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  • Erica Morini

    von Birgit Saak
    Namen:
    Erica Morini
    Lebensdaten:
    geb. in Wien,
    gest. in New York,

    Die Spanne der Geburtsdaten, die man in Texten über Erica Morini findet, erstreckt sich von 1904 bis 1910. In einem Interview mit Opfern des Nationalsozialismus aus Österreich, das am 20. August 1987 in Bozen aufgenommen wurde, gibt Erica Morini ihr Geburtsdatum mit 1908 an, Tag und Monat werden nicht genannt (Österreichische Mediathek, Wien: Signatur 6-20500). Das digitale „Österreich Lexikon“ sowie das Geburtenbuch der Stadt Wien nennen übereinstimmend den 5. Januar 1905 als Geburtsdatum (Ostleitner. Erica Morini – Versuch einer Annäherung, S.131).
    Tätigkeitsfelder:
    „Wunderkind“, Geigerin
    Charakterisierender Satz:

    „A violinist is a violinist and I am to be judged as one – not as a female musician.“

    („Ein Geiger ist ein Geiger, und ich werde für einen solchen gehalten – nicht für eine weibliche Musikerin.”)


    (Erica Morini im Gespräch mit dem Musikkritiker der „New York Times“ Harold C. Schonberg, zit. n. New York Times, 3. November 1995, S.22)


    Profil

    Erica Morini war eine der wenigen Geigerinnen ihrer Generation, die erfolgreich den Schritt vom Wunderkind zur ernst genommenen Solistin meisterte. Als sie 1976 ihr Abschiedskonzert gab, konnte sie auf eine Konzertkarriere von über 50 Jahren zurückblicken.

    Orte und Länder

    Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Erica Morini hauptsächlich in Wien. Nach ihrem Konzertdebüt im Jahre 1916 mit den Tonkünstlern Wien trat sie auch in anderen Städten, u.a. in Berlin (1918) und Leipzig (1919), auf. Ihre erste Auslandstournee führte sie 1921 in die USA, wo sie in der Carnegie Hall ihr amerikanisches Debüt gab.

    1938 emigrierte sie in die USA und nahm dort 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Während des Zweiten Weltkriegs konzertierte Erica Morini hauptsächlich in den USA. Später reiste sie für Konzerte u.a. nach Israel, Südamerika, Australien und Deutschland. Erst 1949 kehrte sie für ein Konzert in ihre Heimatstadt Wien zurück. Ihr Lebensmittelpunkt blieb bis zu ihrem Tode New York.

    Biografie

    Erica Morini wurde am 5. Januar 1905 als Tochter des Geigers Oiser (Oskar) Morini und der Pianistin Malka Morini (geb. Weissmann) in Wien geboren. Ihre Eltern waren beide Juden, lebten aber assimiliert. Laut Erica Morinis Nichte, Helga Dudman, war Erica das vierte von sechs Kindern – vier Mädchen und zwei Jungen (Dudman. Who Stole my Aunt Erica’s Fabulous Stradivarius?, S. 10). Ihren ersten Geigenunterricht erhielt sie im Alter von drei oder vier Jahren bei ihrem Vater, der eine eigene Musikschule in Wien leitete. Bereits ein Jahr später konzertierte sie in Kurorten wie Marienbad und Karlsbad. Als Höhepunkt ihrer frühen Wunderkindkarriere wird ein Auftritt vor dem Kaiser betrachtet – damals war sie fünf Jahre alt. (Campbell. Die großen Geiger, S. 187) Etwa im Alter von acht Jahren (die Angaben differieren hier wegen des modifizierten Geburtsdatums stark) wechselte Erica Morini zu dem bekannten Violinpädagogen Otakar Ševčík in die Meisterklasse des Wiener Konservatoriums. Mit zwölf galt sie bereits als fertig ausgebildete Solistin. Nachdem sie 1921 ihr amerikanisches Debüt in der Carnegie Hall gegeben hatte, wurde ihr als Auszeichnung die Guadagnini-Violine der Geigerin Maud Powell (1868-1920) vererbt. Powell hatte in ihrem Testament festgelegt, die Geige solle der nächsten „großen Geigerin“ zukommen (Applebaum. The Way They Play, S. 137). Morini spielte dennoch weiterhin meist die Stradivarius, die ihr Vater für sie gekauft hatte.

