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  • Frances Thomas

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Frances Thomas
    Lebensdaten:
    geb. um
    gest.
    Tätigkeitsfelder:
    Klarinettistin
    Charakterisierender Satz:

    „An unusually pleasant and interesting little concert was given on Monday afternoon by Miss Frances Thomas, the accomplished clarinet player, and Miss A. V. Mukle, a pinait of considerable technical attainment. These two ladies were heard together in Brahms’s beautiful sonata in E flat, played with grace and intelligence [...].“


    „Ein ungewöhnlich ansprechendes und interessantes kleines Konzert wurde am Montagnachmittag von Fräulein Frances Thomas, der versierten Klarinettistin, und Fräulein A. V. Mukle, einer Pianistin mit beträchtlichen technischen Fähigkeiten, gegeben. Diese beiden Damen waren gemeinsam mit Brahms’ schöner Sonate in Es-Dur zu hören, die sie mit Anmut und Verstand spielten [...].“


    („The Times“ vom 25. März 1896, S. 13)


    Profil

    Die Klarinettistin Frances Thomas absolvierte ihr Studium im Fach Klarinette an der Royal Academy of Music bei Henry Lazarus. Bereits während ihrer Studienzeit trat sie mit dem Studierendenorchester der Royal Academy als Solistin mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Carl Maria von Weber auf und gab in späteren Jahren Konzerte mit Musikerinnen und Musikern wie den Geigerinnen und Geigern Gabrielle Vaillant und Henry Holmes, der Organistin Emily M. Lawrence, der Oboistin Leila Bull, den Violoncellistinnen und -cellisten Alessandro Pezze, May Mukle und Edward W. Whitehouse sowie den Pianistinnen Ann V. Mukle und Florence A. Marshall. Von 1876 bis 1901 sind regelmäßig und kontinuierlich Auftritte von Frances Thomas zu belegen. Im Dezember 1901 reißen die Pressemitteilungen und -rezensionen ab.

    Orte und Länder

    Frances Thomas wuchs vermutlich in London auf. Sie studierte an der Royal Academy of Music in London und konzertierte anschließend dort sowie in weiteren englischen Städten, u. a. in Rugby, Birmingham und Hampstead.

    Biografie

    Frances Thomas wurde ca. Anfang der 1850er Jahre geboren. Ihre Herkunft lässt sich bislang nur anhand der Biografie ihrer Schwester, der Musikerin Florence Ashton Thomas, verh. Marshall, erschließen. Demnach war Frances Thomas die Tochter eines Reverend John Thomas und Frau und wuchs vermutlich in London auf. Eine weitere Schwester, Bertha Thomas, wurde Schriftstellerin.


    Von 1874 bis ca. 1878 studierte Frances Thomas das Fach Klarinette an der Royal Academy of Music bei Henry Lazarus, einem der bekanntesten Solo- und Orchesterklarinettisten der Zeit. Als Klarinettistin fand Frances Thomas an der Royal Academy of Music rasch Anerkennung. So trat sie z. B. im Sommer 1876 bei einem der großen Orchesterkonzerte der Academy unter der Leitung von Walter Macfarren in der Londoner St. James’s Hall als Solistin auf und spielte dabei den ersten Satz aus einem Klarinettenkonzert Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (verm. A-Dur, KV 622). Die „Musical Times“ bemerkte: „Special praise must also be awarded to Miss Frances Thomas for her performance of the first movement of Mozart’s clarionet Concerto in E flat [...].“ („Besonderes Lob muss auch Fräulein Frances Thomas für ihre Aufführung des ersten Satzes von Mozarts Klarinettenkonzert in Es-Dur gezollt werden […].“; „The Musical Times“ vom 1. August 1876, S. 557) Auch ein Jahr später trat Frances Thomas als Solistin im Orchesterkonzert der Royal Academy, wiederum unter der Leitung von Walter Macfarren, auf und begeisterte mit ihrem Spiel des Larghetto aus Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert f-Moll op. 73 ein weiteres Mal den Rezensenten der „Musical Times“: „Mention must also be made of the fine tone and feeling shown by Miss Frances Thomas in the Larghetto of Weber’s Clarionet Concerto in F [...].“ („Erwähnt werden muss auch der schöne Klang und das Gefühl, das Fräulein Frances Thomas im Larghetto von Webers Klarinettenkonzert in F vermittelte […].“; „The Musical Times“ vom 1. Juli 1877, S. 334) Zudem wurde Frances Thomas während ihres Studiums mehrfach ausgezeichnet: Bei den Prüfungskonzerten im Juli 1875 wurde ihr die Bronze-Medaille im Fach Klarinette verliehen, und sie erhielt darüber hinaus einen Buchpreis im Fach Harmonielehre (vgl. „The Musical Times“ vom 1. August 1875, S. 171), im Juli 1876 wurde ihr vermutlich die Silbermedaille im Fach Klarinette zuteil, denn ein Jahr später, im Juli 1877, wurde ihr in diesem Fach das „Certificate of Merite“ überreicht, eine der höchsten Auszeichnungen der Academy, die Studierenden vorbehalten blieb, die bereits mit der Silbermedaille ausgezeichnet worden waren (vgl. „The Musical Times“ vom 1. August 1877, S. 390).


