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  • Elise Bachmann

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Elise Bachmann
    Lebensdaten:
    geb. unbekannt
    gest. unbekannt

    Die Lebensdaten und Lebensorte von Elise Bachmann sind derzeit nicht bekannt. Ihr op. 1 wurde 1852 in Leipzig gedruckt, so dass ein Geburtsjahr in den 1830er Jahren zu vermuten ist.
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Musikpädagogin, Pianistin

    Profil

    Elise Bachmann veröffentlichte zwischen 1852 und 1876 mehr als vierzig Kompositionen. Zu ihren Werken gehören mehrere Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung, patriotische Kompositionen wie z. B. ein „Deutscher Einheitsmarsch“ für Klavier (op. 26) und das Lied „Fürst Bismarck lebe hoch!“ (op. 34), Klavierstücke wie z. B. die „Melodische Romanze“ (op. 18), ein „Impromptu“ (op. 21) oder die „Elfenträume“ (op. 24) sowie mehrere pädagogische Kompositionen. Bekannt wurde Elise Bachmann vor allem durch ihre „melodramatische Bearbeitung“ von Adolf Böttgers Gedicht „Die Macht der Musik“ (op. 30), deren Druck sowohl in der Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz als auch in der Bayerischen Staatsbibliothek München erhalten ist. Die meisten ihrer Kompositionen entstanden vermutlich als Salonmusik, ein Teil der Werke trägt die Bezeichnung „Salonstück“ explizit im Titel. Die meisten ihrer Werke wurden in den Leipziger Verlagen C. F. W. Siegel und E. Stoll verlegt, ein kleiner Teil auch bei A. Holzmann in Zürich und bei W. Hansen in Kopenhagen.

    Orte und Länder

    Die meisten Kompositionen von Elise Bachmann wurden in Leipzig verlegt, ein kleinerer Teil auch in Kopenhagen und Zürich.

    Biografie

    Über die Biografie von Elise Bachmann ist bislang nahezu nichts bekannt. Ihr op. 1 wurde 1852 verlegt, so dass zu vermuten ist, dass Elise Bachmann in den 1830er Jahren geboren wurde. Die meisten ihrer Kompositionen wurden in Leipzig gedruckt, zwei ihrer Stücke beziehen sich im Titel auf Leipzig (z. B. „Leipziger Polka“; „Mein Leipzig, Tyrolienne“). Ihre „Methodischen Accord-Uebungen durch alle Dur- u. Moll-Tonleitern mit Fingersatz zum Unterricht zu empfehlen“ für Klavier (op. 31, Leipzig 1874) deuten zudem auf eine pädagogische Tätigkeit als Klavierlehrerin hin.

    Würdigung

    Die Tätigkeiten Elise Bachmanns, insbesondere ihre Kompositionen, können erst nach weiteren Forschungen angemessen gewürdigt werden.

    Rezeption

    Die Tätigkeiten Elise Bachmanns werden derzeit nicht rezipiert.

    Werkverzeichnis

    Die Übersicht über die derzeit dem Titel nach bekannten Kompositionen Elise Bachmanns wurde anhand von Pazdírek 1904ff., der Datenbank „Hofmeister XIX“ und dem Katalog der Staatsbibliothek Berlin erstellt. Die Lücken in den Opuszahlen verweisen auf weitere Kompositionen. Insgesamt ist demnach von einem mindestens 40 Titel umfassenden Werk auszugehen.



    Kompositionen


    Leipziger Polka, op. 1. Leipzig: Autor, 1852.


    Abendständchen, op. 12. Leipzig: Whistling, 1861.


    Gut Heil! Turner-Fest-Marsch über das Lied: Brüder, zu den festlichen Gelagen, op. 14. Leipzig: E. Stoll, 1863.


    Olympischer Flug-Galopp, op. 15. Leipzig: E. Stoll, 1866.


    Freude und Glück. Polka und Mazurka für Klavier. Leipzig: E. Stoll, op. 16, o. J. (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Siegesmarsch, op. 17. Leipzig: E. Stoll, 1863.


    Melodische Romanze, op. 18. Leipzig: E. Stoll, 1866.


    Serenade G-Dur für Klavier, op. 19. Leipzig: E. Stoll (1868) (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Impromptu As-Dur für Klavier, op. 21. Leipzig: E. Stoll, o. J. (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Marien-Polka-Mazurka für Klavier, op. 22. Leipzig: Siegel 1868 (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Elfenträume (Alfe Drömme). Salonstück für Klavier, op. 24. Kopenhagen: Hansen, o. J./Leipzig: E. Stoll, 1870 (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Von dir kann ich nicht lassen. Tonstück für Klavier, op. 25.


    Deutscher Einheitsmarsch für Klavier, op. 26. Leipzig, E. Stoll, o. J. (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Friedens-Engel. Melodisches Tonstück, op. 28. Leipzig: E. Stoll, 1871.


    Herzenswünsche. Melodisches Tonstück für Klavier, op. 29. Leipzig: E. Stoll, 1872 (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Die Macht der Musik („Musik, Musik du Göttin ohne Schranken“), op. 30. Gedicht von Adolf Böttcher, melodramatisch für jeden Familienkreis und zum öffentlichen Vortrag bearbeitet, op. 30, Leipzig: E. Stoll, 1872 (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung; Bayerische Staatsbibliothek München).


