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  • Eugenia Umińska

    von Danuta Gwizdalanka
    Die Geigerin Eugenia Umińska.
    Namen:
    Eugenia Umińska
    Lebensdaten:
    geb. in Warschau (Warszawa), Polen
    gest. in Krakau (Kraków), Polen
    Tätigkeitsfelder:
    Geigerin, Musikpädagogin, Redakteurin
    Charakterisierender Satz:

    „Jej występ jest przeżyciem artystycznym nie tylko dlatego, że jej gra jest solidna, ale i dlatego, że odczuwamy to przeżycie artystyczne w niej samej. Odczuwamy, że występ jej jest nie tylko rezultatem pracy i przemyślenia wykonywanegu utworu, ale jest ponadto przeżyciem estradowym, wynikiem jej odpowiedzialności i wzruszenia, które artysta musi odczuwać, gdy staje przed publicznością”.


    „Ihr Auftritt ist nicht nur deswegen ein künstlerisches Erlebnis, weil ihr Spiel solide ist, sondern auch deswegen, weil wir darin ein künstlerisches Erlebnis erfahren. Wir empfinden, dass ihr Auftritt nicht nur das Ergebnis von Arbeit und Überdenken des aufgeführten Werkes ist, sondern überdies auch ein Podiumserlebnis, Ergebnis ihrer Verantwortung und der inneren Bewegtheit, die ein Künstler empfinden muss, wenn er vor Publikum steht.“


    (Zygmunt Mycielski Notatki o muzyce i muzykach, Krakau, PWM, 1961, S. 47)


    Profil

    Nach ihrem Studienabschluss am Warschauer Konservatorium bei Józef Jarzębski und nach Meisterkursen bei Otokar Ševcik und George Enescu in Paris trat Eugenia Umińska in zahlreichen europäischen Ländern als Solistin und als Mitglied in Kammermusikensembles auf. Auch während des Zweiten Weltkrieges setzte sie ihre Konzerttätigkeit fort, auch wenn dies nur im Untergrund und bei geheimen Auftritten möglich war. Nach 1945 kehrte sie ins öffentliche Konzertleben zurück und gehörte viele Jahre lang zu den bedeutendsten Geigerinnen in Polen. Gleichzeitig wirkte sie als Pädagogin an der Musikhochschule in Krakau, der sie in der Zeit von 1964 bis 1966 auch als Rektorin vorstand.

    Orte und Länder

    Eugenia Umińska wurde in Warschau geboren und wirkte dort bis 1944. Von 1945 an lebte sie in Krakau, wo sie bis zu ihrem Tod 1980 unterrichtete. Konzertreisen führten sie durch Italien, Deutschland, Frankreich, England, Schweden, Holland, Norwegen, die Tschechoslowakei, Griechenland, Bulgarien und die Sowjetunion.

    Biografie

    Eugenia Umińska wurde als Tochter von Teodor Umiński und Stanisława Umińska, geb. Czeczott, in Warschau geboren. „Sehr früh, noch vor meinem 5. Lebensjahr, entdeckte [meine Mutter] meine musikalische Begabung und mein absolutes Gehör. Sie wählte für mich die Geige, denn sie war beeindruckt von den Konzerten der dänischen Geigerin Cecylia Hansen, einer Schülerin von Auer, die [im Februar 1915] in Warschau auftrat.“ (Antwort Eugenia Umińskas auf eine Umfrage von Frau Manturzewska über Frauen als Geigerinnen, Familienarchiv)


    Von 1915 bis 1918 besuchte Eugenia Umińska die Schule der Warschauer Musikgesellschaft. Ihr Lehrer war Mieczysław Michałowicz, bei dem auch Ida Haendel, Bronislaw Huberman, Henryk Szeryng und Roman Totenberg unterrichtet wurden. Im Jahr 1919 trat sie ins Warschauer Konservatorium ein und besuchte die Violinklasse von Józef Jarzębski, der auch Grażyna Bacewicz angehörte. Im Jahr 1926 bestand Umińska ihr Abitur, und 1927 beendete sie ihr Studium am Warschauer Konservatorium mit Auszeichnung. Ihre geigerischen Fertigkeiten bildete sie in Sommerkursen bei Otokar Ševcik in Pisek in der Tschechoslowakei (1927, 1928), und anschließend bei George Enescu in Paris (1932-1934) weiter aus. „Ševcik vervollkommnete das instrumentale Handwerk der jungen Geigerin. Enescu eröffnete ihr weite Horizonte, vertiefte ihre Sensibilität für die Schönheit des Klangs in seiner vielfältigen Gestalt, bereicherte den Bestand ihrer Ausdrucksmittel und machte aus ihr eine Künstlerin in der vollsten Bedeutung dieses Wortes.“

