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  • Emilie Koellreutter

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Emilie Koellreutter
    Lebensdaten:
    geb. in Altstätten, Schweiz
    gest. unbekannt

    Das Geburtsdatum sowie Sterbedatum, -jahr und -ort von Emilie Koellreutter sind nicht bekannt (vermutlich nach 1929).
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin

    Profil

    Ein künstlerisches Profil von Emilie Koellreutter lässt sich erst nach weiteren Forschungen erstellen.

    Orte und Länder

    Emilie Koellreutter wurde in Altstätten in der Schweiz geboren. Sie studierte Violine in Basel und Berlin, u. a. bei Joseph Joachim, und arbeitete nach ihrem Studium in Zürich, St. Gallen und Winterthur. Im Jahr 1929 war sie in Zürich tätig.

    Biografie

    Emilie Koellreutter wurde 1887 in Altstätten in der Schweiz als Tochter von Carl Koellreutter und Marie Wirth geboren. Sie studierte zunächst Violine am Konservatorium in Basel und setzte von 1905 bis 1908 ihr Violinstudium an der Hochschule für Musik in Berlin fort. Dabei wurde sie in ihrem ersten Studienjahr von Joseph Joachim und Carl Halir unterrichtet, nach dem Tod Joseph Joachims studierte sie bei Carl Halir und Karl Klinger (vgl. Prante 1999, S. 5; S. 45). Sie selbst nannte in einem Artikel für das „ Deutsche Musiker-Lexikon“ von 1929 auch Leopold Auer als weiteren Lehrer (vgl. Müller 1929).


    Nach ihrem Studium kehrte Emilie Koellreutter in die Schweiz zurück und konnte sich im dortigen Musikleben als Musikpädagogin und Orchestermusikerin etablieren. Von 1915 bis 1920 unterrichtete sie als Violinlehrerin am Züricher Konservatorium und war von 1924 bis 1928 als Orchestermusikerin bei den Orchestern in Winterthur und St. Gallen tätig. Ab 1928 war sie als Geigerin beim Radioorchester Zürich angestellt. Wie erwähnt wurde sie 1929 in das „ Deutsche Musiker-Lexikon“ , einen Vorläufer von „ Kürschners Musik-Kalender“ , aufgenommen und gab dort selbst ihren Beruf mit „ Violinistin“ an; zu dieser Zeit lebte sie in Zürich, im Bluntschlisteig 5 (vgl. Müller 1929, S. 726; Prante 1929, S. 45). Im Jahr 1954 wurden ihre Angaben von 1929 unverändert in „ Kürschners Deutschen Musiker-Kalender“ übernommen, allerdings mit dem Hinweis, dass sie keine Korrektur der Angaben zurückgeschickt habe (vgl. Müller/Müller von Asow 1954, S. 635).


    Ihr Lebensweg nach 1929 ist nicht bekannt.

    Würdigung

    Die Violinistin Emilie Koellreutter wurde in Basel und später an der Berliner Hochschule für Musik von Joseph Joachim, Carl Halir und Karl Klinger hervorragend ausgebildet. Das Besondere ihres Lebensweges ist sicherlich darin zu sehen, dass sie bereits in den 1920er Jahren in professionellen Orchestern der Schweiz als Geigerin angestellt war.

    Rezeption

    Die Tätigkeiten von Emilie Koellreutter werden derzeit (Mai 2009) nicht rezipiert. Auch zeitgenössische Reaktionen, z. B. auf Konzerte, sind nicht nachweisbar.

    Repertoire

    Über das Repertoire von Emilie Koellreutter ist nichts bekannt.

    Quellen

    Artikel „ Koellreutter, Emilie“ . In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). Dresden: Limpert 1929, S. 726.


    Artikel „ Koellreutter, Emilie“ . In: Kürschners Deutscher Musiker-Kalender 1954. Hedwig und Ernst Hermann Müller von Asow (Hg.). Berlin: Walter de Gruyter & Co., 1954, S. 635.


    Prante, Inka. Die Schülerinnen Joseph Joachims. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Amt des Lehrers, Berlin. Unveröffentlichtes Typoskript, 1999.

    Forschung

    Inka Prante hat in ihrer Staatsexamensarbeit über die Schülerinnen von Joseph Joachim (Prante 1999) auf die Geigerin Emilie Koellreutter aufmerksam gemacht. Weitere Forschungsinformationen sind nicht bekannt.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Emilie Koellreutter umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wäre ihr Lebensweg mit Blick auf die Laufbahn von Orchestermusikerinnen in professionellen Orchestern vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 4. November 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 09.11.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Emilie Koellreutter“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 9.11.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Emilie_Koellreutter