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  • Helene Raff

    von Simon Kannenberg
    Die Schriftstellerin und Malerin Helene Raff.
    Namen:
    Helene Raff
    Lebensdaten:
    geb. in Wiesbaden, Deutschland
    gest. in München, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Malerin, Schriftstellerin, Sagensammlerin, Biografin ihres Vaters Joachim Raff, Nachlassverwalterin
    Charakterisierender Satz:

    „Helene Raff ist die geborene Erzählerin, die genial, lebendig und fesselnd zu plaudern versteht… Ihr dichterisches Schaffen berührt deshalb so tief, weil eine deutsche Frauenseele aus ihm spricht…“


    (Das deutsche Frauenblatt; zit. nach: Umschlagtext ihrer Biografie „Blätter vom Lebensbaum“, München: Knorr & Hirth 1938)


    Profil

    Helene Raff war eine zentrale Figur der Münchner Frauenbewegung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Sie war anfangs vor allem als Malerin tätig, bis sie sich, gefördert u.a. von Paul Heyse, immer stärker und schließlich ganz der Schriftstellerei widmete. Sie verfasste neben zahlreichen Aufsätzen und Artikeln vor allem Novellen und Sammlungen von Erzählungen und Legenden sowie Biografien über Paul Heyse und ihren Vater, den Komponisten Joachim Raff.

    Orte und Länder

    Helene Raff wurde 1865 in Wiesbaden geboren und siedelte 1877 nach Frankfurt am Main über, als ihr Vater Joachim Raff Gründungsdirektor des Hoch’schen Konservatoriums wurde. Nach dessen Tod wandte sich Helene Raff mit ihrer Mutter nach München, wo sie bis zu ihrem Lebensende sesshaft blieb. Zahlreiche, teils ausgedehnte Reisen führten sie u.a. nach Rom, Paris, Südtirol, Weimar, Berlin und Hamburg.

    Biografie

    Helene Raff war das einzige Kind des Komponisten Joachim Raff und der Schauspielerin Doris Raff, geb. Genast. Sie wuchs in Wiesbaden auf und wurde von einem Privatlehrer nach einem Lehrplan ihres Vaters unterrichtet, der die damals übliche Bildung „höherer Töchter“ für ungenügend hielt. Als Joachim Raff zum Gründungsdirektor des Hoch’schen Konservatoriums berufen wurde, siedelte die Familie 1877 nach Frankfurt/Main über. Doris Raff beendete zu diesem Zeitpunkt ihre Laufbahn am Theater.

    Helene Raff entwickelte ein frühes Interesse an Sagen, Ortsüberlieferungen und Volksdichtung und begann in ihrer Jugend zu zeichnen (vgl. Helene Raff. „Blätter vom Lebensbaum“ [München: Knorr & Hirth, 1838], S. 22; auch alle folgenden Seitenangaben beziehen sich auf dieses Buch). In Frankfurt/Main trat sie als jüngste Schülerin ins Konservatorium ein, beschreibt aber ihre musikalische Begabung als beschränkt (S. 76). Bald darauf begann Doris Raff auf Anraten des Bildhauers Dielmann das malerische Talent ihrer Tochter bei Angilbert Göbel ausbilden zu lassen (S. 83f.). Joachim Raff versuchte wiederum, ihre schriftstellerische Begabung zu fördern, indem er Helene Raff die Texte für seine Kantate „Die Tageszeiten“ op. 209 und für den Liederzyklus „Blondes de Nesle“ op. 211 schreiben ließ. Sie wurden unter dem Pseudonym Helge Heldt veröffentlicht (S. 85).

    Ein Jahr nach dem Tod Joachim Raffs zogen Doris und Helene Raff im August 1883 nach München, wovon sie sich eine bessere künstlerische Ausbildung für Helene versprachen. Dort trat sie in ein Atelier junger Frauen ein, das von Heinrich Lossow betreut wurde. Die staatlichen Ausbildungsstätten waren für Frauen noch nicht zugänglich (S. 102ff.).

    In München erschlossen sich Helene Raff und ihrer Mutter weite Kreise der intellektuellen Oberschicht. Ein Zentrum der Begegnungen mit Schriftstellern, bildenden Künstlern und Musikern war das Haus von Paul Heyse (S. 129ff.).

