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  • Clotilde Kleeberg

    von Silke Wenzel
    Die Pianistin Clotilde Kleeberg. Fotografie (Paris: Charles Gerschel, o. D.).
    Namen:
    Clotilde Kleeberg
    Ehename: Clotilde Kleeberg-Samuel
    Lebensdaten:
    geb. in Paris, Frankreich
    gest. in Brüssel, Belgien
    Tätigkeitsfelder:
    Pianistin
    Charakterisierender Satz:

    „So war ihr Spiel […] nicht groß, nicht monumental, sondern ganz im Gegenteil, klein, zierlich, durchsichtig fein, liebenswürdig und von zarter und echter Poesie getragen.“


    (Walter Niemann: Meister des Klaviers. Die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit. Berlin: Schuster & Loeffler, 1921, S. 67)


    Profil

    Clotilde Kleeberg wurde am Pariser Conservatoire bei Madame Massart ausgebildet und begann bereits als Kind öffentlich zu konzertieren. Nach ihrem Studium debütierte sie in London und machte sich dort innerhalb kürzester Zeit als herausragende Pianistin einen Namen. Ihrer Herkunft entsprechend – sie wuchs als Kind deutscher Eltern in Paris auf – dehnte sie später ihren Wirkungskreis auf Deutschland und Frankreich aus und konzertierte bis zu ihrem Rückzug aus der Öffentlichkeit 1906 mit großer Regelmäßigkeit in London, Paris und Berlin. Der Schwerpunkt ihres Repertoires lag auf klassisch-romantischen Werken, darunter Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Frédéric Chopin und Camille Saint-Saëns. Das Poetische ihres Spiels, verbunden mit einer herausragenden Virtuosität, brachte ihr den Ruf einer „französischen Clara Schumann“ ein (Niemann 1921, S. 67).

    Orte und Länder

    Clotilde Kleeberg wurde in Paris als Kind einer aus Mainz eingewanderten Familie geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung am Pariser Konservatorium. Ihre Aufenthaltsorte bis zu ihrer Heirat im Jahr 1900 sind ungewiss. Möglicherweise studierte sie in den 1880er Jahren bei Clara Schumann in Frankfurt a. M., ließ sich 1885 in London nieder (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Juni 1885, S. 331) und könnte zwischen zwischen 1886 und 1890 in Deutschland oder Frankreich gelebt haben. Spätestens ab 1900 wohnte Clotilde Kleeberg mit ihrem Mann, dem belgischen Bildhauer Charles Samuel, in Brüssel.


    Eine erste Konzerttournee 1881 führte Clotilde Kleeberg durch Dänemark, Russland, Österreich und Holland; ab 1883 bzw. 1887 konzertierte sie regelmäßig in Deutschland, England und Frankreich und trat in weiteren europäischen Metropolen auf.

    Biografie

    Clotilde Kleeberg wurde am 27. Juni 1866 in Paris als Tochter einer aus Mainz eingewanderten Familie geboren. Über ihre erste musikalische Ausbildung ist bislang nichts bekannt. Noch als Kind wurde sie am Pariser Konservatorium aufgenommen, erhielt dort zunächst Unterricht von Émile Réty und studierte später Klavier bei der seinerzeit bekannten Pianistin Louise Massart. Mit elf Jahren, 1877, erhielt sie bei den Prüfungskonzerten die goldene Medaille des Pariser Konservatoriums und gewann ein Jahr später den ersten Preis für Klavier. Möglicherweise setzte Clotilde Kleeberg in den 1880er Jahren ihr Studium bei Clara Schumann in Frankfurt a. M. fort (vgl. „The Musical Times“ vom 1. März 1909, S. 174); Kontakte zu Clara Schumann sind jedoch bislang nicht nachzuweisen (s. Abschnitt „Forschungsinformationen“).


    Lexikonartikel verweisen darauf, dass Clotilde Kleeberg im Jahr 1878 erstmals für die von Jules Etienne Pasdeloup in Paris veranstalteten Concerts Populaires als Solistin verpflichtet wurde. In diesem Rahmen spielte sie Ludwig van Beethovens Klavierkonzert c-Moll (op. 37) sowie einige Werke für Klavier solo von Frédéric Chopin. 1881 folgte eine erste Konzerttournee durch Dänemark, Russland, Österreich und Holland (vgl. z. B. Artikel Jewish Encyclopaedia 1901ff.). Näheres über diese frühen Auftritte ist bislang nicht bekannt.


    Ihre offizielle Laufbahn als Pianistin begann Clotilde Kleeberg in London. Dort debütierte sie 1883, im Alter von 17 Jahren, mit einem eigenen Konzert und spielte am 9. Juni 1883 als Solistin im Rahmen eines Benefizkonzertes im Crystal Palace unter der Leitung von August Manns. Bereits ein Jahr später trat sie in allen größeren Konzertsälen und Konzertreihen Londons als Solistin und Kammermusikerin auf. Sie konzertierte am 28. Oktober 1884 mit Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Es-Dur (op. 73) sowie mit einigen Werken für Klavier solo von Georg Friedrich Händel, Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin in den Crystal Palace Concerts (vgl. „The Times London“ vom 28. Oktober 1884, S. 8), trat am 8. November 1884 in den Saturday Popular Concerts in Ludwig van Beethovens Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello B-Dur (op. 11) sowie mit Frédéric Chopins Etude c-Moll (aus op. 10) und dessen Allegro de Concert A-Dur (op. 46) auf („The Musical Times“ vom 1. Dezember 1884, S. 695) und gab Anfang Dezember 1884 ein eigenes Konzert in der Prince’s Hall, bei dem sie u. a. zwei Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethovens Waldstein-Sonate C-Dur (op. 53) und Franz Liszts Etude de Concert Des-Dur spielte. Ein Rezensent der „London Times“ schrieb über das Konzert: „The pianoforte recital given by Mdlle. Clotilde Kleeberg […] fully confirmed the favourable impression produced by that young artist at several recent concerts. Her versatility was shown in the works of the numerous composers – from Bach and Handel to Liszt and Raff – from which her selection was made. […] Beethoven’s ‘Waldstein’ sonata was, perhaps, upon the whole, the most successful feature of the performance. The entire rendering betokened individual feeling and careful study”. („Das Konzert, das Mdlle. Kleeberg gab, […] bestätigte vollkommen den positiven Eindruck, den die junge Künstlerin in verschiedenen vorangegangenen Konzerten hinterließ. Ihre Vielseitigkeit zeigte sich in den Werken zahlreicher Komponisten – von Bach und Händel bis Liszt und Raff – aus denen sie ihr Programm zusammenstellte. […] Beethovens ‚Waldstein‘-Sonate war vielleicht aufs Ganze gesehen, der gelungenste Beitrag ihres Auftritts. Die gesamte Interpretation zeigte individuelles Gefühl und sorgfältige Einstudierung“. „The Times London“ vom 5. Dezember 1884, S. 4; vgl. auch „The Musical Times” vom 1. Januar 1885, S. 15)

