Herzlich Willkommen bei MUGI

  • (PDF)
  • (95%)
  • Deutsch
  • Henriette Voigt

    von Mirjam Gerber
    Namen:
    Henriette Voigt
    Geburtsname: Henriette Kuntze
    Lebensdaten:
    geb. in Leipzig, Deutschland
    gest. in Leipzig, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin, Klavierlehrerin, Förderin, Beraterin, Dialogpartnerin, Fürsprecherin, Salonière
    Charakterisierender Satz:

    „Nie aber hörten wir jemals eine schlechte Composition von ihr spielen; nie auch munterte sie Schlechtes auf.“ (Robert Schumann über Henriette Voigt, 1839, S. 158).


    Profil

    Nach der Heirat mit dem Textilhändler Carl Voigt versammelte Henriette Voigt in ihrem Haus zahlreiche Künstler, Komponisten und bürgerliche Musikliebhaber zu musikalischen Gesellschaften. Es wurde Klavier- und Kammermusik aufgeführt, auch Orchesterwerke erklangen in Klavierbearbeitung. Henriette Voigt wirkte oft als Pianistin bei den Aufführungen mit, sie hatte in Leipzig und Berlin eine fundierte pianistische Ausbildung durch Karl Gottlieb Reißiger und Ludwig Berger erhalten. Durchreisenden wie einheimischen Künstlern bot Henriette Voigt in ihrem Haus einen Raum, um Kompositionen und Interpretationen vorzustellen und um sich gegenseitig kennenzulernen. So vermittelte Henriette Voigt auch 1835 die Bekanntschaft zwischen Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy. Zu ihrem Bekanntenkreis gehörten unter anderem Ludwig Schunke, Wilhelm Taubert, Friedrich Rochlitz, William Sterndale Bennett, Clara Wieck (Clara Schumann), Ludwig Spohr und Moritz Hauptmann. Sie führte rege Korrespondenz besonders mit Robert Schumann, nahm an seinem künstlerischen Schaffensprozess Teil und trat als Pianistin für seine Werke ein. In dem imaginären Kreis der Davidsbündler, dem sie angehörte, trug sie den durch Beethovens Oper inspirierten Namen Eleonore/Leonore. Nach ihrem Tod schrieb Robert Schumann über Henriette Voigt im positiven Sinne: „Vielleicht die erste Dilettantin unserer Stadt“ (Robert Schumann über Henriette Voigt in deren Todesanzeige in: NZfM, Nr. 35, 29.10.1839, S. 140).

    Neben ihrer Tätigkeit als Gesellschafterin erteilte Henriette Voigt Klavierunterricht und schrieb Walzer und Gedichte. Einige von diesen wurden von Zeitgenossen vertont. (siehe Werke)

    Durch Henriette Voigts Tagebücher und Briefe erhält der heutige Leser Einblick in die bürgerliche Musikpflege dieser Zeit.

    Orte und Länder

    Henriette Voigt zog 1824 oder 1825 von Leipzig nach Berlin. Sie wohnte dort u. a. als Pflegetochter bei dem Onkel von Eduard Bendemann (Maler). 1828 kehrte sie nach Leipzig zurück, wo sie 1839 starb.

    Biografie

    Henriette Voigt geb. Kuntze erhielt ihren ersten Klavierunterricht bei Karl Gottlieb Reißiger, der damals Schüler an der Thomasschule war. Ihr Pate, Heinrich Schaller, veranlasste 1824 oder 1825 Henriette Voigts Unterbringung in Berlin, um ihre Französisch- und Musikkenntnisse soweit zu verbessern, dass sie als Erzieherin hätte arbeiten können. Henriette Voigt wohnte ein Jahr bei einer Frau Tülker, bevor der Onkel des jungen Malers Eduard Bendemann sie als Pflegetochter bei sich aufnahm. Henriette Voigt erhielt in Berlin Klavierunterricht von Ludwig Berger und lernte verschiedene musikalische Zirkel kennen. Im Hause der Familie Bendemanns fanden musikalische Gesellschaften statt, bei denen Henriette Voigt mit Wilhelm Taubert und Felix Mendelssohn Bartholdy musiziert haben soll (vgl. Gensel, 1909, S. 396).


    1828 zog Henriette Voigt nach Leipzig zurück, im August verlobte sie sich mit dem Bankkorrespondenten Carl Voigt. 1830 heirateten sie. Carl Voigt eröffnete im selben Jahr eine Seiden- und Garnhandlung (Berger&Voigt). Auch nach ihrer Hochzeit erteilte Henriette Voigt Klavierunterricht. Für Clara Wieck stellte sie zeitweise einen wichtigen Bezugspunkt dar, was sich unter anderem in der Widmung der „Soirées Musicales“ op. 6 widerspiegelte.


    Langsam bildete sich um Henriette Voigt ein musikalischer Bekanntenkreis. In diesem Kreis fanden sich Musiker, Komponisten, Verleger und bürgerliche Musikliebhaber zusammen. In ihrer Wohnung veranstaltete Henriette Voigt musikalische Gesellschaften, bei denen sie selbst als Pianistin und Begleiterin mitwirkte. Henriette Voigt führte mit zahlreichen Künstlern ihrer Zeit Korrespondenz. Vor allem am musikalischen Schaffen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig Schunke und Robert Schumann und nahm sie großen Anteil.


