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    von Raika Simone Maier
    Ella Gmeiner, Zürich 1934
    Namen:
    Ella Gmeiner
    Geburtsname: Gabriele Luise Gmeiner
    Ehename: Ella Klein-Gmeiner
    Lebensdaten:
    geb. in Kronstadt/Brasov, Rumänien
    gest. in Stuttgart, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Sängerin, Gesangspädagogin, Autorin, Veranstalterin, Widmungsempfängerin
    Charakterisierender Satz:

    „Eine Unsumme von Arbeit, Selbstverleugnung, Nerven- und Gemütskraft birgt und bringt jedes Künstlerleben, selbst das erfolgreichste.“


    (Gmeiner, S. 187)


    Profil

    Ella Gmeiner (1874-1954) wurde in Siebenbürgen in eine bürgerliche Familie hineingeboren. Obwohl ihre Eltern keine professionellen Musiker_innen waren, erhielt sie ebenso wie ihre Geschwister eine musikalische Ausbildung. Gegen den Willen des Vaters (die Haltung der Mutter ist unbekannt), setzte sie ihren Wunsch nach einer berufsqualifizierenden Ausbildung zur Sängerin durch. Als professionelle Sängerin war sie an mehreren Opernhäusern engagiert. Sie sang zunächst im Sopranfach und wechselte dann ins Mezzo- bzw. Altfach. Auf der Opernbühne interpretierte sie vor allem die dramatischen Partien des Mezzosopran- und Altfachs, ihr Stimmumfang betrug vermutlich nahezu drei Oktaven (ca. f-ces’’’). In den 1920er Jahren widmete sie sich ausschließlich dem Liedgesang und der eigenen Unterrichtstätigkeit, mit Partien in Oratorien scheint sie nur ausnahmsweise aufgetreten zu sein.

    Insgesamt maß Ella Gmeiner ihrer sängerischen Tätigkeit größere Bedeutung bei als ihrer pädagogischen, obwohl sie über einen weitaus längeren Zeitraum pädagogisch tätig war. Vermutlich aufgrund ihrer Stellung als älteste Tochter war sie familiär stark eingebunden und nahm eine mütterliche Rolle für ihre jüngeren Geschwister ein. Sie heiratete insgesamt drei Mal und folgte dem jeweiligen Partner an dessen Wirkungsort. Diese privaten Umstände nannte sie selbst als Grund für die Unterbrechung ihrer sängerischen durch ihre pädagogische Tätigkeit.

    Orte und Länder

    Ella Gmeiner wurde in Kronstadt geboren und erhielt ihren ersten Musikunterricht ebendort. Eine berufsqualifizierende Ausbildung in Leipzig und Berlin folgte. Ein erstes Engagement führte sie als dramatischer Sopran nach Sondershausen.

    Mit ihrem ersten Ehemann zog sie nach Augsburg und ging dort einer gesangspädagogischen Tätigkeit nach. Von 1905-1908 war sie am Hoftheater Weimar engagiert und ging anschließend für ein Engagement nach München. Ab 1912 lebte sie als freischaffende Opernsängerin und Gesangspädagogin in Berlin, Gastspiele führten sie bis nach Belgien und England. Darüber hinaus konzertierte sie mit Liederabendprogrammen im deutschsprachigen Raum. 1923 zog Ella Gmeiner gemeinsam mit ihrem dritten Ehemann nach Zürich und etablierte sich auch dort noch einmal als Gesangspädagogin. In den letzten Lebensjahren lebte sie in Stuttgart.

    Biografie

    Ella Gmeiner wurde als Tochter von Julie und Julius Gemeiner im siebenbürgischen Kronstadt geboren. Schon vor Beginn ihrer schulischen Ausbildung an der „Evangelischen Mädchenschule Kronstadt“ bekam Ella Gmeiner Klavierunterricht durch eine Großcousine ihrer Mutter (Luise Szabady). Die Eltern wurden von Ella Gmeiner als „nicht besonders musikalisch“ beschrieben, dennoch liebten sie „Musik und sahen in ihr einen erzieherischen Faktor“ (Gmeiner 1934, S. 132). Offenbar spielte Musik eine große Rolle, es wurde häufig innerhalb der Familie musiziert. Genau wie Ella Gmeiner bekamen auch ihre Geschwister Musikunterricht. Vier ihrer fünf Geschwister wählten eine professionelle künstlerische Laufbahn: Lula Mysz-Gmeiner war als Konzertsängerin, Rudolf Gmeiner als Gesangspädagoge und Konzertsänger, Julius Gebhard Gmeiner als Cellist, Gesangspädagoge und Sänger und Luise Gmeiner als Pianistin und Klavierlehrerin tätig. Die Familie Gmeiner kann somit als „ein besonders anschauliches Beispiel bürgerlicher Musikpflege im ausgehenden 19. Jahrhundert“ gelten (Sand, S. 312). Offenbar machte Ella Gmeiner rasch Fortschritte auf dem Klavier und konnte darüber hinaus gut vom Blatt spielen: Sie begleitete die Geigenlehrerin Olga Grigorowicz, die ihre Schwester Lula unterrichtete, sowie ihre Schwester selbst auf dem Klavier (Gmeiner 1934, S. 133). Weiteren Klavierunterricht erhielt sie durch den Klavierpädagogen Hugo Krummel (vgl. Sand, S. 312). Parallel zu ihrer schulischen Ausbildung erhielt Ella Gmeiner außerdem Kunstunterricht und erlernte Fremdsprachen (vgl. Gmeiner, S. 148).

    Gegen Ende der achtjährigen Schulzeit wurde sie von dem Kronstädter Kirchenmusiker Rudolf Lassel im Fach Gesang sowie weiterhin im Fach Klavier unterrichtet. Bestandteil des Gesangsunterrichts waren in erster Linie die Werke historischer Komponisten. Gemeinsam mit Rudolf Lassel als Pianist und ihrer Schwester Lula sang Ella Gmeiner erste – vermutlich zunächst nicht-professionelle – Konzerte in Siebenbürgen.

