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    von Silke Wenzel
    Namen:
    Elsa Bienenfeld
    Lebensdaten:
    geb. in Wien, Österreich-Ungarn (heute Österreich)
    gest. in KZ Maly Trostinec bei Minsk, Belorussland (heute: Weißrussland),

    In Lexika werden fälschlich teilweise die Geburtsjahre 1886 bzw. 1887 angegeben.
    Tätigkeitsfelder:
    Musikwissenschaftlerin, Musikkritikerin, Musikjournalistin, Musiktheoretikerin
    Charakterisierender Satz:

    „Aufgabe der Kritik kann es nur sein, die theoretischen Grundlagen, die Ziele und die Gefahren der musikalischen Gestaltungen darzulegen. Wollte sie dem Publikum ihre subjektive Unlust oder Lust imputieren oder dem Künstler die Wege vorschreiben, so überschritte sie weit die Grenzen der Macht und des Wissens, deren sie fähig ist.“


    (Elsa Bienenfeld, in: „Neues Wiener Journal“ vom 12. Februar 1907, S. 8-9; zit. n. Eybl 2004, S. 126ff.)


    Profil

    Nach einer fundierten musikalischen Ausbildung am Wiener Konservatorium studierte Elsa Bienenfeld bei Arnold Schönberg Musiktheorie und bei Guido Adler Musikwissenschaft. Im Jahr 1903 promovierte sie im Fach Musikwissenschaft an der Universität Wien mit einer Arbeit über Wolfgang Schmeltzl und konnte sich innerhalb kürzester Zeit als Musikwissenschaftlerin und -kritikerin in Wien etablieren.

    Neben ihrer philologisch ausgerichteten musikwissenschaftlichen Arbeit – u. a. als „wirkendes Mitglied“ der „Denkmäler der Tonkunst in Österreich“ (DTÖ) – wandte sich Elsa Bienenfeld dem Kreis um Arnold Schönberg zu. Sie verfasste mehrere Arbeiten über Gustav Mahler und begann als Musikkritikerin kontinuierlich über Aufführungen neuer Werke von Arnold Schönberg zu berichten. 1906 wurde sie zur Musikreferentin des „Neuen Wiener Journals“ ernannt und wurde dort zu einer der wichtigsten musikpublizistischen Vertreterinnen und Vertreter für „Neue Musik“. Bis zum „Anschluss“ Österreichs 1938 arbeitete Elsa Bienenfeld als anerkannte Musikwissenschaftlerin und -kritikerin in Wien.

    Orte und Länder

    Elsa Bienenfeld wurde in Wien geboren und behielt dort über ihr gesamtes Leben ihren Wohnsitz bei. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von den Nazis verfolgt und am 20. Mai 1942 aus Wien in das Konzentrationslager Maly Trostinec bei Minsk deportiert. Sie starb dort wenige Tage nach ihrer Deportation.

    Biografie

    Elsa Bienenfeld wurde am 23. August 1877 in Wien geboren. Der Vater, Dr. Heinrich Bienenfeld, war Jurist, die Mutter, Victoria Bienenfeld, geb. Schmelkes, stammte aus einer bekannten rabbinischen Familie. Die Familie hatte vier Kinder, von denen mindestens drei eine akademische Laufbahn einschlugen: der Bruder Franz Rudolf Bienenfeld wurde Jurist, die Schwester Bianka Bienenfeld Ärztin. Über einen weiteren Bruder, Martin Bienenfeld, ist nichts Näheres bekannt.


    Bereits während der Schulzeit erhielt Elsa Bienenfeld Unterricht in Klavier und Musiktheorie bei Anton Door und Robert Fuchs am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (Akademie der Tonkunst) und schloss parallel das Wiener Mädchengymnasium mit der Matura ab. Sie begann zunächst an der Universität Wien Medizin und Chemie zu studieren, wechselte dann jedoch das Studienfach: Von 1898 bis 1903 studierte sie Musikwissenschaft bei Guido Adler und Musiktheorie bei Arnold Schönberg und promovierte als erste österreichische Absolventin im Fach Musikwissenschaft am 22. Mai 1903 zum Dr. phil. mit einer Arbeit über „Wolffgang Schmeltzl, sein Liederbuch (1544) und das Quodlibet des XVI. Jahrhunderts“.


