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    von Danielle Roster
    Die junge Helen Buchholtz
    Namen:
    Helen Buchholtz
    Ehename: Helen Charlotta Geiger-Buchholtz
    Lebensdaten:
    geb. in Esch/Alzette,
    gest. in Luxemburg-Stadt,
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Sängerin
    Charakterisierender Satz:

    Der Dichter Willy Goergen bedankt sich 21. März 1923 in einem Brief für die Vertonungen seiner Gedichte: „Ich bin nicht wenig stolz auf Ihre Lieder. Es singt wirklich eine warme Frauenseele in ihnen, die des Lebens Ernst und Bitternis gekostet, aber trotzdem auch der Lebensfreude Ausdruck zu leihen vermag. Möge die Kunst Sie weiterführen nach jenen lichten Höhen, wo die Seele, von den Flügeln der Begeisterung getragen, den grauen Alltag vergisst und reinste Daseinsfreuden genießt.“


    Profil

    Helen Buchholtz war in mehr als einer Hinsicht eine Pionierin. Obwohl sie nicht aus einer Musikerfamilie stammte, in ihrer Heimatstadt weder eine Musikschule noch ein Konservatorium existierte und es in Luxemburg vor ihr keine einzige Komponistin gab (sie und ihre fast gleichaltrige Kollegin Lou Koster (1889–1973), die sie in späteren Jahren auch kennenlernte, gelten als die ersten Komponistinnen Luxemburgs), setzte sie sich in den Kopf, Komponistin zu werden und das nötige Handwerk dazu trotz aller Hürden zu erlernen. Ihr starker Charakter und eiserner Wille halfen ihr dabei und sorgten dafür, dass auch die mangelnde Resonanz auf ihre Werke sie in ihrem Schaffensdrang kaum lähmte. Sie hinterließ ein umfangreiches Œuvre von rund 140 Kompositionen.

    Orte und Länder

    Helen Buchholtz verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Esch/Alzette, ihrer Heimatstadt im Süden von Luxemburg. Im Alter von 36 Jahren zog sie nach Deutschland und lebte von 1914 bis 1921 in Wiesbaden. Von dort kehrte sie nach Luxemburg zurück, kaufte sich ein Haus in der Hauptstadt und verbrachte dort die letzten 32 Jahre ihres Lebens.

    Biografie

    Helen Buchholtz, geboren 1877, stammte aus der wohlhabenden Escher Familie Buchholtz-Ettinger. Ihr Vater, Daniel Buchholtz, war Eisenwaren-, Haushaltsartikel- und Baumaterialienhändler sowie Gründer der erfolgreichen Brauerei Buchholtz. In ihrer Kindheit erhielt sie Unterricht in Klavier, Violine, Solfeggio und Tonsatz. Ihre Jugend verbrachte sie musizierend und komponierend im Elternhaus in Esch/Alzette. Im Alter von sechsunddreißig Jahren heiratete sie den deutschen Arzt Bernhard Geiger und zog mit ihm nach Wiesbaden. Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes im Jahr 1921 kehrte sie als kinderlose Witwe nach Luxemburg zurück. Dem Musizieren, Studieren und Komponieren widmete sie die letzten sechsunddreißig Jahre ihres Lebens. Ihre Kompositionslehrer waren Gustav Kahnt, Jean-Pierre Beicht und Fernand Mertens. Als sie 1953, kurz vor ihrem sechsundsiebzigsten Geburtstag, starb, hinterlieβ sie ein umfangreiches Œuvre von rund 140 Kompositionen.

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    Charlotte Helena (luxemburgisch: Helen) Buchholtz kam am 24. November 1877 in Esch/Alzette als Tochter von Daniel Buchholtz und Therese Arensdorf zur Welt. Sie hatte zwei Schwestern, Marguerite und Thérèse, sowie zwei Brüder, Albert und Sebastian. Daniel Buchholtz (1841–1910) war Eisenwaren-, Haushaltsartikel- und Baumaterialienhändler. Der Großvater, Franz-Anton Buchholtz, war 1836 als berittener Zollbeamter nach Esch/Alzette gekommen, hatte sich dort niedergelassen, Susanne Krier geheiratet, nach seiner Pensionierung die Firma „Fr.-A. Buchholtz, Commerce de Fer et à l’Aunage“ gegründet und war 1866 an der Cholera gestorben. Nach seinem Tod errichtete seine Witwe, unterstützt von ihrer ältesten Tochter und ihrem jüngsten Sohn, das Hotel Buchholtz. 1893/94 – Helen Buchholtz war damals sechzehn Jahre alt – gründete der Vater an der Escher Stadtgrenze die Brauerei Buchholtz, die rasch erfolgreich war.


    Kindheit und erster Musikunterricht in Esch/Alzette


    Über die frühe Musikausbildung von Helen Buchholtz ist wenig bekannt. Ihr Neffe François Ettinger wusste lediglich zu berichten, dass sie sich in ihrer Kindheit und Jugend bereits für Musik, Malen und Literatur interessierte und Unterricht in Klavier, Violine, Solfeggio und Tonsatz erhielt (Gespräche mit François Ettinger im Sommer 1998). Das Escher Konservatorium bestand damals noch nicht. Privatunterricht oder Unterricht in einem Musik- oder Chorverein stellten daher die einzigen Möglichkeiten dar, sich musikalisch zu bilden. Dass das musikalische Talent von Helen Buchholtz von den Familienmitgliedern gefördert wurde, steht allerdings außer Zweifel. Ihr Vater und ihr Onkel, die Gebrüder Daniel und Sebastian Buchholtz, gehörten zu den „am Orte bekannten Musik-Dilettanten“ (nach dem Lokalhistoriker J.P. Theisen), die an der Gründung der ersten Escher Musikgesellschaft maßgeblich beteiligt waren.