    Gegen den anfänglichen Widerstand des Vaters setze Ella Gmeiner sich durch und begann 1893 ihre berufsqualifizierende Ausbildung in Leipzig (Sand, S. 312). Sie wurde am dortigen Konservatorium aufgenommen und war Schülerin des Tenors Friedrich Rebling (1834-1900). An den Abenden besuchte sie das Theater und hörte Opern von Albert Lortzing, Wolfgang Amadeus Mozart, Guiseppe Verdi oder Richard Wagner. Die Gesangsstudentin war außerdem regelmäßig im Leipziger Gewandhaus, wo sie KünstlerInnen wie Eugen d`Albert, Johannes Brahms, Teresa Carreño, Elisabeth Leisinger, Lilli Lehmann, Artur Nikisch, Karl Reinicke, Franz Wüllner und Raimund von Zur Mühlen hörte. Während ihres Studiums lernte Ella Gmeiner unterschiedlichste Partien; sie sang unter anderem Azucena (Guiseppe Verdi: Der Troudadour), Carmen (Georges Bizet: Carmen), Cherubin (Wolfgang Amadeus Mozart: Die Hochzeit des Figaro), Eglantine (Carl Maria von Weber: Euryanthe), Fidelio (Ludwig van Beethoven: Fidelio) oder Ortrud (Richard Wagner: Lohengrin). Insgesamt betrachtete sie sich als Mezzosopranistin.

    Im Anschluss an ihre Zeit in Leipzig nahm sie Kontakt zu Lilli Lehmann in Berlin auf, wurde von der Künstlerin allerdings mit dem Hinweis auf deren eigene künstlerische Tätigkeit nicht als Schülerin angenommen. 1895 zog Ella Gmeiner dennoch wie ihre Schwester Lula nach Berlin und nahm Unterricht bei der Sopranistin Emilie Herzog. Im Rahmen dieses Unterrichtsverhältnisses wechselte Ella Gmeiner ins Sopranfach, offenbar hatte ihre Stimme einen großen Umfang und sie hatte wie viele Sängerinnen damals und heute Schwierigkeiten, ihre Stimme einem Stimmfach zuzuordnen. 1895/96 gab sie gemeinsam mit ihrer Schwester Lula erste professionelle Konzerte in Siebenbürgen. Die beiden jungen Sängerinnen sangen Duette von Robert Schumann, Artur Rubinstein und Rudolf Lassel.

    Ella Gmeiners erstes professionelles Opernengagement führte sie 1896 als dramatischer Sopran an das fürstliche Hofheater Sondershausen. Dort übernahm sie Partien wie Agathe (Carl Maria von Weber: Der Freischütz), Carmen (Georges Bizet: Carmen, Donna Anna (Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni), Fidelio (Ludwig van Beethoven: Fidelio), Gräfin (Wolfgang Amadeus Mozart: Die Hochzeit des Figaro), Recha (Jaques Fromental Halévy: Die Jüdin) oder Ortrud (Richard Wagner: Lohengrin). Im Anschluss an das Engagement trat Ella Gmeiner vermutlich als Gast an den Theatern in Halberstadt, Nordhausen, Guben, Potsdam und Würzburg auf. In Würzburg „kam die Konsequenz der falschen Stimmdiagnose“ (Gmeiner, S. 167) in Form einer Stimmbandschädigung. Ella Gmeiner lernte von ihrem Kollegen Julius Kiefer den „Weg des bewußten Singens“ (ebd.) nach einer Methode von Edward Engel und wechselte zudem ins Mezzo-Fach.

    1899 heiratete sie Julius Kiefer (vgl. Sand, S. 314) und zog gemeinsam mit ihm nach Augsburg. Ihr Mann hatte am dortigen Theater ein Engagement als Heldenbariton, sie selbst arbeitete als Gesangspädagogin in privatem Rahmen. Über ihre Unterrichtstätigkeit in dieser Zeit schrieb sie: „Unterrichtend, lernte ich selber sehr viel und baute mir ein bewußtes Prinzip des konsequenten Führens des Klanges in die Resonanzräume des Nasenrachenraumes und der Stirnhöhle und der bewußten Zwerchfell- und Flankenatmung. Ich erzielte prächtige Erfolge ....“ (Gmeiner, S. 168)

    Nach der Scheidung zog sie 1902 abermals nach Berlin und wurde dort von der Sopranistin Etelka Gerster unterrichtet. Gemeinsam mit ihr reiste sie nach Bologna und sang in diesem Zusammenhang auch bei einer Matinée in der Mailänder Scala. Vermutlich erhielt sie während ihres Aufenthalts in Italien auch Unterricht durch den Dirigenten Aristide Venturi (vgl. Copony o. J.). Die wechselnden Unterrichtsverhältnisse werden in der „Familien-Chronik“ detailliert beschrieben, wobei Ella Gmeiner allerdings kritisch reflektiert: „Es ist schwer, Gesangtechnisches schriftlich wiederzugeben, vieles ist fiktiv, klingt sinnlos, läßt sich nur von Kehle zu Kehle lehren, denn was du nicht fühlst, das wirst du nie erjagen.“ (Gmeiner, S. 168).