    1834 übernahm Henriette Voigt für den Pianisten Ludwig Schunke die Pflege, als dieser an Schwindsucht erkrankte und am Jahresende daran starb. In den Jahren 1835 und 1839 kamen ihre beiden Töchter zur Welt. 1839 erkrankte Henriette Voigt selbst an Schwindsucht und verstarb noch im Oktober desselben Jahres. Die Reaktionen auf ihren Tod zeugen von dem Ansehen, das sie bei Künstlern ihrer Zeit besaß.

    mehr zu Biografie weniger zu Biografie

    Henriette Voigt geb. Kuntze wurde am 24. November 1808 in Leipzig geboren. Ihr Vater, Karl Wilhelm Kuntze, unterrichtete an der Thomasschule Französisch und Italienisch. Henriette Voigt begann ihren Klavierunterricht zwischen ihrem sechsten und neunten Lebensjahr bei Karl Gottlieb Reißiger, der damals Schüler an der Thomasschule war. 1817 starb Henriette Voigts Vater. Ihr Pate, der Kaufmann Carl Heinrich Schaller, veranlasste 1824 oder 1825 Henriette Voigts Unterbringung in Berlin im Hause einer Frau Tülker, um ihre Französisch- und Musikkenntnisse soweit zu verbessern, dass sie als Erzieherin hätte arbeiten können. Henriette Voigt wohnte ein Jahr bei Frau Tülker, bevor der Onkel des bekannten Malers von Eduard Bendemann, der ebenfalls zu Schumann-Kreis gehörte, sie als Pflegetochter bei sich aufnahm. Henriette Voigt erhielt in Berlin Klavierunterricht u. a. von Ludwig Berger, der ihr auch zu öffentlichen Auftritten geraten haben soll (vgl. Gensel, 1909, S. 394). Sie lernte in Berlin verschiedene musikalische Zirkel kennen. Genannt werden in diesem Zusammenhang die Familien De la Croix, Carlowitz, Witzleben, Petschke. Aber auch im Hause der Familie Bendemanns selbst fanden musikalische Gesellschaften statt, bei denen Henriette Voigt mit Wilhelm Taubert und Felix Mendelssohn Bartholdy musiziert haben soll. In späteren Jahren spricht Henriette Voigt von Berlin als ihrer „ersten – geistigen Heimath!“ (Tagebucheintrag vom 24.5.1832).


    1828 zog Henriette Voigt nach Leipzig zurück, um ihre Mutter durch das Erteilen von Klavierunterricht finanziell zu unterstützen. Sie verlobte sich im August 1828 mit dem Bankkorrespondenten Carl Voigt, den sie 1830 heiratete. Carl Voigt eröffnete im Jahr der Hochzeit eine Seiden- und Garnhandlung (Berger&Voigt). Langsam bildete sich um Henriette Voigt ein musikalischer Bekanntenkreis. Zu den frühen Bekannten zählen Professor Carl Friedrich Weiße, der Cellist Johann Benjamin Groß (Oktober 1832), Friedrich Rochlitz (Anfang 1833), Ludwig Schunke (Dezember 1833) und Robert Schumann (1834). In den Jahren 1835 und 1836 hielt Henriette Voigt musikalische Gesellschaften in ihrer Wohnung, wie ihr Tagebuch belegt. Dort versammelten sich i.d.R. zwischen fünf und zehn Personen, darunter Musiker, Komponisten, Verleger und bürgerliche Musikliebhaber. Friedrich Schmidt schrieb über die privaten Musikgesellschaften Leipzigs: „Zogen alle diese gesellschaftlichen Kreise ins Stattliche, Große, so sammelte zu engem vertrautem Verband der musikalische Salon Henriette Voigts.“ (Schmidt, 1908, S. 187) Musiziert wurde, was die Besetzung erlaubte, häufig auch Klavierbearbeitungen („3 arrangierte Quartette v. Beethoven noch gespielt“ Tagebucheintrag vom 16.2.1836). Henriette Voigt selbst trat hierbei regelmäßig mit Klavierwerken vor allem jedoch als Begleiterin auf. Neben diesen musikalischen Gesellschaften gab es auch regelmäßige „Kränzchen“ im Hause Voigts. Es ist dabei unklar, ob es sich tatsächlich um ein „Singekränzchen“ handelte, wie Friedrich Schmidt schrieb. (Schmidt, 1908, S. 172)


    Henriette Voigt führte mit zahlreichen Künstlern ihrer Zeit Korrespondenz und nahm an deren künstlerischen Produktionen Anteil. Dies trifft im besonderen Maße auf das Schaffen von Robert Schumann zu, mit dem sie eine persönliche Freundschaft verband. So konnte sich Robert Schumann im Hause von Henriette Voigt mit seiner späteren Verlobten, Ernstine von Fricken, treffen. Noch im Jahre 1837 schrieb Ernestine von Fricken an Schumann: „Ich werde [...] nie vergessen, wie viele seelige Stunden mir durch sie [Henriette Voigt] wurden [...]“ (Boetticher, 1979, S. 60). In einem Brief vom 1. September 1834 schrieb Henriette Voigt an ihren Mann: „Um 6 Uhr kam Ernestine mit Schumann (die nun Verlobt sind, was ich aber allein weiß).“ Robert Schumann weihte Henriette Voigt auch in das Spiel mit den Tonnamen A-Es-C-H in seinem Carnaval ein: „Eben habe ich herausgebracht, das Asch ein sehr musikalischer Stadtname ist, daß dieselben Buchstaben in meinem Namen liegen u gerade die einzig musikalischen drinnen sind.“ (Gensel, 1892, S. 326).Auch zu der elf Jahre jüngeren Clara Wieck hatte Henriette Voigt zeitweise engen Kontakt. Das Verhältnis zwischen den beiden Frauen verschlechterte sich in den Jahren 1835 und 1836 durch die zunehmende von Clara Wieck empfundene Konkurrenz um die Sympathie von Robert Schumann (vgl. Weissweiler, 2001, S. 143).


    1835 kehrte auch die junge Pianistin, Cäcilie Schmiedel, aus Dresden mit ihrem Vater bei Henriette Voigt ein und spielte ihr mehrere Werke von Kalkbrenner vor (vgl. Tagebucheintrag am 25.2.1835), bevor sie ein Konzert am 26.2.1835 im Leipziger Gewandhaus mit Werken von Johann Peter Pixis und Ignaz Moscheles gab.