    Auch in den folgenden „Seasons” war Clotilde Kleeberg als Solistin und Kammermusikerin mit vorwiegend barockem und klassisch-romantischem Repertoire vertreten. So gab sie z. B. im Mai/Juni 1885 sowie nochmals im November/Dezember desselben Jahres je zwei eigene Konzerte in der Londoner St. James’s Hall. In einem der Konzerte, im November 1885, spielte sie u. a. Johann Sebastian Bachs „Französische Suite“ G-Dur (BWV 816), Ludwig van Beethovens Klaviersonate B-Dur (op. 22), Robert Schumanns „Kreisleriana“ (op. 16) sowie Felix Mendelssohn Bartholdys „Variations sérieuses” d-Moll (op. 54). Begeistert rezensierte die „Musical Times”: „Such a selection is far more interesting than one composed of odds and ends if the executant is capable of doing it justice, and Mdlle. Kleeberg’s playing must have satisfied the most fastidious listener. The suite was rendered with perfect technique, the Sonata with charming taste and expression, and the Variations with considerable power. A better all round performance could not have been desired, and the claims of the pianist to rank among the highest in her profession can no longer be disputed.” („So ein Programm ist wesentlich interessanter als eines, das aus kleinen Stücken zusammengesetzt ist, wenn die Ausführende ihm gerecht wird, und Mdlle. Kleebergs Spiel befriedigte selbst den anspruchsvollsten Hörer. Die Suite wurde mit perfekter Technik wiedergegeben, die Sonate mit wundervollem Geschmack und Ausdruck und die Variationen mit beachtlicher Kraft. Einen besseren, vielseitigeren Auftritt hätte man sich nicht wünschen können, und das Anrecht der Pianistin, den besten ihres Faches zugeordnet zu werden, kann nicht länger bestritten werden.“ „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1886, S. 719; vgl. auch „The Times London” vom 29. November 1886)

    Nach einer längeren Pause von vier Jahren trat Clotilde Kleeberg Anfang Juni 1890 wieder in London auf und konzertierte dort in den folgenden Jahren regelmäßig. Zu ihrem Repertoire zählten dabei Robert Schumanns „Kinderszenen“ (op. 15), Georges Bizets „Variations chromatiques“ und Franz Liszts Polonaise Es-Dur, das „Italienische Konzert“ (BWV 971) von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethovens 32 Variationen c-Moll (WoO 80), Robert Schumanns Klaviersonate fis-Moll (op. 11) sowie das „Allegro de Concert“ A-Dur (op. 47) von Frédéric Chopin (vgl. „The Times London“ vom 10. Juni 1890, S. 4; vom 4. Dezember 1891, S. 3; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1892, S. 26). Anfang Januar 1893 konzertierte Clotilde Kleeberg in den „Saturday Popular Concerts”; sie spielte dabei Johann Sebastian Bachs „Chromatische Fantasie und Fuge“ (BWV 903) und trat als Kammermusikerin mit der Geigerin Wilma Neruda und dem Cellisten Alfredo Piatti im Klaviertrio F-Dur (op. 18) von Camille Saint-Saëns und dem Klavierquintett c-Moll (op. 16) von Hermann Goetz auf. Die „London Times“ schrieb über die Pianistin: „Mlle. Clotilde Kleeberg has now established her reputation as a player of extraordinary accuracy and refinement, and her interpretation of Bach’s Chromatic Fantasia roused the audience of Saturday to unusual enthusiasm.“ („Mlle. Clotilde Kleeberg hat sich nun ihren Ruf als Pianistin von außergewöhnlicher Sorgfalt und Feinsinnigkeit gesichert, und ihre Interpretation von Bachs Chromatischer Fantasie drängte am Samstag das Publikum zu ungewöhnlichem Enthusiasmus.“ „The Times London“ vom 17. Januar 1893, S. 5) Ende März 1894 konzertierte Clotilde Kleeberg mit Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll (op. 54) in den Crystal Palace Concerts unter der Leitung von Charles Villiers Stanford, trat im Herbst 1895 am selben Ort mit Ludwig van Beethovens Klavierkonzert c-Moll (op. 37) auf und interpretierte im November 1896 Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert g-Moll (op. 25) unter der Leitung von Alberto Randegger im Rahmen der Saturday Popular Concerts in der Queen’s Hall („The Times London“ vom 2. April 1894, S. 11; vom 4. November 1895, S. 10; vom 30. November 1896, S. 11; „The Musical Times“ vom 1. Januar 1897, S. 23). Das Programm eines Soloabends im Mai 1897 umfasste Johann Sebastian Bachs Toccata c-Moll (BWV 911), Ludwig van Beethovens Thema und Variationen F-Dur (op. 34), Robert Schumanns „Waldszenen“ (op. 82), Klavierstücke von Frédéric Chopin, Anton Rubinstein und Joachim Raff sowie die Klaviersonate As-Dur (op. 39) von Carl Maria von Weber („The Times London“ vom 18. Mai 1896, S. 6). Im Bereich der Kammermusik spielte Clotilde Kleeberg z. B. gemeinsam mit dem Violoncellisten Paul Ludwig im Dezember 1897 in den Monday Popular Concerts die Sonate für Violoncello und Klavier c-Moll (op. 32) von Camille Saint-Saëns und trat am 6. Januar 1900 im Rahmen der Saturday Popular Concerts gemeinsam mit dem Geiger Johannes Wolff mit der Sonate A-Dur von César Franck auf (vgl. „The Times London“ vom 8. Dezember 1897, S. 6; „The Musical Times“ vom 1. Februar 1900, S. 116). Am 13. Juni 1906 gab Clotilde Kleeberg nochmals ein eigenes Konzert in der Londoner Aeolian Hall. Dabei spielte sie im ersten Teil eine Klaviersonate C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Robert Schumanns „Davidsbündler Tänze“ (op. 6). Im zweiten Teil konzertierte sie mit der Pianistin und Clara Schumann-Schülerin Fanny Davies . Gemeinsam spielten die beiden u. a. die „Variations sur un thème de Beethoven pour 2 pianos“, op. 35, von Camille Saint-Saëns sowie „das bekannte Duo für zwei Klaviere“ von Robert Schumann (vermutlich Andante und Variationen B-Dur, op. 46). Die Achtung, die ihr zu dieser Zeit vom englischen Publikum wie von der Presse entgegengebracht wurde, wird in der Rezension der „London Times“ deutlich: „Mme. Clotilde Kleeberg’s second concert […] attracted a very large audience to the Aeolian-hall, and gave them immense pleasure. She began with a beautifully refined and limpid performance of a Mozart sonata in C major, and followed it with Schumann’s Davidsbündler, which were played with an intimate poetical sympathy […]. Mme. Kleeberg was joined by Miss Fanny Davies in an extremely spirited performance of Schumann’s familiar duet for two pianos, the different styles of the players contrasting without conflicting.” („Mme. Clotilde Kleebergs zweites Konzert zog ein großes Publikum in die Aeolian Hall und bot ihm riesigen Genuss. Sie begann mit einer wunderschön feinsinnigen und transparenten Interpretation einer Mozart-Sonate in C-Dur, gefolgt von Schumanns Davidsbündler Tänzen, die mit intimem poetischen Verständnis gespielt wurden […]. Mme. Kleeberg und Fanny Davies gaben eine außergewöhnlich lebhafte Interpretation von Schumanns bekanntem Duo für zwei Klaviere, bei dem die unterschiedlichen Stile der beiden Spieler kontrastierten, ohne widersprüchlich zu werden.“ „The Times London“ vom 23. Juni 1906, S. 19; vgl. auch „The Musical Times” vom 1. Juli 1906, S. 491)