    Nach ihrer Rückkehr aus Italien gelang es Ella Gmeiner zunächst nicht, eine Festanstellung als Sängerin zu erhalten. Sie entschied sich aus diesem Grund, auch in Berlin ihren Lebensunterhalt durch Gesangsunterricht zu erwirtschaften. Ihre Geschwister Julius, Rudolf und Luise wohnten in dieser Zeit bei ihr und sie sorgte – auch finanziell - für die drei jüngeren Geschwister. Aus ihrem Elternhaus erhielt sie zeitweise finanzielle Unterstützung. Während des ersten Weltkriegs sorgte Ella Gmeiner gemeinsam mit ihrer Schwester Lula zusätzlich für die einkommenslose Mutter, die ebenfalls zunächst bei Ella und später bei Lula (Mysz-) Gmeiner lebte.

    1904 erhielt Ella Gmeiner ein Engagement an einem nicht genau zu ermittelnden Berliner Opernhaus. Kurz vor Beginn des Engagements verstarb ihr Vater und sie gab nach ihrer eigenen Aussage als Folge der psychischen Belastung das Engagement nach einigen Wochen wieder auf. Im Jahr 1905 wurde zog erneut um, nachdem sie an das „Großherzoglich Sächsische Hoftheater“ in Weimar engagiert worden war. Sie trat dort mit Partien wie Amneris (Guiseppe Verdi: Aida), Azucena (Guiseppe Verdi: Der Troubadour), Brangäne (Richard Wagner: Tristan und Isolde), Dalila (Camille Saint-Saëns: Samson und Dalila) oder Ortrud (Richard Wagner: Lohengrin) auf. Parallel zu ihrer Tätigkeit am Theater unterrichtete sie Privatschüler_innen.

    Ihren ersten großen Liederabend gab Ella Gmeiner 1906 in Berlin, es folgten weitere in Leipzig, Dresden, Bad Wildungen, Kronstadt, Hermannstadt, Schäßburg, Mediasch, Mühlbach, Reps, Bistritz, Klausenburg, Oedenburg und anderen Städten. Bei ihren Konzertreisen wurde sie teilweise von ihren Schülerinnen begleitet (vgl. Gmeiner, S. 184).

    Während ihres Engagements in Weimar wurde die Sängerin 1907 für die Wagnerfestspiele des „Prinzregententheaters“ in München engagiert, wo sie die Partien Erda (Rheingold und Siegfried), Waltraute, Erste Norne, Floßhilde (Rheingold und Götterdämmerung) sowie die Magdalena (Die Meistersinger von Nürnberg) interpretierte und ihr Repertoire somit beträchtlich erweiterte. Als Folge ihrer Auftritte wechselte sie 1908 für ein festes Engagement an der Münchner „Hofoper“ abermals ihren Wohnort. Für dieses Engagement lehnte sie ein Angebot Felix Weingartners, an die Wiener Hofoper zu kommen, ab. In München trat sie als Amneris (Guiseppe Verdi: Aida) und Ulrica (Guiseppe Verdi: Ein Maskenball) auf und darüber hinaus als Herodias (Richard Strauss: Salome) und Klytämnestra (Richard Strauss: Elektra). Zur königlich-bayrische Hof-Opernsängerin wurde sie 1909 ernannt, 1911 zur Hofkammersängerin. Im selben Jahr reiste sie zu einem Gastspiel nach London und wirkte in einer Inszenierung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ im „Royal Opera House“ in Covent Garden mit und trat dort außerdem als Hexe in Engelbert Humperndincks „Königskinder“ auf. Ebenfalls im Jahr 1911 heiratete sie in London den Lehrer und Schriftsteller Tim Klein. Auf den Wunsch ihres neuen Ehemanns hin zog sie 1912 zurück nach Berlin. Ella Gmeiner nahm dort ihre Tätigkeit als Gesangslehrerin wieder auf, sang Liederabende und veranstaltete Hauskonzerte, bei denen auch ihre SchülerInnen mitsangen. 1913 führten Gastspiele sie nach Brüssel ans Théatre de la Monnaie sowie nach Amsterdam.

    Die Ehe mit Tim Klein wurde vermutlich aufgrund seines Alkoholproblems geschieden und Ella Gmeiner heiratete 1921 den Schweizer Hans Weise, der eine Fotozentrale leitete (vgl. Gmeiner, S. 213). Als Folge dieser Eheschließung siedelte sie nach Zürich um. An ihrem neuen Wohnort, sowie in Winterthur und Bern sang sie Liederabende. Sie etablierte sich außerdem auch in der Schweiz als Gesangspädagogin und veranstaltete weiterhin Haus- und Vortragskonzerte. Die Konzerte ordnete sie teilweise thematisch nach Komponisten und eröffnete sie mit eigenen Vorträgen bzw. mit Vorträgen eines befreundeten Professors (vgl. Gmeiner, S. 216). Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte sie in Bern (vgl. Gmeiner, S. 216). Zuletzt lebte sie offenbar in Stuttgart (vgl. Myss, S. 152 und Sand, S. 316). Nähere Informationen zu diesem abermaligen Umzug liegen nicht vor.

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    Der Lebenslauf von Ella Gmeiner zeigt, dass sie in ihrem Leben mit häufigen Ortswechseln konfrontiert war. Teilweise waren die Umzüge durch Wendungen in ihrem Privatleben motiviert, teilweise durch neue berufliche Herausforderungen. Immer aber brachten sie eine veränderte Berufstätigkeit mit sich, veränderte finanzielle Umstände sowie ein verändertes soziales Umfeld. Vermutlich aufgrund von Ella Gmeiners Stellung als älteste Tochter innerhalb ihrer Herkunftsfamilie übernahm sie häufig Aufgaben im privaten Bereich, die dem zeitgenössischen Frauenbild entsprechend überwiegend Frauen und Müttern zukamen: Sie nahm gegenüber ihren Geschwistern eine mütterliche Rolle ein, nähte für sie und versorgte sie teilweise mit mehreren Mahlzeiten täglich (vgl. Gmeiner, S. 212). Zur Unterstützung beschäftigte sie eine Haushaltshilfe (vgl. Gmeiner, S. 214). Ella Gmeiner hatte außerdem eine enge Verbindung zu den Eltern und engagierte sich in der Pflege sowohl ihres Vaters, als auch ihrer Mutter. Die Sängerin versorgte während ihrer Zeit in der Schweiz über fünfzehn Monate ihre Nichte Eva Gmeiner, die Tochter ihres Bruders Frieder und dessen Frau Irene.