    Nach ihrer Promotion gelang es Elsa Bienenfeld, sich als Musikhistorikerin und Musikkritikerin im deutschsprachigen Raum zu etablieren. Im November 1904 konnte sie ihre Dissertation in Auszügen in den „Sammelbänden der Internationalen Musikgesellschaft“ (SIMG) veröffentlichen und wurde im gleichen Jahr zum „wirkenden Mitglied“ der „Denkmäler der Tonkunst in Österreich“ (DTÖ) ernannt. Ihre konkreten wissenschaftlichen bzw. editorischen Tätigkeiten im Rahmen der DTÖ sind bislang jedoch nicht näher zu bestimmen.


    Parallel zu ihrer Arbeit in der traditionellen, philologisch orientierten Musikwissenschaft wandte sich Elsa Bienenfeld verstärkt der Neuen Musik und dem Kreis um Arnold Schönberg zu. In diesem Zusammenhang initiierte sie 1904 Fortbildungskurse für zeitgenössische Musik, die in den Räumen des Mädchenlyzeum von Eugenie Schwarzwald stattfanden und – so die Anzeige am 8. Oktober 1904 in der „Neuen musikalischen Presse“ – „Musiker von Beruf und ernsthafte Dilettanten über die Wandlungen und Bereicherungen auf musiktheoretischem Gebiete unterrichten“ sollten (vgl. Berg 1976, S. 89). In einem Rückblick auf die „Anfänge der 'neuen Musik' in Wien“ berichtete Egon Wellesz 1970 darüber: „Bei Guido Adler hatte Dr. Elsa Bienenfeld promoviert, die durch Zemlinsky auf Schönberg aufmerksam gemacht worden war. Der Plan eines freien Musikunterrichtes wurde diskutiert, und Elsa Bienenfeld wandte sich an Frau Doktor Eugenie Schwarzwald, die in der Wallnerstraße 2 eine bekannte Mädchenschule leitete, um anzufragen, ob und unter welchen Bedingungen Musikkurse in ihrem Lyzeum abgehalten werden könnten. Frau Dr. Schwarzwald, die von Architekt Loos bereits von Schönbergs großer Persönlichkeit gehört hatte, stellte ihre Schulräume für die Nachmittage kostenfrei zur Verfügung und half auch, die Kurse zu organisieren.“ (Wellesz 1970, S. 312) Als Lehrer für diese Kurse konnte Elsa Bienenfeld Arnold Schönberg und Alexander Zemlinsky gewinnen. Am 16. Juli 1904 schrieb Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg: „Bienenfeld schreib ich heute, dass ich ev. mitthue – natürlich nur Composition resp. Instrumentationslehre. Mir ist es auch nicht recht wenn der Name veröffentlicht wird – wer weiss ob u. was daraus wird.“ (Zemlinksy 1995, S. 46) Arnold Schönberg und Alexander Zemlinsky übernahmen die musiktheoretischen Fächer, Elsa Bienenfeld unterrichtete allgemeine Musiklehre und Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts. Die Kurse waren insgesamt wenig besucht und wurden bereits nach zwei Jahren wieder eingestellt. Auf eine Anzeige dieser Kurse hin meldete sich jedoch u. a. Alban Berg, der auf diese Weise Arnold Schönbergs Schüler wurde (vgl. Berg 1976, S. 89).