    Eine besondere Beziehung verband Helene Raff mit Suzannah und Henrik Ibsen (S. 163ff.), den sie als Vorkämpfer in der Frauenfrage sehr schätzte. Zwischen Henrik Ibsen und Helene Raff entwickelte sich eine Freundschaft, die für beide Seiten einer Vater-Tochter-Beziehung ähnelte. Im März 1890 schenkte sie ihm ein Mädchenbildnis, das Ibsen „Kleine Solveig“ nannte, weil es ihn sehr an seine „Peer Gynt“-Dichtung erinnerte. Um seine Werke in der Originalsprache lesen zu können, lernte Helene Raff Norwegisch.

    In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre begab sich Helene Raff in die Obhut des Malers Claus Meyer. Unter seiner Anleitung entstand u.a. das Bild „Palmsonntag“, das 1890 als erstes Werk Helene Raffs im Münchner Glaspalast ausgestellt und später durch den Hamburger Kunstverein angekauft wurde. Nach Meyers Weggang nach Düsseldorf übernahm Paul Höcker zeitweise ihre Mentorschaft (S. 178).

    Helene Raffs Tante Emilie Merian-Genast gründete und unterhielt in Weimar einen „Verein für weibliche Kunstindustrie“, um die alleinstehenden Frauen in der Stadt zu fördern. Der Verein kam bald unter die Protektion der Erbgroßherzogin Pauline von Sachsen-Weimar-Eisenach und hieß seitdem „Paulinenstiftung für weiblichen Kunstfleiß“. Im Kreis von Emilie Merian-Genast verkehrte Helene Raff mit den Dichterinnen Adelheid von Schorn, Natalie von Milde (Tochter des Sängerehepaares Fedor und Rosa von Milde) und Gertrud Hesse, die allerdings später Hebamme wurde (S. 205f.).

    Unter dem Eindruck der sozialen Umwälzungen am Ende des 19. Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf Frauen begann Helene Raff, sich im 1894 in München gegründeten „Verein für Fraueninteressen“ zu engagieren (S. 212ff.).

    Im Winter 1896/97 malte Helene Raff Gabriele Reuter, die ihrem Ausdruck attestierte: „Sie haben zur Erscheinung ein Verhältnis, wie soll ich sagen? ein mehr seelisches. Sie sehen eigentlich so, wie wir Schriftsteller sehen.“ Die Einschätzung deckte sich mit Zeitungskritiken, die ihr „seelisches Erfassen“ würdigten, aber ihre malerischen Fähigkeiten unkommentiert ließen (S. 218). Nach Jahren des Zweifelns an den eigenen malerischen Qualitäten begann für Helene Raff eine Zeit der Umorientierung. Sie wandte sich immer mehr der Schriftstellerei zu und gab die Malerei schließlich vollständig auf. In ihrer schriftstellerischen Entwicklung wurde sie insbesondere von Paul Heyse und von Wilhelm Hertz gefördert und bestärkt (S. 220ff.).

    Anfangs schrieb Helene Raff vor allem Verserzählungen, die auf Heyses Vermittlung hin in der „Deutschen Rundschau“ veröffentlicht wurden. Zugleich begann sie mit dem „Sammeln von Volkssagen, Volksbräuchen u.ä.“ (S. 224). „Außer zur ‚Deutschen Rundschau‘ knüpften sich literarische und freundschaftliche Beziehungen zu ‚Westermanns Illustrierten Monatsheften‘, ‚Velhagen und Klasings Monatsheften‘, ‚Daheim‘, ‚Die Musik‘, ‚Die Literatur‘, ‚Tägliche Rundschau‘. So schwer mein Weg als Malerin gewesen, so schön und verhältnismäßig leicht gestaltete sich der Weg ins Schrifttum.“ (S. 228f.)

    1902 erschien Helene Raffs erste Sammlung „Modellgeschichten“ (Berlin: Paetel), für die „Süddeutschen Monatshefte“ schrieb sie seit dem Gründungsjahr 1904, und in den Folgejahren gab sie mehrere Bände mit Erzählungen und eine Biografie über Paul Heyse (Stuttgart: Cotta 1910) heraus. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete sie weiter an den „Nationalen Frauenblättern“ ihres Münchner Schriftstellerinnen-Vereins mit (S. 286) und veröffentlichte 1917 ihre Sammlung mit Erzählungen „Friedenskämpfe“ (Stuttgart: Engelhorn).

