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  • Edith Lorand

    von Carolin Stahrenberg
    Edith Lorand auf Parlophon-Beka-Electric (undatierte Postkarte, nach 1926)
    Namen:
    Edith Lorand
    Lebensdaten:
    geb. in Budapest, Österreich-Ungarn
    gest. in New York, USA

    Das Geburtsjahr der Geigerin wird in den Quellen uneinheitlich datiert. Laut Knud Wolffram ist Edith Lorand am 17. Dezember 1898 in Budapest geboren, selbst soll sie das Jahr 1899 als Geburtsjahr angegeben haben (Wolffram 2002, S. 10). Ein Nachruf aus der The New York Times vom 24.11.1960 geht von 1899 als Geburtsjahr aus, wie auch ein in Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Verfolgung erhaltenes Dokument (abgedruckt in Heister 2001, S. 744). Eine Geburtsurkunde ist bisher nicht ausfindig gemacht worden (vgl. Quellen bzw. Forschungsbedarf).
    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Salonorchesterleiterin
    Charakterisierender Satz:

    „She first appeared in Vienna in 1920, and ever since that time has gone from triumph to triumph all over Europe.“

    („Sie erschien zuerst in Wien im Jahr 1920, und seitdem eilte sie in ganz Europa von Triumph zu Triumph“)


    (Gramophone, Oct. 1925, S. 31)


    Profil

    Edith Lorand war eine Künstlerin, die sowohl das klassische als auch das populäre Konzertrepertoire beherrschte. Ausgebildet bei Jenö Hubay an der Königlich-Ungarischen Musikakademie Budapest gründete sie in Berlin ihr eigenes Salonorchester, das Edith Lorand Orchester, mit dem sie zum Schallplattenstar wurde. Mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von über 160 Aufnahmen und einer hohen Anzahl verkaufter Platten zählte Lorand zu den „Spitzenstars der Schallplattenindustrie“ (Wolffram 2002, S. 10).

    Orte und Länder

    Edith Lorand wuchs in Budapest auf und erhielt dort ersten Geigenunterricht. Von 1920 bis 1934 lebte und wirkte sie mit Unterbrechungen in Berlin. Sie konzertierte in ganz Deutschland, der Schweiz, Italien, Russland, Polen, Frankreich, Amerika und England. Mitte der 1930er Jahre emigrierte sie zunächst nach Ungarn, dann in die USA, wo sie ihre Konzerttätigkeit mit einem eigenen Salonorchester fortsetzte.

    Biografie

    Edith Lorand wurde in Budapest geboren und wuchs in einer Familie mit italienischen, österreichischen und ungarischen Wurzeln mehrsprachig auf. Ihre Mutter war ausgebildete Pianistin, und auch Edith Lorand lernte zunächst Klavier spielen, wandte sich aber bald der Violine zu (vgl. Gramophone, Febr. 1927, S. 39). Sie erhielt schon früh Unterricht bei Jenö Hubay an der Königlich-Ungarischen Musikakademie Budapest. Hubay begründete dort eine der weltweit führenden Violinschulen und unterrichtete u. a. auch Stefi Geyer, Ferenc Vecsey und Jozsef Szigeti. Edith Lorands erster öffentlicher Auftritt fand als Kind im Rahmen eines Wohltätigkeitskonzertes statt. Nach Abschluss ihres Studiums bei Jenö Hubay (mit 16 oder 17 Jahren, es gibt darüber unterschiedliche Angaben, vgl. Gramophone, Febr. 1927, S. 39 sowie Wolffram 2002, S. 10) ging sie zunächst nach Wien, anschließend nach Berlin, wo sie mit Unterbrechungen von 1920 bis 1934 ihren Wohnsitz hatte (verzogen am 4.7.1934, vgl. Heister 2001, S. 744). Hier soll sie ihre Ausbildung bei Carl Flesch fortgesetzt haben. Im Jahr 1920 konzertierte sie erstmals in Berlin und trat in den folgenden Jahren in ganz Deutschland, der Schweiz, Italien, Russland, Polen, Frankreich, Amerika und England auf.