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    Der zweite große Wirkungsort von Clotilde Kleeberg war Paris. Allerdings lassen sich ihre dortigen Konzerte bislang fast nur anhand deutscher und englischer Zeitschriften rekonstruieren. Ihre regelmäßige Erwähnung in den Berichten der Auslandskorrespondenten verweist allerdings umso mehr auf ihre Bedeutung als Pianistin im Pariser Musikleben. So spielte Clotilde Kleeberg z. B. im Dezember 1886 Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Es-Dur (op. 73) in den Pariser Lamoureux-Konzerten. Die „Neue Zeitschrift für Musik“ berichtete darüber: „Bei Lamoureux spielte letzthin die Pianistin Frl. Kleeberg das Esdur-Concert von Beethoven und erzielte bedeutenden Erfolg. Die junge Dame, eine sehr anmutige Erscheinung, besitzt eine elegante ausgebildete Technik, einen zarten singenden Anschlag und ein ausgezeichnetes Gedächtniß; sie spielte das Concert mit feiner Empfindung, doch würden wir etwas viriles Gefühl, breitere, kräftigere Schatten gewünscht haben, damit die zarten Lichtseiten um so reiner erschienen wären.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 12. Januar 1887, S. 19). Im April 1890 trat Clotilde Kleeberg mit Solowerken von Robert Schumann, Frédéric Chopin und Joachim Raff in der völlig überfüllten Pariser Salle Erard auf, wie der „London Times“ zu entnehmen ist: „The concert given last night at the Salle Erard by Mdlle. Clotilde Kleeberg […] was crowded. The selections from Schumann, Chopin, Raff, and Mendelssohn were much applauded. It was the best instrumental concert of the season.” („Das Konzert von Mdlle. Clotilde Kleeberg im Salle Erard gestern Abend war überfüllt. Das Programm mit Stücken von Schumann, Chopin, Raff und Mendelssohn fand viel Beifall. Es war das beste Instrumentalkonzert der Saison.“ „The Times London” vom 17. April 1890, S. 5). Nicht viel anders sah es im März 1892 aus, als Clotilde Kleeberg wiederum in der Salle Erard gemeinsam mit dem Orchestre Lamoureux ein eigenes Konzert zu ihren Gunsten gab: „At least 100 ladies and gentlemen must have been turned away from the doors of the Salle Erard this evening, the hall being completely filled to hear a delightfully-arranged concert given by Mlle. Clotilde Kleeberg, with the remarkable accompaniment of M. Lamoureux’s orchestra. Mlle. Kleeberg is too well known in London for any detailed reference to her performance this evening […] and the esteem in which Mlle. Kleeberg is held in Paris is indicated by the fact that it was this evening called in only in support of this lady.” („Mindestens 100 Damen und Herren mussten an diesem Abend vor der Tür der Salle Erard bleiben – für das reizvoll zusammengestellte Programm von Mlle. Clotilde Kleeberg mit dem Lamoureux-Orchester war der Saal vollständig besetzt. Mlle. Kleeberg ist in London zu gut bekannt, als dass eine detaillierte Beschreibung ihres Auftritts notwendig wäre […] und die Hochachtung, die man Mlle. Kleeberg in Paris entgegenbringt, lässt sich an der Tatsache ermessen, dass der Abend ausschließlich zu ihren Gunsten angesetzt worden war.“ „The Times London” vom 15. März 1892, S. 5) Zahlreiche weitere Konzerte folgten: Am 30. Januar 1898 spielte Clotilde Kleeberg die Uraufführung des Klavierkonzerts f-Moll von Théodore Dubois im Pariser Konservatorium, konzertierte im Dezember 1899 u. a. mit Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll (op. 54) in den Lamoureux-Konzerten, und gab im März 1904 einen Klavierabend in der Salle Erard, bei dem sie deutsche und französische Kompositionen gezielt nebeneinander setzte, darunter Klaviersonaten von Frédéric Chopin (b-Moll, op. 35) und Ludwig van Beethoven (G-Dur, op. 14, Nr. 2), „Prélude, Chorale et Fugue“ von César Franck, die „Variations chromatiques“ von Georges Bizet, „Souvenir d’Italie“ von Camille Saint-Saëns sowie Klavierstücke von Franz Schubert, Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy (vgl. „The Musical Times“ vom 1. Mai 1898, S. 316; „The Times London vom 16. Januar 1900, S. 12; vom 25. März 1904, S. 5).