    Nach dem Ersten Weltkrieg gab Helene Raff vor allem Sammlungen von Orts- und Volkslegenden aus dem süddeutschen Raum heraus und widmete sich insbesondere der Münchner Heimatpflege.

    Mit der Biografie ihres Vaters „Joachim Raff. Ein Lebensbild“ (Deutsche Musikbücherei Bd. 42, Regensburg: Bosse) legte sie 1925 ein bedeutendes musikhistorisches Dokument vor.

    Helene Raff war über ihr Elternhaus mit zahlreichen bedeutenden Musikerinnen und Musikern wie Clara Schumann, Richard Wagner und Franz Liszt bekannt. Ihre Beziehung zu Hans von Bülow, der mit ihrem Vater eng befreundet war, glich der zu einem Onkel. Der Kontakt mit Marie von Bülow blieb bis zu deren Lebensende bestehen.

    Von 1923 bis 1933 leitete sie die Frauenbeilage der „Münchner Neuesten Nachrichten“ (vgl. Bayerisches Hauptstaatsarchiv, http://www.literaturportal-bayern.de/nachlaesse?task=lpbestate.default&id=1117). Ihre zentrale Rolle in der Münchner Frauenbewegung wird u.a. durch ihren Leitartikel in dem Süddeutschen Monatsheft „Die jungen Mädchen von heute“ (Jg. 29. H. 4. Januar 1932) dokumentiert. Ab März 1933 wurden die Mitglieder der Chefredaktion der „Münchner Neuesten Nachrichten“ sowie der Verlagsleitung von Knorr & Hirth, der man u.a. separatistische und monarchistische Bestrebungen nachsagte, von den Nationalsozialisten verhaftet. Der wenig später eingesetzte nationalsozialistische Kommissar Leo Hausleiter (1889–1948) entließ zahlreiche missliebige Mitarbeiter der Redaktion, darunter auch Helene Raff angeblich wegen „unsittlichen Lebenswandels“. Der dagegen protestierende Betriebsratsvorsitzende Dr. Walter Schellhase (1891–?) wurde, obwohl NS-treu, am 9. Juni 1933 verhaftet, am 20. Oktober 1933 jedoch wieder entlassen (Hoser 1990, S. 1004–1027, bes. S. 1010 u. 1013). Dennoch konnte Helene Raff bei Knorr & Hirth noch 1938 ihre Autobiografie veröffentlichen, deren Berichtszeitraum bezeichnenderweise aber schon 1918 endet.

    Bei den „Süddeutschen Monatsheften“ und bei den „Münchner Neuesten Nachrichten“ verkehrte sie vermutlich auch mit deren Herausgeber Paul Nikolaus Cossmann (1869–1942), dem Sohn des Cellisten Bernhard Cossmann (1822–1910), der mit Helene Raffs Vater befreundet gewesen war.

    Von Beginn ihrer schriftstellerischen Tätigkeit an reflektiert Helene Raff aktiv den Wandel der Frauenrolle in ihrer Gegenwart, die zunächst noch von der fortschreitenden Industrialisierung des ausgehenden 19. Jahrhunderts, dann vom Ersten Weltkrieg und schließlich von der wirtschaftlichen Not der Weimarer Republik geprägt war. Ihre Darstellungen zeugen einerseits von einem scharfen Blick für die wirtschaftlichen Bedingungen des Rollenwandels und von einem Bewusstsein für die epochal-geschichtliche Bedeutung dieser Vorgänge, offenbaren andererseits aber auch Helene Raffs Interesse an und ihr Gespür für die Psyche des menschlichen Individuums, das im Wechselspiel mit den gesellschaftlichen Umbrüchen steht. Ihre Position innerhalb der Frauenbewegung ist anfangs von konservativ-nationalem Gedankengut gefärbt. Sie gelangt jedoch nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs zu einer Sichtweise, die, ihrer künstlerisch-akademischen Gesellschaftssicht entsprechend, über eine Vereinnahmung durch die einzelnen politischen Strömungen der Frauenbewegung (ob nun revolutionär, kirchlich oder national) erhaben ist. Ähnlich wie ihr Vater scheint sie auf den Ausgleich der konkurrierenden Parteien bedacht gewesen zu sein.