    Die Brüder waren eng befreundet mit dem damals prominentesten Musiker Eschs, Felix Krein (1831–1888), der aus einer wohlbekannten, in Esch/Sauer ansässigen Musikerfamilie stammte und seit 1870 in Esch/Alzette als Zollbeamter stationiert war. Die Freundschaft zwischen den Familien Krein und Buchholtz legt die Vermutung nahe, dass Krein der erste Musiklehrer des jungen Mädchens war. Krein, der seine Musikausbildung bei seinem Vater erhalten hatte, war 1851 Mitglied der Militärkapelle geworden, zuerst in Diekirch, dann in Echternach. Als er rund zehn Jahre später das Examen als Musikdirektor mit höchster Auszeichnung bestand und dennoch ein älterer Kollege ihm vorgezogen wurde, kehrte er dem Musikerberuf 1864 enttäuscht den Rücken und wurde Grenzaufseher. Der Musik widmete er sich fortan nur noch in seiner Freizeit. Er gründete und leitete mehrere Musikgesellschaften, gab Musikunterricht und komponierte, vor allem Märsche für Fanfaren oder Harmonieorchester. Seine bekannteste und in Esch sehr beliebte Komposition war das Lied ‚Den Ierzmann’. 1876 gründete er in Esch „op der aaler Platz“ (heute Nobert-Metz-Platz) eine Instrumenten- und Musikalienhandlung.


    Im Zuge der Industrialisierung (Eisenindustrie) und des rasanten Bevölkerungszuwachses (zwischen 1870 und 1913 stieg die Einwohnerzahl von 2000 auf 24000) blühte auch das kulturelle Leben in Esch zusehends auf. Unter den leitenden Personen der neuen Betriebe fanden sich Musikliebhaber. Neue Chöre und Musikgesellschaften wurden gegründet. Es scheint naheliegend, dass Helen Buchholtz ihre musikalischen Talente in privatem Freundeskreis unter Beweis stellte. Die Hausmusik hatte damals noch einen bedeutenden Stellenwert und an gesellschaftlichen Anlässen mangelte es nicht. Bürgerliche Damen hatten ihren „jour fixe“, an dem sie ihre Bekannten zum „Kaffeekränzchen“ einluden. Bei diesen Zusammenkünften wurde häufig auch musiziert.


    Welche Impulse konnten die Escher Musik- und Chorgesellschaften der jungen Frau geben? Natürlich waren Vereine, die jungen Mädchen und Frauen offen standen, damals selten. Die stark militärmusikalisch geprägten Fanfaren oder Harmonieorchester nahmen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein traditionell nur männliche Musiker auf. Demgegenüber öffneten sich im 19. Jahrhundert die Chöre allmählich den Sängerinnen. Der 1815 gegründete Cäcilienverein der St. Josephs-Pfarrei in Esch/Alzette besaß spätestens seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts einen gemischten Chor und fungierte auch als musikalische Ausbildungsstätte. „Am höchsten ist dem Cäcilienverein aber anzurechnen, dass er seit seiner Gründung eine Pflanzschule der Musik und des Gesanges war; lange Jahre hindurch die einzige. Nicht nur wurde die Jugend im empfänglichsten Alter in die ersten Geheimnisse der Kunst eingeweiht, auch Violinunterricht wurde gratis oder gegen geringes Entgelt gegeben. Tatsache ist, dass beinahe alle Escher Musiker der älteren Generationen noch heute dankend und rühmend von ihren Gesanglehrern, den Dirigenten des Cäcilienvereins sprechen,“ schreibt Professor Foos (zitiert bei J.P. Theisen. Beiträge zur Geschichte Esch an der Alzette. Esch/Alzette 1937. S. 298f.). Der 1895 gegründete weltliche Gesangverein „Uelzecht“, dessen Vorläufer der „Escher Gesangverein“ (1863), die „Union“ (1876) und der „Sängerbund“ (1894) waren, blieb hingegen bis 1945 traditionell ein Männerchor.

    Dass auch im Grundschulunterricht Jungen bessere Chancen hatten und eine eingehendere Musikausbildung genossen, kann man den Berichten Jean-Pierre Theisens entnehmen (Theisen, J.P. Entwicklung des Unterrichts in Esch a. d. Alzette. Luxemburg 1937. S. 30, 52).


    Mädchenpensionat in Longwy und Jugend in Esch/Alzette


    Wie es damals in aristokratischen und bürgerlichen luxemburgischen Familien zum guten Ton gehörte, besuchte Helen Buchholtz, wie auch ihre beiden Schwestern, nach dem Grundschulunterricht in ihrer Heimatstadt eine Zeit lang das Mädchenpensionat der Damen Métro-Bastien in Frankreich, und zwar in Longwy, wo sie vermutlich die Gelegenheit hatte, weiterhin Unterricht in Gesang, Klavier oder Violine zu nehmen. In den Lehrplänen der Mädchenpensionate des 19. Jahrhunderts wurde auf die künstlerische Ausbildung Wert gelegt, sie durfte allerdings den „weiblichen“ Rahmen nicht überschreiten und sollte lediglich der Unterhaltung und Entspannung dienen.