    Indem sie sich für die Pflege und Versorgung ihrer Familienangehörigen engagierte, entsprach Ella Gmeiner in einiger Hinsicht dem zeitgenössischen Frauenbild. Ob sie ihren Ehemännern auf deren Wunsch in die jeweiligen Wohnorte folgte oder auf ihren eigenen Wunsch den Wohnort und damit einhergehend auch die Berufstätigkeit wechselte, kann nur teilweise geklärt werden. Zumindest bei ihrer ersten Eheschließung schloss sie sich offenbar den beruflichen Bedürfnissen ihres Gatten an und kehrte ihrer künstlerischen Tätigkeit auf der Opernbühne zunächst den Rücken . Als Gesangspädagogin blieb sie weiter berufstätig, allerdings nur im privaten Rahmen. Ihre professionelle sängerische Tätigkeit als Opernsängerin nahm sie in den Jahren zwischen ihren Eheschließungen wieder auf. Anders als die meisten Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm sie wahrscheinlich aus künstlerischen Gründen die Nachnamen ihrer Ehemänner nicht offiziell an, bzw. trat weiterhin unter ihrem Geburtsnamen auf.

    Ihren eigenen Aussagen zufolge, waren die vielen privaten Verpflichtungen und zahlreichen Veränderungen der Grund, warum sie ihrer sängerischen Tätigkeit nicht ohne Unterbrechungen nachgehen konnte. Sie schrieb von fehlender „Gemütsruhe“ durch die verschiedenen Ehen und familiären Verstrickungen, um den „diffizilen Sängerinnenberuf“ „voll und ganz“ auszuüben (Gmeiner, S. 216).

    Ella Gmeiner selbst gab an, Balladen wie Carl Loewes „Edward“ oder Hugo Wolfs „Feuerreiter“ als erste Frau gesungen zu haben (vgl. Gmeiner, S. 199). Ihre Schwester Lula trat allerdings mit einer ähnlichen Repertoireauswahl auf; es ist nicht zu klären, welche der beiden Sängerinnen die Lieder zuerst in ihre Programme aufnahm. Jedenfalls aber setzte Ella Gmeiner sich mit ihrer Programmauswahl über zeitgenössische geschlechtsspezifische Repertoiregrenzen hinweg.

    Ella Gmeiners Auftritte auf der Opernbühne wurden durch die jeweiligen Opernhäuser organisiert; ihre Liederabende organisierte sie vermutlich großenteils selbst. Teilweise war die „Konzert-Direktion Hermann Wolff“ für sie tätig, sowie die Konzertdirektion Hugo Heller (https://www.konzerthaus.at/datenbanksuche, Zugriff 11.10.2016).

    Genau wie ihre Geschwister Rudolf Gmeiner und Lula Mysz-Gmeiner hatte Ella Gmeiner Kontakt zu dem Komponisten Emil Mattiesen und sang dessen Lieder in privatem und öffentlichen Rahmen (vgl. Gmeiner, S. 198). Der Komponist widmete ihr seine „Künstlerandachten, op. 6“ („Frau Kammersängerin ELLA GMEINER in herzlicher Dankbarkeit“, veröffentlicht bei C. F. Peters-Verlag Leipzig, 1920). Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie mit weiteren Komponist_innen in freundschaftlichem oder beruflichem Kontakt stand.

    Als Gesangspädagogin stand Ella Gmeiner in der Tradition von Edward Engels und Raimund von Zur Mühlen: Zentrales Anliegen ihres Unterrichts war das „bewußte Singen“ (Gmeiner, S. 186), frei von Willkürlichem und Unbewußtem. Vermutlich unterrichtete sie nach dem Prinzip der ‚Didaktik der Meisterlehre’. Unterrichtsliteratur veröffentlichte Ella Gmeiner nicht. Ihre Schülernnen reisten offenbar aus ganz Deutschland zu ihr und blieben teilweise mehrere Monate, um mit Ella Gmeiner ihr Repertoire zu erweitern oder bestehendes Repertoire zu vertiefen (vgl. Gmeiner, S. 217). Die Gesangspädagogin schrieb von „Singekindern“ und nahm vermutlich auch gegenüber ihren Schüler_innen eine mütterliche Rolle ein (Gmeiner, S. 217).

    1934 veröffentlichte sie in Zürich die umfangreiche „Familien-Chronik“, die als Ego-Dokument eine Fülle an Informationen zu ihrem Leben und dem ihrer Familienmitglieder enthält. Wolfgang Sand äußerte über das Buch: „Der Antisemitismus, der in ihrer Chronik immer wieder anklingt, dürfte auch künstlerisch-persönliche Gründe gehabt haben. ... Ella Gmeiner wurde später eine begeisterte Anhängerin des Nationalsozialismus.“ (Sand, S. 315). Zwar führte Ella Gmeiner sowohl ihre sängerische, als auch ihre pädagogische Tätigkeit während der beiden Weltkriege fort (vgl. Gmeiner, S. 206 ff.), der NSDAP gehörte Ella Gmeiner dem derzeitigen Forschungsstand zufolge allerdings nicht an. Die „Familien-Chronik“ erhält heute im Rückblick insofern Bedeutung, als sie als Versuch der Sängerin gesehen werden kann, sich und ihre Familie in die Geschichte einzuschreiben.

