsraum für sich emanzipierende Künstlerinnen?


    Schließlich wäre auch ein genaueres Ausloten ihres Engagements während der Gründungsphase des Norwegischen Komponistenverbandes um 1917 und damit verbunden eine Verortung im zeitgenössischen Musikleben wünschenswert. Mit wem stand sie in Kontakt, wen beeinflußte sie und von wem wurde sie beeinflußt?


    Inga Lærum Liebich ist Teil des Forschungsprojektes der Autorin zum Thema „Komponierende Frauen in Norwegen. Bedingungen kulturellen Handelns.“

    Autor/innen

    Lilli Mittner


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back

    Zuletzt bearbeitet am 13.06.2013


    Empfohlene Zitierweise

    Lilli Mittner, Artikel „Inga Lærum Liebich“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 13.6.2013
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Inga_Lærum_Liebich