    Nach der Rückkehr aus Longwy lebte Helen Buchholtz bis zu ihrer Heirat im Jahr 1914 in ihrem Elternhaus in Esch und widmete dort nahezu ihre ganze Zeit dem Klavierspielen und Komponieren. Sie erhielt oft Besuch von ihrem kleinen, sie verehrenden Neffen François Ettinger, der sich nach mehr als achtzig Jahren noch lebhaft erinnerte: „Dort stand auch der schöne Flügel [Helen Buchholtz besaß einen mit verschnörkelten Holzschnitzereien reich verzierten Flügel der Firma C. Mand-Coblenz, unter dem ich als Bube hin und her rutschte, während Tonleitern ertönten. Ich griff auch mal in die Pedale, was dann natürlich grollenden Protest auslöste! Dann hieß es auf einmal ‚zu Tisch’, und zwar ‚five a clock tea’. Da die Tante ganz vornehm englisch eingestellt war, gab es auch noch ‚plum pudding’ mit ‚fruits confits’, die ich gar nicht mochte und wohlweislich am Rande des Tellers ablegte [...] Ihre Lebensart war ganz speziell. Sie liebte Extravaganzen, etwa das Haar bodenlang zu tragen, lange Fingernägel zu haben trotz Klavierspielen! Als außergewöhnliche sportliche Leistung wäre noch die Teilnahme am Bergrennen des ‚Automobil-Club’ im Heiderscheidergrund im Jahre 1912 zu erwähnen, und zwar als Beifahrerin meines Vaters in dessen Auto Marke ‚Pipe’ Modell 1910. Leider hatte die Beifahrerin im Eifer des Gefechtes vergessen, die Auspuff-Klappe ganz zu öffnen, so dass nur ein sechster Platz erreicht wurde. Nach dem Rennen war ein großer Empfang unter Beisein der ‚haute volée’ – u.a. Norbert Le Gallais, Präsident des Automobil-Club-Luxemburg, Emil Mayrisch, Aloyse Meyer, Max Lambert bis zu Batty Weber als Chefredakteur der Luxemburger Zeitung. Dann die Damen Meyer, Reiffers, Weber und die Fräulein H. Buchholtz, Knepper, Servais etc. Beim Champagner toastete der Präsident auf die Damen, welche durch ihren Charme aus der Sportveranstaltung einen ‚concours d’élégance’ gemacht hatten!“ (François Ettinger, Persönliche Erinnerungen an Helen Buchholtz, Manuskript, Sommer 1998).

    Im Jahr 1910 war der Vater Daniel Buchholtz gestorben. Sein Sohn Albert (1868-1929), Absolvent der Münchner Brauerschule, und sein Schwiegersohn Othon Ettinger (1874-1947), Ehemann von Thérèse Buchholtz, übernahmen die Leitung der Brauerei, an der Helen Buchholtz bis an ihr Lebensende zu einem Viertel beteiligt war.


    Heirat und Umzug in die „Traumstadt“ Wiesbaden


    Am 2. April 1914 heiratete sie auf dem Standesamt in Metz den deutschen Arzt Doktor Bernhard Geiger (1854–1921), meldete sich am gleichen Tag beim Einwohneramt in Esch ab und zog mit ihrem Ehemann nach Wiesbaden in dessen Wohnung Taunusstraße 25. Um ihren Herzenswunsch, ihr Leben der Musik zu widmen, trotz Heirat verwirklichen zu können, hatte sie zwei Bedingungen gestellt: Sie verlangte von ihm eine komplette Akzeptanz der inneren Freiheit und zeitlichen Disponibilität, die sie für ihr Komponieren und Musizieren brauchte. Und um der Musik willen wollte sie auf jeden Fall auch auf Kinder verzichten (Gespräch mit François Ettinger am 6. Februar 2001).


    Die Bedeutung des Ortswechsels für die Musikerin beschreibt François Ettinger mit folgenden Worten: „Ihr Traum, in einer großen, mondänen Stadt zu leben, wurde Wirklichkeit. Wiesbaden, eine international bekannte Kurstadt, ein Kulturzentrum mit Oper, Theater, Konzertsälen, [...] für Helen Buchholtz war es ein Geschenk. Die Musikliebhaberin genoss in vollen Zügen die künstlerische und musikalische Atmosphäre der Stadt und vervollkommnete ihre Studien.“ (François Ettinger, Persönliche Erinnerungen an Helen Buchholtz, Manuskript, Sommer 1998).


    Kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland brach allerdings der Erste Weltkrieg aus. Dann zerbrach das Kaiserreich, und die Kurstadt Wiesbaden, eine vom Geist und Stil des 19. Jahrhunderts geprägte Stadt, in der der Berliner Hof einmal im Jahr in Kur ging, wurde ihrer wesentlichen Lebensgrundlagen beraubt. Die Stadt blieb Kurstadt, zog aber ein anderes Publikum an. Neureiche oder solche, die ihr Vermögen gerettet hatten, ließen sich in Wiesbaden nieder. Aber auch hier gab es Arbeitslosigkeit, Armut und Unsicherheit.


    In der Musik fand Helen Buchholtz Zuflucht vor der Ernüchterung und bitteren Realität. Es ist nicht bekannt, ob die junge Frau Privatunterricht bei Wiesbadener Musikern oder Musikerinnen nahm oder Kurse am „Fuchs’schen Konservatorium“ belegte. Allem Anschein nach eignete sie sich ihre kompositorischen Kenntnisse größtenteils autodidaktisch an. Sieben zufällig erhaltene Postkarten eines regen Briefwechsels zwischen Helen Buchholtz und Ed Ettinger-Buchholtz geben Aufschluss über Studien und Korrekturarbeiten in den ersten zwei Jahren ihres Aufenthaltes in Wiesbaden. Kriegsgeschehen, Alltagsleben unter der Besatzung, Krise, Lebensmittelknappheit und Inflation sind keine Themen der Karten, die nahezu ausschließlich von Musik handeln. Und dennoch bezog die Komponistin in ihrer musikalischen Arbeit Position. Zur Zeit der deutschen Besatzung in Luxemburg arbeitete die im Land der Besatzer lebende Musikerin an der luxemburgisch-patriotischen Komposition „U Letzeburg“.


