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    von Raika Simone Maier
    Gunild Keetman mit Blockflöte, 1936
    Namen:
    Gunild Keetman
    Geburtsname: Gunild Keetman
    Lebensdaten:
    geb. in Elberfeld, Deutschland
    gest. in Breitbrunn am Chiemsee, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Musikpädagogin, Komponistin, Blockflötistin, Musikerin, Tanzpädagogin, Dirigentin
    Charakterisierender Satz:

    „Ein Naturtalent, gleichermaßen für Bewegung wie für Musik.“ (Carl Orff 1976, zitiert nach Ronnefeld in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 97).


    „Freilich, sie war die geborene Praktikerin, die geborene Improvisatorin, die Formerin des spontanen Einfalls. Wer einmal zusehen durfte, wie sie etwa mit jungen Menschen ein Rondo entwarf, textierte und choreografierte, wird das nie vergessen.“ (Werner Thomas in Orff-Schulwerk-Informationen, S. 7).


    „Den Unterricht leitete Gunild Keetman, zielkar, zu schöpferischer Arbeit anregend; ihr Körper straff und elastisch wie ein Federstahl, ihre Ausstrahlung erfüllt von Musik, aktiv, freundlich und fordernd zugleich. Sie brauchte nicht viele Worte. Dafür ‚sprach‘ ihr Spiel auf der Handtrommel. Damit machte sie hörbar, was sich rhythmisch in unseren tanzenden Körpern ereignete, formte es mit, machte es uns bewußt, verstärkte es. So kann man nur spielen, wenn man den dynamischen Verlauf in der eigenen Körperspannung mit vollzieht und man dem gespannten Fell wie dem hölzernen Rand der Trommel mit verschiedensten Anschlags- und Berührungsweisen die Geräusche oder ‚Äußerungen‘ zu entlocken weiß, die dem Bewegungsverlauf adäquat sind, die ein Partnerspiel ergeben.“ (Loesch, S. 16 f).


    Profil

    Gunild Keetman war als Komponistin, ausübende Musikerin, Musikpädagogin sowie Tänzerin und Tanzpädagogin tätig. Eine besondere Begabung hatte sie offenbar zum improvisatorischen Musizieren und Tanzen. Bereits nach einer kurzen Ausbildungszeit an der „Günther-Schule“ wurde sie dort Lehrkraft. In enger Zusammenarbeit mit Carl Orff, Maja Lex und Dorothee Günther entwickelte sie zahlreiche Kompositionen. Sie wirkte maßgeblich bei der Entwicklung des „Schulwerk“ mit, das jedoch ausschließlich unter Carl Orffs Namen bekannt ist. Kern des Werkes und Kern von Gunild Keetmans gesamten Schaffens ist der kreative Umgang mit Musik, Sprache und Bewegung auf der Basis von Improvisationen. Die Kompositionen des „Schulwerk“ bieten hierzu Ideen und Anregungen und sind nicht als fertige Werke zu verstehen.

    Orte und Länder

    Geboren und aufgewachsen im Rheinland kam Gunild Keetman nach Stationen in Bonn und Berlin zur berufsqualifizierenden Ausbildung an die „Günther-Schule“ nach München. Dort avancierte sie nach kurzer Zeit zur Lehrkraft und unterrichtete und komponierte bis zur kriegsbedingten Auflösung der Schule mit großem Erfolg. In Salzburg war sie Mitbegründerin des „Orff-Instituts“ sowie Lehrkraft. Die enge künstlerische Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Musikpädagogen Carl Orff sowie der Tänzerin und Tanzpädagogin Maja Lex prägte Gunild Keetmans musikalisches und musikpädagogisches Schaffen.