    Von Henriette Voigts Lehrtätigkeit ist darüber hinaus wenig bekannt, obwohl sie auch nach ihrer Hochzeit weiterhin Klavierunterricht erteilte. Ihr Mann schrieb darüber: „Nachdem aber die geschäftlichen Aussichten immer günstiger wurden, drang ich darauf, daß sie diesen Unterricht aufgab, doch ließ sie sich’s nicht nehmen, einigen unbemittelten jungen Mädchen [...] unentgeltlich Stunden zu geben.“ (Carl Voigt, Lebensbeschreibung, 1866, S. 24)


    1834 übernahm sie für den Pianisten Ludwig Schunke die Pflege, als dieser an Schwindsucht erkrankte und am Jahresende daran starb. Im Jahre 1835 verkehrt der junge Gewandhausgeiger Uhlrich oft im Hause Voigt. „Den Abend war ich bei einem Kaufmann Voigt. Denke Dir ein junges, für Musik begeistertes Ehepaar von feinster Sitte und humaner wohlwollender Gesinnung. Madame Voigt spielt ausgezeichnet Klavier. Sie trug mit dem Violinisten Ullrich, einem jungen Manne aus dem hiesigen Orchester die grosse, Kreutzer dedicierte Sonate mit Violine von Beethoven vor, und zwar mit Meisterschaft.“ (Bitter, C. H. (Hg.). Carl Loewe’s Selbstbiographie, 1870, S. 193). 1835 fuhr das Ehepaar Voigt auf Einladung von Felix Mendelssohn Bartholdy zum Niederrheinischen Musikfest, wo sie Moritz Hauptmann und Ludwig Spohr kennerlernten. Berlinaufenthalte sind aus den Jahren 1832 und 1838 überliefert. Dort besuchte Henriette Voigt unter anderem ihre Jugendfreundin Henriette Magenhöfer und die Familie De la Croix und musizierte mit Wilhelm Taubert.

    In den Jahren 1835 und 1839 kamen ihre beiden Töchter, Ottilie und Anna, zur Welt. 1839 erkrankte Henriette Voigt an Schwindsucht und starb nach einem längeren Kuraufenthalt in Salzbrunn. Die Reaktionen auf ihren Tod zeugen von dem Ansehen und der Freundschaft, die sie bei Künstlern besaß. Johann Verhust komponierte einen Grabgesang für die Trauerfeier. Robert Schumann schrieb in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ einen Artikel über sie mit dem Titel „Erinnerungen an eine Freundin“.

    Würdigung

    Der Nachruf Robert Schumanns, die ihr gewidmeten Werke und ihre Stammbuchblätter spiegeln Henriette Voigts Ansehen als Pianistin und Gesellschafterin bei ihren Zeitgenossen wider.


    Carl Voigt schrieb in seinen Lebenserinnerungen über seine Frau: „Ich kann wohl sagen, daß kein fremder Künstler von Bedeutung hier concertiert hat, der uns, sei es mit oder ohne Empfelung [sic] von Kunstgenossen, nicht besucht hätte. Von Geigern ersten Ranges nenne ich: Spohr, Lipinski, Kalliwoda, Moligue, David und den Wunderknaben Vieuxtemps und von Cellisten: Merck, Kummer, Romberg, Groß, die sämmtliche wiederholt Sonaten und Trios mit meiner Frau spielten.“ (Carl Voigt: Lebensbeschreibung, 1866, S. 25f.)


    Moritz Hauptmann schrieb:

    „Mad. Voigt hat mir über die Maßen wohlgefallen mit und ohne Clavierspiel; aber eben auch dieses ganz für sich gefällt mir außerordentlich gut, voller Empfindung und ohne alle Sentimentalität. Wenn sie hier wäre würde ich die Geige wieder vornehmen, um mit ihr recht viel spielen zu können.“ (Schöne, Alfred (Hg.). Briefe von Moritz Hauptmann an Franz Hauser. Leipzig: 1871. S. 166)


    Musikalische Widmungen

    Clara Wieck: Soirées Musicales, op. 6

    Robert Schumann: Sonate, op. 22, g-Moll

    Ludwig Schunke: Variationen über den Sehnsuchtswalzer, op. 14

    Wilhelm Taubert: Trio, op. 32, F-Dur; vierhändiges Duo, op. 11, a-Moll

    Ludwig Berger: Andante et Presto, op. 25

    Heinrich Dorn: Caprice (laut Tagebucheintrag vom 8.4.1836)


    Kompositionen in ihrem Stammbuch

    Felix Mendelssohn Bartholdy: Gondoliere fis-Moll, später veröffentlicht unter op. 30,6 und Fuge in h-Moll

    weitere Kompositionen von: Reißiger, Bennett, Schunke, Hauptmann, Spohr, Loewe, Kalliwoda, Taubert u. a.

    mehr zu Würdigung weniger zu Würdigung

    Henriette Voigts Stellung als Gesellschafterin wurde von ihrem Umfeld als wichtige Position wahrgenommen und anerkannt. So schrieb z. B. Felix Mendelssohn Bartholdy im Bezug auf eine bevorstehende Aufführung seiner Sinfonie op. 11 in Leipzig an sie:

    „Können Sie die Aufführung noch verhindern, so thun Sie mir einen Gefallen; können Sie es nicht, so wird es Ihnen ein Leichtes sein auf eine oder die andre Art unter Ihren Bekannten es zu sagen, daß diese Sinfonie op. 11 ist, d. h. daß sie von einem Jungen gemacht ist.“ (Carl Voigt, 1872, S. 13)


    In den Jahren 1835 und 1836 veranstaltete Henriette Voigt 18 musikalische Gesellschaften mit geladenen Gästen in ihrem Haus. Weit häufiger kam es zu Szenen häuslichen Musizierens mit einzelnen Freunden. Insgesamt 194 solcher Szenen sind in ihren Tagebüchern dieser Zeit erwähnt. Im gleichen Zeitraum besuchte Henriette Voigt 97 öffentliche Konzerte. Hierdurch wird deutlich, dass das bürgerliche Musikleben Leipzigs in besonderem Maße durch privates Musizieren geprägt war und wie aktive bürgerliche Frauen daran teilnahmen.