    Zu den Musikern, mit denen sie in ihrer Wiesbadener Zeit arbeitete, gehörte Gustav Kahnt (1848–1923), Komponist und pensionierter Dirigent der luxemburgischen Militärmusik. Helen Buchholtz schickte ihm ihre Kompositionen nach Luxemburg. Der Lehrer machte schriftliche Korrekturvorschläge und beurteilte ihre Werke generell als „ganz gut und wirklich wert, bekannt zu werden“ (Postkarte von Ed Ettinger an Helen Buchholtz, 3. Juni 1915). Die Komponistin beherzigte so manche Empfehlung, notierte aber bisweilen auch trocken am Rande der Korrektur „Autor wünscht weder A noch B“ (autografe Partitur von „U Letzebuerg“ im Archiv Helen Buchholtz, Cid-femmes). Eine Endversion wurde schließlich erstellt und zur Drucklegung ins Heimatland geschickt. Im Musikverlag Felix Krein in Esch/Alzette publizierte sie fünf Lieder nach Texten von Lucien Koenig. Alle ihre Kompositionen veröffentlichte sie übrigens unter ihrem Geburtsnamen Buchholtz. Etwas später erschienen im Verlag „A. Ernst Musikalienhandlung Wiesbaden“ drei weitere Lieder.


    Während des Krieges wurden ihre Lieder in Konzerten in Luxemburg aufgeführt, so z.B. in Esch/Alzette am 25. November 1915 und am 15. April 1917. Die Veröffentlichung ihrer Lieder fand auch ein Echo in der Presse. So ist in der Morgenausgabe der „Luxemburger Zeitung“ vom 20. April 1915 zu lesen: „Den dortigen Musikfreunden [aus Wiesbaden] ist sie nicht unbekannt, stand doch ihr Name in voriger Saison mehrmals auf dem Programm des Wiesbadener Kurorchesters als Komponistin eines ‚Ave Maria‘, das sehr gut aufgenommen wurde. Mit ihren neuen Kompositionen hat sich die junge Künstlerin im Heimatlande recht vorteilhaft eingeführt. Die Melodien sind originell und durchwegs dem Text gut angepasst, die Klavierbegleitung zeugt von einer vorzüglichen musikalischen Durchbildung und Selbständigkeit. Die Lieder aus „Gro’weniirz“ , besonders „Se’leschmierz“ und „E Weesekand“ werden zweifellos beim lux. Publikum eine gute Aufnahme finden. Die äußere Ausstattung der Musikstücke ist ohne Tadel und der Preis nicht zu hoch angesetzt.“ Und auch das „Luxemburgeer Wort“ vom 20. April 1916 schreibt: „Die verschiedenen Nummern […] dürfen sich kühn in der Flut ähnlicher Neuerscheinungen zeigen. Die Dame schreibt eine angenehme, gesunde Musik, die sich stellenweise zu sehr ausdrucksvoller Wirkung erhebt. Wie sich z.B. in einem kurzen Nachspiel das „Wésemédchen“ sich je recht ausweinen lässt, ist an und für sich ein Kabinettstückchen. Die Begleitung der Lieder ist nicht für allergewöhnlichste Klimperer geschrieben.“


    Rückkehr nach Luxemburg


    1921 starb unerwartet Dr. Bernard Geiger. Ihre Trauer über den frühen Tod ihres Mannes verarbeitete Helen Buchholtz musikalisch: Tod und Vergänglichkeit sind Themen, die viele ihrer Lieder prägen. Sie verließ Wiesbaden und erwarb ein Haus in Luxemburg-Stadt. „Nach der Heimkehr nach Luxemburg Anfang der zwanziger Jahre hat Helen Buchholtz sich der Luxemburger Gesellschaft zugewandt, und im besonderen den Dichtern und Musikern, wie Batty Weber und Frau, Fernand Mertens etc. ...“, erinnert sich François Ettinger (François Ettinger, Persönliche Erinnerungen an Helen Buchholtz, Manuskript, Sommer 1998).


    Kurz nach der Rückkehr der Musikerin nach Luxemburg, im Jahr 1923, starb ihr Lehrer Gustav Kahnt. Sie setzte ihre Studien fort bei Jean-Pierre Beicht (1869-1925), der in Luxemburg als Domorganist, Musik- und Gesanglehrer, Leiter mehrerer Chöre und Komponist wirkte. Nach dessen Tod studierte sie bei Fernand Mertens (1872-1957). Mertens war von 1909 bis 1937 Dirigent der Militärmusik und lehrte am Konservatorium Solfeggio, Tonsatz und Kontrapunkt. Er zählte damals zu den erfolgreichsten Komponisten Luxemburgs und war auch Lehrer der jungen Komponistin Lou Koster (1889-1973).


    In den zwanziger Jahren beschäftigte sich Helen Buchholtz unter anderem mit Vertonungen von Texten des luxemburgischen Dichters Willy Goergen (1867–1942), von denen sie vier im Jahr 1924 auch veröffentlichte. Im Nachlass befindet sich ein Brief Willy Goergens vom 21. März 1923, in dem er sich für Vertonungen bedankte: „Herr Beicht konstatiert mit Freuden, dass Ihre jüngsten Kompositionen, was Aufbau, Durchführung des Themas und Begleitung anbelangt, zu früheren Liedern einen ganz entschiedenen Fortschritt bedeuten.“ (Archiv Helen Buchholtz, Cid-femmes).