    Biografie

    Gunild Keetman wurde als drittes von insgesamt sechs Kindern in eine bürgerliche Familie hineingeboren und wuchs offenbar in recht autoritären Verhältnissen auf. Ihr Vater war der Kaufmann und Bankier Alfred Viktor Keetman, ihre Mutter Käthe Keetman (geb. Simons) hatte ähnlich wie viele Frauen in der damaligen Zeit keine berufsqualifizierende Ausbildung. Ersten Kontakt zu Musik erhielt Gunild Keetman durch ihr Elternhaus mit Klavier- und Cello-Unterricht sowie Kammermusik. Nach dem Abitur 1923 besuchte Gunild Keetman die „Deutsche Frauenschule Gaienhofen“ sowie die „Wirtschaftliche Frauenschule zu Löbichau“ für jeweils kurze Zeit (vgl. Ronnefeld in Ronnefeld/Regner, S. 15 f). Ab 1924 begann sie ein Studium in Bonn (Kunst- und Musikgeschichte) und wechselte nach einem Semester an die Hochschule für Leibesübungen in Berlin. Ab 1926 absolvierte sie im Anschluss daran ihre künstlerische Ausbildung an der „Günther-Schule“. Während ihrer Ausbildungszeit war Gunild Keetman insbesondere von dem Musikpädagogen und Komponisten Carl Orff beeindruckt, der offenbar auch eine Art „Sonderstudienplan“ für sie persönlich entwickelte (vgl. Ronnefeld in Ronnefeld/Regner, S. 21). Unmittelbar im Anschluss an ihr Studium wurde Gunild Keetman selbst Lehrerin an der „Günther-Schule“. Offenbar bewältigte sie in der folgenden Zeit ein gewaltiges Arbeitspensum. Ihre Schülerin, Kollegin, Freundin und Biografin Minna Ronnefeld stellt dar, wie sich in Gunild Keetmans ersten Jahren an der „Günther-Schule“ eine „kongeniale schöpferische Beziehung“ zwischen Gunild Keetman, Carl Orff und der Tänzerin und Tanzpädagogin Maja Lex herausbilden konnte (Ronnefeld in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 99).

    Zwischen 1932 und 1935 erschien die „Elementare Musikübung“ als erste Publikation des „Schulwerks“. Sieben der insgesamt zwanzig Hefte hatte Gunild Keetman verfasst (vgl. Haselbach in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 99). Carl Orff erklärte außerdem, dass das „Schulwerk“ ohne Gunild Keetmans Doppelbegabung nicht hätte entstehen können (Orff-Schulwerk-Informationen, S. 6, zitiert nach Werner Thomas). Über Gunild Keetmans Kompositionen ist zu lesen: „Beachtung fanden damals die Tanzkompositionen von Gunild Keetman für das Ensemble der Günther-Schule. Ihr Klangbild erinnert an fernöstliche Musik und ihre Kompositionstechnik verwendet zum ersten Mal minimalistische Strukturen.“ (http://www.orff.de/orff-schulwerk/entwicklung.html)


    1930 wurde das Tanzorchester der „Günther Schule“ gegründet, dessen musikalische Leitung Gunild Keetman übernahm. Das Orchester arbeitete engstens mit der „Münchener Kammertanzbühne“ zusammen, die 1932 in „Tanzgruppe Günther - München“ umbenannt wurde. Besonderes Merkmal der „Tanzgruppe Günther - München“ war die sich durch tanzende Musikerinnen und musizierende Tänzerinnen ergebende Aufführungspraxis, die in dieser Form in der europäischen Kunstmusik unüblich ist. Die tänzerische Leitung der Gruppe oblag Maja Lex. Die „Tanzgruppe Günther - München“ tourte erfolgreich durch das europäische Ausland. Für Gunild Keetman ergab sich durch die Arbeit mit der Tanzgruppe eine intensive kompositorische Schaffenszeit. Besondere Bedeutung hat Gunild Keetmans „Barbarische Suite“ (1930). Der Titel deutet auf die Idee des Elementaren in der Musik hin; es handelte sich um ein Werk, das einem tänzerisch-musikalischen Produktionsprozess folgte.


    Wie Gunild Keetman die NS-Zeit erlebte, kann derzeit nicht umfänglich rekonstruiert werden. Offenbar unterrichtete sie bis 1944 mit bis zu 32 Wochenstunden an der „Günther-Schule“. Die NS-Diktatur scheint somit ihre Arbeit gebilligt zu haben. Die von ihr selbst verfassten „Erinnerungen an die Güntherschule“ enden im Jahr 1936, sodass über ihre Haltung während der NS-Zeit nur wenig Informationen vorliegen (vgl. Ronnefeld in Ronnefeld/Regner, S. 29 ff). Allerdings ist bekannt, dass Gunild Keetman wohl bewußt die Parteizugehörigkeit zur NSDAP umging. Dorothee Günther hatte sie angemeldet und die Mitgliedsbeiträge bezahlt, aber Gunild Keetman holte ihre Mitgliedskarte nicht ab, was 1937 offenbar einen Ausschluss aus der NSDAP zur Folge hatte. Minna Ronnefeld stellt außerdem fest, dass Gunild Keetman durch die NS-Diktatur stark geprägt worden war und sie die Ereignisse „weder vergessen noch verdrängen“ konnte. Gunild Keetman habe erst am Ende ihres Lebens über diese Zeit reden können (Ronnefeld in Ronnefeld/Regner, S. 33).