    Von Robert Schumann ist überliefert, dass er ihre Meinung schätzte und Henriette Voigt zeitweise im Besitz einiger seiner Manuskripte war (vgl. Jansen, 1883, S. 132). 1834 schrieb Schumann an Henriette Voigt: „Haben Sie vielleicht Lust über die Tokkata, wie [...] die Intermezzi eine (versteht sich) strenge und alle persönliche Bekanntschaft hintansetzende Kritik zu schreiben“ (Boetticher, 1979, S. 102)


    Es ist sehr schwierig nachzuweisen, wieweit Henriette Voigt Einfluss auf künstlerische Produktionen ihrer Umwelt hatte. Am greifbarsten wird ihr Einfluss 1834, als sie Friedrich Rochlitz und Felix Mendelssohn Bartholdy für ein Oratorienprojekt zusammenführte. Dieses scheiterte jedoch daran, dass Mendelssohn Bartholdy Rochlitz’ Text ablehnte, nachdem er erfahren hatte, dass Spohr den vermeintlicherweise selben Text vertonen würde (es handelte sich dabei um einen ca. 30 Jahre älteren Text gleichen Namens „Des Heilands letzte Stunde“).


    Von Henriette Voigts Lehrtätigkeit ist wenig bekannt, obwohl sie auch nach ihrer Hochzeit weiterhin Klavierunterricht erteilte. Den Stellenwert, den Henriette Voigt für eine jüngere Generation von Frauen besaß, lässt sich an ihrem Verhältnis zu Clara Wieck verfolgen. Bereits 1834 versuchte Schumann, Henriette Voigt als „Mentorin“ für Clara Wieck zu gewinnen: „Schumann erzählte mir, daß Wieck solchen ungeheuren Respeckt [sic] vor mir habe, ob ich nicht bemerke, daß er stets befangen wäre in meiner Nähe [...] ferner meinte er, sollte ich mich doch der Clara annehmen – ich würde sie in kurzer Zeit ganz beherrschen u[nd] großen Einfluß auf sie haben, denn so ungebildet wie sie sei, habe sie doch große Scheu und Ehrfurcht vor allem, was Geist sei u[nd] heiße.“ (Brief von Henriette Voigt an ihren Mann, 1.9.1834) Es ist belegt, dass Henriette Voigt mit Clara Wieck Konzerte besuchte, sich mit ihr traf und Clara Wiecks Konzerteten und Proben beiwohnte (vgl. Tagebücher von Henriette Voigt). Grundsätzlich trennte Henriette Voigt von den Wiecks – vor allem von Friedrich Wieck – jedoch ihre Abneigung gegen „Künstlerei“ und Virtuosentum, wie dieses Zitat aus dem Jahre 1839 zeigt, dessen Kontext nicht näher bekannt ist:

    „Künstlerei ist ja keine Kunst. [...] Welch eine traurige Empfindung es allemal in mir zurückläßt, eine Virtuosenfamilie zu hören! Wenn das ganze Leben eines Menschen nur auf Mechanik gerichtet ist [...] Nun höre man die Leistungen solcher von früh an zur Musik gepeitschten Kinder, dieses unreife oder überreife Wesen – [...] – ich möchte diese armen Geschöpfe auf andere Bahnen bringen, ich kann sie nicht bewundern, nur beklagen.“ (Schumann, 1839, S. 160)


    Als Pianistin pflegte Henriette Voigt vor allem Werke Beethovens und Bachs. Robert Schumann nennt sie eine „Beethovenerin“ (Schumann, 1839, S. 159). Aber auch das zeitgenössische Repertoire war für sie von großer Bedeutung. Vor allem Werke von befreundeten Komponisten wie Mendelssohn Bartholdy, Taubert und Schumann gehörten zu ihrer Werkauswahl.


    Henriette Voigt bewunderte Mendelssohn Bartholdy und seine Kompositionen, die sie anscheinend sammelte. Sie schrieb ihm 1835: „Ihre Phantasie ist herrlich – ich spielte sie neulich Hauser vor, [...] darauf spielten wir No: 1 und 3 Ihrer Quartette. Das erste kannte ich noch nicht, es gefiel mir außerordentlich – auch No: 2 ließ ich mir aus Berlin kommen, um Ihre Sachen alle vollständig zu haben.“ (Brief Henriette Voigt an Felix Mendelssohn Bartholdy, 8.8.1835)

    In Bezug auf Robert Schumanns Kompositionen ist bekannt, dass sie für deren Verbreitung Sorge trug (vgl. Gensel, 1892, S. 369 und Weinmeister, 1939, S. 139) . Henriette Voigt schrieb 1838 von einer Berlinreise an Schumann:

    „Denken Sie [...] an eine Seele, die [...] Ihre Gedanken wiederzugeben sucht, von Ihnen spricht mit grundfester Ueberzeugung und gern das Schwerdt zur offnen Fehde zieht wenn es gilt, Ihre Ideen gegen die fest eingepuppten der Philister zu vertheidigen. Man liest hier Ihre Zeitung mit dem größten Interesse, aber Ihre Compositionen kennt man nicht und noch sind Wenige, die sich so ganz erhaben können [...] – Dennoch hatte ich gestern Abend die große Freude, in einer großen Gesellschaft, wo ich Ihre Phantasiestücke spielte, einige, die sie zum zweiten male hörten, doch vernünftiger Weise davon begeistert zu sehn.“ (Gensel, 1892, S. 369)


    Die Virtuosenmusik ihrer Zeit spielte für Henriette Voigt eine eher untergeordnete Rolle, über Czerny schrieb sie in ihr Tagebuch: „Er [Rochlitz] brachte mir Czerny’s neustes Werk mit, ein Original an Wust der Noten und Flachheit“ (Tagebucheintrag am 12.1.1835).