    In den Tageszeitungen „Luxemburger Wort“ und „Tageblatt“ sucht man nach dem Ersten Weltkrieg allerdings vergeblich nach weiteren Ankündigungen von Konzerten, in denen Helen Buchholtz Lieder und ihre Klaviermusik aufgeführt wurden. Die einzige Ausnahme bildet eine Willy Goergen-Gedenkfeier am 12. November 1937, bei der u.a. auch Helen Buchholtz‘ Goergen-Vertonungen erklangen. Nur ihre unterhaltenden Märsche und Walzer für Blasorchester fanden ihren Weg ins Repertoire und wurden in der Zwischenkriegszeit in Luxemburg vor allem von der Luxemburger Militärmusik , aber auch der Stadtmusik Esch / Alzette regelmäßig aufgeführt. Sehr selten wurden Kompositionen von ihr bei „Radio Luxemburg“ gesendet, so am 14. Dezember 1935 beispielsweise ihre zwei heute verschollenen Quartette für Männerstimmen oder am 20. November 1937 das Lied „De Piedchen“ nach einem Text von Willy Goergen.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien im Verlag P. Worré-Mertens in Luxemburg das Lied „Do’deg Dierfer 1945“ (Text: Albert Elsen) von Helen Buchholtz. Das Lied versteht sich als eine Ehrerbietung an die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Öslinger Dörfer und ihre leidgeprüfte Bevölkerung. Bereits während des Krieges hatte Buchholtz sich musikalisch zu den politischen Ereignissen geäußert und 1942, anlässlich der ersten Deportation von Luxemburgern durch deutsche Soldaten, das Klavierstück „Complainte – Andante espressivo“ komponiert. Eine ausführliche und positive Rezension des Liedes „Do’deg Dierfer“, verfasst von Bernard Simminger, erschien am 25. Januar 1950 im „Luxemburger Wort“.

    Wie François Ettinger berichtet, beschäftigte sich Helen Buchholtz bis zu ihrem Lebensende mit Komponieren. Ihre aus dem Nachlass erstellte Werkliste umfasst nicht weniger als hundertsechsunddreißig Kompositionen neben zahlreichen Skizzen, Entwürfen und Studien. Sie starb am 22. Oktober 1953, kurz vor ihrem sechsundsiebzigsten Geburtstag, in ihrem Haus, Nr. 6, Boulevard Paul Eyschen, in Luxemburg-Stadt.

    Würdigung

    Helen Buchholtz hinterließ ein Œuvre von 135 Einzelkompositionen, die über einen Zeitraum von rund 40 Jahren entstanden. In ihren Werken, die der spätromantischen Tradition verpflichtet bleiben, gelingt es ihr, zu einer durchaus persönlichen Musiksprache zu finden. Insbesondere ihre Klaviersonaten und Charakterstücke für Klavier, bei denen sie in Luxemburg kaum Vorbilder hatte (ihre Kollegen komponierten damals mit Vorliebe volkstümliche Lieder v.a. in luxemburgischer Sprache, leichte Chormusik, Operetten und unterhaltende Werke für Orchester und interessierten sich kaum für Klaviermusik), sind von einem starken Personalstil geprägt.


    Auch in ihren dramatischen Vokalballaden und atmosphärischen, klangsinnlichen Orchesterstücken distanziert sie sich von dem

    damals in Luxemburg gängigen leichteren, volkstümlichen Tonfall. Dass ihre Produktionen gelegentlich als „sonderbar“ oder „zu wild“ bezeichnet wurden, wundert daher kaum (siehe Rezeption).


    Da ihr Werk 1998 erst wiedergefunden wurde (siehe Rezeption), konnten bis jetzt nur Teile davon wissenschaftlich ausgewertet und aufführungspraktisch erarbeitet werden. Die ersten Früchte dieser Arbeit – die sich zuerst auf das Lied-, dann auf das Klavierschaffen zentrierten – zeigen klar, dass Helen Buchholtz zu den besten Luxemburger Komponisten ihrer Zeit gehört.

    Rezeption

    Rezeption zu Lebzeiten der Komponistin


    Obwohl Helen Buchholtz durchaus bestrebt war, ein Publikum für ihre Werke zu finden, wurde ihr Schaffen zu Lebzeiten von der Luxemburger Musikwelt und Presse wenig beachtet. Kritiken ihrer Kompositionen sind sehr spärlich. Ausnahmen stellen die Kritiken ihrer Lucien-Koenig-Lieder in der Morgenausgabe der „Luxemburger Zeitung“ vom 20.4.1916 und, vom selben Tag, im „Luxemburger Wort“ dar sowie die ausführlichere, positive, von Bernard Simminger verfasste Kritik des Liedes „Do’deg Dierfer“ vom 25. Januar 1950, die ebenfalls im „Luxemburger Wort“ erschien.

    Simminger schreibt: „[...] Den edlen Schmerz, der diesen Strophen innewohnt, verstärkt bis zum äußersten ihre Vertonung [...] Die Komposition ist ein streng achttaktig aufgebautes Kunstlied. Die Komponistin macht aus der ersten Strophe des Dichters einen ersten Stollen, aus den zwei folgenden den Abgesang und aus der letzten den zweiten Stollen. Das aufklagende Motiv des Abgesangs ist dem ersten Stollen entnommen, hebt sich aber durch die andersgeartete Begleitung deutlich von ihm ab. Der zweite Stollen weist, stilgetreu, die gleiche Melodie auf wie der erste. Melodie und Harmonie der Komponistin sind sehr fortschrittlich, aber noch tonal. Wegen des schmerzbewegten Inhalts wirkt die ständig chromatisierende Begleitung und der oft wiederkehrende übermäßige Dreiklang mit seiner erlösungsbedürftigen Spannung recht wohltuend. Die Begleitung des in a-moll geschriebenen, oft modulierenden Stückes ergeht sich meist in Achtelnoten und kann als die Instrumentalbegleitung eines Trauermarsches aufgefasst werden. Die Melodie wird am Schluss dorisch und nimmt die Molldominante an, betritt also eine Kirchentonart und umrankt sinngemäß die Kirche und das Kreuz des Textes. Die realistische, todschildernde Artung des Tonwerks erhält sich bis in seine letzten Klänge.“


    Nur ihre Märsche und Walzer für Blasorchester fanden Zugang zum Repertoire und erfreuten sich offensichtlich großer Beliebtheit, denn auch Joseph Meyers, der 1939 in dem Prachtband „Le Luxembourg: Le Livre du Centenaire“ einen Überblick über die luxemburgische Musikgeschichte gibt, und als einzige luxemburgische Komponistin Helen Buchholtz sehr knapp erwähnt, und zwar mit dem Zusatz: „qui réalisa de belles productions de musique instrumentale […]“.