    (Kazimierz Wiłkomirski: Pamięci Eugenii Umińskiej; in: Ruch Muzyczny 1981, Nr. 5, S. 5). Während ihrer Studien in Paris nahm sie an Konzerten der dortigen „Gesellschaft Junger Polnischer Musiker“ teil, deren Mitglied sie auch war.

    Ihre Berufstätigkeit begann als Konzertmeisterin des Polnischen Rundfunkorchesters in Warschau (1932-1934). Von 1935 bis 1937 war sie zweite Konzertmeisterin im Orchester der Warschauer Philharmonie und konzertierte landesweit als Kammermusikerin. Sie war die Primaria im „Streichquartett der Warschauer Musikgesellschaft“ und spielte auch im „Polnischen Quartett“. Mehrfach führte sie im Duo mit Karol Szymanowski dessen Werke auf, u.a. 1933 in Bologna und 1934 im Berliner Rundfunk. Ihr Debüt als Solistin fand am 5. Januar 1934 mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms statt, das sie mit dem Orchester der Warschauer Philharmonie unter der Leitung von Clemens Krauss spielte. In den 1930er Jahren trat sie in England, Frankreich, Deutschland, Holland, Schweden, Norwegen, der Tschechoslowakei, Griechenland, Bulgarien und der UdSSR als Solistin auf.

    Im Jahr 1938 spielte sie als Solistin die polnische Erstaufführung von Robert Schumanns Violinkonzert – ein knappes Jahr nachdem es durch Georg Kulenkampff in der Bearbeitung von Paul Hindemith erstmals aufgeführt worden war.


    Die Jahre 1939-1945

    Durch die deutsche Besatzung war es polnischen Musikern unmöglich, ihrem Beruf geregelt nachzugehen. In Warschau wurden die Philharmonie, das Konservatorium und der Rundfunk geschlossen. Öffentliche Konzerte fanden nur sehr selten statt. Es entwickelten sich folglich andere Formen der Musikausübung und -darbietung, vor allem in halboffiziellen Konzerten, die in Kaffeehäusern stattfanden und deren Programme von der Zensur kontrolliert wurde.

    Im Herbst 1939 schlugen der Violoncellist Kazimierz Wiłkomirski und dessen Schwester, die Pianistin Maria Wiłkomirska, Eugenia Umińska die Gründung eines Klaviertrios vor. Eine Anstellung fanden sie im Kaffeehaus „SiM“. Dies ermöglichte Eugenia Umińska zumindest teilweise eine Normalisierung ihrer Lebenssituation, und die „Erlaubniskarte“, die eine offizielle Anstellung mit sich brachte, schützte sie vor einem Abtransport zur Zwangsarbeit in Deutschland. Das Trio trat in der Folge in dem Kaffeehaus auf, das im „Zachęta“-Gebäude, dem damaligen Kunstmuseum, eingerichtet wurde. Über diese Möglichkeit gemeinsamen Musizierens sagte Umińska später, dass es ihr ermöglicht habe, die Kriegsjahre zu überstehen. „Die Kriegsjahre hätten für mich zu einer Phase werden können, in der meine geigerische Form nachlässt und die alles zerstört, was ich konnte; allerdings wurden sie für mich durch das ständige Baden in reinster Musik zu einer Phase rasanter Entwicklung. Und obwohl jeder Tag eine neue Tragödie mit sich brachte und für jeden von uns der letzte Tag hätte sein können, kehre ich in Gedanken gern an diese unwiederbringliche Zeit zurück, in der die Musik für mich das höchste Glück bedeutete.“ (Kazimierz Wiłkomirski: Pamięci Eugenii Umińskiej; in: Ruch muzyczny 1981, Nr 5, S. 5-6)


    Die Tätigkeit des Trios wurde durch die Zensur und das Einschreiten des Propagandaministeriums unterbrochen, das als Reaktion auf ein Programm des Trios mit Werken polnischer Komponisten (Władyslaw Żelenski, Karol Szymanowski und Ludomir Różycki) das Kaffeehaus „Zacheta“ schloss. Erst einige Zeit später fand das Trio in dem Kaffeehaus, das der Pianist und Komponist Bolesław Woytowicz führte, einen neuen Wirkungsort. Die Konzerte fanden nun jeden Dienstag und immer mit einem anderen Programm statt. Die Notwendigkeit, sich daher mit einem breiten Repertoire zu beschäftigen, führte sogar dazu, dass das Trio gemeinsam mit dem Gastgeber am Klavier Beethovens Tripelkonzert aufführte.