    Henriette Voigt vertrat ein sehr spezifisches Repertoire, das sie bewusst förderte. In einem Tagebucheintrag zu Beethoven wird deutlich, dass sich Henriette Voigt selbst als „Verkünderin“ von Beethovens Werk verstand:

    „Wie erscheinen mir doch meines heißverehrten Beethovens himmlische Gedanken stets höher, in einem stets reinerem, erhabenen Lichte! ach [sic] ich sage es leise zu mir selbst mit hoher Wonne, (mag mir der hohe Verklärte dieses Selbstgefühl verzeihen) ich verstehe ihn, ich strebe mit allen Kräften dahin, ihn würdig zu verkünden.“ (Tagebucheintrag vom 27.6.1831)

    Rezeption

    Es existieren einige Aussagen über Henriette Voigt von Zeitgenossen, die verdeutlichen, wie sehr sie und ihr Klavierspiel geschätzt wurden:


    Karl Loewe:

    „Denke Dir ein junges, für Musik begeistertes Ehepaar von feinster Sitte und humaner wohlwollender Gesinnung. Madame Voigt spielt ausgezeichnet Klavier.“ (Bitter, 1870, S.193)


    Moritz Hauptmann:

    „Mad. Voigt hat mir über die Maßen wohlgefallen mit und ohne Clavierspiel; aber eben auch dieses ganz für sich gefällt mir außerordentlich gut, voller Empfindung und ohne alle Sentimentalität.“ (Schöne, 1871, S. 166)


    Auch persönlich waren ihr eine Reihe von Menschen tief verbunden, wie Schumann und Ernestine von Fricken. Aber es existieren auch einige negative Beurteilungen ihres Lebensstils, die darauf hinweisen, dass Henriette Voigts Aktivitäten teilweise den Rollenvorstellungen ihrer Zeit zuwiderliefen.


    Henriette Voigt berichtet in einem Brief an ihren Mann:

    „Er [Dorn] meinte M. Zettel und auch der Vater haben ihm gesagt, ich lebte so schrecklich zerstreut, jeden Abend in Gesellschaft!“


    Selbst bei Clara Wieck ist eine gewisse Befremdung gegenüber Henriette Voigts Lebensart anzumerken. Sie beschrieb Henriette Voigt 1835 als „eine Frau die keine Kinder hat und sonst auch nicht viel zu arbeiten hat“ (Wendler, 1996, S. 56). bzw.: „Mit ihr [Henriette Voigt] ist nicht mehr anzufangen, denn sie ist sehr verliebt in Herrn Uhlrich, Violinspieler welcher den ganzen Tag bei ihr ist. Es ist schon in der ganzen Stadt bekannt und man lacht und spottet allgemein darüber.“ (ebd. S. 53)

    Henriette Voigts Wochenkalender bestätigt, dass sie von verschiedenen Seiten Kritik an ihrer Lebensführung erhielt: „Viel Aerger wegen der Leute.“ (Tagebucheintrag vom 8.3.1836) „Ich hatte vielen Aerger von allen Seiten.“ (Tagebucheintrag vom 26.7.1836)

    mehr zu Rezeption weniger zu Rezeption

    Henriette Voigt wurde durch ihre Zeitgenossen vielfach sehr positiv beschrieben, doch scheint es auch gesellschaftliche Kritik an ihrem „offenen Haus“ gegeben zu haben. Sie selbst stellte sich als glückliche Mutter und Ehefrau dar und würdigt das Mutterglück in zahlreichen ihrer Tagebucheintragungen: „Ich begreife nicht, wie so viele Mütter [...] ihre Kinder fortschicken können um freier zu athmen – ich athme nur frei, wenn mein Kind bei mir ist [...] wie kann man sich des Genusses berauben, es so lange und so oft als nur möglich zu schauen.“ (Schumann, 1839, S. 159) Carl Voigt, Robert Schumann und Henriette Voigts Schwiegersohn, Julius Gensel trugen dazu bei, nach ihrem Tod das Bild einer aufopfernden Mutter, Ehefrau und „Wirthin“ zu verbreiten.


    Robert Schumann erwähnte in seinem Nachruf auf Henriette Voigt:

    „Bis zum letzten Augenblicke behielt sie aber dieselbe Liebe zur Musik, dieselbe aufopfernde Anhänglichkeit an ihre Meister, und zeigt sie es in so kleinen Zügen, wie daß sie oft selbst Blumen und Früchte einkaufte, es einem verehrten Künstler heimlich oder offen zuzuschicken.“ (Schumann, 1839, S. 158)


    Rudolf Weinmeister führte diese Sichtweise weiter, indem er 1939 schrieb:

    „Die Aufzeichnungen in Henriette Voigts Wochenkalendern [...] zeigen immer wieder die Vielseitigkeit dieser einzigartigen Frau, die trotz ihrer vielen musikalischen und gesellschaftlichen Verpflichtungen auch eine treffliche Hausfrau und Mutter gewesen ist.“ (Weinmeister, 1939, S. 140)


    Ihre Aufzeichnungen wurden bereits von Rudolf Weinmeister als wichtige Quelle anerkannt:

    „Neben Mitteilungen von allgemeinem stadtgeschichtlichen Interesse [...] sind ihre Notizen vor allem eine schätzenswerte Quelle für die Leipziger Musikgeschichte.“ (Weinmeister, 1939, S. 139)


    Wichtige Aufarbeitung leistete vor allem Julius Gensel. Er stellte mit seinem Aufsatz „Henriette Voigt. Erinnerungen aus dem Leipziger Musikleben zu Mendelssohns Zeit“ wichtige Angaben über Henriette Voigts Kindheit und Bildungsweg zusammen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Briefwechsel zwischen Henriette Voigt und Friedrich Rochlitz sowie Robert Schumann gedruckt und erhalten sind.