    Würdigung

    Ella Gmeiner war als Sängerin, Gesangspädagogin und Autorin umfassend künstlerisch tätig. Als Sopranistin und Mezzosopranistin sang sie an zahlreichen deutschen Opernhäusern und etablierte sich insbesondere mit dramatischen Partien aus Verdi- und Wagner-Opern. Wie zu ihrer Zeit üblich, sang sie vermutlich alle Partien in deutscher Sprache. Ella Gmeiner war offenbar eine vielfältige Sängerin: Über ihre Tätigkeit an nationalen und internationalen Opernhäusern hinaus gab sie Liederabende und trat in einigen Fällen mit der Alt-Partie bei Oratorienaufführungen auf. Zu ihren Lebzeiten wurde sie sowohl zur königlich-bayrischen Hof-Opernsängerin als auch zur Hofkammersängerin ernannt. Sie selbst betrachtete ihr pädagogisches Wirken in erster Linie als Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihre sängerische Tätigkeit war für sie der bedeutendere Teil ihrer künstlerischen Tätigkeit.

    Ella Gmeiners Lebenslauf lässt vermuten, dass sie sich in hohem Maß mit dem zeitgenössischen Frauenbild auseinandersetzte und aufgrund ihrer Laufbahn als Opernsängerin in einen Konflikt mit dem zeitgenössischen Frauenbild geriet. In der Rezeption wird Ella Gmeiner häufig als Schwester von Lula Mysz-Gmeiner genannt.

    Dokumentiert ist ihre Tätigkeit vor allem durch die Rezensionen in zeitgenössischen Fachzeitschriften und Zeitungen. Insgesamt war Ella Gmeiners Leben gekennzeichnet von zahlreichen Brüchen und sie scheint sich ihrer Familie in hohem Maß verpflichtet gefühlt zu haben. Inwieweit dies tatsächlich den Grund für die fragmentarische Berufstätigkeit darstellte oder eine künstlerische Biographie in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert genau wie heute häufig von Diskontinuität, Unsicherheiten und der Notwendigkeit einer großen Flexibilität gekennzeichnet war, lässt sich aufgrund fehlender vergleichbarer Studien derzeit nicht klären.

    Musikgeschichtlich interessant ist außerdem Ella Gmeiners schriftstellerische Tätigkeit: Ihre „Familien-Chronik“ stellt eine zentrale Quelle zum Leben einer bürgerlichen Familie in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert in Siebenbürgen dar, zeigt die Bedeutung häuslichen Musizierens bei den Siebenbürger Sächsinnen und Sachsen und illustriert gleichzeitig anschaulich die Bedingungen einer berufsqualifizierenden Ausbildung für Sängerinnen. Das Buch enthält die Geschichte der Autorin als Teil ihrer Familiengeschichte. Die Chronik ist somit als erweitertes Ego-Dokument angelegt und kann als Ella Gmeiners Versuch betrachtet werden, sowohl ihre Familie, als auch sich selbst als Teil dieser Familie in die (Musik-) Geschichte hineinzuschreiben. Die Subjektivität und den erinnernden Charakter der Familien-Chronik reflektierte die Autorin bereits im Vorwort: Ella Gmeiner vermerkte, sie habe in ihrem Text „Fehler und Schwächen mit liebender Hand gemildert, aber nicht verschwiegen“ (Gmeiner, S. 9). Die „Familien-Chronik“ enthält darüber hinaus Ella Gmeiners persönliche Sicht auf Erziehungsmethoden, Wertvorstellungen, Geschlechterkonstellationen und Konflikte innerhalb ihrer Familie. Mehrere Äußerungen in der Familien-Chronik lassen beispielsweise erahnen, dass sie zu ihrer Schwester Lula ein ambivalentes Verhältnis hatte. Konkurrenzgefühle, Bewunderung, Neid und geschwisterliche Zuneigung sind in ihrem Text auf dichtem Raum miteinander verwoben.

    Rezeption

    In den zeitgenössischen Medien war Ella Gmeiner als Sängerin und Gesangspädagogin präsent: Einschlägige Fachzeitschriften wie die „Allgemeine Musik-Zeitung“ oder „Die Musik“ berichteten über ihre Auftritte im Rahmen von Opernaufführungen, sowie über Vortragsabende ihrer Schüler_innen. Gelobt wird neben ihren gestalterischen und schauspielerischen Fähigkeiten vor allem ihr gesangstechnisches Können. Audioaufnahmen ihrer Stimme existieren nicht.

    In ausgewählten Print- und digitalen Lexika gibt es Einträge zu Ella Gmeiner (Die Siebenbürger Sachsen, Großes Sängerlexikon, Operissimo), die sich allerdings fast ausschließlich auf die Angaben in der „Familien-Chronik“ stützen. Abgesehen davon wird Ella Gmeiners künstlerische Arbeit im 21. Jahrhundert kaum mehr wahrgenommen.



    Rezensionsbeispiele:


    „Ihre Darbietungen sind von einer derartig intensiven inneren Belebung getragen, atmen eine solche Leidenschaft der Empfindung und zugleich einen Adel des Ausdrucks aus, daß man davon unmittelbar gefangen wird. Wer so zu gestalten weiß, wie dies bei Ella Gmeiner der Fall ist, darf mit Recht als großer Künstler eingeschätzt werden.“ (Neue Berner Zeitung, 18.12.1926, zit. n. Gmeiner, S. 216)


    Über ihre Dalila schrieb ihre Schülerin Margit von Kedves: „Wie fremd ist ihrer Seele das gleißnerische Weib, das sie verkörpern muß, und wie vortrefflich spielt sie es. Die Dalila ist eine ihrer Lieblingsrollen. Sie weiß in ihre Gestalt so feine, ihr fremde Züge hineinzubringen, sie weiß sie auszustatten mit ihrer ganzen künstlerischen Eigenschaft des Sichverleugnens. Die fanatische Rache, die Liebe als Mittel des Hasses, wie furchtbar ergreifend, wie überzeugend wahr kann sie das alles gestalten.“ (zit. n. Gmeiner, S. 184)


