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  • Ida Volckmann

    von Verena Liu
    Namen:
    Ida Volckmann
    Varianten: Ida Volkmann, Ida Julie L(o)uise Friedericke Volckmann, Ida Julie L(o)uise Friedericke Volkmann
    Lebensdaten:
    geb. in Insterburg,
    gest. in München,

    Die Schreibweise ihres Nachnamens variiert zwischen „Volckmann“ und „Volkmann“, sowohl in persönlichen wie auch in offiziellen Dokumenten. Sie unterschrieb selbst mit "Volckmann".
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Klavierlehrerin, Musikschulleiterin, Mitarbeiterin an Lina Ramanns Werken.
    Charakterisierender Satz:

    "Ida Volkmann’s Name als treue Mitarbeiterin und Genossin ist auf’s Engste mit dem ihrer Freundin und deren Schule verknüpft. [...] Sie hat zu dem hochangesehenen Rufe der ,Ramann-Volkmann’schen Musikschule‘ einen Hauptantheil beigetragen und ist 25 Jahre lang in Freud und Leid, mit hingebendster Treue an derselben thätig gewesen."


    (Anna Morsch, Deutschlands Tonkünstlerinnen. Biographische Skizzen aus der Gegenwart. Gesammelt und herausgegeben von Anna Morsch, Berlin 1893, S. 27)


    Profil

    Ida Volckmann erhielt eine fundierte pianistische Ausbildung am Leipziger Konservatorium bei Louis Plaidÿ und Robert Papperitz, in späteren Jahren privat bei Franz Liszt. Sie war eine hochgeschätzte und fähige Pianistin. Sie konzentrierte sich zusammen mit Lina Ramann in der eigenen Musikschule auf die Ausbildung von PianistInnen und KlavierlehrerInnen. Mehr als 50 Jahre ihres Lebens verbrachte sie gemeinsam mit Lina Ramann und war auch deshalb stark in Ramanns musikschriftstellerische Arbeit eingebunden.

    Orte und Länder

    Ida Volckmann verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Ostpreußen (Insterburg und Tilsit), kam zum Musikstudium 1861 nach Leipzig, arbeitete anschließend zwei Jahre lang bei Lina Ramann in deren Musikschule in Glückstadt und gründete 1865 zusammen mit derselben eine neue Musikschule in Nürnberg, die sie 25 Jahre lang gemeinschaftlich leiteten. Ab 1890 lebte Volckmann in München, sie unternahm ab 1870 mit Lina Ramann zahlreiche Reisen zu Franz Liszt in Weimar.

    Biografie

    Ida Volckmann wurde am 28. August 1838 in Insterburg in Ostpreußen (heute: Tschernjachowsk, Russland) geboren und wuchs in Tilsit, ebenfalls Ostpreußen, auf, wo sie auch ersten Gesangs- und Klavierunterricht erhielt (vgl. Inskriptionseintrag HMT Leipzig). Volckmanns Vater war Forstkassen-Rendant (Verwalter öffentlicher Kassen) und starb 1859, die Mutter begleitete Ida Volckmann zum Studium nach Leipzig, um „während der Unterrichtsjahre“ (Inskriptionseintrag HMT Leipzig) bei der Tochter zu bleiben. Über eventuelle weitere Familienangehörige ist nichts bekannt.

    Über wen oder in welchem Kontext sich die beiden jungen, 20- bzw. 24-jährigen Klavierpädagoginnen Lina Ramann und Ida Volckmann kennenlernten, ist bislang noch unklar. Vermutlich entstand über die Stadt Leipzig, dortige Musikstudien oder gemeinsame Bekanntschaften wie zum Beispiel das Ehepaar Lysinka und Franz Brendel oder Louise Otto-Peters der erste Kontakt. Die Wege von Ida Volckmann und Lina Ramann kreuzten sich laut Marie Ille-Beeg zum ersten Mal 1858: „Lina Ramann hatte 1858 das große Glück, welches ihrem ganzen späteren Leben Wert und Bedeutung gab, in einer jungen Lehrerin Ida Volkmann eine congeniale Kraft zu finden.“ (Marie Ille-Beeg, S. 14)