    Rezeption nach dem Tod der Komponistin


    Die eigene Familie war sich der Bedeutung des Schaffens von Helen Buchholtz wohl nicht bewusst. Der Neffe François Ettinger konnte die bereits in Säcken verpackten Partituren gerade noch in letzter Minute vor dem Feuer retten und brachte sie in seiner Wohnung im Keller unter. Dort ruhten sie, bis die Autorin des vorliegenden Beitrags im Frühjahr 1998 in ihren Recherchearbeiten zu Luxemburger Komponistinnen Bekanntschaft mit François Ettinger machte. In zahlreichen Gesprächen konnte die Biographie der Komponistin zumindest in ihren Grundzügen rekonstruiert und ein erster Beitrag zu ihrem Leben und Werk verfasst werden (siehe Bibliographie). François Ettinger beschloss, „Euterpe – Frauenmusikforum Luxemburg im Cid-femmes“ den kompletten Nachlass der Komponistin anzuvertrauen. Das „Archiv Helen Buchholtz im Cid-femmes“ konnte im Herbst 2000 eröffnet werden, und die Komponistin wurde in ersten Konzert-Vorträgen dem luxemburgischen Publikum mit großer Resonanz vorgestellt (viele Beiträge in der Luxemburger Presse, der Saarländische Rundfunk drehte einen kurzen Dokumentarfilm). 2010 schenkte die Familie Buchholtz dem „Archiv Helen Buchholtz“ autobiografische und biografische Dokumente, so dass ab diesem Datum auch ein biografisches Archiv zur Komponistin aufgebaut werden konnte. Seit 2000 belebt „Euterpe – Frauenmusikforum Luxemburg im Cid-femmes“ die Archive regelmäßig mit musikalischen, musikpädagogischen und musikwissenschaftlichen Projekten (CD-Editionen, Konzerte, Konzertvorträge, universitäre Forschungsprojekte etc., siehe www.cid-femmes.lu), so dass Helen Buchholtz in den letzten zwölf Jahren von einer komplett unbekannten zu einer anerkannten Komponistin in der luxemburgischen Musikgeschichte avancierte, deren Name auch in ausländischen Nachschlagewerke allmählich Aufnahme findet. Die Rechte am Werk von Helen Buchholtz sowie an den biografischen Dokumenten überschrieben die Erben im Januar 2011 dem Cid-femmes.

    Werkverzeichnis

    Als Helen Buchholtz 1953, kurz vor ihrem 76. Geburtstag, starb, hinterlieβ sie ein umfangreiches Œuvre von 135 Kompositionen, darunter 31 deutsche, 17 luxemburgische und 2 französische Lieder, ein Ave Maria für Singstimme und Klavier bzw. Orgel und Cello), 18 Chöre (gemischte Chöre wie Männerchöre), einen Marche nuptiale für Orgel und Cello, 13 Klaviersonaten, davon zwei allerdings unvollständig, sowie 39 Charakterstücke und Tänze für Klavier, 5 Werke für Symphonie- und 8 für Harmonieorchester.


    Klavierwerke


    Charakterstücke

    Andante espressivo „Complainte“.

    Andante molto espressivo „Sehnsucht”.

    Andante „Solitude”.

    Andante „Träumerei”.

    Ballade.

    Barcarolle.

    Berceuse.

    Impromptu [I].

    Impromptu [II].

    Impromptu [III] „Märchen”.

    Intermezzo.

    Nocturno.

    Scherzo [I].

    Scherzo [II].

    Sérénad.

    Trauermarsch.

    Variationen.


    Tänze

    Allemande.

    Courante I.

    Courante II.

    Gavotte I.

    Gavotte II.

    Gigue.

    Marsch „Aus frohen Tagen”.

    Marsch „Quer durch Luxemburg“.

    Menuet I.

    Menuet II.

    Menuet III.

    Menuet IV.

    Menuet [V].

    Musette [I].

    Musette [II].

    Polonaise.

    Première valse - Walzersuite.

    Rigaudon.

    Sarabande I.

    Sarabande II.

    Tarantella.

    Walzer „Bilder aus Wiesbaden“.


    Klaviersonaten

    Sonate ohne Bezeichnung und Nummer.

    Sonate en fa majeur Nr. 2.

    Sonate Nr. 5 : Finale

    Sonate en fa majeur Nr. 7.

    Sonate en re majeur Nr. 8.

    Sonate en la majeur Nr. 9.

    Sonate en mi mineur Nr. 10

    Sonate en re majeur Nr. 11.

    Sonate Nr. 12.

    Sonate en si bémol majeur Nr. 13.

    Sonate en mi bémol majeur Nr. 14.

    Sonate Nr. 15.

    Sonate Nr. 16: Finale.


    Anmerkung: In ihrer Werkliste verzeichnet Helen Buchholtz ohne weitere Angabe „14 Sonaten“. In ihrem Nachlass befinden sich die Reinschriften von elf Sonaten, und zwar von Nr. 2, von Nr. 7 bis 15 sowie einer Sonate ohne Werknummer. Zusätzlich hierzu ist von einer 5. und einer 16. Sonate jeweils das Finale erhalten. Im Nachlass fehlen also die kompletten Reinschriften zu insgesamt drei (geht man von den 14 auf der Werkliste erfassten Sonaten aus) bzw. fünf Sonaten (ausgehend von der höchsten Opuszahl: 16). Überliefert sind zusätzlich die Reinschriften, Skizzen, Fragmente einer Reihe einzelner, nicht einer bestimmten Sonate zugeordneter Sätze. Ganze Sätze wurden offensichtlich wiederverwertet. Die beiden Sätze einer „Sonate en mi mineur No 6“ sowie einer „Sonate en fa majeur“ beispielsweise sind identisch mit dem ersten Satz der 10. Sonate.