    „Weimar (Hoftheater). „Der Troubadour“. Frau Gmeiner führte sich mit dieser Azucena sehr vorteilhaft ein. Ihr kräftiger, umfangreicher Mezzosopran erfüllte alle gesanglichen Anforderungen. Zarte und leidenschaftliche Empfindungen gingen in ihrer künstlerisch disponierten Tonfärbung zu Herzen. Der Aufschrei des Schmerzes, der Rache war elementar, doch niemals brutal. Ihre wohlgepflegte Gesangskunst, ihr geläuterter Geschmack bewahrten sie davor, auszuarten. Mutterliebe und Feindeshaß, die Welt, in der Azucena aufgeht, wurden erschöpfend illustriert.“ (Weimarische Landeszeitung, ca. 1906, zit. n. Gmeiner, S. 232)


    „Eine höchst erfreuliche Überraschung bot die Neubesetzung der Erda-Rolle durch den anderen Gast des Abends, Frau Ella Gmeiner vom Weimarer Hoftheater: eine schöne große Altstimme von sattem, warmem Tone, zugleich entsprechend bedeutende Auffassung und die gut ausgebildeten technischen Mittel zu deren wirkungsvollen Ausführung – das sind die ansehnlichen Vorzüge der Sängerin, deren Akquisition sich deshalb sehr empfiehlt.“ (Münchner Neueste Nachrichten, ca. 1907, zit. n. Gmeiner, S. 233)


    „Dessau: Gastspiel (1911): ‚Klytämnestra’. Der heutige Abend gewann eine besondere Bedeutung durch die Mitwirkung einer in jeder Hinsicht hervorragenden Klytämnestra, für welche Frau Ella Gmeiner vom Münchner Hoftheater gewonnen war. Eine auffallende Altistin und eine gereifte künstlerische Persönlichkeit.“(Anhalter Tageblatt, zit. n. Gmeiner, S. 234)


    „Leipzig: Liederabend von Ella Gmeiner (19. Januar 1908). Anderen Verpflichtungen wegen konnte ich leider nur Schubert`sche und Löw`sche Gesänge hören. Leider sage ich, denn gerade Brahms hätte ich gern noch von ihr gehört. Der Stimmfonds der Großherzogl. Opernsängerin Frau Gmeiner ist in der Tat ein selten imposanter und umfangreicher. Dazu kommt, daß sie mit viel Temperament singt und so in ihrem Vortrag jenen unbeschreiblichen sinnlich berückenden Zauber offenbart, dem man sich schwer zu entziehen vermag.“ (Leipziger Tageblatt, zit. n. Gmeiner, S. 235)


    „Leipzig: ‚Liederabend von Ella Gmeiner.’ Dieses war die Woche der Altistinnen: sechs zählte ich in sechs Tagen. Und siehe da, es war sehr gut, als aus Abend und Morgen der sechste Tag geworden war, denn an diesem Tage sang Ella Gmeiner, der Lula Gmeiner Schwester, beide teilhaftig klassischer Altstimmen, von schönster Farbe des Klanges. Verfügt Lula über eine Fülle feinster Vortragsnuancen, so ist Größe des Tons und strömende Leidenschaftlichkeit des Ausdrucks, Ellas bestes Besitztum. Davon zeugte gleich die packende Wiedergabe von Schuberts „Aufenthalt“, Loewes „Ach neige“ mit großer Steigerung der Schmerzenstöne und tiefschönem Ausklang auch „Erlkönig“ von Loewe mit eindrucksstarken, dynamisch-dramatischen Kontrasten. Im übrigen aber schenkte Ella Gmeiner uns mit ernsteren Brahms-Liedern ihr Bestes. „Der Tod, das ist die kühle Nacht“, „Nicht mehr zu dir zu gehen“, „Ein Wanderer“ und „Meine Lieder“, das sang Ella Gmeiner schlechthin vollendet, tonschön bei aller vornehmen Zurückhaltung, wahr und echt im Ausdruck. „Dunkel klingen meine Lieder“ heißt es in der letztgenannten Komposition: diese dunkeln Brahmslieder sind mit dem Dramatischen zusammen Ella Gmeiners eigentliches Feld, und als sie mit der Zugabe des schönen „Es muß was Wunderbares sein“ ihren kurzen Liederabend groß, ruhevoll und innig beschlossen hatte, ging man mit einem lange nachhallenden Eindruck davon.“ (Dr. Carl Weichardt, Leipziger Abendzeitung, 1911, zit. n. Gmeiner, S. 235).