    1936 wurde Carl Orff gefragt, ob er die Musik zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Olympischen Spiele komponieren wolle. Er reichte die Aufgabe weiter: Gunild Keetman übernahm Einstudierung und Leitung der Aufführung, sowie die Komposition des „Einzug und Reigen der Kinder und Mädchen“. In der Öffentlichkeit wurde allerdings Carl Orffs Name genannt (vgl. Kugler in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 22 und Ronnefeld in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 104).


    Im Jahr 1944 wurde Gunild Keetmans Münchner Wohnung ausgebombt. Nachdem sie für kurze Zeit bei Carl Orff wohnen konnte, zog sie zu ihrem Bruder nach Breitbrunn am Chiemsee. Nach der endgültigen Schließung der „Günther-Schule“ im selben Jahr wurde Gunild Keetman dazu verpflichtet, in einem Lazarett Gymnastikunterricht zu geben (vgl. E. Keetman in Ronnefeld/Regner, S. 55).


    Vermutlich aufgrund der Tatsache, dass Gunild Keetman nicht der NSDAP angehört hatte, konnte sie nach dem Ende des 2. Weltkrieges nahezu bruchlos weiterarbeiten. Von 1948 an leitete Gunild Keetman gemeinsam mit Carl Orff die Schulfunksendungen des Bayerischen Rundfunks (vgl. Ronnefeld in Ronnefeld/Regner, S. 33 f), und die Arbeit mit Kindern rückte insgesamt in den Mittelpunkt ihres Schaffens. Ab 1949 gab Gunild Keetman als Lehrbeauftragte Kinderkurse an der „Akademie für Musik und Darstellende Kunst Mozarteum“, Salzburg (vgl. Ronnefeld in Ronnefeld/Regner, S. 37). Nach der Gründung des „Orff-Instituts“ am „Mozarteum Salzburg“ im Jahr 1961 war Gunild Keetman in der Leitung sowie als Lehrkraft tätig. Am Ende ihres Lebens litt sie unter der Alzheimer-Krankheit (vgl. R. Keetman in Ronnefeld/Regner, S. 69), gepflegt wurde sie durch Irmgard Teply.


    Während ihrer Schaffenszeit komponierte Gunild Keetman fast 70 Tänze (vgl. Ronnefeld in Ronnefeld/Regner, S. 27). Sie unterrichtete Schulwerk-Kurse in zahlreichen Ländern und trat als Musikerin und Dirigentin in Erscheinung. Ihr Schaffen ist durch Ton- und Filmaufnahmen dokumentiert; 1954 wurde beispielsweise der erste Schulwerk-Film „Musik für Kinder“ in Salzburg gedreht. 1956/57 begannen Schallplattenaufnahmen unter dem Titel „Orff-Schulwerk. Musik für Kinder“ unter der Leitung von Gunild Keetman und Carl Orff bei Columbia/Electrola.


    Gunild Keetman starb am 14. Dezember 1990 in Breitbrunn am Chiemsee.

    Würdigung

    Gunild Keetman war eine vielfältige Musikerin und Musikpädagogin. Insbesondere während ihrer Zeit an der „Günther-Schule“ arbeitete sie eng mit der Schulleiterin Dorothee Günther sowie mit Carl Orff und Maja Lex zusammen. Gemeinsam wurde an der Schule komponiert, musiziert, getanzt und es wurden (musik-)pädagogische Ansätze weiterentwickelt. Gunild Keetman hatte an der Etablierung bzw. Entwicklung der sog. Elementaren Musik/Elementaren Musikpädagogik bedeutenden Anteil.