    Studium in Leipzig


    Unbekannt ist, wie und wo Ida Volckmann die Jahre bis 1858 verbrachte. Zunächst wurde sie als Sängerin ausgebildet. Sie schrieb sich am 5. April 1861 unter der Inskriptionsnummer 879 als „Ida Julie Luise Volkmann aus Tilsit, geboren zu Insterburg d 28 August 1838“ ein und „will sich für den Gesang ausbilden lassen“. Zu ihrer bisherigen musikalischen Ausbildung ist vermerkt: „Zu Tilsit hat sie einigen Gesangsunterricht bei Frau Landräthin Kammrad gehabt. Sie spielt nur wenig Pfte, indem sie seit ihrem 13ten Jahr weiter keinen Unterricht gehabt hat.“ (Inskriptionseintrag, HMT Leipzig)

    Über die im Internet zugänglichen Prüfungsakten des Leipziger Conservatoriums ist nur ein einziger Eintrag zu einem „Fräulein Volkmann“ auffindbar. Zum 14. April 1862 ist dort notiert: „Fräulein Volkmann spielte zwei Etuden für Pfte v. Löschhorn op. 38“, zusammen mit dem nebenstehenden Kommentar: „Spielte mit gutem Anschlag, nur zu ängstlich.“(Prüfungsakten 1862 Signatur [339]-169).

    Als sie das Konservatorium zum 31. März 1863 verließ, bescheinigte ihr das „Lehrer-Zeugniß“ schließlich eine Ausbildung in den Fächern „Theorie der Musik und Composition“, „Pianofortespiel“, „Vorlesungen“, „Gesang“, „italienische Sprache“ sowie ein „musterhaftes sittliches Verhalten“. Volckmann erhielt Unterricht von Robert Papperitz, Ernst Friedrich Richter, Louis Plaidÿ, Franz Brendel, Franz Götze und I.D. Vitale. Anders als zur Einschreibung angegeben, entwickelte sich Volckmann am Leipziger Konservatorium nicht zu einer Sängerin, sondern zur Pianistin und erhielt auch im Fach Musiktheorie und Komposition eine lobende Beurteilung von Papperitz und Richter: „Alle Bestrebungen des Fräulein Volkmann waren ebenso erfolgreich, wie ernst.“ (Lehrer-Zeugniß, HMT Leipzig)

    Die professionelle Ausbildung Volckmanns ist interessant in Bezug auf Lina Ramann, die nie derartigen institutionalisierten Musikunterricht erhalten hatte. Insofern kann man sogar behaupten, dass Volckmann die zumindest pianistisch institutionalisiert Ausgebildete der beiden war.

    In späteren Jahren nahm Ida Volckmann noch Klavierunterricht (Sophie Pataky, S. 396. 1884 notierte Lina Ramann dazu: „Ida bleibt bis Ende des Monats in Weimar, bis Liszt nach Bayreuth reist. Heute schrieb sie: ’Fast täglich komme ich zu Liszt. Du warst kaum fort, als eine Karte mich einlud: ’Den verehrten Wander Professor erwartet morgen Sonntag 1 Uhr zum Kosten der Conserven’ etc., dann wieder: ’Den lieben verehrten Wander Professor erwartet morgen Samstag, 4 Uhr, ’Hofgärtnerei’’ etc. - Ich spielte ihm auch vor, privatim. Was sich mir da alles erschließt, technisch, geistig, besonders seine Art des Ausdrucks und der Wiedergabe ist unbeschreiblich. Davon, wenn ich wieder zu Hause bin, hier habe ich zu nichts Zeit.’“ (Ramann, S. 267).

    Nach Abschluss ihres Studiums am Konservatorium war Volckmann von 1863 bis 1865 in dem von Ramann 1858 gegründeten „erste[n] deutsche[n] Musiklehrerinnen-Seminar“ (Sophie Pataky S. 165) in Glückstadt angestellt.