    Obwohl sie von diesem Zeitpunkt an auch in den USA als Interpretin sehr gefragt war, kehrte sie zunächst mit ihrem Vater und ihrer Schwester nach Wien zurück. 1932 heiratete sie den amerikanischen Geschäftsmann Felice Siracusano. Seine Verbindungen und ihr (seit ihrer ersten USA-Tournee bestehender) Kontakt zu der New Yorker Konzertagentur „Metropolitan Musical Bureau“ waren ihr eine große Hilfe, als sie 1938 wegen ihrer jüdischen Abstammung endgültig dorthin übersiedelte und eine Karriere in den USA aufbaute (Dudman. Who Stole my Aunt Erica’s Fabulous Stradivarius?, S. 16). Bis in die 1970er Jahre führte Morini das bewegte Leben einer weltbekannten Solistin. Sie konzertierte unter anderem in Australien, Israel und Südamerika. In Europa sind Konzerte zum Teil durch Tondokumente belegt (Casals Festival Perpignan 1951, Salzburger Festspiele 1959, s. Diskographie). 1976 gab Erica Morini ihr Abschiedskonzert in New York. Sie starb im Alter von 90 Jahren am 1. November 1995 in einem New Yorker Krankenhaus. Viel Aufsehen erregte die Tatsache, dass kurz vor ihrem Tod, als sie bereits wegen eines Herzleidens im Krankenhaus lag, in ihr Appartement eingebrochen wurde und neben ihrer Stradivarius-Geige viele persönliche Dokumente verschwanden. Bis heute ist dieser Diebstahl nicht aufgeklärt worden (Dudman. Who Stole my Aunt Erica’s Fabulous Stradivarius?, S. VII).



    Würdigung

    Auch wenn mittlerweile einige von Erica Morinis Einspielungen digitalisiert wurden und ihr Name in der Literatur über GeigerInnen durchaus zu finden ist, scheint sie aus heutiger Sicht nicht denselben Stellenwert in der Interpretationsgeschichtsschreibung einzunehmen wie beispielsweise ihre Zeitgenossen Jascha Heifetz oder Nathan Milstein. Die Urteile von Kollegen und KritikerInnen (s. Rezeption) sowie die vorliegenden Tondokumente sprechen dafür, dass sie die herausragende Geigerin ihrer Zeit war und mit ihren zahlreichen berühmten männlichen Kollegen durchaus auf einer Stufe stand. Die in der „New York Times“ zitierte Aussage Morinis, sie wolle als Geiger bewertet werden und nicht als Musikerin, zeigt deutlich, dass sie nicht als Ausnahmeerscheinung in einer eigenen Kategorie bewertet, sondern auf dieselbe Weise ernst genommen werden wollte wie ihre männlichen Kollegen. Warum sich Morinis Bekanntheit dennoch meist darin erschöpft, dass während eines Krankenhausaufenthaltes ihre Stradivarius gestohlen wurde, sollte zum Nachdenken anregen.


    Erica Morinis Name ist eng mit der Interpretation klassischer und romantischer Werke der Violinliteratur verbunden. Ihr Interesse an der Interpretation zeitgenössischer Musik scheint eher gering gewesen zu sein. Allen Evans beschreibt folgende Anekdote in diesem Zusammenhang: „In her repertoire, Morini played few contemporary works. Morini was introduced to the composer in Poland by the conductor Gregor Fitelberg and later met him in Russia, when she toured with pianist Artur Balsam. Leon Pommers recalls how her approach to Prokofiev was overly Viennese, unaware of its sarcastic undercurrent. [...] By phone, Prokofiev mentioned that he was about to complete a concerto and wished to dedicate it to her. Although she had played through some of his works, Morini hesitated to accept it. Her polite refusal troubled her years later as she came to better understand his music.“ („Morini hatte nur wenige zeitgenössische Stücke in ihrem Repertoire. Morini wurde dem Komponisten in Polen durch den Dirigenten Gregor Fitelberg vorgestellt und traf ihn [Prokofjew] später auf einer Tournee mit dem Pianisten Artur Balsam wieder. Leon Pommers erinnert sich, dass Morini selbst der sarkastische Unterton ihrer ,wienerischen Interpretation‘ von Prokofjews Musik gar nicht bewusst war. […] Prokofjew erwähnte ihr gegenüber am Telefon, dass er gerade dabei sei, ein Violinkonzert fertig zu stellen, und es ihr gern widmen würde. Obwohl sie bereits einige seiner Werke gespielt hatte, zögerte sie, die Widmung anzunehmen. Ihre höfliche Ablehnung ärgerte sie später, als sie ein tieferes Verständnis für seine Musik entwickelte.“ Evans. Morini in Concert, S. 6)