    In der Sekundärliteratur werden Gunild Keetmans offenbar außergewöhnlichen pädagogischen Fähigkeiten hervorgehoben, ihr inspirierender, musikalisch und inhaltlich überzeugender Unterricht wird häufig betont. Sie scheint im Übrigen eine herausragende Motivationsgabe gehabt zu haben.


    Gunild Keetmans Schülerin Barbara Haselbach – später Professorin am „Orff-Institut“ in Salzburg – charakterisierte sie als „eine große Maestra“. Sie schrieb weiter, dass Gunild Keetmans Kraft auch nach vielen Jahren große Ausstrahlung besessen habe (vgl. Orff-Schulwerk-Informationen, S. 4). Von Carl Orff wurde Gunild Keetman als „Naturtalent“ sowohl für den Tanz als auch für Musik beschrieben (Carl Orff 1976, zitiert nach Ronnefeld in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 97). Zu ihren Lebzeiten waren Gunild Keetmans pädagogische und musikalische Fähigkeiten weithin bekannt und hoch geschätzt; Kurse im Zusammenhang mit dem „Schulwerk“ führten sie bis nach Kanada.


    Gunild Keetmans Einfluss auf die Elementare Musik/Musikpädagogik sowie auf den zeitgenössischen Tanz ist derzeit noch nicht vollständig zu ermessen, dürfte jedoch von erheblichem Ausmaß sein. Seit 2013 gibt es in Salzburg einen Gunild-Keetman-Saal, der an ihr Wirken erinnert (vgl. http://www.uni-mozarteum.at/de/university/standorte/orff_institut.php).

    Rezeption

    Der Name Gunild Keetman ist heute wenig bekannt; weder ihr kompositorisches, noch ihr musikalisches oder musikpädagogisches Wirken wird aktuell in umfassender Weise rezipiert. Insbesondere ihre Mitarbeit an der „Elementaren Musikübung“ bzw. am „Schulwerk“ wird heute nicht in vollem Ausmaß wahrgenommen; die Werke werden nahezu ausschließlich mit Carl Orff in Verbindung gebracht. Grund hierfür ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Gunild Keetmans Geschlecht. In den traditionell ausgerichteten Fächern Musikwissenschaft und Musikpädagogik sowie im patriarchal organisierten künstlerischen Bereich entstand und entsteht die Geschichtsschreibung fast ausschließlich über männliche Autoren und Künstler, aktuell genauso wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Werke sind somit Carl Orff zugerechnet worden.

    Das von Hermann Regner und Minna Ronnefeld herausgegebene Buch „Gunild Keetman“ sowie ein Band von Michael Kugler mit dem Titel „Elementarer Tanz – Elementare Musik“ etwa beschäftigen sich mit Gunild Keetmans Werken und ihr als Person. Allerdings steht in erster Linie ihr pädagogisches Schaffen im Mittelpunkt, nicht ihr kompositorisches oder wissenschaftlich-literarisches.

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    Sprungtanz (unveröffentlichtes Manuskript, Orff-Zentrum München [im Folgenden: OZM]), 1929.


    Rondo (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1929.


    Tanzsuite: Barbarische Suite (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1930.


    Abendlicher Tanz (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1930.


    Tanzsuite: Miniaturen (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1931.


    Tanz der hellen Instrumente (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1931.


    Kampfspiel (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1931.


    Aufzug (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1932.


    Schulwerk-Elementare Musikübung, 7 Hefte (Spielstücke für kleines Schlagwerk/Spielstücke für Blockflöten und kleines Schlagwerk/Tanz- und Spielstücke: Auftakt, Bolero/Spielstücke für Blockflöten/Tanz/Tanz- und Spielstücke: Ekstatischer Tanz/Kleines Flötenbuch 1 und 2), Mainz: Schott-Verlag 1932-1935.


    Tanzsuite: Klänge und Gesichte (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1934.


    Tanzsuite: Tänze zu Ehren von Tag und Nacht (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1935.


    Paukentanz (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1935.


    Dem Morgen (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1935.


    Vier Tänze von Afrika (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1935.


    3 französische Chansons (Rondo-Burgund-Berceuse; unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1935.


    Frage (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1935.


    Slavensky (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1935.


    Gunild Keetman: Einzug und Reigen der Kinder und Mädchen, Mainz, Leipzig: B. Schott's Söhne 1936.