    Ab 1906 wurde Elsa Bienenfeld vom „Neuen Wiener Journal“ als Musikreferentin verpflichtet und etwa zur gleichen Zeit zur Korrespondentin der „Frankfurter Zeitung“ ernannt. Als Musikkritikerin zählte sie zu den wichtigsten musikpublizistischen Vertretern der neuen Musik. Sie schrieb mehrere Artikel über Musik von Gustav Mahler, Arnold Schönberg und anderen aktuellen Komponisten, besprach deren Werke in Musikkritiken und suchte nach Möglichkeiten, theoretische Grundlagen neuer Musik einem breiteren Publikum zu vermitteln. Häufig folgten den Konzertrezensionen längere Artikel, in denen Elsa Bienenfeld nochmals die Werke selbst eingehend betrachtete und analysierte.


    Elsa Bienenfeld schrieb von 1906 bis Ende der 1920er-Jahre für das „Neue Wiener Journal“. (Über ihre Tätigkeiten während des Ersten Weltkrieges ist nichts Näheres bekannt.) In dieser Zeit besprach sie neben den Uraufführungen von Arnold Schönbergs Streichquartett d-Moll und der Kammersymphonie E-Dur (1907), die Erstaufführungen von Gustav Mahlers 8. Symphonie in München und Wien (1910 bzw. 1912), die Uraufführung von Arnold Schönbergs „Gurreliedern“ (1913) sowie die Uraufführungen von Franz Schrekers Oper „Das Spielwerk und die Prinzessin“ (1913) und Arnold Schönbergs Drama mit Musik „Die glückliche Hand“ (1924). Ab Ende der 1920er-Jahre wandte sich Elsa Bienenfeld wieder verstärkt der Musikwissenschaft zu. Sie arbeitete über verschiedene Opernkomponisten wie z. B. Carl Maria von Weber, Giuseppe Verdi, Gioachino Rossini und Giacomo Meyerbeer, setzte sich mit Franz Schubert, Johannes Brahms und Anton Bruckner auseinander und konnte u. a. in den Zeitschriften „Die Musik“, „Musikblätter des Anbruch“ und „Musical Quarterly“ publizieren.

    Vermutlich war Elsa Bienenfeld zudem weitreichend im deutschsprachigen Musikleben etabliert. Sie korrespondierte mit Musikerinnen und Musikern, Komponistinnen und Komponisten, Dirigenten, Musikwissenschaftlern und Musiktheoretikern, darunter Hans Pfitzner, Arnold Schönberg und Heinrich Schenker. Ihre Briefe an Wilhelm Furtwängler aus den Jahren 1926 bis 1937 zeigen, dass sie dabei auch versuchte, auf das Wiener Musikleben Einfluss zu nehmen, z. B. im Hinblick auf Stellenberufungen und Engagements von Solisten (vgl. die Korrespondenz im Nachl. Furtwängler, Berlin). Im Jahr 1927 war sie in Wien an den Vorbereitungen für das Beethoven-Festival beteiligt.


    Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde Elsa Bienenfeld nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs 1938 verfolgt und in den beiden denunzierenden Nazilexika verzeichnet (Brückner/Rock 1938; Stengel/Gerigk 1940). Ihre Anschrift während des Krieges lautete Dominikaner Bastei 32 im ersten Wiener Bezirk. Im Juli 1938 gab sie in einem von den Nazis abgeforderten Vermögensverzeichnis als „Betriebvermögen“ eine „kleine Fachbibliothek“ im Wert von 100 Reichsmark an. Ein dreibändiges Werk aus ihrem Besitz wurde am 1. Dezember 1939 als „D[onum]“ des „Kulturamts“ in den Inventarlisten der Wiener Stadtbibliothek verzeichnet (vgl. Provenienzforschung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, s. „Links“).


    Elsa Bienenfeld wurde am 20. Mai 1942 von Wien aus in das Konzentrationslager Maly Trostinec bei Minsk (Weißrussland) deportiert. Sie kam dort am 26. Mai 1942, wenige Tage nach ihrer Deportation, ums Leben. Ihre Schwester Dr. med. Bianca Bienenfeld war bereits 1929 gestorben, ihr Bruder Dr. jur. Franz Rudolf Bienenfeld konnte über die Schweiz ins englische Exil fliehen und starb dort 1961. Ein weiterer Bruder, Martin Bienenfeld, starb in Israel (vgl. Artikel „Bienenfeld, Franz Rudolf“ 1983).