    Der dritte zentrale Wirkungsort Clotilde Kleebergs war Berlin, wo sie regelmäßig mit dem Berliner Philharmonischen Orchester unter Dirigenten wie Hans von Bülow, Franz Mannstaedt, Richard Strauss und Arthur Nikisch auftrat. Clotilde Kleeberg debütierte dort am 5. Dezember 1887 im Rahmen der „Philharmonischen Konzerte“ unter der Leitung von Hans von Bülow mit Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll (op. 54), einer Gigue für Klavier von Georg Friedrich Händel und dem Nocturne Es-Dur für Klavier von John Field. Am 10. Dezember 1888 spielte sie – wiederum unter Hans von Bülows Leitung – Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert d-Moll (op. 40) sowie Werke für Klavier solo von Georges Bizet, Moritz Moszkowski und Frédéric Chopin. Mit Carl Maria von Webers Konzertstück f-Moll (op. 79) beteiligte sich Clotilde Kleeberg am 8. April 1889 an einem Konzert, das das Berliner Philharmonische Orchester unter der Leitung von Josef Sucher und Adolf Zander „zum Besten des Neubaues des Kinderkrankenhauses im Norden Berlins“ gab, und spielte unter der Leitung Hans von Bülows am 9. Februar 1891 das Klavierkonzert C-Dur (op. 15) von Ludwig van Beethoven. Am 2. November 1891 interpretierte sie gemeinsam mit der Pianistin Emma Koch das Konzert für zwei Klaviere Es-Dur (KV 365) von Wolfgang Amadeus Mozart, und am 19. März 1894 wiederholte Clotilde Kleeberg das Schumannsche Klavierkonzert, diesmal unter der Leitung von Richard Strauss. Weitere Auftritte als Solistin folgten: Clotilde Kleeberg konzertierte mit dem Berliner Philharmonischen Orchester am 13. März 1895 mit Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Es-Dur (op. 73, Ltg.: Franz Mannstaedt), am 16. April 1896 wiederum mit Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll (Ltg.: Franz Mannstaedt), am 18. Januar 1897 mit Beethovens Klavierkonzert G-Dur (op. 58) sowie mit dessen „Chorfantasie“ c-Moll (op. 80, gemeinsam mit dem Stern’schen Gesang-Verein) und am 19. November 1900 mit dem Klavierkonzert c-Moll (op. 44) von Camille Saint-Saëns unter der Leitung von Arthur Nikisch (alle genannten Konzerte mit dem Berliner Philharmonischen Orchester; vgl. Muck 1982, S. 22, 27, 30, 36, 46, 52, 58, 62, 66, 79). Trotz dieser regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Berliner Philharmonischen Orchester waren zu diesen Konzerten in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ kaum Rezensionen zu finden. Über Clotilde Kleebergs Auftritt am 16. April 1896 hieß es dort nur lapidar: „Fräulein Kleeberg ist eine derjenigen Erscheinungen, die nichts Aufregendes und Sensationelles in sich bergen, sondern stets eine ruhige Befriedigung hinterlassen, eine Eigenschaft, die in unserer nervös-überhasteten Zeit nicht hoch genug zu schätzen ist.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 6. Mai 1896, S. 221).


    Neben London, Paris und Berlin trat Clotilde Kleeberg auch in anderen Städten auf; diese Konzerte sind bislang jedoch nur vereinzelt nachzuweisen. Während den Londoner „Seasons“ gab Clotilde Kleeberg in der Regel auch Konzerte in Birmingham, Edinburgh und Glasgow und spielte dort sowohl mit Amateurorchestern als auch in halböffentlichen Konzerten. So gab sie z. B. am 1. Dezember 1896 in den „Classical concerts of the choral and Orchestral Union series“ in Glasgow das Konzertstück f-Moll (op. 79) von Carl Maria von Weber unter der Leitung von Willem Kes und spielte am 14. März 1901 in den Max Mossel’s drawing-room concerts in Birmingham gemeinsam mit Max Mossel die Violinsonate A-Dur (op. 15) von Edward Behm sowie das Klaviertrio F-Dur (op. 18) von Camille Saint-Saëns mit J. C. Hock als Violoncellisten (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1901, S. 257). Unter der Leitung Franz von Stockhausens konzertierte Clotilde Kleeberg am 6. Februar 1889 in den Straßburger Abonnentenkonzerten mit dem Klavierkonzert d-Moll (op. 40) von Felix Mendelssohn Bartholdy, und über einen Auftritt in den Philharmonischen Concerten in Bremen unter der Leitung von Felix Weingartner im Frühjahr 1896 schrieb ein Rezensent der „Neuen Zeitschrift für Musik“ begeistert: „Nicht minder interessant […] war das vorhergehende [Concert], zu dem als Dirigent ebenfalls Weingartner, als Solistin Frl. Clotilde Kleeberg (Clavier) erschienen waren. Die Künstlerin, mit stürmischem Beifall ausgezeichnet, spielte graciös und poesievoll wie immer. (Schumann, Clavierconcert A moll, Op. 54. Rubinstein ‚Rêve angelique‘, Mendelssohn Presto, Op. 7, Caprice von Saint-Saëns über Themen aus ‘Alceste.’)” („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 20. Mai 1896, S. 245).