    Morinis Schwerpunktsetzung in ihrem Repertoire steht in derselben Tradition wie einige charakteristische Parameter ihrer Geigentechnik. In einem Interview mit Allen Evans berief sie sich dabei vor allem auf ihre Lehrerin Rosa Hochmann-Rosenfeld, die eine Schülerin Max Bruchs war: „Hochmann studied all three of Max Bruch’s [violin] concertos with Bruch himself, so I may safely say I play the G minor according to the direct Bruch tradition.“ („Hochmann hatte die drei Violinkonzerte Max Bruchs mit ihm persönlich einstudiert. Daher kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich das g-Moll-Konzert in direkter Bruch-Tradition spiele.“ Evans. Morini plays Mozart, S.5)

    Rezeption

    Der Dirigent Josef Krips (*1902) schreibt in seinen Erinnerungen über Erica Morinis Wiener Debüt:

    „Von meinem fünfzehnten bis zu meinem siebzehnten Lebensjahr spielte ich auch als Substitut im Volksopernorchester. […] Zu dieser Zeit hörte ich zum ersten Mal Erica Morini. Wir sind fast gleich alt. Sie war ein ganz junges Wesen, ich sehe sie noch mit der blauen Masche im Haar. Sie interpretierte wunderbar das Violinkonzert A-Dur von Mozart, begleitet von den Tonkünstlern – damals gab es noch keine Wiener Symphoniker – unter der Leitung ihres Chefs Oskar Nebdal. Ich erinnere mich, im zweiten Satz spielte sie plötzlich ganz allein. Das Orchester hatte sozusagen umgeschmissen; sie ließ sich aber nicht beirren und spielte einfach weiter. Nach ungefähr zehn Sekunden fand das Orchester wieder hinein.“ (Josef Krips: Ohne Liebe kann man keine Musik machen… Erinnerungen, S.17)


    In der 1920 erschienenen 6. Auflage von Wilhelm Joseph von Wasielewskis Buch „Die Violine und ihre Meister“ (S. 659) heißt es: „Ein Wunderkind, dem von der Kritik eine große Zukunft angesagt wird, ist Erika Morini, die am 26. Mai 1906 in Wien geboren wurde, wo ihr Vater eine Musikschule leitete. Bei ihm hatte sie den ersten Unterricht, kam aber bereits im 7. Lebensjahre zu Ševčík, unter dessen Leitung sich ihr Talent überraschend schnell entfaltete. Nachdem sie schon mehrmals aufgetreten war, brachte der Winter 1916-1917 den eigentlichen Eintritt der Zehnjährigen in die Konzertwelt, wobei die Kleine nicht nur die leichtverständliche Begeisterung des breiten Publikums entzündete, sondern auch die Kritik der angesehenen Wiener usw. Presse zu lebhaften Erörterungen veranlasste. Jedenfalls ist das jetzt erst 14jährige Mädchen ein ganz ungewöhnliches Talent, das hoffentlich keiner ungesunden Frühreife zum Opfer fallen wird.“

    Aus dem Text geht hervor, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Modifizierung des Geburtsdatums von Eltern oder Managern vorgenommen worden war.


    Über Morinis Karriere als erwachsene Solistin wird in mehreren populärwissenschaftlichen Publikationen zwischen 1967 und 2000 geschrieben. Joachim Hartnack (1967) beschreibt schwerpunktmäßig ihre Interpretationsweise im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen in den USA: „Ihre Interpretationsart hat noch heute den impulsiven Charakter ihrer früheren Jahre. Während sich fast alle anderen nach den Vereinigten Staaten ausgewanderten Geiger dem dort gehuldigten Schönheitsideal der Oberflächenpolitur hingegeben und damit einen Teil ihrer individuellen Form geopfert haben, hat sie alle eigenen Züge ihres Musikantentums bewahrt: ursprünglich und vital, technisch nicht immer so geschliffen, wie es in der Neuen Welt als selbstverständlich gilt, robust und sensibel zugleich. Ihr Spiel weist unbekümmerte Gesangsfreude aus, und wo melodische Bögen zu spielen sind, da entfaltet sie jene kantable Pracht, die viele jüngere Künstler zu fürchten scheinen wie der Teufel das Weihwasser.“ (Hartnack. Grosse Geiger, S. 300)