    Würdigung

    Elsa Bienenfeld war die erste Frau, die 1903 an der Universität Wien im Fach Musikwissenschaft bei Guido Adler promovierte und sich anschließend sowohl in der universitären Forschung als auch als Musikkritikerin behaupten konnte. In ihren zahlreichen Musikkritiken setzte sie sich u. a. intensiv mit Neuer Musik auseinander und zählte damit zu den wichtigsten musikpublizistischen Vertreterinnen und Vertretern der Wiener Moderne.

    Dabei bezog Elsa Bienenfeld in mehreren Artikeln Stellung zu Aufgaben und Methoden der Musikkritik und reflektierte damit auch ihre eigene Rolle. In einer ausführlichen Analyse von Arnold Schönbergs Streichquartett d-Moll und seiner Kammersymphonie, die im Februar 1907 im „Neuen Wiener Journal“ erschien, betonte Elsa Bienenfeld die Notwendigkeit, das „alte“ Geschmacksurteil durch ein fundiertes musiktheoretisches Wissen zu ersetzen, um auf diese Weise zu einer adäquaten Beurteilung neuer Musik zu gelangen: „[...] eine Norm, wonach sich der Eindruck des einzelnen richten müsse und woran er sich zu halten habe, kann es bei der Subjektivität und Persönlichkeit der Geschmacksurteile nicht geben. Wohl aber ist eine kritische Analyse über die technischen Qualitäten eines Werkes notwendig, welche unabhängig von jedem persönlichen Eindruck ist. Eine solche technische Analyse wird ergeben können, ob der Künstler erstens die Ziele, die er in der Thematik, der Kontrapunktik, der Formung offenbar suchte, auch wirklich erreicht hat, und zweitens ob er ein allgemein menschliches Gefühl ausdrücken will, das, was ein verflossenes Jahrhundert eine Idee genannt hätte und das den Kunstwerken aller Zeiten und aller Gattungen zugrunde liegt. [...] Auch bei der Beurteilung von Schönbergs Werken muß man durch eine Analyse diese Fragen, von denen eine nicht ohne die andere beantwortet werden kann, zu lösen versuchen: woraus die Absicht und der Wert seiner Kompositionen möglicherweise begreiflich gemacht werden kann. [...] Aufgabe der Kritik kann es nur sein, die theoretischen Grundlagen, die Ziele und die Gefahren der musikalischen Gestaltungen darzulegen. Wollte sie dem Publikum ihre subjektive Unlust oder Lust imputieren oder dem Künstler die Wege vorschreiben, so überschritte sie weit die Grenzen der Macht und des Wissens, deren sie fähig ist.“ („Neues Wiener Journal“ vom 12. Februar 1907, S. 8-9; zit. n. Eybl 2004, S. 126ff.)

    Rezeption

    Über die zeitgenössische Rezeption der Tätigkeiten von Elsa Bienenfeld ist bislang nichts Näheres bekannt. (Zur aktuellen Rezeption vgl.: „Forschungsinformationen“.)

    Werkverzeichnis

    Schriften

    (Bei den Musikkritiken konnten konkrete Seitenzahlen leider nicht in allen Fällen ermittelt werden.)


    Wolffgang Schmeltzl, sein Liederbuch (1544) und das Quodlibet des XVI. Jahrhunderts, in: Sammelbände der Internationalen Musikgesellschaft, 6, 1904/05, S. 80-135.


    Klara Schumann, Ein Künstlerleben nach Tagebüchern und Briefen von Berthold Litzmann (Rezension): In: Zeitschrift der Internationalen Musikgesellschaft 7 (1905), S. 464-466.