    Edith Lorands Karriere als Schallplattenstar begann im Jahr 1921 mit ersten Aufnahmen für das Label Parlophon, sie spielte im Laufe der Zeit solistisch sowie mit dem Edith Lorand Trio bzw. dem Edith Lorand Quartett und leitete als Stehgeigerin das Edith Lorand Orchester („Eine Frau dirigiert 15 Männer“, Werbebroschüre, zit. n. Wolffram 2002, S. 11). 1930 unterzeichnete sie einen Exklusiv-Vertrag mit der Lindström AG, der sie zu mindestens 144 Aufnahmen pro Jahr verpflichtete (Wolffram 2002, S. 11). Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten endete für die jüdische Künstlerin die erfolgreiche Zeit in Deutschland. Ihr Vertrag mit der Lindström AG wurde 1933 nicht verlängert, die Auftrittsmöglichkeiten eingeschränkt, so dass sie zunächst in ihr Heimatland Ungarn zurückkehrte und 1937 von dort aus in die USA auswanderte. Hier trat sie weiterhin mit einem eigenen Orchester auf, das unter den Namen „Edith Lorand and her Hungarian Orchestra“ oder auch als „Edith Lorand & Her Viennese Orchestra“ gastierte. Edith Lorand war verheiratet mit dem Illustrator Egon Hood. Im Mai 1960 kehrte sie nochmals nach Berlin zurück. Zu einer Remigration kam es nicht, denn Lorand starb ein halbes Jahr später in ihrem Haus in New York City (vgl. The New York Times, 24.11.1960).

    Lorand spielte eine Guarneri-Violine aus dem Jahr 1744 („Terminator“), die heute im Besitz der norwegischen Dextra musica Stiftung ist (vgl. The Strad, Febr. 2010, S. 42). George Barati erwähnt eine Liebesbeziehung Lorands mit dem Kronprinzen (Barati, S. 22).

    Würdigung

    Edith Lorand konnte sich während der Zwischenkriegszeit, als nur wenige Frauen als Instrumentalsolistinnen in der Unterhaltungsmusik akzeptiert wurden, mit ihrem Orchester erfolgreich auf den Bühnen Europas behaupten. Mit ihren Schallplatten erreichte sie ein Massenpublikum. Auf diese Weise prägte sie das Musikleben und die Unterhaltungskultur der Weimarer Republik mit und hatte über ihre Aufnahmen Einfluss auf das Bild der Musikstadt Berlin im Ausland. Auch wenn es ihr später nicht gelang, in den USA gleichwertig an ihre Berliner Erfolge anzuknüpfen, war sie doch in der Lage, sich auch dort mit einem eigenen Orchester zu etablieren und erfolgreich über Tourneen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