    Helene Raff blieb unverheiratet und kinderlos. Sie starb am 8. Dezember 1942 in München an den Folgen einer Operation (Standesamt München II, Sterberegister 1942/3377) und wurde am 11. Dezember 1942 um 15 Uhr auf dem Münchner Waldfriedhof bestattet („Münchner Neueste Nachrichten“ Nr. 345, 11.12.1942, S. 5).

    In einem Nachruf in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ wurde sie mit den Worten gewürdigt: „Ihr Tod ist ein Verlust für das deutsche Schrifttum. Sie war ein Mensch von echter, alter Kultur, eine Dichterin, in der sich das von den Vätern überkommene geistige Erbe mit der Lebenswärme einer immer gütiger werdenden, immer weiter schauenden Frau vereinigte.“ Von ihren Schriften wird besonders die Biografie ihres Vaters hervorgehoben: „Mit der ganzen großen Liebe, die sie zum frühverstorbenen Vater im Herzen trug, schrieb sie dessen Biographie, in der auch die Weimarer Zeit um Franz Liszt lebendig geworden ist.“ („Münchner Neueste Nachrichten“ Nr. 344, 10. Dezember 1942, S. 2).

    Die Kultur-, Musik- und Theaterkritikerin Anita Franck (1897–1965) schrieb in einem Nachruf über sie: „Wem der Tod Helene Raffs ganz unerwartet kam, dem war so, als sei plötzlich ein Stück München selber weggerissen worden. So sehr war der Begriff München mir ihr, der Wahlmünchnerin, die sich immer wieder, in Buch und Bild, zu der geliebten Stadt bekannte, verbunden. Was in ihr so wunderbar zur Lebens- und Kunstfreudigkeit dieser Stadt stimmte, das war ihr innerer Reichtum, der phantasievolle, glücklich schenkende Mensch. Und vielleicht war es das Allerschönste an ihr, daß sie vor allem eines zu schenken wußte, was wir alle so sehr brauchen und so selten empfangen: Freude! Sie hatte jene feine Mischung von Humor und Güte, aus der allein die wahre Lebensfreude geboren wird, und sie vermochte sie sehr beglückend auf andere zu übertragen. Sie wußte viel, aber ihre Liebe zum Leben war wohl noch größer als alles Wissen, und das machte sie stark und hielt sie jung bis in ihre letzten Jahre hinein. Vielleicht war es auch dies, was die Menschen, die mir ihr in Berührung kamen, so unwiderstehlich anzog – sie konnte sich auch für andere freuen, oder, besser gesagt, an ihnen, an ihren Erfolgen und Beglückungen. Denn ein verstehender, liebevoller Kamerad war sie allen, die in ihren Kreis traten und dort Verwandtes spürten und suchten. […]“ (unbekannter, undatierter Zeitungsartikel).

    Auch der Musikwelt war sie zu dieser Zeit offenkundig noch im Gedächtnis: Die „Zeitschrift für Musik“, in der sie zahlreiche Artikel veröffentlicht hatte, würdigte sie anlässlich ihres Todes mit einem Nachruf und einer Bildbeigabe (Jg. 110 H. 1, Januar 1943, S. 10 bzw. 24).

    Werkverzeichnis

    (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)


    Bücher:


    Modellgeschichten. Berlin: Paetel, 1902.


    Die Braven und die Schlimmen. Geschichten aus Bayern und Tirol. Berlin: Paetel,1904.


    Sünder und Entsühnte. Erzählungen und Skizzen. Berlin: Paetel, 1907.


    Naturgewalten. Vier Erzählungen. Stuttgart: Engelhorn, 1909.


    Paul Heyse. Stuttgart/Berlin: Cotta, 1910. Nachdruck: Paderborn: Salzwasser, 2013.


    Paul Heyse. Bielefeld: Velhagen & Klasings, 1911 (Volksbücher der Literatur, 29)


    Deutsche Frauen über Meer. Stuttgart: Thienemann, 1911.


    Der Nebelreiter und andere Geschichten. Stuttgart: Engelhorn, 1912.


    Der Findling vom Arlberg. München, 1913.


    Friedenskämpfe. Stuttgart: Engelhorn, 1917.