    Schon früh ist eine Wahrnehmung von Henriette Voigt über den Familienkreis hinaus belegt, wie z. B. Gustav Jansens Buch „Die Davidsbündler“ aus dem Jahre 1883 zeigt. Er widmet darin Ludwig Schunke und Henriette Voigt ein eigenes Kapitel. Auch in der Dissertation von Friedrich Schmidt „Das Musikleben der bürgerlichen Gesellschaft Leipzigs im Vormärz“ (1908) wird Henriette Voigts musikalischem Wirken ein ausführlicher Abschnitt gewidmet. Das Riemann-Musiklexikon von 1929 führt sie als: „eine von Ludwig Berger ausgebildete vortreffliche Klavierspielerin, befreundet mit Rochlitz, Mendelssohn, Schumann usw., die in ihrem Hause verkehrten.“ (Riemann-Musiklexikon, 1929, Voigt Sp. 1958.)


    Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde Henriette Voigt und ihr Nachlass weitgehend vergessen. Einzig Vertreter der Schumannforschung setzten sich mit Henriettes Voigts Nachlass auseinander, darunter Wolfgang Boetticher. Dies führte zu einer einseitigen Auswertung der Quellen, bei der nur die Berührungspunkte zwischen Robert Schumann und Henriette Voigt untersucht wurden.

    Werkverzeichnis

    Lieder mit Texten von Henriette Voigt

    Aus Henriette Voigts Tagebüchern ist überliefert, dass Wilhelm Taubert und Carl Loewe Gedichte von ihr vertonten. Um welche Gedichte es sich dabei handeln könnte, ist bisher nicht bekannt. Gesichter ist, dass zu Ludwig Schunkes Begräbnis ein Männerchor von F. Böhme „Hört ihr nicht die düstren Klänge“ aufgeführt wurde, dessen Text von Henriette Voigt stammt. (Jansen, 1883, S. 134.)

    Henriette Voigt erwähnt in ihren Tagebüchern und Briefen mehrmals Walzer, die sie als „ihre Walzer“ bezeichnete.

    „Dann spielte ich noch den Fieldschen u[nd] meinen Walzer auf M. [unbekannt] Begehr, welche ihm [ Heinrich Dorn] beide gefielen, er versuchte sehr meinen nachzuspielen.“ (Brief von Henriette Voigt an ihren Mann, o. D.)

    Diese Walzer sind jedoch nicht erhalten.

    Repertoire

    Insbesondere Henriette Voigts Tagebücher aus den Jahren 1835 und 1836 geben Aufschluss über ihr Repertoire in diesen Jahren. Beethoven nahm hierbei einen sehr hohen Stellenwert ein. Aber auch Violinsonaten und Präludien von Bach wurden gespielt. Nicht immer lassen Henriette Voigts Tagebuchaufzeichnungen eine Werkidentifizierung zu, da sie häufig nur Gattung und Komponist benennt. Die Kompositionen von Mendelssohn Bartholdy, der 1835 sein Amt als Gewandhauskapellmeister antrat, spielte sie besonders häufig. Dies verdrängt oder vermindert zeitweise Henriette Voigts Pflege von Schumanns Kompositionen, die uns aus späteren Jahren durch Briefe überliefert ist.


    Repertoire von Henriette Voigt, erwähnt in ihren Tagebüchern 1835 und 1836 (Aufstellung von der Autorin)


    Bach, Johann Sebastian

    Violinsonate, BWV 1014, h-Moll; Violinsonate, BWV 1015, A-Dur; Violinsonate, BWV 1018, f-Moll; Präludien


    Bach, Carl Philipp Emanuel

    Sonate


    Beethoven, Ludwig van

    Klaviersonate, op. 78, fis-Moll; Klaviersonate, op. 2,1 oder op. 57, f Moll; Klaviersonate, op. 31,1, d-Moll; Klaviersonate, op. 53, C-Dur; Klaviersonate, op. 2,2 oder op. 101, A-Dur; Klaviersonate, op. 10,2 oder op. 54, F-Dur; Klaviersonate, op. 7 oder op. 27,1, Es-Dur; Klaviersonate, op. 10,3 oder op. 28, D-Dur; Klaviersonate, op. 22 oder op. 106, B-Dur; Klaviersonate, op. 26, op. 31,2 oder op. 110, As-Dur; Klaviersonate, op. 13 oder op. 111, c-Moll; Kreutzersonate, op. 47, A Dur; Violinsonate, op. 23, a-Moll; Violinsonate, op. 12,3, Es-Dur; Violinsonate, op. 12,2, op. 30,1 (oder op. 47) A-Dur; Violinsonate, op. 30,2, c-Moll; Violinsonate, op. 30,3 (oder op. 96), G-Dur; Violinsonate, op. 24, F-Dur; Cellosonate, op. 69, A-Dur; Klaviertrio über „Ich bin der Schneider Cacadu“, op. 121a; Klaviertrio, op. 1,2, G Dur; Klaviertrio, op. 36 oder op. 70,1, D-Dur; Klaviertrio, op. 70,2, Es Dur, Sonate für Violine, Cello und Klavier, op. 1,3, c-Moll; Quartett, op. 74, Es-Dur; Quartett, op. 59,3, C-Dur; Quartett, op. 18,5, A-Dur; 3 arrangierte Quartette; Quintett mit Horn, op. 16, Es-Dur; Violinkonzert, op. 61, D-Dur; Symphonie, op. 67, c-Moll (vierhändig)