    Rezeption

    Edith Lorand wurde in ihrer Zeit ein ähnlich starkes Interesse wie anderen Salonorchesterleitern und Geigern (Marek Weber, Dajos Béla, Paul Godwin etc.) entgegengebracht. In der Presse, auch international, wurde zudem der Tatsache, dass sie eine weibliche Orchesterleiterin war, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei wurde ihr betont feminines Auftreten hervorgehoben: „Johann Strauss, the waltz king, were to come to life again, he would find a female rival in Edith Lorand, Hungarian Violinist. [...] It is unusual for Germany to see a beautiful, slim young woman in a richly embroidered white Hungarian costume mount the conductor’s stand and face an orchestra of men in somber black evening dress. There have been occasional women conductors here before – Ethel Leginska of London five years ago; Antonia Brico of Berkeley, Cal., this winter. But they insisted on wearing black dresses. Edith Lorand believes in bright colors. No female conductors, moreover, has hitherto attempted to be both conductor and soloist.“ (Sollte Johann Strauss, der Waltzer-König, wieder zum Leben erwachen, er würde einen weiblichen Rivalen in Edith Lorand, der ungarischen Violinistin, finden. [...] Es ist ungewöhnlich für Deutschland, eine schöne, schlanke junge Frau in einem reich bestickten, weißen ungarischen Kleid das Dirigentenpult erklimmen und sich einem Orchester von Männern in gedeckter, schwarzer Abendkleidung gegenüberstellen zu sehen. Es hat vorher bereits gelegentlich weibliche Dirigenten hier gegeben – Ethel Leginska aus London vor fünf Jahren; Antonia Brico aus Berkeley, Cal., diesen Winter. Aber sie bestanden darauf, schwarze Anzüge zu tragen. Edith Lorand vertraut auf helle Farben. Keine weibliche Dirigentin hat außerdem bisher versucht, Leiter und Solist zu sein.) („Gypsy Fire rules Violin of Girl Leader-Soloist“, in: „The Evening Independent“, 23.4.1930) Anlässlich ihres Auftritts in der Carnegie Hall in New York bezeichnete das Time Magazine Lorand als „the only woman conductor who has ever kept a troupe of men completely submissive.“ (“die einzige weibliche Orchesterleiterin, die überhaupt bisher eine Truppe von Männern vollständig fügsam gehalten hat.”) („Music: Bandmistress“. In: Time Magazine, 2. 12.1935)

    Von ihrer Plattenfirma, der Lindström AG, wurde Lorands Weiblichkeit gezielt zur Vermarktung genutzt, indem einerseits die Attribute, die ihr von der Presse zugeschrieben wurden („Königin des Walzers“, „Female Johann Strauß“), aufgegriffen und in Werbeanzeigen und Artikeln der Firmenzeitung platziert wurden, andererseits werbewirksame Schlagworte kreiert wurden („Eine Frau dirigiert 15 Männer“, Werbebroschüre, zit. n. Wolffram 2002, S. 11). Auf Werbepostkarten und Fotos wird sie in Reifrock, Abendkleid, geschminkt, z.T. mit nackter Haut, und mit femininen Attributen (Schmuck, Nerz bzw. Pelzkragen, Hut) geschmückt gezeigt, oft mit ihrem Herrenorchester im Hintergrund oder von diesem umringt (vgl. die von Wolffram 2002 zusammengestellten Fotos). Zwischen Aussehen und künstlerischer Tätigkeit werden bewusst Analogien hergestellt, wie beispielsweise auf dem Titelblatt der Neuesten Illustrierten im Jahr 1932, die ein Porträt Lorands mit den Worten kommentiert: „Augen und Musik sind Ausdruck der Seele“ (Neueste Illustrierte, 3. Jg./Nr. 5, 31.1.1932; siehe Materialsammlung)

    Heute ist Lorands Name fast vergessen, nur wenige ihrer zahlreichen Schallplatten-Aufnahmen sind auf CD übertragen worden (vgl. Auswahldiskografie). Im Gegensatz zu anderen Berliner Tanzorchestern fehlt bisher eine eigene, nur Lorands Aufnahmen gewidmete CD. Ebenso fehlt ihr Name in den musikwissenschaftlichen Standard-Nachschlagewerken (MGG, The New Grove Dictionary of Music and Musicians, Grove’s Encyclopedia of Popular Music, Handbuch der populären Musik etc.). Auch die deutsche Nationaldiskografie verzeichnet keinen eigenen Eintrag für Edith Lorand. Sekundärliteratur existiert, bis auf den singulären, gut recherchierten und mit zahlreichen Bildern versehenen Artikel von Knud Wolffram (Wolffram 2002), kaum – erst kürzlich im Jahr 2011 erschienen zwei weitere Aufsätze (Hagemann/Hoff 2011, S. 74-77; Stahrenberg 2011). Ein Wikipedia-Artikel wurde im Juni 2011 angelegt, der informative Eintrag in der Bigband Database ist dagegen mit der Löschung der Domain nfo.net aus dem Internet verschwunden. Erwähnt wird Lorand gelegentlich in Studien zur Populärkultur der Weimarer Republik oder in Lebenserinnerungen (vgl. Quellenverzeichnis).