    „Zürcher Tagesanzeiger, 10. Januar 1924: Ella Gmeiner, deren Konzert ein voller Erfolg beschieden war, war Mitglied der Münchner Hofoper und alsdann Lehrerin in Berlin. Der Ausweis, den sie in ihrem heutigen Konzert gab, war vor allem eine Legitimation der vorzüglichen Bühnensängerin; eine sehr starkes Temperament von zündender dramatischer Gestaltung. In stilvoll zusammengestellten Liedergruppen und Balladen verstand Ella Gmeiner, ihre Kunst in großzügiger und erschöpfender Weise hören zu lassen. Mit ihrem wundervollen Altregister sang sie Schuberts „Der Tod und das Mädchen“, das sargfarbene Kolorit dieser Komposition wurde sichtbar und hörbar, wie in schauerlich mattem Mondesglanz. Einen passionierten Aufschwung erhielt die junge Nonne, das künstlerische Vibrato erzitterte durch den ganzen Gesang, bis das friedliche Ertönen des Glöckleins von der irdischen zur himmlischen Halleluja-Ekstase überging. Diesen erschöpfenden, mit vorzüglicher Gesangstechnik interpretierten Schubert-Vorträgen folgte eine Schumann-Gruppe, aus der das Heine`sche düstere „Mit Myrthen und Rosen“ und „Waldesgespräch“ einen nüancenreichen, tiefen Ausdruck enthielt. Größtes Interesse erregten die beinahe unbekannten Gesänge von Löwe, zunächst zwei Gretchen-Gesänge: „Meine Ruh` ist hin“ und „Ach, neige, du Schmerzenreiche“ mit ihrer zarten Melodik, dann aber die Goethe-Balladen „Der Fischer“ und der „Erlkönig“, in denen uns Ella Gmeiner mit ihrer reichgestalteten Kunst ganz und gar in die Welt der Balladen führte. Zum ersten Male hörten wir Herders „Edward“ von einer Frauenstimme. Wer die reichen modulatorischen Mittel besitzt, wie Ella Gmeiner, der darf das Recht für sich in Anspruch nehmen, diesen Loeweschen „Hamlet“ zu spielen, zu singen. Mit sympathischer Anteilnahme folgten die Hörer des ereignisreichen Abends der Künstlerin und bezeugten ihren Dank durch warme Beifallsspenden.“ (zit. n. Gmeiner, S. 236 f.)



    Werkverzeichnis

    Schriften

    Gmeiner, Ella. Familien-Chronik. Zürich: Art. Institut Orell Füssli, 1934.

    Repertoire

    Oper

    Daniel François Esprit Auber: Fra Diavolo – Pamella

    Ludwig van Beethoven: Fidelio – Fidelio

    Georges Bizet: Carmen – Carmen

    Friedrich von Flotow: Martha – Nancy

    Christoph Willibald Gluck: Alceste – Alceste

    Christoph Willibald Gluck: Die Maienkönigin – Hirte

    Christoph Willibald Gluck: Orpheus – Orpheus

    Charles Gounod: Faust – Margarethe

    Jaques Halévy: Die Jüdin - Recha

    Engelbert Humperdinck: Königskinder – Hexe

    Wilhelm Kienzl: Der Evangelimann – Magdalena

    Carl Kretschmer: Die Folkunger - ?

    Albert Lortzing: Der Wildschütz – Gräfin

    Pietro Mascagni: Cavalleria Rusticana – Lucia

    Pietro Mascagni: Cavalleria Rusticana – Santuzza

    Wolfgang Amadeus Mozart: Die Hochzeit des Figaro – Cherubin

    Wolfgang Amadeus Mozart: Die Hochzeit des Figaro – Gräfin

    Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni – Donna Anna

    Otto Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor – Frau Reich

    Giaccomo Rossini: Die Italienerin in Algier - ?

    Camille Saint-Saëns: Samson und Dalila – Dalila

    Richard Strauss: Elektra – Klytämnestra

    Richard Strauss: Salome – Herodias

    Guiseppe Verdi: Aida – Amneris

    Guiseppe Verdi: Ein Maskenball - Ulrica

    Guiseppe Verdi: Der Troubadour – Azucena

    Richard Wagner: Der fliegende Holländer – Mary

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Die Walküre – Fricka

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Die Walküre – Grimgerde

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Götterdämmerung – Erste Norne

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Götterdämmerung – Floßhilde

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Götterdämmerung – Waltraute

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Rheingold – Erda

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Rheingold – Floßhilde

    Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen/Siegfried – Erda

    Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg – Magdalena

    Richard Wagner: Lohengrin – Ortrud

    Richard Wagner: Tristan und Isolde – Brangäne

    Carl Maria von Weber: Der Freischütz – Agathe

    Carl Maria von Weber: Euryanthe – Eglantine

    Felix Weingartner: Orestes - ?

    Felix Weingartner: Faustmusik – Büßerin

    Felix Weingartner: Faustmusik – Erzengel Gabriel

    Ermanno Wolf-Ferrari: Die neugierigen Frauen – Beatrice



    Lied

    Johannes Brahms: Der Tod, das ist die kühle Nacht (Op. 96, 1), Ein Wanderer (Op. 106, 5), Meine Lieder (Op. 106, 4), Nicht mehr zu dir zu gehen (Op. 32, 2), Salome (Op. 69, 8), Sapphische Ode (Op. 94, 4)

    Rudolf Lassel: Allein, Duette

    Franz Liszt: Loreley

    Carl Loewe: Ach, neige Du Schmerzenreiche (Op. 9, Heft 9, 1), Das Erkennen (Op. 65, 2), Der Fischer (Op. 43, 1), Der Mummelsee (op. 116, 3), Edward (Op. 1, 1), Erlkönig (Op. 1, 3), Meine Ruh ist hin (Op. 9, Heft 3, 2)

    Emil Mattiesen: Der Bettler und sein Hund, Der Freier, Legende, Lenore, Künstlerandachten, Tod in Ähren

    Artur Rubinstein: Duette

    Franz Schubert: Allmacht (D. 852), An die Leier (D. 737), Aufenthalt (D. 957,5), Im Abendrot (D. 799), Der Sieg (D. 805), Der Tod und das Mädchen (D. 531), Der Wanderer (D. 489), Der Zwerg (D. 771), Die junge Nonne (D. 828), Erlkönig (D. 328), Lebensmut (D. 883)

    Robert Schumann: Der Schatzgräber (Op. 45, 1), Der Spielmann (Op. 40, 4), Mit Myrten und Rosen (Op. 24, 9), Waldesgespräch (Op. 39, 3), Duette

    Richard Strauss: Ständchen (Op. 17, 2)

    Felix Weingartner: Die Wallfahrt nach Kevelaer (Op. 12) (mit Orchester)

    Hugo Wolf: Der Feuerreiter (Mörike-Lieder, Nr. 44), Die Geister am Mummelsee (Mörike-Lieder, Nr. 47)



    Oratorium

    Johann S. Bach: Matthäuspassion (BWV 244), Alt-Partie

    Quellen

    Literatur

    Copony, Manna. Die Schwestern Gmeiner, o. O. nach 1938, unveröffentlichtes Typoskript, Universität der Künste Berlin, Universitätsarchiv, Bestand 1, Nr. 3540.