    Im Februar 1941 gründete Eugenia Uminska gemeinsam mit Kazimierz Wiłkomirski ein Streichquartett, in dem auch Roman Padlewski (2. Violine) und Henryk Trzonek (Viola) spielten. Von da an trat sie zweimal wöchentlich in Woytowiczs Kaffeehaus auf: sonntags mit dem Trio und donnerstags mit dem Streichquartett.

    Eugenia Umińska nahm auch an heimlich organisierten Konzerten in Privatwohnungen teil und spielte bei diesen Gelegenheiten vor allem Werke, die von der Besatzung verboten worden waren. Relativ unbehelligt musizierte man beispielsweise im Hause des Schriftstellers Jarosław Iwaszkiewicz in Stawiska bei Warschau. „Gestern [29. Juli 1942] spielte Umińska mit ihrem Quartett bei uns. Es war ein schöner Sommertag, aber sehr heiß. Sie kamen nach dem Mittagessen und machten sich gleich ans Spielen [...] Außerdem spielte Umińska zur Begleitung von Witek Lutoslawski ein paar Sachen von Karol [Szymanowski] für Geige [...] alle waren zufrieden. Sie sagen, dass die Akustik in unserem Salon hervorragend sei, und sie wussten außerdem, dass sie nur für einige wenige Menschen spielen würden, die aber sehr musikliebend sind [...] Am Abend und nach einem guten Wein, den ich gerade irgendwoher bekommen hatte, brachten wir sie zur Bahn. Ulkig wirkte diese ganze Mannschaft, uns eingeschlossen, wie sie sich verstreut auf den Weg zur Bahn machte [...] Wir sahen alle aus wie eine Wandertruppe von Musikanten, die sich im Wald verirrt hatte. Der Mond ging auf. Wohl der glücklichste Tag aus der Besatzungszeit. (J. Iwaszkiewicz: Notatki 1939-1945, Wroclaw 1991, S. 74-75)

    Im November 1943 weigerte sich Eugenia Umińska, an einem für die Deutschen organisierten Konzert im Warschauer Stadttheater teilzunehmen, obwohl mit dieser Entscheidung eine Verhaftung und der Abtransport ins Konzentrationslager drohte. Während einem der nächsten Konzerte im Kaffeehaus von Woytowicz – bei ihrem ersten Auftritt im Duo mit der Geigerin Irena Dubiska, mit der sie vor dem Krieg im „Polnischen Quartett“ gespielt hatte –, überreichte man ihr im Blumenstrauß eine gefälschte Kennkarte. Vom nächsten Tag an versteckte sie sich monatelang unter falschem Namen auf dem Land.

    Doch trotz des hohen Risikos hörte sie nicht auf zu spielen und trat konspirativ in Privathäusern von Freunden auf. Während solcher Konzerte wurden Spenden für Künstler im Untergrund gesammelt, u.a. auch für Wladysław Szpilman. Eines der letzten heimlichen Konzerte, an denen sie teilnahm, hatte ungewöhnlich festlichen Charakter, weil es am 3. Mai 1944 stattfand, dem polnischen Nationalfeiertag aus Anlass der polnischen Verfassungserklärung im Jahr 1791. Sie spielte bei dieser Gelegenheit das Violinkonzert Nr. 2 von Karol Szymanowski, einem „verbotenen“ Komponisten. Ihr zur Seite standen Witold Lutosławski und Andrzej Panufnik im Klavierduo, die gleichfalls, ähnlich wie sie, in jenen Jahren ihren Lebensunterhalt dadurch sicherten, dass sie in Kaffeehäusern spielten.

    Eugenia Umińska realisierte während dieser Zeit zahlreiche Einspielungen in einem Rundfunkstudio, das im Untergrund wirkte, und fertigte überdies eine Reihe von Transkriptionen für Violine an (darunter fünf Mazurken von Karol Szymanowski), die jedoch später während des Warschauer Aufstands vernichtet wurden.