    Tänze für die Tanzgruppe Günther, ein Heft (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Solo Rose (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Jubilate (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Tanz mit Schellen (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Lied an den Tanz. Zigeuner (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Tag im Wind (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Trommeltanz (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Tango (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Zweiklang (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Flötentänzchen (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Tanz der wechselnden Launen (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Abendlicher Tanz (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1937.


    Canzonetta (1. und 2. Fassung, unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1938.


    (Im) Zwielicht (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1938.


    Wilde Weise (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1938.


    Tänze mit Schwertern (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1938.


    Musik zur „Lingiade“ in Stockholm (unveröffentlichtes Manuskript, OZM) 1939.


    Musik zum Film „Tanzlegende“ mit der Tanzgruppe Günther, Terra Filmgesellschaft, 1939.


    Tänze für Klavier und Schlagzeug, 1 Heft (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Stilles Wasser (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Trio (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Der fröhliche Engländer (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Tango (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Beckentanz (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Trommeltanz (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Leichte Luft (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Klavierfassung: „...irgendmal im Krieg“ (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), 1942.


    Weihnachtsgeschichte (Text: Carl Orff), Mainz: Schott-Verlag, 1948.


    Orff-Schulwerk, Musik für Kinder, Band I-V (gemeinsam mit Carl Orff), Mainz: Schott-Verlag 1950-1954.


    Spielstücke für Blockflöten, Heft A und B, Mainz: Schott Verlag 1951.


    Musik zum Film Orff-Schulwerk, Musik für Kinder (1953)


    Stücke für Flöte und Trommel, Mainz: Schott-Verlag 1956.


    Lieder für die Schule, Heft 1-3, 7, Mainz: Schott Verlag 1960-1967.


    Chansons enfantines. Quatorze chansons originales françaises (gesetzt von Gunild Keetman), Mainz: Schott-Verlag, 1958.


    Japanische Kinderlieder (gesetzt von Gunild Keetman), Mainz: Schott-Verlag 1963.


    Spielbuch für Xylophon, Heft I-III Mainz: Schott-Verlag, 1965-1966.


    Erstes Spiel am Xylophon, Mainz: Schott-Verlag, 1969.


    Rhythmische Übung, Mainz: Schott-Verlag, 1970.


    Chansons originales françaises (gesetzt von Gunild Keetman), Mainz: Schott Verlag 1970.


    Üb- und Spielstücke für Pauken, Mainz: Schott Verlag 1973.


    Stücke für Flöte und Trommel, Mainz: Schott Verlag 1973.


    Paralipomena, Mainz: Schott Verlag 1977 (gemeinsam mit Carl Orff).


    Taiwanesische und Chinesische Kinderlieder, gesetzt von Gunild Keetman und Jong-Teh Lin, verlegt im Deutschen Kulturzentrum Taipeh, Taiwan, 1980.


    Gunild Keetman/Minna Ronnefeld (Hg.): Elementares Blockflötenspiel mit Anleitung für Zusammenspiel und Improvisation, Mainz: Schott Verlag 1980.


    Gunild Keetman/Minna Ronnefeld (Hg.): Singen und Spielen zu Weihnachten: Europäische Weihnachtslieder. Band 1, 2 und 3, Mainz: Schott Music 1980, 1982, 1996.

    Gunild Keetman/Minna Ronnefeld (Hg.): Kontratänze: aus "The English Dancing Master". 2 Sopran-Blockflöten, Alt-Blockflöte und kleines Schlagwerk. Spielpartitur. Mainz: Schott Music GmbH & Co KG 1986.

    Gunild Keetman/Minna Ronnefeld (Hg.): Alte französische Tänze, Mainz: Schott Music GmbH & Co KG 1991.


    Ekstatischer Tanz II (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), o. J.


    Flötenmonotonie (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), o. J.


    Tänze für Klavier und Schlagzeug, 1 Heft (unveröffentlichtes Manuskript, OZM), o. J.



    Diskografie


    BASF (Label): Keetman, Gunild und Orff, Carl: Musica Poetica – Orff-Schulwerk, Teile 1-10.



    Bücher/Schriften


    Gunild Keetman: Elementaria. Erster Umgang mit dem Orff-Schulwerk, Stuttgart: Klett-Verlag 1970.