    Als Clotilde Kleeberg 1899 in Wien im Rahmen zweier Konzerte auftrat, die französische Musik in Österreich populär machen sollten, konnte sie mit ihrem Spiel auch den Musikkritiker Eduard Hanslick für sich gewinnen, der über das erste Konzert schrieb: „Nicht den bedeutendsten, gewiß aber den angenehmsten Teil des französischen Konzertes bildeten einige kleinere Klavierstücke von Bizet, Delibes, Fauré und Godard, welche Fräulein Klotilde Kleeberg aus Paris mit unvergleichlicher Anmut und Feinheit vortrug. Ihr Spiel, bis ins kleinste Detail vollendet und von geistreicher Laune beseelt, war ohne Frage der größte Erfolg des Abends.“ (Hanslick 1900, S. 65f.) Auch von ihrer Interpretation des Klavierkonzerts c-Moll (op. 44) von Camille Saint-Saëns, das im zweiten Konzert erklang, zeigte sich Eduard Hanslick beeindruckt: „Fräulein Klotilde Kleeberg spielte das sehr schwierige Konzert mit vollendeter Sicherheit und Eleganz. Wie schön ausgebildet und der feinsten Schattierungen mächtig ist ihr Anschlag! Auch mit vier graziösen Solostücken von Dubois, Fauré, Saint-Saëns und Cécile Chaminade erfreute uns die liebenswürdige Künstlerin.“ (Hanslick 1900, S. 68)


    Am 11. September 1905 bespielte Clotilde Kleeberg in Leipzig mehrere Welte-Mignon-Rollen. Darunter befinden sich Aufnahmen von Ludwig van Beethovens Klaviersonate G-Dur (op. 14 Nr. 2) ein „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy („Duett“, op. 38 Nr. 6), Frédéric Chopins Etude F-Dur (op. 10 Nr. 8) und die „Valse mignonne“ Es-Dur (op. 104) von Camille Saint-Saëns (vgl. Hagmann 2002, S. 216; Petrak S. 7f.). Auch der Rollenkatalog der Leipziger Firma Hupfeld vom September 1912 enthält Einspielungen von Clotilde Kleeberg, darunter Aufnahmen von Johann Sebastian Bachs Französischer Suite Nr. 5 G-Dur BWV 816, Gabriel Faurés Impromptu f-Moll op. 31 und Jean Philippe Rameaus "Le Rappel des Oiseaux" (vgl. Hupfeld 1912, S. 75).


    Im Jahr 1906 zog sich Clotilde Kleeberg aus dem öffentlichen Musikleben zurück. Sie war seit 1900 mit dem belgischen Bildhauer Charles Samuel (1862-1938) verheiratet und lebte mit ihm in Brüssel. Clotilde Kleeberg starb am 7. Februar 1909 in Brüssel.


    Während ihres Lebens erhielt Clotilde Kleeberg mehrere Auszeichnungen, u. a. wurde sie 1894 von der französischen Regierung zum „Officier de l’Académie“ ernannt.

    Würdigung

    Clotilde Kleeberg galt ab Mitte der 1880er Jahre bis zu ihrem Rückzug 1906 in drei europäischen Metropolen – und darüber hinaus – als herausragende Interpretin. So schrieb z. B. Adolph Kohut 1901 über die Pianistin: „Sie hat seit 1 1/2 Jahrzehnten auch in allen Hauptstädten Deutschlands konzertirt und überall durch ihr reifes, poetisch durchgeistigtes, mit glänzender Technik und innigem Verständniss für den inneren Gehalt der klassischen und modernen Clavierwerke gepaartes, Bravour mit zarter Grazie vereinigendes Spiel alle Herzen im Sturm erobert.“ (Kohut 1901, S. 402) Noch 1921 urteilte Walter Niemann: „Eine Künstlerin von zarter Sinnigkeit, delikatem Geschmack, entzückend feiner, leichter und flüssiger Perlentechnik, von besonderem Reiz in allem, was spielerisch, fein, graziös, duftig, elegant und virtuos war, liebten wir sie zugleich als französische Clara Schumann, als eine der hervorragendsten Schumannspielerinnen, die das 19. Jahrhundert hervorbrachte. […] So war ihr Spiel […] nicht groß, nicht monumental, sondern ganz im Gegenteil, klein, zierlich, durchsichtig fein, liebenswürdig und von zarter und echter Poesie getragen. Es war deutsch im Geistigen, Poetischen und Gemütvollen der Auffassung, französisch aber im Technischen des in größeren Aufgaben eleganten und bravourösen Vortrags.“ (Niemann 1921, S. 67f.)

    Rezeption

    Eine Rezeption der Tätigkeiten von Clotilde Kleeberg findet derzeit nicht statt (zur zeitgenössischen Rezeption vgl. Abschnitt „Biografie“).


    Der Bekanntheitsgrad von Clotilde Kleeberg, u. a. auch als jüdische Musikerin (vgl. z. B. Kohut 1901), war so groß, dass sie in Deutschland noch 1938 im antisemitischen NS-Lexikon „Judentum und Musik“ von Hans Brückner und Christa Maria Rock verzeichnet wurde.