    Die Georgine. Roman. Stuttgart: Engelhorn, 1920.


    Laurins Rosengarten. Märchen, Geschichten und Sagen aus dem Lande Tirol. Stuttgart: Thienemann, [1926].


    Recht wider Recht. Novellen. Augsburg: Haas & Grabherr, 1921.


    Regina Himmelschütz. Stuttgart: Thienemann, 1921.


    Der Trutzmauerhof. Stuttgart: Engelhorn, 1922.


    So lang der alter Peter. Ein Alt-Münchner Stadtbuch. München: Knorr & Hirth, 1923.


    Tiroler Legenden. Mit Bildern von Hugo Grimm. Innsbruck: Tyrolia, 1924.


    Joachim Raff: Ein Lebensbild. Deutsche Musikbücherei Bd. 42. Regensburg: Bosse, 1925.


    Alt-Bayerische Legenden. Neu erzählt von Helene Raff. Illustriert von


    Hans Röhn. Altötting: „Bücher der Heimat“, 1925.


    Fränkische Legenden und Sagen. Ausgewählt und teilweise neu erzählt von Helene Raff. Altötting: „Bücher der Heimat“, 1927.


    Das Mädchen von Spinges. Stuttgart: Thienemann, 1927.


    Verlorenes deutsches Land, Südtirol. Mit 12 Originalzeichnungen von Hugo Grimm. Essen: Fredebeul & Koenen, [1929] (Deutsches Gut., 2. Reihe: Wissen: Nr. 17).


    Deutsche Frauen über Meer. Stuttgart: Thienemann, 1930.


    Herthas seltsame Reise. Stuttgart: Franckh, 1937.


    Blätter vom Lebensbaum. München: Knorr & Hirth, 1938.


    Freuden am Wegrand. München: Glocken, 1946.



    Aufsätze, Erzählungen, Rezensionen:


    Franz Liszt und Joachim Raff im Spiegel ihrer Briefe. In: Die Musik 1, [Bd. 1–3] (1901–1902). S. 36–44, 113–123, 285–293, 387–404, 499–505, 688–695, 861–871, 977–986, 1161–1172, 1272–1286, 1423–1441.


    Vier Briefe Adolf Jensens an Joachim Raff. In: Die Musik 3, Bd. 10 (1903–1904). S. 94–102.


    Sein Sieg. Erzählung. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 1. Bd. 1. 1904. S. 516–527.


    Tristan als Briefeschreiber. Nachgelassene Briefe von Ludwig Schnorr von Carolsfeld an Joachim Raff. In: Die Musik 4, Bd. 16 (1904–1905). S. 97–114.


    Mariensegen. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 2. Bd. 1. 1905. S. 282–286.


    Die Kindheit Joachim Raffs. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 3. Bd. 2. 1906. S. 145–154.


    Hermann Kurz. Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte von Isolde Kurz. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 3. Bd. 2. 1906. S. 215–216.


    Edmund Harburger. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 4. Bd. 2. 1907. S. 690–695.


    Der Gast der Einsamkeit und andere Gedichte. Von Max Haushofer. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 5. Bd. 1. 1908. S. 236–237.


    Niklas von Leyden. Eine deutsche Steinmetzenlegende. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 5. Bd. 1. 1908. S. 277–282.


    Die Chronik von Maidenstatt. Erzählung. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 6. Bd. 2. 1909. S. 553–580.


    Paul Heyse als Politiker. In: Süddeutsche Monatshefte, Jg. 7. Bd. 1. 1910. S. 320–333.


    Auf Hoch-Raneis. Novelle. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 10. Bd. 2. 1913. S. 361–389.


    Ein österreichischer Naturdichter. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 11. Bd. 2. 1914. S. 603–604.


    Der Münchner Waldfriedhof. Sonderdruck aus „Westermanns Monatsheften“. Braunschweig: Westermann, 1918.


    Tiroler Legenden. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 23. Bd. 1. 1925/26. S. 89–94 und 362–364.


    Jubelfest der Münchener Benediktiner. In: Süddeutsche Monatshefte. Jg. 23. Bd. 1. 1925/26. S. 337–338.


    Das junge Mädchen von einst und heute. In: Süddeutsche Monatshefte Jg. 29. H. 4. Januar 1932, S. 263–269.