    In seiner Darstellung aus dem Jahre 2000 weist Harald Eggebrecht auf Morinis Festlegung auf das klassisch-romantische Repertoire hin: „1921 debütierte Erica Morini in New York mit den dortigen Philharmonikern. […] Seit diesem New Yorker Auftritt gilt sie als Meisterin des klassisch-romantischen Repertoires, das sie mit Innerlichkeit und lyrischem Empfinden erfüllte. Wie ihre Zeitgenossin Gioconda De Vito hat sich Erica Morini nicht auf neue Musik eingelassen. Konzertiert hat sie aber bis tief in die siebziger Jahre auf der ganzen Welt, besonders gefeiert in ihrer Wahlheimat USA und von ihren Kollegen hoch geschätzt. Fritz Kreisler lobte sie begeistert: ,Niemand spielt Kreisler wie Morini’.“ (Eggebrecht. Große Geiger, S. 204)

    Repertoire

    Bach, J. S.:

    Konzert für 2 Violinen in d-Moll, BWV 1043


    Beethoven, L. v.:

    Violinkonzert op. 69

    Sonate Nr.8 in G-Dur, op. 30 Nr. 3 („Frühlingssonate“)


    Brahms, J.:

    Violinkonzert D-Dur, op. 77


    Bruch, M.:

    Violinkonzert g-Moll, op. 26


    Chaminade, C.– Kreisler, F.:

    Sérénade espagnole


    W. Gluck – Kreisler, F.:

    Dance of the blessed spirits


    Godard, B.:

    Concerto romantique


    Gounod,C.:

    Faustwalzer aus Margarethe


    Granados E.:

    Spanischer Tanz


    Händel, G. F. – Hubay, J.:

    Andante


    Haydn, J.:

    Larghetto


    Hubay, J.:

    The Zephir, op. 30 Nr. 5


    Juon, P.:

    Berceuse


    Koschat, T.:

    Forsaken


    Kreisler, F.:

    La Précieuse,

    Old Folks at Home

    Du alter Stefansturm

    Schön Rosmarin


    Lalo, E.:

    Symphonie espagnole op. 21


    Lully, J. B.:

    Gavotte en Rondeau


    Mozart, W. A.:

    Sonate für Violine und Klavier, KV 454

    Menuett aus dem Divertimento, KV 334

    Violinkonzert B-Dur, KV 207

    Violinkonzert D-Dur, KV 211

    Violinkonzert G-Dur, KV 216

    Violinkonzert D-Dur, KV 218

    Violinkonzert A-Dur, KV 219


    Nachèz, T.:

    Tzigane in G-Dur op. 14 Nr. 3

    Zigeunertänze


    Prokofieff, S.:

    Violinsonate D-Dur, op. 94a


    Sarasate, P.:

    Romanza andaluza op. 22 Nr. 1

    Introduktion & Tarantelle, op. 43


    Schubert, F.:

    Wiegenlied


    Spohr, L.:

    Violinkonzert op.1 Nr. 1, A-Dur

    Violinkonzert op.2 Nr. 2, d-Moll

    Violinkonzert op. 7 Nr. 3, C-Dur

    Violinkonzert op. 10 Nr. 4, h-Moll

    Violinkonzert op. 17 Nr. 5, Es-Dur

    Violinkonzert op. 26 Nr. 6, g-Moll

    Violinkonzert op. 38 Nr. 7, e-Moll

    Violinkonzert op. 47 Nr. 8, a-Moll, „in modo di scena cantante“

    Violinkonzert op. 55 Nr. 9, d-Moll

    Violinkonzert op. 62 Nr. 10, A-Dur

    Violinkonzert op. 70 Nr. 11, G-Dur

    Violinkonzert op. 79 Nr. 12, A-Dur

    Violinkonzert op. 92 Nr. 13, E-Dur

    Violinkonzert op. 110, Nr. 14, a-Moll

    Violinkonzert op. 128, Nr. 15, e-Moll


    Svendsen, J.:

    Romanze in G-Dur op. 26


    Tartini, G.:

    Sonata in g-Moll „Didone Abbandonata“


    Tartini, G. – Kreisler, F.:

    Variationen über ein Thema von Corelli


    Toselli, E.:

    Serenata op. 6


    Tschaikowsky, P. I.:

    Violinkonzert, op. 35

    Chant sans paroles op. 2 Nr. 3

    Humoresque op. 10 Nr. 2

    June op. 37 Nr. 6


    Valdez, E.:

    The Gipsy Serenade


    Viotti, G. B.:

    Violinkonzert Nr. 22 a-Moll, G 97

    Violinkonzert Nr. 23 G-Dur, G 98


    Vivaldi, A.:

    Konzert für zwei Violinen in d-Moll


    Wieniawski, H.:

    Violinkonzert Nr. 2, op. 22

    Capriccio Valse op. 7

    Quellen

    Archivbestände


    Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien:


    Berndt Buchbinder. Harlekinade für Violine und Klavier. Repertoire Erika Morini, Wiener Bohème Verlag, 1925. Signatur MS 14780 Mus.


    Leopold Nowak. Kritiken aus den Jahren 1935/36, chronologisch geordnet. Signatur F110. Nowak, L.798 Mus.



    Österreichische Mediathek, Wien:


    Interview mit Erica Morini // Oral History Interview mit Opfern des Nationalsozialismus aus Österreich vom 20. August 1987 in Bozen, Signatur 6-20500 (transkribiert in: Applebaum, Samuel und Sada (Hg.). The Way They Play, Book 1. New York: Paganiniana Publications, 1972, S.137-148).



    Sekundärliteratur


    Campbell, Margaret. Die großen Geiger. Eine Geschichte des Violinspiels von Antonio Vivaldi bis Pinchas Zukerman. Königstein: Athenaeum Verlag, 1982.


    Dudman, Helga. Who Stole my Aunt Erica’s Fabulous Stradivarius? The Morini Family & Other Musical Mysteries. Jerusalem: Carta Verlag, 2004.


    Eggebrecht, Harald. Große Geiger. Kreisler, Heifetz, Oistrach, Mutter, Hahn & Co. München: Piper Verlag, 2000.


    Evans, Allen. Booklet-Text zu: Morini plays Mozart. o.O.: Arbiter Records, 1997.


    Evans, Allen: Booklet-Text zu: Morini in concert with Francescatti. o. O.: Arbiter Records, 2001.


    Flesch, Carl. Erinnerungen eines Geigers. Freiburg und Zürich: Atlantis Verlag, 1960.


    Hartnack, Joachim. Grosse Geiger unserer Zeit. München: Rütten & Loening Verlag, 1967.


    Kraus, Gottfried. Booklet-Text zu: Festspieldokumente: W. A. Mozart Violinkonzert A-Dur, KV 219. München: Orfeo Live Recordings, 2006.


    Krips, Harrietta (Hg.). Josef Krips. Ohne Liebe kann man keine Musik machen… Erinnerungen. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, 1994.


    Ostleitner, Elena. Erica Morini – Versuch einer Annäherung. In: quasi una fantasia. Juden und die Musikstadt Wien. L. Botstein und W. Hanak (Hg.). Wien: Wolke Verlag, 2003, S. 131-137.


    Potter, Tully. The Connoisseur’s choice. In: The Strad 107, 1996, S. 266-269.


    Roeseler, Albrecht. Große Geiger unseres Jahrhunderts. München und Zürich: Piper Verlag, 1987.


    Wasielewski, Wilhelm Joseph von. Die Violine und ihre Meister. 6. Auflage. Leipzig: Verlag Breitkopf & Härtel, 1920.



    Diskografie

    (bei den CDs handelt es sich um digitalisierte Einspielungen Erica Morinis)


    Dvořák, Bruch, Glasunov: Violinkonzerte. Johanna Martzy (1953) und Erica Morini (1959), Violine, Radio-Symphonie-Orchester Berlin, Ferenc Fricsay. Legendary Recordings, Deutsche Grammophon Gesellschaft, Hamburg 2002 CD 463 651-2.