    Berger, Ludwig

    Etüden; Sonate, op. 9, F-Dur; Sonate, op. 15, g-Moll (vierhändig)


    Gluck, Christoph Willibald

    Ouvertüre


    Hauptmann, Moritz

    Sonate; Brilliantes; 1. Violinsonate; 2. Violinesonate; 3. Violinsonate


    Herz, Henri

    Duo (Kl, Vl); Variationen, d-Moll; Tyrollienne


    Hummel, Johann Nepomuk

    Trio; Montferine


    Kalkbrenner, Friedrich

    Duo (Kl, Vl)


    Lafont, Charles Philippe

    Duo (Kl, Vl); Variationen (für Kl, Vl); Variationen d-Moll (vierhändig)


    Mendelssohn Bartholdy, Felix

    Lieder; Capriccios; Capriccio, op. 5, fis-Moll; Capriccio, op. 33,1, a moll; Capriccio, op. 33,2, E-Dur; Capriccio, op. 33,3, h-moll; Fantasie; Fugen; Scherzo à Capriccio, fis-Moll; Lieder ohne Worte; Quartett Arrangement; Oktett, op. 20, Es-Dur (vierhändig); Konzert, op. 25, g Moll; Melusia-Ouvertüre, op. 32 (vierhändig); Hebriden-Ouvertüre, op. 26 (vierhändig)


    Moscheles, Ignaz

    Duo


    Mozart, Wolfgang Amadeus

    Violinsonaten; g-Moll Klavierquartett KV 478


    Onslow, André Georges Louis

    Sonate


    Osborne, Georges

    Werk für Kl, Vl


    Pixis, Johann Peter

    Violinsonate


    Reissiger, Carl Gottlieb

    Lied


    Romberg, Andreas

    Lied


    Schubert, Franz

    Vierhändig; Divertissement mit Geige


    Schumann, Robert

    Papillons op. 2


    Taubert, Wilhelm

    Lieder; Duo (Kl, Vl), op. 1, f-Moll; Schnadahüpferl; Klaviertrio, op. 32, F Dur


    Schunke, Ludwig

    Klavierwerke



    Repertoire, das aus Erwähnungen in Briefen bekannt ist

    Chopin, Frédéric

    Etüden; Trio


    Field, John

    Konzert; Walzer


    Schumann, Robert

    Toccata, op. 7, C-Dur; Sonate, op. 11, fis-Moll; Phantasiestücke, op. 12; Kinderszenen, op. 15; Sonate, op. 22, g-Moll


    Schunke, Ludwig

    Rondeau; Sonate


    Onslow, André Georges Louis

    Sonate

    Quellen

    Handschriftliche Quellen

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Briefe an Henriette Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Rochlitz, Friedrich. Briefe an Henriette Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Schumann, Clara. Brief an Carl Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Schumann, Robert. Briefe an Henriette Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Voigt, Carl. Briefe an Felix Mendelssohn Bartholdy. Oxford Bodleian Library.


    Voigt, Henriette. Gedichte. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Voigt, Carl. Lebensbeschreibung von 1866. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Voigt, Carl. Briefe. Oxford Bodleian Library.


    Voigt, Henriette. Gedankenbuch 1830-1835. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Voigt, Henriette. Wochenkalender 1835. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Voigt, Henriette. Wochenkalender 1836. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.


    Voigt, Henriette. Tagebuchausschnitte 1836-1839. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig, Oxford Bodleian Library.


    Voigt, Henriette. Briefe. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig, Oxford Bodleian Library.


    Gedruckte Quellen

    Bitter, C. H. (Hg.). Carl Loewe’s Selbstbiographie. Berlin: Müller, 1870.


    Boetticher, Wolfgang. Robert Schumann in seinen Schriften und Briefen. Berlin: Hahnefeld, 1942.


    Boetticher, Wolfgang (Hg.). Briefe und Gedichte aus dem Album Robert und Clara Schumanns. Leipzig: Deutscher Verlag für Musik, 1979.


    Gensel, Julius. Henriette Voigt. Erinnerungen aus dem Leipziger Musikleben zu Mendelssohns Zeit. In: Die Grenzboten. Leipzig 1909. Band 1. S. 393-400.


    Gensel, Julius. Robert Schumanns Briefwechsel mit Henriette Voigt. In: Die Grenzboten. Berlin: Grenzbotenverlag, 1892. Band 2. S. 269-277, S. 324-337, S. 368-375.


    Gensel, Julius. Aus Rochlitz Briefen an Henriette Voigt. Sonderdruck aus dem Leipziger Kalender. Leipzig: G. Merseburger, 1906.


    Jansen, F. Gustav. Die Davidsbündler. Aus Robert Schumann’s Sturm und Drangperiode. Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1883.


    Riemann, Hugo. Voigt, Henriette. In: Riemann Musiklexikon. 11. Auflage bearbeitet von Alfred Einstein. Band 2. Berlin: Hesse, 1929. Sp. 1959.


    Rothe, Hans-Joachim und Szeskus, Reinhard (Hg.). Felix Mendelssohn Bartholdy. Briefe aus Leipziger Archiven. Leipzig: Deutscher Verlag für Musik, 1972.


    Schöne, Alfred (Hg.). Briefe von Moritz Hauptmann an Franz Hauser. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1871.


    Schmitz, Eugen (Hg.). Louis Spohr Selbstbiographie. Band 2. Kassel und Basel: Bärenreiterverlag, 1955.


    Schumann, Robert. Erinnerungen an eine Freundin. In: NZfM, Nr. 40, 15.11.1839, S. 158-160.


    Sousa, Karin (Hg.). Robert Schumann. Schlage nur ein Weltsaite an. Frankfurt a. M. und Leipzig: Insel-Verlag, 2006.


