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  • Friederike Birnbaum

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Friederike Birnbaum
    Ehename: Friederike Kohlhauer
    Lebensdaten:
    geb. in ,
    gest. nach in ,

    Die Lebensdaten Friederike Birnbaums sind nicht genau bekannt. Sie starb nach 1884, denn aus dem Jahr 1884 ist ein Brief von ihr an Ferdinand Hiller erhalten.
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Chorsängerin

    Orte und Länder

    Friederike Birnbaum wuchs vermutlich in Köln auf. In den 1860er Jahren erschienen ihre Kompositionen in Kölner und Mainzer Musikverlagen. Nach ihrer Heirat ließ sie sich mit ihrem Mann Karl Ernst Kohlhauer in Wetzlar nieder.

    Biografie

    Über die Biografie der Komponistin Friederike Birnbaum ist kaum etwas bekannt. Friederike Birnbaum wurde 1831 geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung im Umfeld der Kölner Singakademie, die ab 1843 von dem Dirigenten Heinrich Dorn geleitet wurde. Dies geht aus einer Jugenderinnerung hervor, die sie am 22. November 1884 aus Wetzlar in einem Brief an Ferdinand Hiller schilderte: „Bei Mendelssohn fiel mir auch noch etwas lebhaft ein. Sein Tod fiel in die Zeit, wo ich eben anfing, mit zu den Proben zu gehen, wenn auch noch nicht mit zu singen. Es war Sonntags Generalprobe unter H. Dorns Leitung und die Missa solemnis aufgeführt. Meine älteste Schwester sang mit, und ich hörte unten im Saale zu. Plötzlich wird Dorn hinausgerufen und als er zurückkommt, steigt er mit kalter Miene wieder aufs Podium, sagt ‚Mendelssohn ist todt’ – klopft aufs Pult und ruft ‚also weiter, meine Herren!’ – Aber meine Schwester eilte so schnell sie konnte zu mir und mit mir aus dem Saale, denn in dem Augenblick konnte sie kein Sanctus und erst recht kein Passus von Beethoven hören.“ (Brief von Friederike Kohlhauer [geb. Birnbaum] an Ferdinand Hiller vom 22. November 1884, zit. n. Sietz 1966, Bd. V, S. 111)


    In den Jahren von 1861 bis 1864, vor ihrer Heirat, publizierte Friederike Birnbaum mehrere Liedersammlungen, die im Mainzer Musikverlag Schott sowie in den Kölner Musikverlagen Küpper und Schloss erschienen; die Herkunft der Liedtexte konnte bislang nicht eruiert werden.


    Friederike Birnbaum heiratete den Militäringenieur und Schriftsteller Karl Ernst Kohlhauer (geb. 1815) und ließ sich mit ihm in Wetzlar nieder.

    Würdigung

    Obwohl von Friederike Birnbaum vergleichsweise wenige Werke im Druck erschienen, wurde sie von den Zeitgenossen dennoch als Komponistin wahrgenommen. Alfred Michaelis nahm sie 1888 in sein biografisches Lexikon „Frauen als schaffende Tonkünstler“ auf (Michaelis 1888), ihre Werke wurden in den Hofmeisterschen Musikalienkatalogen angezeigt (vgl. Datenbank Hofmeister XIX), und Franz Pazdírek verzeichnete 1904 ihre Kompositionen in seinem „Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker“ (Pazdírek 1904ff.).

    Rezeption

    Die Kompositionen Friederike Birnbaums werden derzeit nicht rezipiert.

    Werkverzeichnis

    Sechs Lieder. Heft 1. Mainz: Schott, 1861.

    Still, mein Herz – Als ich nach Süden schritt – Mir ist so ernst und feierlich – Sonnenblick im Winter – Ich weiss ein Blümlein blühen – Sing’ noch ein Lied.


    Sechs Lieder. Heft 2. Köln: Küpper, 1863.

    Im Wald – Du hast den Gruss nicht vernommen – Die Waise – Abendfrieden – Frisch gesungen – Augenzauber.


    Sechs Lieder. Heft 3. Verlag und Erscheinungsjahr unbekannt

    Neuer Frühling – Einmal doch! – Liebes-Hoffnung – Abend – Der Pfeil und das Lied – Bekenntnis.


    Zwei Gesänge für Sopran. Köln: Schloss, 1864.

    Im Herbst – Im Frühling.

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Kohlhauer, Karl Ernst“. In: Franz Brümmer: Deutsches Dichterlexikon, Bd. 1, 1876 (vorh. in wbis – world biographical information system).


    Michaelis, Alfred. Frauen als schaffende Tonkünstler. Ein biographisches Lexikon. Leipzig: A. Michaelis, 1888.


    Pazdírek, Franz (Hg.). Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker, Wien: Pazdírek & Co, 1904-1910.


    Sietz, Reinhold. Aus Ferdinand Hillers Briefwechsel. Beiträge zu einer Biographie Ferdinand Hillers. Bd. 5. Köln: Arno Volk-Verlag, 1966.


    Links


    http://www.hofmeister.rhul.ac.uk (Stand: 26. Juni 2010)

    Die Datenbank „Hofmeister XIX“, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts erfasst sind, verzeichnet auch mehrere Kompositionen Friederike Birnbaums.


    www.kalliope-portal.de (Stand: 26. Juni 2010)

    Das Verbundsystem Nachlässe und Autographe enthält auch einen Eintrag zu Friederike Birnbaum mit Verweis auf das Kölner Historische Archiv.

    Forschung

    Im Verbundsystem Nachlässe und Autographe „Kalliope-Portal“ ist Friederike Birnbaum mit dem Geburtsjahr 1831 vermerkt und als zweite Ehefrau von Karl Ernst Kohlhauer identifiziert (www.kalliope-portal.de, Stand: 26. Juni 2010). Dort wird auf das Historische Archiv Köln verwiesen, das derzeit (Juni 2010) nicht zugänglich ist.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Friederike Birnbaum, verh. Kohlhauer, umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 10631059
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 117740470

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 23.09.2010


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Friederike Birnbaum“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 23.9.2010.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Friederike_Birnbaum