    Musikschule in Nürnberg


    Im Herbst 1865 eröffneten Ramann und Volckmann schließlich „nach kurzem Zwischenaufenthalt in Leipzig“ (Morgenstern, S. 267), welcher eventuell mit der Freundschaft zu Louise Otto-Peters und der Gründung des „Allgemeinen deutschen Frauenvereins“ im Jahre 1865 in Leipzig zusammenhing, in Nürnberg die „Ramann-Volckmann’sche Musik-Schule“, welche die beiden 25 Jahre lang erfolgreich gemeinschaftlich leiteten. Die Musikschule befand sich in einem repräsentativen Eckhaus in der Stadtmitte, die Adresse lautete Albrecht Dürer Platz 513.

    Während ihrer Zeit als Musikschulinhaberin unterichtete Volckmann, organisierte den Stundenplan in der Musikschule und plante konzertante Vorspiele. Sie schien vor allem den musikpraktischen Unterricht zu übernehmen, während Ramann theoretischen Unterricht gab: „Alle Klassen stehen unter der Oberleitung L. Ramanns, speciell ertheilt sie Theorie und Pädagogik. Frl. Volkmann leitet den Unterricht im höheren Klavierspiel und im Sologesang.“ (Otto-Peters, S. 76) An Lina Ramanns musikschriftstellerischer Arbeit beteiligte sie sich durch regen inhaltlichen Austausch. Außerdem nahm sie an den Tonkünstlerfesten des „Allgemeinen deutschen Musik-Vereins“ teil, in dem sie auch Mitglied war, und besuchte mit Lina Ramann häufig Franz Liszt in Weimar. Zudem wurden die beiden von ihm fast jährlich in Nürnberg besucht. Die Unternehmungen der Jahre 1865 bis 1890 sind in Lina Ramanns „Lisztiana“-Aufzeichnungen recht ausführlich dokumentiert.


    Ruhestand in München


    Die beiden Damen beendeten kurz nach dem 25-jährigen Jubiläum ihrer Musikschule im Jahre 1890 ihre Arbeit in Nürnberg, übergaben die gesamte Institution dem Liszt-Schüler August Göllerich sowie dem Kapellmeister Theodor Schmidt und zogen zu zweit nach München. Ramann und Volckmann, die inzwischen 57 und 53 Jahre alt waren, lebten in München ruhiger, aber dennoch gesellschaftlich sowie schriftstellerisch aktiv. 1894 veröffentlichte Ramann den letzten Band der Biografie „Franz Liszt als Künstler und Mensch“, und 1902 erschien als Sammlung von Spielanweisungen „aus Liszts Munde“ das „Liszt-Pädagogium“, an dem nachweislich auch Ida Volckmann beteiligt war (vgl. Vorwort zum „Liszt-Pädagogium“). Marie Ille-Beeg schrieb über die Jahre in München: „Auch Ida Volkmann pflegte noch ihre geliebte Kunst durch eigene Ausübung und Unterricht einzelner bevorzugter Talente. Die bekannte Konzertspielerin, Fräulein Erika von Binzer, erhielt allein durch sie ihre Ausbildung bis zu künstlerischer Vollendung und sie trägt das Zeugnis ihrer wertvollen Schulung in die Öffentlichkeit.“ (Ille-Beeg, S. 33)

    Am 30. März 1912 starb Lina Ramann mit 78 Jahren in München. Ida Volckmann blieb anscheinend in der gemeinsamen Wohnung, wo sie als die „treue Lebensgefährtin der Verklärten [...] in edler Harmonie, wie sie immer gelebt, ihre Tage zubringt.“ (Ille-Beeg, S. 35) Ille-Beeg betont: „Sie ist nicht einsam. Denn wer einen solchen Schatz an Erinnerung in sich birgt, und einen treuen Freundeskreis aus der Vergangenheit um sich geschart weiß, der bedarf des lauten Treibens der Menschen nicht; er nennt die besten Güter des Lebens sein eigen.“ (Ille-Beeg, S. 35)