    Nach ihrem Studium konnte sich Frances Thomas als Kammermusikerin im englischen Musikleben etablieren und trat von 1878 bis 1901 regelmäßig in London, Birmingham, Hampstead und weiteren Städten auf. Dabei konzertierte sie gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern wie den Geigerinnen und Geigern Gabrielle Vaillant und Henry Holmes, der Organistin Emily M. Lawrence, der Oboistin Leila Bull und den Violoncellistinnen und -cellisten Alessandro Pezze, May Mukle und Edward W. Whitehouse. So wirkte sie z. B. im Juli 1878 bei einem Konzert der Geigerin Gabrielle Vaillant in der Londoner Steinway Hall mit, und ein Rezensent der „Musical Times“ bemerkte: „Mdlle Gabrielle Vaillant gave an excellent Concert on the 4th ult. at the Steinway Hall, assisted by [...] serveral eminent instrumentalists, including Miss Frances Thomas, of the Royal Academy of Music, who is rapidly making her way as a clarinet-player.“ („Fräulein Gabrielle Vaillant gab am 4. des Vormonats in der Steinway Hall ein exzellentes Konzert, unterstützt durch […] einige hervorragende Instrumentalisten, darunter Fräulein Frances Thomas von der Royal Academy of Music, die rasch ihren Weg als Klarinettistin macht.“; „The Musical Times“ vom 1. August 1878, S. 451). Im Februar 1879 trat sie gemeinsam mit dem Geiger Henry Holmes und dem Violoncellisten Alessandro Pezze, beide Professoren der Royal Academy, im Rahmen eines Konzertes auf, das Florence A. Marshall (geb. Thomas, verm. ihre Schwester) in der Vestry Hall von Hampstead veranstaltete. Dabei spielte Frances Thomas u. a. Ludwig van Beethovens Klarinettentrio Es-Dur op. 38 (ein Arrangement seines Septetts op. 20) sowie ein „Concertino“ von Carl Maria von Weber, möglicherweise das „Grand Duo Concertant“ Es-Dur op. 48 (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1879, S. 215). Im Dezember 1884 wirkte Frances Thomas bei einem Konzert der Choral Society of Rugby unter der Leitung von Emily M. Lawrence mit, und die „Musical Times“ notierte: „Rugby. On Thursday evening, the 4th ult., the members of Miss Emily Lawrence’s Choral Society gave a very successful Concert in the Town Hall. The programme was well rendered, the clarinet solos of Miss Frances Thomas being a special feature.“ („Rugby. ­Am Donnerstagabend, dem 4. des Vormonats, gaben die Mitglieder von Fräulein Emily Lawrences Chorgesellschaft ein sehr erfolgreiches Konzert im Rathaus. Das Programm wurde schön wiedergegeben, wobei die Klarinettensoli von Fräulein Frances Thomas besonders positiv auffielen.“; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1885, S. 43) Bei einem Konzert von Gabrielle Vaillant im Juli 1887 in der Londoner Steinway Hall spielte Frances Thomas gemeinsam mit der Konzertgeberin und einem Bratscher bzw. einer Bratscherin Robert Schumanns „Märchenerzählungen“ für Klavier, Klarinette und Viola op. 132: „An interesting feature of the Concert was Schumann’s ‚Märchenerzählungen’ for piano, clarinet, and viola. These four ‚legendary tales’ are among the composer’s latest efforts, but they are surprisingly fresh and genial. The clarinet part was extremely well played by Miss Frances Thomas.“ („Ein besonders interessanter Programmpunkt des Konzerts waren Schumanns ‚Märchenerzählungen’ für Klavier, Klarinette und Viola. Diese vier ‚sagenhaften Erzählungen’ zählen zu den spätesten Werken des Komponisten, doch sind sie überraschend erfrischend und genial. Die Klarinettenpartie wurde von Fräulein Frances Thomas außerordentlich gut gespielt.“; „The Musical Times“ vom 1. August 1887, S. 483). Im Mai 1890 trat sie bei einem Konzert des „South Hampstead Orchestra“ unter der Leitung von Mrs. Julian Marshall auf und spielte gemeinsam mit dem Pianisten und Komponisten Arthur C. Haden dessen „Variations for clarinet and pianoforte“ (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Juni 1890, S. 350).