    Die Liebe der Lukrezia von Waldstein. In: Illustrirte Monatszeitung Nr. 4689. 24. Januar 1935.


    Die Rainthalerin. In: Von Müttern. Lesebogen für weibliche Berufsschulen. Abtlg. Lebenskunde. Bogen 1. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft Berufsschule durch J. Dressel und M. Englert. Bearbeitet von Paula Fest. München: Schulbuch-Verlag, 1950, S. 12–16.



    Zahlreiche weitere Artikel und Aufsätze in:


    Daheim


    Deutsche Rundschau


    Die Literatur [Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literatursfreunde]


    Münchner Neueste Nachrichten


    Süddeutsche Monatshefte


    Tägliche Rundschau


    Velhagen & Klasings Monatshefte


    Westermanns Monatshefte

    Quellen

    Sekundärliteratur:


    Hoser, Paul: Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Hintergründe der Münchner Tagespresse zwischen 1914 und 1934. Methoden der Pressebeeinflussung. 2 Bd.e. Frankfurt u.a.: Lang, 1990. (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Bd. 447. Zugl. Diss. Univ. München, 1988.)


    Raff, Helene: Joachim Raff. Ein Lebensbild. Deutsche Musikbücherei Bd. 42. Regensburg: Bosse 1925.


    Raff, Helene: Blätter vom Lebensbaum, München: Knorr & Hirth 1938.


    Wagner, Zita: Das literarische Schaffen Helene Raffs. (Diss.). Wien 1938.


    Würz, Anton: Helene Raff †. In: Zeitschrift für Musik Jg. 110. H. 1. Januar 1943, S. 24.


    Links:

    http://www.sagen.at/doku/biographien/raff.html


    Helene Raff im Bayerischen Hauptstaatsarchiv: http://www.literaturportal-bayern.de/nachlaesse?task=lpbestate.default&id=1117


    Helene Raff in der Bayerischen Staatsbibliothek München:

    http://www.literaturportal-bayern.de/nachlaesse?task=lpbestate.default&id=569


    Helene Raffs Ibsen-Tagebuch: http://www.literaturportal-bayern.de/themen?task=lpbtheme.default&id=503

    Forschung

    Über Helene Raff ist jenseits ihrer Rolle als Nachlassverwalterin ihrer Eltern so gut wie nichts bekannt.

    Ihr eigener Nachlass (Briefe, Tagebücher, Fotografien, Bleistiftzeichnungen) liegt gemeinsam mit dem ihrer Eltern in der Bayerischen Staatsbibliothek München.

    Weitere Manu- und Typoskripte, ein Verzeichnis der Werke 1910–1937, Korrespondenz mit Verlagen und Rundfunkanstalten 1902–1942, Verträge mit Verlagen sowie Rezensionen der frühen Arbeiten (Zeitungsausschnitte, Abschriften) von 1890–1905 befinden sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abt. V.

    Ihre veröffentlichten Bücher sind zum großen Teil erhältlich. Helene Raffs Heyse-Biografie wurde 2013 nachgedruckt.

    Forschungsbedarf

    Über Helene Raffs Leben nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ist sehr wenig bekannt. Dringend bedarf es ausführlicher Untersuchungen zu Helene Raffs Rolle in der Münchner Frauenbewegung, die im vorliegenden Artikel nur umrissen werden konnte. Ebenso fehlt eine pressehistorische Darstellung ihrer Tätigkeit bei den „Münchner Neuesten Nachrichten“. Untersuchungen werden dadurch erheblich erschwert, dass das Archiv des Verlags Knorr & Hirth im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde. Unklar ist ferner, ob Helene Raff im Erwachsenenalter Beziehungen zu weiteren Musikerinnen und Musikern neben Hans von Bülow unterhielt (etwa zu Richard Strauss?). Auch über ihre Tätigkeiten während des Dritten Reichs nach ihrer Entlassung bei den „Münchner Neuesten Nachrichten“ und über ihr Lebensende liegen bislang keine Informationen vor.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 30285071
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116323930
    Library of Congress (LCCN): no97059269
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Simon Kannenberg


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 19.08.2014


    Empfohlene Zitierweise

    Simon Kannenberg, Artikel „Helene Raff“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 19.8.2014.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Helene_Raff