    In den folgenden Jahren wird die Überlieferung immer spärlicher, mit dem Tod Ramanns schien Volckmann aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden zu sein. Dennoch ist aus den Jahren 1912 bis 1914 eine Korrespondenz mit Arthur Seidl und dem Breitkopf & Härtel-Verlag über die Publikation von Ramanns „Lisztiana“-Aufzeichnungen überliefert. Volckmann drängt hier sehr zu einer baldigen Veröffentlichung, während Seidl als Herausgeber sie immer wieder vertröstet. Warum Volckmann ab 1914 nicht mehr mit Seidl kommunizierte oder ob die Briefe ab dem Zeitpunkt verschollen sind, ist unklar, Grund dafür war jedoch wohl der Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Anhand der Schenkung von Volckmann an den Allgemeinen Deutschen Musikverein im September 1919 lässt sich vermuten, dass sie wohl mit Arthur Seidl noch in Kontakt geblieben war: „Geschenk von Frl. Ida Volckmann für ’L.Ramann=Stiftung’ des ’Allg.D.Musik=Vereins’ - persönlich an Prof. Dr. Seidl, Tutzing, 13. IX. 1919.“ (Deckklappe zu GSA 70/348 = ADMV 122) Die in dieser Schenkung enthaltenen Briefe des Ehepaars Brendel an Ramann mussten wohl nach Ramanns Tod in Volckmanns Privatbesitz gewesen sein, denn der Liszt betreffende Nachlass Ramanns befand sich damals bereits auf deren Wunsch hin in Weimar. Daher ist es möglich, dass Volckmann noch weitere persönliche Dokumente und Habseligkeiten Ramanns besaß, denn auch die „Lisztiana“-Manuskripte und andere Schriftstücke lagen zumindest bis 1914 bei ihr und sie fürchtete um deren Verbleib im Falle ihres Todes. Über Verwandte Ida Volckmanns und Kontakt zu ihnen ist leider keine Information zu finden, ebenso wenig über Verwandte Ramanns.

    Ida Volckmann überlebte ihre Lebensgefährtin um 10 Jahre und starb schließlich am 18. März 1922 in München. Der Sterbeeintrag des Münchner Standesamtes bescheinigt ihr drei Vornamen: „Friederike Julie Ida Volkmann“, ebenso die Unterlagen des Leipziger Konservatoriums, obwohl sie dort als „Ida Julie Luise“ eingeschrieben war. Im offiziellen Formular wird Ida Volckmann ‒ wohl auf Auskunft der den Tod meldenden Haushälterin ‒ als „Privatiere und ehemalige Musiklehrerin, ledig,“ (Sterbeeintrag) vorgestellt. Ida Volckmann wurde im gleichen Grab wie Lina Ramann auf dem Münchner Waldfriedhof begraben.

    Würdigung

    Ida Volckmann war zu ihren Lebzeiten und vor allem im Verbund mit Lina Ramann eine in Musikerkreisen bekannte Persönlichkeit. Immer wieder hervorgehoben wurden von Zeitgenossen ihr musikpädagogisches Lehrtalent, ihre großen pianistischen Fertigkeiten und ihr ausnehmend freundlicher Charakter. Von zeitgenössischen Biografinnen wurde besonders die enge Zusammenarbeit Volckmanns mit Lina Ramann betont, wonach Ramanns musikschriftstellerische und musikpädagogische Leistungen ohne ihre Lebensgefährtin Volckmann nicht zustande gekommen wären.

    Rezeption

    Ida Volckmann hat nur wenig Schriftliches, Briefe und Kompositionen, hinterlassen. Allerdings ist auf die umfangreichen Schriften Lina Ramanns zu verweisen, an denen Volckmann mit höchster Wahrscheinlichkeit mitgearbeitet hat. Ramanns Liszt-Biografie sowie ihre musikpädagogischen Schriften und Klavierschulen erfuhren damals große Beachtung und sind auch heute noch bekannt.

    Werkverzeichnis

    Lina Ramann/Ida Volckmann. Kindermuse. Leipzig und Winterthur 1867.


    Ramann, 1. und 2. Elementarstufe des Klavierspiels, 1868 etc.


    Ab spätestens 1865 ist bei allen Schriften und Unterrichtswerken Lina Ramanns von einer Mitarbeit Volckmanns auszugehen.

    Quellen

    Im Artikel zitierte Sekundärliteratur


    Ille-Beeg, Marie. Lina Ramann. Lebensbild einer bedeutenden Frau auf dem Gebiet der Musik. Nürnberg 1914.


    Morsch, Anna. Deutschlands Tonkünstlerinnen. Biographische Skizzen aus der Gegenwart. Gesammelt und herausgegeben von Anna Morsch. Berlin 1893


    Otto-Peters, Louise: "Lina Ramann. Auch eine Bahnbrecherin". In: Neue Bahnen 10 (1884), S. 73-77.