    Im Mai 1993 konzertierte Frances Thomas in der renommierten Londoner Musical Artists’ Society in der St. Martin’s Hall. Neben Werken zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten standen dort auch Ludwig van Beethovens Klarinettentrio B-Dur, op. 11, sowie Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenquintett A-Dur KV 581 auf dem Programm: „In these two works the clarinet part was played by a lady, Miss Frances Thomas, in a thoroughly competent manner.“ („In diesen beiden Werken wurde die Klarinettenpartie von einer Dame, Fräulein Frances Thomas, in durch und durch kompetenter Weise gespielt.“; „The Musical Times“ vom 1. Juni 1893, S. 346). Bei einem Konzert der Pianistin und Komponistin Cecile Hartog am 12. Juni 1894 in der Londoner Princes’ Hall spielte Frances Thomas gemeinsam mit der Konzertgeberin und dem Violoncellisten Edward W. Whitehouse das Klarinettentrio a-Moll op. 114 von Johannes Brahms sowie eine Barcarolle für Klarinette von Cecile Hartog selbst in „finished style“, wie die „Musical Times“ bemerkte („The Musical Times“ vom 1. Juli 1894, S. 482).


    Ab dem Jahr 1896 trat Frances Thomas häufig gemeinsam mit der Pianistin Ann Mukle und deren Schwester, der Violoncellistin May Mukle, auf und veranstaltete – möglicherweise erstmals – auch eigene Konzerte, so z. B. im März 1896 gemeinsam mit Ann Mukle in der Londoner Queen’s Hall. Auf dem Programm standen Johannes Brahms’ Klarinettensonate Es-Dur op. 120 Nr. 2, Anton Rubinsteins Quintett für Klavier und Bläser F-Dur op. 55 und eine der beiden „Aubades“ aus der Oper „Fiesque“, arrangiert für 10 Instrumente, von Edouard Lalo, und die „Times“ rezensierte: „An unusually pleasant and interesting little concert was given on Monday afternoon by Miss Frances Thomas, the accomplished clarinet player, and Miss A. V. Mukle, a pinait of considerable technical attainment. These two ladies were heard together in Brahms’s beautiful sonata in E flat, played with grace and intelligence, though the piano part was a little wanting in vigour and point. They were joined by Messrs. Chapman, Rice, and Brain (flute, blasson, and horn) in Rubinstein’s quintet for piano and wind instruments, op. 55, a work of no great interest. In the concluding piece of the programme, Lalo’s original and charming ‚Aubade’, the wind instruments already mentioned were reinforced by oboe (Miss Leila Bull) and a very efficient party of strings, admirably led by Miss Amabel Marshall.“ („Ein ungewöhnlich ansprechendes und interessantes kleines Konzert wurde am Montagnachmittag von Fräulein Frances Thomas, der versierten Klarinettistin, und Fräulein A. V. Mukle, einer Pianistin mit beträchtlichen technischen Fähigkeiten, gegeben. Diese beiden Damen waren gemeinsam mit Brahms’ schöner Sonate in Es-Dur zu hören, die sie mit Anmut und Verstand spielten, obwohl es der Pianopartie etwas an Nachdruck und Prägnanz mangelte. Ihnen schlossen sich die Herren Chapman, Rice und Brain (Flöte, Fagott und Horn) mit Rubinsteins Quintett für Klavier und Bläser op. 55 an, einem Werk ohne großen Belang. Im abschließenden Stück des Programms, Lalos origineller und entzückender ‚Aubade’, wurden die bereits erwähnten Blasinstrumente von der Oboe (Fräulein Leila Bull) und sehr wirkungsvollen Streichern, die bewundernswert von Fräulein Amabel Marshall angeführt wurden, verstärkt.“; „The Times“ vom 25. März 1896, S. 13; vgl. auch „The Musical Times“ vom 1. April 1896, S. 266) Bei einem weiteren von den beiden Musikerinnen veranstalteten Konzert im März 1897, wiederum in der Queen’s Hall, umfasste das Programm das Trio B-Dur op. 29 von Vincent d’Indy, sowie Joseph Gabriel Rheinbergers Nonett Es-Dur op. 139: „Miss A. V. Mukle and Miss Frances Thomas offered an unhackneyed programme at their chamber concert at Queen’s (Small) Hall, on March 29. The first-named is an accomplished pianist, and her companion is an able clarinettist. Both took part in an interesting Trio in B flat (Op. 29), by Vincent d’Indy, in which they were associated with Miss May Mukle, a skilful violoncellist, and in Rheinberger’s Nonet in E flat (Op. 130) for violin, viola, violoncello, double bass, flute, oboe, clarinet, bassoon, and horn, their partners in a good performance being Miss A. and F. Marshall, R. Watson, and Leila Bull, and Messrs. Chapman, Rice, and Brain.“ („Fräulein A. V. Mukle und Fräulein Frances Thomas boten bei ihrem Kammerkonzert in der (kleinen) Queen’s Hall am 29. März ein noch nicht überstrapaziertes Programm. Erstere ist eine versierte Pianistin und ihre Begleiterin eine fähige Klarinettistin. Beide wirkten in einem interessanten Trio in B-Dur (op. 29) von Vincent d’Indy mit, in dem sie mit Fräulein May Mukle, einer versierten Cellistin, vereint waren, und in Rheinbergers Nonett in Es-Dur (op. 130) für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn, wobei ihre Partner in der guten Aufführung die Fräulein A. und F. Marshall, R. Watson und Leila Bull sowie die Herren Chapman, Rice und Brain waren.“; „The Musical Times“ vom 1. Mai 1897, S. 333) Im März 1899 trat Frances Thomas nochmals als Solistin mit einem Orchester auf. Unter der Leitung des Dirigenten J. S. Liddle konzertierte sie im Rahmen der Konzerte der „Handel-Society“ in der Royal Academy of Music mit dem Adagio aus Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1899, S. 264).