    Werkverzeichnis

    Aufnahmen


    Welte-Mignon-Aufnahmen am 11. September 1905 in Leipzig (vgl. Hagmann 2002, S. 216; Petrak S. 7f.):


    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate G-Dur, op. 14, 2. Satz

    Beethoven, Ludwig van. Sechs Variationen F-Dur über ein eigenes Thema, op. 34

    Chopin, Frédéric. Etude F-Dur, op. 10 Nr. 8

    Chopin, Frédéric. Impromptu Nr. 1 As-Dur, op. 29

    Mendelssohn Bartholdy. Felix. Lied ohne Worte. Duett, op. 38 Nr. 6

    Moszkowski, Moritz. Liebeswalzer, op. 57 Nr. 5

    Rameau, Jean Philipp. „Le rappel des oiseaux”

    Saint-Saëns, Camille. Valse mignonne Es-Dur, op. 104



    Hupfeld-Rollenkatalog 1912


    Bach, Johann Sebastian. Französische Suite G-Dur, BWV 816. Gavotte - Gigue

    Bizet, Georges. Chants du Rhin. Six Morceaux. No. 1: Aurore

    Chopin, Frédéric. Klaviersonate h-Moll op. 58

    Chopin, Frédéric. Mazurka cis-Moll op. 41 Nr. 1

    Chopin, Frédéric. Mazurka As-Dur op. 59 Nr. 2

    Chopin, Frédéric. Nocturne b-Moll op. 9 Nr. 1

    Chopin, Frédéric. Nocturne fis-Moll op. 48 Nr. 2

    Delibes, Léo. Le Rois s'amuse. Scène du bal. Six airs de danse dans le style ancien. Nr. 6: Passepied

    Fauré, Gabriel. Romance sans paroles As-Dur op. 17 Nr. 3

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate Nr. 10 C-Dur KV 330

    Rameau, Jean Philipp. „Le rappel des oiseaux”

    Repertoire

    Eine Repertoireliste kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden. Nachgewiesen sind bislang Aufführungen folgender Werke:


    Bach, Johann Sebastian. Chromatische Fantasie und Fuge, BWV 903

    Bach, Johann Sebastian. Englische Suite (keine Präzisierung möglich)

    Bach, Johann Sebastian. Französische Suite G-Dur, BWV 816

    Bach, Johann Sebastian. Italienisches Konzert F-Dur, BWV 971

    Bach, Johann Sebastian. Präludium und Fuge Cis-Dur (keine Präzisierung möglich)

    Bach, Johann Sebastian. Toccata c-Moll, BWV 911


    Barnett, John Francis. Valse Brillante


    Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert C-Dur, op. 15

    Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert c-Moll op. 37

    Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert G-Dur op. 58

    Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert Es-Dur, op. 73

    Beethoven, Ludwig van. Sechs Variationen F-Dur über ein eigenes Thema, op. 34

    Beethoven, Ludwig van. 15 Variationen und Fuge Es-Dur über ein eigenes Thema, op. 35

    Beethoven, Ludwig van. 32 Variationen c-Moll, WoO 80

    Beethoven, Ludwig van. Choralfantasie c-Moll, op. 80

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate c-Moll, op. 10 Nr. 1

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate D-Dur, op. 10 Nr. 3

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate G-Dur, op. 14

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate B-Dur, op. 22

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate d-Moll op. 31 Nr. 2

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate Es-Dur op. 31 Nr. 3

    Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate C-Dur, op. 53

    Beethoven, Ludwig van. Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello B-Dur, op. 11


    Behm, Edward. Sonate für Violine und Klavier A-Dur, op. 15.


    Bizet, Georges. Variations chromatiques, o. op.

    Bizet, Georges. Chants du Rhin. Six Morceaux. No. 1: Aurore


    Brahms, Johannes. Sechs Klavierstücke, op. 118


    Chopin, Frédéric. Etude F-Dur, op. 10 Nr. 8

    Chopin, Frédéric. Etude c-Moll, op. 10 Nr. 12

    Chopin, Frédéric. Impromptu Nr. 1 As-Dur, op. 29

    Chopin, Frédéric. Klaviersonate b-Moll, op. 35

    Chopin, Frédéric. Klaviersonate h-Moll op. 58

    Chopin, Frédéric. Allegro de Concert A-Dur, op. 46

    Chopin, Frédéric. Mazurka h-Moll (keine Präzisierung möglich)

    Chopin, Frédéric. Mazurka cis-Moll op. 41 Nr. 1

    Chopin, Frédéric. Mazurka As-Dur op. 59 Nr. 2

    Chopin, Frédéric. Nocturne H-Dur (keine Präzisierung möglich)

    Chopin, Frédéric. Nocturne b-Moll op. 9 Nr. 1

    Chopin, Frédéric. Nocturne fis-Moll op. 48 Nr. 2

    Chopin, Frédéric. Préludes (keine Präzisierung möglich)


    Delibes, Léo. Le Rois s'amuse. Scène du bal. Six airs de danse dans le style ancien


    Dubois, Théodore. Klavierkonzert f-Moll (Uraufführung 1898)

    Dubois, Théodore. Chaconne


    Fauré, Gabriel. Impromptu f-Moll op. 31

    Fauré, Gabriel. Romance sans paroles op. 17


    Field, John. Nocturne Es-Dur


    Franck, César. Violinsonate A-Dur, o. op. (FWV 8)


    Goetz, Hermann. Klavierquintett c-Moll, op. 16


    Händel, Georg Friedrich. Klaviersuite (keine Präzisierung möglich)


    Liszt, Franz. Etude de Concert Nr. 3 Des-Dur

    Liszt, Franz. Polonaise Es-Dur


    Macfarren, George. „Welcome“


    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Klavierkonzert g-Moll, op. 25

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Klavierkonzert d-Moll, op. 40

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. 17 Variations sérieuses d-Moll, op. 54

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Präludium und Fuge

    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Presto E-Dur, op. 7 Nr. 7

    Mendelssohn Bartholdy. Felix. Lied ohne Worte. Duett, op. 38 Nr. 6


    Moszkowski, Moritz. Liebeswalzer, op. 57 Nr. 5

    Moszkowski, Moritz. Petite étude


    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klavierkonzert Es-Dur für zwei Klaviere, KV 365

    Mozart, Wolfgang Amadeus. Klaviersonate Nr. 10 C-Dur


    Rameau, Jean Philipp. „Le rappel des oiseaux”


    Rubinstein, Anton. Barcarolle Nr. 4, G-Dur

    Rubinstein, Anton. „Rêve angelique“


    Saint-Saëns, Camille. Caprice über Themen aus „Alceste“ (keine Präzisierung möglich)

    Saint-Saëns, Camille. Souvenir d’Italie, o. op.