    Im Internet werden Grammophonplatten Lorands auf Sammlerplattformen (z.B. ebay) gehandelt. Über das Videoportal youtube wurden mehrere ihrer Aufnahmen von Sammlern digitalisiert und auf diese Weise einer weltweiten Rezeption zugänglich gemacht (s. Links).

    Repertoire

    Edith Lorands Repertoire war vielseitig und umfasste neben „Restaurant-Musik“ (so eine Kategorie der englischen Zeitschrift Gramophone) auch Kammermusik bzw. klassische Violinliteratur. Auch wenn der Marktanteil ihrer Salonmusik-Schallplatten am größten war, gibt es von ihr auch Einspielungen etwa von Ludwig van Beethovens Frühlingssonate oder von Johannes Brahms Sonate für Violine und Klavier A-Dur, Op. 100 (beide mit Michael Raucheisen). Auch Kammermusik nahm sie mit ihren eigenen Ensembles auf Schallplatte auf, so z.B. Schuberts Streichquartett d-Moll „Der Tod und das Mädchen“ (mit dem Edith Lorand Quartett), Mendelssohns Scherzo und Andante con moto aus dem Klaviertrio d-Moll, op. 49 oder Tschaikowskis „Barcarole“ (Nr. 6 aus den Jahreszeiten, Op. 37a). Hier musizierte das Edith Lorand Trio, zu dem neben Raucheisen auch der Cellist Gregor Piatigorsky (1903–1976) gehörte (Forman 2000/2001 sowie King 2010, S. 41, 283 sowie Appendices). Insgesamt stand der Name Edith Lorand vor allem für ein klassisches Salonorchester-Repertoire, das z.B. Arrangements aus Operetten von Johann Strauß, Franz Léhar oder Emmerich Kálmán, aber auch Werke von Pablo de Sarasate, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven oder Wolfgang Amadeus Mozart umfasste (Wolffram 2002, S. 11); es erschienen auch aktuelle Tanzmusik-Aufnahmen mit ihrem Orchester (Foxtrott, One Step, Tango). Bei der Zusammenstellung ihrer Konzertprogramme in den USA blieb sie ihrer „klassischen“ Linie treu (vgl. zeitgenössische Kritiken).

    Quellen

    Aufbewahrungsort des Nachlasses ist nicht bekannt.


    Bilder:

    Schwerin, Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern

    Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft Köln / Theatersammlung (2 Werbepostkarten)


    Autograf:

    Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft Köln / Theatersammlung (1 Brief)


    Entwürfe Haus Edith Lorand (Caputh, Ferch) von Otto Firle:

    Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin in der Universitätsbibliothek, Inv. Nr. 13522-13524. Online zugänglich: (http://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?set=1&p=79&Daten=154159).



    Rezensionen, Zeitungsberichte etc.:

    „Augen und Musik sind Ausdruck der Seele. Die Violinistin Edith Lorand“. In: Neueste Illustrierte, 31.1.1932 (nur Titelblatt).


    „Edith Lorand, 60, dead“. In: The New York Times, 24.11.1960.


    „Edith Lorands neuer großer Erfolg“. In: Der Ton, Heft 6, 1931, S. 19.


    „Gypsy Fire rules Violin of Girl Leader-Soloist“, in: The Evening Independent, 23.4.1930.


    „Music: Bandmistress“. In: Time Magazine, 2. 12.1935.

    „Trade winds and idle zephyrs“. In: Gramophone, Oct. 1925, S. 31.