    Neue Versuche zur Veränderung der klassischen Sinfonieform, in: Haydn-Zentenarfeier. III. Kongress der Internationalen Musikgesellschaft, Wien, 25. bis 29. Mai 1909, Wien: Artaria, 1909.


    Konzerte: Wunderkinder. In: Neues Wiener Journal vom 29. Februar 1907.


    Rosé Quartett. In: Neues Wiener Journal vom 6. Februar 1907.


    Ein neues Beethoven-Buch. In: Neues Wiener Journal vom 6. Februar 1907.


    Arnold Schönberg: Streichquartett D-moll, Ausführung am 5. Februar. Kammersymphonie E-dur für fünfzehn Soloinstrumente, Ausführung am 8. Februar. In: Neues Wiener Journal vom 12. Februar 1907, S. 8f.


    Arnold Schönberg: Konzert der Bläser-Kammermusik-Vereinigung der Hofoper. In: Neues Wiener Journal vom 13. Febr. 1907, S. 9.


    Hofoper. In: Neues Wiener Journal vom 1. November 1908.


    Konzerte (Tonkünstler-Orchester im Musikvereinsaale). In: Neues Wiener Journal vom 4. November 1908.


    Hofoper. In: Neues Wiener Journal vom 6. November 1908.


    Henri Marteau. In: Neues Wiener Journal vom 7. November 1908.


    Philharmonisches Konzert. In: Neues Wiener Journal vom 9. November 1908.


    Musik (50. Geburtstag des Singvereins). In: Neues Wiener Journal vom 13. November 1908.


    Das Jubiläum des Singvereines. Das Festkonzert. In: Neues Wiener Journal vom 16. November 1908.


    Konzerte. In: Neues Wiener Journal vom 17. November 1908.


    Rosé-Quartett. In: Neues Wiener Journal vom 22. Dez. 1908, S. 8.


    Zur Aufführung des Quartetts von Arnold Schönberg. In: Neues Wiener Journal vom 25. Dezember 1908.


    Arnold Schönbergs Konzert. In: Neues Wiener Journal vom 26. Februar 1909, S. 7.


    Mahlers Siebente Symphonie im Konzertverein. In: Neues Wiener Journal vom 4. Oktober 1909.


    Jacques Dalcroze und seine Methode. In: Neues Wiener Journal vom 6. November 1909.


    Mahlers Siebente Symphonie. In: Neues Wiener Journal vom 10. November 1909.


    Gesellschaftskonzert. Händels „Israel in Ägypten“. In: Neues Wiener Journal vom 11. November 1909.


    Die Achte Symphonie von Gustav Mahler. Erstaufführung in München 12. September 1910. In: Neues Wiener Journal vom 13. September 1910.


    [Heinrich Schenkers Chromatische Fantasie und Fuge. Rezension]. In: Neues Wiener Journal vom 27. November 1910.


    Gustav Mahler und die Wiener Hofoper. In: Neues Wiener Journal vom 19. Mai 1911.


    Gustav Mahler und Wien, in: Der Tag, Berlin, 30. Mai 1911.


    Mahlers Achte Symphonie. Zur bevorstehenden Erstaufführung in Wien. In: Neues Wiener Journal vom 14. März 1912.


    Mahlers Achte Symphonie. In: Neues Wiener Journal vom 15. März 1912.


    Philharmonischer Chor. Die Uraufführung von Schönbergs „Gurreliedern“. In: Neues Wiener Journal vom 24. Februar 1913.


    Arnold Schönbergs „Gurrelieder“. In: Neues Wiener Journal vom 2. März 1913.


    Konzerte. Das letzte Konzert des Tonkünstlerorchesters. In: Neues Wiener Journal vom 9. März 1913.


    Das Spielwerk und die Prinzessin. Oper in einem Vorspiel und zwei Aufzügen von Franz Schreker. Uraufführung an der Wiener Hofoper am 15. März 1913. In: Neues Wiener Journal vom 16. März 1913.


