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  • Elli von Broen

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Elli von Broen
    Varianten: Elli von Stietzel, Elli Broen, Elli Stietzel
    Lebensdaten:
    geb. in Zella (Thüringen), Deutschland
    gest. in Percha (heute: Gemeinde Starnberg am See, Bayern), Deutschland

    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Musikpädagogin

    Profil

    Ein Profil von Elli von Broen kann erst nach weiteren Forschungen erstellt werden.

    Orte und Länder

    Elli von Broen wurde 1877 in Zella-Mehlis in Thüringen geboren und wuchs in Weimar auf. Sie studierte Violine an der Akademie der Tonkunst in Erfurt sowie an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin. Nach ihrem Studium kehrte sie zunächst nach Erfurt zurück, ließ sich jedoch in späteren Jahren in Magdeburg nieder. Sie starb 1936 in Percha am Starnberger See.

    Biografie

    Elli von Broen wurde am 29. Januar 1877 in Zella-Mehlis in Thüringen als Tochter von Albert von Broen und Marie von Broen, geb. Dann-Palleske, geboren. Ihre Schulausbildung absolvierte sie am renommierten Sophienstift in Weimar und erhielt gleichzeitig Violinunterricht bei Rudolf Rösel an der Weimarer Musikschule. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie Violine bei Hans Rosenmeyer an der Erfurter Akademie der Tonkunst und setzte von 1898 bis 1902 ihr Studium an der Hochschule für Musik in Berlin fort. Dabei hatte sie in den ersten zwei Studienjahren Unterricht bei Emanuel Wirth, im Studienjahr 1900/01 bei Joseph Joachim, Emanuel Wirth und Andreas Moser und in ihrem letzten Studienjahr 1901/1902 bei Joseph Joachim und dessen ehemaliger Studentin Gabriele Wietrowetz (vgl. Prante 1999, S. 3).


    Noch während ihrer Berliner Studienzeit konnte sich Elli von Broen im deutschen Musikleben als Solistin, Kammermusikerin und Violinlehrerin etablieren. Sie unternahm mehrere Konzertreisen, spielte von 1898 bis 1900 den Part der zweiten Violine in einem Streichquartett, dem „Erfurter Tonkünstlerquartett“, und gab Violinunterricht (vgl. Müller 1929, Sp. 1403).


    Am 21. Februar 1903 heiratete Elli von Broen in Berlin den Architekten Wilhelm Stietzel, nahm den Namen Elli Stietzel-von Broen an und ließ sich mit ihrem Mann in Magdeburg nieder. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter die beiden Töchter Else und Thea. Wie es bislang scheint, zog sich Elli von Broen zunächst weitestgehend aus dem öffentlichen Musikleben zurück.


    Erst Ende der 1910er Jahre kehrte Elli von Broen als Musikerin in die Öffentlichkeit zurück. Von 1919 bis 1925 gab sie gemeinsam mit dem Musikwissenschaftler und Schulmusiker Bernhard Engelke regelmäßige Kammermusikabende in Magdeburg und Burg und wirkte ab 1920 als Assistentin an der Volkshochschule Magdeburg. Im „Deutschen Musiker-Lexikon“ von 1929, einem Vorläufer von „Kürschners Musik-Kalender“, bezeichnete sie sich selbst als „Violinlehrerin“. Zudem war sie Mitglied im Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer, was auf eine umfassende Tätigkeit als Musikpädagogin hinweist. Zu dieser Zeit lebte sie am Neuen Fischerufer 1-3 in Magdeburg (vgl. Müller 1929, S. 1403).


    Elli von Broen starb am 14. September 1936 in Percha/Starnberg am See.

    Würdigung

    Die Tätigkeiten von Elli von Broen können erst nach weiteren Forschungen angemessen gewürdigt werden.

    Rezeption

    Die Tätigkeiten Elli von Broens werden derzeit (Mai 2009) nicht rezipiert. Auch zeitgenössische Reaktionen (z. B. Musikkritiken) sind nicht bekannt

    Repertoire

    Über das Repertoire von Elli von Broen ist derzeit nichts bekannt. Aus ihrem Studium und ihren Tätigkeiten geht jedoch hervor, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Violinkonzerte aus der klassisch-romantischen Literatur zu ihrem Repertoire gehörten sowie etliche kammermusikalische Werke, sowohl für Streichquartett als auch für Violine und Klavier.

    Quellen

    Artikel „Stietzel-von Broen, Elli“. In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). Dresden: Limpert 1929, S. 1402f.


    Prante, Inka. Die Schülerinnen Joseph Joachims. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Amt des Lehrers, Berlin. Unveröffentlichtes Typoskript, 1999.

    Forschung

    Inka Prante hat in ihrer Staatsexamensarbeit über die Schülerinnen Joseph Joachims (Prante 1999) erstmals wieder auf Elli von Broen aufmerksam gemacht, ohne allerdings näher auf die Geigerin einzugehen.


    Elli von Broens Enkel, Peter Voigtländer (München), verdanke ich ihre genauen Lebensdaten und weitere genealogische Hinweise.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Elli von Broen umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 22. Mai 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 03.12.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Elli von Broen“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 3.12.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Elli_von_Broen