    Anfang Februar 1901 spielte Frances Thomas in kammermusikalischer Besetzung eine von Wolfgang Amadeus Mozarts Bläserserenaden für acht Instrumente sowie Ludwig van Beethovens Septett Es-Dur op. 20 in einer Londoner Blindenschule: „The third of the delightful chamber concerts given in the convenient little room near the Swiss-cottage, by Misses Frances Thomas, Frances Marshall, and Amabel Marshall took place last night, when an admirable performance took place of Mozart’s beautiful serenade for eight wind instruments and of Beethoven’s septet. In the former, Miss Leila Bull played the first oboe, and Miss Thomas the first clarinet, with fine artistic feeling. Messrs. Corwell and Brain played first bassoon and first horn. The string parts of the septet were undertaken by the Misses Marshall, Miss May Mukle, and Miss R. Watson, the two former of whom played a charming sonata by Leclair for violin and viola, to Mrs. Julian Marshall’s accompaniment.“ („Das dritte der entzückenden Kammerkonzerte von den Fräulein Frances Thomas, Frances Marshall und Amabel Marshall in dem angenehmen kleinen Raum nahe der Schweizer-Hütte fand gestern Abend statt, wobei eine bewundernswerte Aufführung von Mozarts schöner Serenade für acht Blasinstrumente und von Beethovens Septett erfolgte. In Ersterem spielte Fräulein Leila Bull die erste Oboe und Fräulein Thomas die erste Klarinette mit ausgezeichnetem künstlerischen Gefühl. Die Herren Corwell und Brain spielten das erste Fagott und das erste Horn. Die Streichpartien des Septetts wurden von den Fräulein Marshall, May Mukle und R. Watson ausgeführt, die beiden Ersteren spielten eine reizende Sonate von Leclair für Violine und Viola mit Frau Julian Marshalls Begleitung.“; „The Times“ vom 5. Februar 1901, S. 9) Letztmalig erwähnt wird Frances Thomas in einer Konzertrezension im Dezember 1901, als sie in der Bechstein Hall bei einem Konzert auftrat, das die Sängerinnen Eleanor Bush und Laura Bush veranstalteten (vgl. „The Times“ vom 3. Dezember 1901, S. 10).


    Nach 1901 sind kaum mehr Konzerte von Frances Thomas zu belegen. Annkatrin Babbe verweist auf ein vereinzeltes Konzert am 14. Oktober 1912 in London, bei dem Frances Thomas gemeinsam Werke für Klarinette und Klavier der Komponistin Cécile S. Hartog vortrug, von der Komponistin selbst am Klavier begleitet (vgl. Babbe 2013).