    [Über Hauers „Tonfarben und Farbentöne“]. In: Neues Wiener Journal vom 30. Dezember 1917.


    Janačeks Oper „Jenůfa“. Erste Aufführung an der Wiener Hofoper am 16. Februar 1918. In: Neues Wiener Journal vom 17. Februar 1918.


    Arnold Schönbergs Kammersymphonie. Eine Vorführung in zehn Proben. In: Neues Wiener Journal vom 25. Juni 1918.


    Mozarts Kinder. Neue Quellenstudien. In: Neues Wiener Journal vom 28. Juni 1919.


    [Walter Niemann: Johannes Brahms. Rezension]. In: Neues Wiener Journal vom 20. Juni 1920.


    Feuilleton: Engelbert Humberdinck. In: Neues Wiener Journal vom 29. September 1921.


    Brahms und Bruckner. Zur Stilkritik der Symphonie. In: Sang und Klang. Almanach auf das Jahr 1923. Leopold Schmidt (Hg.). Berlin 1923.


    Köpfe im Profil. Marie Jeritza. In. Die Musik 17 (1924), Heft 1. S. 20-25.


    Eugen d'Albert zu seinem sechzigstem Geburtstag. In: Musikblätter des Anbruch 6 (1924), Nr. 4. S. 146-149.


    Arnold Schönberg: „Die glückliche Hand“. Drama mit Musik – Uraufführung an der Volksoper. In: Neues Wiener Journal vom 15. Oktober 1924.


    Köpfe im Profil. Guido Adler, in: Die Musik, 18 (1925), Heft 1. S. 113-124.


    [Philharmonisches Konzert]. In: Neues Wiener Journal vom 17. März 1925.


    Vom musikalischen Vortrag. In: Deutsche Musiker Zeitung vom 14. August 1926.


    Silvester in der Oper. „Jonny spielt auf“. Text und Musik von Ernst Krenek. In: Neues Wiener Journal vom 1. Januar 1928.


    Schubert, der Wiener. In: Neues Wiener Journal vom 15.11.1928.


    Die Tochter Meyerbeers. In: Die Musik 23 (1930), Heft 9, S. 665-668.


    Verdi und Schiller. In: Neue Zürcher Zeitung 1930 (Präzisierung z. Zt. nicht möglich)


    Der Dichter und die Musik. Begegnung mit F. W. im Hause Mahler, in: Das Prisma. Blätter der Vereinigten Stadttheater Bochum-Duisburg, 7, H. 20, 1930/1931, S. 186-190.


    Drei Musikerhandschriften. In: Neues Wiener Journal vom 7.

    Dezember 1930.


    Rossini der Tondichter und Bankier. In: Die Musik 24 (1931), Heft 2, S. 491-498.


    Verdi and Schiller. In: The Musical Quarterly, Vol. 17, No. 2 (Apr., 1931), S. 204-208.


    Geheimnisse der Biologie: was C. M. von Weber von seinen Vorfahren erbte. In: Kölnische Zeitung vom 16. August 1931.


    Zahlenmusik im künstlerischen Schaffen. In: Neues Wiener Journal vom 27. September 1931.


    Mozarts Lebensführung. In: Radio Wien 7 (1931), Heft 46. S. 10-11.


    Ertaubte Tondichter, in: Wiener Medizinische Wochenschrift, 39, Wien: Perles, 1933.

    Quellen

    Quellen


    Staatsbibliothek Berlin. Briefe von Elsa Bienenfeld an Wilhelm Furtwängler aus den Jahren 1926 bis 1937. Sign.: 55 Nachlass 13 (Wilhelm Furtwängler), A/4.5.9.