    Die Siebenbürger Sachsen. Lexikon, Thaur bei Innsbruck: Wort und Welt Verlag, 1993.


    Gmeiner, Ella. Familien-Chronik. Zürich: Art. Institut Orell Füssli, 1934.


    Kutsch, K. J. und Riemens, Leo. Großes Sängerlexikon, München: K. G. Saur Verlag, 1997.

    Myß, Walter (Hg.).


    Sand, Wolfgang. Kronstadt. Das Musikleben einer multiethnischen Stadt bis zum Ende des Habsburgerreiches. Klundenbach: Gehann Musik Verlag 2004.



    Dokumente

    Das Verbundsystem Nachlässe und Autografe Kalliope-Portal verzeichnet zwei Briefe von Ella Gmeiner (vgl. http://kalliope-verbund.info/de/search.html?q=ella+Gmeiner)


    Deutsches Nationaltheater & Staatskapelle Weimar GmbH – Bibliothek, Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar



    Noten

    Mattiesen, Emil. Künstlerandachten, Leipzig: Petersverlag, 1920.



    Links

    Musikalisches Wochenblatt/Neue Zeitschrift für Musik vom 10.10.1907, S. 817, online verfügbar unter: http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=muw&datum=19071010&seite=5&zoom=33&query=%22Ella%22%2B%22Gmeiner%22&ref=anno-search, Zugriff 11.10.2016.


    Personendossier „Gmeiner, Ella“, in: Operissimo, http://hosting.operissimo.com/triboni/exec?method=com.operissimo.artist.webDisplay&xsl=webDisplay&id=ffcyoieagxaaaaabadkl, Zugriff 11.10.2016.


    Personendossier „Gmeiner, Ella“, in: Demokratisches Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt, http://images.google.de/imgres?imgurl=http://forumkronstadt.ro/typo3temp/pics/3f449661e5.jpg&imgrefurl=http://forumkronstadt.ro/kultur/kronstaedter-persoenlichkeiten/&h=233&w=135&tbnid=-pmt50y0e3JhuM:&tbnh=91&tbnw=53&docid=AhUHFRzyLow2fM&client=safari&usg=__jB8eLgSpvbNWeUkm3XWvZEAxXCw=&sa=X&ved=0ahUKEwi6re-UqdrPAhULIMAKHSMADQ0Q9QEIKDAC, Zugriff 11.10.2016.


    Personendossier „Gmeiner, Ella“, in: Musica Migrans. Lebenslinien mittel- und osteuropäischer Musiker, Universität Leipzig, online verfügbar unter: http://www.musicamigrans.de/pages/inc/generatePdf.php?personId=topic-164520&filename=Gmeiner_Ella.pdf, Zugriff 11.10.2016.


    Verzeichnis der verfügbaren Archivalien zu Ella Gmeiner, http://kalliope-verbund.info/de/search.html?q=ella+Gmeiner, Zugriff 11.10.2016.


    Verzeichnis von Ella Gmeiners Konzerten im Konzerthaus Wien, https://www.konzerthaus.at/datenbanksuche, Zugriff 11.10.2016.


    Karl Teutsch: Musik in Siebenbürgen, Wechselwirkungen mit Deutschland und den Nachbarn, online verfügbar unter http://www.siebenbuerger-bw.de/buch/sachsen/17.html, Zugriff 11.10.2016.


    Personendossier „Gmeiner, Ella“, https://de.wikipedia.org/wiki/Ella_Gmeiner, Zugriff 11.10.2016.

    Forschung

    Bislang gibt es keine ausführlichen Auseinandersetzungen mit der Sängerin und Gesangpädagogin Ella Gmeiner. Erwähnung findet sie teilweise als Schwester von Lula Mysz-Gmeiner. Die bestehenden Informationen basieren fast ausschließlich auf Informationen aus der „Familien-Chronik“.

    Forschungsbedarf

    Es besteht Forschungsbedarf bezüglich aller Bereiche von Ella Gmeiners künstlerischer Tätigkeit. Insbesondere sind Untersuchungen über ihre sängerische Arbeit von Interesse, ihr Wirken an verschiedenen nationalen und internationalen Opernhäusern ist bislang nicht erforscht. Eine Recherche nach Programm- und Besetzungszetteln, Schriftwechseln mit Theatern, Konzertagenturen und KollegInnen beispielsweise und deren wissenschaftliche Aufarbeitung und Auswertung steht bislang noch aus. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit der „Familien-Chronik“ ist vielversprechend. Auch Ella Gmeiners pädagogische Tätigkeit lädt zu einer dezidierten Untersuchung ein: Als Schülerin von Raimund von Zur Mühlen verschrieb sie sich dem „bewussten Singen“. Eine Auswertung ihrer Äußerungen in der „Familien-Chronik“ über ihn, sowie über ihre weiteren GesangslehrerInnen verspricht interessante Erkenntnisse über die zeitgenössische Gesangspädagogik.

    Ein weiterer untersuchenswerter Aspekt ist Ella Gmeiners Situation in der NS-Zeit; als nicht-jüdische Künstlerin hat sie vermutlich von den politischen Veränderungen profitiert.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 8418769
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 127771735

    Autor/innen

    Raika Simone Maier


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 10.05.2017


    Empfohlene Zitierweise

    Raika Simone Maier, Artikel „Ella Gmeiner“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 10.5.2017.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Ella_Gmeiner