    „Unsere Künstler. XI. Edith Lorand“. In: Der Ton, Heft 10, 1931, S. 5.


    Bigg, Robert L.. „Edith Lorand“. In: Gramophone, Feb. 1927, S. 39.


    Bie, Oskar. „Im Admiralspalast: Die Csardasfürstin“. In: Berliner Börsen-Courier, 3.10.1930.


    Davis, Richard S.. „Edith Lorand Wins Friends“. In: The Milwaukee Journal, 4.12.1935.


    Dilworth, John. „Treasures under the spotlight“. In: The Strad, Febr. 2010


    Doebber, Johannes. „Edith Lorand“. In: Signale für die musikalische Welt, 75. Jg., Nr. 21 (14.4.1920), S. 355f.


    Doebber, Johannes. „Edith Lorand/Kammermusik“. In: Signale für die musikalische Welt, 75. Jg., Nr. 47 (24.11.1920), S. 1136.


    Loeb, Moritz. „Die Csardasfürstin als Haller-Revue“. In: Berliner Allgemeine Zeitung, 4.10.1930.


    N. S. [Name nicht bekannt]. „Edith Lorand Orchestra“. In: The New York Times, 25.11.1935.


    P. P. [ Name nicht bekannt]. „Mendelssohn Concerto, Parlophone E10175-10178“. In: Gramophone, October 1924, S. 63.



    Antisemitische Nachschlagewerke aus den 1930er/1940er Jahren, die Lorands Namen verzeichnen:

    Fritsch, Theodor: Handbuch der Judenfrage: die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des jüdischen Volkes. Leipzig: Hammer, 1944.


    Institut zum Studium der Judenfrage (Hg.). Die Juden in Deutschland. München: Eher, 1938.



    Sekundärliteratur:

    “Edith Lorand”, in: Bigband Database, http://nfo.net/euro/el.html (Zugriff 17.1.2009, inzwischen nicht mehr im Netz)


    Barati, George. A Life in Music. Interviews des Regional History Project, McHenry Library, University of California, Santa Cruz, geführt von Randall Jarrell, Januar bis August 1992.

    http://digitalcollections.ucsc.edu/cdm/singleitem/collection/p265101coll13/id/3383 (Zugriff 11.8.2011).


    Dilworth, John. Ole Bull 2010, Bergen: Dextra Musica Collection, 2010.


    Hagemann, Alfred/Hoff, Elmar (Hg.). Gronau – Enschede – Berlin. Eine musikalische Reise durch die Welt der Unterhaltung von der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit. Begleitbroschüre zur Ausstellung. Essen: Klartext 2011


    Heister, Hanns-Werner (Hg.): „Entartete Musik“ 1938 – Weimar und die Ambivalenz. Teil 2. Saarbrücken, Pfau, 2001, S. 744-746


    Jansen, Wolfgang: Glanzrevuen der Zwanziger Jahre. Berlin: Hentrich, 1987.


    King, Terry. Gregor Piatigorsky: The Life and Career of the Virtuoso Cellist. Jefferson: Mc Farland & Co, 2010


    Linick, Anthony. The Lives of Ingolf Dahl. Bloomington: AuthorHouse, 2008.


    Paysan, Marko. „‚… aus dem Geist des Boulevards’! Zur Physiognomie urbaner Tanzmusik- und Unterhaltungskultur in der Tonfilmoperette“. In: Katja Uhlenbrock (Hg.). MusikSpektakelFilm. Musiktheater und Tanzkultur im deutschen Film 1922-1937. München, text + kritik, 1998, S. 46–66


    Stahrenberg, Carolin. „Edith Lorand. Die ‚Königin des Walzers’ in den 1920er Jahren“. In: „… mein Wunsch ist, Spuren zu hinterlassen …“ Rezeptions- und Berufsgeschichte von Geigerinnen. Carolin Stahrenberg und Susanne Rode-Breymann (Hg.). (= Beiträge aus dem Forschungszentrum Musik und Gender, Bd. 1). Hannover: Wehrhahn, 2011. S. 118–135.