    Im Sommer 1944 wurde Eugenia Umińska als Sanitäterin der Heimatarmee („Armia Krajowa“) ausgebildet. Am elften Tag des Warschauer Aufstands wurde sie gefangen genommen und zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschickt.

    Während des Transports gelang ihr die Flucht, und sie lebte dann bis Kriegsende bei Freunden in der Nähe von Ostrowiec Swiętokrzyski. Bei den Kämpfen starb jedoch ihr Streichquartettpartner Roman Padlewski.


    Nach 1945

    Warschau war zu Kriegsende vollständig zerstört, und so entstand spontan ein neues Zentrum für das Kultur- und damit auch für das Musikleben in Krakau, das von Zerstörungen verschont geblieben war. Dort ließ sich nun auch Eugenia Umińska nieder. Am 28. Juni 1945 betrat sie wieder das Konzertpodium und interpretierte das Violinkonzert D-Dur von Johannes Brahms mit dem Orchester der Krakauer Philharmonie unter der Leitung von Andrzej Panufnik. 1949 trat sie erstmals nach dem Krieg auch in Deutschland auf: Am 6. Januar 1949 spielte sie in Berlin das Violinkonzert Nr. 1 von Karol Szymanowski unter der Leitung von Grzegorz Fitelberg.

    Während der folgenden 26 Jahre trat Eugenia Umińska als Solistin in fast allen größeren polnischen Städten auf. Sie konzertierte auch im Ausland, allerdings seltener, denn durch den Kalten Krieg waren die freien Bewegungsmöglichkeiten von Künstlern in Europa stark eingeschränkt. Umińska wirkte weiterhin auch als Kammermusikerin. 1946 gründete sie in Krakau ein Streichquartett, das mit unterschiedlichen Beteiligten mehr als 15 Jahre lang aktiv war.

    Seit 1947 arbeitete sie mit verschiedenen Krakauer Musikern auch in Triobesetzungen zusammen und realisierte zahlreiche Einspielungen für den Rundfunk. Mit Irena Dubiska trat sie darüber hinaus auch im Violinduo auf.

    Von Mai 1945 an unterrichtete Eugenia Umińska an der Krakauer Staatlichen Musikhochschule (der heutigen Musikakademie), und dies seit 1963 mit einer Professur. Sie lehrte dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1980. Von Juni 1957 an leitete sie die Fakultät für Streichinstrumente. In den Jahren 1964-1966 war sie Rektorin der Musikhochschule und bis 1969 Prorektorin der Musikakademie. Sie unterrichtete überdies auch an der Staatlichen Musikschule und im Musiklyzeum.

    Würdigung

    Eugenia Umińska gehört mit Irena Dubiska und Tadeusz Wroński zu den drei wichtigsten Vertretern der polnischen Streicherkunst in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie hatte sich als Interpretin, Pädagogin und Herausgeberin wichtige Verdienste erworben, und es ist ein bemerkenswerter Beleg für den Grad der „Feminisierung“ der polnischen Streicherkunst, dass 1948 in der Warschauer Philharmonie nur Frauen als Sologeigerinnen auftraten; unter diesen dreien war auch Eugenia Umińska (s. Z. Mycielski: Ucieczki z pięciolinii, S. 353).

    Umińska beteiligte sich sehr aktiv am Musikleben. Sie gehörte zu den Gründern und besonders aktiven Mitgliedern der SPAM („Gesellschaft der Polnischen Musikinterpreten“, in deren Vorstand sie von 1959 bis 1965 tätig war), der „Szymanowski-Gesellschaft“ und der „Polnischen Künstlerischen Streicher-Gesellschaft“. Des weiteren war sie Ehrenmitglied der „Wieniawski-Musikgesellschaft“ in Poznan und der „Stiftung Eugène Ysaÿe“ in Brüssel. Für ihre künstlerischen Verdienste erhielt sie zahlreiche staatliche Auszeichnungen, u.a. den „Orden der Arbeit“ (1949), den „Staatlichen Musikpreis zweiter Klasse“ (1952 und 1955) sowie Auszeichnungen erster Klasse des polnischen Kultusministeriums für ihre pädagogisch-didaktische Arbeit (1964 und1974).