    Frances Thomas starb am 7. November 1925 (vgl. Babbe 2013).

    Würdigung

    Frances Thomas war fast 25 Jahre lang hauptsächlich als Klarinettistin im englischen Musikleben präsent und spielte als Kammermusikerin wie als Solistin einen großen Teil des klassisch-romantischen Repertoires, darunter Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber, Robert Schumann und Johannes Brahms. Hinzu kamen zeitgenössische britsche und französische Werke, so z. B. von Edouard Lalo, Vincent d’Indy, Cecile Hartog und Arthur C. Haden. Erstaunlich bleibt, mit welcher großen Selbstverständlichkeit die britische Presse Auftritte einer Klarinettistin im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts akzeptierte und rezensierte, obwohl das Instrument zu dieser Zeit – bisherigen Forschungen zufolge – nur selten öffentlich von Frauen gespielt wurde.

    Die Vorbildfunktion, die von Frances Thomas und anderen Holzbläserinnen zu dieser Zeit ausging, so z. B. auch von der Oboistin Leila Bull, ist vermutlich kaum hoch genug einzuschätzen.

    Repertoire

    Eine Repertoire-Liste von Frances Thomas kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden. Nachgewiesen sind Aufführungen der folgenden Werke:


    Beethoven, Ludwig van. Trio Es-Dur op. 38

    Beethoven, Ludwig van. Septett Es-Dur op. 20 (sowie ein Arrangement desselben)

    Beethoven, Ludwig van. Klaviertrio Nr. 4 B-Dur op. 11


    Brahms, Johannes. Klarinettentrio a-Moll op. 114

    Brahms, Johannes. Sonate für Klarinette und Klavier Es-Dur op. 120 Nr. 2


    Haden, Arthur C. „Variations for clarinet and pianoforte“


    Hartog, Cecile. Barcarolle für Klarinette


    d’Indy, Vincent. Trio B-Dur op. 29


    Lalo, Edouard. Deux Aubades für 10 Instrumente (aus der Oper „Fiesque“) ohne Opuszahl


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klarinettenkonzert Es-Dur (verm. A-Dur KV 622)

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klarinettenquintett A-Dur KV 581

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Serenade für acht Bläser (keine Präzisierung möglich)


    Rheinberger, Joseph Gabriel. Nonett Es-Dur op. 139


    Rubinstein, Anton. Quintett für Klavier und Bläser F-Dur op. 55


    Schumann, Robert. „Märchenerzählungen“ op. 132


    Weber, Carl Maria von. Klarinettenkonzert f-Moll op. 73


    Weber, Carl Maria von. Grand Duo Concertant Es-Dur op. 48

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Thomas, Frances“. In: British musical biography. J. D. Brown, S. S. Stratton (Hg.). 1897 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Babbe, Annkartrin: Artikel „Thomas, Frances“. In: Instrumentalistinnen-Lexikon des Sophie Drinker Instituts, hg. v. Freia Hoffmann, Bremen, online: http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=thomas-frances (Stand: 13. August 2013).



    Zeitungsartikel und Konzertrezensionen


    The Musical Times vom 1. August 1875, S. 171.

    The Musical Times vom 1. August 1876, S. 557.

    The Musical Times vom 1. Juli 1877, S. 334.

    The Musical Times vom 1. August 1877, S. 390.

    The Musical Times vom 1. August 1878, S. 451.

    The Musical Times vom 1. April 1879, S. 215.

    The Musical Times vom 1. Januar 1885, S. 43.

    The Musical Times vom 1. August 1887, S. 483.

    The Musical Times vom 1. Juni 1890, S. 350.

    The Musical Times vom 1. Juni 1893, S. 346.

    The Musical Times vom 1. Juli 1894, S. 482.

    The Musical Times vom 1. April 1896, S. 266.

    The Musical Times vom 1. Mai 1897, S. 333.

    The Musical Times vom 1. April 1899, S. 264.


    The Times vom 25. März 1896, S. 13.

    The Times vom 5. Februar 1901, S. 9.

    The Times vom 3. Dezember 1901, S. 10.

    Forschung

    Zu Frances Thomas liegen keine weiteren Forschungsinformationen vor.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Frances Thomas umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des englischen Musiklebens.

    Autor/innen

    Silke Wenzel


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 23.08.2013


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Frances Thomas“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 23.8.2013.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Frances_Thomas