    Literatur


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Illustriertes Musiklexikon. Hermann Abert (Hg.). 1927 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). 1929 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Musiklexikon. Hugo Riemann (Hg.). 11. Aufl. bearb. von Alfred Einstein. 1929 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Franz Planer (Hg.). 1929 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Wer ist wer. Lexikon österreichischer Zeitgenossen. Paul Ernödi und Robert Teichl (Hg.). 1937 [verfügbar in wbis, world biographical information system].


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Judentum und Musik. Mit dem ABC

    jüdischer und nichtarischer Musikbeflissener. Brückner, Hans; Rock, C[hrista] M[aria] (Hg.). 3. Auflage. München: Brückner, 1938 [einschlägiges Nazi-Lexikon mit dem Ziel der Verfolgung].


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Lexikon der Juden in der Musik. Mit einem Titelverzeichnis jüdischer Werke. Herbert Gerigk; Theo Stengel (Hg.). Berlin: Hahnefeld, 1940 (Veröffentlichungen des Instituts der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage ; 2). [einschlägiges Nazi-Lexikon mit dem Ziel der Verfolgung].


    Artikel „Bienenfeld, Elsa“. In: Lexikon der Frau. 2 Bände. Zürich: Encyclios Verlag, 1953, Bd. 1, S. 435.


    Artikel „Bienenfeld, Franz Rudolf“. In: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 = International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933-1945. Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hg.). München: Institut für Zeitgeschichte und New York: Research Foundation for Jewish Immigration, 1983. Bd. I. S. 63.


    Berg, Erich Alban (Hg.). Alban Berg. Leben und Werk in Daten und Bildern. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1976.


    Botstein, Leon; Hanak, Werner (Hg.). Quasi una fantasia. Juden und die Musikstadt Wien. Wien: Wolke, 2003.


    Draper, Kelsey. A Voice for Modernism in Elsa Bienenfeld’s Music Reviews. Thesis. Brigham Young University, 2005 (auch online verfügbar, s. „Links”).


    Eybl, Martin (Hg.). Die Befreiung des Augenblicks: Schönbergs Skandalkonzerte 1907 und 1908. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, 2004.


    Schönberg. Berg. Webern. Die Streichquartette. Eine Dokumentation. Ursula v. Rauchhaupt (Hg.). Hamburg: Deutsche Grammophon Gesellschaft, 1971, S. 151-153.


    Taudes, Eva. Musiktheaterkritik von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Dreißiger-Jahre am Beispiel Elsa Bienenfeld. Wien: Diss. Universität Wien, 2007.


    Wellesz, Egon: Anfänge der „Neuen Musik“ in Wien. In: Österreichische Musikzeitschrift 25 (1970). Nr. 5/6. S. 312-315.


    Zemlinsky, Alexander. Briefwechsel mit Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg und Franz Schreker. Horst Weber (Hg.). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1995.



    Links


    http://www.kalliope-portal.de

    Im Verbundsinformationssystem Nachlässe und Autographen sind mehrere Briefe von Elsa Bienenfeld verzeichnet, u. a. an Hans Pfitzner und Wilhelm Furtwängler.


    http://sophie.byu.edu/media/pdfs/bienenfeld/Bienenfeld%20Thesis%20Draper.pdf

    Draper, Kelsey. A Voice for Modernism in Elsa Bienenfeld’s Music Reviews. Thesis. Brigham Young University, 2005 (Volltext)


    http://cmslib.rrz.uni-hamburg.de/lexm/object/lexm_lexmperson_00000822

    Im „Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit“ ist ein Artikel über Elsa Bienenfeld von Sophie Fetthauer verfügbar.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Elsa_Bienenfeld

    In der Wikipedia Deutschland ist ein kurzer Artikel über Elsa Bienenfeld verfügbar.


    http://dissdb.bibvb.ac.at/opus-search/frontdoor.php?source_opus=8984

    Die österreichische Dissertationsdatenbank enthält ein Abstract zur Dissertation von Eva Taudes („Musiktheaterkritik von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Dreißiger-Jahre am Beispiel Elsa Bienenfeld; die erste Kulturkritikerin Wiens, die unter eigenem Namen publizierte“), die im Juni 2007 abgeschlossen wurde, bislang jedoch noch nicht öffentlich zugänglich ist.