    Wolffram, Knud. Tanzdielen und Vergnügungspaläste. Berliner Nachtleben in den dreißiger und vierziger Jahren. Von der Friedrichstraße bis Berlin W., vom Moka Efti bis zum Delphi. Berlin: Hentrich, 1992.


    Wolffram, Knud. „Mit Salonmusik zum weiblichen Schallplattenstar der zwanziger und dreißiger Jahre“. In: Fox auf 78, Heft 21 (2002), S. 10–14.



    Diskografie:


    CD:

    Edith-Lorand-Orchester. Nur du bist schuld daran. Auf: Berliner Nächte, Vol. 3. Die goldene Ära deutscher Tanzorchester. Jube, 2007 (7077764).


    Edith Lorand and her Viennese orchestra. Ecstasy Waltz. Auf: The golden age of light music. In town tonight - the 1930s Vol. 2. Guild, 2006 (GLCD 5116).


    Edith Lorand. Felix Mendelssohn: Violinkonzert e-Moll, 2. Satz: Andante (Blüthner Orchester, Dirigent Camillo Hildebrandt). Auf: The great violinists – Volume XXV: Eddy Brown (1894–1974). Symposium, 2006 (CD 1373).


    Edith-Lorand-Orchester. Nazi - Nazi (1927) und Donna Vatra (1928). Auf: Swing tanzen verboten, Vol. 2.


    Unerwünschte Musik 1926-1953. Membran, 2004 (221889). Ebenso auf: Herr Ober, zwei Mokka! Kaffeehaus-Musik auf Schellack. (PPR01201)


    Grammophonplatten:

    Teildiskografie Edith Lorand (Grammophonplatten bis 1926) in:

    Sieben, Hansfried. Parlophon, Bd. 1: Die Matrizen-Nummern der akustischen Aufnahmen 30 cm von 254 bis 8859 (1910 bis 1926). Düsseldorf: Sieben, 1990.


    Sowie:

    Forman, Frank. Acoustic Chamber Music Sets (1899-1926). A Discography. First Web Version, 2003. http://www.panix.com/~checker/acch.htm (Zugriff 11.8.2011) (first published in the Journal of the Association for Recorded Sound Collections, Vol. 31, No. 1/2 (2000) und Vol. 32, No. 1 (2001).

    Forschung

    Vgl. Rezeption (Wissenschaft)

    Forschungsbedarf

    Lorands Biografie ist bisher noch nicht vollständig erforscht und weist noch einige Lücken auf (Ausbildung, Erfolgsjahre in Berlin, Emigration). Ein Vergleich der zeitgenössischen Rezeption des Edith Lorand Orchesters mit den Tanzorchestern männlicher Kollegen (Auswertung von Zeitungen) könnte hinsichtlich genderspezifischer Rezeption aufschlussreich sein. Es fehlt eine Einordnung von Lorands musikalischem Wirken bzw. eine Bewertung ihres Einflusses auf das Musikleben der Weimarer Republik. Auch ihre Emigration und vor allem ihre Integration in das amerikanische Musikleben und der Aufbau einer neuen Lebensgrundlage in den USA bieten Perspektiven für vielfältige Forschungsansätze. Grundlegend wäre für jegliche weiterführende biografische Forschung jedoch zunächst das Ausfindig-machen des Nachlasses bzw. der Erben Lorands. Zudem wäre es sicher möglich, die Quellensammlung um weitere Bild- und Textquellen zu erweitern, indem man nationale und internationale Presse weiterführend auswertet.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 19863977
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    Autor/innen

    Carolin Stahrenberg


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 07.11.2011


    Empfohlene Zitierweise

    Carolin Stahrenberg, Artikel „Edith Lorand“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 7.11.2011.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Edith_Lorand