    Gunild Keetman: Erinnerungen an die Güntherschule, in: Münster, Robert und Wagner, Renata: Ausstellungskatalog, Tutzing: Schneider-Verlag 1978, S. 11-19.

    Repertoire

    Eine detaillierte Repertoireaufstellung steht derzeit noch aus. In Gunild Keetmans Repertoire dürften jedoch vor allem eigene Werke und Werke aus dem „Schulwerk“ gewesen sein. Darüber hinaus improvisierte sie vielfach. Sie spielte verschiedene Trommeln, Blockflöten und weitere Instrumente aus den Orff-Instrumenten. Bei Einspielungen dirigierte sie die Werke zusätzlich.

    Quellen

    Sekundärliteratur


    Fischer, Cornelia: Gunild Keetman und das Orff-Schulwerk: Elementare Musik zwischen künstlerischem und didaktischem Anspruch, Mainz: Schott Music 2009.


    Haselbach, Barbara: Abschied von Gunild Keetman, in: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg, „Orff-Institut“ und Orff-Schulwerk Forum Salzburg (Hg.): Orff-Schulwerk-Informationen Nr. 47, Salzburg: Typoservice Freilinger, 1991, S. 4.


    Haselbach, Barbara: Dorothee Günther, in: Kugler, Michael (Hg.): Elementarer Tanz-Elementare Musik. Die Günther-Schule München 1924 bis 1944, Mainz: Schott Musik International, 2002, S. 50-66.


    Hochschule für Musik und Darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg, „Orff-Institut“ und Orff-Schulwerk Forum Salzburg (Hg.): Orff-Schulwerk-Informationen Nr. 47, Salzburg: Typoservice Freilinger, 1991.


    Keetman, Esa: „Ach Gunild, doch so was nicht!“, in: Regner, Hermann und Ronnefeld, Minna: Gunild Keetman. Ein Leben für Musik und Bewegung, Mainz: Schott Verlag 2004, S. 51-63.


    Keetman, Regine: Ein Dankesbrief an dich, in Regner, Hermann und Ronnefeld, Minna: Gunild Keetman. Ein Leben für Musik und Bewegung, Mainz: Schott Verlag 2004, S. 69-73.


    Kugler, Michael: Die Günther-Schule als Institution, in: Kugler, Michael (Hg.): Elementarer Tanz-Elementare Musik. Die Günther-Schule München 1924 bis 1944, Mainz: Schott Musik International, 2002, S. 41-50.


    Kugler, Michael: Der Weg zum Elementaren Tanz und zur Elementaren Musik, in: Kugler, Michael (Hg.): Elementarer Tanz-Elementare Musik. Die Günther-Schule München 1924 bis 1944, Mainz: Schott Musik International, 2002, S. 11-27.


    Kugler, Michael (Hg.): Elementarer Tanz-Elementare Musik. Die Günther-Schule München 1924 bis 1944, Mainz: Schott Musik International, 2002.


    Loesch, Ilse: Mit Leib und Seele. Erlebte Vergangenheit des Ausdruckstanzes, Berlin: Henschelverlag, 1990.


    Regner, Hermann: Carl Orff und seine pädagogischen Ideen, in: Kugler, Michael (Hg.): Elementarer Tanz-Elementare Musik. Die Günther-Schule München 1924 bis 1944, Mainz: Schott Musik International, 2002, S. 66-76.


    Ronnefeld, Minna: Gunild Keetman – Pädagogin und Komponistin, in: Kugler, Michael (Hg.): Elementarer Tanz-Elementare Musik. Die Günther-Schule München 1924 bis 1944, Mainz: Schott Musik International, 2002, S. 95-109.


    Ronnefeld, Minna: Gunild Keetman – Bruchstücke eines Lebens, in: Regner, Hermann und Ronnefeld, Minna: Gunild Keetman. Ein Leben für Musik und Bewegung, Mainz: Schott Verlag 2004, S. 15-51.


    Thomas, Werner: Nachruf auf Gunild Keetman 3. Januar 1991, in: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg, „Orff-Institut“ und Orff-Schulwerk Forum Salzburg (Hg.): Orff-Schulwerk-Informationen Nr. 47, Salzburg: Typoservice Freilinger, 1991, S. 6-9.