    Voigt, Karl. Acht Briefe und ein Facsimile von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Leipzig: 1871.


    Weinmeister, Rudolf. Henriette Voigt. Zum 100. Todestag der Eleonore Robert Schumanns. Sonderabdruck aus dem Leipziger Jahrbuch 1939.


    Weissweiler, Eva (Hg.). Clara und Robert Schumann Briefwechsel (3 Bände). Basel und Frankfurt a. M.: Stroemfeld/Roter Stern, 1984-2001.


    Wendler, Eugen (Hg.). Clara Schumann. Das Band der ewigen Liebe. Briefwechsel mit Emilie und Elise List. Stuttgart, Weimar: Metzler, 1996.



    Sekundärliteratur

    Boetticher, Wolfgang. Neue Materialien zur Begegnung Robert Schumanns mit Henriette Voigt. In: Florilegium Musicologicum. Hellmut Federhofer zum 75. Geburtstag. Christoph-Hellmut Mahling (Hg.). Tutzing: Schneider, 1988. S. 45-56.


    Dießner, Petra und Hartinger, Anselm. Bach, Mendelssohn und Schumann. Spaziergänge durch das Musikalische Leipzig. Leipzig: Edition Leipzig, 2005.


    Gerber, Mirjam. Die Frau im bürgerlichen Musikleben Leipzigs am Beispiel von Henriette Voigt. Magisterarbeit (unpub.). 2007.


    Hahn, Barbara. Häuser für die Musik. Akkulturation in Ton und Text um 1800. In: Fanny Hensel geb. Mendelssohn Bartholdy. Komponieren zwischen Geselligkeitsideal und romantischer Musikästhetik. Beatrix Borchard und Monika Schwarz-Danuser (Hg.). Stuttgart, Weimar: Metzler, 1999. S. 3-26.


    Richter, Brigitte. Frauen um Felix Mendelssohn Bartholdy. Frankfurt a. M. und Leipzig: Insel-Verlag, 1997.


    Ruhbaum, Antje. Elisabeth von Herzogenberg (1847-1892). Salon – Mäzenatentum – Musikförderung. Dissertation. Manuskript (unpubl.) 2006.


    Schmidt, Friedrich. Das Musikleben der bürgerlichen Gesellschaft Leipzigs im Vormärz (1815-1848). Dissertation. Leipzig: 1908.


    Schneider, Wolfgang. Leipzig. Streifzüge durch die Kulturgeschichte. Leipzig, Weimar: Kiepenheuer, 1990.


    Schultz, Hartwig (Hg.). Salons der Romantik. Beiträge eines Wiepersdorfer Kolloquiums zur Theorie und Geschichte des Salons. Berlin, New York: de Gruyter, 1997.


    Weissweiler, Eva. Clara Schumann. Biographie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2001.


    Wilhelmy, Petra. Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780-1914). (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin Band 73) Berlin, New York: de Gruyter, 1989.

    Forschung

    Drei Tagebücher von Henriette Voigt befinden sich als Dauerleihgabe im Stadtgeschichtlichen Archiv Leipzig zusammen mit einigen Briefen, Bildern und Noten aus dem Besitz von Henriette Voigt und deren Erben. Die Transkriptionen dieser Tagebücher finden sich im Anhang der Magisterarbeit von Mirjam Gerber. Ein weiteres Tagebuch sowie Bilder von Henriette Voigt befinden sich im Archiv des Robert Schumann Hauses Zwickau.

    Bisher wurde Henriette Voigts Nachlass auf ihre Bekanntschaft mit großen musikalischen Persönlichkeiten hin untersucht. Ihr Schwiegersohn Julius Gensel arbeitete über Henriette Voigts Beziehung zu Robert Schumann und Friedrich Rochlitz (siehe Literatur und Quellen). In der Musikforschung des 20. Jahrhunderts wurde sie daher auch vor allem von der Schumannforschung als Leipziger Freundin von Robert Schumann beachtet. Der Artikel von Wolfgang Boetticher stellt die einzige ihr gewidmete Betrachtung dar.

    Forschungsbedarf

    Um Henriette Voigts Einfluss auf die Repertoirepflege ihrer Zeit ermessen zu können, würde man grundlegender Forschung zu dem in Leipzig gepflegten Repertoire bedürfen. Dies bezieht sich sowohl auf öffentliche Konzertvereine, als auch auf die private oder halböffentliche Musikpflege.

    Eine wesentliche Phase von Henriette Voigts musikalischer Sozialisation fand in Berlin statt, so dass hier zu fragen ist, ob spezifische Berliner Traditionen in ihrem Repertoire oder ihrer Musikauffassung wiederzufinden sind. Es wäre auch interessant der Frage nach zu gehen, in welchem Verhältnis die Musikkultur Berlins und die Leipzigs zueinander standen.

    Für die bürgerliche Musikpraxis des 19. Jahrhunderts stellt sich die Frage, inwiefern hier Strömungen und Gruppierungen erkennbar sind und wann man von regionalen Einzelerscheinungen sprechen muss. Weiterer Forschung bedarf auch die Frage, in wieweit bürgerliche Dilettanten Einfluss auf die Ausbildung eines Werkkanons hatten. Hierbei fehlt es vielfach noch an geeigneten und etablierten Beschreibungskategorien für die Tätigkeiten von Interpreten und Dilettanten, um ihrem Stellenwert in der Musikgeschichtsschreibung gerecht zu werden. Hierbei stellt auch der Begriff des „Salons“ und der „Salonière“ im deutschsprachigen Raum einen viel diskutierten Begriff dar, der eingehender Untersuchung bedürfte.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 32774890
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117471984
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Mirjam Gerber, Die Grundseite wurde im Juli 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 13.08.2007


    Empfohlene Zitierweise

    Mirjam Gerber, Artikel „Henriette Voigt“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 13.8.2007.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Henriette_Voigt