    Ramann, Lina. Lisztiana. Erinnerungen an Franz Liszt in Tagebuchblättern, Briefen und Dokumenten aus den Jahren 1873 - 1886/87. Hg von Arthur Seidl, Textrevision von Friedrich Schnapp, Mainz 1983.



    Lexikoneinträge zu Ida Volckmann


    Lexikon der Frau in zwei Bänden. Bd. 2, Zürich 1954, Sp. 1587.


    Lexikon deutscher Frauen der Feder. Eine Zusammenstellung der seit dem Jahre 1840 erschienenen Werke weiblicher Autoren, nebst Biographieen [!] der lebenden und einem Verzeichnis der Pseudonyme. II. Band. M - Z. Hg. von Sophie Pataky, Berlin 1898 (= Pforzheim 1987, Reprographischer Nachdruck), S. 396.


    Hoffmann, Freia: Art. "Volkmann, Ida" in: Instrumentalistinnen-Lexikon des Sophie-Drinker-Instituts, 2012.

    URL: http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=volkmann-ida



    Archivalische Quellen (Auswahl)


    Ida Volckmanns Studienunterlagen (Inskriptionsregister, Inskriptionseintrag, Lehrerzeugniß): Archiv der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig: Bibliothek/Archiv, Sign. A, I.1., 879; A, I.2., 879; A, I.3., 879.


    Prüfungsakten der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig:

    http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/17990/339/cache.off


    Briefwechsel Ida Volckmanns mit Arthur Seidl:

    Goethe-Schiller-Archiv Weimar, Signatur 70/339


    Sterbeeintrag zu Ida Volckmann: Standesamt München IV 448/1922.



    Links


    http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=volkmann-ida

    Artikel von Freia Hoffmann zu „Volkmann, Volckmann, Ida (Julie Luise, Louise)“ im Instrumentalistinnen-Lexikon des Sophie-Drinker-Instituts (eingesehen am: 29. Mai 2013)

    Forschung

    2012 wurde ein Lexikonartikel zu Volckmann von Freia Hoffmann vorgelegt und im Internetlexikon des Sophie-Drinker-Instituts veröffentlicht.


    Ebenfalls 2012 entstand an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover eine Masterarbeit über Ida Volckmann: Verena Liu, Die Musikpädagogin Ida Volckmann (1838-1922). Lina Ramanns ’kongeniale Lehrgenossin’ und ’treue Freundin’. Hannover 2012, unveröff. Masterarbeit.


    Weitere Forschung explizit zu Volckmann ist nicht bekannt.

    Forschungsbedarf

    Volckmanns Leben bis 1858 ist bisher aufgrund fehlender Quellen unerforscht, ebenso ihre letzten Jahre nach Ramanns Tod 1912. Auch ist unklar, in welchem Kontext Ida Volckmann Lina Ramann kennenlernte.


    Ein Forschungsfeld von Interesse ist auch die Freundschaft mit Louise Otto-Peters, die sowohl Musikschriftstellerin wie auch eine der wichtigsten Initiatorinnen der deutschen Frauenbewegung im 19. Jahrhundert war. Otto-Peters war wie auch Lina Ramann eng mit dem Ehepaar Brendel befreundet. Im Goethe-Schiller-Archiv Weimar befinden sich zahlreiche Briefe Otto-Peters an Ramann mit Grüßen an Volckmann (GSA 59/329), auch Besuche der Musikschule in Nürnberg sind dokumentiert (Lisztiana, S. 268). Marie Ille-Beeg nannte Ramann/Volckmann 1914 "maßvolle Vorkämpferinnen" für die "Anfänge der Frauenbewegung" (Ille-Beeg, S. 16). Ob die beiden Musikpädagoginnen auch politisch engagiert waren, ist bisher nicht bekannt. Gerade Pädagoginnen spielten jedoch in der bürgerlichen Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 294747508
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 1029248192

    Autor/innen

    Verena Liu


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back


    Empfohlene Zitierweise

    Verena Liu, Artikel „Ida Volckmann“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom ...
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Ida_Volckmann