    Internetquellen


    Informationen zum „Orff-Institut“, http://www.uni-mozarteum.at/de/university/standorte/orff_institut.php, Zugriff 13.5.2018.


    Informationen zu Gunild Keetman sowie Carl Orff, http://aosa.org/about/orff-keetman/, Zugriff 18.5.2018


    Informationen zu Gunild Keetman sowie Carl Orff mit Hörbeispiel, https://www.bbc.co.uk/music/artists/0670307f-95b4-4349-be94-f28ffe5c74b3, Zugriff 30.5.2018.


    Informationen zum „Schulwerk“, http://www.orff.de/orff-schulwerk/entwicklung.html, Zugriff 30.5.2018.


    Personendossier „Gunild Keetman, https://de.wikipedia.org/wiki/Gunild_Keetman, Zugriff 30.5.2018.



    Weitere Quellen


    Im Orff-Zentrum München befindet sich ein Teilnachlass von Gunild Keetman.



    Links


    https://www.youtube.com/watch?v=QbzrtApf7K4, Zugriff 11.10.2018.


    https://www.youtube.com/watch?v=mXM8mI_t09I&list=PL3bkYxkqqRgbFEjD_gYqs2v_WZaZ8OVP6, Zugriff 11.10.2018.

    Forschung

    Durch Gunild Keetmans Schülerinnen und Nachfolgerinnen findet und fand eine Auseinandersetzung mit der Musikerin und Musikpädagogin statt. Cornelia Fischer hat in ihrem Dissertationsprojekt mit dem Titel „Gunild Keetman und das Orff-Schulwerk: Elementare Musik zwischen künstlerischem und didaktischem Anspruch“ ebenfalls Gunild Keetmans Wirken untersucht.

    Genau wie Carl Orff konnte Gunild Keetman während und nach der NS-Zeit unterbrechungsfrei arbeiten und komponieren. Welche Begleitumstände hierbei eine Rolle spielten, ist derzeit noch nicht aufgearbeitet. Auf der Seite der „Carl-Orff-Stiftung“ zur Person Carl Orff sind derzeit keine Informationen zur NS-Zeit zu finden (Vgl. https://www.orff.de/index.php?id=7, Zugriff 11.10.2018) und in Hermann Regners Aufsatz „Carl Orff und seine pädagogischen Ideen“ spielt die NS-Zeit keine Rolle (vgl. Regner in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 66 ff). Michael Kugler äußert, dass Carl Orffs Kompositionen nicht den kulturpolitischen Vorstellungen des NS-Regimes entsprochen hätten (vgl. Kugler in Kugler: Elementarer Tanz-Elementare Musik, S. 21 f). Unter welchen Umständen er jedoch als Komponist für die Olympischen Festspiele ausgewählt wurde und 1937 sein wohl bekanntestes Werk „Carmina Burana“ komponieren und uraufführen konnte, geht aus Michael Kuglers Aufsatz nicht hervor.

    Forschungsbedarf

    Eine eingehende und detaillierte Auseinandersetzung mit Gunild Keetman insgesamt steht derzeit noch aus. Eine biografisch orientierte Untersuchung ihres Wirkens unter gendersensiblen und zeitkritischen Aspekten mit ihr erscheint vielversprechend; es könnte beispielsweise herausgearbeitet werden, wie und unter welchen Umständen es ihr möglich war, als Frau erfolgreich im Musikbereich tätig zu sein.

    Darüber hinaus ist eine Erforschung ihres umfangreichen kompositorischen Werks notwendig, sowie die Erforschung der Rezeption ihres Werkes und die Untersuchung ihres Einflusses auf die aktuelle Musik- und Tanzpädagogik. Eine Berücksichtigung ihrer Person und ihres Wirkens im Rahmen der Musikgeschichtsschreibung steht derzeit ebenfalls noch aus. Des Weiteren ist eine kritische Auseinandersetzung mit ihrer Zeit an der „Günther-Schule“ wünschenswert. Insbesondere Gunild Keetmans Positionierung während der NS-Zeit ist derzeit unklar.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 56804903
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 123187249

    Autor/innen

    Raika Simone Maier


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 20.11.2018


    Empfohlene Zitierweise

    Raika Simone Maier, Artikel „Gunild Keetman“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 20.11.2018.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Gunild_Keetman