    http://www.dtoe.at/Mitglieder.php

    Die Website gibt einen Überblick über die Mitglieder der „Denkmäler der Tonkunst in Österreich“ und damit über das Arbeitsumfeld von Elsa Bienenfeld.


    http://mt.ccnmtl.columbia.edu/schenker/

    Das „Schenker Correspondance Project“ der Columbia University New York stellt Briefe von Elsa Bienenfeld an Heinrich Schenker von 1931 bis 1933 sowie Tagebuchnotizen von Heinrich Schenker über Elsa Bienenfeld kommentiert im Internet zur Verfügung.


    http://www.stadtbibliothek.wien.at/cgi-ma09/embed-wo.pl?lang=-de&l=2&doc=http://www.stadtbibliothek.wien.at/bibliothek/1938/bienenfeld-de.htm

    Die Abteilung „Provenienzforschung“ der Wiener Stadtbibliothek im Rathaus hält einen kurzen Artikel über Elsa Bienenfeld bereit mit weiteren Verweisen auf ihre Familie und Wiener Akten zur NS-Zeit.


    http://www.yadvashem.org/wps/portal/IY_HON_Welcome

    Die „Central Database of Shoah Victims' Names“ enthält Daten zur NS-Verfolgung von Elsa Bienenfeld.


    http://david.juden.at/kulturzeitschrift/44-49/menschenrecht-45.htm

    Evelyn Adunka: Franz Rudolf Bienenfeld. Ein Pionier der Menschenrechtsgesetze. Online-Fassung eines Artikels über den Bruder von Elsa Bienenfeld, den Juristen Franz Rudolf Bienenfeld.

    Forschung

    In den letzten Jahren wurden die Tätigkeiten von Elsa Bienenfeld, ihre Bedeutung für die Wiener Moderne allgemein und die Zweite Wiener Schule im Besonderen in mehreren größeren Arbeiten erforscht (vgl. z. B. Eybl 2004; Draper 2005; Taudes 2007). Die Dissertation von Eva Taudes (Musiktheaterkritik von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Dreißiger-Jahre am Beispiel Elsa Bienenfeld. Wien: Diss. Universität Wien, 2007) war bei Abschluss des Artikels (Januar 2008) noch nicht öffentlich zugänglich.

    Biografische Recherchen finden vor allem im Rahmen der Exilforschung statt (vgl. Fetthauer 2006, Provenienzforschung der Wiener Stadtbibliothek).

    Forschungsbedarf

    Der verbleibende Forschungsbedarf zu Elsa Bienenfeld lässt sich erst nach Veröffentlichung der Dissertation von Eva Taudes (Taudes 2007) näher bestimmen. Der Titel der Dissertation sowie deren Abstract (vgl. „Links“) lassen vermuten, dass auch hier im Wesentlichen die Bedeutung von Elsa Bienenfeld für die Wiener Moderne untersucht wird.

    Darüber hinaus wäre es jedoch interessant zu erfahren, auf welche Weise es Elsa Bienenfeld gelang, sich innerhalb der männlich dominierten universitären Musikwissenschaft in Wien zwischen 1900 und 1910 so weit zu behaupten, dass Guido Adler ihr die Promotion (1903) und deren Publikation (1904) ermöglichte. Zu hinterfragen wäre auch, wie es zu ihrer „wirkenden Mitgliedschaft“ bei den „Denkmälern der Tonkunst in Österreich“ kam und inwieweit sie dort tatsächlich als Musikwissenschaftlerin in Forschungs- bzw. Editionsprojekte eingebunden wurde.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 20870725
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 133345637
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Silke Wenzel, Die Grundseite wurde im Januar 2008 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 18.01.2008


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Elsa Bienenfeld“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 18.1.2008.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Elsa_Bienenfeld