    Saint-Saëns, Camille. Klavierkonzert c-Moll, op. 44

    Saint-Saëns, Camille. Klaviertrio F-Dur, op. 18

    Saint-Saëns, Camille. Valse mignonne Es-Dur, op. 104

    Saint-Saëns, Camille. Variations sur un thème de Beethoven pour deux pianos, op. 35

    Saint-Saëns, Camille. Sonate für Violoncello und Klavier c-Moll, op. 32


    Schubert, Franz. Scherzo B-Dur, D 593


    Schumann, Robert. Klavierkonzert a-Moll, op. 54

    Schumann, Robert. Davidsbündler Tänze, op. 6

    Schumann, Robert. Fantasiestücke, op. 12

    Schumann, Robert. Humoreske B-Dur, op. 20

    Schumann, Robert. Kinderszenen, op. 15

    Schumann, Robert. Klaviersonate, fis-Moll, op. 11.

    Schumann, Robert. Kreisleriana, op. 16

    Schumann, Robert. Romanze Fis-Dur, op. 28, Nr. 2

    Schumann, Robert. Waldszenen, op. 82


    Weber, Carl Maria von. Grande Sonate As-Dur, op. 39

    Weber, Carl Maria von. Konzertstück f-Moll, op. 79



    Widmungsträgerin:


    Boisseau, Arthur. Scherzo-valse pour piano. Paris: J. Naus & Romain, [1891]

    Chaminade, Cécile: Six Feuillets d' Album: Scherzetto B-Dur, op. 98 Nr. 2

    Quellen

    Literatur und Quellen


    Literatur


    Artikel „Kleeberg, Clotilde“. In: The Jewish Encyclopedia. Isidore Singer (Hg.). New York: Funk & Wagnalls, 1901ff.


    Artikel „Kleeberg, Klothilde“. In: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Anton Bettelheim (Hg.). Berlin: Reimer. Bd. 14, 1909 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Kleeberg, Clotilde“. In: Musik-Lexikon. Hugo Riemann, Alfred Einstein (Hg.). 9. Auflage. Berlin: Max Hesses Verlag, 1919 (und nachf. Auflagen) (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Kleeberg, Klothilde“. In: Kurzgefaßtes Tonkünstlerlexikon. Paul Frank (Hg.), neu bearb. v. Wilhelm Altmann. 12., sehr erw. Aufl. Leipzig: Merseburger, 1926 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Kleeberg, Klothilde“. In: Illustriertes Musik-Lexikon. Hermann Abert (Hg.). Stuttgart: Engelhorn, 1927 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Kleeberg, Clotilde“. In: Große jüdische National-Biographie. Salomon Wininger (Hg.). Cernãuţi: Orient, 1925-1936 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Kleeberg, Clotilde“. In: Encyclopaedia Judaica: das Judentum in Geschichte und Gegenwart. Berlin: Eschkol, 1928-1934, Band 10, Sp. 68.


    Artikel „Kleeberg, Clotilde”. In: Grove’s Dictionary of Music and Musicians. 5th edition. Eric Blom (Hg.). Vol. IV, London: Macmillan & Co LTD, 1954. S. 775.


    Artikel „Kleeberg, Klothilde“. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie. Walther Killy, Rudolf Vierhaus (Hg.). München (u. a.): Saur, 1995-1999 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Brückner, Hans; Rock, Christa Maria (Hg.). Judentum und Musik: mit dem ABC jüdischer und nichtarischer Musikbeflissener. München: Brückner, 1938 (antisemitsches NS-Lexikon).


    Bülow, Hans von. Briefe. Bd. VII: Höhepunkt und Ende 1886-1894. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1908.


    Ehrlich, Albert Payne (Hg.). Berühmte Klavierspieler der Vergangenheit und Gegenwart. Eine Sammlung von 116 Biographien und 114 Portraits. Leipzig: Verlag von A. H. Payne, 1893.


    Hagmann, Peter. Das Welte-Mignon-Klavier, die Welte-Philharmonie-Orgel und die Anfänge der Reproduktion von Musik. Freiburg im Breisgau: Universitätsbibliothek, 2002 (http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/608/pdf/hagmann.pdf; Stand: 20. Juli 2008).


    Hanslick, Eduard. Die moderne Oper. Kritiken und Studien. Bd. 9: Aus neuer und neuester Zeit. 2. Aufl, Berlin: Allgemeiner Verein für Deutsche Litteratur, 1900.


    Hupfeld Generalkatalog. 73 Phonola, September 1912.


    Kohut, Adolph. Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte. Lebens- und Charakterbilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Band 2, Leipzig: Albert Payne, 1901.


    Muck, Peter. Einhundert Jahre Berliner Philharmonisches Orchester: Darstellung in Dokumenten. Band 3: Die Mitglieder des Orchesters, die Programme, die Konzertreisen, Ur- und Erstaufführungen. Tutzing: Schneider, 1982.


    Niemann, Walter. Meister des Klaviers. Die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit. 9. bis 14. völlig umgearbeitete Auflage. Berlin: Schuster & Loeffler, 1921.


    Petrak, Albert M. (Hg.). The Reproducing Piano Roll. Welte Piano Roll Catalog. Also Contains Welte-Mignon Piano Roll Listings. MacMike, 1998.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    Leipziger Illustrirte Zeitung vom 11. Februar 1909 (Nachruf).