    Lieder


    Deutschsprachige Lieder

    Weisst Du noch = Als wir uns fanden zum ersten Mal, T.: Ernst von Wildenbruch.

    Blauvögelein [Ballade], T.: Nikolaus Welter. .

    Darf er herein, Mädchenlied, T.: Otto von Leixner.

    Der neidische Mond, T.: Anna Ritter. .

    Der Wind geht durch die Bäume, T.: ?.

    Die alte Uhr, T.: Frida Grauel, Wiesbaden: A. Ernst Musikalienhandlung, [o.J.].

    Die Danaide, T.: M. K. [vermutlich Maidy Koch]. .

    Die Entführung [Ballade],T.: Nikolaus Welter. .

    Die rote Blume, T.: Georg Sylvester-Viereck, Wiesbaden: A. Ernst Musikalienhandlung, [o.J.].

    Die Zigeuner [Ballade],,T.: Wilhelm Langewiesche.

    Ein kleines Lied, T.: E. S. .

    Einsamer Weg, T.: Eva v. Collani. .

    Einsamkeit, T.: Anna Ritter.

    Ich glaub’, lieber Schatz, T.: Anna Ritter. .

    In verschwiegener Nacht, T.: Anna Ritter..

    Die Verschmähte = Komm ich längs der grünen Weide, T: Gustav Falke. .

    Mein Schritt hallt leise auf verträumten Wegen, T.: Maidy Koch.

    Meine Mutter hat’s gewollt, aus: „Immensee“, T.: Theodor Storm,.

    Nun ist es Herbst, T.: M. Gr. [ = vermutlich Madeleine Grain].

    O bleib bei mir, T.: Anna Ritter.

    Pythia, T.: Anna Ritter.

    Rosenmär, T.: Nikolaus Welter.

    Schlafe, ach schlafe, T.: Anna Ritter.

    Schlimme Geschichte,T.: Anna Ritter.

    So gehn die Tage hin, T.: Maidy Koch.

    Traumglück, T.: Anna Ritter.

    Und hab’ so große Sehnsucht doch, T.: Anna Ritter. .

    Und um die Holzbank duftete der Flieder, T.: Anna Ritter.

    Volkslied, T.: Anna Ritter.

    Wenn ich tot bin, Liebste, T.: Joseph Tockert.

    Wie ein Rausch, T.: Anna Ritter.


    Luxemburgische Lieder

    Am frieme Land, T.: Willy Goergen, [Luxemburg]: Eigenverlag, [o. J.].

    Belgier, Preisen a Franzo’sen, T.: ?. .

    De Piedchen, T.: Willy Goergen, [Luxemburg]: P. Linden,1936.

    Do’deg Dierfer 1945, T.: Albert Elsen, [Luxemburg]: P. Worré-Mertens, 1949.

    Don Juan, T.: Siggy vu Lëtzebuerg.

    Ech hun dech gier, T.: Willy Goergen, Luxemburg]: Eigenverlag, [o. J.].

    Entsôn, T.: Siggy vu Lëtzeburg.

    E Wêsekand, T.: Siggy vu Lëtzeburg, [Esch/Alzette]: Felix Krein Musékverlâg, [o.J.].

    Ge’ net an e Klo’schter, T.: Siggy vu Lëtzeburg, [Esch/Alzette]: Felix Krein Musékverlâg, [o.J.].

    Hun dech d’ Suerge mam Schlapp,T.: ?.

    Nén a Jo, T.: Willy Goergen, [Luxemburg]: P. Linden,1936.

    O wèrs de mêint, T.: Siggy vu Lëtzeburg, [Esch/Alzette]: Felix Krein Musékverlâg, [o.J.].

    Op der Juegd, T.: Willy Goergen.

    Ro’ a Fridden; T.: Willy Goergen, [Luxemburg]: Eigenverlag, [o. J.].

    Se’leschmîrz, T.: Siggy vu Lëtzeburg, [Esch/Alzette]: Felix Krein Musékverlâg, [o.J.].

    Sérénad, T.: Siggy vu Lëtzeburg, [Esch/Alzette]: Felix Krein Musékverlâg, [o.J.].

    Weiss Ble’e fa’len, T.: Willy Goergen, [Luxemburg]: Eigenverlag, [o. J.].


    Französischsprachige Lieder

    A quoi rêvez-vous, donc ma mie,T.: Madeleine Grain.

    Illusions, T.: Marcel Noppeney.


    Lateinische geistliche Lieder

    Ave Maria für Singstimme und KlavierWiesbaden: Wiesbaden: A. Ernst Musikalienhandlung, [o.J.].

    Ave Maria für Singstimme, Orgel und Violoncello.


    Werke für gemischten Chor


    Deutsche gemischte Chöre

    Agnes, T.: Eduard Mörike.

    Da draußen ist ein Garten, T.: Leo Heller.

    Das Ringlein sprang entzwei, T.: Anna Ritter.

    Der Gärtner, T.: Eduard Mörike.

    Die heimliche Krone, T.: Marie Sauer.

    Müllers Abschied aus „Des Knaben Wunderhorn“, T.: [Achim von Arnim].

    Schlagende Herzen, T.: Otto Julius Bierbaum.


    Luxemburgische gemischte Chöre

    Hymn vun der Lëtzeburger Biergergard, T.: Siggy vu Lëtzebuerg.


    Werke für Männerchor


    Deutsche Männerchöre

    Abschied, T.: Joseph Tockert, Luxemburg : Linden & Hansen, [o. J.].

    Der Weg zum Glück, T.: Anna Ritter, Luxemburg : Linden & Hansen, [o. J.].