    Goldene Strahlen. Walzer für Klavier, op. 32. Leipzig: E. Stoll, o. J. (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Zitherklänge. Melodisches Tonstück für Klavier, op. 33. Leipzig: E. Stoll, 1876 (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Fürst Bismarck lebe hoch! „Die geist’ge Fackel soll hoch leben“. Lied für eine Singstimme und Klavier, op. 34. Gedichtet und in Musik gesetzt von Elise Bachmann. Leipzig: E. Stoll, 1876 (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Silberblüthen. Tyrolinne für Klavier, op. 40. In. Telephon-Klänge. Salon-Musik für Klavier. Leipzig: Kahnt, o. J. (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Sammelalbum

    Bachmann, Elise. Kompositionen für Klavier. Leipzig: E. Stoll, 1876.

    Darin: Granat-Blüthen-Walzer (op. 2) – Rosen-Ballet – Myrthen-Blüthen-Walzer – Hortentia-Marsch – Orangen-Blüthen-Walzer – Abschieds-Klänge – Camelia-Walzer – Mein Leipzig. Tyrolienne – Harfen-Klänge. Salonstück – Sehnsuchts-Klänge – Abendständchen. Lied – Keine Heimath. Lied – Tyrolienne.



    Pädagogische Kompositionen


    Methodische Accord-Uebungen durch alle Dur- und Moll-Tonleitern mit Fingersatz zum Unterricht zu empfehlen, für Pianoforte, op. 31. Leipzig: E. Stoll, 1874 (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung).


    Sammlung dreistimmiger Lieder für Knaben, Mädchen und Frauen zum Gebrauch in Schule, Haus und Verein. Componiert v. E. Bachmann. Zürich: A. Holzmann, o. J. (vorh. in Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung) (o. op.).



    Fragliche Werke von Elise Bachmann, geb. 1857


    Nach Pazdírek (1904ff.) sind die folgenden Werke ebenfalls von Elise Bachmann (allerdings mit der Geburtsjahresangabe 1857):

    Vier amerikanische Volkslieder: 1. Jake me back to Erin – 2. Shells of Ocean – 3. Sweet spirit, hear my Prayer – 4. Flag of the Free (Hoenes) (o. op.)


    At the Sepulchre für acht Stimmen (Ditson) (o. op.)

    Quellen

    Literatur


    Elson, Arthur. Women’s Work in Music. Boston: L. C. Page & Company, 1903.


    Pazdírek, Franz (Hg.). Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker, Wien: Pazdírek & Co, 1904-1910.



    Links


    http://www.hofmeister.rhul.ac.uk

    Die Datenbank „Hofmeister XIX“, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts erfasst sind, verzeichnet zahlreiche Kompositionen Elise Bachmanns.

    Forschung

    Trotz eines vergleichsweise umfangreichen Werkverzeichnisses wird Elise Bachmann in keinem der gängigen Lexika ihrer Zeit genannt. Geprüft wurden u. a.: Tonkünstler-Lexicon Berlin’s von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Carl von Ledebur (Hg.). Berlin: Ludwig Rauh, 1861; Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Hermann Mendel; August Reissman (Hg.). Bd. 1, Berlin: Verlag von Robert Oppenheim, 1870; Musik-Lexikon: Theorie und Geschichte der Musik, die Tonkünstler alter und neuer Zeit mit Angabe ihrer Werke, nebst einer vollständigen Instrumentenkunde. Hugo Riemann (Hg.). Leipzig: Bibliographisches Institut, 1882; Alfred Michaelis. Frauen als schaffende Tonkünstler. Ein biographisches Lexikon. Leipzig: A. Michaelis, 1888; Datenbank „World biographical information system“ (Stand: Mai 2009).


    Ein Großteil der gedruckten Kompositionen Elise Bachmanns befindet sich in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Ein Exemplar des Melodramas „Die Macht der Musik“ befindet sich auch in der Bayerischen Staatsbibliothek München.


    Franz Pazdírek gibt im „Universalhandbuch der Musikliteratur aller Zeiten und Völker“ (1904-1910) für Elise Bachmann das Geburtsjahr 1857 an. Dies lässt sich anhand der in der Datenbank „Hofmeister XIX“ nachgewiesenen Publikationsdaten für das vorliegende Werkverzeichnis widerlegen. Möglicherweise handelt es sich jedoch um zwei Komponistinnen gleichen Namens. Dies würde auch den inhaltlichen Bruch im Werkverzeichnis erklären, das – nach Pazdírek – auch „Vier amerikanische Volkslieder“ sowie ein „At the Sepulchre“ enthält.


    Ein Studium Elise Bachmanns am Leipziger Konservatorium für Musik ist nicht nachweisbar (Auskunft des Archivs der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig) und daher – angesichts einer vergleichsweise guten Quellenlage zu den Studierenden des 19. Jahrhunderts – auch nicht wahrscheinlich.


    Sowohl in Berlin als auch in Leipzig gab es eine weit verzweigte Musikerfamilie Bachmann. Hierzu gehörten in Leipzig z. B. der Komponist Gottlob Bachmann (1764-1840) und die Opernsängerin Caroline Bachmann (1816-1874). Elise Bachmanns mögliche verwandtschaftliche Beziehungen zu diesen Familien konnte bislang nicht geklärt werden.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Elise Bachmann umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Zahlreiche ihrer Kompositionen sind in der Staatsbibliothek zu Berlin erhalten, so dass eine Diplomarbeit zu ihren Kompositionen sowie deren Aufführungen in öffentlichem und privatem Rahmen vermutlich lohnend wäre. Anhand der Opuszahlen sind zudem erhebliche Lücken im Werkverzeichnis festzustellen

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 59511161
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 103866353

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 17. November 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 30.11.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Elise Bachmann“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 30.11.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Elise_Bachmann