    Neue Zeitschrift für Musik vom 12. Januar 1887, S. 19.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 6. Mai 1896, S. 221.

    Neue Zeitschrift für Musik vom 20. Mai 1896, S. 245.


    The Musical Times vom 1. Dezember 1884, S. 695.

    The Musical Times vom 1. Januar 1885, S. 15.

    The Musical Times vom 1. Juni 1885, S. 331.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1886, S. 719.

    The Musical Times vom 1. Januar 1892, S. 26.

    The Musical Times vom 1. Februar 1893, S. 87.

    The Musical Times vom 1. Januar 1897, S. 23.

    The Musical Times vom 1. Mai 1898, S. 316.

    The Musical Times vom 1. Februar 1900, S. 116.

    The Musical Times vom 1. April 1901, S. 257.

    The Musical Times vom 1. Juli 1906, S. 491.

    The Musical Times vom 1. März 1909, S. 174 (Nachruf).


    The Times London vom 28. Oktober 1884, S. 8.

    The Times London vom 5. Dezember 1884, S. 4.

    The Times London vom 19. Dezember 1884, S. 13.

    The Times London vom 8. Juni 1885, S. 11.

    The Times London vom 26. Februar 1886, S. 13.

    The Times London vom 16. November 1886, S. 5.

    The Times London vom 29. November 1886.

    The Times London vom 17. April 1890, S. 5.

    The Times London vom 10. Juni 1890, S. 4.

    The Times London vom 4. Dezember 1891, S. 3.

    The Times London vom 15. Dezember 1891, S. 4.

    The Times London vom 15. März 1892, S. 5.

    The Times London vom 17. Januar 1893, S. 5.

    The Times London vom 2. April 1894, S. 11.

    The Times London vom 26. November 1895, S. 7.

    The Times London vom 4. November 1895, S. 10.

    The Times London vom 18. Mai 1896, S. 6.

    The Times London vom 30. November 1896, S. 11.

    The Times London vom 8. Dezember 1897, S. 6.

    The Times London vom 22. April 1898, S. 3.

    The Times London vom 16. Januar 1900, S. 12

    The Times London vom 3. Mai 1902, S. 8.

    The Times London vom 25. März 1904, S. 5.

    The Times London vom 23. Juni 1906, S. 19.

    The Times London vom 11. Februar 1909, S. 11 (Nachruf).



    Links


    http://www.historische-daten.de/projekte/museum/sterne/kleeberg.htm

    Im Poesiealbum von Lilly Ibach (aus der Familie der Klavierfirma Ibach) befinden sich zwei Widmungen von Clotilde Kleeberg mit Porträts.


    http://www.concertprogrammes.org.uk/search

    Die britische „Concert Programmes Database“ verzeichnet zahlreiche Konzertprogramme von Clotilde Kleeberg.


    http://www.kalliope-portal.de

    Der Verbundkatalog Nachlässe und Autographen Kalliope verweist auf Korrespondenz von Clotilde Kleeberg aus den Jahren 1888-1907 (s. „Forschungsinformationen“).

    http://www3.ub.uni-freiburg.de/index.php?id=2734

    In der Welte-Mignon-Sammlung der Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. sind mehrere von Clotilde Kleeberg bespielte Rollen erhalten (s. „Forschungsinformationen“).

    Forschung

    Ein möglicher Nachlass konnte bislang (Juli 2008) nicht aufgefunden werden, auch nicht jener ihres Mannes, des Bildhauers Charles Samuel.


    Der Verbundkatalog Nachlässe und Autographen „Kalliope“ verzeichnet Briefe von und an Clotilde Kleeberg aus den Jahren 1888-1907. Darunter befindet sich Korrespondenz mit Edward Grieg, Feruccio Busoni, Engelbert Humperdinck, Joseph Joachim, Felix Mottl, Pablo de Sarasate und Gustav F. Kogel.


    Im Nachlass der Musikschriftstellerin Anna Roner in der Züricher Zentralbibliothek ist ein Manuskript mit dem Titel „Clotilde Kleeberg“ enthalten (vgl. http://www.zb.uzh.ch/index.html?http://www.zb.unizh.ch/sondersa/musik/roner/texte.htm)


    Im der Welte-Mignon-Sammlung der Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau sind drei von Clotilde Kleeberg bespielte Welte-Mignon-Rollen erhalten: der zweite Satz der Klaviersonate G-Dur, op. 14 und Thema und Variationen für Klavier F-Dur, op. 34 von Ludwig van Beethoven sowie der Liebeswalzer, op. 57, Nr. 5 von Moritz Moszkowski.


    Eine Studienzeit bei Clara Schumann wird zwar in verschiedenen Lexika und Nachrufen genannt, ist jedoch bislang nicht nachzuweisen. In den publizierten Briefen und Tagebüchern Clara Schumanns findet sich kein Hinweis auf Clotilde Kleeberg; auch Claudia de Vries, die den Schülerinnen- und Schülerkreis Clara Schumanns umfassend untersucht hat, erwähnt Clotilde Kleeberg nicht (vgl. De Vries, Claudia. Die Pianistin Clara Wieck-Schumann. Interpretation im Spannungsfeld von Tradition und Individualität. Mainz, London u. a.: Schott, 1996).


    Dr. Martin Adler verdanke ich den Hinweis auf die Bespielungen der Rollen für die Phonola der Firma Hupfeld sowie die Liste der dort eingespielten Werke.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Clotilde Kleeberg umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche sowie ihre Biografie. So ist z. B. über mögliche Schülerinnen und Schüler bislang nichts bekannt. Interessant wären auch Vergleichsforschungen zur Rezeption ihrer Konzerte in verschiedenen Ländern, besonders England, Frankreich und Deutschland. Eine systematische Auswertung von Musikzeitschriften könnte bereits näheren Aufschluss darüber sowie über ihre Biografie geben.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 49970819
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 116210419

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 23. März 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 05.04.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Clotilde Kleeberg“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 5.4.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Clotilde_Kleeberg