    Du bist wie eine Blume, T.: Heinrich Heine.

    Erdbeeridylle, T.: Nikolaus Welter, Luxemburg : Linden & Hansen, [o. J.].

    Gondellied, T.: Nikolaus Welter.

    Ich will meine Seele tauchen,T.: Heinrich Heine.


    Luxemburgische Männerchöre

    Tapptapp, T.: Willy Goergen.

    U Letzeburg, T.: Siggy vu Lëtzebuerg.

    Zwé Schèllemân, T.: Willy Goergen.


    Werke für Harmonieorchester

    Aus frohen Tagen, Marsch

    Barcarolle fantaisiste

    Bilder aus Wiesbaden, Andantino, Walzer

    Nostalgie, Romance nom Lid’ Se’leschmîrz, (mit Solotrompete).

    Première valse, Salomé, Walzersuite.

    Quer durch die Stadt, Marsch.

    Scherzo.

    Serenade.


    Werke für Sinfonieorchester

    Ballade.

    Quer durch Luxemburg, Vie luxembourgeoise, marche caractéristique.

    Rosenmär.

    Suite en fa, Allemande – Sarabande – Menuet – Gigue.

    Tarentella.

    Quellen

    Archiv Helen Buchholtz im Cid-femmes (musikalischer Nachlass der Komponistin und biografisches Archiv), Bibliothek und Musikarchiv des Cid-femmes, 14, rue Beck, L-2018 Luxemburg, www.cid-femmes.lu, Tel. (00352 / 24 10 95-1).


    Literatur (chronologisch):

    Roster, Danielle. „... es singt wirklich eine warme Frauenseele in ihnen, die des Lebens Ernst und Bitternis gekostet... Die Komponistin Helen Geiger-Buchholtz (1877-1953)“. In: Lëtzeburger Almanach vum Joerhonnert 1900–1999. Rob Kieffer (Hg.). Luxemburg: Editions Guy Binsfeld, 1999. S. 122-135.


    Roster, Danielle. „Nur noch in Tönen atmen… Die Escher Komponistin Helen Buchholtz (1877-1953)“. In: 100 Joer Esch – 1906–2006. Ville d’Esch-sur-Alzette (Hg.). Luxemburg: Editions Binsfeld, 2006. S. 374–381.


    Rausch, Katja : Helen Buchholtz. In: Katja Rausch. Portraits de femmes célèbres luxembourgeoises. Luxemburg 2007, 82–88.


    Sagrillo, Damien; Nitschké, Alain: „Von der ‚luxemburgischen‘ zur globalen Besetzung des Blasorchesters in Luxemburg. Die Blasmusikwerke von Helen Buchholtz, Lou Koster und Fernand Mertens.“ in: Sagrillo, Damien; Nitschké, Alain, Hg.: Kongressbericht Echternach, Luxemburg 2008. Reihe Alta Musica – Eine Publikation der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik Band 28. Tutzing 2010, S. 359–391.


    Retz, Oliver: Die luxemburgische Komponistin Helen Buchholtz und ihre Lieder auf Gedichte von Anna Ritter. Analysen vor dem Hintergrund der luxemburgischen Musik- und Kulturgeschichte. Masterarbeit an der Carl Ossietzky Universität Oldenburg 2010.


    Roster, Danielle: Helen Buchholtz in: Annette Kreutziger-Herr/Melanie Unseld (Hrsg.) Lexikon Musik und Gender. Gemeinschaftsausgabe mit dem Bärenreiter-Verlag, Kassel Verlag J.B. Metzler, Stuttgart, 2010.


    Anders-Malvetti, Ursula: Die luxemburgischen Komponistinnen Helen Buchholtz und Lou Koster. In: Nos cahiers Nr. 1 Jg. 32 2011, S. 83–109.


    Herold-Hardt, Isabelle: Pädagogische Auseinandersetzung mit der luxemburgischen Komponistin Helen Buchholtz (1877-1953). Travail de candidature en éducation musicale au Lycée Classique de Diekirch 2011.


    Roster, Danielle: Helen Buchholtz (1877–1953): in: Béatrice Didier, Mireille Calle-Gruber, Antoinette Fouque: Le Dictionnaire des créatrices. Paris : Ed. Des Femmes, erscheint voraussichtlich im Jahr 2012.


    CDs

    Helen Buchholtz und Lou Koster. Lieder luxemburgischer Komponistinnen. Luxemburg: Euterpe Frauenmusikforum Luxemburg im Cid-femmes, 2003.


    Klavierwerke von Helen Buchholtz. Marco Kraus. cpo, Osnabrück, 2011.



    Links


    www.cid-femmes.lu

    Forschung

    Das Cid-femmes verwaltet den kompletten Nachlass sowie das biografische Archiv der Komponistin im „Archiv Helen Buchholtz im Cid-femmes“ und bemüht sich, das Archiv regelmäßig mit musikalischen, musikwissenschaftlichen und pädagogischen Projekten zu beleben. Informationen zu aktuellen wie bisherigen Projekten: www.cid-femmes-lu

    Forschungsbedarf

    Nur ansatzweise wurde sich mit den Orchesterwerken sowie dem Chorschaffen befasst. Unerforscht ist auch die Wiesbadener Zeit der Komponistin (1914 bis ca. 1922).

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 170108911
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 144016028
    Library of Congress (LCCN): no2011093366
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Danielle Roster, Email: culture[at]cid-femmes.lu - Internet: www.cid-femmes.lu - Die Grundseite wurde im Dezember 2007 und Januar 2008 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg und Regina Back
    Zuerst eingegeben am 31.03.2008
    Zuletzt bearbeitet am 21.03.2012


    Empfohlene Zitierweise

    Danielle Roster, Artikel „Helen Buchholtz“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 21.3.2012
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Helen_Buchholtz