    Erica Morini in concert: Tschaikowsky & Brahms Violinkonzerte. National Radio Orchestra, Jascha Horenstein, Paris 19. Dezember 1957; Philharmonic Symphony Orchestra, Georg Szell, Carnegie Hall 14. Dezember 1952. Music & Arts, Berkeley, CD 1116, 2002


    Erica Morini, Vol. 1: Wieniawski, Mozart, Sarasate. Live & Studio Recordings 1921-1944. Legendary Treasures, Doremi, o. O. CD DHR-7762, 2000.


    Erica Morini, Vol. 2: Live & Studio Recordings 1921-1940. Legendary Treasures, Doremi, o. O., CD DHR-7772, 2001.


    Erica Morini, Vol. 3: Beethoven Violin concerto (1944) & Spring Sonata (1927). New York Philhamonic Orchestra, Vladimir Golschmann; N. Schwalb, Piano. Legendary Treasures, Doremi, o. O., CD DHR-7783, 2004.


    Morini in concert: with Zino Francescatti, Leon Pommers, Frederic Waldman & Musica Aeterna Orchestra. Arbiter Records, New York, CD 128, 2001.


    Morini in concert: 19th century concertos – Spohr, Bruch, Wieniawski. Frederic Waldman & Musica Aeterna Orchestra (1963, 1966, 1968). Arbiter Records, New York, CD 106, 1997.


    Morini plays Mozart: Violin Concertos Nos. 4 & 5. Concert and Home Recordings. Frederic Waldman & Musica Aeterna Orchestra (1965, 1971); Max Lanner, Piano (1960); Michael Raucheisen, Piano (1927). Arbiter Records, New York, CD 107, 1997.


    Mozart Violinkonzert A-Dur, KV 219. Arthur Grumiaux, Erica Morini, Nathan Milstein, Wolfgang Schneiderhan. Salzburger Festspiele, Festspieldokumente Live Recordings 1956-1973. Orfeo München, CD 713062, 2006.


    Sonata Recital: Mozart, Beethoven, Brahms. Erica Morini & Rudolf Firkušný. Arbiter Records, New York, CD 151, 2007.


    The Casals Festival 1951, Vol. 2. Mozart Violinkonzert Nr. 5. Erica Morini, Violine; Perpignan Festival Orchester, Pablo Casals. Pearl GEMS, CD 0168, 2007.



    DVD


    Great Violinists on The Bell Telephone Hour 1959-1964.Video Artists International, New York, DVD 4215, 2002.



    Links


    www.nytimes.com;

    http://query.nytimes.com/gst/fullpage.html?res=9A00E1D71639F930A35752C1A963958260&scp=1&sq=erica+morini (Online-Archiv der „New York Times”)


    http://www.arbiterrecords.com/morini.html

    http://www.arbiterrecords.com/notes/128notes.html

    Forschung

    Bis auf den Artikel von Elena Ostleitner und einige kurze Lexikoneinträge sind bislang keine wissenschaftlichen Arbeiten zu Erica Morini veröffentlicht worden. Im deutschsprachigen Raum existieren lediglich in zwei Archiven (Österreichische Nationalbibliothek, Wien; Universität Köln. Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft) schriftliche Quellen. Einige Ton- und Filmdokumente sind erhalten. In populärwissenschaftlichen Publikationen über „große Geiger“ finden sich häufig Beurteilungen von Erica Morinis Spielweise und Vergleiche mit ihren Kollegen.

    Forschungsbedarf

    Bei dem Einbruch in Erica Morinis Wohnung kurz vor ihrem Tod wurden etliche persönliche Dokumente sowie Noten mit Fingersätzen gestohlen. Möglicherweise liegen jedoch in amerikanischen Archiven andere Quellen. Insbesondere über ihre New Yorker Konzertagentur ließe sich wohl einiges über die Häufigkeit ihrer Konzerte, ihr Repertoire, etc. herausfinden.

    Es wäre wünschenswert, dass die Interpretationweise und die verschiedenen Wirkungsfelder Erica Morinis ebenso gewissenhaft und detailliert aufgearbeitet werden wie die ihrer männlichen Kollegen.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 29724283
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116929103
    Library of Congress (LCCN): n86868761
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Birgit Saak, 11. Oktober 2008


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 09.04.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Birgit Saak, Artikel „Erica Morini“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 9.4.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Erica_Morini