    Einsatz für Neue Musik

    Von entscheidender Bedeutung für Eugenia Umińskas Interesse an aktueller Musik war ihr Zusammentreffen mit Karol Szymanowski. Ein erstes gemeinsames Konzert fand am 18. Juni 1930 in Zakopane statt. Seitdem war sie viele Male mit ihm aufgetreten und hatte seine sämtlichen Werke für Violine und Klavier interpretiert. Bald nahm sie auch Szymanowskis beide Violinkonzerte in ihr Repertoire auf. Sie brachte auch zahlreiche Werke anderer Komponisten zur Uraufführung (siehe Details unter „Repertoire“). Für ihr Engagement für Neue Musik erhielt sie 1948 den Preis des Polnischen Musikverlags PWM für die höchste Anzahl an Aufführungen von Werken polnischer Komponisten. Zudem realisierte sie auch zahlreiche Einspielungen für den Rundfunk.


    Die Pädagogin

    Eugenia Umińskas erste Schülerin, die während der deutschen Besatzung Warschaus bei ihr studierte, war Wanda Wiłkomirska, die jüngere Stiefschwester von Maria und Kazimierz Wiłkomirski. In Krakau gehörten zum Kreis von Eugenia Umińskas Schülerinnen und Schülern u.a. Kaja Danczowska (Preisträgerin der Violinwettbewerbe in Neapel 1969, Genf 1970, München 1975) und Wiesław Kwaśny (Preisträger in Dallas 1977).


    Eugenia Umińska war regelmäßig als Jurorin bei internationalen Violinwettbewerben tätig: von 1951 an in Brüssel („Reine Elisabeth“) und von 1952 an in Poznań („Wieniawski-Wettbewerb“). Sie wirkte auch in der Jury weiterer internationaler Wettbewerbe mit: „Jan Kubelik“ (Prag 1949, 1973), „Marguérite Long et Jacques Thibaud“ (Paris 1960, 1962, 1963), „Jean Sibelius“ (Helsinki 1965, 1970), „Paganini“ (Genua 1973), „Joseph Szigeti“ (Budapest 1973), „Vianna da Motta“ (Lissabon 1973) und „Peter Tschaikowsky“ (Moskau 1978).

    Rezeption

    In Anerkennung von Eugenia Umińskas Verdiensten für die polnische Violintradition und -schule fand auf Initiative ihrer Schüler in Poznań 2005 ein Wettbewerb für junge Geiger statt.

    Werkverzeichnis

    Editionen:


    Studium der Tonleiter und Passagen (2 Bände), Krakau 1968


    Gesamtausgabe der Werke für Violine von Henryk Wieniawski (zusammen mit Irena Dubiska), Krakau: PWM


    Werke für Violine von Karol Szymanowski im Rahmen der Szymanowski-Gesamtausgabe, Krakau: PWM


    Herausgabe und Revision weiterer etwa 100 Violinwerke aus dem 18. bis 20. Jahrhundert


    Revision der Violinstimmen aus den Violinkonzerten von J.S. Bach, K. Ditters von Dittersdorf, W.A. Mozart, L. Spohr, A. Szałowski, A. Vivaldi u.a.


    Revision der Violinstimmen in den Werken für Violine und Klavier von G. Bacewicz, A. Dvořák, A. Glasunow, R. Kreutzer, K. Kurpiński, F. Liszt, B. Martinů, I.J. Paderewski, N. Paganini, S. Rachmaninoff, J. Ph. Rameau, P. de Sarasate, F. Schubert, Z. Stojowski, G. Ph. Telemann, P. I. Tschaikowsky, H. Vieuxtemps, J. Zarębski, A. Zarzycki u.a.



    Schriften:


    Konkurs im Jana Kubelika (Jan Kubelik Wettbewerb), „Ruch Muzyczny” 1949, Nr. 11-12


    Pamięci Grażyny Bacewicz (Grażyna Bacewicz in memoriam), „Ruch Muzyczny”, 1969, Nr 13


    Wspomnienie o Szymanowskim (Erinnerung an Szymanowski), in: K. Szymanowski we wspomnieniach, J.M. Smoter (Hg.), Krakau, PWM 1974

    Repertoire

    Eugenia Umińska trat mit dem klassisch-romantischen Repertoire ebenso auf wie mit zahlreichen Werken des 20. Jahrhunderts, darunter sämtliche Werke Karol Szymanowskis. Mehrfach spielte sie die beiden Violinkonzerte Szymanowskis, u.a. unter der Leitung von Grzegorz Fitelberg und Artur Rodzinski.

    Das Streichquartett, in dem sie während des Zweiten Weltkrieges mitspielte, führte mehrere während dieser Zeit komponierte Werke erstmals auf, darunter Werke von Roman Padlewski, Roman Palester, Zbigniew Turski, Stanisław Wiechowicz, Grażyna Bacewicz (2. Streichquartett), Kazimierz Wiłkomirski und Witold Rudziński.

    Während der Weltmusiktage Am 14. Juli 1946 war Eugenia Umińska die Solistin bei der Uraufführung des Violinkonzerts von Roman Palester in London, das sie mit dem Orchester der BBC unter der Leitung von G. Fitelberg spielte. Zudem übernehm sie den Violinpart bei der Uraufführung von Witold Lutosławskis „Recitativo e arioso“ für Violine und Klavier (Krakau 1952).

    Auf ihre Initiative oder Mit-Initiative hin wurden eine Reihe von Kompositionen geschrieben. Michał Spisak schrieb eine Sonate für Violine und Klavier für sie, und Werke für zwei Violinen komponierten Grażyna Bacewicz und Michał Spisak für sie und für Irena Dubiska.



    Aufnahmen:


    Karol Szymanowski, Violinkonzert Nr. 1, op.35, Philharmonia Orchester unter der Leitung von Grzegorz Fitelberg: erste Schallplattenaufnahme eines Orchesterstückes Szymanowskis (London 1947; Parlophone Odeon SW 8101 - SW 8103, 12-inch, 78 RPM, 3-record SetP –

    remastered in 2008 CDEAN: 7011778130236, Label: MONOPOLE


    Karol Szymanowski, Violinkonzert Nr. 2, op. 61, Großes Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks, unter der Leitung von Grzegorz Fitelberg (MUZA 1955)


    Karol Szymanowski, Roxana's Song, für Violine und Klavier, mit Jerzy Lefeld (Klavier), Columbia DM 1846 (1934)


    außerdem (ohne genauere Angaben):


    Karol Szymanowski, Tanz aus dem Ballet Harnasie, Romanze D-dur op. 23


    Grażyna Bacewicz, Oberek


    Antoni Szałowski, Suite


    Adam Andrzejowski, Burleska


    Juliusz Zarębski, Wiegenlied

    Quellen

    Kazimierz Wiłkomirski, Pamięci Eugenii Umińskiej (In memoriam Eugenia Umińska), „Ruch Muzyczny”, 1981, Nr. 5, S. 5-7


    Leksykon polskich muzyków pedagogów (Lexikon der polnischen Musikpädagogen), hg. von Katarzyna Janczewska-Sołomko, Krakau 2008, S. 511-512


    Encyklopedia PWM, Krakau 2009, Band 11, S. 191-192

    http://www.polmic.pl/index.php?option=com_mwosoby&id=463&view=czlowiek&Itemid=4&lang=pl



    Links


    http://www.polmic.pl/index.php?option=com_mwosoby&id=463&view=czlowiek&Itemid=4&lang=pl

    Portrait, 1937 (in polnischer Sprache), Stand: September 2010


    http://www.audiovis.nac.gov.pl/obraz/132889/h:226/

    „Kwartet Polski”, Stand: September 2010

    http://img.audiovis.nac.gov.pl/PIC/PIC_1-K-7071.jpg

    Stand: September 2010

    Forschung

    Es gibt eine Reihe von Quellen zum Leben und Wirken Eugenia Umińskas wie etwa ihre Schriften und Editionen, die bislang noch wenig erforscht sind. ZZudem bereitet Eugenia Umińskas Tochter Marta Taranczewska derzeit (2010) eine Lebenschronik ihrer Mutter vor, die sicherlich weitere aufschlussreiche Fakten zu Eugenia Uminskas Biografie zu Tage bringen wird.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Eugenia Umińska umfasst weitere Recherchen zu ihrem musikalischen und politischen Wirken während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch wäre es sehr aufschlussreich, ihren Beitrag zur „Feminisierung“ der polnischen Streicherkunst näher zu untersuchen

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 85515607
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 103979697
    Library of Congress (LCCN): n85283445
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Danuta Gwizdalanka, 14. September 2010


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 02.11.2010


    Empfohlene Zitierweise

    Danuta Gwizdalanka, Artikel „Eugenia Umińska“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 2.11.2010.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Eugenia_Umińska